Vergewaltigung kann man ausschließen. Das gibt der Sachverhalt vorne und hinten nicht her, damit sollte man den Begriff auch mit der nötigen Vorsicht verwenden (also hier gar nicht).


    Es gibt aber den Missbrauch Schutzbefohlener, der seit einiger Zeit auch Fälle einschließt, bei denen ein Lehrer die Schülerin zwar nicht unterrichtet, aber an der gleichen Schule tätig ist.


    Hier gilt, dass es unter 16 strafbar ist und unter 18 nur dann, wenn der Lehrer dabei seine Position missbraucht. Darüber wird nichts berichtet, obwohl die Schilderung ansonsten sehr ausführlich ist.


    Vor diesem Hintergrund halte ich das Verhalten des Lehrers für nicht professionell. Allerdings ist das Schnee von gestern.


    Solange sich die Annäherung in einem sozialadäquaten Rahmen bewegte, sollte man es auf sich beruhen lassen.


    Ich kann allerdings verstehen, dass man sich darüber Gedanken macht. Dass der Lehrer den Kontakt zu dem Patenonkel unterbindet, ist zunächst einmal bedenklich und spricht ohne Kenntnis der weiteren und wirklichen Umstände nicht für eine Beziehung auf Augenhöhe.


    Ansonsten ist der Eingangsbeitrag durch die vorweggenommenen Wertungen sehr tendenziös.

    Zitat

    Warum hat sich hier keiner der Befürworter des aktuellen Sexualstrafrechts für diese Möglichkeit eingesetzt, die vom Gesetzgeber bewusst ins Strafgesetz eingefügt wurde?

    Zitat

    Wenn das Rechtsempfinden der Schülerin sich in gleicher Weise von dem Strafgesetzbuch unterscheidet, hat sie keinen Grund es anzuzeigen.

    also bitte... das strafrecht ist eines der klarsten, was das deutsche recht zu bieten hat - gerade, klar, einfach zu subsumieren! da gibt es eigentlich kein falsch verstehen - eher von deiner seite aus, wie man gesetze anwendet!


    schau dir doch die einschlägigen §§ an und benutze danach vielleicht nicht mehr unpassende begrifflichkeiten.

    Ich hab den ganzen Kram nicht gelesen nur den ersten Beitrag....hat mir aber auch gereicht.


    Wie ich denken würde, wenn eine Schwester das gemacht hätte? Ich würde mich wie ein kleines Kind freuen, dass sie lebt, gesund ist... Alles andere ist Nebensache.


    BTW (entschuldige meine Ausdrucksweise) es geht Dich einen Sch... an! ;-)

    Was für ein Drama, um ein zutiefst menschliches Verhalten.

    Zitat

    Wenn eine 17-jährige Schülerin in die Schule geht, dann kann man von den Umständen her davon ausgehen, dass sie es offenkundig tut, um unterrichtet zu werden.

    Himmel, dann hatte sie eben noch Zusatzunterricht.


    17jährige Schülerinnen können gegenüber einer Person - die zufällig Lahrer ist- durchaus tiefere Gefühle (ich rede hier nicht von Schwärmereien) entwickeln. Und auch Lehrer sind ganz normale Menschen.


    Ein guter Bekannter hat einige Zeit nach ihrem Abitur eine seiner Schülerinnen geheiratet. Irgendwann wussten wir einfach, dass sie sich nahestehen. Sie waren ein ganz normales Paar. Das ist jetzt Jahrzehnte her und sie haben 3 gemeinsame Kinder. Wie nahe sie sich bereits während ihrer Schulzeit standen, darüber darf jeder selbst spekulieren.


    Ich kann anhand der Schilderung der TE nichts Verwerfliches finden.

    Es wird wohl beides sein und nicht nur gut und nicht nur schlecht. Je nachdem welche Position man einnimmt, kann man die jeweiligen Gründe dafür oder dagegen durchdenken und es werden beide Seiten recht haben, je nach Blickwinkel.


    Der Lehrer wird vielleicht sein Glück/Dopamin über junge Schülerinnen immer wieder am Laufen gehalten haben, weil sein Leben ihm sonst vielleicht nicht genug gegeben hat, was bei nicht wenigen Menschen vorkommt. Nur die Strategien dagegen sind dann unterschiedlich. Einen solchen Kick des Verbotenen, des Verliebtseins, des Entdeckens und dann noch des Sexes, das kann einem den Alltag versüßen, so dass alles andere leichter wird oder gänzlich in den Hintergrund rückt, sollte er noch sonstige Probleme gehabt haben. Es gibt Menschen, die handhaben das auf diese Weise in allen Altersklassen.


