• Sehne mich nach traditioneller Rollenverteilung

    Ich möchte eine Beziehung mit ganz traditionellen Rollen führen: Ich arbeite, versorge die Familie und die Frau arbeitet nicht, sondert kümmert sich um unseren Haushalt und später um unsere Kinder. Das ist das wonach ich mich sehne. Ich hatte schon so einige Beziehungen, aber am Ende scheitert es immer daran, dass keine meiner Partnerinnen Hausfrau und…
  • 827 Antworten
    Joshua A. schrieb:

    Wie steht ihr (Frauen) zu der Möglichkeit heute ein solches Leben mit traditioneller Rollenverteilung zu führen ?

    Ich habe bereits einen 1 1/2jährigen Sohn und im Oktober folgt seine kleine Schwester. Ich liebe meine Kinder (und meinen Partner). Mein Partner verdient gut. Wir könnten es uns leisten, dass ich nicht arbeiten gehe. Ich möchte aber arbeiten gehen.


    Da ich nicht mehr großartig "Karriere machen" kann und in meinem Beruf auch keine Berufung (mehr) sehe, werde ich nach der zweiten Elternzeit (1 Jahr) mit rd. 80 % wieder einsteigen. Ich habe studiert und verdiene ebenfalls gut und gehe (meistens) auch gerne arbeiten.


    Ich würde durchdrehen, wenn ich dauerhaft "nur" für die Kinder und den Haushalt zuständig wäre. Ich brauche den Input im beruflichen Kontext (fachlich und sozial). Zudem erwarte ich von meinem Partner, dass er sich in Bezug auf die Kinder und auch den Haushalt einbringt. Nur Geld nach Hause bringen, reicht nicht. Auch in dem Jahr Elternzeit war es nicht selbstverständlich, dass ich meinen Partner mit dem warmen Abendessen empfange oder alleine für den Haushalt zuständig bin, dazu war unser Sohn einfach zu fordernd als das ich das überhaupt hätte leisten können.


    Kinder werden letztendlich auch irgendwann selbstständig und was macht man dann als Frau mit traditioneller Rollenverteilung? Hobbys sind ja schön und gut, die meisten Menschen um einen herum arbeiten aber regulär, sodass Vieles von dem, was ich gerne tue einfach nicht die einsame Zeit von morgens bis nachmittags füllen könnte.

    Guten Abend,


    ich bin verheiratet, habe noch keine Kinder und gehe Vollzeit arbeiten und ich persönlich finde es toll, die „Wahl“ zu haben, wie ich mein Leben gestalten will.
    Für dieses Modell kann man sich ja sowieso nur entscheiden, wenn der Mann genug verdient. Und es ist ja auch nicht so, dass man dann „nur„ seinen Mann den Rücken freihält. Meine Mutter war zu Hause als ich ein Kind war und es wurde jeden Tag frisch gekocht und ich fand das als Kind sehr schön, dass immer jemand da war. Ich denke für meine Mutter war es auch schön. Sie hat viele Freunde und viele Hobbys und ich glaube nicht, dass sie etwas vermisst hat.
    Man kann auch als Frau einen Ehevertrag verlangen, der einem besondere Unterhaltsansprüche im Falle einer Trennung einräumt.

    Darüber hinaus würde ich als Hausfrau auch Geld beiseite legen für „ meine“ eigene Rente.
    Ich finde es völlig legitim wenn eine Frau arbeiten und Karriere machen will, genauso legitim finde ich aber auch dass eine Mutter für ihre Kinder da sein will.

    Auch Frauen, die den Mittelweg mit Teilzeit wählen müssen wissen, dass man auch dadurch Geld-,Karriere- und Renteneinbußen haben wird.


    Ich könnte mir persönlich beides vorstellen und denke, dass es genug Frauen gibt, die ebenfalls so denken. Emanzipation ist nämlich wenn man den Weg wählen kann, den man für sich selbst am besten findet.

