Guten Morgen liebe Community!


    Mein gestriger Text vom Abend war recht wirr geschrieben, es fällt mir nicht leicht unsere Situation klar und strukturiert zu erklären und die passenden Formulierungen zu finden.


    Einige Anregungen und Fragen blieben daher von mir unbeantwortet, was ich nun nachholen will.


    Zum Thema Anwalt, Scheidungsformalien:


    Wir hatten ein Gespräch darüber und mein Mann hat vorgeschlagen, unseren gemeinsamen "Familienanwalt" hinzuzuziehen und uns gemeinsam beraten zu lassen. Er möchte keinen Streit und auch nicht, dass ich "schlecht aussteige". Konkretes haben wir nicht besprochen, wir wollten seinen Entschluss erstmal sacken lassen und ein wenig Zeit verstreichen lassen, bevor wir uns wieder zusammensetzen. Die räumliche Trennun ist bereits vollzogen, daher hat er mit allem weiteren keine Eile und ich natürlich auch nicht, da ich mir nach wie vor Gespräche und Austausch erhoffe, vielleicht sogar eine Änderung seiner Meinung, eine Chance für uns. Dass er im Falle einer Scheidung im Haus wohnen bleibt, steht fest, weil es sein Elternhaus ist, dass wir vor rund 45 Jahren "übernommen" haben.


    Bleibt die Frage, wo es für mich hingehen könnte und wie das finanziell zu stemmen wäre. Gedanken, die ich von mir schiebe, weil sie mich quälen.


    Zum Thema professionelle Unterstützung/Therapie: wir wurden in der letzten Lebensphase unserer Tochter und auch danach vom mobilen Hospizdienst mitbetreut. Der Fokus lag dabei aber vorher auf unserer Tochter und den Enkelkindern, dem Schwiegersohn, danach auf den Enkelkindern und dem Schwiegersohn. Wir haben aber einige gute Gespräche miterlebt und Tipps an die Hand bekommen. Mein Mann wollte dieses Angebot nicht in Anspruch nehmen, er war vielleicht zwei, dreimal dabei.


    Ich selbst habe mich kurzzeitig einer Trauergruppe angeschlossen und die Treffen mehrmals besucht. Für mich hat die Konstellation allerdings nicht gepasst. Es waren viele Teilnehmer in meinem Alter, aber die meisten, eigentlich alle, betrauerten einen Ehepartner. Oder Kinder ihre Eltern. Man kann sagen, was man möchte und so schlimm auch deren Verluste sind: es ist nicht dasselbe. Aufwiegen kann man Trauer bestimmt nicht, aber es ist einfach etwas anderes.


    Da ich große Probleme habe, wohl eine Art "Trauma" durch die schlimmen, schwierigen letzten Lebensmonate und Höllenqualen meiner Tochter, habe ich mich Anfang des Jahres zur Therapie angemeldet. Wartezeiten, wie nur was. Also warte ich und bin aufgeregt und nervös, ob es mir denn hilft.


    Liebe Grüße, Helga

    Ichglaube, dass Dein Mann merkt, dass seien Kräfte am Ende sind und er eine Schulter braucht zum anlehnen. Diese Schulter kannst Du ihm nicht bieten, im Gegenteil, Du brauchst selber jemanden zum anlehnen und auch das wiederum kann Dein Mann Dir nicht bieten. Viele Krisen bewältigt man am besten gemeinsam, aber es gibt offenbar auch Katastrophen, die eine Ehe schlicht überfordern.


    Vielleicht findet ihr beide wieder zueinander, wenn die Trauer erst einmal ein ganzes Stück bewältigt ist, aber vielleicht auch nicht. Vielleicht schreibst Du Deinem Mann mal einen Brief, ganz frei von Anschuldigungen, Erwartungen und Ärger. Einfach mit viel Liebe und Vertändnis für ihn. Am Ende aber doch mit der konkreten Aussage, dass Du die Trennung natürlich akzeptieren musst, Dich aber freuen würdest, wenn er sich mal zu einem Gesrpäch bereit finden würde - ob nun persönlich oder im Briefwechsel - um diese Ehe geregelt zu Ende zu bringen. Geregelt nicht im Sinne von wer bekommt was, sondern geregelt in dem Sinne, dass die momentan lose im Raum hängenden Enden des Gefühlschaos ein bisschen Ordnung erfahren, indem er erklärt, was in ihm los ist, indem ihr beide erkennen könnt, was zwischen Euch nicht mehr passt, was sich da über die Jahre unbemerkt aufgestaut hat.


    Ansich bespricht man sowas am besten in der Paartherapie, dazu ist es vermutlich zu spät, ich denke auch nicht, dass er dazu noch bereit wäre, aber vielleicht findet ihr einen Weg, gemeinsam miteinander über diese Themen zu reden.

