• Sehne mich nach traditioneller Rollenverteilung

    Ich möchte eine Beziehung mit ganz traditionellen Rollen führen: Ich arbeite, versorge die Familie und die Frau arbeitet nicht, sondert kümmert sich um unseren Haushalt und später um unsere Kinder. Das ist das wonach ich mich sehne. Ich hatte schon so einige Beziehungen, aber am Ende scheitert es immer daran, dass keine meiner Partnerinnen Hausfrau und…
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    CoteSauvage schrieb:
    Zitat

    Die haben sozusagen ihr ganzes Leben "outgesourced",

    Diese Analyse finde ich bei dem von dir geschilderten Fall gar nicht so verkehrt.

    Aber es kommt halt drauf an was der Einzelne unter „Leben“ versteht.

    Zitat

    Wenn beide Teilzeit arbeiten und den Haushalt gemeinsam wuppen, hat man am allermeisten gemeinsame Familienzeit.

    Das finde ich auch.

    Vorallem kommen dann auch beide im Zweifelsfall mal paar Tage mit Kindern alleine klar.


    Ich finde es immer wieder erschreckend, wie ahnungs- und hilflos einige Väter sind, wenn die Frau mal einen Abend Mädelsabend hat oder übers WE weg ist und dann mit Anrufen und Nachrichten überhäuft wird mit Inhalten wie „Wo sind denn die Schlafanzüge?“ oder „Wo sind denn die Schwimmsachen?“ X-\Oder es gibt Anrufe um 22 Uhr mit „Die Kinder weinen noch, aber mach dir keine Sorge, sie schlafen bestimmt gleich. Hab einen schönen Abend, aber hast du vielleicht noch einen Tipp, wie ich sie schnell zum Schlafen bekomme?“ :_D

    Kann natürlich auch andersherum laufen, aber in meinem Bekanntenkreis stellen sich leider nur einige der Väter so dämlich an 8-(

    LolaX5 schrieb:
    Wieso? Du willst den Haushalt inkl. Kochen doch genauso outsourcen...

    Nein, eben nicht. Ich finde es schön, wenn die Frau selbst mit Liebe das heimische "Nest" baut, die Kinder wenigstens in den ersten Lebensjahren zuhause bei ihrer Mutter sein können und später nach der Schule zuhause ein frisches, warmes Mittagessen bekommen usw. Solche Dinge sind mir persönlich wichtig und ich kann mir nicht vorstellen, daß man sowas "outsourced". Aber wenn andere diesen Weg gerne gehen möchte, ist das natürlich deren Sache.


    Shojo schrieb:

    Wenn beide Teilzeit arbeiten und den Haushalt gemeinsam wuppen, hat man am allermeisten gemeinsame Familienzeit. Wenn das wirklich die Priorität wäre.

    Möglichst viel gemeinsame Familienzeit ist für mich eine Priorität neben zwei, drei anderen, die ich schon genannt hatte.


    Warum glaubst Du, daß doppelte Teilzeiterwerbstätigkeit und gemeinsame Haushaltsführung würde mehr gemeinsame Familienfreizeit bringen, als einfache Vollzeiterwerbstätigkeit und einfache Haushaltsführung?


    Ich sehe z.B. schon ein Problem, daß niemand zuhause ist, wenn beide gleichzeitig in der Arbeit sind, was bei kleineren Kindern aus meiner Sicht ein K.O.-Kriterium für dieses Modell wäre.

    Meistersinger schrieb:
    LolaX5 schrieb:
    Wieso? Du willst den Haushalt inkl. Kochen doch genauso outsourcen...

    Nein, eben nicht. Ich finde es schön, wenn die Frau selbst mit Liebe das heimische "Nest" baut, die Kinder wenigstens in den ersten Lebensjahren zuhause bei ihrer Mutter sein können und später nach der Schule zuhause ein frisches, warmes Mittagessen bekommen usw. Solche Dinge sind mir persönlich wichtig und ich kann mir nicht vorstellen, daß man sowas "outsourced".

    Hier war wohl gemeint, dass du den Haushalt von dir weg-sourcen willst: an deine Frau.

    Zitat

    ch sehe z.B. schon ein Problem, daß niemand zuhause ist, wenn beide gleichzeitig in der Arbeit sind, was bei kleineren Kindern aus meiner Sicht ein K.O.-Kriterium für dieses Modell wäre.

    Eigentlich wollte ich in diesem Faden nix schreiben, aber naja..

    Es kommt darauf an, was du unter kleinen Kindern verstehst. Bei Säuglingen kann ich deine Haltung verstehen, ich wäre mit einem Baby oder einem Ein bis Zweijährigen auch nicht arbeiten gegangen.

    Aber bei Kindern im Kita-Alter, warum nicht?

    Meine Mutter ist hat damals wieder angefangen, als ich drei war. Länger hätte sie auch nicht pausieren können, denn sonst hätte sie nicht wieder in ihren alten Beruf reinkommen können. Und solche Berufe sind ja nicht gerade selten, in denen sich ständig etwas verändert.

    Mir und meinem Bruder hat das ganz sicher nicht geschadet...

