• Sehne mich nach traditioneller Rollenverteilung

    Ich möchte eine Beziehung mit ganz traditionellen Rollen führen: Ich arbeite, versorge die Familie und die Frau arbeitet nicht, sondert kümmert sich um unseren Haushalt und später um unsere Kinder. Das ist das wonach ich mich sehne. Ich hatte schon so einige Beziehungen, aber am Ende scheitert es immer daran, dass keine meiner Partnerinnen Hausfrau und…
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    CoteSauvage schrieb:

    Und ich frag mich welcher Erwerbstätige so früh Feierabend hat dass er um 4 zuhause sein kann, ...

    Ach, sooo ungewöhnlich ist das nicht. Ich kenn sogar ein paar Leute, bei denen das so ist.

    Alles ist möglich, genauso wie es möglich ist, dass man ab 16:00 Uhr das schöne Familienleben genießen kann. Aber was die Arbeit betrifft:

    Zitat

    Und ich frag mich welcher Erwerbstätige so früh Feierabend hat dass er um 4 zuhause sein kann, zumal wenn er von seinem Gehalt 4 Leute versorgen soll.



    Paritu schrieb:

    Vor allem ist das Arbeitsleben ja kein Wünsch Dir Was in Sachen Arbeitszeiten.

    Eher tendieren manche Männer vom Schlage Meistersingers dazu, nicht so gerne bereits um 16 Uhr zu Hause sein zu wollen, wenn da der sogenannte Feierabend auf sie wartet ;-D

    Dazu fällt mitr die Geschichte ein, die meine Schwiegermutter über eine ihrer Freundinnen erzählte, muss wohl in den Sechziger Jahren gewesen sein:


    Deren Mann kam regelmäßig um fünf nach Hause und erwartete, dass da die Kinder in ihren Zimmern verschwunden sind, die Frau ihn mit Pantoffeln und Zeitung und Rauchwaren empfängt und er sich erstmal ins Wohnzimmer zurückzieht, um "den Feierabend zugenießen".


    Als er eines Tages nach Hause kam und noch ein Putzeimer herumstand, trt er diesen mit voller Wucht um, "damit die Frau lernt, dass um fünf Uhr Feierabend zu sein hat".

    Solche Männer haben echt Glück, dass sie nicht viel öfter vergiftet, im Schlaf erstochen oder mit dem Nudelholz ins Wachkoma geprügelt wurden.

    Zitat

    Und in den ersten Jahren der Grundschule haben die Kinder auch noch nicht so lange Schultage und sind dann teilweise schon um zwölf wieder zuhause. Da würde das auch nicht passen, wenn beide Elternteile bis 14 Uhr erwerbstätig sind.

    Also hier ist frühestens um 12.00 Uhr Schulschluss, mit steigenden Schuljahren eher später. Dann haben auch nicht mehr alle Schüler den Luxus nach Hause laufen zu können. Die Anfahrtswege sind teilweise recht lang. Das war aber schon zu meiner Schulzeit so.

    Und da geht es dann eben auch nicht, dass die Kinder zwischendurch zum Mittagessen nach Hause kommen und dann zum Nachmittagsunterricht gehen.

    Zitat

    Allgemein denke ich, daß dadurch einfach auch eine größere Hektik zuhause entsteht. Wenn beide um 14 Uhr Feierabend haben und dann doch auch schon relativ geschafft nach Hause kommen, ist dort noch nichts fertig und man ist den ganzen Nachmittag noch damit beschäftigt den Haushalt zu machen und "nebenbei" sich um die Kinder zu kümmern. Das kann ich mir so irgendwie nicht vorstellen, da fehlt mir persönlich Struktur und Ruhe in diesem Modell, von den allgemeinen Vorstellungen der Geschlechterrollen mal ganz abgesehen.

    Vier Hände schaffen mehr als zwei. Es ist ja jetzt auch nicht so, dass das Baby den ganzen Vormittag verschläft und das Kleinkind der Mama den ganzen Vormittag still dabei zusieht, wie sie den Haushalt erledigt. Und wenn das Kind mangels Geschwister Aufmerksamkeit einfordert, ist Haushalt passe. Und das ist für mein Empfinden überwiegende Realität. Ein Kind ist zu klein, das andere schon in der Schule. Und es ist auch nicht garantiert, dass Geschwister sich immer verstehen. Und das Jungen und Mädchen andere Interessen haben, ist auch nichts Ungewöhnliches.