    Liebe Helga,


    du hast die Fähigkeit, über deine persönlichen Grenzen hinaus zu schauen und dein eigenes Verhalten auch in Frage zu stellen. Das ist nicht selbstverständlich, und ich bin sicher, diese Fähigkeit wird dir bei der Bewältigung dieser Lebenskrise behilflich sein. Dabei kann auch der Gedanke eine Rolle spielen, dass es tatsächlich eine "Lebenskrise" ist, nicht aber das Ende, und auch nicht der permanente "Abstieg zum Ende". Das, was du jetzt zu bewältigen hast, scheint unüberwindbar, weil etliches geschehen ist, das nicht geschehen durfte. Wir Menschen haben das nämlich nicht durch die Evolution in uns: Die Verarbeitung des Todes eines Kindes. Das ist so nicht "geplant". Das kommt in uns nicht vor. Es ist so ungeheuerlich, dass man es gar nicht zulassen kann.


    Wenn es dann trotzdem geschieht und dermaßen intensiv begleitet wird, verändert es natürlich das gesamte Leben. Da bleibt keine Kraft mehr, um deinen Mann zu verstehen oder um ihm etwas Gutes zu wünschen.


    Umso erstaunter bin ich, dass du tatsächlich so intensiv reflektieren kannst, was das alles mit dir macht. Auch deine eigenen Anteile siehst du, neigst aber dazu, dich dafür zu beurteilen und zu verurteilen. Das tut dir nicht gut, das macht es dir zusätzlich schwierig. Darum ist mein Rat an dich, das einfach zuzulassen, was da sichtbar wird. Schau es dir an, staunend aber nicht beurteilend – und schon gar nicht verurteilend. In dieser Extremsituation entstehen natürlich Gedanken und Gefühle in dir, die dir bisher fremd waren und denen du skeptisch gegenüber bist. Wenn du aber jedes dieser Gefühle und jeden dieser Gedanken beurteilen willst, wenn du sie dir sogar wegwünschen willst, dann überforderst du dich ganz sicher. Und darum ist mein Rat, das jetzt einfach erst einmal zuzulassen.


    Lass zu, dass du ihn nicht verstehen kannst. Du musst das jetzt nicht. Vermutlich versteht er sich selber nicht. Aber sieh es weiterhin als Ziel an, ihn irgendwann verstehen zu können, damit DEIN Leben dadurch leichter wird und DEINE Verletzungen dadurch heilen können. Nicht jetzt, aber irgendwann.

    Zitat

    Zufriedenstellend kann man unsere Ehe schon lange nicht mehr nennen. Ich gehe also davon aus, dass er schon seit längerem über unsere Beziehung nachdenkt und dabei mit der Zeit letztendlich zu dem Entschluss gekommen ist, sie beenden zu wollen. Womöglich stand der Entschluss auch schon viel länger fest, wie hier mehrfach angemerkt wurde, aber er hat aus Rücksichtnahme während der letzten Krankheitsphase und nach dem Tod unserer Tochter gewartet, ihn mir mitzuteilen und in die Tat umzusetzen.

    Ja, das ist gut möglich, es ist die naheliegendste Erklärung. Könntest du die einfach mal so stehen lassen?

    Zitat

    Leider weiß ich nicht, wie es tatsächlich gewesen ist. Ich wüsste es gerne, weil ich meinen Mann gerne besser verstehen würde, aber so auch für mich etwas "Greifbares" hätte, mit dem ich mich konkret auseinandersetzen kann.

    Ich bin persönlich davon überzeugt, dass du das irgendwann tatsächlich erfahren wirst. Ich glaube, dass da mit der Zeit noch einiges ans Tageslicht kommen kann und wird. Aber es muss nicht JETZT sein. Denn vieles von dem, was ihn dazu gebracht hat, könntest und würdest du JETZT gar nicht verstehen können und wollen. Es eilt nicht.

    Zitat

    Es ekelt mich vor mir selbst, aber was mich an meinem Mann ärgert und entsetzt, sind seine Aussagen, er wolle wieder leben und deswegen die Scheidung. Eigentlich sollte man das jemanden, den man liebt, gönnen, aber ich kann es nicht. Alleine, dass er sich wünscht, zu leben ist soweit weg von meiner persönlichen Realität.

    Vor allem dieser Satz ist es, der mich betroffen macht. Du verurteilst dich, weil du dich nicht verstehst. Aber wie solltest du dich auch in einer Situation verstehen, die für dich völlig fremd neu und beängstigend ist? Da ist der Schritt zur Resignation klein. Ich wünsche dir, dass du nicht resignierst, sondern Geduld mit dir hast und dir erlaubst, dich unlogisch zu verhalten. Ich bin sicher, du wirst mit der Zeit verstehen, dich selber und auch deinen Mann!

    Zitat

    Es macht mich wütend…

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    Gut so! Du bist traumatisiert, da ist Wut ein wichtiges Gefühl. Sie darf nur nicht zu unüberlegten Handlungen führen, die bei dir selber Schaden anrichten. Aber natürlich musst du jetzt wütend sein.

    Zitat

    Dieses Bild hat die gehässige Seite von mir vor Augen und es macht mich zornig, traurig, fassungslos. Ich fühle mich im Stich gelassen, finde, er lässt unsere Enkelkinder im Stich, hat unsere Tochter im Stich gelassen und verrät sie nun auch. Ich schäme mich ob dieser Gedanken und Empfindungen, weil ich weiß, dass er auch nur versucht mit etwas weiterzuleben, mit dem man eigentlich nicht weiterleben kann.