    Hätte meine Mutter 10 oder 15 Jahre im Job pausiert, dann hätte sie höchstens noch als Schreibkraft gehen können.

    Und dafür will wohl niemand eine Ausbildung bzw Studium machen, oder?

    Das ist übrigens auch in Japan zur Zeit ein Problem. Viele Japanerinnen heute wollen gar nicht mehr heiraten, zumindest solange dort immer noch das traditionelle Bild der Hausfrauenehe vorherrscht.

    Denn eine Frau, die sich jahrelang im Studium um einen guten Abschluss bemüht und nebenbei das Studium noch finanzieren musste, die will ganz bestimmt nicht nach ein paar Jahren ihren Beruf für den Rest ihres Lebens hinschmeißen!

    Ich werfe an der Stelle gerne noch einmal ein: Du bist der Vater und nicht nur die Bank, die für die Finanzen sorgt. Auch dein Verhalten beeinflusst die Kinder, du prägst sie und auch du hast in irgendeiner Form eine Verbindung zu ihnen. Warum lässt du das die ganze Zeit unter den Tisch fallen und begründest das damit, deiner Frau und deinen Kindern etwas Gutes zu tun?


    Heutzutage wird regelmäßig beklagt, dass männliche Vorbilder fehlen würden. Dass im Erziehungsbereich zu viele Frauen seien. Wo nimmst du denn deine Verantwortung diesbezüglich wahr? Beim abendlichen Spielen und Fußball am Wochenende?

    Ganz hart gesagt: Du willst keine erzieherische Verantwortung übernehmen, begründest dies mit Präferenzen, natürlicher Neigung und Altruismus.

    Meine Eltern haben sich für die traditionelle Rollenverteilung entschieden, als Kinder kamen. Davor hat meine Mutter schon Jahre gearbeitet.


    Ich kann mich noch erinnern, dass viele andere Eltern meine Mutter dafür oftmals blöd angemacht haben oder meinten, dass sie nichts macht. Ich finde sie steht mir im Leben als manch andere Frau die arbeitet.


    Und für mich selbst war es einfach das Schönste. Musste nie in eine Kita und konnte bei meiner Familie aufwachsen. Ich konnte jeden Mittag als ich klein war Nachhause gehen zum Mittagessen, immer frisch und warm. Meine Mutter hat damals schon so viel selbst gemacht wie auch heute noch z.B. Apfelmuss, Brot etc.


    Ich schätze das aufjedenfall sehr, dass ich so aufwachsen durfte und würde mir für meine Kinder in Zukunft nichts anderes wünschen.


    Allerdings sehe ich dies dennoch leider nicht als realistisch an, da ich vermutlich nicht das nötige Vertrauen aufbringen könnte, um mich finanziell ganz auf eine andere Person zu verlassen. Egal wie gross die Liebe ist.


    Ich könnte mich mit meinem Beruf jederzeit selbstständig machen und sehe das als die beste Lösung, sollte ich in Zukunft Kinder haben. Dann kann ich meinen Arbeitsaufwand selbst bestimmen und dennoch Zuhause sein.

    Meistersinger schrieb:

    Warum glaubst Du, daß doppelte Teilzeiterwerbstätigkeit und gemeinsame Haushaltsführung würde mehr gemeinsame Familienfreizeit bringen, als einfache Vollzeiterwerbstätigkeit und einfache Haushaltsführung?

    Weiß ja nicht, wie Du das siehst, aber bei uns beispielsweise ist mein Mann ebenso Teil der Familie wie das Kind und ich, und "gemeinsame Familienzeit" ist, wenn wir alle zusammen sind.

    Bei dieser starren Rollenverteilung - die für das ganze Leben und nicht nur vorübergehend für Zeiten mit kleinen Kindern so ausgelegt werden soll - ist es letztlich aber auch so, dass der Mann als Erwerbstätiger geregelte Arbeitszeiten und geregelte Freizeit hat. Und irgendwann auch Rente bezieht und dauerhaft Freizeit hat. Während die Frau, die ja "hauptberuflich" für den Haushalt zuständig ist (außer der Mann hilft ihr netterweise da und dort ein kleines bisschen), niemals wirklich Freizeit hat. Es muss ja auch am Wochenende gekocht werden und auch wenn der Mann mal Rentner ist, muss noch weiter der Haushalt geführt werden. Und das soll eine faire Aufteilung sein? Da sieht man sich als Mann als großzügig an, weil man die Frau vor der ach so schlimmen Arbeitswelt bewahrt?

    Zitat

    Warum glaubst Du, daß doppelte Teilzeiterwerbstätigkeit und gemeinsame Haushaltsführung würde mehr gemeinsame Familienfreizeit bringen, als einfache Vollzeiterwerbstätigkeit und einfache Haushaltsführung?

    Bei deinem Modell sieht der Vater Frau und Kinder nur abends und am Wochenende. Wenn die Kinder noch klein sind, ist abends nicht mehr so viel Zeit. Wenn die Kinder größer werden, sind sie am Wochenende vielleicht bei Freunden. Wenn beide beispielsweise dreißig Stunden arbeiten, dann schafft das jeden Tag 2 Stunden mehr Zeit für beide Eltern und damit für die Familie. Wenn man bedenkt, dass Arbeit durchaus auch anstrengend ist, dann hat man mit jeder Stunde, die man weniger arbeitet, mehr Energie für die Familie.

