@ Nurarihyon

    Zitat

    Es gibt auch sehr intelligente Frauen, die sich von ihrem Partner misshandeln lassen, aber aus unerfindlichen Gründen trotzdem bei ihm bleiben. Das finde ich schon dumm, auch wenn die Frauen nicht dumm sind.

    Das ist für mich nicht zwingend Dummheit. Das ist emotionale Abhängigkeit, welche tatsächlich jede sonst vorhandene Intelligenz lahmlegen kann. Da greifen Mechanismen ineinander, welche für einen selbst - solange man mittendrin ist - nicht unbedingt so offensichtlich sind wie für jemanden, der es von außen betrachtet. Die Grundlagen dafür liegen meist weit zurück und sind uns gar nicht bewusst (was es so schwierig macht).


    Natürlich gibt es auch die Kombi Abhängigkeit + Dummheit. Aber da würde ich Dich z.B. jetzt nicht einsortieren ??wenn ich mir mal eine Einschätzung anmaßen darf?? Die Autorin aus dem Link übrigens auch nicht.


    Daher denke ich dass dieser Satz:

    Zitat

    Wenn man sich heute näher mit mir unterhält, würde man nicht meinen, dass ausgerechnet ich mir sowas gefallen lasse.

    auf ganze viele Opfer von derartigen Fakern zutrifft.

    Genau das meine ich. :)z


    Wenn ich solche Fäden lese, möchte ich mir nur noch vor den Kopf hauen und denke insgeheim: "Das ist soooo dumm." Sekunden später erst setzt meine Empathie auch so langsam ein und räuspert sich leise, aber vernehmlich, dass ich in der gleichen Situation war.


    Was macht manche Menschen empfänglicher für die Lügenbotschaften solcher Leute als andere? Wie kann man sich selbst davor schützen?


    Ich glaube, dass mit einem Mindestmaß an Selbstrespekt und -reflexion so eine Situation gleich im Ansatz verhindert werden könnte. Das erfordert eine gute Psychohygiene.

    Muff Potter

    Zitat

    Warum sich jemand regelmäßig neue falsche Identitäten ausdenkt, weiß ich auch nicht.

    Fakefäden kommen immer wieder vor. Mal mehr mal weniger, in med1, in anderen Foren und sozialen Netzwerken wie Facebook usw. Meist denken sich Teenager Geschichten aus weil sie langeweile haben oder Menschen mit psychischer Disposition die z.B. Aufmerksamkeit brauchen oder alleine sind. Viele haben aber auch wirklich psychische Probleme.


    Im Netz geht das auch ganz einfach eine andere Identität annehmen, leichter als im Real Life.


    Es gibt Menschen die haben da ihren Spaß drann in andere Rollen zu schlüpfen, eine falsche Identität anzunehmen oder eine ganz neue Person zu erfinden.


    In andere Rollen schlüpfen, Dinge und Geschichten ausdenken und ausleben, alles was man sich im wahren Leben nicht wirklich trauen würde. Das ist im Netz fast risikolos möglich. Da braucht man aber auch viel Fantasie um die neue Rolle einigermaßen glaubwürdig zu Spielen und immer weiter auszubauen.


    :)D

    Zitat

    Meine Empathie ist hier sehr deutlich bei denen, deren Vertrauen missbraucht wird und weniger bei den Missbrauchenden. Es mag auch Verdrängung eine Rolle spielen. Aber ich glaube nicht, dass sie gar nicht wissen, was sie anderen teilweise antun.

    Ja, ganz klar liegen auch meine Sympathien nicht bei denen, die so etwas tun. Kaputt sein ist das eine. Bösartig zu sein das andere. Es gibt viele Leute, die ziemlich kaputt sind, ohne dabei bösartig zu werden und derart vampirisch. Dafür gibt es Erklärungen, aber keine Entschuldigung - der einzige Weg, sich da menschlich zu rehabilitieren, ist in meinen Augen der, so etwas nicht mehr zu tun und sich ehrlich der ganzen Hässlichkeit der Sache zu stellen und es aufzuarbeiten.

    Zitat

    Ich glaube, dass mit einem Mindestmaß an Selbstrespekt und -reflexion so eine Situation gleich im Ansatz verhindert werden könnte. Das erfordert eine gute Psychohygiene.

