Es gibt ja auch Faker, die sich wie in einem Theaterstück in regelmäßigen Abständen vor den PC setzen, ihre Follower sehnsüchtig wartend vor sich wissen und das Spiel nach einem vorher gut ausgedachten Plan weiterspinnen. Eine klassische Daily Soap, mit einem Episodenende, das die Follower bis zum nächsten Auftritt bei der Stange halten soll.


    Tragisch wird es dann, wenn sich der Fankreis langsam ausdünnt und ein paar besonders treue, besonders faszinierte Anhänger übrig bleiben, die der Faker dann einzeln (meist per PN) so lange in die Mangel nimmt, bis sie bis auf den letzten Blutstropfen ausgequetscht sind. Dieses Ausquetschen bis auf den letzten Tropfen scheint diesen Fakern besondere Freude zu bereiten, und die eiskalte sadistische Faszination darüber, welche Macht man über einen anderen Menschen gewonnen hat und wozu man diesen Menschen treiben kann.

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    Ich denke, hier sollte wirklich unterschieden werden zwischen Fakern, welche real ins Leben treten und solchen, die sich dem Realkontakt durch diverse "Gründe" entziehen und bei denen es auch nicht um eine Paarebene geht.


    Chance07

    Der klassische "Faker" im realen Leben ist in Beziehungssachen der sog. Heiratsschwindler. Da sind ja auch schon die tollsten Sachen passiert, ohne dass sich jemand hinter virtuellen Phantasiegespinsten verschanzen musste. Es scheint was dran zu sein an dem Allgemeinplatz, dass die Menschen immer glauben, was sie glauben wollen. Z.B. der Fall Kladden oder wie die reichste Frau Deutschlands auf einen kleinen Galan hereinfiel. Wenn man dann hinterher sieht, was das für Gestalten sind, da will es ja fast nicht glauben. Aber es gibt offenbar nichts, was es nicht gibt.

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    Ich glaube manche Menschen sind so, und manche werden so. Sie verstricken sich so sehr in ihrem eigenen Lügengeflecht, dass sie selbst nicht mehr da raus finden und irgendwann selber glauben, was sie da sagen. Bei wem jetzt was genau zutrifft wage ich nicht zu beurteilen.


    Nurarihyon

    Dazu wollt ich noch was sagen, obwohl es schon zwei Tage alt ist. Ich glaube nicht, dass es bei dem beschriebenen Phänomen darum geht, dass jemand an einer bestimmten Stelle anfängt zu lügen und dann nicht mehr rauskommt oder notorisch immer lügt bzw. dazu tendiert. Ich habe das Phänomen so verstanden, dass jemand planmäßig mit einer konstruierten Geschichte auf den Marktplatz geht und sich dort regelrecht Opfer sucht, die dann systematisch abgenagt werden bis auf die Knochen. Das ist schon etwas anderes.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass je weniger Selbstwertgefühl man grundsätzlich hat und je weniger Menschen um einen, die es gut mit einem meinen, man umso anfälliger für die ganz krassen Manipulierer ist.

    Isabell

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    Hmmm...also diese Vorwürfe mache ich mir nicht. Und ich klage mich auch nicht selbst an. Für was?

    Ist ja auch besser so :-) denke das hängt von der Geschichte und der eigenen Persönlichkeit ab.

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    Ich bin auf Etwas angesprungen, was mir in diesem Moment, zu dieser Zeit gut tat, was ich irgendwie brauchte. Hätte es sich als real dargestellt - ok, wäre natürlich schön gewesen, sicher.


    Aber zu einem gewissen Teil habe ich sein Spiel ja auch mitgespielt, habe es besser gewußt, spätestens nachdem unser zweites Date platzte (das war 3 Wochen nachdem unser intensiverer Kontakt bestand) - ich war nicht naiv, ich wollte einfach nicht loslassen.

    Verstehe, was du meinst :-)

    Ich wäre vorsichtig, mit diesen Realfakes. Alleine die Aufzählung am Anfang hat mich verwirrt. Mir wurde auch schon vorgehalten, ein Fake zu sein, weil ich einfach zu viel durchgemacht habe. (Sternenkinder, Tod von bestem Freund und Bruder, Vergewaltigungen). Diesem Jemand hätte ich am liebsten schreiend genau das an den Hals gewünscht. Ich bin eigentlich kein Mensch, der anderen böses möchte, aber bei diesem Jemand, wenn ich den schon lese, bekomme ich eine Wut, dass glauben nur die, die auch schon unschuldig als Fake beschimpft wurden.


