Scheidung- welche Vor- und Nachteile?

    Hallo!


    Ich hoffe jemand kann mir behilflich sein bei dem Thema. In meinem Bekanntenkreis lassen sich welche scheiden. SIE liebt IHN nicht mehr, hat sich sehr verändert und beide machen sich letzendlich fertig... aber das tut ja auch nichts zur Sache.


    Jetzt will sie aber, daß er als erstes zum Anwalt geht und die Scheidung einreicht. Einen Hintergedanken muss SIE auf jeden Fall haben. Für SIE gibt es auf jeden Fall einen Vorteil. Jetzt wollte ich euch einfach mal fragen: Was ist es für ein Vorteil? Bisher dachte ich immer es ist egal, wer die Scheidung einreicht.


    Ich würde ein ganzes Stück weiterkommen, wenn ihr mir helfen könntet!!


    Lieber Gruß!

  • 14 Antworten

    Mrs. Secret

    Wer die Scheidung über einen Anwalt einreichen lässt, muss auch die Gerichtskosten (allerdings nur bez. der Scheidung!) allein tragen. Theoretisch muss sie sich dann gar keinen Anwalt nehmen (und bezahlen), da beim Familiengericht kein Anwaltszwang herrscht (ausser für den Versorgungsausgleich). Praktisch kommt das kaum vor, es sei denn beide Partner sind sich in wirklich allen Punkten einig (was selten ist und auch risikoreich sein kann).


    Hier noch ein gutes Familierechtsforum (ist nur gerade offline):


    http://www.isuv.de/

    ja stimmt. wer zum anwalt geht,muss auch bezahlen. wer nicht hingeht,muss auch keinen bezahlen.


    ist die scheidung denn einvernehmlich? dann können die beiden doch vorher alles klären. bei meinem freund hat das gut geklappt. er hat auf unterhalt usw verzichtet. (das muss man aber beantragen,das gericht kann den verzicht auch ablehnen)


    die kosten für den anwalt und das gericht haben die beiden sich dann geteilt.

    @Kestra

    Anwaltszwang besteht auf jeden Fall,aber man kann sich darauf einigen nur einen Anwalt zu nehmen.


    Bei meiner Scheidung war das so,ich hab mir die Anwältin genommen,natürlich auch bezahlt.


    Die Gütertrennung haben wir einvernehmlich von einem Notar bestätigen lassen,mein Ex hats bezahlt.


    Dann brauchte er keinen Anwalt.


    Gerichtskosten wurden geteilt,fertig.


    Das ist die einfachste Variante.

    Bei dem "gemeinsamen" Anwalt muß man nur beachten, daß es nicht wirklich ein gemeinsamer ist. Der Anwalt kann nicht beide in gleicher Weise vertreten, er fungiert nicht als Mediator, der das Wohl beider Parteien im Sinn hat. Er wird von einer Partei engagiert, die andere verzichtet auf anwaltlichen Beistand. Das Ganze funktioniert also nur, wenn sich die Parteien einig sind. Sollte es Streitpunkte bezgl. Unterhalt oder Kinderumgangsrecht geben, sollte man lieber zwei Anwälte nehmen. Der Anwalt muß sonst im Zweifelsfall für den Mandanten sprechen, der ihn engagiert hat.

    @ Somoza

    Das ist völlig richtig was Du schreibst.


    Aber selbst meine Anwältin hat mir/uns geraten, einen gemeinsamen Anwalt zu nehmen, weil im Streitfall nur die Anwälte die Gewinner sind. Man sollte bei einer Trennung bedenken, dass viele neue Anschaffungen anstehen und wer nicht gerade richtig viel Geld hat, wird mittelfristig nicht mehr auf die Beine kommen, wenn er die evtl. vorhandenen Ersparnisse den Anwälten zum Fraß vorwerfen und sich trotzdem ein neues Leben aufbauen muss.


    Ich würde immer wieder versuchen, alles im Vorfeld gemeinsam zu klären und die Sachen vorher aufzuteilen und vielleicht die eine oder andere Faust in der Tasche zu machen, statt einen Rosenkrieg vom Zaun zu brechen. Ist die Aufteilung des gemeinsamen Vermögens und des Hausrats ohne Anwalt geregelt, ist der größte Batzen geschafft. Es gibt dann später vor Gericht nichts mehr zu teilen.


