Schwere einer Fernbeziehung

    Hallo Community,


    Ich bin 22 Jahre alt, meine Freundin frische 18 und wir beide sind nun seit etwas über 5 Monaten in einer Fernbeziehung (~600 km).


    Wir beide waren uns von Anfang an bewusst das eine Fernbeziehung nicht einfach wird, jedoch sind wir zu dem Entschluss gekommen es trotzdem zu probieren.


    Die ersten paar Monate lief alles ohne Probleme, natürlich hat man Sehnsucht nach seinem Partner, aber durch die Wunder der modernen Technik können wir das relativ gut lindern.


    Ich verstehe mich sehr gut mit ihrer Familie und ihren Freunden, wir Unternehmen viel wenn ich da bin (ca. jedes zweite Wochenende) und auch zwischen uns gab es keine nicht aus der Welt zu bringende Problem.


    Da ich nun jedoch aufgrund der Entfernung zu meinem Arbeitgeber in eine gut 100 Kilometer weiter entfernte Stadt ziehen will und ich in dem Zusammenhang ihr den Vorschlag gemacht habe zu mir zu ziehen gab es einige Spannungen in unserer Beziehung.


    Wie ich nach langen Gesprächen mit ihr herausgefunden habe, hat sie Angst davor von ihrer Familie weg zu ziehen und allein zu sein (ich bin die Woche über beruflich unterwegs).


    Ich habe volles Verständnis für ihre Ängste, weiß ich doch selber noch wie mich in ihrem Alter die Ängste vor der Selbständigkeit geplagt haben und dies habe ich ihr auch gesagt und meinen Vorschlag zurück gezogen.


    Jedoch hat die Überlegung über dieses Thema in ihr wohl Zweifel an der langfristigkeit unsere Beziehung ausgelöst.


    Sie hatte/hat seit geraumer Zeit Deppresionen, bis hin zum Aufenthalt in einer Jugendpsychiologischen Einrichtung, welche zwar seit dem ich in ihr Leben gekommen bin merklich abgeschwächt sind, allerdings befürchtet sie das diese wenn wir uns noch seltener sehen wieder stärker werden, was ich natürlich um jeden Fall verhindern will.


    Heißt es gibt 3 mögliche Lösungen:


    - ich gebe meinen festen Job in meiner Heimat auf in ziehe zu ihr


    -es bleibt wie bisher und ich gehe das Risiko ein das sie sich wieder selbst verletzt


    - und natürlich den Weg den keiner von uns beiden will, die Trennung


    Ich bin mit dieser Situation komplett überfordert, ich will sie auf keinen Fall verlieren, ich liebe sie über alles. Jedoch ist es karrieretechnisch komplett hirnlos meine Stelle aufzugeben und Weg zu ziehen. Einen Verbleib bei der jetzigen Situation sieht sie jedoch kritisch.


    Was würdet ihr in meiner Situation tun, wie kann ich sie unterstützen?


    Vielen Dank für das Lesen dieses langen Textes, wenn ihr Fragen habt stellt sie.

  • 7 Antworten
    Zitat

    allerdings befürchtet sie das diese wenn wir uns noch seltener sehen wieder stärker werden, was ich natürlich um jeden Fall verhindern will.

    Möglich das sie stärker werden, muss aber nicht. Die Depressionen haben aber nichts mit dir zu tun. Natürlich wirkt es so und wenn du jetzt zu ihr ziehen würdest, würde es ihr erstmal natürlich besser gehen, aber irgendwann kommen die Depressionen wieder. Und dann sitzt du da, sie ist depressiv und du hast deinen Job aufgegeben. ;-)

    Zitat

    Heißt es gibt 3 mögliche Lösungen:

    Du hast eine Lösung vergessen. Sie zieht zu dir. Für diese Lösung hat dir deine Freundin bereits gesagt, dass sie Angst davor hat. Und du hast genau das gleiche. Du hast Angst dein Leben aufzugeben und du hast Angst, dass auf Grund dieser Entscheidung sich deine Freundin etwas antut.


    Und du kommst nicht drum herum ihr diese Wahrheit zu sagen. Nämlich, dass du aktuell nicht zu ihr kommst, weil du die gleichen Ängste hast wie sie.

    Zitat

    Einen Verbleib bei der jetzigen Situation sieht sie jedoch kritisch.

