Schlimmer Liebeskummer nach Trennung

    Hallo Leute,


    ich weiß nicht, was ich mir von dem Thread erhoffe, es gibt ja schon viele Liebeskummer Threads. Mein Freund hat sich nach 11 Jahren Beziehung heute von mir getrennt. Seitdem bin ich in einer Art Albtraum. Es ist nichts mehr wie es einmal war. Hintergrund ist, dass er sich Anfang des Jahres in eine andere Frau verliebt hat. Daraus ist nichts geworden, es war allerdings eine Art Weckruf für ihn, dass in unserer Beziehung irgendwas nicht stimmt. Wir hatten eine harmonische,vertraute Beziehung. Allerdings kehrt natürlich nach 11 Jahren der Alltag ein und natürlich gab es auch mal Streit.


    Wir hatten heute dann noch einmal ein Gespräch und er sagte mir, dass er mich nicht mehr liebt und dass er wohl schon länger nicht mehr glücklich war und ihm das klar geworden ist. Ich bin jetzt zu meinen Eltern gezogen und wir haben Kontaktsperre vereinbart, bzw. ging das von mir aus. Ich bin der Meinung, wenn man jetzt trotzdem noch Kontakt hat, kann man nie richtig loslassen. Da komme ich zu meinem nächsten Problem. Ich will eigentlich noch gar nicht loslassen und hoffe insgeheim, dass er irgendwann zu mir zurückkommt. Das ist ja Quatsch, ich sollte nach vorne schauen und die Trennung verarbeiten. Ich bin einfach in einem Schockzustand. Ich bin echt am Ende und habe das Gefühl, dass ich nie wieder glücklich werden und vor allen Dingen nie wieder jemand anderes lieben kann :°(

  • 21 Antworten

    frist, du erhoffst dir, daß dir jemand zuhört !


    Natürlich ist es nicht mehr so wie es einmal war. Was in eurer Beziehung nicht mehr gestimmt hat, wirst am


    du am besten selber wissen. So harmonisch und vertraut kann es nicht gewesen sein.


    Wenn du jemand brauchst der dir zuhört, dann schreib mich über pn an.


    Und das mit der Kontaktsperre ist völlig richtig...nur daß du niemand anders wieder lieben könntest, das schlag


    dir gleich aus dem Kopf.


    Warte auf deine Nachricht.

    unwirklich, du schwebst über allem, du machst dir Vorwürfe, zu bist schuld, er nicht, hättest Du nur.....


    Führt alles zu nichts, schau daß du wieder etwas Boden unter die Füße bekommst, schreib einfach !

    oh je... lass dich einfach mal drücken :°_

    viel wirst du jetzt nicht machen könnne, außer dir selber zu erlauben dass du leidest! ich kann mir vorstellen, dass du jetzt erst einmal in ein tiefes loch fällst... fangen dich deine eltern denn auf?

    Guten Morgen,


    erwarte und verlange jetzt bitte nicht zu viel von dir. Bei einer Trennung nach 11 Jahren steht nicht das "Loslassen" an erster Stelle. Ihr hattet GESTERN das Gespräch, in dem klar wurde, dass die Trennung endgültig sein soll. Und das ist nun nicht der Tag zum Loslassen, sondern der Tag zum Weinen und zum Trauern. Dann kommen auch noch die Tage, an denen man versuchen möchte, etwas rückgängig zu machen, bei manchen auch die Tage der Selbstvorwürfe, weil man nicht früh genug gehandelt hat.


    Das alles ist individuell, aber das LOSLASSEN steht erst dann an, wenn Herz und Kopf gleichermaßen verinnerlicht haben, dass es GUT IST loszulassen. Das kann einige Tage dauern oder auch einige Wochen. In den ersten Stunden und Tagen fühlt es sich an wie ein Trauma. Und traumatisierte Menschen sind erst einmal weitgehend handlungsunfähig.


    Du wurdest durch die Trennung schließlich entwertet, du warst die wertvollste Frau in seinem Leben und nun ist dieser Wert verloren. Das tut unglaublich weh. Und dir wurde etwas genommen, das irgendwie "zu dir gehörte", wie ein Körperteil, das amputiert wurde. Diese drastischen Bilder machen deutlich, wie schwer eine solche Trennung wiegt, wenn man machtlos ist, handlungsunfähig und einfach mit den Fakten konfrontiert wurde, ohne daran etwas ändern zu können.


    Vielleicht tröstet dich ein wenig, dass derjenige, der sich aktiv trennt, meist ebenso unglücklich dabei ist. Bei ihm kommen dann auch noch die Schuldgefühle hinzu, einen anderen Menschen so verletzt zu haben.


    Ihr beide müsst euch also jetzt erst einmal um eure Wunden kümmern, um eure Trauer. Das Loslassen kommt später.

    Zitat

    Da komme ich zu meinem nächsten Problem. Ich will eigentlich noch gar nicht loslassen und hoffe insgeheim, dass er irgendwann zu mir zurückkommt.