    Ich glaube, es erfordert auch die Bereitschaft, seinem Gefühl ganz nachdrücklich zu vertrauen, und vor allem erfordert es ganz klar die Erkenntnis, dass man nicht dazu verpflichtet ist, etwas für jemanden zu empfinden. Dass Sich-nicht-ganz-mit-dem-anderen-wohlfühlen ein ausreichender Grund dafür ist, eine Beziehung einschlafen zu lassen oder zu beenden, ob der andere einen "braucht" oder nicht.
    Diese Sorte Psychospiele läuft, glaube ich, auch ganz massiv über die Bereitschaft, eigene Ressourcen zugunsten anderer aufzuzehren. Mir hat mal ein - nee, war kein richtiger Ex, aber jedenfalls hat mal jemand den Kontakt zu mir dadurch zu, hm, befördern gesucht, dass er andeutete, er stünde da ganz nah am Abgrund, und ich wäre ihm ein wichtiger Halt. Ich glaube, wenn einem das schmeichelt und zugleich Angst macht und wenn es in einem "verhakt" und man diese Verantwortung annimmt, dann öffnet das Tür und Tor für eine ziemlich desaströse Entwicklung. Dann hat man ganz schnell so ein kaputtes Ekelpaket am Hals, das einen Stück für Stück auffrisst.

    Zitat

    In andere Rollen schlüpfen, Dinge und Geschichten ausdenken und ausleben, alles was man sich im wahren Leben nicht wirklich trauen würde. Das ist im Netz fast risikolos möglich. Da braucht man aber auch viel Fantasie um die neue Rolle einigermaßen glaubwürdig zu Spielen und immer weiter auszubauen.

    Hyperion, darum geht es nicht, glaube ich. Oder: nicht nur. Das, was Du beschreibst, ist ja eher die spielerische Variante, das ist ja recht harmlos.

    Es wurden hier ja schon wirklich viele Aspekte genannt. Das dieser Typ Faker oft über lange Zeit die Geschichte weiterspinnt funktioniert wohl nur, wenn man einerseits eine erstaunliche Phantasie hat und andererseits offenbar über die eigenen Geschichten Buch führt. Anscheinend sind es oftmals nur zufällige Begebenheiten, die zur Enttarnung führen.


    Ob diese Leute im echten Leben funktionieren? Letztendlich tragen ja viele (alle?) Menschen eine Maske, hinter die man nicht blicken kann.


    Nur so dahingedacht: Vielleicht ist es ein fetisch?

    Zitat

    Mir hat mal ein - nee, war kein richtiger Ex, aber jedenfalls hat mal jemand den Kontakt zu mir dadurch zu, hm, befördern gesucht, dass er andeutete, er stünde da ganz nah am Abgrund, und ich wäre ihm ein wichtiger Halt.


    Shojo

    Und da ist es sicher, dass dies gefaked war?


    Ich würde jedenfalls, hätte ich bei jemandem, mit dem ich in Kontakt bin, den Verdacht, er erzählt mir nur Geschichten, alles tun, um die Wahrheit herauszufinden. Niemals nur aufgrund von Skepsis einen Kontakt, der mir ansonsten wichtig ist, abbrechen. Man kann jemandem auch leicht Unrecht tun.


    Ich hasse es selbst, belogen zu werden, gerade erst wieder hier in einem Faden erlebt (zumindest gehe ich davon aus, auch wenn die Administration sich noch nicht richtig klar dazu geäußert hat). Trotzdem finde ich es gefährlich, bei jedem (neuen) Kontakt zu hellhörig zu werden oder auch wie hier oft im Forum schon in den ersten Beträgen eines Fadens "Fake" geschrien wird. Es kann hinter den abstrusesten Storys auch tatsächlich mal die Wahrheit stecken und solch einen Menschen dann zu verletzen, weil ich ihm nicht glaube, würde mir wahnsinnig leid tun.

    Zitat

    Ich glaube, es erfordert auch die Bereitschaft, seinem Gefühl ganz nachdrücklich zu vertrauen, und vor allem erfordert es ganz klar die Erkenntnis, dass man nicht dazu verpflichtet ist, etwas für jemanden zu empfinden. Dass Sich-nicht-ganz-mit-dem-anderen-wohlfühlen ein ausreichender Grund dafür ist, eine Beziehung einschlafen zu lassen oder zu beenden, ob der andere einen "braucht" oder nicht.

    Bei der Geschichte dieser Buchautorin hätte beides wohl nicht genützt bzw. in die Irre geführt. Denn sie hatte ja ganz klar ein gutes Gefühl dabei und ich lese auch keinerlei Hinweis, dass sie sich irgendwie verpflichtet fühlte.


    Ich glaube daher eher, dass bei solchen Sachen der Verstand der bessere Ratgeber ist als das Gefühl. Ungereimtheiten erkennt man besser mit dem Verstand, glaube ich.

