Jui-Sonne_, Muff Potter schrieb in seinem Eingangsbeitrag:

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    Ich könnte mir gut vorstellen, dass es hier Betroffene gibt, die schon einmal auf solche Leute hereingefallen sind. Für sie ist dieser Faden gedacht. Aber auch zum allgemeinen Austausch für Interessierte. Vielleicht zweifelt jemand von euch ja auch ganz aktuell an einem scheinbar guten Internetfreund oder einer -freundin. Selbstverständlich wäre es sehr spannend - ist aber höchst unwahrscheinlich - dass sich hier ein Realfaker zu Wort meldet und aus eigener Sicht über seine Motivation aufklärt.

    Es ging nicht darum, Verdächtigungen auszusprechen, sondern um Erfahrungsberichte und Motivationserforschung.

    Muff

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    War das also nur ein Aussetzer, als du dich dumm und naiv verhalten hast?

    Das habe ich übrigens ausreichend beschrieben, was mich doch über ein paar Wochen nicht losgelassen hat.


    Ich war empfänglich, ich wollte genau das, was er mir in diesen Momenten gegeben hat und war nicht bereit es loszulassen. Trotz immer mehr werdendem besseren Wissens.


    Und somit habe ich dumm/naiv gehandelt - bin es aber nicht in meiner Gesamtheit.

    Tja dann gebe ich dem TE mal meine Ansicht weiter. Realfaker haben kein eigenes Leben, sie langweilen sich, fühlen sich nutzlos, haben im realen Leben nichts zu melden (die haben in Foren dann die große Fresse) und deshalb erfinden sie etwas, um sich wichtig zu machen, um Aufmerksamkeit zu bekommen usw.

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    Ich sehe das genau wie Chance und Muff. Das kann jedem passieren

    Ja und ich sehe das eben anders. Übrigens habe ich das insofern differenziert, dass ich geschrieben habe, mal auf so jemanden zu treffen kann in der Tat jedem passieren. Aber was man im Laufe der Zeit damit macht, da gibt es meiner Meinung nach unterschiede und ja, ih glaube, dass einige Menschen das eher merken und sih zurückziehen. Kommt ja auch auf den Kontakt an und die Innigkeit und das Medium. Wenn mir die Verkäuferin beim Bäcker was erzählt oder jemand im Internet, da kann es mir auch passieren. Das finde ich allerdings niht weiter tragisch.


    Die Lingbergh-Geshichte würde mir eher niht passieren. Da finde ich dann das vor angeblicher Lebensweisheit nur so triefende Getue der Gegenseite "Jedem kann alles passieren", überheblich und nicht überzeugend.

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    und zu sagen das es ein wenig gewollt haben muss damit es klappen konnte hat etwas von victim blaming.

    Doch, das glaube ich. Ich merke schon, dass einige sich dadurch verletzt fühlen und wirkich ganz ehrlich, das ist nicht die Absicht. Aber ich finde es auch nicht richtig, das dann nicht aufzuschreiben.


    Übrigens bleibe ich auch so hart dabei, weil mir das gerade hier im Forum mal pssiert ist, und das nicht nur einmal: Ich hatte bestimmte Dinge richtig eingeschätzt und wurde dann mit angeblichen Lebensweisheiten belehrt und für unsensibel gehalten. Nach Wochen stelle sich dann heraus, dass ich recht hatte.


    Unter anderem handelte es sih dabei um einen Faden bei dem es um sexuelle Gewalt ging. Mir kamen da einige SAchen komisch und unglaubwürdig vor während sich einige andere Damen mordmäßig echauffierten und sich gegenseitig zu ihrer Empathie und Lebensweisheir gratulierten, die Polizei rufen wollten und anderes mehr. So. Was war? Der Faden war vermutlich ein Fake. Ih will damit niht sagen, dass ich nie auf Fakes im Internet reinfalle (was ich auch nicht schlimm finde). Ich will damit erklären, dass und warum ich meiner Wahrnehmung und meinen Erfahrungen mehr traue als euren.

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    Mir kamen da einige SAchen komisch und unglaubwürdig vor während sich einige andere Damen mordmäßig echauffierten und sich gegenseitig zu ihrer Empathie und Lebensweisheir gratulierten, die Polizei rufen wollten und anderes mehr.

