Schwester meine Freundes - wie verhalten?

    Hallo zusammen,


    eigentlich keine neue Frage, aber ich bin dennoch unsicher und muss mir das alles einmal von der Seele schreiben.


    Mit meinem Freund bin ich seit 7 Jahren zusammen, wir wollen - sofern Corona es zulässt - dieses Jahr heiraten. Er hat zwei Schwestern, mit der einen habe ich zusammen gearbeitet und mich damals super verstanden. Ich habe oft gedacht "so eine Schwägerin hätte ich gerne mal". Als ich dann mit meinem Freund zusammen kam, hab ich mich richtig gefreut.


    Allerdings hat das nur kurz gedauert. Sie hat mir nicht wirklich was getan, aber ich fühle mich in ihrer Gegenwart nicht mehr wohl und sie ist nicht mehr herzlich zu mir oder heisst mich "willkommen". Das ganze war ein schleichender Prozess über all die Zeit. Natürlich findet man mit der Zeit heraus, ob man sich richtig versteht oder nicht. Meinem Freund ist Familie sehr wichtig und auch seine Schwestern, daher war mir auch wichtig, mich gut mit ihnen zu verstehen. Wir waren damals zeitgleich schwanger, aber gefühlt hat sie sich nie für mich gefreut. Wir hatten uns ab und an ausgetauscht damals, aber das war es auch. Unsere Kinder sind also gleich alt, aber es sind dennoch mehr oder weniger Fremde.


    Da wir uns damals in der Arbeit sehr gut verstanden haben und auch privat geredet habe, habe ich zu Beginn oft versucht, ihr "näher" zu kommen. Ich habe ihr geschrieben oder angerufen, sie eingeladen, gefragt wie es geht oder ihr in schwereren Momenten (sie leidet an Depressionen) ihr Rückhalt zu geben. Von ihr kommt .... nichts! Sie antwortet selten auf Mails von mir (mit ihrer Familie schreibt sie regelmäßig, also liegt es nicht daran, dass sie nicht online ist), reagiert nicht auf Einladungen. Zum Geburtstag bekomme ich keinen Anruf sondern nur eine kurze Mail "Herzlichen Glückwunsch". Wenn wir uns sehen, reden wir oberflächlich, aber wir haben uns einfach nichts mehr zu sagen. Von selbst fragt sie nie, wie es mir geht, schreibt mich nie an. Auf die Nachricht zur Hochzeit hat sie gesagt "schön" und das war es auch. Ich habe einfach das Gefühl, dass es sie gar nicht interessiert. Wenn man all das umgedreht machen würde, dann wäre es ein riesen Fauxpas und Drama. Sie ist auch recht "neidig" worden und ist oft schlecht gelaunt, wenn jemand anderes etwas schönes hat. Dabei hat sie selbst viele schöne Dinge in ihrem Leben (Traumhochzeit, zwei gesunde Kinder, Hausbau). Es mag an der Depression liegen, dass sie das nicht sieht, sie ist immer überfordert, aber kann sich auch nicht für andere mitfreuen.


    Ich bin eigentlich ein offener Mensch, der - wenn etwas nicht passt - einfach nachfragt. Aber bei ihr schaffe ich es einfach nicht. Sie ist schwierig und fühlt sich immer angegriffen und dann hat man die ganze Familie gegen sich. Sie dreht und wendet alles, sodass man sich am Ende gleich wieder große Verbrecher fühlt. Wie gesagt, eigentlich würde ich das "ansprechen", als meine Stärke sehen, aber ich schaffe es bei ihr nicht. Vielleicht aus Angst, dass sie mir sagt, das sie mich nicht leiden kann 8-( Dabei ist ja nie etwas vorgefallen zwischen uns, wo wir Streit hatten.


    Mein Freund wollte mit ihr reden, aber ich wollte das nicht. Ich will nicht, dass jemand für mich Gespräche führt, da ich alt genug bin, sowas selbst zu klären. Er versteht seine Schwester auch nicht, findet dass sie sich sehr zurück gezogen hat und egoistisch geworden ist. Er hört selbst wenig von ihr, aber er kann besser damit umgehen.