    Zitat

    Was macht manche Menschen empfänglicher für die Lügenbotschaften solcher Leute als andere? Wie kann man sich selbst davor schützen?

    Wenn ich mal das verlinkte Beispiel nehme, denke ich, dass ich möglicherweise die Lügengeschichte an sich auch geglaubt hätte. Was ich aber sehr befremdlich fand, war zum Beispiel die Stelle, an der die Bloggerin schrieb, dass sehr bald fast keine Stunde verging, in der sie mit dem Faker keine Nachrichten ausgetauscht hat. Mich hat das - und nicht nur das - schon beim Lesen eingeschnürt. So schnell sooo eng sein macht mich sehr misstrauisch - erst recht, wenn ich die Person noch nie gesehen habe. Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass ich es für unmöglich halte, auf einen massiven Faker reinzufallen, bei mir müsste man es aber sicher anders anstellen. Ist aber natürlich schwierig, wenn jemand so ein Gefühl von Eingeengtsein nicht hat oder nicht ausreichend wahrnimmt.

    @ Shojo

    Zitat

    Ich glaube, wenn einem das schmeichelt und zugleich Angst macht und wenn es in einem "verhakt" und man diese Verantwortung annimmt, dann öffnet das Tür und Tor für eine ziemlich desaströse Entwicklung. Dann hat man ganz schnell so ein kaputtes Ekelpaket am Hals, das einen Stück für Stück auffrisst.

    Meine Geschichte %-| Allerdings hat mich das ganz ausdrücklich von meinem Helferkomplex kuriert, der mich eh bloß von meinen eigenen Problemen ablenken sollte. Das sei nur dazu gesagt. Nicht, dass man nachhernoch glaubt, ich sei philanthropisch veranlagt. ;-D

    @ Muff

    Zitat

    Ob diese Leute im echten Leben funktionieren? Letztendlich tragen ja viele (alle?) Menschen eine Maske, hinter die man nicht blicken kann.

    Ist es auch eine Art Maske, wenn man nur positive Aspekte seiner Selbst preisgibt? Zugegeben, für mich ist der Zug eh abgefahren, da man mich schon ein wenig hier gelesen hat. Ich hätte aber auch nur preisgeben können, dass ich mir Pullover selber stricken kann, gerade ein gar duftiges Blech Kekse im Ofen habe und solchen Kram. Damit macht man sich sicher mehr Freunde als mit der Aussage, dass man befürchtet, dass man auf kurz oder lang jemandem die Augen rausreißt und sich an den Rückspiegel hängt.


    Zu einem gewissen Grad sind Masken glaube ich überlebensnotwendig, um im sozialen Gefüge langfristig überleen zu können. Doof ist, wenn man sich im Wald aus Masken verläuft und am Ende eine Art grotesker Freddy Krüger Verschnitt übrig bleibt.

    @ qualsaberei

    Zitat

    Ist aber natürlich schwierig, wenn jemand so ein Gefühl von Eingeengtsein nicht hat oder nicht ausreichend wahrnimmt.

    Das meinte ich mit Psychohygiene und Selbstreflexion.


    Wenn das Gegenüber so dominant ist, dass man sich selbst nicht mehr wahrnimmt, dann ist das einfach ungesund und gehört, ganz unabhängig von andere Personen, bearbeitet. In meinem Fall ist das so zumindest.

    @ Lola

    Zitat

    Ich glaube daher eher, dass bei solchen Sachen der Verstand der bessere Ratgeber ist als das Gefühl. Ungereimtheiten erkennt man besser mit dem Verstand, glaube ich.

    :)z Hätte ich damals andere Kontakte gehabt, die hätten sich wohl auch an den Kopf gefasst und sich gefragt, ob ich den Dreck tatsächlich glaube. Mehr auf menen Verstand zu hören hätte mir geholfen.

    @ Tuedelue

    Zitat

    Und da ist es sicher, dass dies gefaked war?


    Ich würde jedenfalls, hätte ich bei jemandem, mit dem ich in Kontakt bin, den Verdacht, er erzählt mir nur Geschichten, alles tun, um die Wahrheit herauszufinden. Niemals nur aufgrund von Skepsis einen Kontakt, der mir ansonsten wichtig ist, abbrechen. Man kann jemandem auch leicht Unrecht tun.