    Da war es nämlich so, dass mir die ellenlangen hochempathischen Beiträge von anderen meinen Eindruck schon fast zu verwässern begannen. Und im nachhinein stellte sich halt heraus, dass eben genau die anderen Userinnen von so einem sexuelle Gewalt Ding viel mehr getriggert wurden als ich und daher zu in diesem Fall ins Leere laufender Hochform aufliefen. Ih habe das mehrmals erlebt und ich wüsste jetzt nicht, warum ich Leuten aus dem Internet dann als Fazit mehr vertauen sollte als mir und meiner sich doch immer wieder bestätigenden Intuition.

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    Chance**


    Jetzt bin ich doch etwas verwirrt - ich hatte gar nicht den Eindruck, dass wir aneinander vorbeischreiben, bin doch völlig bei Dir? ;-).


    Isabell

    Wenn ich an Realfakes denke, dann denke ich gar nicht so sehr an die Mann-belügt-Frau Fälle (aus welchen Gründen auch immer). Die sind für mich wirklich eine komplett andere Kategorie.


    Die Fälle, von denen ich weiß und an die ich denke, ??zu welchen ich mich aber NICHT detaillierter äußern möchte, der Eingangspost beschreibt das schon ganz gut und treffend?? laufen viel bösartiger, noch wesentlich manipulativer und extrem (seelisch) schädigend für die Opfer ab. Ich dachte, dies geht nur schriftlich im Netz, aber durch einige Beiträge hier habe ich begriffen, das bringen tatsächlich auch Menschen im RL fertig.


    In den Fällen, auf die ich mich beziehe, lasse ich mich zu dem Wort 'Opfer' hinreißen. Das vermeide ich sonst, denn ich finde, niemand sollte als Opfer bezeichnet werden, der dies selbst nicht so sieht und sich so benennt. Ich möchte niemanden durch Nutzung dieses Wortes dazu 'degradieren'. Hier meine ich es aber so. Ob jemand Opfer bleibt, ist wieder eine andere Sache und zum Glück beeinflussbar durch die Person.


    Mir geht es um Fakes mit sehr gezielter Manipulation, um exaktes Ausloten der Gefühlslage vom Gegenüber (OHNE dass dies auch nur im Ansatz ahnt, in was für einem Film es sich befindet), um den sehr langsamen Aufbau von Vertrauen, um erst nach dem Erreichen dieses Zieles mit dem eigentlichen 'Akt' loszulegen. Diese Sorte Faker nimmt sich viel Zeit. Schleichend, wie Gift.


    Mir geht es um die, welche ganz bewusst extremen seelischen Schaden bei denen in Kauf nehmen, die sie irgendwann als nicht mehr "brauchbar" zurücklassen. Oft noch in der Angst, dem anderen könnte etwas Schlimmes passiert sein. Sogar solche Szenarien werden akribisch vom Fake vorbereitet und anscheinend skrupellos durchgezogen. Motivation (für mich) nicht nachvollziehbar. Sprich: Der andere soll glauben, dass sich der Faker gerade etwas Schlimmes antut/angetan hat. Nicht ahnen. Er soll es förmlich spüren und leiden.


    Und nicht zu vergessen. Der Faker ist zu diesem Zeitpunkt bereits eine sehr vertraute Person, die (scheinbar) mit dem anderen auf einer Wellenlänge liegt - er(sie) hat ja bis dahin ALLES dafür getan, so gesehen zu werden. Über lange Zeit - genau so, wie sich eine Beziehung auch sonst aufbaut zu den Menschen, denen wir vertrauen. Nicht plump, sondern äußerst geschickt.


    Solche Abläufe gehen so extrem an die Substanz von Menschen, wie es die, welche nicht so ausgefeilt daher kommen und schneller auffliegen, niemals könnten.