    Hat sie das gesagt? Wenn ja ist das ihr Weg um ihr Gewissen zu erleichtern. Denn den schwarzen Peter hast jetzt du. Und das ist etwas was du nicht "darfst", für die jetzige und für alle anderen Beziehungen die danach noch kommen, du darfst nicht ihr Problem zu deinem machen und versuchen dieses Problem zu lösen.

    Zitat

    Was würdet ihr in meiner Situation tun, wie kann ich sie unterstützen?

    Aus deinem Text geht hervor, dass du eigentlich kein Problem mit der Fernbeziehung hast, also spiele ihr den schwarzen Peter zurück. Sie hat ein Problem damit und somit ist es an ihr dieses zu lösen. Wenn du 20 Jahr verheiratet bist, sieht das nochmal anders aus, aber nicht bei jemanden den man 5 Monate über eine Fernbeziehung kennt.


    Löse deine Probleme: Schenke ihr reinen Wein ein und schilder ihr deine Ängste. Setze deine Pläne um, so wie du dir deinen Weg vorstellst. Alles andere ist das Leben. Menschen kommen und gehen und kommen zurück. Wichtig ist, dass du nicht irgendwo Zelte abbrichst und deine Pläne durcheinander wirfst, weil deine Freundin die Situation kritisch sieht. ;-)

    @ :)

    Danke für sie Antwort Muskatnuss.


    Du hast Recht, wir haben die selben Ängste, das ist mir bisher garnicht aufgefallen.


    Auch wenn es mir schwer fällt ihr ihre Vorstellungen von unserer Beziehung Contra zu geben muss ich bei meiner Linie bleiben, schließlich fahre ich damit seit mehreren Jahren erstaunlich gut, was man von ihrer Seite leider weniger behaupten kann.


    Es ist natürlich ihr Problem, aber falls, wenn auch unwahrscheinlich,die letzte Konsequenz von ihr gezogen wird, wird es zu meinem Problem werden.


    Nicht das ich dann komplett Lebensunfähig werde, allerdings machen mir endgültige Trennungen von geliebten Personen doch ein wenig mehr zu schaffen.


    Das ich von heute auf jetzt zu ihr ziehe steht zwar im Raum, allerdings wüsste ich ehrlich gesagt nicht wie sie mich dazu überreden sollte, in der Beziehung bin ich doch sehr Kopfmensch.


    Ich werde mit ihr über meine Ängste reden und versuchen ihr bewusst zu machen das für uns in der jetzigen Situation nur der Kompromiss der räumlichen Trennung zur Auswahl steht, sollte sie es abblocken muss ich wohl Abwegen ob es besser ist ihr vorzuspielen das doch noch die Chance gibt das ich zu ihr ziehe, oder in den sauren Apfel beißen und wieder alleine durchs Leben gehen.


    Das Ergebnis der Überlegungen kann ich mir allerdings schon denken :-(

    Naja das sind ja mehrere Probleme.


    Sie ist gerade mal 18, also grade so Erwachsen und dann gleich alles aufgebrn und in eine fremde Stadt ziehen ist schon ne Nummer.


    Dazu ihre psychischen Probleme und damit auch die Angst wie das wird, alleine, noch keine Freunde, die Familie ist weit weg etc.


    Und noch ein wesentlicher Grund, ihr seid gerade mal 5 Monate zusammen in einer Fernbeziehung, da würde ich auch nicht mit Sack und Pack so weit wegziehen. Ihr kennt euch doch noch gar nicht so richtig, ich fände das unabhängig von allem anderen sowieso etwas uberstürzt.

    Wieviel unterschied ist denn die fahrtzeit?


    Ich denke die beste lösung wäre, es erstmal so weiter laufen zu lassen wie bisher.


    Du ziehst 100km weiter. Ihr seht euch alle 2 wochen.


    Was macht sie denn gerade? Ausbildung/abitur/nix? Das wäre für mich auch ausschlaggebend für die endgültige Entscheidung, die ich aber frühestens is 1-2jahren sehe.

    Du kannst nicht von einer 18-Jährigen mit psychischen Problemen erwarten, dass sie einfach mal so ihren Heimathafen aufgibt um nach 5 Monaten (!) mit dir zusammenzuziehen. Da habe ich vollstes Verständnis für ihre Position. 5 Monate Fernbeziehung sind noch keine Beziehung, wo man zusammenzieht. Wenn das schiefgeht, ist deine Freundin ziemlich gestrandet - willst du ihr das Risiko wirklich zumuten?