    Deine andere – nicht gehässige – Seite gibt es ja außerdem, es gibt sie immer noch und sie wird wieder stärker werden. Die Konfrontation mit den anderen Gefühlen liegt jetzt an, aber das muss keine Angst machen.

    Zitat

    Mir mache ich den Vorwurf, in den letzten Jahren zu gleichgültig gewesen zu sein. Ich habe hingenommen, dass unsere Beziehung immer weiter in den Hintergrund geriet und irgendwann gar nicht mehr "da war". Mir war alles andere wichtiger.

    Dieser Vorwurf hilft dir nicht weiter. Du solltest jetzt aber Dinge lernen und beginnen, die dir weiter helfen. Darüber sollte im Einzelnen noch gesprochen werden. Es ist sehr gut, dass du eine Therapie beginnen willst. Die Wartezeiten sind wirklich inakzeptabel in solchen Fällen.


    Ganz liebe Grüße an dich

    Liebe Helga,


    deine Beiträge zu lesen macht mich sehr nachdenklich.


    Dein Mann will dich nach fast 50 Jahren und allem, was ihr gemeinsam durchgestanden habt, verlassen.


    Auch wenn es weh tut - lass ihn gehen!


    Ihr beide seid durch die Krankheit und letztendlich durch den Tod eurer Tochter belastet, ihr seid nicht mehr die, die ihr in unbekümmerten Zeiten gewesen seid.


    Eigentlich sollte euch die Zeit der gemeinsame Angst zusammengeschweißt haben.


    Wenn er jetzt sagt, dass er dich verlässt, weil er noch leben will - es ist seine Art, mit der Trauer umzugehen. Er will leben (und er weiß, dass er in seinem Alter damit nicht irgendwann sondern jetzt anfangen muss).


    Hätte eure Tochter gewollt, dass ihr euch vergrabt, dass ihr im Leid zerfließt? Oder hätte sie gewollt, dass ihr (gemeinsam, oder notfalls auch jeder alleine) aus eurem Leben noch möglichst viel macht?


    Eure Tochter kommt nicht zurück. Das ist traurig. Aber du hast noch Leben vor dir!!!


    Kannst du dich mit dieser Sichtweise ein ganz klein bisschen anfreunden?


    Gib dich nicht selber auf!


    Trotzdem solltest du für alle Fälle gewappnet sein und einen Anwalt aufsuchen, um Gewissheit zu haben, was dir im Fall der Scheidung zusteht. Bist du dann finanziell abgesichert? Muss dein Mann dir dann Unterhalt zahlen? Wieviel?


    Liebe Helga, ich habe im letzten Sommer meine Mutter nach nur 2 Montaten an den Krebs verloren. Ich bin darüber immer noch unendlich traurig, aber es gelingt mir, mich im Alltag zurecht zu finden. Manchmal frage ich mich laut: "Mama, was würdest du jetzt dazu sagen?". Und Mamas Antworten kommen ... und passen. Wenn ich auf dem Friedhof bei ihrem Grab bin, spüre ich, dass ich gar nicht hier sein sollte, weil Mama da nicht wirklich ist. Da spüre ich, wie sie mich weg schickt und sagt "Geh deinen Weg und lebe!".


    Ich wünsche dir, dass deine Tochter dir irgendwann ähnliches sagen wird. Und, nein, ich glaube nicht an übersinnliche Kräfte.


    Und - ich denke, ich war während der Zeit von Mamas Erkrankung und in den ersten Monaten nach ihrem Tod eine Zumutung für meinen Mitmenschen und für meinen Mann.


    Liebe Grüße,


    Hanne07

    Dein Text ist echt ne harte Geschichte und echt nicht leicht zu Verdauen.


    Lass ihn gehen,denn da ist wohl nichts mehr zu Retten.


    Er wird durch diese Trennung genau so viel verlieren wie du,aber das merkt er erst später.


    Sieh es auch mal als Chance für DICH auch dein Leben neu zu gestalten!!!


    Auf jeden Fall wünsch ich dir viel Kraft und genügend Beistand bei all dem was da noch auf dich zukommt.

    Lieber RalphHH!


    Nein, eine Schulter zum Anlehnen kann ich meinem Mann leider nicht bieten. Es macht mich unglücklich und ich bin mit mir böse deswegen, weil ich gerne für ihn da wäre. Ich schaffe es aber definitiv nicht. Mir fehlt der Optimismus und die Zuversicht und auch die Stärke um anderen Halt und Trost geben zu können. Es verlangt mir bereits alles ab, die Enkelkinder zu trösten.


    Mein eigener Kummer ist zu groß, meine Wunde ist ein riesengroßes Loch, ich bin verletzt, verletzlich, empfindlich.


