Schwiegermutter hat sich bei uns einquartiert

    Hallo,


    aus gegebenem Anlass möchte ich mein Anliegen anonym schreiben.


    Das "Problem" steht ja schon oben im Beitrag. Seit nunmehr fast 1,5 Monaten wohnt meine Schwiegermutter bei uns.


    Der Hintergrund hierzu: im vorletzten Jahr ist ihr Lebensgefährte verstorben nach langer Krankheit. Die Trauer war mäßig da es nur noch eine reine Zweckbeziehung war. Danach hat sie zunächst weiter in seiner Wohnung gelebt. Da er jedoch mehr Schulden hatte als er ihr mitgeteilt hat wurde die Wohnung nun zwangsversteigert, d.h. sie mußte diese räumen. Statt sich frühzeitig um eine eigene Wohnung zu kümmern ist sie bei ihrer Tochter (meine Schwägerin) untergekommen. Da Sie anscheinend Streit mit ihrem Schwiegersohn bekam stand sie nun im August bei uns auf der Matte. Zunächst hieß es der Aufenthalt würde sich auf unseren Urlaub und eine anschließende Woche (in der sie sich etwas um ihren Enkel kümmern wollte) beschränken.


    Schließlich kam raus dass sie quasi bei ihrer Tochter rausgeflogen ist.... genaues weiß ich nicht, in dieser Familie wird nicht geredet!


    Und nun sitzt sie bei uns (mein Mann, ich, 1-jähriger Sohn). Mein Verhältnis zu ihr ist nicht das Beste, sie hat sich im Grunde nie um uns gekümmert, mein Mann wurde total ausgenutzt (mußte viel Geld von seinem Azubi-Gehalt abdrücken, ihr Handy Verträge finanzieren usw.) und unser Sohn spielte auch immer nur die zweite Geige nach ihrem "Lieblings-Enkel" (Sohn meiner Schwägerin). Tja, und nun habe ich den Salat.


    Ich habe mit meinem Mann schon mehrfach gesprochen, ich halte diese Situation so nicht aus. Wir leben in einer 100 m² Wohnung, klar, für zwei Erwachsene + Kind ist das ok, aber die Schwiegermutter schläft halt auf der Couch, ist IMMER da, wir haben kaum Privatsphäre.


    Natürlich ist Sie im Moment völlig handzahm, macht den Haushalt usw., aber ich weiß ja wie sie wirklich denkt (Lästereien, Einmischen in unsere Erziehung) und mich macht das wirklich fertig. Wir haben sie nie gebraucht, haben auch nie Unterstützung erhalten (außer vielleicht in 1,5 Jahren 5-6x babysitten), ich habe ihr aber auch nie den Kontakt zum Enkel vorenthalten...


    Das weitere Problem: sie bekommt Grundsicherung (Rente), hat aber bei der Wohnungssuche Ansprüche die weiß Gott wie hoch sind. ich habe das Gefühl sie möchte das WIR ihr eine entsprechende Wohnung zahlen, da wir grad ein Haus kaufen werde ich da sicher aber KEINEN Cent geben. Angeblich findet sie keine Wohnung, hat immer Ausreden wieso es bei der und der Wohnung nicht klappt usw. ich habe meinem Mann jetzt gesagt: "zum 1.12. muss sie raus sein...."


    Nur: was mache ich dann wenn sie einfach keinen Mietvertrag unterschreibt? Auf die Straße setzen? Bin echt ratlos.

  • 36 Antworten

    Sehr ehrenvoll von euch...! ;-D ;-D ;-D


    Ich hatte meinen Vater jetzt mal eine gute Woche zu Besuch... am Anfang war es ja ganz nett, aber wir sind dann ziemlich aneinandergeraten ;-D


    Ehrlich, versuch die Gutschste zum 1.11. freundlichst hinauszukomplimentieren... Ich denke das wird hart genug...