    Aber ich bin durch die ganzen Erlebnisse am Ende meiner Kräfte und kämpfe Tag für Tag dafür, weiterzumachen. Schreibe hier im Forum, was mich belastet in der Hoffnung, Hilfe oder Ideen zu finden. Oder einfach, um mich mit anderen Betroffenen austauschen zu können. Ich weine seit Jahren jeden Tag (OK, jede Nacht) und muss Medikamenten einnehmen, damit ich nicht endgültig an allem zerbreche. Und dann kommt jemand daher, der mich als Fake betitelt. Könnt ihr euch vorstellen, wie verletzend das ist? Wie es einem endgültig den Boden unter den Füssen wegzieht, weil man sich nicht mehr zu schreiben traut, was man loswerden möchte? Den ganzen Ballast, der einem auf dem Herzen liegt?


    Nur weil man viel erlebt hat, ist derjenige noch lange kein Fake!


    Meine allerbeste Freundin hatte mir mal gestanden, dass ihr ganzes Leben, was sie mir erzählt hat, erfunden war. DAS hat mich umgehauen. Meine allerbeste Freundin, mit der ich mitgelitten, mit der ich geweint habe um ihre Schicksale. Alles erfunden. Sie bat um Verzeihung. Aber nach so vielen Jahren der Lügen hätte ich ihr nie wieder Vertrauen können. Durch sie (und anderen Erfahrungen) lebe ich nun ziemlich einsam, weil ich auch meinen anderen Freundinnen erst wieder Vertrauen muss. Ich vertraue momentan niemandem mehr.


    Ja, ich habe viel durchgemacht und es ist immer etwas negatives bei uns. Es hört nicht auf. Aber ich habe es nicht nötig, meine Zeit mit Märchen hier niederzuschreiben. Ich dachte, es würde mir helfen, aber ich habe keine Lust, wieder angegriffen zu werden. Dazu fehlt mir die Kraft. Psychisch und physisch.

    Es ist meines Erachtens irrig anzunehmen, dass nur irgendwie besonders anfällige Menschen auf die Lügenmärchen reinfallen könnten. Genau deshalb habe diesen Faden eröffnet um darauf hinzuweisen, dass es nicht nur eine besondere Klasse von irgendwie naiven Menschen treffen kann.

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    Ja gut aber trifft da nicht das zu, was quacksalberei von ihrer Mutter schreibt oder auch du, was dieses Familienmitglied betrifft: Da weiss man dann GRUNDSÄTZLICH, dass diese Person sich gerne mal was zusammenphantasiert?

    Das hat mit Phantasie in dem Fall nichts zu tun. Ich weiß das die Person gerne mal lügt wenn das für sie bequemer ist. Manchmal geht sie aber auch den unbequemen Weg, kann man nie genau wissen. Und die lügt ohne einen Gedanken daran zu verschwenden. Wenn du sie hinterher, auch direkt hinterher drauf ansprichst weil du vorher kontrolliert und dann gefragt hast ist es als ob sie aus einem Automatismus aufwacht, nachdenkt und dann sagt:"Stimmt, das war gelogen." Die lügt so routiniert und beiläufig das es ihr nicht auffällt und daher auch alles was sonst normalerweise warnend wirkt wegfällt.


    Quacksalbereis Mutter ist ein ganz anderes Kaliber, wenn ich das richtig verstanden habe. Die hat eher so konsequent auf ihrer Version der Realität bestanden das man entweder im Dauersturm gelebt oder sich angepasst und diese Realität gespielt hat. Sie hat nicht im eigentlichen Sinne gelogen, sie hat in einer paralellen Realität ein zu Hause gefunden, das zu Hause in dem sie leben wollte und sich geweigert diese Realität wieder zu verlassen. Als sie dazu gezwungen war verabschiedete sich ihr Bewusstsein in die Dissoziation in der sie sicher war.


    Irgendwann fliegen so lange Konstruke sicher meistens auf, wenn ich auch nicht immer sagen würde, weil ich denke das es schon möglich ist das jemand zwei Familien hat und das gut genug und strikt genug trennt. Würde ich halt nicht ausschließen weil sowas eben nicht zwangsläufig echtes Lügen braucht, da reicht verschweigen und das verrät sich viel seltener wenn man sich damit wohlfühlt.