    Nicht einmal Deinen gut gemeinten Vorschlag, meinem Mann einen Brief zu schreiben, kann ich umsetzen. Mir fehlt das ehrliche "Herzens-Verständnis" für ihn, so traurig es auch ist. Bedenke ich unsere Situation und alles, was ich über Trauertheorie weiß, habe ich "Kopf-Verständnis", aber im tiefsten Herzen fehlt es mir und gerade bin ich zu sehr vor dem Kopf gestoßen, um ihm rein "verkopft" zu begegnen oder einen Brief zu formulieren. Ich hoffe, es ist verständlich, was ich meine.


    Lieber Oldie49!


    Es ist wahr, ich habe keine Kraft mehr übrig für meinen Mann. Leider Gottes. Mir gelingt es schon ab und an, klar zu formulieren und auseinander zu dividieren, was meine Fehler sind und meine wunden Punkte. Mehr geht nicht, siehe oben zum Thema Verständnis: meine Gedanken stimmen nicht mit meinem Gefühlsleben überein und mit meinem Handeln noch weniger. Es ist eigentlich so, dass ich denke und weiß, ich sollte für meinen Mann Verständnis haben, aber kann dieses Wissen nicht umsetzen, nicht danach agieren und es auch nicht so fühlen. Die einfachen Gefühle, Verärgerung, Zorn, Wehmut , sind stärker.


    Ich verurteile mich, weil ich es gerne anders hätte. Gerne anders wäre, für meinen Mann, wenn es daran liegt, dass er geht, weil er nicht mehr zu mir passt oder ich nicht mehr zu ihm. Ich ihm nicht das sein kann, was er braucht. Für mich ist es weniger schlimm, dass er mir nicht das geben kann, was ich brauche. Für ihn schon und das tut mir leid.


    Liebe Hanne07!


    Um ehrlich zu sein, macht mich Dein Text sehr traurig. Ich bin mir sicher, Deine Absichten waren gut, aber ich bin so dünnhäutig geworden in den letzten Jahren. Was hätte meine Tochter gewollt? Die Art meiner Tochter zeichnete sich vor allem von ganz großer Akzeptanz und Toleranz für andere aus, ich glaube, sie würde für meinen Mann Verständnis aufbringen, aber auch für mich. Sie hat es ihrem Papa auch nicht übel genommen, sie ganz zum Schluss nicht mehr begleiten zu können. Er konnte es nicht ertragen, sie hatte Verständnis. Was sie vor allen Dingen wollte, war leben. Mit ihrer geliebten Familie.


    "In Leid zerfließen", wie gut ich diesen Ausdruck kenne. Als würde man sich dafür entscheiden und es sich aussuchen. Vielleicht schaffen es andere, ich schaffe es nicht: zu beschließen, ab jetzt nicht mehr zu leiden, nicht mehr zu trauern, sie nicht mehr zu vermissen. Ich leide, ich trauere und ich vermisse sie. Nicht weil ich es so will, sondern weil es eben so ist.


    Wenn mein Mann noch etwas aus seinem Leben machen möchte, wenn es ihm hilft, ihm wichtig ist, meinetwegen, soll er. Ich kann das nicht, mir fehlt der Bezug zum Leben.


    Dir spreche ich meine Anteilnahme aus, es ist sehr traurig seine Mutter gehen zu lassen und ohne sie zu sein. Wie schön, dass Du eure Verbundenheit so intensiv spüren kannst.


    Herzliche Grüße, Helga

    Liebe Helga,


    ich wollte dich nicht noch trauriger machen als du ohnehin schon bist. Das tut mir aufrichtig leid, wenn mein Beitrag so falsch angekommen ist.


    Du schreibst, dass dir der Bezug zum Leben fehlt. Dadurch, dass du leidest, trauerst und deine Tochter vermisst, dass du für die Enkel da bist ... dadurch lebst du. Ich bin sicher, dass das Leben irgendwann auch wieder andere Seiten für dich bereit hält - auch in enger Verbundenheit mit deiner Tochter, die immer ein Teil deines Lebens sein wird.


    Meinst du, dass du irgendetwas tun könntest, was dir einfach nur gut tut? Und wenn es ein Besuch im Thermalbad, in der Sauna, eine Massage, ein Wochenende am Meer, ein Kurs bei der Volkshochschule ... ist. Kannst du dir vorstellen, so etwas einfach mal auszuprobieren?


    Es ist gut, dass du dich zu einer Therapie angemeldet hast. Die Krankheit, das Leiden und der Tod einer so nahestehenden Person ... das sind solch einschneidende Erlebnisse, die man selber und alleine kaum verarbeiten kann. Da kann Hilfe von Profis sehr wertvoll sein. Prima, dass du dich darauf einlässt. (Mein Vater ist leider nicht so mutig ...).


    Es gibt "Reiseveranstalter" (keine großen, sondern mehr auf kleiner Flamme, einfach mal googlen), die sich auf Reisen für Trauernde spezialisiert haben. Die Teilnehmer dort haben alle ihr Päckchen zu tragen, man hat Verständnis. Diese Reisen werden von Therapeuten begleitet.


    Liebe Helga, ich möchte versuchen, dir ein bisschen Mut zu machen!


    LG


    Hanne

    Liebe Helga,


    ich gehe noch auf einige Sätze ein, die du heute Nachmittag geschrieben hattest.