    Man kann ja offen über seine Bedürfnisse reden, das man genug am Hals hat und Ruhe, Intimsphäre, Erholung braucht. Das muss und wird sie verstehen. Wenn sie nicht klarkommt, lasst nicht zu dass sie euch über Gebühr einbindet. Jednefalls nicht um Kontrolle auszuüben oder sich aufzudrängen. Wenn sie hilflos ist, ist das was anderes, dann holt auch externe Hilfe und Beratung ein.


    Und fangt sofort an mit Wohnungssuche etc. (vor allem sie selber), das wird lange genug dauern.


    Offen gesagt frage ich mich wie andere Leute in Bangladesh das machen, die auf 8 qm mit vier Generationen und 20 Personen leben müssen... Ich glaub ich würd freiwillig aus dem Leben scheiden.

    Zitat

    Man kann ja offen über seine Bedürfnisse reden, das man genug am Hals hat und Ruhe, Intimsphäre, Erholung braucht. Das muss und wird sie verstehen.

    nein, wird sie leider nicht. Sie hat bereits 4 Monate bei ihrer Tochter und Schwiegersohn gewohnt und wäre da immer noch hätte es nicht den -anscheinend- riesen Krach gegeben. Mit Verständnis ist da sicher nichts zu machen. Sie ist ja schon seit April! aus der Wohnung raus, die Zwangsversteigerung wird ja auch länger als 3 Tage angekündigt worden sein... >:(

    Zitat

    Und fangt sofort an mit Wohnungssuche etc. (vor allem sie selber), das wird lange genug dauern.

    Angeblich sucht sie schon, wir haben ihr schon etliche Wohnungen rausgesucht, sie hingeschickt, angeblich geht das immer aus den und den Gründen nicht... (Hausflur dreckig, 43m² zu klein für Kleiderschrank....) ich kann ja nicht nachkontrollieren ob das wirklich stimmt was sie mir erzählt. Wir sind beide berufstätig mit kleinem Kind, planen den Hauskauf, ich dreh echt durch... :°(

    Hui, schwierige Situation....


    Erstmal: von der Quadratmeterzahl eurer Wohnung kann man gar nichts abhängig machen, sonst müsste ich jetzt sagen (wie leben zu zweit auf 42 m2) dass 100 ja mehr als genug ist. Aber: das ist irrelevant, es ist Euer persönliches Verhältnis dass es so schwierig macht, nicht die Wohnungsgröße.


    Ich würde von meinem Partner erwarten dass er das mit seiner Mutter regelt - und ja, eine kleine Wohnung zu finden die nicht teuer sein darf kann sehr sehr schwierig sein.


    Solange sie sich an Eure Regeln hält, würde ich wohl in den sauren Apfel beißen und ihr helfen etwas zu finden.

    Alos dass man nicht die erstbeste Wohnung nimmt, sondern fünf bis tehn unverhandelbare Parameter hat, dass ist normal.


    Könnt ihr nicht innerhalb eurer Wohnung einen Bereich abtrennen? Dachgeschoss, Wohnkeller habt ihr nicht bei 100 qm. Betreibt Aufwand um einen eigenen Bereich zu finden, wo sie euch nicht so auf der Pelle sitzt, wenn es geht.


    "Zunächst hieß es der Aufenthalt würde sich auf unseren Urlaub und eine anschließende Woche (in der sie sich etwas um ihren Enkel kümmern wollte) beschränken."


    Wusste dein Mann mehr, weil so wie dargestellt ist das schon hinterfotzig. Gut, vielleicht ist es aus der Not geboren.


    Aber ich denke auch, es wäre schwierig sie einfach vor die Tür zu setzen, also ein paar Wochen/Monate sollte man schon mal in der Lage sein, nächsten Verwandten der Familie Unterstützung zu geben. Also idealerweise.


    Aber wenn man die Anwesenheit nicht gewohnt ist, das ist auf jeden Fall aufwändig, anstrengend, etc.