    Richtig, genauso sehe ich das auch. Es fehlen da noch ein paar Schritte. Die tun auch weh, denn es ist nicht wirklich hilfreich, wenn Paare einen oder mehrere halbherzige Versöhnungsversuche nach einer Trennung machen. Es kann aber auch sein, dass dieser Trennungswunsch von ihm nur ein Hilferuf war, um vielleicht doch noch etwas einschneidend zu ändern. Das müsste abgewartet werden. Aber bitte nur ganz kurz.

    Zitat

    Das ist ja Quatsch, ich sollte nach vorne schauen und die Trennung verarbeiten.

    Du kannst die Trennung noch nicht verarbeiten, du musst sie erst einmal verstehen und an dich heran lassen. Dein Herz lebt noch in der Beziehung, dein Kopf versucht ihm kalrzuachen, dass das geändert werden muss. Kleine Schritte bitte.

    Zitat

    Ich bin einfach in einem Schockzustand. Ich bin echt am Ende und habe das Gefühl, dass ich nie wieder glücklich werden und vor allen Dingen nie wieder jemand anderes lieben kann.

    Dieser Schockzustand ist normal, ebenso wie das Gefühl, nie wieder glücklich sein zu können. Du wirst nach einigen Wochen – spätestens Monaten – aber spüren, wie die Kraft zu dir zurück kehrt. Und du alleine entscheidest, ob und wann du wieder jemanden lieben willst und kannst. Das wird dir ja nicht aufgezwungen, sondern es wird wie eine Sehnsucht langsam in dir wieder entstehen.


    Nun aber erst einmal das Trauern zulassen, vielleicht auch die Wut, und die veränderten Lebensumstände an dich heran lassen. Einen kleinen Schritt nach dem anderen.


    Liebe Grüße

    Danke für Eure lieben Worte, auch an Oldie49! Ja, ich werde von meiner Familie, Geschwistern und Freunde gut aufgefangen. Für mich ist momentan die Funkstille schwer auszuhalten, dabei wollte ich das ja. Das schlimme ist einfach, dass ich noch Hoffnung habe, dass er wieder zurückkommt und merkt, dass er mich doch noch liebt. Auf der anderen Seite will ich diese Hoffnung einfach nicht haben, weil ich nicht glaube, dass es wieder was wird. Ich kann keine Trauer zulassen, zumindest nicht für lange Zeit. Ich kriege dann kurze Heulattacken und dann gehts wieder. Aber diese ständigen Gedanken machen mich einfach fertig. Ständig gehe ich unser letztes Gespräch durch, seine letzten Nachrichten. Es ist furchtbar. Ich will das nicht. Ich möchte einfach nur, dass alles so schnell wie möglich vorbei geht. Ich weiß, dass das nicht geht. Ich frage mich auch ständig, ob er nicht schon nach einer Neuen sucht etc. Ich bin kaum handlungsfähig. Ich laufe durch die Gegend wie ein Zombie. Kann kaum schlafen, essen und mich auf die Arbeit konzentrieren. Am liebsten würde ich in eine Zeitmaschine steigen und schon ein Jahr weiter sein :°(

    Selbst, wenn, sollte er zurück kommen, dann wird nix mehr so sein wie es war. Aufgewärmte Suppen schmecken halt anders. Meist auch nicht mehr so gut. Irgendwann wirst du über dieser Trennung stehen und auch verstehen, dass es gut für euch beide war. Du wirst neue Wege finden. Auch wenn im Moment alles, aber auch alles schmerzt. Lass dich drücken.

    Zitat

    Vielleicht tröstet dich ein wenig, dass derjenige, der sich aktiv trennt, meist ebenso unglücklich dabei ist. Bei ihm kommen dann auch noch die Schuldgefühle hinzu, einen anderen Menschen so verletzt zu haben.

    Das kann ich nur absolut unterschreiben. Ich bin ja derzeit sozusagen in der Situation deines Ex-Partners. Während Du, die Verlassene, jetzt vor vollednete Tatsachen gestellt wirst, wird dein Ex-Partner bereits die Monate davor heimlich gelitten haben. Falls Dir an einem Austausch gelegen ist, Du Fragen o.ä. hast, kannst Du mich gerne anschreiben. Tipps bezüglich Verhalten im Trennungsfall kann ich leider nicht anbieten.


    Ich wünsche Dir alles Gute für diese schwere Zeit.

    Zitat

    Für mich ist momentan die Funkstille schwer auszuhalten, dabei wollte ich das ja.

    Und genau darum wird es dir leichter fallen sie auszuhalten, weil du sie ja selber wolltest und selber wusstest, dass das besser für dich ist. Du fügst dich also nicht seinem Willen – wie das bei der Trennung war – sondern er fügt sich deinem Willen. Du hast etwas "Macht" in der Hand gehabt und sie auch ausgeübt.