    Ich fände es jedoch erdrückend wenn ich wüsste, dass mein Mann mich nur heiraten würde, wenn ich denn zu Hause bleiben würde. Dann fehlt mir eben diese Wahl. Möglicherweise hast du deshalb Probleme eine passende Frau zu finden.


    Vg die kleine

    garudych schrieb:

    Und warum ist eine Frau, die arbeiten geht, "Vollzeithausfrau und -Mutter"? Weil es keine 40-Stunden-Woche ist? Als ob das irgendjemanden etwas anginge.

    Mich beschäftigt es, dass es Frauen mit einem fast vollen und schlecht bezahlten Arbeitspensum gibt, die dazu als Hausfrauen und Mütter gefordert sind wie eine Nur-Hausfrau.

    Da frage ich nicht, ob es mich etwas angeht ;-)

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    Möpi16 schrieb:
    garudych schrieb:

    Und warum ist eine Frau, die arbeiten geht, "Vollzeithausfrau und -Mutter"? Weil es keine 40-Stunden-Woche ist? Als ob das irgendjemanden etwas anginge.

    Mich beschäftigt es, dass es Frauen mit einem fast vollen und schlecht bezahlten Arbeitspensum gibt, die dazu als Hausfrauen und Mütter gefordert sind wie eine Nur-Hausfrau.

    Da frage ich nicht, ob es mich etwas angeht ;-)

    Du bezeichnest eine Frau, die nun sogar "fast voll" arbeiten geht, dennoch als "Vollzeithausfrau und -mutti". Was das soll habe ich gefragt.

    garudych schrieb:

    Du bezeichnest eine Frau, die nun sogar "fast voll" arbeiten geht, dennoch als "Vollzeithausfrau und -mutti". Was das soll habe ich gefragt.

    Ich hab den Verdacht, dass er Dir das nicht beantworten kann, weil Du etwas gelesen hast, was er nie so geschrieben hat. Da musst Du Dich schon selbst fragen, weshalb Du etwas liest, was niemand schreibt, und den Autor dann aufforderst, für Deine Fantasie Rechenschaft abzulegen.

    Stimmt, da habe ich zwei Dinge durcheinander geworfen. Entschuldige Möpi16


    Ich fand halt, dass die Problematik, die angesprochen wurde, mit Frauen, die nicht arbeiten gehen möchten und auch nicht müssen, nicht viel zu tun hat. ":/Aber gut, bin still.

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    Naja, geht schon in die Richtung

    Möpi16 schrieb:

    Noch mehr kenne ich Hausfrauen und Mütter, die müssen zu ihrem Hausfrauen-Job dazu noch arbeiten (zum Beispiel bei der Arztgattin putzen gehen), weil ihr Mann bei 100% Arbeit zu wenig verdient für den Unterhat der Familie.

    Frau macht also Haushalt, geht arbeiten, hat Kinder.
    Ebenso geht ihr Mann arbeiten, hat logischerweise Kinder (mit ihr) und macht vermutlich auch mal was im Haushalt.
    Wieso macht sie das nun zur "Hausfrau... die auch arbeitet"?

    Als allererstes geht mir hier der Begriff "Nur-Hausfrau" massiv auf den Keks. Meine Mutter hatte einst 6 Kinder großgezogen, darunter war auch ein behindertes Kind. Sie versorgte uns alle, kochte täglich, dazu kümmerte sie sich um den Haushalt und den Garten. Da kann von "Nur-Hausfrau" wirklich keine Rede sein. Ich schätze mal, dass meine Mutter über lange Zeit mindestens 70-80 Stunden wöchentlich hart arbeitete - doch kein Geld verdiente, weil sie ja "nur" Hausfrau war.


    Meine Mutter hatte einst die "höhere Handelsschule" besucht und abgeschlossen. Als ich (ich bin die älteste) 16 war, begann meine Mutter wieder zu arbeiten, zuerst Bürotätigkeiten in Heimarbeit, später, als die jüngste Schwester alt genug war, im Archiv des Berliner Reichstags, und dies bis zur Rente.