    @ Alias

    am Sonntag hat unser Sohn beim Mittagessen spasseshalber gefragt, ob Er wieder bei uns wohnenn könnte.


    Adams Antwort war ganz ruhig und höflich: Nein.


    Zu Deiner Frage: Die Dame muss gehen, wenn es nicht anders geht, in eine Penison.


    Liebe Grüsse


    Evi

    Zitat

    Alos dass man nicht die erstbeste Wohnung nimmt, sondern fünf bis tehn unverhandelbare Parameter hat, dass ist normal.

    Wenn ich mich rechtzeitig kümmere, eigenes Geld habe usw. ist das auch ok. Letztendlich gibt ja eh das Amt schon dutzende Parameter vor.


    Solange die Bude nicht heruntergekommen, neben einem Flughafen ist oder man abends Angst haben muss auf die Straße zu gehen denke ich ist es langsam an der Zeit doch mal "alles " zu nehmen.

    Zitat

    Könnt ihr nicht innerhalb eurer Wohnung einen Bereich abtrennen? Dachgeschoss, Wohnkeller habt ihr nicht bei 100 qm. Betreibt Aufwand um einen eigenen Bereich zu finden, wo sie euch nicht so auf der Pelle sitzt, wenn es geht.

    Wir haben eben eine sehr offene Wohnung, offene Küche. Klar, unser Schlafzimmer und das Kinderzimmer sowie Bad sind separat, die sind eben auch belegt. ich kann aber nicht abends ab 19 Uhr immer im Schlafzimmer sitzen. Wegen kleinem Kind sind wir eben abends auch immer zuhause, der junge Mann muss dann in Bett. Und dann sitzen wir drei schön beieinander. Macht am Wochenende ganz viel Spaß, Zweisamkeit, Sexleben usw. kommt grad völlig zum erliegen. (ja, Schlafzimmer ist Unser Reich, aber das belastet mich grad so sehr neben den ganzen anderen Dingen die zu tun sind..)

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    Aber ich denke auch, es wäre schwierig sie einfach vor die Tür zu setzen, also ein paar Wochen/Monate sollte man schon mal in der Lage sein, nächsten Verwandten der Familie Unterstützung zu geben. Also idealerweise.

    Niemand hat es nötig gehalten mal vernünftig mit uns über die Situation zu reden seitens Familie meines Mannes. Wir sind beide davon ausgegangen sie würde kurzfristig was finden und von der Schwester aus dann direkt dort einziehen. das es Probleme gibt, nicht/wenig gesucht wird usw. wurde NICHT mit uns besprochen. Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Nach Monaten. Das ist für mich keine plötzliche Notsituation wo man mal einspringt.

    Zitat

    Könnte es sein, dass sie darauf hofft im neuen Haus bei euch eine feste Bleibe zu bekommen?


    Wie alt ist sie denn?

    Sie ist 70. Das vermuten meine Eltern auch schon. Kommt aber nicht in Frage. Der Kauf ist auch erst für nächstes Jahr Sommer geplant, verkaufen gerade erst unsere ETW.


    So dreist kann ja keiner sein sich geplant für ein Jahr einzuquartieren.

    Zitat

    Zu Deiner Frage: Die Dame muss gehen, wenn es nicht anders geht, in eine Penison.

    das Problem: sie hat ja kein Geld. Ich sehe nicht ein den teuren Spaß zu bezahlen, wir haben grad selbst Kosten vor der Brust, das geht auch einfach nicht. Das Amt bezahlt ihr ja eine Wohnung.


    Nur zur Info: wir wohnen in einer Gegend wo es sehr viele Wohnungen gibt, Raum NRW, also nicht ländlich oder so.

    Ich sehe nur eine Familienverträglich Möglichkeit: Ihr begleitet sie zu den Besichtigungen und übt dadurch Druck aus. Solange sie alleine sucht, habt ihr keine Kontrolle.