    Andererseits verstehe ich genauso deine Position. Du trägst die gleichen Risiken und ihr steht beide erst am Anfang eures selbständigen Lebens. Du bist in deinem beruflichen Weg und willst ihn ausbauen. Daher kann ich dir nur raten, diesen Weg auch zu verfolgen und nicht aufgrund einer erst kurzen Beziehung aufzugeben.


    Lasst es, wie es ist. Gebt euch mehr Zeit zur Reife. Und wenn ihr eines Tages die Lösung wisst (egal in welche Richtung) könnt ihr diese dann gemeinsam angehen. Ich bin aber ganz ehrlich und sage dir, dass ihr nicht unter dem besten Stern steht. Alter, Vorgeschichten und Zweifel sind nicht die besten Voraussetzungen, und JA, eine Fernbeziehung ist belastend. Für so etwas muss man ganz fest im Leben stehen. Genießt es, solange es dauert, aber klammert euch noch nicht mit fatalen Entscheidungen aneinander.

    Ich finde es wichtig zu wissen, dass es eben nicht immer "passt". Damit eine Beziehung langfristig funktionieren kann, braucht es mehr als Liebe. Viel, viel mehr. Die Lebensumstände und die Zukunftsvorstellungen müssen genauso zueinander passen wie die Gefühle. Es mag gut sein, dass das bei euch einfach nicht der Fall ist. Und dass ihr vielleicht aufgrund der Umstände nie die Chance haben werdet, euch so kennen zu lernen und so zusammen zu wachsen wie das sein könnte, wenn ihr im gleichen Ort wohnen würdet.


    Ich würde es an eurer beider Stelle jedenfalls für Wahnsinn halten, zum anderen zu ziehen. Sie ist noch sehr jung und die psychische Erkrankung macht es nicht einfacher, weder das Führen einer Beziehung noch eine solche Umstellung des ganzen Lebens. Eure Chancen, dass ihr auf Dauer zusammen bleibt, sind realistisch gesehen nicht gut. Ich (Ende 30) kenne fast niemanden, der heute noch mit dem Partner zusammen ist, den er/sie mit 18 hatte.. schon gar nicht mit solchen Extra-Belastungen wie Fernbeziehung und einer psychischen Erkrankung.


    Wenn deine Freundin den status quo nicht mehr will - was ich gut verstehen kann - dann könnte es das beste sein, dass das dann das Ende ist. Das tut sicher furchtbar weh, aber man Dinge, die nicht passen, nicht mit Gewalt und ohne Rücksicht auf Verluste passend machen.

    Ich würde sie nie dazu zwingen zu mir zu ziehen, wie auch.


    Jedoch habe ich ihr den Vorschlag gemacht, worauf sie auch anfangs freudig reagierte.


    Nachdem sie sich das allerdings genauer überlegt hatte fingen ihre Zweifel an der Sache an.


    Davon war ich anfangs überrascht da sie ja erst dafür war, nach einem längeren Gespräch hat sie mir allerdings die Gründe dafür verraten, welche ich auch gut verstehen kann.


    Nach 5 Monaten zusammen ziehen ist natürlich ein Risiko, keine Frage.


    Allerdings wüsste ich zumindest von MEINER seite aus nichts was dagegen sprechen würde.


    Ich liebe sie und es tut mir weh sie in so einem Zwiespalt zu sehen, ich würde sie nie zu einer Entscheidung drängen die sie nicht will.


    Zur Zeit steht sie sehr unter Stress, sie hat vor kurzen ihr Abi abgebrochen und bekommt deswegen natürlich von jeder Seite Feuer.


    Ich nehme an mein Vorschlag war einfach der Tropfen der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, sie hat einfach zu viel Stress.


    Das das ganze sich nun auf mich auswirkt hätte ich sehen können, ich weiß ja wie sie auf so was reagiert.


    Ich werde wenn ich das nächste mal bei ihr bin einfach mal ein Gespräch mit ihr führen, indem ich ihr meine Gefühle und Meinungen zu der Sache offenlegt, vielleicht hilft es ihr dabei mich und die Situation besser zu verstehen.