    Das wäre mir in dem Falle egal gewesen. Jemandem, den man mag, lastet man nicht die Verantwortung für seinem Leben und Ableben auf. Selbst, wenn es stimmen sollte, ist das so eine massive Manipulation, dass ich diesen Konatkt nicht mehr aufrechterhalten könnte und wollte. Heute nicht mehr.

    Zitat

    Und da ist es sicher, dass dies gefaked war?

    Nein, da ging es nicht um einen Fake oder Nichtfake, sondern eher um die Frage, was einen angreifbar für solche Manipulationen macht. Derjenige damals war kein Fake, ich kannte ihn ja. Aber er hat mir implizit, später explizit mit Suizid gedroht, und da war er mir ruckartig wirklich scheißegal, weil ich solche Leute nicht in meinem Leben haben will. Nicht: suizidale Leute, damit habe ich kein Problem. Aber Leute, die andere mit der Androhung eines Suizids emotional erpressen wollen. Und da ist es mir auch egal, ob ich jemandem "Unrecht tu" insofern, als er krank ist und Hilfe braucht und so weiter, ich lasse mir eine solche Verantwortung, die in Wirklichkeit nicht meine ist, sondern seine eigene, nicht untermogeln.

    Zitat

    Ich würde jedenfalls, hätte ich bei jemandem, mit dem ich in Kontakt bin, den Verdacht, er erzählt mir nur Geschichten, alles tun, um die Wahrheit herauszufinden. Niemals nur aufgrund von Skepsis einen Kontakt, der mir ansonsten wichtig ist, abbrechen. Man kann jemandem auch leicht Unrecht tun.

    Und genau das meine ich. Wenn ich skeptisch bin, wenn ich mich mit jemandem nicht wohlfühle, wenn ich ihm nicht traue - welche Rolle spielt es denn dann, ob das begründet ist oder nicht? Ich habe jemanden in meiner Familie, der Geschichten erzählt, es sprudelt aus ihr heraus, und einiges stimmt, anderes nicht. Der Kern stimmt aber immer - die Geschichten sind wie Manifestationen dessen, was sie zutiefst empfindet. Das macht mir nicht viel aus. Ich verlasse mich nicht auf ihre Darstellung der tatsächlichen Gegebenheiten, weil das oft Käse ist, aber sie schiebt diese Geschichten nicht vor, um bei mir bestimmte Reaktionen zu provozieren, um mich an sich zu binden, sondern sie sind für sie wahrhaftiger als die schnöde Realität, und sie sind ihr Versuch, anderen näherzubringen, was sie im tiefsten Innern empfindet. Ich habe sie lieb, ich kenne sie, ich bin manchmal milde irritiert, aber es macht mir nichts aus, es nervt nur manchmal. Wäre es anders, würde es mich stören, bei gleichen Bedingungen, würde ich mich damit nicht wohlfühlen, dann würde ich den Kontakt deutlich reduzieren und mir diese Geschichten verbitten.


    Der Mensch damals hat mir Suizid gedroht, und so etwas, so ein Damoklesschwert und so eine manipulative Art, will ich nicht in meinem Leben, also habe ich ihn und dieses Damoklesschwert aus meinem Leben entfernt. Er hat sich später tatsächlich umgebracht. Ich kann damit gut leben. Es hat mich angefasst, ja, aber ich kann damit leben. Ich glaube, dass bei vielen dieser manipulativen Beziehungen ein Grundproblem ist, dass viele Menschen davor zurückscheuen, sich eine solche vermeintliche Schuld aufzubürden, und da docken solche Leute dann gern an. Begleitet von einer Menge Schmiermittel wie Charme, Faszination, bla, klar.

    Mir auch passiert. Eine Freundin (A), die mir zu Schulzeiten sehr, sehr, sehr wichtig war, wir gingen durch dick und dünn.


    Angefangen hatte es mit Andeutungen, dass eine ihr bekannte Person sterbenskrank sei. Plötzlich wurde diese Person durch eine Operation (?) trotzdem gerettet. Damit war die Sache aber auch gegessen.


    Im darauf folgenden Jahr lernte ich eine Freundin dieser Freundin (B.) kennen. Angeblich lernte meine Freundin A über B einen Jungen kennen und kam mit dem zusammen (Fernbeziehung). Irgendwann hieß es, der Junge sei krank - Gehirntumor und sein Vater sei ein Jahr vorher auch an einem Gehirntumor gestorben. Kam mir schon etwas auffällig vor, aber ich war 16 und so eine Geschichte ist zweifellos tragisch, aber per se nicht verdächtig. Ich war für sie da, so gut ich konnte, und gleichzeitig hilflos und erschüttert.