    Sollte sie die Besichtigungen dann absichtlich boykottieren oder nicht umzugswillig sein, würde ich die Dame auf die Strasse setzen. Hilfe ja. Ausnutzen nein.


    Das sie alleine keine 100qm bekommt, dürfte klar sein. Gerade wenn die Finanzierung der Wohnung übers Amt läuft. Da sind 45-50qm die angemessene Wohnungsgröße.

    mir fallen spontan einige dinge ein:


    1. du hast deinen mann geheiratet, nicht deine schwiegermutter. das wäre für mich eine klare ansage in richtung ehemann.


    2. wie wärs, wenn du mal die tochter der schwiegermutter kontaktierst, und sie fragst, wie es zu diesem zerwürfnis kam? könnte ja sein, dass du eine verbündete hast und es gar nicht weisst...


    3. offensichtlich bist du sehr rücksichtsvoll - so rücksichtsvoll, dass es ihr gut bei euch geht... kann man vllt.ändern? ]:D


    4. kinder haben eine unterhaltsPFLICHT in bezug auf bedürftige eltern. das amt holt sich nämlich die kohle wieder. und zwar bei den kindern der dame. und was ist, wenn sie mal pflegefall wird? also beim hauskauf ist mmn zu beachten, wem die kiste gehört: dir? oder deinem mann? oder gemeinsam? ":/

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    Und dann sitzen wir drei schön beieinander.

    sehr schön für sie, offensichtlich.

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    Ihr begleitet sie zu den Besichtigungen und übt dadurch Druck aus.

    Das ist eine gute Idee, falls es machbar ist.


    Ansonsten würde ich ihr eine angemessene Frist setzen und dann tschüß. Wie lange wohnt sie schon bei euch? Wie viele Wohnungen hat sie schon ausgeschlagen?

    Es ist an deinem Mann endlich mal Klartext zu reden. Er muss ihr sagen, dass sie auf keinen Fall bleiben kann und ihr eine Frist setzen. Ich fürchte ohne großen Krach wird es auch bei euch nicht abgehen damit sie endlich auszieht.

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    Hausflur dreckig, 43m² zu klein für Kleiderschrank...

    Das klingt in der Tat nach "Ausreden", vielleicht solltet Ihr ihr das auch mal deutlich sagen. Mit ca. 40 m² kann man als Einzelperson auskommen (und ich kenne nicht wenige Leute, die sich mit weniger begnügen müssen, obwohl sie nicht mehr jung sind), und sehr viel größere Wohnungen wird das "Amt" in diesem Fall auch gar nicht bezahlen wollen.


    Worauf ein älterer Mensch u.a. achten sollte, ist die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zumindest tagsüber.

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    Kinder haben eine UnterhaltsPFLICHT in bezug auf bedürftige Eltern.

    Beschrieben ist es z.B. hier: www.finanztip.de/elternunterhalt


    Wenn ich's recht verstehe, muß aber die Grundsicherung, sofern das Elternteil sie zu Recht erhält, nicht an den Staat zurückgezahlt werden.


    Jedenfalls ist es wohl eine rein finanzielle Sache. Eine Pflicht, die Mutter/Schwiegermutter dauerhaft in der eigenen Wohnung zu beherbergen, dürfte es eher nicht geben...

    Das sehe ich auch so, er sollte hier vermitteln und Ansagen machen.


    Aber vergeßt nicht es ist seine Mutter, der kann man keinenTritt geben, dass sie morgen ihre Sachen im Einkaufswagen umherschiebt und sich mit Zeitungspapier auf die Parkbank bettet.


    Trotzdem würde ich versuchen sie zum 15.11. in trockenen Tüchern in einer eigenen Wohnung zu haben. Ich würde nämlich auch irgendwann durchdrehen, wenn mir irgendwer in meiner Küche und meinem Bad herumläuft.