@ Shojo:

    Zitat

    Hmmm, beim Faker ja vielleicht auch? Vielleicht ist sein wahres Inneres ja so verletzlich, dass er es auf keinen Fall anderen Menschen preisgeben möchte, so dass er sich einen Panzer aus Lügen darum errichtet.


    Du meinst, vielleicht sind manche Faker Leute, die wirklich nur mithilfe und im Schutz solcher Geschichten überhaupt in Kontakt zu anderen Menschen treten?

    Ja, vielleicht. Oder vielleicht, so absurd das klingt, in einen engeren Kontakt. Vielleicht sind die Kontakte, die die Faker im RL haben, nur oberflächlich - Schnack mit der Nachbarin, Small Talk mit Kollegen. Keine engen Freundschaften.


    Vielleicht läuft das Faken ja auf zwei Ebenen. Nicht nur werden die Lügen krasser, sondern nach und nach auch der Anteil der Wahrheiten, die immer mal wieder eingeflochten werden. Nur dass man, wenn man von außen draufschaut, eben nicht mehr unterscheiden kann, wo man mit dem wahren Menschen gesprochen hat und wo mit dem Faker.

    @ danae:

    Zitat

    Bei einem Faker ist das nicht so. Die Lüge kommt nicht in der Mitte dazu sondern die Lüge ist das Fundament.

    Diese Unterscheidung ist mir schon klar. Mir geht es lediglich um die Gemeinsamkeiten "Lügen, um ein Ziel zu erreichen" und "Lügen, um etwas zu schützen" - bzw. um die These, dass auch der Faker mit seinen Lügen etwas schützt.

    Zitat

    Aber das muss einem bewusst sein. Nehmen wir quaks Mutter oder die Fakerin aus dem Blog, so war aber genau das nicht der Fall. Die Fakerin betrachtete die erfundenen Personen als Aspekte ihrer selbst und so wurde eben doch sie und nicht nur eine Geschichte gemocht. quaksalbereis Mutter war so überzeugt das ihre Wahrnehmung richtig sei das sie wegdissoziierte als diese Wahrnehmung sich als nicht tragbar erwies. Im Allgemeinen geht man davon aus das dieser Zustand von einem für die Seele gerade nicht lös- oder tragbaren Konflikt ausgelöst wird. Es ist also davon auszugehend as die Frau diesen Zusammenbruch ihrer Welt als ganz schweren Schock erlebt hat. Ähnlich dem Schock den ich erleben würde wenn ich nun feststellen müsste das ich in der Matrix lebe. Für sie war das alles also wahr und kein Lüge.

    Jetzt müsste man mal grundsätzlich klären, ob ein Faker immer an einer Persönlichkeitsstörung leidet und wie genau er aus seiner Sicht eigentlich die ganzen Vorgänge wahrnimmt...


    Ob und wann sich beispielsweise ein schlechtes Gewissen einstellt. Oder ob er sich mittels http://Dissonanz https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz sein Handeln über einen längeren Zeitraum schlicht schönredet.


    Da greift dann das Beispiel mit der dissoziierenden Mutter wieder - sobald Verhalten und Einstellung sich nicht mehr überein bringen lassen, bricht der Mensch zusammen.

    Ich hab den Verdacht das kommt ganz auf den Typ drauf an, also das dieselbe Masche von Menschen mit ganz verschiedenen Charaktären oder Motiven genutzt wird. Zwischen jemanden bewusst quälen wollen und Teile von sich selbst auslagern liegen ja Welten. Ich glaube alle hier bisher in einem Menschen zusammen zubekommen wäre sehr sehr schwer.

    Isabell

    Zitat

    Ich verstehe gerade nicht so ganz, was ein Faken mit "guten/schlechten Eigenschaften" zu tun hat?


    Also ich werde doch nicht deswegen mißtrauisch, bzw. beginne zu uweifeln, weil ein Mensch eine Eigenschaft (oder mehrere) hat die ich nicht mag - sondern ich werde dann mißtrauisch, zweifle, wenn die Gesamtheit des Auftretens, Verhaltens, letztendlich dem was er (sie) erzählt, einfach unstimmig ist oder wird.

    Naja so ähnlich meinte ich das auch.


