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    Was ist für Dich esoterisch?

    Weil es wie aus einem dieser trivialen, unzähligen messianischen Selbsthilfebücher klingt, heile dich selbst und alles Glück der Welt liegt dir zu Füssen*schnarch* zzz . Du meinst es ja vielleicht wirklich nur gut, aber diese sophistische Attitüde , die ausdrückt, ihr verirrten Schäfchen, ihr braucht euch nur selbst lieben, dann gibt es für euch Beziehungen wie aus dem Bilderbuch, das liest sich ungeheuer herablassend, zumal du ja nach deinen eigenen Worten keinerlei Probleme in deiner Beziehung hast. Wie du dann so felsenfest davon überzeugt sein kannst, die Lösung für alle Troubles in der Hand zu haben, nämlich mangelnde Selbstliebe, klingt für mich schon ziemlich vermessen. Und etwaige Abweichungen davon, die nicht in dein Schema hineinpassen, einfach wegwischst, das hat mich für mich etwas von Selbstbetrug. Sorry, klingt für mich somit nicht sehr überzeugend.

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    Erkennt man dies nicht,so wird die nächste Beziehung wieder vom eigenen, mangelnden Selbstwert bestimmt sein:

    Woher willst du das denn wissen? Als ob es für alle Arten von Beziehungen ein Handbuch gäbe und jede vorhersehbar nach einem gewissen Schema abläuft. Toll, dass du diese Art von Vorhersagen treffen kannst, ohne die jeweiligen Details zu kennen. Wusste nicht, dass jeder Mensch so vorhersehbar ist. Wenn deine Regeln befolgt werden, braucht es in Hinkunft ja keine Scheidungsanwälte mehr.

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    Ich persönlich finde "Egoismus" hat gleich so was negatives,selbstgerechtes.

    Deshalb habe ich ja auch von "einer gesunden Portion Egoismus" geschrieben ;-)

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    Dabei ist man es eigentlich selbst, der sich "weigert" zu wachsen, einen Schritt weiter zu gehen.


    Viele bleiben leider für immer in der Opferrolle, weil sie unvermögend sind Selbstverantwortung zu übernehmen.

    Hinter der Weigerung steht meistens Angst, nackte Angst. Und genau die verhindert, eigene Schritte oder einen Schritt weiter zu gehen. Das äussert sich mitunter über die Weigerung das Haus zu verlassen, oder nur noch in einem bestimmten Radius zu agieren.


    Die Angst bestimmt auch das Denken. Es sind die immer wiederkehrenden Ängste, die vernünftige Gedanken und die sich daraus ergebenden positiven Handlungen verhindern. Somit kann keine Selbstverantwortung übernommen werden.


    Wer allerdings Hilfen nie annimmt und jede Hand ausschlägt, der ist noch nicht weit genug "Unten" angekommen. Das hört sich vllt hart an, ist aber leider so. Und leider (oder zum Glück) sind diese Menschen erst dann bereit, Hilfe und Veränderungen anzunehmen. Und dann erst kann sich "eine gesunde Portion Egoismus" entwickeln bzw. Selbstverantwortung übernommen werden.

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    Diese Partner stellen also so lange eine Plattform (wenn man so will eine "Schule") für einen dar, bis man selbst wählt wie man geliebt bzw. behandelt werden möchte.

    Ich hab so vor 2,5 Jahren oder so jemand kennengelernt, ähnlicher Lebenstil und krasse Anziehung, aber ich befüchtete eine Beziehung wäre katastrophal geworden. Die jeweiligen unguten Beziehungsmuster (wovon wir beide reichlich bieten könnten) hätten sich einfach auf's destruktivste ergänzt. Hab mich also aktiv dagegen entschieden und das war wohl auch wirklich die selbstfreundlichere Entscheidung.


