Danke für eure Beiträge, sie haben mir viele Denkanstöße gegeben.


    Erziehen will ich ihn nicht, ist auch nicht meine Aufgabe.


    Bezüglich dem Kommentar von Ralph: Ich weiß gar nicht wo du das alles raus liest, was du hier schreibst?!


    Wir haben sehr wohl Regeln vorher fest gelegt. Ich habe mir auch nicht eigenmächtig Sachen wie Kaffeemaschine und Geschirr zugelegt. Scheinbar ist es nicht klar ersichtlich aus meinem Eingangspost hervor gegangen: Ich besaß alles bereits, als wir zusammen gezogen sind, da ich bereits schon mal alleine gewohnt habe. Deal war also, er darf alles mit nutzen, aber pfleglich. Daran finde ich grundsätzlich nichts verwerflich. Ansonsten hätte ich ja eine generelle Abnutzungsgebühr verlangen müssen, ist ja auch Quatsch. Dass das dann so schief läuft konnte ja keiner ahnen.


    Und bezüglich der Maßstäbe ist es so, dass wir uns sehr lange darüber unterhalten haben (da wir bereits aus 2 unterschiedlichen WG's kamen) und erstaunt waren, dass wir da auf den selben Nennen kommen. Naiv ist es dennoch gewesen, eben weil ich ihm da vertraut habe. Blind gehofft habe ich aber nicht. Die Unterstellung finde ich etwas gemein.


    Auch, dass Ersatz für die Waschmaschine her kommt, war von Anfang an klar. Mir war bewusst, dass sie bald den Geist aufgeben wird. Dass wir uns nun für sechs Monate keine gemeinsame anschaffen, ist sicher auch verständlich. Also haben wir bereits mal darüber gesprochen, dass ich mir eine Neue zulegen würde, da ich sowieso hier wohnen bleibe und er auszieht. Er hätte sich auch nicht an einer neuen beteiligt, das sagte er bereits - da er wie gesagt eh bald auszieht.


    Hm naja, da scheiden sich die Geister. Schwieriges Thema.

    Ihr habt zwar gedacht, dass Ihr in punkto Hygiene etc. gut zusammen passt, scheint aber nicht so zu sein. Vielleicht hat er tatsächlich andere Vorstellungen von Sauberkeit und hält sich für reinlich, oder er hat Dich damals einfach für dumm verkauft, weil er eine Mitbewohnerin wollte, die die Wohnung sauber hält ;-D


    Ich würde es auch so machen, dass mein Mitbewohner alles von mir mitbenutzen darf, wenn er es pfleglich behandelt - aber das tut er nun mal nicht :-/ Und dann hast Du sein Verhalten 2 Jahre akzeptiert. Vielleicht wäre es klüger gewesen, von ihm einen höheren Mitanteil von z.B. 20,- Euro zu verlangen (also nicht 50/50 aufzuteilen sondern 55/45 oder so, je nach Miete), weil er ja quasi möbliert wohnt. Aber das ist Schnee von gestern, und für die letzten Monate wird er sich wohl nicht ändern, und Du willst am Ende wahrscheinlich auch keinen größeren Streit.


    Ich würde von ihm vielleicht symbolisch 50,- Euro Beteiligung an der Waschmaschine verlangen, dafür, dass er sie die nächsten Monate mit nutzen darf. Wenn ihm das zu viel ist, kann er das Geld ja in den Waschsalon tragen.

    Ich finde die Idee einer Nutzungsgebühr für die verbleibenden 6 Monate ebenfalls sehr gut. Gerade wenn für euch beide klar war, dass du eine neue Maschine kaufen wirst, wäre es meines Erachtens unfair plötzlich zu verkünden, dass er in den Waschsalon gehen soll und die neue Maschine nicht mitbenutzen darf. Die Chance, sie zu benutzen unter Zahlung einer Nutzungsgebühr finde ich hingegen legitim. Ihm muss klar sein (oder klar gemacht werden), dass dich das Teil eine Menge Geld kostet und es keine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass gerade Neuanschaffungen kommentarlos benutzen werden dürfen.


    Sollte er damit ein Problem haben, weil "... durfte ich ja vorher auch kostenlos benutzen", würde ich ihn nochmals drauf hinweisen, dass es sich dabei um eine gebrauchte und bereits in deinem Besitz befindliche Maschine gehandelt hat und es reine Nettigkeit von dir war sie auch von ihm benutzen zu lassen. Diese Maschine nun aber neu ist, einen Haufen Geld kostet und er einfach keinen Anspruch daran hat. Wenn ihm das nicht passt, kann er immer noch die Option in Betracht ziehen in den Waschsalon zu gehen. Dann liegt die Entscheidung bei ihm.