    Stellt euch vor, eure vertrauteste Person im Leben, irgendjemand, den ihr wirklich jahrelang gut zu kennen glaubt, entpuppt sich plötzlich als so Jemand bzw. macht so etwas mit euch. Nicht vorstellbar? War es vorher für die Opfer genau dieser Kategorie Faker auch nicht. Und doch ist es ihnen passiert. Nicht, weil sie besonders naiv waren. Nein. Sie waren zur falschen Zeit am falschen Platz und brachten irgendetwas mit, das der Faker als 'geeignet' empfunden hat. Und das muss sicher nicht zwingend Naivität sein.


    Ich denke mir manchmal, dass eine bestimmte Sorte Faker sich gerade recht clevere Opfer suchen. Vielleicht ist es der größere Anreiz, genau diese in ihrem Sinne beeinflusst zu bekommen. Wie eine Art Sport, der eine Herausforderung braucht, weil alles andere langweilt.


    Hoffe, ich konnte den Unterschied verständlich machen. Und von solchen Szenarien ausgehend, bewerte ich das schon sehr unterschiedlich zu dem, was Dir passiert ist.

    Luis08, ich rühme mich auch einer solchen Intuition, und glücklicherweise bin ich auch noch nie auf einen solchen Fake hereingefallen. Weder im realen Leben noch im virtuellen. Allerdings würde ich nie von mir behaupten, dass mir das nie passieren könnte, wenn es jemand darauf anlegt. Dafür kenne ich zu gut einige Fälle, bei denen das doch passiert ist und von denen ich auch gedacht hätte, dass sie davor gefeit sind.

    Chance


    Das hatte ich schon so verstanden. Und auch differenziert. Und ich habe mich natürlich in vielen Punkten auf mein Beispiel bezogen - meinte es dennoch aber auch allgemein(er) in diesen vielen Punkten...


    Ich habe festgestellt und stelle immer wieder fest (nicht nur hier, sondern eben auch in der Arbeit als Moderator), dass es nicht "den" Faker gibt.


    Es gibt durchaus "den" (primitiven) Troll (eben Jemand der aus reinem Spaß und ja...auch Bösartigkeit, provoziert, dessen Ziel es schlicht ist seinen Spaß daraus zu ziehen wie sehr er andere verarscht) - aber es gibt eben nicht "den gemeinen Faker".


    Ich glaube ich schrieb es schon, wie vielseitig das ist, wie viele (Grau)Zonen es da gibt zwischen schwarz und weiß.


    Ich habe mich allerdings sicher teilweise zu sehr auf meinen Faker, meine damalige, diese konkrete, Situation bezogen, hatte diese zu sehr im Blick, bei/in meinen Beiträgen, das räume ich ein ;-)

    Daraus erschließt sich mir aber noch nicht, dass der Verdacht stimmt. Es ist bis dahin nur eine Vermutung!? (Man schaut sich Dinge genauer an + jemand anderes, dem man die Story erzählt, verunsichert einen...)


    Weiß ja nicht, ob du aus eigener Erfahrung sprichst, aber das oben Beschriebene wäre für mich erstmal nur das "komische Gefühl" und danach würde ich versuchen, die Wahrheit herauszufinden.

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    Nicht jeder Faker ist vom anderen Geschlecht und hat es auf eine Beziehung abgesehen bzw. tut so. Diejenigen, die an ganz anderen Rezeptoren andocken und wo der Austausch vorwiegend schriftlich stattfindet, z.B. weil sie räumlich weit weg sind (oder dies vorgeben), dass ein realer Kontakt schwierig bis unmöglich scheint, sind für mich anders zu bewerten.


    Chance007

    Das ist wieder der Punkt, den ich nicht verstehen kann: Räumliche Distanz und deshalb nur schriftlicher Kontakt.


    Im Zweifelsfall würde ich mich irgendwann einfach ins Auto setzen und hinfahren! Im Übrigen hab ich das wirklich schon getan, weil meine langjährige Internetbekannte nicht so mobil war, also bin ich 5 Stunden hin und am nächsten Tag 5 Stunden zurück. Würde dieses Angebot auch immer wieder abgelehnt, dann würde ich dort wohl einfach mal so hinfahren, um zu schauen, ob die Anschrift überhaupt existiert und ob XY dort tatsächlich wohnt. Wenn derjenige mir wirklich wichtig wäre, würde ich das machen.