    "Nebenbei" um die Kinder kümmern hat die Frau dann 365 Tage im Jahr. Denn für sie ist jeden Tag Haushalt und Kinder parallel zu bewältigen. Da ist die helfende Hand des Vaters eine Entlastung. Und daraus ergibt sich eine Zeitersparnis, weil man mehrere Dinge parallel machen kann. Einer allein kann sich nicht zerteilen. Das merkt natürlich der arbeitende Vater nicht, weil er sich voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren kann.

    CoteSauvage schrieb:

    Alles ist möglich, genauso wie es möglich ist, dass man ab 16:00 Uhr das schöne Familienleben genießen kann. Aber was die Arbeit betrifft:

    Zitat

    Und ich frag mich welcher Erwerbstätige so früh Feierabend hat dass er um 4 zuhause sein kann, zumal wenn er von seinem Gehalt 4 Leute versorgen soll.



    Paritu schrieb:

    Vor allem ist das Arbeitsleben ja kein Wünsch Dir Was in Sachen Arbeitszeiten.

    Warum sollte das nicht möglich sein? Es gibt durchaus Menschen die sehr gut verdienen, nach 8h den Stift fallen lassen und kurze Arbeitswege haben.

    Zitat

    Wenn die Kinder sehr klein sind, stimmt das natürlich. Da würde ich versuchen meine Arbeitszeiten etwas anzupassen, z.B. morgens sehr früh beginnen und dafür schon am frühen Nachmittag Feierabend machen.

    Da müsste die Frau ihre Arbeitszeiten dann auch anpassen. Sonst stolperst du mit deinem früheren Feierabend mitten in den halbfertigen Haushalt. Wobei das nach der idealen Lösung klingt. Dann könntest du deiner Frau zur Hand gehen und die Kinder betreuen.

    Klingt mir aber auch nicht nach gemeinsamer Familienzeit zum Genießen.

    Zitat

    Wenn die Kinder zur Schule gehen, sieht man sich gemeinsam morgens am Frühstückstisch und wenn ich dann um 16 Uhr zuhause bin, sind die Frau mit der Hausarbeit und die Kinder mit den Hausaufgaben fertig und kann man noch vieles miteinander unternehmen. Und das dann auch wirklich, weil dann wirklich auch alle Feierabend und freie Zeit haben.

    Da kommen die größeren Kinder teilweise erst aus der Schule. Und selbst wenn sie früher Schluss hätten, heißt das nicht, dass sie schon mit den Hausaufgaben fertig sind.

    Und wenn abends warm gegessen werden soll, muss dann auch irgendwann das Essen zubereitet werden.

    Und wenn man hier als Richtschnur 16 Uhr nimmt, dann bleiben für den Haushalt auch noch 2 Stunden, wenn beide um 14 Uhr von der Arbeit kommen. Und dann schaffen 2 eben so viel wie einer in 4 Stunden oder durch die Arbeitsteilung vielleicht sogar noch mehr. So halte ich es zumindest für realistischer, dass beide tatsächlich um 16 Uhr Feierabend haben.

    Ich stimme dir zu, dass ein Modell bei dem beide Teilzeit arbeiten mit kleinen Kindern ohne Fremdbetreuung nicht funktioniert. Genauso würde aber dein klassisches Modell mit teilweiser Fremdbetreuung auch besser funktionieren. Denn nur dann kann sich die Frau auf ihre Hausfrauenrolle konzentrieren, so wie du dich auf deine Arbeiterrolle konzentrieren kannst. Ganz klassisch hat die Frau nämlich 2 Jobs parallel. Und das wird nicht besser dadurch, dass sie dafür den ganzen Tag Zeit hätte. Parallel arbeiten kann man nur eingeschränkt. Das ist sicher heute besser als früher, aber dennoch kann man vieles nur hintereinander abarbeiten.

    Es ist einfach mal wieder die klassische Ahnungslosigkeit eines Kinderlosen, was für ein Arsch voll Rundumdieuhrarbeit kleine Kinder sind.

    Shojo schrieb:

    Es ist einfach mal wieder die klassische Ahnungslosigkeit eines Kinderlosen, was für ein Arsch voll Rundumdieuhrarbeit kleine Kinder sind.

    Und das sich Kinder nicht notwendigerweise nach Plan entwickeln - und zwar auch dann nicht, wenn sie noch so gut erzogen sind.


