• Sehne mich nach traditioneller Rollenverteilung

    Ich möchte eine Beziehung mit ganz traditionellen Rollen führen: Ich arbeite, versorge die Familie und die Frau arbeitet nicht, sondert kümmert sich um unseren Haushalt und später um unsere Kinder. Das ist das wonach ich mich sehne. Ich hatte schon so einige Beziehungen, aber am Ende scheitert es immer daran, dass keine meiner Partnerinnen Hausfrau und…
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    Meistersinger schrieb:

    Ich finde es schon seltsam das erwähnen zu müssen, weil ich es einfach selbstverständlich finde, daß man sich in einer Ehe solidarisch zur Seite steht und sich gegenseitig unterstützt und hilft wo es nur geht. Das hat ja auch absolut nichts damit zu tun, welche Rollenverteilung man in einer Ehe wählt.

    Ich vermute du bist mit deiner Ansicht das unschuldige "Opfer" einer Grundsatzdiskussion geworden. Ein unfreiwilliger Boxsack ;-D


    Ja, es MUSS nichts damit zu tun haben. Dabei bin ich mit dir einer Meinung.

    Bloss falls du wie der TE (der hier längst zum ET geworden ist) denkst das "traditionelle" Familienmodell sei das "natürliche", dann müsste ich widersprechen.


    Für mich persönlich möchte ich aber Gleichheit der Aufgaben in der Beziehung. Weil ich eine stark "weibliche"(?) Seite habe, und weil ich nicht einfach davon ausgehe, dass 1 Einkommen ausreichen wird.

    Zitat

    Mein Punkt war eher diese grundsätzliche Struktur, die man einfach bei einer klaren Arbeitsteilung hat. Jeder kann sich auf einen Aufgabenbereich konzentrieren, dadurch hat niemand eine doppelte Belastung und die unter dem Strich bleibt die meiste freie Zeit für die Familie übrig.

    Also beide gehen einer Erwerbstätigkeit nach und beide kümmern sich gemeinsam um Haushalt und Kinder lässt für mich keine Struktur im Tagesablauf vermissen. Das geht ja zusammen nicht, sondern nur nacheinander.

    Haushalt und Kinder sind schon eine doppelte Belastung, zumindest, wenn man sich adäquat um beides kümmern will. Und das geht eben nicht. Ich kann nicht Staub saugen und gleichzeitig mit dem Kind spielen. Es hat schon seinen Grund, warum es Putzkräfte und Erzieher gibt.

    Der Einzige, der beim klassischen Modell keine doppelte Belastung hat, ist derjenige, der seiner Erwerbstätigkeit nachgeht.

    Und mehr freie Zeit holst du da auch nicht raus. Sobald einer Vollzeit arbeiten geht, steht nur eine gewisse gemeinsame Zeit zur Verfügung. Deswegen der Einwurf mit beide Teilzeit. Das kommt zeitlich meines Erachtens auf das Gleiche raus. Arbeit, Haushalt, Kinder. Und dann alle um 16 Uhr Familienzeit. Dadurch das aber für den gleichzeitig anfallenden Teil Haushalt und Kinder beide Eltern da sind, ist das doch besser zu händeln. Und eigentlich ist da schon viel früher Familienzeit. Es sind nämlich alle Familienmitglieder zeitgleich zusammen. Es ist dann eben nicht nur für die Hausfrau Kinder und Haushalt parallel Realität, sondern für beide Elternteile.

    Wann der Hammer fällt und für alle gemeinsame Zeit ist, kann man bei diesem Modell auch besser bestimmen. Der Haushalt läuft nicht weg. Von der Erwerbstätigkeit kann ich nicht einfach abhauen. Die Zeit, die für die Familie bleibt, bestimmt da der Arbeitgeber.

    Zitat

    Um nun auf deine Anregung einzugehen, würde ich selbstverständlich meiner Frau zur Hand gehen, wenn ich von der Arbeit komme und sie steckt noch im dicksten Stress und hat alle Hände voll zu tun. Natürlich kümmere ich mich dann um das jüngste Kind, wenn es krank im Bett liegt und weint, hole das älteste vom Fußballtraining ab oder lerne mit dem mittleren für die anstehende Mathearbeit. Klar decke ich auch gerne den Tisch für das Abendessen, erledige danach den Abwasch, mache die Kinder bettfertig, lese noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor und verwöhne meine Frau zum Tagesausklang mit einer entspannende Fußmassage. ;-)

    Womit für dich die doppelte Belastung nicht wegfällt. Keine Ahnung, irgendwie sehe ich in diesem Modell für dich Nachteile. Du bist aber ein Teil der Familie.