    Zitat

    Nein, eine Schulter zum Anlehnen kann ich meinem Mann leider nicht bieten. Es macht mich unglücklich und ich bin mit mir böse deswegen, weil ich gerne für ihn da wäre.

    Man kann nur "für jemanden da sein", wenn der das auch will. Dein Mann will das nicht, und es ist reine Spekulation, ob er es wollen würde, wenn er nicht gegangen wäre. Bei deiner Schilderung von ihm – eher nicht. Denn er hatte ja offensichtlich Probleme mit der Nähe.

    Zitat

    Ich schaffe es aber definitiv nicht. Mir fehlt der Optimismus und die Zuversicht und auch die Stärke um anderen Halt und Trost geben zu können.

    Wer das jetzt von dir erwarten würde, hätte völlig unrealistische Erwartungen. Die Zeit, wo du grenzenlos geben musstest, weil deine Tochter das brauchte, ist zunächst vorbei, auch wenn die Enkel natürlich deiner Hilfe und nähe noch bedürfen. Menschen in deiner Situation fällt es meist sehr schwer, diesem "Geber-Modus" wieder umzuschalten, wieder nehmen zu können, auf sich selber zu schauen, Bedürfnisse zu äußern, Hilfe anzunehmen.

    Zitat

    Es verlangt mir bereits alles ab, die Enkelkinder zu trösten.

    Ja, das ist sicher eine Mammutaufgabe, bei der du dir aber dringend – auch durch psychologisch geschultes Personal – helfen lassen solltest. Auch Kinder spüren, wenn du deine Grenzen überschreitest und sie brauchen Helfer und Ansprechpartner, die nicht selber in tiefster Trauer gefangen sind.

    Zitat

    Mein eigener Kummer ist zu groß, meine Wunde ist ein riesengroßes Loch, ich bin verletzt, verletzlich, empfindlich.

    Dann hoffe ich sehr, dass du auch dazu stehen kannst und nicht mehr versuchst, Stärke zu zeigen, wo keine Stärke mehr ist. Denn du darfst ja jetzt endlich schwach sein und auf deine eigenen Wunden schauen.

    Zitat

    Nicht einmal Deinen gut gemeinten Vorschlag, meinem Mann einen Brief zu schreiben, kann ich umsetzen. Mir fehlt das ehrliche "Herzens-Verständnis" für ihn, so traurig es auch ist.

    Die Idee mit dem Brief kam zwar nicht von mir, aber wo steht, dass er Brief verständnisvoll sein müsste, wenn du nun mal wütend bist? Trotz seiner eigenen Ratlosigkeit darf dein Mann durchaus mit der Konsequenz seines Verhaltens konfrontiert werden, er darf deine Wut und Fassungslosigkeit zu spüren bekommen, aber er darf eben auch das wissen, was du im Gespräch nicht in Worte fassen kannst.


    Darum halte ich diesen Brief für eine sehr gute Idee und für sehr wichtig. Er muss aber keineswegs abgeschickt werden, sondern er kann so lange bei dir liegen bleiben, bis du dort alles hinein geschrieben hast, was du ihm gegenüber unbedingt loswerden musst. Was du anschließend mit diesem Brief machst, liegt nur bei dir. Du kannst ihn verbrennen, zerreißen, vergraben oder die Schnipsel vom Wind forttragen lassen. Du kannst ihn aber auch ihm zukommen lassen, wann immer du das willst.

    Zitat

    Bedenke ich unsere Situation und alles, was ich über Trauertheorie weiß, habe ich "Kopf-Verständnis", aber im tiefsten Herzen fehlt es mir und gerade bin ich zu sehr vor dem Kopf gestoßen, um ihm rein "verkopft" zu begegnen oder einen Brief zu formulieren. Ich hoffe, es ist verständlich, was ich meine.

    Wenn der Brief die von mir gemeinte Intention hat, dann sollte es wahrlich kein Kopf-Brief, sondern ein Herz-Brief sein. Direkt aus dem Herzen in die Tasten oder Feder.

    Zitat

    Es ist wahr, ich habe keine Kraft mehr übrig für meinen Mann. Leider Gottes.

    Dass du dazu stehen kannst, keine Kraft mehr zu haben, ist eher ein gutes Zeichen. Denn es ist ja aktuell deine wichtigste Aufgabe, dich endlich deinen eigenen Bedürfnissen, Grenzen und Defiziten zuzuwenden. JA, du hast keine Kraft mehr, das jetzt auch noch zu tun. Gut so, dass du das sagen kannst.

    Zitat

    Mir gelingt es schon ab und an, klar zu formulieren und auseinander zu dividieren, was meine Fehler sind und meine wunden Punkte. Mehr geht nicht, siehe oben zum Thema Verständnis: meine Gedanken stimmen nicht mit meinem Gefühlsleben überein und mit meinem Handeln noch weniger.