    Ich hätte da durchaus was lernen können, man kann praktisch immer was lernen, aber das wär sehr sehr schmerzhaftes lernen gewesen. :-D


    Ist dafür eine Freundschaft geworden (empfinde ich zumindet so) wohnt seit einiger Zeit wieder (war aber viel länger auf der Straße als ich) und macht gerade nen professionellen Heroinentzug *Daumendrück* Vielleicht wird sie danach keinen Kontakt mehr zur Straßenbekannten pflegen, wenn ihr das hilft finde ich das sogar gut auch wenn ich sie vermissen würde, vllt könnte ich das auch sagen wenn ich mehr als Freundschaft zugelassen hätte, aber dann richtig autsch^^ Megaultraheftigautsch! :-D


    Und das war auch einer von mehreren konkreten Hinderungspunkten: Verlustangst, ich neige da beziehungstechnisch nicht zwangsläufig dazu, da müssen bei mir vermutlich spezielle und in größerem Maß destruktive Muster getriggert werden, bei ihr hätte ich jedenfalls welche gehabt, wahrscheinlich sogar Eifersucht (ist mir direkt peinlich ;-D).

    Also Freeredbird. Ich finde deine Haltung echt toll. Ein Handbuch für Beziehungs-Dummies. Und so stetig vorgetragen, wie schön. Also ich befinde mich in einer Beziehung. Bei mir gehts manchmal kunterbunt zu. Und das ist gut so. Das, was du hier propa(gierst) ist doch eher 'Beziehung für zahnlose Warmduscher'. Ich würde mich zu Tode langweilen (was ich bei deinen Texten ja schon mache) und ich weiß, das tropft schadlos an dir ab. Und das ist auch gut so. Wir hatten Oswald Kolle, Beate Uhse, den Papst und jetzt dich.


    Weißt du, Leben und die bunte Vielfalt dessen sieht halt anders aus als stereotype Proklamationen.

    Freeredbird

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    In meinen Augen sucht - oder bleibt man bei - solche(n) Menschen so lange, bis man bei sich selbst bzw. einer gesunden Form der Selbstliebe angekommen ist.

    Selbstliebe ist nicht das gleiche wie Selbstrespekt oder Selbstwert. Wenn Du damit auch das meinst, dann sehe ich es auch so. Allerdings kann ich mit Selbstliebe nicht wirklich viel anfangen, weiß aber, was damit allgemein gemeint ist. Ist ja auch eine rein emotionale Ebene.

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    Es geht nicht darum, ob wir etwas "verdienen" durchzumachen bzw. "nicht verdienen" schlecht oder lieblos behandelt zu werden.

    Schlecht oder lieblos? Es gibt ja nicht nur lieblos oder liebevoll. Höflich, respektvoll reichen aus meiner Sicht völlig. Ich würde auch sogen, dass Liebenswürdigkeit durchaus eine Veranlagung ist.


    Wenn jemand keine Selbstwert besitzt und sich schlecht behandelt, ist es oft so, dass er sich von anderen auch schlecht behandeln lässt, aber nicht notwendigerweise.

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    Diesen Weg mit einem speziellen Partner - oder dass wir eventuell trotz Unglück bei diesem bleiben - wählen wir bewusst oder unbewusst selbst.

    Klar, das sind natürlich Musterverhalten, die entweder beibehalten werden oder nicht. Wenn nicht, dann wird man immer wieder den selben "Typ" Partner haben.

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    Ein "Opfer" gibt es hier nicht.

    Sicher gibt es ein Opfer – das, das sich selbst als Opfer sieht. Wer außer einem selbst meint besser beurteilen zu können, wie sich jemand sieht, als dieser jemand selbst. Wäre ganz schön respektlos.

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    Das Tragische daran ist, dass der nächste Partner scheinbar oft genau dieselben oder ähnliche "Mängel" aufweist. Dabei ist man es eigentlich selbst, der sich "weigert" zu wachsen, einen Schritt weiter zu gehen.

    Ich weiß nicht inwieweit das für mich als Beobachtende tragisch ist. Tragisch ist es – wenn – für die Betreffenden.

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    Viele bleiben leider für immer in der Opferrolle, weil sie unvermögend sind Selbstverantwortung zu übernehmen.

    Ich würde nicht sagen, dass das eine Sache des Könnens, sondern dasss es eine Frage des Willens ist.