    Aber man muss ja nicht immer vom schlimmsten ausgehen. Vielleicht ist er komplett einsichtig, was die Nutzungsgebühr betrifft.

    Eine Bekannte von mir, wohnt privat zur Miete(ca. 5 Mietparteien). Das Vermieter Ehepaar hat in dem Gemeinschaftsraum eine Waschmaschine und einen Trockner aufgestellt, die nur nach Geldeinwurf funktionieren. Jeder der kein Geld für eine eigne hat, und keine Lust hat weit zu fahren(bis zu einem Waschsalon), freut sich über solche Gegebenheiten.


    Du solltest es ihm klar machen, das er es so super bequem hat, und dies eben eine Kleinigkeit kostet(wie im Waschsalon). Entweder pro waschen, oder als Pauschale für das halbe Jahr(je nach dem was Dir lieber wäre, ist ja Deine Maschine).

    Das Geld (Nutzungsgebühr pro Monat oder pro Wäsche) hat aber erstmal nur einen finanziellen Aspekt. Die Gebühr pro Wäsche kann er wieder umgehen, wenn er wäscht, wenn sie nicht da ist. Wenn da das Vertrauen weg ist, ist eh nicht mehr viel zu retten. Und es löst nicht den Aspekt, dass er nach ihrer Meinung nicht pfleglich damit umgeht. Oder die finanzielle Beteiligung bei Reparaturen.


    Mal paar Beispiele:


    * falsche Dosierung des Waschmittels


    * ein eigenwilliges Waschmittel (wie solche indischen Waschnüsse), oder halt irgendwas, was von ihrem präferierten Waschmittel abweicht ("WAAAAAS, du nimmst Pulver? Oder Flüssigwaschmittel? Nein, das muss man so und so machen.")


    * keine regelmäßige Benutzung bestimmter Zusatzmittel oder Reiniger, von denen sie aber überzeugt ist, dass die sein müssen


    * Waschen und Schleudern zu "unchristlichen" Zeiten


    * viel Sand, Münzen, Papiertaschentücher in der gewaschenen Kleidung


    * kein Kümmern um das Flusensieb


    * manchmal Wasser aufdrehen vergessen


    * Nutzung von Wäsche-Färbemitteln in der Maschine


    * Maschine überladen, indem man das Ding vollstopft, gern dann noch mit Handtüchern oder Bademänteln


    * der eine dreht immer den Zulauf ab/auf und zieht den Stecker, andere lassen alles dauerangeschlossen


    * in Altbauten musste manchmal noch der Ablauf in die Wanne oder in die Toilette eingehängt werden


    * Kollisionen im Waschzeitpunkt der beiden


    So richtige "Waschtrottel" können also auch einiges wirklich falsch machen. Und manchmal gibt's einfach Unterschiede in der "Wasch-Philosophie". Mit seiner Nutzungsgebühr verbindet er ja dann auch einen Anspruch. Wenn er dann uneinsichtig ist (was nach ihrer Schilderung anzunehmen ist), dann wird er den aus ihrer Sicht pfleglichen Umgang auch nicht annehmen. Gern hängen dann auch Wasch-Regeln in solchen WGs, wo die Stimmung eh schon nicht mehr wirklich vertrauensvoll zwischen den Bewohnern ist.


    Im Waschsalon hingegen hat er Vorschriften zum Pulver, zur Menge, robuste Maschinen mit Sensoren und immun gegen viele Benutzerfehler, Öffnungszeiten, und Regeln drumrum. Und eine professionelle Wartung/Reinigung der Maschinen durch Dritte, um die er sich nicht kümmern muss.

    Zitat

    Bezüglich dem Kommentar von Ralph: Ich weiß gar nicht wo du das alles raus liest, was du hier schreibst?!

    Sorry, wenn das mit dem anschaffen falsch verstanden habe, aber es bleibt dabei, wenn Du Dein Privateigentum in eine WG einbringst, dann setzt Du es einem Risiko aus. Es ist egal, ob Du das mitbringst oder neu kaufst. Schützenswertes Privateigentum packt man in sein eigenes Zimmer. Und wenn man anfängt, weil man Geld verdient und besseres Zeug haben will, dann erkennt man schnell, dass sich das mit einer WG nicht verträgt. Vertrauen ist gut, aber wird dann doch oft enttäuscht. Das muss gar nicht mal böswillig oder rücksichtslos sein.