    Ja, so empfingen traumatisierte Menschen das. Und die bewältigen ihre Traumata nicht dadurch, dass sie noch mehr reflektieren, noch mehr nachdenken, sich noch mehr Verpflichtungen auferlegen oder Vorwürfe machen,. Sondern sie können es irgendwann überwinden, wenn sie zur Ruhe gekommen sind – und dann mit professioneller Hilfe das alles noch mal anschauen.


    Jetzt ist aber nicht die Stunde der Reflexion, des Verständnisses und der Suche nach wunden Punkten. Jetzt ist die Stunde des Loslassens und des "Einfach-Nur-Seins". Einfach nur wütend sein, einfach nur traurig sein, einfach nur weinen, einfach nur in die Sonne setzen, einfach nur ein Beet umgraben. Alles "einfach nur!"

    Zitat

    Es ist eigentlich so, dass ich denke und weiß, ich sollte für meinen Mann Verständnis haben, aber kann dieses Wissen nicht umsetzen, nicht danach agieren und es auch nicht so fühlen.

    Wer sagt das, wer hat das gesagt? Du musst KEIN Verständnis für ihn haben, es kann aber für dich selber hilfreich sein, ihn irgendwann VERSTEHEN zu können. Mit VERSTÄNDNIS hat das nichts zu tun, da besteht ein großer Unterschied.

    Zitat

    Die einfachen Gefühle, Verärgerung, Zorn, Wehmut , sind stärker.

    GUT! Siehe oben. "Einfach nur…."


    Jetzt kommen wir zum Wichtigsten:

    Zitat

    Ich verurteile mich, weil ich es gerne anders hätte.

    Es ist dein gutes Recht, "es gern anders haben zu wollen", es dir anders zu wünschen. In einer dermaßen schwierigen Situation, wie du es gerade bist, wünscht sich jeder, "es gern anders zu haben" Aber warum – um Himmels Willen – VERURTEILST du dich dafür??? Wer hat dich gelehrt, das zu müssen, wer hat dich gelehrt, perfekt sein zu müssen?

    Zitat

    Gerne anders wäre, für meinen Mann, wenn es daran liegt, dass er geht, weil er nicht mehr zu mir passt oder ich nicht mehr zu ihm.

    Es ist die verdammte Aufgabe deines Mannes, dir irgendwann – und zwar möglichst bald – zu sagen, warum er geht. Und wenn er sich vor allen anderen Aufgaben drücken würde – DIESE Aufgabe hat er und muss sie erfüllen. Das ist er dir schuldig. Schreib das mit in deinen Brief. Und wenn du ihm den nicht geben willst, lass ihm wenigstens diesen einen Satz zukommen: "Ich will nur wissen, WARUM? Du kannst mir alles zumuten, aber ich will wissen, warum!" er kann das sicher nicht sofort, aber er hat die Aufgabe, dir diese Frage zu beantworten, damit du aufhören kannst, dich selber zu verurteilen.

    Zitat

    Ich ihm nicht das sein kann, was er braucht. Für mich ist es weniger schlimm, dass er mir nicht das geben kann, was ich brauche. Für ihn schon und das tut mir leid.

    Auch dieser schlichte Satz ("Es tut mir leid!") kann in den Brief. Was auch immer damit geschehen wird. Und auch der andere "Ich kann dir nicht das sein, was du brauchst!" aber als Feststellung, nicht als Selbstvorwurf. Wenn er nicht einmal sagen, kann, was er denn brauchen würde, kannst du natürlich nicht das sein, was er braucht. Es ist aber auch gar nicht deine Aufgabe, das zu sein, was er braucht. So funktioniert Liebe und Beziehung nicht.


    Ich höre erst einmal auf. Mehr gern später oder als PN.

    Liebe Hanne07!


    Bitte entschuldige Dich nicht, es liegt weniger an Deinem Text denn an meiner Dünnhäutigkeit und Über-Sensibilität. Vielleicht aber auch am Wochenende, ich hasse die Wochenenden und bin dann immer besonders deprimiert, empfindlich, traurig, unglücklich.


    Aktivitäten und Sonstiges unternehme ich gelegentlich mit Freundinnen und Bekannten, aber ehrlich gesagt geht es mir währenddessen oder danach oft sehr schlecht. Trotzdem versuche ich die wichtigsten Freundschaften und Bekanntschaften weiter zu pflegen.


    Besser geht es mir wochentags, weil ich gut beschäftigt bin. Traurig ist es am Abend nach Hause zu kommen und das Haus so leer vorzufinden. Aber mit Leuten geht es mir gar nicht besser, als alleine und alleine nicht besser, als mit Leuten. Es ist ganz komisch.


    Eine Trauerreise mit einer Gruppe ist nichts für mich. Die Erfahrung, die ich mit einer Trauergruppe gemacht habe, hat mir nicht gut getan.


    Was mir ein wenig hilft, ist der private Kontakt mit zwei, drei Personen aus einer SHG für Angehörige Krebserkrankter, die ich früher besucht habe. Die sitzen leider Gottes im selben Boot.


    Lieber Oldie49!


    Der User RalphHH schrieb von einem Brief voller Liebe und Verständnis, darauf bezog sich meine Antwort. Du rätst nun allerdings zu einem Brief, in dem ich auch mein Un-Verständnis zum Ausdruck bringen darf und soll, verstehe ich das richtig?