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    Ergo__**: Ich erfahre vom anderen immer genau die Behandlung, die ich denke dass ich sie verdiene.

    Nicht immer. Es gibt Menschen mit fehlendem Selbstbewusstsein, die so tun, als wären sie selbstbewusst und sich so ein Verhalten auch nicht gefallen lassen. Sie selbst werden deswegen aber nicht ausgeglichener bzw. gewinnen mehr Selbstwert in ihren eigenen Augen. Es ist für Außenstehende nicht immer beurteilbar, ob jemand selbstbewusst ist oder selbstbewusst tut.

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    Es ist für einen Menschen unmöglich eine gesunde und wirklich glücklich machende Beziehung (ohne Abhängigkeit) zu führen, solange mangelnder Selbstwert, mangelnde Selbstliebe (im positivsten Sinne) in diesem gewachsen ist.

    Das denke ich nicht. Es gibt durchaus Abhängigkeitsverhältnisse, in denen beide Partner dem anderen das geben, was er braucht. Dass es negative Ausgaben gibt und wohl mehr als Positive, das will ich damit aber nicht sagen. Trotzdem gibt es auch durchaus Abhängigkeitsbeziehungen, die glücklich und zufrieden machen.

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    Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass das die Massivität der schlechten Behandlung (bzw. das Dulden desselben) des Partners umgekehrt proportional ist zum Mangel an Selbstwert.

    Das auch nicht unbedingt. Da gibt es die unterschiedlichsten Abstufungen und Variationen.

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    Es fehlt an Selbstliebe, und für das eigene Handeln wird der andere verantwortlich gemacht.

    Es gibt auch Menschen, denen es an Selbstliebe fehlt und sie sich für alles verantwortlich machen, sie sich für andere verantwortlich fühlen oder das Leid der Welt verantwortlich fühlen. Ich sehe Selbstliebe hier nicht als den springenden Punkt, sondern Selbstbewusstsein, das für mich Selbstachtung und Selbständigkeit beinhaltet.

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    Und das geht nicht ohne Selbstliebe.

    Doch, das geht meiner Ansicht nach auch ohne Selbstliebe. Das hieße ja, dass ich nur Menschen respektieren kann, die ich auch liebe und für mich ist die emotionale Ebene nicht unbedingt mit der Sachebene verknüpft. Lieben oder nicht lieben, das sagt nichts darüber aus, wie ich mich oder andere behandle. Der entscheidende Punkt ist die Bewertung – also Selbstwert und das ist für mich keine Sache der Emotionen. Es ist eine Wertung und Auf- und Abwertung passiert abstrakt - es sind Gedanken.

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    In Deutschland ist keiner der oben genannten Gründe ein faktischer oder praktischer Hinderungsgrund zur Trennung.


    Der mangelnde Mut zu Schritten die unter oben genannten Umständen zu einer Trennung führen bzw. diese ermöglichen ist m.E. wiederum fehlender Selbstwert.

    Was sich schlagen lassen, sich finanziell abhängig machen betrifft, sehe ich auch so. Wenn ich mich in einer Beziehung schlagen lasse, erniedrigen lasse, betrügen lasse, wird es geschehen. Sonst nicht. Ich bin die Beziehung ja freiwillig eingegangen.

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    Und dies tut ein Mensch der über genug Selbstwertgefühl verfügt nicht.

    Ich denke nicht, dass es ein unbedingter Widerspruch ist ein gesundes Selbstwertgefühl zu haben und das Glück anderer höher zu stellen. Das käme meiner Ansicht nach dem zugleich, das allgemein als Altruismus verstanden wird.

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    Man will sein Leben und sein Glück mit dem anderen teilen.

    Jemand, der zufrieden mit sich und der Welt ist, der braucht keine Beziehung um glücklich und erfüllt zu sein. Mal abgesehen davon, dass man sich jetzt den richtigen Partner auch nicht herzaubern kann. Wenn dieser also nicht auf der Bildfläche erscheint, ist so jemand auch in der Lage ohne Partner erfüllt zu sein.

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    Gesunde Selbstliebe/gesunder Selbstwert bedeutet für mich:

    Für mich ist Selbstliebe nicht gleich Selbstwert.