    Und sie wird wahrscheinlich offen für einen älteren, scheinbar intelligenten Mann, in einer guten pädagogischen Position gehabt haben. Auch das kann spannend und aufregend sein und einen über den Alltag hinausheben. In Filmen ist das ein gern bedienter Stoff. Lernen kann man dabei auch einiges, wenn man sich nicht gänzlich abhängig macht. Das scheint hier wohl gelungen zu sein, da die Trennung einfach vonstatten gegangen ist.


    Irgendwann wird auch für den Lehrer einmal Schluss sein mit seiner Anziehung. Das wird für ihn evt. ein Tief sein, oder er holt sich eine etwas ältere Dauergeliebte oder er wird sich etwas anderes suchen müssen ect. Alles Spekulation, aber das wird evt. nicht einfach.


    Der Schwester scheint es anscheinend gut. Wie sie das Ganze erlebt hat, wäre vielleicht interessant zu erfahren.

    Zitat

    Wenn er wüsste welche Wellen seine Liaison heute noch schlägt hätte er sich mit Sicherheit überlegt die Finger und noch mehr von dem Mädchen zu lassen

    Na ja, also die Brisanz sollte einem Pädagogen durchaus bewusst gewesen sein und deshalb überlegen es sich Pädagogen i.d.R. auch dreimal, bevor sie ihren Gefühlen da freien Lauf lassen. Die med1-Gemeinde zeigt sich in diesem Fall hier auch überdurchschnittlich tolerant und verständnisvoll. Das habe ich im "real life" damals als Betroffene ganz anders erlebt.

    Das sehe ich auch so. Es gab eine gewisse Gruppendynamik, eine meinungspluralistische Diskussion (mit ernstzunehmenden Gegenargumenten) kam nicht zustande.


    Unabhängig von der moralischen oder strafrechtlichen Bewertung sollte eine gewisse Distanz zum Lehrberuf dazugehören.


    In Rheinland-Pfalz wäre die Konstellation ohnehin verboten.

    Man darf - man muss fast - hier ruhig die ganz grundsätzliche Frage stellen, inwieweit sich der Staat - also die Gesellschaft - in den ganz privaten und intimen Lebensbereich der Bürger/Mitmenschen einzumischen hat. Warum einen Schaden abwenden wollen wo keiner da ist und wo auch keiner entstehen würde wenn diese zwei Menschen sich ganz isoliert betrachten könnten/würden? Warum nehme ich mir das Recht und sogar die Pflicht heraus über die Lebensgestaltung anderer zu bestimmen? Wenn überhaupt betrifft das diese zwei Menschen alleine. Und die waren sich offensichtlich einig.


    (Hier darf man davon ausgehen das eine Beziehung ohne großes Machtgefälle und ohne Ausnutzen einer schwächeren Position zustande kam. Hier anderes anzunehmen wäre blindes Gutmenschentum, frei nach dem Motto: "Niemand hat vor eine Mauer zu bauen".)


    Wenn du - egal wer sich mit dem "du" jetzt angesprochen fühlt - damit ein Problem hast, ist das in erster Linie dein Problem wenn du dich wegen des "internen" Verhaltens anderer Menschen auf dem Schlips getreten fühlst.


    Eine Gesellschaft - also ein allgemeines Miteinander - kann logischerweise nur funktionieren wenn sich alle, oder weitgehend alle, an allgemeinverbindliche Mindestregeln halten. Diese sollen aber das "Außenverhalten" regeln und maßregeln. Wer nimmt sich allen Ernstes die Fähigkeit heraus die innere Gefühlswelt der Menschen beurteilen zu können? Wer was mit wem wann wie oft zu Hause macht geht niemanden etwas an. Und wenn sich hier ein 42jähriger Sportlehrer und die 17jährige Schwester einer gewissen Person gefunden haben, geht das niemanden was an. Ich schreibe beispielhaft, ähhh, der Seherin auch nicht vor mit wem sie ins Bett geht und ob sie das überhaupt tut oder ob es ihr auf dem Küchentisch nicht vielleicht noch besser gefällt. Und wenn bei dem Sportlehrer zwischendurch mal ein 36jähriger LKW-Fahrer und eine Ziege dabei ist, geht das immer noch niemanden was an...


    Erst wenn so eine Beziehung durch Zwang, Manipulation usw. zustande kommt - wobei ich das dann nicht Beziehung nennen würde - darf und muss die Gesellschaft eingreifen. Bis da hin sollte man die Würde des Menschen und sein Recht auf Selbstbestimmung nicht beschneiden! Auch wenn das vielen offensichtlich sehr, sehr schwer fällt.