    Wenn man jemanden kennen lernt, dann klopft man sih doch ein wenig ab, nimmt sich wahr. Im Laufe der Zeit fallen einem eventuell Ungereimtheiten auf oder man mag etwas nicht oder es kommt einem zu aalglatt vor usw. Oder man sagt sich halt, dass man dann doch vorsichtig sein soll, sich in jemand quasi unbekanntes zu verlieben, also wo man nur Fotos und die Adresse kennt (kann ja falsch sein und außerdem weiss man nicht, ob die Chemie stimmt usw.). ALso ich finde halt an dieser Vorsiht nichts schlechtes, das heisst doh nicht, dass es nicht trotzdem zu einem guten Kontakt werden kann und dass man den anderen Vorverurteilt. Ich meine einfach, dass man sich nicht blind in einen aussichtsreichen Internet oder privaten Kontakt stürzen sollte und sei er noch so verheißungsvoll.


    Und da könnte man halt ein wenig vorsichtiger sein, genau hinschauen usw. um nicht so leichte Beute zu sein.


    Und warum sollte man starken Zweifeln denn nicht nachgehen sollen (wenn es einem dann überhaupt noch wert ist mit dieser Person)? Ich meine jetzt zu Beginn eines Kontaktes. Wenn mir etwas zu starken Zweifeln Anlass gibt, dann kann ich doh nachhaken, nachforschen oder es gut sein lassen mit dieser Person.


    Und auch, wenn man jemanden schon länger kennt und einem kommt was komisch vor, warum soll man denn da nicht etwas nachhaken. Versteh ich nicht. Und nein, das bedeutet doch nicht, dass man allen grundsätzlich misstraut oder jemand ist, der ständig in anderer Leute Handys nachschnüffelt.

    dummschmarrer (und Andere):

    Zitat

    hier wurde vor paar seiten erwähnt, dass ein med1-faden mit Untergewicht und letztlich daran verstorbener TE ein fake gewesen sein soll. ich habe beim querlesen keine weitere aussage dazu gefunden...

    Ich kann nur sagen, dass wir von der Moderation da keinerlei Hinweise zu haben, dass das ein Fake gewesen wäre. Bevor noch weiter spekuliert wird.


    Vielleicht meinte der Beitragsschreiber (ich weiß nicht mehr wer das aufgebracht hat) ja auch einen anderen Faden der nicht so publik wurde? Ich weiß von Keinem, aber ich weiß ja auch nicht alles ;-).


    Porzellanseele

    Zitat

    ich finde diesen Faden so wertvoll und informativ- könnte man ihn nicht irgendwie oben anpinnen ? Wenn Muff damit einverstanden ist :-)

    Ist weitergeleitet.


    So jetzt weiter als User ;-).

    desaparecida

    Zitat
    Zitat

    Sie glauben nur nicht, dass sie so gemocht werden wie sie wirklich sind oder wie ihre Umstände wirklich sind akzeptiert werden.

    Meinst du Menschen, die gerne anders wären als sie sind und die dann im Internet auf Facebook oder in einem Forum ein Leben mit Rahmenbedingungen erfinden wie sie es gerne hätten oder wie sie gerne sein würden? Und dass sie dann dieses "Leben" auf einer tragischen Geschichte aubauen, wie das im Eingangsbeitrag beschrieben ist?

    Ich wollte darauf hinaus, dass manche Faker (wir haben ja mittlerweile festgestellt, dass es da viele Varianten gibt) nicht zwingend von Grund auf ein neues Leben erfinden, sondern auf der bestehenden Basis hinzuerfinden. Damit ihr Verhalten erklären/entschuldigen. Das müssen nicht zwingend die ganz "tragischen" Dinge sein.


    Ein Beispiel:


    Ein Partner begründete sein Verhalten welches vielleicht nicht so toll ist (oder er selber nicht so toll findet, er befürchtet das könnte abschrecken) gegenüber des neuen Partners damit, dass der/die Ex ihn ganz schlimm betrogen hätte, schwer drogensüchtig war oder, oder - oder er erfindet die Ex-Beziehung komplett neu. Bei jedem "Vorfall" wird diese Story herangezogen, vielleicht auch erweitert, um das Verhalten zu erklären und für den Partner akzeptabler zu machen.


    Er faked also nicht das aktuelle Leben, sondern die Vergangenheit (bzw. eine andere Person), um seine eigenen Unzulänglichkeiten abzuschwächen, bzw. entschuldbar zu machen. Anstatt bei sich zu schauen, zu sich zu stehen, an einer eventuellen Problematik zu arbeiten. Und da steckt schon eine tiefe Unsicherheit und Angst dahinter.


    Auch das ist für mich ein "Faker" und kein "nur Lügner", da er eine Basis (eben nur in der Vergangenheit) erfindet um das aktuelle Leben, die Beziehung zu halten. Auch eine Art der Instrumentalisierung des neuen Partners.