    Was ich auch nicht unwichtig finde, ist die Tatsache, dass ein 40-Stunden-Job finanziell nicht ausreichen könnte. Wenn beide dann 30 Stunden arbeiten gehen würden, dann ist das eine Halbtagsstelle mehr, die etwas einbringt. Trotzdem haben beide Eltern gleich viel Familienzeit zur Verfügung.

    Zitat

    Ich sehe z.B. schon ein Problem, daß niemand zuhause ist, wenn beide gleichzeitig in der Arbeit sind, was bei kleineren Kindern aus meiner Sicht ein K.O.-Kriterium für dieses Modell wäre.

    Dass das bei nicht schulpflichtigen Kindern, die nicht fremdbetreut werden sollen, nicht funktioniert, ist ja nun logisch.


    Ansonsten kommt es drauf an, wie man die Teilzeit verteilt. Nehmen wir mal an, dass 40 Stunden insgesamt finanziell ausreichen. Dann sind das 20/20 für jeden. Würde bei Arbeitsbeginn um 8.00 Uhr Feierabend um 12.00 Uhr bedeuten. Das deckt sich entweder mit dem Schulschluss oder es ist noch Zeit, bis die Kinder aus der Schule kommen.

    Jede andere ungleiche Aufteilung bedeutet für einen von beiden einen noch früheren Feierabend und damit mehr Zeit. Trotzdem hat der andere bei dieser Aufteilung auch mehr Zeit für die Familie, weil er ja nur die Arbeitszeit des anderen bis auf 40 Stunden aufstockt. Und selbst wenn man 50 Stunden bräuchte, damit es finanziell passt, dann kann man das immer noch 20/30 aufteilen, beispielsweise. Da muss man ein bisschen kreativ sein. Ich denke, dass scheitert eher daran, einen passenden Arbeitgeber zu finden. Und meines Erachtens spricht auch nichts dagegen Essen vorzubereiten. Bei größeren Kindern halte ich es durchaus für vorstellbar, dass die, wenn sie aus der Schule kommen, das Essen aufwärmen. und die Eltern dann gemeinsam mit den Kindern am Tisch sitzen können. Darum geht es doch eigentlich und nicht darum, wer was macht.

    Oder man macht es wie meine Eltern. Meine Mutter hat zwar von Zuhause aus gearbeitet, Mittagessen war aber nie warm. (OK, ich hab mir vielleicht selbst mal meine Käsesemmel ins Rohr geschmissen.) Warum? Mein Vater hatte keine Chance auf ein warmes Mittagessen, daher war das Abendessen das große, warme, gemeinsame Essen. Und schon muss die Frau zu Mittag nicht mehr kochen.

    just_looking? schrieb:

    Oder man macht es wie meine Eltern. Meine Mutter hat zwar von Zuhause aus gearbeitet, Mittagessen war aber nie warm. (OK, ich hab mir vielleicht selbst mal meine Käsesemmel ins Rohr geschmissen.) Warum? Mein Vater hatte keine Chance auf ein warmes Mittagessen, daher war das Abendessen das große, warme, gemeinsame Essen. Und schon muss die Frau zu Mittag nicht mehr kochen.

    Das kenne ich auch aus England und den USA.

    Dort ist traditionell das Abendessen die Hauptmahlzeit, und Mittags gibt es eher eine Art Snack.

    Dort war es ja auch schon immer üblich, daß die Kinder erst Nachmittags aus der Schule kamen.

    Aber hier in Deutschland sind die Politiker ja bis vor wenigen Jahrzehnten davon ausgegangen, daß Mama zu Hause das Essen fertig hat, wenn die Kinder um 12 aus der Schule kommen.

    Und Kinder, bei denen das nicht so war, und die auch keine mütterliche Hilfe bei den Schularbeiten hatten, die haben halt Pech gehabt. Die mußten dann eben zusehen, wie sie alleine klarkamen.

    Deshalb hat ja auch gerade die CDU beim Thema Ganztags-oder Gesamtschule so lange gemauert, die wollten wohl unbedingt an ihrem antiquierten Familienbild festhalten.

    weiß auch nicht, was immer alle mit dem warmen Mittagessen haben, gab es in meiner Kindheit nicht. Bei uns gibt's auch immer Abend warm und des lässt sich hervorragend mit einem vormittag Job vereinbaren.

    In meiner Kindheit gab es auch Mittags warmes Essen und Abends eben Brot (aber auch gemeinsam am Tisch).

    Das aber nur, weil mein Vater Mittags nach Hause kommen konnte.


    Bei mir selbst (uns) war es im Laufe der (letzten 30 Jahre) unterschiedlich. Je nach den Umständen mal Mittags war mal Abends.


    Mittlerweile ist es seit ca. 10 Jahren so, dass es Abends warm gibt weil mein Mann Mittags nicht heimkommt. Kinder sind schon aus dem Haus.