    Meistersinger schrieb:

    Natürlich verläuft nicht das ganze Leben nach Plan und ich kann heute nicht wissen, ob ich am 23. August 2031 um 16 Uhr mit Frau und Kindern ins Freibad fahre oder ob wir zuhause ein krankes Kind zu pflegen oder sonstige Sorgen und Probleme haben, weswegen an diesem Tag um 16 Uhr eben andere Dinge anstehen.

    Mein Punkt war eher diese grundsätzliche Struktur, die man einfach bei einer klaren Arbeitsteilung hat. Jeder kann sich auf einen Aufgabenbereich konzentrieren, dadurch hat niemand eine doppelte Belastung und die unter dem Strich bleibt die meiste freie Zeit für die Familie übrig.

    Ah, ok - dann entschuldige ich mich, dass ich Dich hier mißverstanden habe. So kann ich - für diejenigen die diese Art der Arbeitsteilung mögen - d'accord gehen.


    melb1985 schrieb:

    Haushalt und Kinder sind schon eine doppelte Belastung, zumindest, wenn man sich adäquat um beides kümmern will. Und das geht eben nicht. Ich kann nicht Staub saugen und gleichzeitig mit dem Kind spielen.

    An dieser Stelle ein klitzekleiner Einspruch:

    Ich war selbst mit mehreren Kinder jahrelang "nur" Hausfrau und Mutter. Es war anstrengend, ja, vor allem je nach Altersstufen - aber eine Doppelbelastung nicht.

    Ein Kind muß nicht 24/7 bespaßt werden. Im Gegenteil: Sie müssen meiner Meinung nach schon früh lernen sich auch mal alleine zu beschäftigen. In viele Hausarbeiten kann man sie irgendwann mit einbeziehen, spielerisch, später auch als Aufgabe - aber man kann auch sagen: So, jetzt habe ich mal eine halbe Stunde keine Zeit für Dich/Euch.


    Ich habe auch nie dieses Ding verstanden wenn Mütter sagen: Ich komme noch nicht mal zum Klogang oder zum Duschen. (Also abgesehen von Extremfällen)

    Es ist doch ganz einfach: Jede Familie und Situation ist anders und man kann da nicht einfach Schema X für das Allgemeingültige bestimmen.

    Wenn eine Frau arbeitet, den Haushalt versorgt und die Kinder betreut, der nette Gatte nur arbeitet ist das auch keine Emanzipation.

    Leben und leben lassen. Wenn du mal eine ernsthafte Beziehung hast wirst du irgendwann über solche Dinge reden und ihr werdet sehen, ob ihr eine gute Lösung findet. Es gibt ja auch 3 Jahre Elternzeit, wenn die Kinder noch ganz klein sind. Also die Möglichkeit einer temporären klassischen Rollenverteilung.

    Von vorneherein lässt sich eh nicht alles planen.....

    Ich war bei jedem Kind drei Jahre zu Hause (wird ja auch voll auf die Pension angerechnet) und war danach froh, wieder (teilzeit) ins Büro zu dürfen und was anderes zu sehen als Haushalt und Kinder. Ich war allen Ernstes kurz davor, einen Putzfimmel zu entwickeln, die Zeit wollte ich dann doch lieber in bezahlte Arbeit stecken.

    War damals natürlich auch ganz nett, zweimal die Woche schon vormittags mit anderen Kindergartenmüttern Kaffee trinken zu gehen, aber auch da war mir dann doch bezahlte Zeit lieber, die sozialen Kontakte hatte ich in der Arbeit genauso.

    Zitat

    Für mich persönlich möchte ich aber Gleichheit der Aufgaben in der Beziehung. Weil ich eine stark "weibliche"(?) Seite habe, und weil ich nicht einfach davon ausgehe, dass 1 Einkommen ausreichen wird.

    Wobei es grundsätzlich beruhigender ist, wenn ein Einkommen ausreicht, eben weil man das Leben nicht planen kann. Jobverlust ist kein unrealistisches Szenario. Krankheit des Partners oder des Kindes ist sicherlich schon seltener. Da ist aber auch die Möglichkeit, dass man doch den Entschluss fasst, dass einer beim Kind daheim bleibt, z.B. aufgrund schulischer Schwierigkeiten.