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    In meinen Augen schränke ich nicht ein, sondern reduziere auf's Wesntliche, bzw. wende meinen Blick dorthin.

    Das ist ja auch völlig okay. Dasselbe tun andere aus ihrer Sicht.

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    Einen, der Wege aufzeigt. Aber gehen muss der betreffende diese Wege natürlich immer selbst.

    Wieso das? Wo steht denn geschrieben, dass jeder die gleiche Persönlichkeitsentwicklung haben muss? Warum sollte das so sein? Warum sollte jeder einen gesunden Selbstwert, wie Du ihn umschreibst anstreben?

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    Es erfordert immer auch Mut zu sehen, dass man eben selbst etwas ändern kann. Sind die gewohnten Pfade doch steinig, so sind sie eben doch dies: gewohnt.

    Mit solchen Aussagen kann ich nicht viel anfangen. Ob jemand mutig ist oder nicht, das kann ich nur einschätzen, wenn ich weiß, wie dieser jemand denkt und was seine Werte sind. Ich kann ihn doch nicht über meine subjektive Werteskala und meinen Denkriterien rennen lassen.

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    Ich verstehe auch die Motivation dahinter nicht.

    (hinter den Angriffen) hm, ein Erklärungsversuch - So einiges ist in anderen Formulierungen ja nichts weltbewegendes Neues was du schreibst und in anderen Themen wird sowas auch durchaus angebracht, meisten wohl auch ohne dass sich jemand drüber empört. Was hier Gründe sein könnten ist vllt Vereinfachung/Undifferenziertheit und der "Es ist doch alles so einfach ihr Lieben"-Sound ;-) - klar ist der Selbstwert für derartige Themen sehr entscheidend, oft bestimmt auch der Knackpunkt schlechthin.


    Aber zu sagen "Liebet euch selbst und sehet das Licht" ist halt ein bißchen kurz gegriffen, jemand der da betroffen ist muss oft vermutlich erstmal rausfinden warum der Selbstwert schlecht ist, wie's dazu kam und wo die Verletzungen liegen; und seinen individuellen Weg finden seine Verletzungen zu heilen und den Selbstwert wieder (oder erstmalig) auf(zu)bauen.


    Man kann glaube ich seinen Selbstwert auch an anderen Problematiken vorbei weiterentwickeln und so einen halbwegs vernüftiges Maß an Selbstwert erreichen und trotzdem eher schwieriges Beziehungsverhalten aufweisen.


    (nur mal zwei Dinge von vermutlich ziemlich vielen, warum es eben nicht so einfach ist, wenn man da den Anspruch hat eine Art Leitfaden zu schreiben müsste man das der dermaßen viel differenzierter tun dass es wohl eher Richtung Buch ginge)


    Und ein anderer Grund ist vllt die unterschwellige Schuldimplizierung und Täterentschuldigung. Nicht so gemeint, nehm ich mal an*, aber das sind keine sonderlich unlogischen Schlüsse die man aus dem Eingangsbeitrag ziehen könnte. Z.B.:

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    **Ja, wir wählen selbst.


    Wir handeln, werden nicht be-handelt!**

    sehr selbstverantwortlich, aber man könnte da halt leider auch lesen, bist ja selber schuld immer wieder dein Gesicht in deines Partner Faust zu hämmern ;-)

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    Ein "Opfer" gibt es hier nicht.

    hmm^^ Opferdenken ist nicht gut, aber das ist so geschrieben halt echt n Ding, je schlimmere Dinge man sich hierzu jeweils vorstellt desto weltfremder klingt das Zitat.


    * = sicher bin ich mir da nicht, bewusst wirst du es wohl ganz sicher nicht so meinen, aber unterbewusst vllt, z.B. könntest du grad schon in einer Schönred- oder Selbst(erst)verinnerlichungsphase stecken, vllt gibt's in deinen Beziehungen im Leben (muss nicht ja nicht die Partnerschaft sein) ja selbst Destruktivitäten aus denen du ausbrechen möchtest?

