• Sehne mich nach traditioneller Rollenverteilung

    Ich möchte eine Beziehung mit ganz traditionellen Rollen führen: Ich arbeite, versorge die Familie und die Frau arbeitet nicht, sondert kümmert sich um unseren Haushalt und später um unsere Kinder. Das ist das wonach ich mich sehne. Ich hatte schon so einige Beziehungen, aber am Ende scheitert es immer daran, dass keine meiner Partnerinnen Hausfrau und…
  • 827 Antworten
    Zitat

    Stimmt. Was ich mir wünschen würde wäre einfach Wahlfreiheit ohne das auf irgendein Lebensmodell verachtet wird.

    Paritu ,

    hier verachtet doch keiner irgendein Lebensmodell. Ich verstehe nicht, wo man so etwas rausliest ":/.

    Es soll doch jede(r) nach seiner Fasson selig werden. Irgendwie will man das hier in den falschen Hals bekommen.

    Es geht um Altersarmut, wenn Frauen sich scheiden lassen und keine Altersversorgung haben. Und dass das nun einmal Fakt ist, wird ja wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen, oder?

    "Emanzipation", bzw. "Unabhängigkeit" heißt nur aber vor allem eins:

    Die Wahl zu haben.

    Und sich somit jederzeit, nach Verlauf des Lebens, Verlauf und ebene der Beziehung, wieder umentscheiden zu können.

    Ohne, dass da irgendjemand im Umfeld ein Veto einlegen kann welches man akzeptieren muß.


    Ich finde es erschreckend wie oft der Begriff Emanzipation fehlinterpretiert wird.

    Limose schrieb:

    Tja die Frauen sind halt heute keine kleinen dummen hausmuddis mehr die sich abhängig machen von ihrem tollllen Typen.

    Das kann man auch als Hausfrau. Sich nicht wirklich abhängig machen - man braucht nur den passenden Mann dazu.

    EdenRose schrieb:

    Wenn der Mann dann nach 10 Jahren die Frau vor die Tür setzt, bleibt ihr nichts mehr.

    Lies Dich mal durch unser Familienrecht.


    just_looking? schrieb:

    Und der größte Nachteil: Da würde erwartet werden, dass es daheim dauert super aussieht, und das widerspricht meiner Persönlichkeit.

    Ich lebe diese Rolle seit einigen Jahren. Bzw. mein Mann und ich leben seit einigen Jahren in dieser Rollenverteilung. Aus verschiedenen Gründen. Würde er irgendwas erwarten, ihm etwas nicht passen - dann käme von mir "Mach's doch selber". Und die Krönung: Das akzeptiert er und wenn ihm was nicht passt, dann macht er es auch selber.

    Das heißt nicht, dass ich nicht Wünsche oder Bedürfnisse von ihm auch berücksichtige. Das beruht aber auf Gegenseitigkeit.

    Ich fühle mich in jeder Hinsicht mit ihm auf einer Stufe.

    Wobei ich sagen muß: Wir sind schon etwas älter, leben dieses Modell erst seit wir Mitte 40, bzw. Mitte 50 sind.

    Pfefferminzbonbon schrieb:

    oh du wirst wahrscheinlich genügend Frauen finden, die nicht arbeiten wollen.

    Zwischen "den Haushalt machen" und "nicht arbeiten wollen" liegen oft Welten.


    garudych schrieb:

    Schon schade, wie die Emanzipation mit Füßen getreten wird, weil es doch tatsächlich noch Frauen gibt, die aus welchen Gründen auch immer, die "traditionelle Rollenverteilung" bevorzugen.

    Wie gesagt: Emanzipation hat mit freier Wahl zu tun. "Ich muß nicht, aber ich kann".

    Fändest Du es tatsächlich emanzipiert wenn "frau" von heute nicht sagen dürfte sie will den Haushalt machen und die Kinder erziehen? Sondern sie muss arbeiten gehen (Karriere machen)?

    Das wäre doch dasselbe in grün wie vor XX Jahren oder nicht?

    Monsti schrieb:

    Mein Vater war einer, der sich zu Hause rundum bedienen ließ und ansonsten allen sagte, wo es lang zugehen hat. Er hatte im Vergleich dazu stets eine gemütliche 40-Stunden-Woche. Den Rest der Zeit widmete er sich seinen Hobbies, bei denen ihn niemand von uns stören durfte.

    Das ist eine Art der Rollenverteilung "Mann - außer Haus arbeiten, Frau macht Haushalt" - dazwischen gibt es noch soooo viel.

    Paritu schrieb:

    Ich finde es einfach wünschenswert, das Eltern die Wahl haben zwischen Lebenskonzeoten und dafür nicht verachtet werden.