    Insofern finde ich Gleichheit der Aufgaben schon wichtig als das auch jeder Partner ohne den anderen für sich und die Kinder sorgen kann und das nicht nur finanziell.

    Wobei ich grundsätzlich nichts gegen eine Aufteilung Garten/Haushalt hätte. Ich finde ja, Unkraut blüht auch. Solange der eine beim anderen sieht, dass noch was zu tun ist und dann mit anpackt, ist alles ok.

    Das die Kinder gemeinsam betreut werden, versteht sich von allein.

    gauloise schrieb:
    Zitat

    qAuch über die Gründe der gängigen Vorurteile

    Interessant! Und die wären?

    Wurzel, meinst du wirklich, daß alle die Meistersingers Vorstellungen etwas unrealistisch finden, Vorurteile haben?

    Sehe ich absolut nicht so...

    Okay, zu Anfang des Fadens kamen ein paar Sprüche von wegen „verblöden“ oder Dummerchen am Herd und so. Das fand ich auch ziemlich daneben, es liegt ja an jeder Frau selbst, was sie in ihrer Freizeit macht...

    Aber es ist nunmal kein Vorurteil, sondern eine nüchterne Tatsache, daß es heutzutage schwierig ist, dieses Modell zu leben.

    Schon allein die leidige Miete. In den 1950ern und 60ern galt für Arbeiterfamilien normalerweise die Faustregel: ein Wochenlohn für die Miete.

    Das wäre also ca ein Viertel des Monatslohnes. Heute kann man schon froh sein, wenn man als Familie „nur“ die Hälfte des Monatseinkommens für die Miete braucht!

    Und auch früher konnte dieses Modell schwierig werden, wenn das Geld nicht reichte, der Ernährer oder eben auch die Hausfrau aus irgendeinem Grund ausfiel.

    In meiner Verwandtschaft haben jedenfalls fast alle Frauen zumindest zeitweise dazuverdient. Und ich hatte als Kind sehr viel alte Verwandte, also die Jahrgänge von 1885-1910 habe ich noch gut kennengelernt...

    Und einige dieser Frauen aus der Generation mussten sogar Vollzeit arbeiten, trotz Kinder! Stichwort Kriegswitwen, davon gab es ja mehrere Millionen...

    Ich hab jedenfalls von meiner Mutter und Oma immer gesagt gekriegt, man sollte als Frau niemals ganz aus dem Berufsleben aussteigen.

    Einige Jahre, wenn die Kinder noch klein sind, das ist was anderes. Ich hätte auch nie mit einem Baby arbeiten gehen wollen.

    Aber in den meisten Berufen, vor allem bei Bürojobs, ist es kaum möglich, nach 15 oder 20 Jahren wieder in den erlernten Beruf reinzukommen.


    Ich finde es aber auch nicht okay, wenn beide Eltern so viel arbeiten, daß es kaum Zeit gibt, sich wirklich mal mit den Kindern zu befassen. Wenn man mit den Kindern nur eine Stunde am Tag reden kann, dann wird ja meistens nur über die Tagesplanung gesprochen, z.B. Wann hast du morgen Schule, morgen komme ich später, usw.


    So kann doch gar keine echte Eltern-Kind-Bindung entstehen. Und die Erziehung kommt dann natürlich auch viel zu kurz, bzw findet dann auch manchmal gar nicht statt.

    Erziehung bedeutet ja auch nicht, den Kindern alle Wünsche zu erfüllen oder sie täglich von A nach B zu fahren. Sondern Erziehung bedeutet, seine Kinder aufs Leben vorzubereiten!

    Dafür braucht es nunmal Zeit, und diese Zeit sollten sich beide Partner nehmen.

    Zitat

    An dieser Stelle ein klitzekleiner Einspruch:

    Ich war selbst mit mehreren Kinder jahrelang "nur" Hausfrau und Mutter. Es war anstrengend, ja, vor allem je nach Altersstufen - aber eine Doppelbelastung nicht.

    Ein Kind muß nicht 24/7 bespaßt werden. Im Gegenteil: Sie müssen meiner Meinung nach schon früh lernen sich auch mal alleine zu beschäftigen. In viele Hausarbeiten kann man sie irgendwann mit einbeziehen, spielerisch, später auch als Aufgabe - aber man kann auch sagen: So, jetzt habe ich mal eine halbe Stunde keine Zeit für Dich/Euch.