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    Viele bleiben leider für immer in der Opferrolle, weil sie unvermögend sind Selbstverantwortung zu übernehmen.

    Ich würde nicht sagen, dass das eine Sache des Könnens, sondern dasss es eine Frage des Willens ist.

    In der Beurteilung was irgendjemand anderes kann oder nicht sollte man meiner Meinung nach aber auch echt vorsichtig sein.

    danae87

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    Ich finde das zu sehr vereinfacht. Meiner Meinung nach sollte man es zu erst einmal vermeiden Probleme beim Kennenlernen und am Anfang einer Beziehung mit Problemen lang anhaltender Beziehungen gleichzusetzen. Es macht einen großen Unterschied ob ich zwar immer wieder an Menschen gerate die mich schlecht behandeln, aber dann gleich gehe, oder ob ich mich seit vielen Jahren von ein und demselben Partner wieder und wieder schlecht behandeln lasse. Das zeigt ja schon zwei sehr verschiedene Persönlichkeitsstrukturen.

    Natürlich kann jemand mal Pech haben. Dann wird dieser jemand auch nicht immer "ins Klo" greifen, wenn es um Beziehungen geht. Ansonsten macht es aus meiner Sicht schon Sinn, das eigene Musterverhalten zu hinterfragen.

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    Nebenbei haben auch die "Täter" in solchen Beziehungen in aller Regel ein Problem mit der Selbstachtung. Mangelnde Selbstachtung zeigt sich also nicht zwangsläufig darin das man sich schlecht behandeln lässt, sie kann sich auch dadurch enttarnen das man jemanden schlecht behandelt. Während der schlecht behandelte Part sehr wohl über emotionale Erpressung den kontrollierenden und stärkeren Teil der Beziehung ausmachen kann. Alles nicht so einfach.

    Das ist die logische Folge. Jemand der sich selbst nicht achtet, kann meiner Ansicht nach andere nicht achten. Es zeigt sich nur auf unterschiedlichste Weise. Bei Männern generell anders als bei Frauen. Männer wenden ihre Aggressionen eher nach außen, Frauen eher nach innen und gegen sich. Natürlich bestimmt die Ausnahme die Regel. Allerdings zeigt sich das nicht immer auch im Verhalten anderen gegenüber. Deswegen ist es für Außenstehende oft schwierig die Lage eines anderen überhaupt zu beurteilen.

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    Es gibt aber auch Fälle in denen man durch diese Demütigung Macht ausübt. Man wird schlecht behandelt, aber das ist ja immer nur ein Moment von vielen. In allen anderen Momenten zieht man aus dem schlechten Gewissen Macht und Kontrolle, hält den anderen in einer Position fest in der er oder sie gar nicht glücklich ist, aber man selbst erduldet ja soviel und deshalb schuldet der Andere einem dies oder das. Ja, manchmal provoziert man sein Gegenüber immer wieder soweit das es kracht, damit man hinterher wieder in der starken Position ist. (Das beudetet nicht das man Schläge oder so verdient hätte, das Gegenüber ist für die immer alleine verantworlich, er oder sie könnte ja gehen statt sich quälen zu lassen.)

    Aus Meiner Sicht ist in der Regel der vermeintlich "schwächere" Part der Mächtigere, aber wohl auch der, der mehr leidet.

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    Und das ist nur was ich aus meinem Erfahrungsspektrum kenne. Da gibt es sicher noch viel viel mehr, aber mangelndes Selbstwertgefühl ist nicht das treibende Problem.

    Ich neige auch dazu, dass es am mangelnden Selbstwert liegt. :-/

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    Nö, man kann das eigene Glück auch im Glück anderer finden. Das ist das was unter dem Begriff "Hingabe" subsumiert werden kann und auch wenn es heute etwas aus der Mode ist, so kann man doch tiefe Erfüllung und großes Glück darin finden.

    Hingabe muss aus meiner Sicht nicht Hand in Hand mit Selbstaufgabe gehen. Im Moment kann ich mir Hingabe und als Folge Selbstaufgabe gar nicht vorstellen.

