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    Ich befürchte, wenn ich nicht nachgebe wird er es auch nicht machen...ich kann mich also nur entscheiden, ob ich meine Prinzipien aufgebe oder ihn und das fällt mir wirklich schwer.

    Wobei ich mich wohl in der Situation auch mal ehrlich fragen würde: Ist ihm die Beziehung so wenig wert, dass er lieber Schluss macht, als auf die Zigaretten zu verzichten (die er ja ohnehin nur ab und an mal rauchen möchte? ":/


    Gibt es zwischen euch öfter solche Diskussionen? Er spricht davon, dass er sich in seiner Freiheit nicht von dir einschränken lassen möchte - kann es sein, dass er sich vielleicht generell eher bevormundet fühlt, und es für ihn gerade gar nicht so sehr um die Zigaretten geht, sondern darum sich (mal?) durchzusetzen?


    Prinzipiell kann ich vollkommen verstehen, dass man keine Beziehung mit einem Raucher möchte. Und wenn er das Rauchen wirklich wieder anfangen muss, egal ob die Beziehung dann zuende ist oder nicht.. naja, dann ist das wohl so.

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    Ich möchte schon an meinen Prinzipien festhalten. Leider liebe ich ihn aber so sehr, dass ich mir die Zukunft ohne ihn nicht vorstellen kann. Ich befürchte, wenn ich nicht nachgebe wird er es auch nicht machen...ich kann mich also nur entscheiden, ob ich meine Prinzipien aufgebe oder ihn und das fällt mir wirklich schwer. Vorallem, weil es nur um irgendwelche dummen Zigaretten geht

    Ich finde Du hast Deine Antwort doch schon, oder?


    Du bist ja schon dabei, Dir das Problem mit "irgendwelchen dummen Zigaretten" klein zu reden, und einzugestehen, dass er über alles geht, und Du nicht ohne ihn leben willst...


    An Deinen Prinzipien festhalten und zu ihm ziehen geht eben zusammen nicht.


    Es geht nur A oder B.

    Beim Raucherthema ginge es mir nicht so sehr ums Prinzip, sondern eher darum ob ich einen Raucher überhaupt noch attraktiv finden würde.


    Wenn er dir stinkt und du ihn eklig findest, sitzt du in SEINER Wohnung dann wirklich in der Falle.


    Kannst du das Zusammenziehen nicht vertagen?

    @ MrsHide

    Ja es gab mal eine Diskussion wegen der Freiteitgestaltung. Da wir uns nur von Samstag Abend bis Sonntag Abend sehen können will ich diese Zeit mit ihm voll und ganz nutzen. Er hat noch viele Aktivitäten die er gerne macht und wollte die halt auf sonntags schieben. Er meinte es wäre kein Problem, wenn er mal für 1-2h mich alleine lässt. Da hab ich wiedersprochen und gesagt, wenn man sich schon nur so wenig sieht will ich wenigstens die gesamte Zeit mit ihm nutzen und er da Prioritäten setzen muss. Kann gut sein, dass er das als "in seiner Freiheit einschränken" ansieht.

    @ Bambiene

    Ja ich würde in sene Wohnung in seiner Stadt ziehen.


    Das mit dem zusammen ziehen geht es noch nicht ganz so schnell. Ich hab mir nur einfach gesagt ich mag nie einen raucher als Partner...

    So, wie sich die Sache hier hinstellt haben wir zwei Szenarien, die doch eigentlich relativ gleich anmuten:


    a) Er verspricht etwas (Zusammenziehen in der Mitte), die Beziehung wird mit dieser Tatsache im Hinterkopf weitergeführt, dann schwenkt er plötzlich um - und kommt damit durch.


    b) Die TE sagt, sie möchte keine Beziehung zu einem Raucher, er weiß das, die Beziehung wird geführt, er fängt wieder zu rauchen an - und kommt damit auch durch, wenn die TE die Beziehung nicht beendet.