    Ich habe auch nie dieses Ding verstanden wenn Mütter sagen: Ich komme noch nicht mal zum Klogang oder zum Duschen. (Also abgesehen von Extremfällen)

    Absolut.


    Ich wollte damit ausdrücken, dass man auch hier Prioritäten setzen muss. Das man eben erstmal aufräumt, damit man nicht im Chaos erstickt, wie man eben einen Job annimmt, damit es finanziell reicht.

    Der Unterschied ist halt, dass man beide Möglichkeiten als Hausfrau direkt vor Augen hat. Und wenn man grade beim Staub wischen ist und parallel das Kind weint, muss man an beiden Fronten reagieren. Ich hatte da eher den umgekehrten Fall im Kopf, dass man für das Kind die Hausarbeit liegen lässt. Am Ende des Tages sollte aber beides "erledigt" sein. Der arbeitende Ehepartner hat eben erstmal "nur" seine Arbeit zu bewältigen und kann sich darauf konzentrieren.

    Das mag eine Mutter nicht als Belastung empfinden, erst recht nicht als Doppelbelastung.

    Technisch gesehen ist es das aber irgendwie.

    So kann ich schon verstehen, dass Meistersinger der Frau dann eine zusätzliche Belastung durch Erwerbstätigkeit ersparen will. Anfreunden könnte ich mich damit trotzdem nicht, weil er sich eventuell trotzdem am Haushalt beteiligen muss und durch Vollzeit-Tätigkeit außer Haus weniger Zeit für die Kinder hat.

    melb1985


    Ok, das sehe ich auch so.


    Aedgiva schrieb:

    In den 1950ern und 60ern galt für Arbeiterfamilien normalerweise die Faustregel: ein Wochenlohn für die Miete.

    Das wäre also ca ein Viertel des Monatslohnes. Heute kann man schon froh sein, wenn man als Familie „nur“ die Hälfte des Monatseinkommens für die Miete braucht!

    Ich hatte meine erste Wohnung Mitte/Ende der 80er, da war es schon ungefähr 1/3 des Einkommens. Und mit Eintritt des Euros kam es recht rasant auf die Hälfte.


    Und das nicht nur für Arbeiterfamilien, auch mit Angestelltenjobs - sind ja nicht wesentlich anders bezahlt.


    Unsere erste Wohnung (Stadtmitte, 4 Zimmer, 90qm): 700 DM Warmmiete (+Gast/Strom und Telefon waren wir bei 850), mein Mann verdiente 2400 netto, ich (noch) Hausfrau - ein Kind, konnte man mit leben.


    Davon träumt man heute, da hat man mit Glück dieselbe Miete in Euro in der Vorstadt oder höchstens mit guter Verkehrsanbindung, Wohnung meist kleiner - verdient aber (im Verhältnis gesehen!) erheblich weniger als mein Mann damals (Elektriker).

    melb1985 schrieb:
    Zitat

    Für mich persönlich möchte ich aber Gleichheit der Aufgaben in der Beziehung. Weil ich eine stark "weibliche"(?) Seite habe, und weil ich nicht einfach davon ausgehe, dass 1 Einkommen ausreichen wird.

    Wobei es grundsätzlich beruhigender ist, wenn ein Einkommen ausreicht, eben weil man das Leben nicht planen kann.

    Klar ist das beruhigender. Aber auf die Lohnskalen habe ich keinen Einfluss.

    Ich habe z.B. 3 Berufsziele, bei Ziel 1 würde mein Lohn sicher gut ausreichen, beim Ziel 2 (übrigens im demselben Sektor!) bekanntlich nur knapp, und Ziel 3 würde mir finanziell eine sehr ungleiche Zukunft versprechen (von sehr viel bis fast Null).


    Also "mein" Ehemodell wäre nur im 1.Fall wirklich frei gewählt.

    Seid ihr alle schlau oder was.


    Ich hab vor ner Weile eine Frau wiedergetroffen, geiler Mensch, Person (Wiss.Journalistin), Körper, Ausstrahlung, Charakter, alles.


    Das ist meine Wertung und nicht ihre.


    Sie kann 5 Männer haben, drei hat sie.


    Aber das kann doch nicht jedes nur erdenkliche dumpfe Weibchen.


    Es kommt auf Persönlichkeit an, nicht auf Geschlecht, also keine Ahnung - Viel Spaß noch bei der weiteren Debatte.

    Muss ich den Bezug zu diesem Faden verstehen? Das es Frauen gibt die froh sind, wenn sie zumindest einer zum Daheimbleiben haben will?