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    Und das zu bewerten nimmst du dir einfach so raus? Natürlich kann das Liebe sein, wer hat denn bitte das Recht darauf gepachtet zu sagen wie genau Liebe sich ausdrückt? Du? Das wäre sehr vermessen. Wenn jemand darin glücklich ist und sich gut fühlt, wieso sollte diese Person anders leben? Nur weil du findest anders wäre es besser? Vielleicht fände die Person dein Leben sehr langweilig und arm an Gefühlen und wäre am Ende doch lieber tot als so zu leben? Würdest du dein Leben ändern nur weil jemand anders so empfinden würde? Wohl eher nicht oder?

    Sehe ich auch so.

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    Ich verwehre mich nur dagegen das jede Person die sich "schlecht behandeln" lässt kein Selbstwertgefühl hat und keine Liebe kennt. Diese komplette Verallgemeinerung: "wer nicht den Standard lebt der ist kaputt", ist es gegen die ich mich wehre. Natürlich gibt es das und es macht bestimmt auch einen großen Anteil aus, aber eine goldene Regel für gelingende Bezihungen zu postulieren finde ich verdammt vermessen.

    Aber ein Zeichen von gesundem Selbstbewusstsein ist es halt auch nicht, wenn man sich schlecht behandeln lässt. Denn dann stelle ich ja den Wert eines anderen über meinen.


    Sicher kann man für sich da auch eine eigene Definition von gesundem Selbstwert finden, aber allgemein gibt es halt schon durchaus Werte, die gesellschaftlich gelten. Damit will ich auch nicht sagen, dass ich das alles als Gegeben hinnehme oder es selbst gar so sehe. Ich meine, ich mache auch Dinge, die allgemein als thrapiebedürftig oder ungesund gelten. Soll es so sein. Ich sehe es halt anders. Allerdings sehe fasse ich ungesund und dergleichen auch wertfrei auf. Meine Mutter z. B. hat eine Beziehung zu meinem Vater gelebt, das aus psychologischer Sicht ganz sicher mehr als ungesund war, sie sicher auch mangelnden Selbstwert hatte. Was ich nicht sagen kann ist, dass es ihr nicht bewusst war, was sie tat und sie damit wohl sehr selbstbewusst war. Selbstbewusstsein hat ja auch zwei unterschiedliche Bedeutungen. Oft wird es im Sinne verwendet, dass jemand ein starkes Auftreten hat, sehr selbsverantwortlich, etc. und das hatte z. B. meine Mutter nicht. Im Sinne von sich seiner bewusst zu sein, seiner wahrhaftig zu sein, das wiederum hatte sie in einem extrem hohen Maße.

    Hier ist stichpunktartig meine Meinung zu Deiner Theorie:


    1. Ich halte Deine Theorie grundsätzlich für richtig.


    2. Den Widerspruch gegen die von Dir behauptete Allgemeingültigkeit Deiner Theorie halte ich für berechtigt.


    3. Ich sehe einen Klärungsbedarf, was genau mit Selbstliebe/Selbstwertgefühl/Selbstbewusstsein gemeint ist. Da hast Du mit Deiner Aufzählung zum Thema Selbstliebe einen Ansatz gemacht.


    4. Deine Haltung gegenüber dem Opfer finde ich zynisch.


    5. Praktisch halte ich den Weg, den Du mit Deiner Theorie aufzeigst, nicht für gangbar.

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    Es ist meines Erachtens zu kurz gesprungen, in "schlechten" Beziehungen zu sagen, der andere (der, der sich nicht meldet, lügt, betrügt, sich nicht an Abmachungen hält...und vieles Denkbare mehr) ist ein Arschloch, das man nicht verdient hat.

    Vielleicht habe ich hier einen Denkfehler, aber ich finde das widerspricht deiner ganzen Theorie?


    Müsste nicht jemand, der sich selbst liebt, gerade bei solch schlechtem Verhalten sagen "was ein Depp und tschüss, sowas muss ich mir nicht antun (habe ich nicht verdient)"?


    Und jemand, der sich nicht selbst liebt, beginnt diesen von dir genannten Prozess?