    Notfalls kann der zweite Partner, der den Anwalt nicht beauftragt hat, immer noch einen eigenen suchen.

    @ Lautsprecher

    natürlich sollte man versuchen, im Vorfeld alles ruhig zu klären. Ich denke, daß es bei vorhandenen, gegenständlichen Werten auch nicht so große Probleme gibt. Der eine kriegt das, der andere das. Ich bin nur nicht so sicher, ob man auch den nachehelichen Unterhalt so einfach klären kann, sprich: wie hoch soll er sein oder v.a. wie lang soll er gezahlt werden. Wenn beide berufstätig sind und keine Kinder haben, ist die Sache recht einfach. Wenn einer wegen der Kinder zu Hause geblieben ist und jetzt plötzlich wieder arbeiten gehen soll, sieht die Sache doch ganz anders aus. Sicher, sowas kann man auch regeln, wenn beide einsichtig sind.


    Bei meinem Freund war es allerdings so, daß seine Frau ihn schon vor der Scheidung auf Trennungsunterhalt verklagt hat. Als er dann ankam und meinte, sie nehmen sich für die Scheidung einen gemeinsamen Anwalt (sie verstehen sich eigentlich recht gut), habe ich ihn schon gefragt, ob er sich sicher ist, daß er das will. Klar, wenn er für den Rest seines Lebens die jetzige Summe weiter zahlt, hat seine Frau sicher nichts dagegen. Sollte er aber versuchen, das Ganze auf z.B. 5 Jahre zu begrenzen, gibt's bestimmt richtig Ärger.


    Also, ist alles Abwägungssache. Ich wollte auch nur darauf hinweisen, daß es bei dem gemeinsamen Anwalt etwas zu beachten gibt.

    Frida

    Zitat

    Anwaltszwang besteht auf jeden Fall, aber man kann sich darauf einigen nur einen Anwalt zu nehmen.

    Nein, es besteht definitiv kein Anwaltszwang beim Familiengericht (solange vor dem AG verhandelt wird)! Nur den Scheidungsantrag kannst Du als "Nicht" -Anwalt nicht bei Gericht stellen. Das muss ein Anwalt machen. Zur Verhandlung kannst Du aber dann theoretisch auch ohne Anwalt gehen. Wie andre schon geschrieben haben: Ein gemeinsamer Anwalt das geht rein standesrechtlich gar nicht (das wäre nämlich Mandantenverrat). Ob und inwieweit man sich drauf einigt die Kosten eines Anwalts zu teilen, betrifft nur das sog Innenverhältnis der Parteien, das Gericht interessiert das überhaupt nicht!

    WENN man auf alle ansprüche verzichten möchte oder sonstwas macht,dann MUSS bei jedem ein anwalt sitzen.


    mein freund und seine ex haben sich ja auch einen anwalt geteilt. zur verhandlung wurde dann einer,der da so rumlief,gebeten,der verhandlung beizusitzen. das war wegen der rechtskräftigkeit.

    Ich nehm den Faden einfach mal auf,


    die Noch-Frau meines Freundes will (zur Zeit noch) auf Ehegatten-Unterhalt verzichten, sie geht allerdings seit Jahren nicht arbeiten (nur schwarz) und ist Hausfrau und Mutter...


    Sie bekommt seit er sich dort abgemeldet hat Harz IV, Wohnung bezahlt, Kindergeld, Kindesunterhalt + ihre Nebenverdienste (die natürlich nirgends auftauchen) sie hat mehr als genug zum Leben übrig... daher "verzichtet" sie wohlwollend darauf :-/ meinen Freund auf Unterhalt zu verklagen.


    Meine Frage ist nun: KANN sie überhaupt auf Unterhalt verzichten?


    Was ist wenn mein Freund dann unter die 900€ kommt die er zum Leben braucht / die ihm zustehen? (Unterhalt für die 2 Kinder zahlt er ja (Alter 4 und 8))


    danke schonmal für eure Hilfe !!!

    Zitat

    Meine Frage ist nun: KANN sie überhaupt auf Unterhalt verzichten?

    Können schon, aber wenn sie Alg II bezieht, wird die ARGE unterhaltsrechtliche Ansprüche stellen an Deinen Freund. Denn sie kann nicht zu lasten Dritter (in diesem Fall Staat und Steuerzahler) auf Unterhalt verzichten.


    Ich empfehle weiterhin das o.. Forum :)^