    Unabhängig vom Fall, auf den das nicht mehr zutrifft:

    Zitat

    Warum einen Schaden abwenden wollen wo keiner da ist und wo auch keiner entstehen würde wenn diese zwei Menschen sich ganz isoliert betrachten könnten/würden?

    Diese zwei Menschen könnten sich nach einer Versetzung bzw. Schulwechsel ganz isoliert betrachten. Insofern ist der Eingriff in die Freiheit (Einmischung) begrenzt.


    Die Annahme, dass kein Schaden entstehe, halte ich für nicht zutreffend. Eine zu enge Lehrer-Schüler-Beziehung schadet dem Bildungsauftrag und ist daher lehrerseitig nicht professionell. Soweit ich weiß, ist das auch Teil der pädagogischen Ausbildung.


    Inwiefern man das dann tatsächlich reglementieren muss, darüber kann man streiten. Aber eine gewisse Brisanz von vornherein ausschließen kann man hier nicht. Man kann nur abwägen, ob die Brisanz so hoch ist, dass sie einen Eingriff in die persönliche Freiheit rechtfertigt.


    Dazu hat es laufend gesellschaftliche und politische Debatten gegeben. Das ist zunächst einmal der demokratische Prozess.


    Leider ist der Anlass für Gesetzesverschärfungen dann oft aktionistischer Natur, nachdem Fälle bekannt werden, die von den aktuellen Gesetzen nicht erfasst werden, was dann als ungerecht empfunden wird:

    Zitat

    § 174 Absatz 1 StGB berücksichtigt derzeit nicht ausreichend das strukturelle Ungleichgewicht, das zwischen Erwachsenen und Jugendlichen in Institutionen, die der Erziehung, Ausbildung und Betreuung in der Lebensführung von Jugendlichen dienen,

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/029/1802954.pdf


    Der Wikipedia-Artikel zum 174 fasst die Entwicklung auch ganz gut zusammen.

    Zitat

    Im schulischen Zusammenhang wird der sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen gemäß den Schulgesetzen der Länder auch dienstrechtlich sanktioniert. Seit Januar 2013 sind in § 25 Abs. 3 Schulgesetz Rheinland-Pfalz sexuelle Kontakte zwischen Lehrkräften und Schülern einer Schule ausdrücklich für unzulässig erklärt. Diese Neuerung entstand aus Anlass eines umstrittenen Urteils des OLG Karlsruhe vom 29. Dezember 2011, das einen Lehrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen nach § 174 StGB freisprach, weil der Lehrer zwar mehrfach Vertretungslehrer aber weder Klassenlehrer noch Fachlehrer der betroffenen 14-jährigen Schülerin gewesen sei und somit kein Obhutsverhältnis festzustellen sei.[1][2][3][4] In einem anderen Fall kam es zu einer ähnlich gelagerten Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 25. April 2012.[5]


    Seit Januar 2015 reicht es deshalb aus, dass der Minderjährige einer Erziehungs-, Ausbildungs- oder Betreuungseinrichtung, in der der Täter arbeitet (z. B. Schule) anvertraut ist, wenn dem Täter dort andere Minderjährige zur Erziehung, Ausbildung oder Betreuung anvertraut sind (ab dem vollendeten 16. Lebensjahr des Minderjährigen ist nur die Ausnutzung der Stellung strafbar).

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_von_Schutzbefohlenen

    Zitat

    Wenn überhaupt betrifft das diese zwei Menschen alleine. Und die waren sich offensichtlich einig.


    (Hier darf man davon ausgehen das eine Beziehung ohne großes Machtgefälle und ohne Ausnutzen einer schwächeren Position zustande kam. Hier anderes anzunehmen wäre blindes Gutmenschentum, frei nach dem Motto: "Niemand hat vor eine Mauer zu bauen".)

    Ich weiß ehrlich nicht, woher du diese Sicherheit nimmst. Dafür wissen wir m.E. viel zu wenig über die genaue Situation damals. Falls es tatsächlich so gewesen sein sollte, dass der Kontakt zu einer ehemals engen Bezugsperson "unterbunden" wurde oder sagen wir, etwa zeitgleich mit dem Eingehen der "Beziehung" abrupt abbrach, dann kann das schon auf einen Missbrauch hindeuten. Und zu sagen, dass die junge Frau den Lehrer nach Verlassen der Schule dann ja hätte anzeigen können, ist m.E. auch zu kurz gedacht. Viele Opfer geben sich selbst die Schuld, siehe sämtliche Missbrauchsskandale an katholischen Einrichtungen, die erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht kamen. So einfach ist das alles nicht, aber mir geht es auch gar nicht darum, das hier abschließend zu beurteilen, das können wir als Außenstehende ohne nähere Informationen gar nicht. Aber bei einer Lehrer-Schüler-Beziehung handelt es sich schon um eine besonders sensible Konstellation - das sieht der Gesetzgeber ja letztlich auch so, deshalb existiert ja §174 StGB - und sollte deshalb durchaus genauer betrachtet und nicht pauschal abgeurteilt werden - weder positiv noch negativ.