    Ein Brief dieser Art würde wohl nur "Öl ins Feuer gießen", aber du hast recht, ich müsste ihn meinem Mann gar nicht zukommen lassen, sondern könnte ihn bei mir behalten und hätte trotzdem aufgeschrieben, was mir im Kopf herumspukt. Eine gute Idee.


    Aus Sicht meines Mannes hat er doch bereits erklärt, warum er die Scheidung möchte. Er will wieder leben und glücklich sein. Damit hat es sich. Für mich leider nicht. Ich werde ihn wahrscheinlich um eine konkrete Erklärung bitten und hoffen, dass er eine hat.


    Aus der "Geber-Rolle"/"Helfer-Rolle" auszusteigen finde ich sehr schwierig. Wir, das heißt mein Schwiegersohn, zu Teilen mein Mann und ich, haben uns weit über das Ende unserer Kräfte hinaus um alles gekümmert. "Danach" (nachdem sie gestorben war) war die Erschöpfung da, aber auch ein großes Nichts. Eine ganz komische Leere. Mit Sicherheit vor allem durch die Sehnsucht nach meiner Tochter, aber nicht nur. Die Tage waren plötzlich leer. Mein Schwiegersohn ist regelrecht in ein "Loch" gefallen, weil er diese Umstellung nicht gut wegstecken konnte (Burnout) und für mich wäre es auch ganz schlimm, wenn ich während er Woche nicht gebraucht würde. Das hält mich am Laufen.


    Liebe und traurige Grüße, Helga

    Guten Morgen Helga,


    ich sehe gerade erst deine Antwort von vorgestern.

    Zitat

    Besser geht es mir wochentags, weil ich gut beschäftigt bin. Traurig ist es am Abend nach Hause zu kommen und das Haus so leer vorzufinden.

    Beschäftigt zu sein, bedeutet ja so etwas wie Normalität. Das leere Haus aber bedeutet genau das Gegenteil. Hier wird überdeutlich, dass das "nicht normal ist", die direkte Konfrontation mit dem Verlassenwerden. Wenn dein Mann sowieso das Haus haben will, hast du schon über eine neue eigene Wohnung nachgedacht, in der du dann deine eigene und neue Normalität einrichten könntest? Hast du das schon mal durchgespielt? Und wie fühlt es sich an?


    In dem Moment, in dem du eine neue – und von dir allein gestaltete – Wohnung beziehen würdest, wärest du ja explizit "Täter" und nicht "Opfer". Du wärest handlungsfähig und würdest deiner Handlungsfähigkeit auch Raum und Gestalt geben können. Das mag anfänglich schrecklich weh tun, hat aber meistens auch therapeutische Wirkung.

    Zitat

    Du rätst nun allerdings zu einem Brief, in dem ich auch mein Un-Verständnis zum Ausdruck bringen darf und soll, verstehe ich das richtig?


    Ein Brief dieser Art würde wohl nur "Öl ins Feuer gießen", aber du hast recht, ich müsste ihn meinem Mann gar nicht zukommen lassen, sondern könnte ihn bei mir behalten und hätte trotzdem aufgeschrieben, was mir im Kopf herumspukt. Eine gute Idee.

    Ich habe mit solchen Briefen bei Begleitungen von verzweifelten und verlassenen Ratsuchenden sehr gute Erfahrungen gemacht. Psychologen raten auch oft zu "Stuhlgesprächen", bei dem man sich konkret vorstellt, der andere säße auf einem (leeren) Stuhl vor einem. Und dann sagt man ihm alles, was raus will. Und da will vieles raus, das kann zu einer gewaltigen Welle werden. Das kann aber sinnvoller sein, wenn ein Therapeut anwesend ist, weil dann anschließend auch besprochen werden kann, wie man mit dieser Welle umgehen kann.


    Beim Brief ist das anders. Der kann immer wieder beendet werden, man sieht vor sich, was man geschrieben hat. Man kann es ändern oder stehen lassen, man kann sich intensiv mit dem Geschriebenen auseinander setzen. Man bleibt frei in seinem Handeln, das Denken und Fühlen aber wird sofort beeinflusst.

    Zitat

    Aus Sicht meines Mannes hat er doch bereits erklärt, warum er die Scheidung möchte. Er will wieder leben und glücklich sein. Damit hat es sich. Für mich leider nicht. Ich werde ihn wahrscheinlich um eine konkrete Erklärung bitten und hoffen, dass er eine hat.

    Ich bin völlig sicher, dass er die hat. Ich bin nur nicht sicher, ob er die erstens auch formulieren kann und ob er zweitens nicht die Sorge hat, dass dich das zusätzlich verletzen könnte. Das alles geheim zu halten, ist nicht sonderlich klug, aber er hat sich sowieso nicht sonderlich klug verhalten, wie ich finde. Aber darüber sollten wir uns noch ausführlich austauschen. Denn die Erfahrung zeigt, dass man mit Trennungen besser umgehen kann, wenn man sie "verstehen" kann, natürlich ohne Verständnis dafür aufbringen zu müssen.