    Zitat

    Das schlimme ist einfach, dass ich noch Hoffnung habe, dass er wieder zurückkommt und merkt, dass er mich doch noch liebt. Auf der anderen Seite will ich diese Hoffnung einfach nicht haben, weil ich nicht glaube, dass es wieder was wird.

    Dieser Zustand ist völlig normal und alle, die Trennungen durchleben gehen das für einige Tage oder Wochen durch. Je schneller du wieder damit aufhörst, umso besser für dich. Und irgendwann spürst du, dass du damit aufhören kannst. Es geht.

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    Ich kann keine Trauer zulassen, zumindest nicht für lange Zeit. Ich kriege dann kurze Heulattacken und dann gehts wieder.

    Diese Weinattacken dürfen auch mal länger sein. Es ist ja ähnlich wie beim Tod eines lieben Angehörigen, da trauert man ebenfalls und man empfindet es als normal. Mein Tipp – schon öfter hier geschrieben: Gehe mal unter eine Autobahnbrücke außerhalb der Stadt. Da ist es schön laut und man kann hervorragend laut schreien, ohne dass es jemand hört oder stört. Bis zur Heiserkeit. Das hilft manchen sehr.

    Zitat

    Aber diese ständigen Gedanken machen mich einfach fertig. Ständig gehe ich unser letztes Gespräch durch, seine letzten Nachrichten. Es ist furchtbar. Ich will das nicht.

    Das ist das, was zur Traumatisierung führen kann. Eine Szene, die sich immer wieder im Kopf wiederholt. Unterbrich das nicht, lass es ruhig zu. Es wird besser werden. Aber habe einige Tage Geduld. Und sag dir zwischendurch den wichtigen Satz: "Ich lebe, habe Arbeit und ich bin gesund". Dieses Mantra klingt erst albern oder absurd, ist aber die Grundlage, auf der du dein neues Leben aufbauen wirst.

    Zitat

    Ich möchte einfach nur, dass alles so schnell wie möglich vorbei geht. Ich weiß, dass das nicht geht.

    Wenn du wenig verdrängst und alles konsequent durchlebst, geht es durchaus schneller. Vor allem, wenn keine Rückschläge und keine falsche Hoffnungen kommen

    Zitat

    Ich frage mich auch ständig, ob er nicht schon nach einer Neuen sucht etc.

    Das geht dich einfach nichts an. Es gehört ab jetzt zu seinem Leben. Und du wirst nach und nach entdecken, dass du dadurch auch neue Freiheiten in deinem Leben hast. Denn du musts keine Rücksichten mehr auf ihn nehmen.

    Zitat

    Ich bin kaum handlungsfähig. Ich laufe durch die Gegend wie ein Zombie. Kann kaum schlafen, essen und mich auf die Arbeit konzentrieren.

    Ja, so fühlt sich das in den ersten Tagen an. Aber Weinen und Trauern hilft. Und es hilft die Sicht auf all das, was dir trotz der Trennung geblieben ist. Und auf das, was durch die Trennung einfacher geworden ist. Aber langsam, sehr langsam. Hab Geduld mit dir.

    Nochmal Danke an alle! Danke Oldie für Deine Worte. Du hast in allen Punkten recht. Das Schlimme ist, dass ich mir keine Zeit geben will. Ich will einfach, dass dieser Albtraum endet und ich wieder glücklich und normal sein kann. Ich weiß aber, dass das sehr lange dauern kann, bis ich an dem Punkt wieder bin. Ich möchte auch nicht, dass er einfach so aus meinem Leben verschwindet. Er ist mir ja trotz Trennung wichtig und irgendwann bin ich vielleicht zu einem Kontakt bereit. Vorausgesetzt er möchte das auch. Allerdings weiß ich nicht, was ich mir davon erhoffe. Ich kann ihn einfach nur nicht von heute auf morgen aus meinem Leben streichen. Es ist alles so ätzend :°(

    du bist in einer akuten Situation und hast dir richtiger Weise Unterstützung geholt hier im Forum.


    Denk auch mal darüber nach mit Menschen in deinem Ort zu reden, wie Diakon, Pastor, Therapeut , Arzt oder anderen sozialen Stellen. Einfach ausprobieren.


    Auch wenn du das vorher noch nie gemacht hast , das ist eine neue Situation und das hilft und diese Menschen haben ein Ohr und Verständnis.


    Eine Sache die ich auch sagen möchte: du bist erwachsen und hast einen Anteil an der Situation.


    Dies bißchen Realität solltest du bei allem Schmerz aktuell auch nicht vergessen.


    Es gibt doch diesen Spruch: an einer Beziehung sind immer beide beteiligt.


    Jeder immer zu 50 %.


    Es geht nicht um Schuld. Auch dir selbst keine Schuld geben.


    Es geht mehr um einen Weckruf, was man über die Zeit vergessen und übersehen hat.


    Wie alle haben Fehler.