    Was ist daran aber kurz gesprungen? Was meinst du damit bzw. wie meinst du das? Ich habe irgendwie Schwierigkeiten, deinen Eingangspost zu verstehen..

    Oh schön das du, Kleio, den Weg hierher gefunden hast. :-)

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    Natürlich kann jemand mal Pech haben. Dann wird dieser jemand auch nicht immer "ins Klo" greifen, wenn es um Beziehungen geht. Ansonsten macht es aus meiner Sicht schon Sinn, das eigene Musterverhalten zu hinterfragen.

    Das sehe ich genauso, aber im Eingangsbeitrag las es sich für mich so als würde einem sowas nur passieren wenn man ein Problem mit sich selbst hätte, deswegen wollte ich das an der Stelle herausstreichen.

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    Das ist die logische Folge. Jemand der sich selbst nicht achtet, kann meiner Ansicht nach andere nicht achten. Es zeigt sich nur auf unterschiedlichste Weise. Bei Männern generell anders als bei Frauen. Männer wenden ihre Aggressionen eher nach außen, Frauen eher nach innen und gegen sich. Natürlich bestimmt die Ausnahme die Regel.

    Das hängt ja auch immer mit dem Gegenüber zusammen. Also jemand der geschlagen wurde kann durchaus in der nächsten Beziehung der schlagende Teil sein. Je nachdem welche Rolle wem näher liegt.

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    Aus Meiner Sicht ist in der Regel der vermeintlich "schwächere" Part der Mächtigere, aber wohl auch der, der mehr leidet.

    Das sehe ich auch so. Allerdings kann ich mir vorstellen das einige Menschen dieses Leid für die Macht in Kauf nehmen und ganz sicher möchte ich lieber nicht von aussen einschätzen müssen wie die Machtverhältnisse in einer ganz konkreten Beziehung verteilt sind und wer da wieviel Selbstwertgefühl hat.

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    Ich neige auch dazu, dass es am mangelnden Selbstwert liegt. :-/

    In vielen Fällen bestimmt, aber in anderen kann es sich auch um eine wenig sensible Selbstwahrnehmung handeln oder um die bewusste Entscheidung in einer extremen Beziehung zu verbrennen und das ganz auszukosten. Man kann ja auch ein Gefühl für den eigenen Wert daraus ziehen den Mut zu haben so zu leben. Die Quellen des Selbstwertgefühl sind ja doch sehr individuell.

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    Hingabe muss aus meiner Sicht nicht Hand in Hand mit Selbstaufgabe gehen. Im Moment kann ich mir Hingabe und als Folge Selbstaufgabe gar nicht vorstellen.

    Ich glaube das Hingabe immer ein Stück Selbstaufgabe beinhaltet. Nicht alles, ganz sicher nicht, aber einen gewissen Anteil an sich muss man immer aufgeben wenn man irgendwas mit Hingabe betreiben oder leben will, einfach weil die Zeit ja beschränkt ist. Das finde ich auch gar nicht schlimm, viel schlimmer erscheint es mir auf allen Hochzeiten tanzen zu wollen und in der Entscheidungslosigkeit zu verharren.

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    Selbstbewusstsein hat ja auch zwei unterschiedliche Bedeutungen. Oft wird es im Sinne verwendet, dass jemand ein starkes Auftreten hat, sehr selbsverantwortlich, etc. und das hatte z. B. meine Mutter nicht. Im Sinne von sich seiner bewusst zu sein, seiner wahrhaftig zu sein, das wiederum hatte sie in einem extrem hohen Maße.

    Genau den selben Knackpunkte sehe ich auch beim "Selbstwert". Das ist so ein schwammiger Begriff der gerne an einem Verhalten festgemacht wird das in der Gesellschaft als anzustreben betrachtet wird. Am Ende meint es aber doch den Wert den man sich selbst zu billigt und das kann sich ja auch gerade in Entscheidungen ausdrücken die dieser allgemeinen Erwartung entgegen laufen.