    Mir hat mal eine Mutter gesagt, ihr viertes Kind (mein Ex;-D) sei so schwierig gewesen, dass er, wenn er nicht das Jūngste gewesen wäre, Einzelkind geblieben wäre. Weil sie dann gedacht hatte, sie könne nicht mit Kindern


    Ich sage ja die ganze Zeit schon, dass das alles nach Traumvorstellung klingt, ,nicht so realisierbar. Phantasterei...


    Klingt eher nach dem Blick von jemandem der die ganze Sache aus Sicht eines ålteren Teenagers oder sehr jungen Erwachsenen sieht - nicht beleidigend gemeint, aber den Eindruck habe ich schon die ganze Zeit - jemanden, der bestimmte Dinge einfach komplett nicht auf dem Schirm hat und die Bedeutung anderer Dinge überhöht.

    Um 16 Uhr Feierabend ist ja fast ein bissl süß. Wer bereitet dann eigentlich essen vor und wer räumt es wieder weg? Und sitzen dann ab 16 Uhr alle schön zusammen und spielen "mensch ärger dich nicht".


    Da spricht wirklich die pure Ahnungslosigkeit aus dir. 16 Uhr wird unter der Woche niemals funktionieren. Selbst mit kleinen Kindern. Bei uns fängt das Kinderturnen für die 1 bis 4 jährigen ja schon erst um 16 Uhr an. Fussball für den 4 jährigen um 17 Uhr.

    Mich erinnert das Ganze auch ein wenig an die alte Regel die meine Mutter noch gelernt hat "ein Ehemann darf gar nicht merken, dass der Haushalt Arbeit macht".

    Ich war gerade unterwegs und da ist mir ein entfernter Nachbar begegnet, dessen Frau vor zwei Jahren plötzlich an einem tragischen Unfall vertorben ist.

    Da war das älteste von drei Kindern sechs, also ein paar Wochen vor der Einschulung, das mittlere drei Jahre alt und noch nicht im Kindergarten und das jüngste drei Monate alt. Seither wuppt er die Familie alleinerziehend.

    Diese Dinge sollge man auch als Vater bereit sein zu bedenken, wenn man eine Familie gründen will.

    melb1985 schrieb:

    Da müsste die Frau ihre Arbeitszeiten dann auch anpassen. Sonst stolperst du mit deinem früheren Feierabend mitten in den halbfertigen Haushalt. Wobei das nach der idealen Lösung klingt. Dann könntest du deiner Frau zur Hand gehen und die Kinder betreuen.

    Klingt mir aber auch nicht nach gemeinsamer Familienzeit zum Genießen.

    Vielleicht vorweg, weil ich nicht sicher bin, ob das einfach nur falsch verstanden worden ist, oder ob von einigen wieder Dinge in meine Worte hineininterpretiert werden, die ich gar nicht geäußert habe:


    Natürlich verläuft nicht das ganze Leben nach Plan und ich kann heute nicht wissen, ob ich am 23. August 2031 um 16 Uhr mit Frau und Kindern ins Freibad fahre oder ob wir zuhause ein krankes Kind zu pflegen oder sonstige Sorgen und Probleme haben, weswegen an diesem Tag um 16 Uhr eben andere Dinge anstehen.


    Mein Punkt war eher diese grundsätzliche Struktur, die man einfach bei einer klaren Arbeitsteilung hat. Jeder kann sich auf einen Aufgabenbereich konzentrieren, dadurch hat niemand eine doppelte Belastung und die unter dem Strich bleibt die meiste freie Zeit für die Familie übrig.


    Um nun auf deine Anregung einzugehen, würde ich selbstverständlich meiner Frau zur Hand gehen, wenn ich von der Arbeit komme und sie steckt noch im dicksten Stress und hat alle Hände voll zu tun. Natürlich kümmere ich mich dann um das jüngste Kind, wenn es krank im Bett liegt und weint, hole das älteste vom Fußballtraining ab oder lerne mit dem mittleren für die anstehende Mathearbeit. Klar decke ich auch gerne den Tisch für das Abendessen, erledige danach den Abwasch, mache die Kinder bettfertig, lese noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor und verwöhne meine Frau zum Tagesausklang mit einer entspannende Fußmassage. ;-)


    Ich finde es schon seltsam das erwähnen zu müssen, weil ich es einfach selbstverständlich finde, daß man sich in einer Ehe solidarisch zur Seite steht und sich gegenseitig unterstützt und hilft wo es nur geht. Das hat ja auch absolut nichts damit zu tun, welche Rollenverteilung man in einer Ehe wählt.