    Ich weiß selbst aber gar nicht, was ich machen soll. Ich habe so oft versucht, den Kontakt zu halten, aber wenn er einseitig ist, dann habe ich da auch keine Lust mehr. Wäre es ein Bekannter von mir, würde ich den Kontakt nun einfach abbrechen. Aber es ist nunmal seine Schwester und ich werde sie immer "in der Nähe" haben. Da kann ich nicht einfach sagen, dass sie mir gestohlen bleiben kann und ich sperre sie aus. Meist hab ich mich damit arrangiert und nehme es einfach so hin. Es ist ja wie gesagt nichts passiert und es gibt ja kein Problem. Aber nun steht die Hochzeit an und irgendwie lässt mich der Gedanke nicht los. Irgendwie ist mir schon wichtig, dass sie mich annimmt und diesen Tag gerne mit uns verbringt.


    Wie würdet ihr euch verhalten? Akzeptieren und annehmen, wie die Situation ist und einfach so weiter machen? Doch ansprechen? Ich fühle mich gerade etwas hilflos und schwanke derzeit. Vielleicht habt ihr ein paar Denkanstöße für mich?


    Liebe Grüße

  • 14 Antworten

    Ich habe auch so eine schwierige Schwägerin. Sie war sogar Trauzeugin als ich meinen Mann heiratete. Habe dem auch nur meinem Mann zuliebe eingewilligt.

    Im Grunde ist es für uns beide das Beste, wenn wir uns aus dem Weg gehen. Wir haben uns nur wenig zu sagen, und wenn sie mal was zu mir sagt, sind es meist nur irgendwelche Sticheleien. Sie hat aber deswegen schon mal von ihrer Mutter eins auf den Deckel bekommen. Daraufhin hat sie geflennt wie eine Heulboje. Seitdem nimmt sie sich etwas zurück, wenn wir mal Kontakt haben.

    Leider sehen wir uns recht häufig, da wir nah beieinander wohnen und sie, trotz eigener Wohnung, ständig bei ihren Eltern abhängt. Da meine Schwiegermutter wie eine zweite Mutter für mich ist und ich mich sehr gut mit ihr verstehe, sehe ich meine Schwiegereltern auch häufig (nur jetzt zu Corona nicht) und zwangsläufig auch meine Schwägerin. Allerdings scheint mich meine Schwägerin immer noch wie einen Eindringling wahrzunehmen. So konnte sich nie ein gutes Verhältnis aufbauen. Und wenn einer ein gutes Verhältnis anstrebt und der andere dies gar nicht möchte, kann man leider nichts machen. Ich sehe meine Schwägerin zwar häufig, aber wir reden so gut wie gar nicht miteinander. Sie hat einfach kein Interesse und ich nach all den Jahren die wir uns kennen, leider auch nicht mehr. Man kann sowas eben nicht erzwingen. Da sagt man eben fast nur noch „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ und sitzt sonst eben stumm nebeneinander. Manchmal kommen zwar auch Gespräche zustande, aber das ist selten.


    Zitat

    Aber nun steht die Hochzeit an und irgendwie lässt mich der Gedanke nicht los. Irgendwie ist mir schon wichtig, dass sie mich annimmt und diesen Tag gerne mit uns verbringt.

    Erwarte lieber nicht zu viel. Einladen würde ich sie. Und wenn sie ein Fünkchen Anstand hat, erscheint sie auch. Aber erwarte nicht, dass sie dir freudestrahlend um den Hals fällt.

    Du sagst es ist nichts vorgefallen und sie hat Depressionen. Entweder gehst du auf sie zu und findest heraus, was wirklich los ist oder du lässt es bleiben. Du kannst ihr auch direkt sagen, was für ein Verhalten du von ihr erwartest, aber sei nicht enttäuscht, wenn sie diese nicht erfüllen möchte.


    Aber diese unterschwelligen Vorwürfe, nur weil sie nicht deine beste Freundin sein will und ohne, dass du die genauen Hintergründe kennst, finde ich unfair.

    Ich wüsste nicht, was es da nachzufragen gibt. Ihr harmoniert nicht und sowas lässt sich auch nicht herbeireden. Ist einfach so.

    Wenn dein Freund es als ihr Bruder akzeptieren kann, wirst du das erstrecht können.

    Und Depression macht eben auch oft "zurückgezogen".

    Seid eben da wenn ihr sie braucht aber drängt euch nicht auf und lasst den Vorwurfston.

    gato schrieb:

    Du sagst es ist nichts vorgefallen und sie hat Depressionen. Entweder gehst du auf sie zu und findest heraus, was wirklich los ist oder du lässt es bleiben. Du kannst ihr auch direkt sagen, was für ein Verhalten du von ihr erwartest, aber sei nicht enttäuscht, wenn sie diese nicht erfüllen möchte.