    :)^

    paint-it-colourful schrieb:

    ich würde diesen Ausspruch nicht gleich als abwertend bezeichnen; das war vielleicht gar nicht so beabsichtigt.

    Hä? "klein" und "dumm" (!!!) soll nicht abwertend gemeint sein? ok. Du kleine dumme Forenmuddi - würdest du neutral finden? Niemals.

    Zitat

    Aber eher von den Antwortenden, die sind nämlich noch verurteilender, als der TE.

    Ja sicher, genau das meinte ich ;-)

    Zitat

    "Emanzipation", bzw. "Unabhängigkeit" heißt nur aber vor allem eins: Die Wahl zu haben.

    Naja, ich sehe den Schwerpunkt der Definition eher in der Unabhängigkeit. Insofern sehe ich eine bewusste Entscheidung zur ökonomischen Abhängigkeit NICHT als eine emanzipierte Haltung.
    Kann man machen, aber es bedeutet 1. ein großes ökonomisches Risiko und 2. sollte man mMn nicht den Anspruch haben, mit dieser Entscheidung als genauso emanzipiert wahrgenommen zu werden, wie jemand, der/die eben tatsächlich ökonomisch unabhängig (vom Partner) ist.

    Zitat

    Hä? "klein" und "dumm" (!!!) soll nicht abwertend gemeint sein? ok. Du kleine dumme Forenmuddi - würdest du neutral finden? Niemals.

    Ok, ich sehe es etwas anders und der Vergleich von Dir hinkt.

    Lassen wir das also. Schade, das Thema hätte gut diskutiert werden können.

    paint-it-colourful schrieb:
    Zitat

    Hä? "klein" und "dumm" (!!!) soll nicht abwertend gemeint sein? ok. Du kleine dumme Forenmuddi - würdest du neutral finden? Niemals.

    Ok, ich sehe es etwas anders und der Vergleich von Dir hinkt.

    Lassen wir das also. Schade, das Thema hätte gut diskutiert werden können.

    Ich find den Vergleich absolut treffend. Diese Bezeichnung ist niemals im Leben wertneutral, egal ob ich sie über dich sage oder andere über Hausfrauen.

    Danke, genau das meine ich auch.

    Bellaisadonna schrieb:
    garudych schrieb:

    Schon schade, wie die Emanzipation mit Füßen getreten wird, weil es doch tatsächlich noch Frauen gibt, die aus welchen Gründen auch immer, die "traditionelle Rollenverteilung" bevorzugen.

    Wie gesagt: Emanzipation hat mit freier Wahl zu tun. "Ich muß nicht, aber ich kann".

    Fändest Du es tatsächlich emanzipiert wenn "frau" von heute nicht sagen dürfte sie will den Haushalt machen und die Kinder erziehen? Sondern sie muss arbeiten gehen (Karriere machen)?

    Das wäre doch dasselbe in grün wie vor XX Jahren oder nicht?


    Da liegt ein Missverständnis vor. Genau das kritisiere ich doch: dass die Frau von heute offenbar nicht die Wahl hat, sondern Karrierefrau sein muss, wenn sie nicht verspottet werden möchte. Das hat mit Emanzipation so gar nix am Hut.


    Ich finde die Differenzierung unnötig zwischen "Hausfrauen, die arbeiten" und "arbeitenden Frauen", die den Haushalt ja wohl auch irgendwie machen werden...? Wäre mir neu, dass jede Frau nun eine Putzfrau engagiert.


    Haushalt ist doch etwas, das getan werden muss (wenn man nicht in Chaos und Schmutz versinken möchte). Das hat für mich nichts Negatives, nichts Beschämendes, oder mit Dummsein zu tun.


    Und nee, "kleine, dumme Hausmuddi" ist nicht neutral. Oder sollen wir nun von den karrieregeilen Schlampen reden, wäre das auch noch neutral? Kann ja wohl nicht sein... ???

    -LaPerla- schrieb:

    Nachtrag:

    Was mich viel mehr interessiert ist WARUM du dieses Rollenmodell gut findest??

    Weil seine Eltern es ihm vorgelebt haben und er als Kind es toll fand dass Mama immer Zeit für ihn hatte. Und genau dieses Gefühl möchte er seinen Kindern gönnen.

    garudych schrieb:

    Da liegt ein Missverständnis vor. Genau das kritisiere ich doch: dass die Frau von heute offenbar nicht die Wahl hat, sondern Karrierefrau sein muss, wenn sie nicht verspottet werden möchte. Das hat mit Emanzipation so gar nix am Hut.

    Meine Erfahrungen geht auch in dieser Richtung. Ich arbeite im medizinischen Bereich, dass bedeutet harte Arbeit, viel Verantwortung und schlechte Bezahlung, und noch hinzu Arbeitskraftmangel.

