• Probleme mit der Schwiegerfamilie - bin ich zu hart?

    Hallo ihr Lieben, ich brauche mal einen unabhängigen/objektiven Rat bzw. eine Einschätzung von außen (abseits von Freunden und Co.) in Bezug auf meine Schwiegereltern und Schwager samt Frau. Ich versuche dazu die wichtigsten Fakten euch darzustellen, denn langsam weiß ich nicht mehr, ob ich endlich die offene Konfrontation suchen sollte oder einfach…
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    Kann nicht dein Mann vermitteln? Ich meine bei den Schwiegereltern, Schwager und Schwägerin würde ich mal außen vor lassen. Vielleicht sind sie wirklich unsicher, wollen sich nicht aufdrängen, zumal euer Verhältnis ja auch nicht das Beste ist. So gesehen kann ich die beiden verstehen, ich würde mich auch sehr zurückhalten, wenn ich kein gutes Verhältnis zu meiner Schwiegertochter hätte. Wenn man das Kind ins Herz schließt wird man dann gewissermaßen "abhängig" und das würde ich nur bei einem guten Verhältnis wollen, dann lieber eben wenig Kontakt zum Kind. Aber ich kenne sie ja nicht, keine Ahnung, ob sie das ähnlich empfinden, vielleicht sind sie einfach eher kühle Menschen.

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    Auch zu ihm und seinem Bruder. Dort lädt man zwar immer die ganze Familie zu allenmöglichen Anlässen ein, aber eher aus Pflichtgefühl als aus wirklicher Liebe oder Zuneigung. Das ist mir total fremd.

    Woher weißt du denn, dass es nur Pflichtgefühl ist statt Liebe? Das ist ja ein ziemlich hartes Urteil. Nochmal, vielleicht können sie das Emotionale einfach nicht so gut. Nicht alle Menschen sind da gleich, und nur, weil sie ihre Gefühle und Zuneigung nicht so gut zeigen können, muss das nicht heißen, dass da nichts ist. Und jede Familie funktioniert nunmal anders. Da bringt es halt auch nichts, ständig mit der eigenen Herkunftsfamilie zu vergleichen. Man muss halt respektieren, dass sie anscheinend anders ticken. Und immer derselben Meinung sein, muss man ja auch nicht ;-).

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    Also die Kinderlosigkeit ist ja indirekt kommuniziert worden: beim ersten gemeinsamen Kaffeetrinken mit dem Baby. Ich finde es jetzt auch nicht so doll einer frischgebackenen Mutter ständig Storys von Aborten und Säuglingstoden zu erzählen, wie beim ersten Kaffeetrinken.

    Das kann man aber auch ganz anders sehen: Ich finde es von den beiden in höchstem Maße rücksichtsvoll, dass sie das erst nach der Geburt thematisiert haben. Sie hatten diese persönlichen Assoziationen sicher schon während deiner Schwangerschaft. Sie waren aber so rücksichtsvoll, dich während der Schwangerschaft nicht mit diesen traurigen Themen zu belasten. Sieh es doch mal von dieser Seite!

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    Um ein Enkelkind womit sie nach eigener Aussage nicht mehr gerechnet haben. Und ja sie bekunden Freude, aber mir fehlt haltbare gezeigte Liebe.

    Auch hier solltest du dir m.E. einen Perspektivwechsel erschließen: Deine Maßstäbe für Gefühlsäußerungen sind NICHT der Mittelpunkt der Welt und das Maß aller Dinge. Es sind nunmal nicht alle Leute überschwenglich und extrovertiert. Man sollte m.E. Zuneigung und Liebe auch erkennen und wertschätzen können, wenn sie "leiser" (und ggf. auch langsamer) daher kommt. ;-)


    Noch ein Gedanke: Es könnte auch sein, dass die Großeltern in einem Loyalitätskonflikt sind: Wenn sie sich allzu überschwenglich über das Enkelkind freuen und sich in Aktionismus überschlagen würden, könnte das ihr anderes Kind + Partner verletzen, die durch den unerfüllten Kinderwunsch ohnehin schon leiden werden. Verständlich, wenn die Großeltern darauf Rücksicht nehmen wollen!