    Ab da kamen dann täglich oder wöchentlich neue Stories dazu: Einmal hieß es, der Junge würde sterben, dann, dass er in einer schwedischen Klinik sei und nun 95% Überlebenschance hätte. Überhaupt schien die Familie des Jungen vom Unglück gebeutelt: Nicht nur, dass der Vater am Gehirntumor verstorben sei, nein, plötzlich kam da noch eine behinderte Schwester ins Spiel, die als Kind als Folge ihrer Behinderung gestorben sei. Eine weitere Schwester dieses Jungen sei durch einen Autounfall im Rollstuhl gelandet (merke: all dies soll sich innerhalb eines Jahres zugetragen haben). Zudem sei die gesamte Rest-Familie ihres Freundes von einem Versandkatalog als Models gecastet worden (sie nahm sogar den Katalog in die Schule mit und zeigte ihn überall rum). Dann hieß es, an Tag X fliegt sie nach Schweden zu ihrem Freund, der krank in der Klinik liege. Nur gaaanz zufällig wurde der Flug dann doch gecancelled, und sie konnte wegen Schlechtwetters nicht fliegen. Klar.


    Ebenso kam sie ihr Freund spontan besuchen und wollte mich kennenlernen. An einem Tag, wo sie durch vorherige Gespräche zu 100% wusste, dass ich nicht mehr zu ihr in die Stadt fahren kann und den "Freund" kennenlernen.


    (Das sind nur die Eckpunkte, da gab es noch viel mehr seltsame Geschichten, die so abstrus waren, dass sie ein gesund denkender Mensch irgendwann nicht mehr ernst nehmen kann).


    Irgendwann kamen mir Zweifel und ich konfrontierte sie. Daraufhin gab sie mir die Nummer des besagten "Freundes" und ich schrieb mit ihm. Existenz schien bestätigt. (Im Nachhinein habe ich erfahren, dass Freundin B, durch welchen sie den ominösen Jungen kennengelernt hatte, auch diese Nummer nutzt :=o )


    Mich stresste das wahnsinnig, v.a. weil sie ihre Geschichte auch den Lehrern in der Schule und den Mitschülern grob weitererzählte. Die kriegten natürlich die ganzen Detail-Widersprüche nicht mit und sie bekam gaaaaaaanz viel Mitleid *kotz*.


    Dann fuhr meine Klasse für zehn Tage auf einen Schüleraustausch und was passiert - der Junge stirbt natürlich in dieser Zeit an seinem Gehirntumor. Wäre ich vor Ort gewesen, hätte ich anhand der Tageszeitung und der Todesanzeigen natürlich einen Beweis für die Wahrheit gehabt. Aber wie gesagt: Natürlich passierte sein Tod genau in der Zeit des Schüleraustausches :=o :=o


    (Die Geschichte wurde noch über 2 Jahre aufrecht erhalten und ausgebaut - auch immer mit enormen Logiklücken und Fehlern und wenn sonst nichts mehr ging, dann war derjenige halt in Russland und machte dort eine Lehre ect.pp). Natürlich ist die Familie des Jungen auch in die Schweiz (oder sonstwo hin ausgewandert, klar), so dass sich natürlich keine Spur einer Familie x aus y finden lässt. Klar.


    Fazit: Freundschaft hin, ich der Arsch, nachdem ich sie mit ihren Lügen konfrontiert hatte und wirklich viele sorgenvolle Stunden (ich war mittendrin in dem Todes-Drama) sowie eine innige Freundschaft für'n Arsch.


    Noch Jahre später habe ich recherchiert, ob es irgendwo Anhaltspunkte für die Existenz des Jungens oder seiner Familie gab. Alle Recherche endete bei Freundin B (die wahrscheinlich ihrerseits manipuliert und belogen wurde, um das Spiel mitzuspielen und sich per SMS als dieser Junge auszugeben).


    Fazit: Vergeben werde ich ihr, vergessen nie. Sie hat einen großen Teil meiner Jugend kaputt gemacht. Ironischerweise war es letztlich ich, die mit 20 einen krebskranken Partner an meiner Seite hatte. Durch das medizinische Wissen aus meinen eigenen Erfahrungen wurden ihre Schilderungen nachträglich umso grotesker. Ich weiß bis heute nicht, warum sie gelogen und eine wirklich schöne Freundschaft kaputt gemacht hat.


    Einfach nur kranke Scheiße. Vor ein paar Jahren habe ich diesbezüglich irgendwo einen Artikel gelesen, ich suche mal und verlinke, falls ich ihn finde.