    Zitat

    Aus der "Geber-Rolle"/"Helfer-Rolle" auszusteigen finde ich sehr schwierig.

    Ja, da läuft plötzlich alle Liebe ins Leere. Aber mehr als das: Wenn man so intensiv hilft, bekommt man ja auch etwas zurück. Und auch das fehlt plötzlich. Abgesehen von aller Trauer ist also auch sämtliche Normalität von jetzt auf gleich beendet und es scheint unmöglich, eine neue herzustellen. Das gelingt dir vermutlich noch am besten im Zusammenhang mit den Enkeln. Unter anderem auch, wenn die etwas "zurückgeben"

    Zitat

    Wir, das heißt mein Schwiegersohn, zu Teilen mein Mann und ich, haben uns weit über das Ende unserer Kräfte hinaus um alles gekümmert. "Danach" (nachdem sie gestorben war) war die Erschöpfung da, aber auch ein großes Nichts. Eine ganz komische Leere.

    Diese schreckliche "Leere" führt je nach Individuum zu völlig unterschiedlichen Auswirkungen. Letztlich "brennen alle aus". Dein Schwiegersohn hat die typischen Symptome dieses Ausbrennens gezeigt. Dein Mann hat die verheerendsten Symptome gezeigt, weil er dabei letztlich auch "verbrannte Erde" hinterlassen hat. Deine Symptome sind vielleicht noch gar nicht so sichtbar geworden, weil du sie durch die liebe und Zuwendungen zu den Enkeln (und vielleicht auch dem Schwiegersohn) noch kompensieren kannst. Das ist gut so. Es wäre aber auch gut, wenn du parallel dazu lernen könntest, auf dich selber Obacht zu geben, dir selber Liebe und Zuwendung zu geben und dich "wahrzunehmen".


    Aber dafür wird ja dann spätestens in der Therapie Gelegenheit sein.


    Auch von mir noch mal liebe Grüße

    Liebe Helga,


    mir fehlen die Worte und trotzdem möchte ich dir schreiben, weil mich deine Worte und deine Situation bewegt haben und vielleicht finde ich ja doch das ein oder andere richtige Wort, um dir ein ganz kleines bisschen Kraft zu geben. Mir ging es noch nie auch nur annährerungsweise so wie dir und vielleicht sind meine Worte deswegen auch etwas anmaßend.


    Ich finde es sehr bemerkenswert wie reflektiert und differenziert du dich, deine Ehe, deine Situation betrachtest und immer wieder beide Seiten beleuchtest. Du wirkst auf mich sehr vernünftig (, nicht aber kühl!!!)

    Zitat

    Aktivitäten und Sonstiges unternehme ich gelegentlich mit Freundinnen und Bekannten, aber ehrlich gesagt geht es mir währenddessen oder danach oft sehr schlecht. Trotzdem versuche ich die wichtigsten Freundschaften und Bekanntschaften weiter zu pflegen.

    und es scheint, als würdest du es zu selten zulassen ein "Herzmensch" zu sein, wenn es darum geht die eigenen schlechten Gefühle rauszulassen. Dürfen deine Freunde, dein Schwiegersohn und deine Enkel auch spüren, dass es dir schlecht geht? Gibt es irgendjemanden in deinem Umfeld, bei dem du ganz du sein kannst: traurig, wütend, verzweifelt...??? Ich wünsche es dir, weil ich glaube, dass das wichtig für dich wäre.


    Mir geht es auch manchmal so, dass ich mich selbst verurteile, weil ich etwas nicht "gut genug" gemacht habe oder zu sehr nur bei mir selbst war, aber ich bin sicher, dass Oldie völlig recht hat und es sich einfach nicht lohnt sich zu verurteilen. Und in deiner Situation erst recht nicht.


    Ich wünsche dir Zuversicht diese schwere Krise durchzustehen. Für deine Enkel wäre es sehr schön, wenn du ihnen auch in ein paar Jahren, wenn sich alles wieder etwas normalisiert hat, immer noch ein liebevoller Begleiter sein könntest!


    Liebe Grüße,


    Franzi

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    @ Hanne07

    Du schreibst so schöne Sätze. Inhaltlich wollte ich etwas ähnliches formulieren, aber es ist bereits von dir wirklich gut artikuliert worden :)^

    Zitat

    Du schreibst, dass dir der Bezug zum Leben fehlt. Dadurch, dass du leidest, trauerst und deine Tochter vermisst, dass du für die Enkel da bist ... dadurch lebst du. Ich bin sicher, dass das Leben irgendwann auch wieder andere Seiten für dich bereit hält - auch in enger Verbundenheit mit deiner Tochter, die immer ein Teil deines Lebens sein wird.

    Liebe Helga, das Leben ist nicht gerecht. Vielleicht hat es seine positiven Seiten, dass du jetzt einen Neuanfang machst. Ich bin Optimistin und sehe selbst in dem größten Schlamassel einen positiven Aspekt. Das Leben geht weiter und weiter. Warum kannst du dich an den Wochenenden nicht um die Enkel kümmern?


    Time is the master :)-