    Mein Vater war einer, der sich zu Hause rundum bedienen ließ und ansonsten allen sagte, wo es lang zugehen hat. Er hatte im Vergleich dazu stets eine gemütliche 40-Stunden-Woche. Den Rest der Zeit widmete er sich seinen Hobbies, bei denen ihn niemand von uns stören durfte.

    Hallo,


    Ich habe mit diesem "Nur" vor dem Hausfrau auch so meine Probleme.


    Ich finde es einfach wünschenswert, das Eltern die Wahl haben zwischen Lebenskonzeoten und dafür nicht verachtet werden.


    Ich bin alleinerziehend und war aus gesundheitlichen Gründen lange nichr arbeitsfähig. Mein Sohn war gerade 10 als ich anfing zu arbeiten... Weil es mir endlich gut genug ging.


    Ich muss sagen: manches wäre nicht möglich gewesen wenn ich nicht zuhause gewesen wäre... Speziell wenn es um Förderung meines etwas speziellen Kindes geht. Ich bin im Nachhinein sehr froh, dass ich meine wenige Energie komplett in mein Kind stecken konnte, auch wenn Kranksein und Arbeitslos sein immer sch****e ist.


    Hätte ich einen Partner wäre mein Traum wenn wir beide je 25 bis 30 Stunden arbeiteten und ansonsten unser Familienleben pflegen könnten. Ohne große Sprünge, aber eben im Normalfall da wenn das Kind nachhause kommt...


    Das ist nicht "traditionell" aber genauso fände ich es ideal - das keiner nur zuhause hockt und keiner sich einen ausserhausig abrackert. Ein echt gemeinsames Leben.

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    Lis Boa schrieb:
    Layla101 schrieb:

    Und was ist, wenn du dich zum Beispiel entliebst und nicht mehr mit ihr verheiratet sein möchtest, oder gar eine andere kennenlernst und dich neu verliebt und deine Ehefrau nur noch langweilig findest irgendwann? Dann hat sie die Arschkarte und ist überwiegend alleinerziehend.

    Nicht automatisch. Mir ist es z.B. so ergangen und ich habe meine (Ex)-Partnerin nicht hängen lassen, sondern zahle seitdem halt (freiwillig) Unterhalt.

    Die Portugiesen die ich so kennen gelernt habe hier in Deutschland, haben mir alle gesagt, dass man in Portugal ganz hohe Lebenskosten hat, aber sehr wenig verdient.

    Von denen hätte in Portugal keiner freiwillig Unterhalt zahlen können.

    Meine ehemalige Kollegin kam aus Lissabon und kam dort mit ihrem Geld hinten und vorne nicht klar.

    Die hat mal gesagt, dort hätte sie ein Leben auf Hartz 4 Niveau geführt und deswegen wäre sie nach Deutschland gegangen.

    Ich könnte damit leben mich um den Haushalt und alles zu kümmern, jeden Tag gut kochen usw.. Das ist wie schon angemerkt wurde definitiv nicht 'nur Hausfrau', sondern ein Batzen Arbeit.

    Was mich stören würde wär ein Mann der dauernd außer Haus ist. Ich will einen präsenten Vater, nicht wen der zum Gute-Nacht-Bussi und am Wochenende da ist. Lassts mich in Ruh mit Karriere, Auto, Haus. Wenn der Preis dafür wäre, dass mein Partner 50-70 Stunden die Woche arbeitet, sind wir lieber als Familie zusammen in einer kleinen Wohnung. Dafür ist es aber klar, dass ich mit Geld ranschaffen muss. Aber eine starke Bindung zu beiden Eltern ist es wert.

    Ich war lange Jahre Babysitter und hab Familien gesehen und erlebt wo die Frau daheim war, gut Geld im Haus und alles, aber das hat mich nicht angesprochen.