    Es war für alle selbstverständlich, dass ich wieder arbeiten gehe. Meine Chefin rief mich schon nach einem Jahr an, obwohl ich zwei Jahre Elternzeit beantragen hatte, ob ich doch noch ein paar Stunden kommen könnte, sie hätten zu viel Arbeit zu tun.

    Selbst meine Verwandtschaft, die gar nicht hier lebt und mich in keinste Weise unterstützen könnte, hat nach einem Jahr ständig gefragt, wann ich endlich wieder arbeiten gehe.

    Letzendes gehe ich halbtags arbeiten, weil es finanziell notwendig ist. Wäre ich Zuhause geblieben, müsste ich mich ständig deswegen erklären.


    Es gibt nur eine arte Frau, die in unserer Gesellschaft akzeptiert wird. Nämlich die Powerfrau, die Kinder, Job, Haushalt mit links erledigt. Und sportlich, hübsch und gebildet ist sie auch noch. Schließlich muss sie für die Kinder ein guter Vorbild sein. :-(

    Bellaisadonna schrieb:

    Das ist eine Art der Rollenverteilung "Mann - außer Haus arbeiten, Frau macht Haushalt" - dazwischen gibt es noch soooo viel.

    Das stimmt. Ich wollte mit meiner Schilderung vor allem ausdrücken, dass eine "nur Hausfrau" mit Kindern keineswegs eine "Nur" ist, sondern dass sie mitunter einen echten Knochenjob hat. Bei meiner Mutter war dies ganz sicher der Fall - abgespeist mit einem lächerlich geringen Haushaltsgeld. Ein Taschengeld hatte sie nicht. :(v


    Was mich betrifft, wäre ich in jüngeren Jahren ohne meinen Beruf todunglücklich gewesen. Allerdings wollten wir immer drei Kinder haben, was leider so gar nicht geklappt hatte (0 Kinder). Mit drei Kindern wäre ich ganz bestimmt für etliche Jahre zu Hause geblieben. Als Kind fand ich es nämlich toll, dass meine Mutter immer da war und ich meine Geschwister hatte. Wir waren zwar alle mal im Kindergarten, doch gefiel es uns daheim klar besser.


    Man sollte bei der traditionellen Rollenverteilung immer bedenken, unter welchen Umständen eine Frau nicht berufstätig ist und den häuslichen Haushalt schmeißt. Eine Frau ohne Kinder hätte in der Tat ein lockeres Leben, aber sobald mehr als ein Kind da ist, sieht die Situation ganz anders aus.


    Wie hätte meine Mutter denn mit 5 Kindern (zwischen 1955 und 1962 geboren) berufstätig sein sollen? Sie war die meiste Zeit schwanger oder hatte einen Säugling zu Hause. Die Nr. 6 kam als Nachzüglerin erst 1968. Drei Jahre später verdiente sich meine Mutter mit Heimarbeit etwas hinzu. Dass mein Vater ein grausiger Tyrann war, steht auf einem anderen Blatt.

    Layla101 schrieb:

    Und was ist, wenn du dich zum Beispiel entliebst und nicht mehr mit ihr verheiratet sein möchtest, oder gar eine andere kennenlernst und dich neu verliebt und deine Ehefrau nur noch langweilig findest irgendwann? Dann hat sie die Arschkarte und ist überwiegend alleinerziehend.

    Das hört sich brutal an. Wenn ich sowas lese bleibe ich doch lieber Single .

    Graógramán schrieb:

    Ob man gefühlt oder tatsächlich verblöden würde, wenn man komplett daheim ist, ist mit Sicherheit auch eine Frage der Persönlichkeit und der Interessen.

    davon abgesehen: man kann auch im Beruf verblöden. Dass man dabei Geld verdient ist auch keine Garantie gegen Verblödung :)z


    Es gibt übrigens auch die Umkehrung der "traditionellen Rollenverteilung": die Frau geht lohnarbeiten, der Mann ist zu Hause.

    Nach meiner Erfahrung haben damit oft ausgerechnet DIE Leute ein Problem, die eine klare Rollenverteilung befürworten. Nur eben nicht so...


    Wenn die Frau zu Hause bleibt ist vermutlich nur in wenigen Fällen ein freier emanzipierter Entscheid. Sondern die Folge davon dass manche Frauen in ihrer Ausbildung behindert wurden, oder in den bekannten "systemrelevanten" schlechter bezahlten Berufen arbeiten. Es geht nicht arbeiten wer lieber arbeitet, sondern wer mehr verdient



    In der Zukunft werden eh immer mehr Menschen den Sinn der Lebens ausserhalb der bezahlten Arbeit suchen müssen. Die Welt kaputt arbeiten geht längerfristig nicht mehr.

    Aber das ist hier (noch) OT.