    Und man weiß ja, wie das mit Menschen ist: Wenn man mit etwas durchkommt, dann gibt es keinen Grund, damit aufzuhören. Also selbst, wenn sich die TE jetzt zum Zusammenziehen im Heimatdorf des Freundes entschließen kann und vielleicht auch damit, einen Raucher zu akzeptieren, dann möchte ich hier fast schon prophezeien, dass es nicht dabei bleiben wird, sondern die nächste Sache früher oder später auf den Tisch kommt. Nämlich gerade, weil hier eine Trennung im Raum steht und wenn die TE zurückrudert, dann weiß der Mann ja klar, dass er sich eh alles erlauben und alle Versprechen brechen kann, da die TE ihn eh nicht verlässt.


    Und daher finde ich das Szenario mal ganz unabhängig von Kippen und Wohnort gruselig und möchte wetten, dass die TE - sollte sie zu ihm ziehen - das bereuen wird. Denn hier geht es ganz offenbar um einen Charakterzug des Freundes, der sich wohl kaum nach diesen zwei Konfliktpunkten in Luft auflösen wird.


    Das heißt übrigens nicht, dass ich der Meinung bin, dass die Trennung durchgezogen werden sollte. Aber ich würde raten, nicht zusammenzuziehen, sondern in der Fernbeziehung zu verbleiben, weil ich den Eindruck habe, dass die TE sonst nur unglücklich wird. Denn der Freund von ihr ist offenbar nicht an ihrem Wohlergehen und ihren Wünschen interessiert - oder zumindest nicht genug, als dass ich mir vorstellen kann, dass ein Zusammenleben gut funktionieren wird.

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    Er hat noch viele Aktivitäten die er gerne macht und wollte die halt auf sonntags schieben. Er meinte es wäre kein Problem, wenn er mal für 1-2h mich alleine lässt. Da hab ich wiedersprochen und gesagt, wenn man sich schon nur so wenig sieht will ich wenigstens die gesamte Zeit mit ihm nutzen und er da Prioritäten setzen muss.

    Und wie seid ihr dann verblieben? Er hat gesagt er würde gern sonntags zwei Stunden allein etwas unternehmen, du hast nein gesagt, also verzichtet er darauf?

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    Kann gut sein, dass er das als "in seiner Freiheit einschränken" ansieht.

    Es kann gut sein? Hast du das nicht nochmal mit ihm besprochen, hat er nichts mehr dazu gesagt?


    Hast du ihn denn mal gefragt, warum gerade das Rauchen für ihn so wichtig ist? Wie begründet er das? Und hast du auch mit ihm darüber gesprochen, warum es umgekehrt dir so wichtig ist, dass er nicht raucht? Oder war das eher eine "lass das, ich will das nicht, wenn du rauchst macht ich Schluss!"-Diskussion?

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    Ich weiß, dass sich das nicht gehört, aber ich habe einfach aus Verzweiflung gehandelt, weil er meine Einstellung zu diesem Thema nicht versteht und er nichts ändern möchte das für ihn nicht logisch erscheint

    Es ist nicht so, dass es "sich nicht gehört", sondern es ist strategisch unklug, wenn man mit etwas droht, was man sowieso nicht machen wird, da man vom anderen dann überhaupt nicht mehr ernstgenommen wird.

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    Ich bin eigentlich sehr Kompromissbereit, wenn ich einen Menschen liebe. Ich habe mich auch damit abgefunden, dass er mir bei der Wohnsituation nicht entgegen kommt, weil ich für mich entschieden habe, dass ich das auf mich nehme ihm zu liebe. Nur ist jetzt das Problem, dass er mir zu liebe sich nicht an das ausgemachte hält.

    Damit wirst du auf die Schnauze fallen. Liebe allein reicht nicht, um eine harmonische, für beide positive Beziehung zu führen.

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    weil er der Meinung ist ich würde überreagieren und soll zu Vernunft kommen.

    Das sieht schon jetzt nicht nach Augenhöhe aus. Er nimmt dich nicht ernst. Das ist ja wohl eine Verarsche, erst so zu tun als würde er "nachgeben" und dir dann, wenn du das Vereinbarte einforderst, Hysterie zu bescheinigen.

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    Vorallem, weil es nur um irgendwelche dummen Zigaretten geht

    Hä? Es geht um die Wohnsituation, um das Rauchen und die unterschiedliche Vorstellung darüber wie viel Zeit man als Paar zusammen verbringen soll. Und vielleicht fällt dir, wenn du nachdenkst, noch mehr ein, was bei euch beiden nicht passt.