    Ich hab mal eine Frau kennengelernt die ließ sich wenig beeindrucken von den Beleidigungen, Schreien und der Randaliererei ihres Partners. Der zerlgete die hlabe Bude und sie meinte recht trocken der sei halt sauer weil xy, bekäme sich nachher aber wieder ein. Es hat sie weder in dem was sie tun wollte noch in dem was sie tat beeinträchtigt und noch viel wichtiger, sie hat sich gar nicht angegriffen gefühlt. Das perlte irgendwie ab. Sie meinte es sei seine Wut und sein Unvermögen damit umzugehen, mit ihr hätte das herzlich wenig zu tun. Und weil sie sich null angegriffen fühlte sah sie keine Notwendigkeit ihren Wert an der Stelle zu verteidigen.


    In der Hinsicht stellt sich das für mich sehr komplex da. Hat der Mensch der sich schlecht behandeln lässt und sich selbst besonders wertvoll findet weil er oder sie das aushält kein Selbstwertgefühl? Oder die Person die sich schlicht nicht angegriffen fühlt wenn man ihr "Fotze" ins Gesicht schreit? Und kann ich das von aussen überhaupt festmachen, denn das ist ja eine Selbstzuschreibung an der ich überhaupt nicht beteiligt bin, also kann ich das überhaupt nachvollziehen wieviel Wert jemand sich selbst gibt? ":/ ":/


    Mir ist es lieber festzustellen das jemand sich nicht gleichberechtigt behandeln lässt. Das finde ich irgendwie wertneutraler, denn die Entscheidung wird ja jedem zugestanden und in vielen Beziehungen mit Kindern ist es sogar ziemlich normal ohne das jemand sich drüber aufregt.

    Meiner Meinung nach geht es hier nicht nur um den Bereich der Beziehungen, sondern generell um das Leben. Wenn wir einen Fluß als Bild des Lebens nehmen, dann fließt das Wasser dieses Flusses mal ruhig vor sich hin und ein anderes mal wird's turbulent. Und jeder von uns treibt mit seiner Nußschale diesen Fluß hinunter. Nun hat diese Nußschale aber zwei Paddel oder Ruder.


    Diejenigen, die sich als Opfer empfinden, sind in ihrem Zustand nicht in der Lage diese beiden Ruder zu erkennen oder haben Angst davor sie zu benutzen.


    Wiederum andere sind sich der Aufgabe der Ruder sehr bewußt und könne damit sehr gut umgehen. Mit Hilfe dieser Ruder umschiffen sie gekonnt jede Klippe und steuern sicher durch die Stromschnellen.


    Im Prinzip möchte Freeredbird allen in ihren Nußschalen Treibenden zurufen: Hey, dein Boot hat Ruder, du mußt dich nicht treiben lassen, du kannst steuern, wenn du willst. Ergreif' die Ruder und fange an.


    Naja und dann kommen halt die Reaktionen wie sie eben kommen. Es kommt darauf an, ob man sich seiner Situation bewußt ist und ob man erkennen kann, dass sein Boot Ruder hat, bzw. die Teile als Ruder erkennt. Und nicht alle sind so weit.


    Was mir hier bei med1 immer wieder auffällt sind die Nicknamen. Ich möchte jetzt keine Beispiele nennen um nicht einzelne Mitglieder bloßzustellen. Aber oft kann man am Nick schon erkennen, dass der Mensch hinter diesem Nick in der Opferrolle steckt.

    Man dürfte aber auch gerne mal in Betracht ziehen das nicht jeder Mensch daran interessiert ist um jede Stromschnelle drum rum zusteuern. Es gibt Leute die mögen es turbulent, wild. Es gibt Menschen die lieber riskieren abzusaufen als den Nervenkitzel der Stromschnelle zu verpassen. Die wissen um ihre Paddel und lassen sie absolut bewusst gerade da liegen wo sie liegen. Wieso kann man das den Menschen nicht zugestehen ohne sie zu Opfern zu erklären? Wieso muss etwas ein Fehler sein das genauso gut eine bewusste Entscheidung gewesen sein kann?


    Ist der Gedanke echt so fremd das man eine Beziehung eingehen oder vorführen kann, wissend das es weh tun wird, aber alles andere daran so toll findend, das man den Schmerz halt mitkauft?