    Wir erleben ja z.B auch oft genug hier, wie gut so etwas funktioniert: "Ich kann aber meinem Partner das und das nicht wirklich übelnehmen - hat er doch in der Vergangenheit dies und jenes erlebt.....".


    clairet schreibt:

    Zitat

    Aber aus der Perspektive der Geliebten ist man schon nahe am Realfake, wenn ihr von Anfang an erzählt wird, dass die Beziehung zur Ehefrau eh schon am Ende sei und er sie bald verlässt, nur ist halt XYZ dazwischen gekommen.

    Genau, das passt zu meinem Beispiel. Da wird auch die Ehe(frau)/die angeblich so schlechte Beziehung benutzt um die Geliebte zu manipulieren.


    Perspektive


    Sorry, habe vielleicht etwas sehr einseitig reagiert auf Deinen ersten Beitrag @:).


    Luis08

    Zitat

    Ich meine einfach, dass man sich nicht blind in einen aussichtsreichen Internet oder privaten Kontakt stürzen sollte und sei er noch so verheißungsvoll.


    Und da könnte man halt ein wenig vorsichtiger sein, genau hinschauen usw. um nicht so leichte Beute zu sein.


    Und warum sollte man starken Zweifeln denn nicht nachgehen sollen (wenn es einem dann überhaupt noch wert ist mit dieser Person)? Ich meine jetzt zu Beginn eines Kontaktes. Wenn mir etwas zu starken Zweifeln Anlass gibt, dann kann ich doh nachhaken, nachforschen oder es gut sein lassen mit dieser Person.

    Dagegen sagt ja auch keiner etwas.


    Ich z.B. habe mich da ja auch nicht reingestürzt, war also sicher keine "leichte Beute" (was vielleicht gerade gereizt hat? Wer weiß? ;-D). Und dann eben meine Konsequenzen gezogen.


    Es spricht ja auch hier Keiner davon, dass man leicht auf einen Faker reinfällt. In meinem Falle will ich mal dreist behaupten, dass hier aus diesem Faden sicher kein User auf ihn reingefallen wäre. Dazu war er letztendlich nicht perfide und abgebrüht genug (nicht clever genug?), nicht proffessionell genug. Aber ich behaupte ebenso, dass es eben auch die ganz anderen Kaliber gibt. Wir haben ja schon genug Beispiele (Varianten) gehört.

    Luis08

    Zitat

    Ach so, die letzten Absätze betreffen dich gar nicht grundsätzlich, du warst ja bei besagtem Internetkontakt hellhörig geworden.

    Ich habe mich davon jetzt auch nicht ge/betroffen gefühlt. @:)

    Vielleicht sollte man grundsätzlich skeptisch sein, wenn man von einer neuen Bekanntschaft außergewöhnlich begeistert ist und sich selbst beobachten dahingehend, ob man für diese/wegen dieser Person plötzlich Dinge tut, die man an sich vorher nicht kannte. Und die man normalerweise nicht einmal für langjährige Freunde einfach so tun würde. Aber auch, wenn von dem anderen extreme Aktionen erfolgen (teure Geschenke, Heiratsversprechen...). Dann stimmt meistens etwas nicht. Es muss sich zwar nicht unbedingt um einen Faker handeln; es kann sich auch um eine anderweitig psychisch angeschlagene Person handeln, die einen an sich binden will für eigene Zwecke. Da finde ich es fast schon unerheblich, ob die Person echt oder gefaket ist. Wenn sie einem das Leben durcheinander wirft, sollte man laufen...

    Aber LichAmHorizont, verlaufen nicht manche wirkliche Liebesgeschichten genau so? Plötzlich tut man für eine andere Person Dinge, die man normalerweise nicht tun würde? Und werfen die einem das Leben nicht genau so durcheinander?


    Naja, wahrscheinlich ist das nur eine Rosamunde-Pilcher-Vorstellung vom Verlauf der Liebesgeschichte.

    Zitat

    Vielleicht sollte man grundsätzlich skeptisch sein

    Ich würde es vielleicht mit einer Metapher vergleichen wollen. Auch wenn die Fußgängerampel grün zeigt, sollte man noch mal nach links und rechts schauen. Nicht, weil alle Autofahrer besoffen fahren, sondern weil einzelne Autofahrer besoffen sein können.


    Vielleicht also nicht grundsätzlich skeptisch sein sondern einfach nur nicht vollkommen unvorsicht sein. (Aber auch das ist ein Gemeinplatz).