    Also auch wenn es hier ums Baby geht, ist es beileibe nicht mein einzigstes Thema. Mitnichten. Ich will hier auch aus Privatsphäre-Gründen nicht jedes Detail der Beziehung zu meiner Svhwiegerfamilie offenlegen, aber zusammengefasst: Das was sie sagen bzw. wie sie in Nezug auf das Baby kommunizieren, steht im starken Kontrast wie sie sich ihm gegenüber verhalten.


    Bzw. habt ihr Recht wenn ihr sagt, dass die Gamilie vielleicht einfach kühler oder anders miteinander umgeht als andere oder meine, aber sie haben sicherlich meine Verwirrung diesbezüglich mitbekommen bzw. habe ich das auch meinem Mann erklärt. Ich kann halt aber nicht damit so gut klar kommen, mein Kind (mein Mann und seine Familie wünschen sich ja das ja scheinbar durchaus) so "kalten" Leuten zu überlassen.

    @ Statusquovadis

    Das hast Recht, das ist etwas krass dargestellt. Aber meine Schwiegereltern machen und erwarten eben vieles "weil es sich so gehört", man lädt darum also auch den 7.Schwippschwager der 6. Großcousine zum Geburtstag ein, obwohl man sonst mit den Leuten nix zu tun hat und sich sonst nicht für sie interessiert.


    Aber ich nehme mir mal für 2017 vor, der Achwiegerfamiliw wohlwollend zu begegnen

    @ Lolax5

    Du liegst in vielen Dingen sehr richtig und hilfst mir sehr aus meinem Trott heraus. Sicherlich schwingt in meiner jetztigen Einstellung auch etwas der Frust über meine jetzige Situation mit.

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    Du liegst in vielen Dingen sehr richtig und hilfst mir sehr aus meinem Trott heraus.

    Freut mich, dass du mit meinen Gedanken etwas anfangen kannst und sie nützlich findest! :-)


    Noch ein Gedanke hierzu:

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    Ich kann halt aber nicht damit so gut klar kommen, mein Kind (mein Mann und seine Familie wünschen sich ja das ja scheinbar durchaus) so "kalten" Leuten zu überlassen.

    Aha, daher weht der Wind. ;-) Du wünschst dir einerseits dass dein Kind viel und guten Kontakt mit den Großeltern hat, hast aber andererseits Angst loszulassen und den (unüberwachten) Kontakt wirklich zuzulassen.


    Das ist ja nicht ungewöhnlich. Viele Mütter tun sich nicht leicht damit, ihr Kind jemand anderem anzuvertrauen. Erst recht, wenn der/die andere anders ist und Dinge anders handhabt.


    Ich finde, du bist aus guten Gründen davon überzeugt, dass viele Bezugspersonen gut für ein Kind sind. Das gilt es jetzt aber in die Tat umzusetzen. Und die Tat ist eben nicht immer so leicht wie die Theorie.


    Ich denke, dass es deinem Kind nicht schadet, seine Großeltern kennenzulernen. Und dieses Kennenlernen umfasst eben auch, dass Oma I und Opa I zurückhaltendere Menschen sind als Oma II und Opa II (= deine Eltern). ;-)


    Ist doch schön, wenn ein Kind früh Vielfalt kennenlernt! Wer weiß nach welcher Seite dein Kind kommt... Und wenn es beides kennt, kann es sich später das Beste aus beiden Welten aussuchen. :-)


    Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass euer Kind bei den Großeltern emotional nicht zu kurz kommt:


    1. Bekommt es seine emotionale Versorgung ja zunächst von dir und deinem Partner. Alles was von den Großeltern kommt, ist also "on top". (Wenn du es zulässt und ermöglichst.) So gesehen kann ja gar kein Mangel aufkommen. ;-)


    2. Hat dein Partner ja offensichtlich diesbezüglich volles Vertrauen zu seinen Eltern. Wenn er als Kind unter der Kälte seiner Eltern gelitten hätte, wäre das m.E. ganz anders.


    3. Halte ich es wie gesagt für einen emotionalen Gewinn, wenn ein Kind unterschiedliche Menschentypen kennenlernt. Das eröffnet das Tor zu einem Reichtum des Wissens um die Bandbreite an Mögluchkeiten.