    Aber diese unterschwelligen Vorwürfe, nur weil sie nicht deine beste Freundin sein will und ohne, dass du die genauen Hintergründe kennst, finde ich unfair.

    Ich finde es sogar sehr direkte Vorwürfe und viel zu viele davon. Als wäre es ihre Pflicht, Lust auf Kontakt und Freundschaft zu haben und alles andere unfair.

    Die Schwester wird auf Grund ihrer Depressionen einfach das Interesse an dir verloren haben. So lange sie dich nur ignoriert würde ich da kein Drama draus machen,

    Das Ganze kann sich ändern, wenn die Schwester gesund werden sollte.k

    Wenn sie die Distanz zu dir haben möchte wäre es wichtig sie in Ruhe zu lassen.

    Das ist doch okay.

    Ihre Depressionen können auch ein Grund für ihr Verhalten sein.


    Laufe ihr nicht hinter her.

    Hauptsache du verstehst dich mit deinem Mann gut.

    mnef schrieb:
    gato schrieb:

    Du sagst es ist nichts vorgefallen und sie hat Depressionen. Entweder gehst du auf sie zu und findest heraus, was wirklich los ist oder du lässt es bleiben. Du kannst ihr auch direkt sagen, was für ein Verhalten du von ihr erwartest, aber sei nicht enttäuscht, wenn sie diese nicht erfüllen möchte.


    Aber diese unterschwelligen Vorwürfe, nur weil sie nicht deine beste Freundin sein will und ohne, dass du die genauen Hintergründe kennst, finde ich unfair.

    Ich finde es sogar sehr direkte Vorwürfe und viel zu viele davon. Als wäre es ihre Pflicht, Lust auf Kontakt und Freundschaft zu haben und alles andere unfair.

    Exakt. Du heiratest ja nicht die Schwägerin sondern deinen Zukünftigen!!!


    Das bedeutet nicht, dass sich jetzt ein enger guter Kontakt zu irgendeinem Familienmitglied ergeben muss und schon gar nicht, dass sie sich großartig für dich interessieren muss.

    Alias 977420 schrieb:

    Vielleicht habt ihr ein paar Denkanstöße für mich?

    Gehe ihr nicht auf den WEcker und belästige sie nicht weiter. Du hast genug Angebot gemacht. Wenn sie nicht mehr Kontakt will dann ist das halt so.

    Das solltest Du akzeptieren.

    Sie hat Depressionen, da wird einem oft alles zu viel ...auch Kontakt zu anderen Leuten. Das muss nichts mit dir zu tun haben . Aber natürlch kann es auch sein, dass du nicht ihr Typ bist ...so was gibt es , da kann man nichts erzwingen. Sei höflich , nett zu ihr aber erwarte nichts von ihr. Wenn du das schaffst, geht es dir besser.


    Weist du manchmal läuft man seinen Vorstellungen, Träumen hinterher und versaut sich damit nur die Stimmung, weil nicht das eintritt, was man sich so vorstellt.

    Warum mühst du dich so ab, zu ihr ein gutes Verhältnis zu haben?


    Ihr müsst euch ja nichts gegenseitig antun, aber wenn die Chemie nicht stimmt, würde ich das einfach so akzeptieren. Führ ein schönes Leben mit deinem Freund und gut ist. Familie kommt nun mal mit, das ist so - mit den einen versteht man sich besser, mit den anderen schlechter.


    Ich würde das einfach abhaken und mich entspannen.

    Du schreibst, dass sie Depressionen hat, aber ganz offensichtlich verstehst du nicht, was das für ihr Verhalten im allgemeinen und dir gegenüber bedeutet. Du bist nicht ihre Therapeutin und es ist auch nicht dein Job, auf Schönwetter zu machen. Bleibe freundlich und zugänglich, mehr braucht es nicht. Alles andere wurde oben schon in Beiträgen geschrieben. Du heiratest deinen Partner und nicht seine Schwester. Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen.

    Ich bin sehr sicher, ihr Verhalten kommt durch die Depressionen und ist durch sie nicht steuerbar. Ich hatte selbst Depressionen, über viele Jahre und habe sogar gemerkt, dass ich mich anders verhalte als andere, doch ändern konnte ich nichts daran. Deshalb solltest Du das einfach akzeptieren wie es ist, wenn ihre Krankheit behandelt wird, könnte sich ihr Verhalten ändern, wenn es ihr besser geht. Wenn Du sie bedrängst, könnte diese Möglichkeit verbaut werden.