    Es hängt aber auch davon ab, wieviel Unterstützung eine berufstätige Mutter hat. Ich, zum Beispiel, gehe Halbtags arbeiten, habe eine körperliche schwere Arbeit. Muss mich Zuhause um zwei Kinder, Haushalt und Garten kümmern. Mein Mann arbeitet Vollzeit und erledigt den Einkauf, mehr Hilfe bekomme ich von ihn nicht.

    Wir haben keine Oma, Tante usw. die uns unterstützen könnten.

    Wenn ich die Wahl hätte, wäre ich viel lieber ein paar Jahre Zuhause, statt das doppelte leisten zu müssen.

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    Abendstern33 schrieb:

    Es hängt aber auch davon ab, wieviel Unterstützung eine berufstätige Mutter hat. Ich, zum Beispiel, gehe Halbtags arbeiten, habe eine körperliche schwere Arbeit. Muss mich Zuhause um zwei Kinder, Haushalt und Garten kümmern. Mein Mann arbeitet Vollzeit und erledigt den Einkauf, mehr Hilfe bekomme ich von ihn nicht.

    Wir haben keine Oma, Tante usw. die uns unterstützen könnten.

    Wenn ich die Wahl hätte, wäre ich viel lieber ein paar Jahre Zuhause, statt das doppelte leisten zu müssen.

    Warum machst du das mit?

    Ich würde als 100% Hausfrau auch zurecht kommen, zumindest mit meinem Mann. Bei uns verdienen beide gut, ich sogar mehr als er und Angst, dass ich nicht in meinen Beruf zurückkehren könnte, habe ich persönlich gar nicht. Aber vielleicht liegt das daran, dass ich keine Karriereleiter mehr erklimmen muss.
    Derzeit bin ich in Elternzeit und wieder schwanger. Ich bin quasi gerade 100% Hausfrau, aber mein Mann arbeitet im Haushalt trotzdem mit. Die Stunden, die er arbeitet, arbeite ich ja quasi auch. Die restliche Zeit wird geteilt. Er übernimmt auch seit corona meist das kochen mittags, weil ich nicht gerne koche. Nach der Arbeit kümmert er sich dann noch um die Kleine. Ich bin dafür wieder nachts dran. Wir haben getrennte Schlafzimmer, also wird er nicht gestört, wenn die Maus mal schreit.
    Für uns funktioniert das gut, weil wir beide auf Augenhöhe „arbeiten“ und mein Mann den Job als Hausfrau/Mutter eben schon als vollwertige Arbeit ansieht.
    Ein Mann der sich allerdings nach der Arbeit hinsetzt und bedienen lässt, würde ich zum Teufel jagen.

    Mein Papa ist so einer, aber meine Stiefmutter ist das passende Gegenstück dazu. Sie braucht es sich ständig um jemanden zu kümmern. Es ist ihre Passion.

    Ich finde es ganz schön frech zu meinen, dass kluge Frauen sich auf so ein Lebensmodell nicht einlassen würden. Das halte ich für Quatsch. Vielleicht bestehen gebildete Frauen aber mehr darauf, dass eine gescheite Absicherung aufgebaut wird. Kann ich mir zumindest vorstellen.

    Vielleicht liegt es daran, dass sich Frauen, die sich darauf einlassen, auch im Gegenzug eine Absicherung haben möchten und natürlich auch genügend Geld zur Verfügung, um eine selbstbestimmte Freizeit zu haben. Ich weiß ja nicht, unter welchen Bedingungen deine bisherigen Freundinnen dazu nicht bereit waren, und unter welchen Bedingungen sie es wären. Leg doch mal 200000 Euro auf ein verpfändetes Konto zu ihrer Absicherung im Trennungsfall, schließe eine Risiko-LV über 500000 Euro zu ihren Gunsten ab und richte ihnen einen Dauerauftrag von 1500 Euro als Taschengeld ein. Ich glaube, du würdest plötzlich eine ganze Menge Frauen finden, die das Modell attraktiv finden ;-)

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