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    Ja ich würde in sene Wohnung in seiner Stadt ziehen.

    Im Eingangsbeitrag war es noch ein Dorf ;-)

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    Leider liebe ich ihn aber so sehr, dass ich mir die Zukunft ohne ihn nicht vorstellen kann.

    Das klingt nach emotionaler Abhängigkeit. Er kann sich also erlauben was er möchte. Das ist der Kern deines Problems, das werden wir für dich aber nicht lösen können.

    Ich denke die Frage ist auch:


    Sind dir die Dinge so wichtig, dass du sie unbedingt durchsetzen möchtest, weil du es dir anders nicht vorstellen kannst (was durchaus legitim wäre) - oder möchtest du dich gern durchsetzen, merkst nun aber dass er nicht nach deiner Pfeife tanzt und dir wird klar, dass es SO wichtige Prinzipien nun auch nicht sind? ":/

    @ MrsHide

    Wir sind so verblieben, dass er mehr Rücksicht auf mich nimmt und seine Aktivitäten, wenn möglich nicht am Sonntag macht. Was auch ziemlich gut geklappt hat.


    Nein es war schon eine ordentliche Diskussion. Ich habe ihm erklärt, dass ich in einer verqualmten Wohnung aufgewachsen bin und mein Ex-Freund raucher war und ich mir einfach gesagt habe das geht für mich gar nicht mehr.


    Für ihn sei das rauchen nicht wichtig. Er will sich nur nicht einschränken lassen und wenn er mal lust drauf hat will er das machen können ohne wenn und aber

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    Er will sich nur nicht einschränken lassen und wenn er mal lust drauf hat will er das machen können ohne wenn und aber

    Dann sollte er keine Beziehung führen, dazu gehört nämlich dass man auch Rücksicht auf den anderen nimmt, was natürlich eine "Einschränkung" ist, und dass man nicht immer alles machen kann worauf man Lust hat.

    Das ist für mich alles eine herbe Machtrangelei.


    Ich sehe hier keine echte Chance auf Kompromisse.


    Einen liebevollen und respektvollen Umgang halte ich für eine Illusion.


    Was nützt die tollste Liebe, wenn es vorne und hinten ohne rosa Brille nicht stimmt.

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    Für ihn sei das rauchen nicht wichtig. Er will sich nur nicht einschränken lassen und wenn er mal lust drauf hat will er das machen können ohne wenn und aber

    Für mich käme es wohl darauf an, inwiefern mich das ganze tangiert. Ich halte auch nichts von Rauchern, richtig nachvollziehen kann ich es nicht, Geld für Zigaretten auszugeben ist für mich unsinnig. Und würde mein Partner nun anfangen regelmäßig zu rauchen, müsste ich für mich vermutlich tatsächlich irgendwie die Beziehung infrage stellen.


    Gleichzeitig kommt es auf Partys ab und an mal vor, dass mein Freund raucht. So aus Geselligkeit heraus, vielleicht ein, zwei Zigaretten. Oder bei Gelegenheiten eine Zigarre, ist auch schon vorgekommen. Das wäre für mich kein Grund die Beziehung zu hinterfragen oder eine Trennung in den Raum zu stellen, es beeinträchtigt mich ja in dem Fall quasi überhaupt nicht.


    Geht es also so sehr ums Rauchen, oder geht es hier um "Prinzipien"? Bei deinem Freund: Ich lasse mir nichts von meiner Freundin verbieten, ich will überhaupt nicht ständig rauchen, aber sie soll mir auch nicht sagen, was ich zu tun und zu lassen habe! Und bei dir: Ich will aus Prinzip keinen Raucher!


    Vielleicht ist es manchmal einfacher, die Sache ein bisschen auf sich zukommen zu lassen. Vielleicht raucht er am Ende gar nicht so viel, dass es dich stört. Vielleicht tut er das aber eben sehr wohl und du merkst, dass es so wirklich einfach nicht geht, und du eine Beziehung mit ihm so wirklich nicht mehr willst. Im Moment habe ich den Eindruck, ihr streitet in erster Linie über ein theoretisches Problem, oder?