    Ein WG Kolleg von mir fand das völlig ok, dass er seine Fahrradkette in der Duschwanne gereinigt hat. Es hat einiges an Überredung durch mich und den dritten Bewohner gekostet, ihn zu überzeugen, dass er die Wanne SOFORT wieder blitzeblank putzt.

    Der Satz in diesem Faden, dass es quasi "normal" ist, mit fremden Eigentum nicht sonderlich pfleglich umzugehen, hat mich erschreckt (womit ich ihm damit nicht seine Wahrheit absprechen möchte). Ich habe in WG's leider auch schon diese Erfahrung machen müssen und bin darüber immer und immer wieder fassungslos. Denn ich habe es genau umgekehrt gelernt: mit den eigenen Sachen kann man so kopflos umgehen, wie man will, denn es geht ja nur einen selbst was an und nur man selbst hat im Zweifelsfall de Schaden, mit den Sachen anderer ist das aber absolutes Tabu! Früher ging ich eigentlich davovn aus, dass das in unserer Kultur in jedem so tief eingepflanzt ist, wie in mir.. ":/


    zu Deiner Situation, liebe TE, möchte ich folgendes vorschlagen:


    Da er keinesfalls vorhat, sich an der Anschaffung zu beteiligen, hat er auch überhaupt keine Nutzungsrechte. Ich würde an Deiner Stelle recherchieren, was das Waschen in einem Waschsalon kosten würde. Und eben genau diesen Betrag von ihm pro Waschgang verlangen. Falls das Gegenargument kommt, dass da dann aber auch Wasser, Strom, Waschmittel mit drin ist, kannst Du gegenhalten, dass die Maschinen dort jedoch auch zu anderen Konditionen besorgt und betrieben werden. Du bist eine Privatperson und es ist eine Privatmaschine (und Du kannst letztendlich für die Benutzung verlangen, was Du willst, der Kurs des Waschsalons ist eigentlich für die Fairness und er kann sich ja auch entscheiden, dort oder woanders zu waschen). Gleichzeitig würde ich Bedingungen festlegen (nur soundso waschen, nur diese Teile, sofortiges Ausräumen etc.) und wenn diese Bedingungen nicht eingehalten werden, muss er wieder woanders waschen. In kurz: er hält sich dran (Regeln und Betrag ganz klar festlegen, zu denen Du mit einer Benutzung einverstanden bist) oder er muss sich eine Alternative suchen.


    Zu den anderen Dingen: auch Dir kann ich nur die App "flatastic" ans Herz legen, weil man darüber wunderbar die Einkäufe (und die Ausgaben!) regeln kann, wenn man möchte, auch den Putzplan. Mein Freund und ich haben den vorallem für die Anfangszeit genutzt, um die Aufgaben, die anfallen, abzubilden und was der einzelne eigentlich so macht (was sonst gerne mal untergeht). Für die Kosten nutzen wir das immer noch. Und es klappt prima! Ich weiß genau, wann ich mal wieder mit Übernahme von Kosten dran bin.


    Desweiteren: das Drama wird noch weitere Akte haben, das garantiere ich Dir jetzt schon. Hat er denn schon gekündigt? Falls nicht, guckt ihr ganz schön dumm aus der Wäsche, wenn bei sich bei ihm irgendwas ändert oder irgendwas nicht klappt. Habt ihr schon eine Einigung, was eventuelle Nachzahlungen betrifft? Ich bin mir recht sicher, dass Du ihm bei einer Rückzahlung ehrlich seinen Anteil geben wirst, stelle aber in Frage, ob Du nicht auf den Kosten sitzen bleibst, wenn es zu einer Nachzahlung kommt. Nur mal so als Denkanstoß... %:| {:(

    off-topic @Benetton


    Ich habe beim besten Willen keine Ahnung, was diese Beleidigung der Philosophie von Rudolf Steiner hier zu suchen hat. Vielleicht beschäftigst Du Dich mal ein bisschen mit der "Methode", bevor Du gedankenlose Beleidigungen raushaust. Ach ja, und im Übrigen

    Zitat

    Das hört sich alles nach der "Walldorf-Methode" an.

    schreibt sich das "Waldorf". Nach "Waldorf-Astoria". An anderen Schulen lernt mal wohl auch nicht richtig schreiben, was. :(v


    off-topic Ende