    Ich finde Isabells Beispiel zeigt deutlich auch die Unterschiede. Der Psychologin aus dem Blog wäre so ein Fehler niemals passiert, die war geübt, die war Profi und hat das ständig gemacht. Erst unter Zeitdruck passierten ihr Fehler. Vorher waren x Personen erfunden, zu verschiedenen Zeiten Profile erstellt und Lebensleisten gestaltet worden. Da steckt eine unfassbare Arbeit dahinter und die Distanz der Opfer wurde garantiert mit Bedacht gewählt. Isabells Hansel war dagegen blutiger Anfänger, vermutlich eher so aus der Not raus, wie sie selbst vermutet.


    Das sind zwei verschiedene Kategorien und ich denke das es auch die Form übers Internet nochmal schwerer macht wenn sie da jemand wirklich reinkniet.


    Und ich finde tatsächlich dies dauernde Zeigen darauf das man ja quasi ein Defizit hat und nur deshalb konnte man Opfer werden hat was von:"Selber Schuld." Ich denke aber das jeder Mensch irgendwo ein Defizit hat. Jeder wünscht sich irgendwo einen bestimmten Menschen und wenn den jemand darstellt freut man sich sehr den oder die gefunden zu haben und forscht nicht nach. Ein Mensch der nichts vermisst, den gibt es meiner Erfahrung nach nicht.

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    Es ist meines Erachtens irrig anzunehmen, dass nur irgendwie besonders anfällige Menschen auf die Lügenmärchen reinfallen könnten. Genau deshalb habe diesen Faden eröffnet um darauf hinzuweisen, dass es nicht nur eine besondere Klasse von irgendwie naiven Menschen treffen kann.

    Das möchte ich mal fett unterstreichen!!!


    Denn genau weil sich diese Annahme so hartnäckig hält, öffnen sich nachträglich so wenige, denen so etwas passiert ist und die ganz und gar nicht dumm und/oder naiv waren/sind. Das wiederum erweckt den Anschein, es wären Ausnahmen.


    Und diejenigen, denen es nicht passiert ist (oder die es noch gar nicht wissen, dass sie sich seit Ewigkeiten mit einem Fake austauschen), wiegen sich in falscher Sicherheit und können sich einreden, dass ihnen dies nie geschehen könnte.

    Juli-Sonne_

    Zitat

    Mir wurde auch schon vorgehalten, ein Fake zu sein, weil ich einfach zu viel durchgemacht habe.

    Hier in diesem Faden geht es nicht darum potentiell Jemanden als Fake zu bezeichnen/verdächtigen, ausschließlich deswegen, weil er viel durchgemacht hat. Das hat hier (in diesem Faden) auch noch Keiner so gesagt.


    Und um es mal vorsichtig zu kommentieren (ohne es zum Thema machen zu wollen! Was mir wahrscheinlich nicht gelingt ;-)) - was bei Dir teilweise das Problem ist, weshalb Du kritisiert wirst ist nicht wirklich das was Du erlebt hast, sondern Dein Umgang damit und Dein Umgang mit den Usern die Dir hier mal (auch oft sehr einfühlsam) etwas Gegenwind bringen. Gegenwind in dem Sinne, dass Du -von Außen betrachtet- das Gefühl vermittelst Dich unverhältnismäßig stark hineinzusteigern in die jeweiligen Situationen.


    Niemand hier meint das böse und Du hast wirklich viele Menschen die da bei Dir sind, mit Dir schreiben etc.. Nur sind da eben auch die Menschen, die (irgendwann) nicht mehr auf Tätschelkurs sind, sondern auch mal sinngemäß sagen "Jetzt bekomme Deinen Hintern mal wieder hoch"...


    Und alleine das hier jetzt, dass Du das hiesige Thema auf Deine Situation überträgst ist (schon wieder) sehr schwer zu händeln. Du bringst keine Distanz hinein - es geht nur um Dich.


    Das ist einfach schwer für Andere damit konstruktiv umzugehen.


    Auch ich meine meine Worte nicht gegen Dich gerichtet. Ich hoffe, dass Du das verstehen kannst.