    Zitat

    Jetzt mal Frage an alle: Findet Ihr das ok, dass ein Lehrer eine Beziehung mit seiner minderjährigen Schülerin eingeht?

    Naja, das kommt auf die Situation an. Grundsätzlich finde ich es nicht dramatisch, aber richtig ist es auch wieder nicht ("Schutzbefohlene"). Ich würde es nicht anschwärzen, solange alles freiwillig ist, sondern mit meiner Schwester reden. (sofern es aktuell wäre). Meine Frage wäre wohl, ob sie nicht damit warten können, bis kein Schüler-Lehrer-Verhältnis mehr besteht. Daran kann man eventuell der Liebe wegen etwas ändern.


    Aber fünf Jahre danach ist da schon längst Gras drüber gewachsen.

    Letzer Satz diesbezüglich von mir. Missbrauch in eine Beziehung, die zwei Jahre lang lief und bewusst von ihr verheimlicht wurde, im Wissen um die Schwierigkeiten, zu interpretieren, halte ich für grenzwertig wenn nicht gar für übergriffig. Und nur zur Verdeutlichung. Sollte der Lehrer einer ihrer Lehrer gewesen sein, so halte auch ich diese Beziehung für mindestens schwierig. In dem Fall wäre Zwang durch Abhängigkeit sehr viel ehr denkbar.


    Mir fällt aber noch was negativ auf. Man interpretiert hier beinahe selbstverständlich einen Missbrauch hinein, nur weil die betreffende Person dies nicht aktiv geleugnet hat. ("Das arme Kind traut sich nur nichts zu sagen.") Hier ist man also plötzlich schuldig solange bis die Unschuld bewiesen ist, nur damit alles wieder mit der eigenen Moralvorstellung zusammenpasst. Hier schwingt eine pessimistische Grundhaltung mit, die nicht nötig ist. Ich finde auch das man mit dieser Haltung andere, echte Missbrauchsfälle, die viel Leid hinterlassen, verharmlost.

    Zitat

    Missbrauch in eine Beziehung, die zwei Jahre lang lief und bewusst von ihr verheimlicht wurde, im Wissen um die Schwierigkeiten, zu interpretieren, halte ich für grenzwertig wenn nicht gar für übergriffig.

    Es ist absolut keine Seltenheit, dass ein Missbrauch auch gerade vom Opfer aktiv verheimlicht wird. Eben gerade wenn ein Abhängigkeitsverhältnis besteht oder bestand, der Minderjährige unter Druck gesetzt wird und später dann oft aus Scham. Ich bin wirklich erstaunt, wie leichtfertigt hier argumentiert wird. Und nein, ich bin weit davon entfernt, bei so einer Konstellation automatisch von Missbrauch auszugehen. Ich sage nur, man sollte die Möglichkeit nicht so leicht von der Hand weisen, wenn es um Schutzbefohlene geht. Das ist wirklich ein ganz sensibles Thema.

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    Mir fällt aber noch was negativ auf. Man interpretiert hier beinahe selbstverständlich einen Missbrauch hinein, nur weil die betreffende Person dies nicht aktiv geleugnet hat. ("Das arme Kind traut sich nur nichts zu sagen.") Hier ist man also plötzlich schuldig solange bis die Unschuld bewiesen ist, nur damit alles wieder mit der eigenen Moralvorstellung zusammenpasst.

    Da irrst du dich gewaltig ;-) Ich schrieb es doch schon: Ich bin selbst als Minderjährige eine Beziehung mit einer Lehrkraft eingegangen. Ich war damals sogar noch jünger als die besagte Schwester hier, als ich mich verliebt habe und es lag kein Missbrauch vor. Ich habe überhaupt nichts einzuwenden gegen Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern, wenn sie aus freien Stücken eingegangen werden und sich niemand unter Druck gesetzt fühlt. Aber ich weiß leider auch, wie Missbrauch "funktioniert" und dass Schweigen und Verheimlichen nicht bedeuten muss, dass man einverstanden war.