Selbstvertrauen sinkt

    Hallo Ihr Lieben!


    Leider habe ich als Kind kaum/keine emotionale Sicherheit erfahren, habe also eine unsichere Bindung zu meinen Bezugspersonen erlebt. Dieses spiegelt sich heute in meinen Partnerbeziehungen wider. In freundschaftlichen und beruflichen Bindungen hingegen habe ich keine Schwierigkeiten und fühle mich sicher und kann mit Kritik und Distanz sehr gut umgehen. Leider, wie gesagt, nicht in meiner Partnerschaft.....ich bin seit ca. einem halben Jahr mit meinem Freund zusammen. Ich erfuhr in unserer anfänglichen gemeinsamen Zeit, dass er einige "Frauenfreundschaften" pflegt (Treffen, whatsapp) und zB auch eine Tanzpartnerin hat, mit der er wöchtentlich tanzen geht und dass er "etwas narzistisch veranlagt sei". Ganz am Anfang unserer Beziehung hat er oftmals weibliche Körperregionen (zB Geschlechtsteile, Körperumfang) in meinem Beisein anderer Frauen abgewertet. Obwohl ich sehr schlank bin, hat mich das ziemlich betroffen gemacht, so über andere Menschen zu reden. Ich selber habe eine sehr positive und wertschätzende Lebenshaltung Menschen gegenüber. Er erzählt oftmals über Frauen, die ihn anflirten, anlächeln, ansprechen, anmachen....oa. Zudem ist er, laut seiner Aussage, überhaupt nicht eifersüchtig. Ich habe ihm anfänglich offen von meiner Verlustangst erzählt und was ich als Kind erlebt habe. Trotz allem provoziert er mich immer wieder mit og Dingen. Und wenn dann diese Dinge passieren, bin ich total handlungsunfähig und mitunter verbal reserviert und habe nur noch "Angst". Mein Selbstwert ist dann so nieder.....ich bin auch in therapeutischer Behandlung, dieses stellt aber einen langen Prozess dar und ich mache nur sehr kleine Fortschritte. Habe schon einige Dinge zur Emotionsregulation versucht, bis jetzt ohne Erfolg! Ich liebe meinen Freund, freue mich über seine Offenheit mir gegenüber (auch wenn ich etwas ungerecht werde, wenn er mich mit og Aussagen provoziert) und fühle mich wohl in meiner Nähe. Die Dinge, die ich mit ihm erlebt habe (siehe oben), haben mich leider anfänglich sehr verunsichert und ich habe Angst, dass es nicht um meine Person geht, sondern nur um die Dinge, die ihm für sich selbst sehr wichtig sind und die ich ihm von Herzen gebe ( z.B. Liebe, Wertschätzung, Verlässlichkeit, Sex, finanzielle Unabhängigkeit meinerseits, sozialer Beruf...). Vielleicht kennt jd solche Situationen und hat einen Tipp, wie ich meine Ängste regulieren kann bzw. besser mit meiner Verlustangst umgehen kann.....herzlichen Dank! Auch für das Lesen @:)

  • 36 Antworten

    Nabend,


    wenn er Dich bewusst damit "sticht", dann wirst Du da nicht viel machen können...


    Vielleicht der falsche Freund... er sollte Dir Sicherheit geben (emotional).


    Manche Menschen "spielen" gerne mit den Unsicherheiten von anderen. Pass da mal schön auf Dich auf....


    Und super, dass Du ihm Freiheiten gönnst und auch aushalten kannst. Sei stolz darauf!


    LG

    achso: "etwas narzistisch veranlagt" ist dochmal eine Aussage, die man recherchieren kann.... bitte lies Dich da ein und schau, ob Du Dir das zutraust. Ich kann da nur aus eigener Erfahrung sagen: ein halbes Jahr ist kurz. Man kennt den anderen noch nicht so sehr gut.


    Deswegen pass gut auf Dich auf. Wenn Du jemanden suchst, der Dich vielleicht noch mehr angeht, auf Deinen Schwachstellen rumtapst und gerne danach behauptet, das total unbewusst gemacht zu haben, dann bleib entspannt - aber ich denke, Du solltest wachsam bleiben, gut auf Dich aufpassen und schön bei Dir bleiben. Es beruhigt mich,dass du in Therapie bist und dadurch auch gestützt bleibst.


    Wie gesagt: Pass auf Dich auf.


    LG

    Hallo Amazone67!


    Danke für deine lieben Worte! Ja, das ist auch meine Frage, warum er mich immer wieder bzgl. meiner Unsicherheit provoziert, obwohl er weiß, dass es mich sehr verletzt und es mich beschäftigt.......


    Das Aushalten fällt mir manchmal schwer........da bleibe ich aber therapeutisch dran.


    Aufgrund meiner Vorgeschichte(n) habe ich eine Grundanspannung und ich reagiere auf o.g. Situationen sehr sensibel. Das ist ja mein Part. Trotz allem beschleicht mich mitunter die Angst, ob ich funktionalisiert werde und meine Seele/Körper dieses merkt und reagiert.......


    einen schönen Abend noch!

    Das gehört bei solch gepolten Menschen (narzistisch veranlagt) leider dazu.


    Lies Dich da mal ein.


    re-empowerment ist eine gute Seite... Oder alle Einschlägigen Informationen über Narzissmus im allgemeinen.


    Erst lesen, dann beobachten, immer schön mit der hoffentlich guten Therapeutin besprechen und dann für Dich handeln und es Dir gut gehen lassen :)^ :)*

    Hallo!


    Ich hatte ja vor einiger Zeit hier o.g. Problem geschildert. Leider hat sich, trotz therapeutischer Hilfe, an meinem Selbstvertrauen in der Partnerschaft nicht elementar etwas verändert. %:|


    Zeigt sich mein Freund aufgrund von Dingen mir gegenüber distanziert, projiziere ich dieses sofort auf mich. Er redet dann auch nicht mit mir über seine Situation und ich denke sofort, es hat etwas mit mir bzw. mit unserer Partnerschaft zu tun. Oder ich erfahre von ihm, dass er eine Frau eines Bekannten von ihm bei Facebook (mit der er nicht dort "befreundet" ist) angeschrieben hat, um sie etwas wegen einer Unternehmung und eines Grundstückes, welches sie kennt, zu fragen. Er hätte auch seinen Bekannten fragen können. Diese Frau entspricht seinem "Beuteschema", seine Ex ähnelt dieser Frau sehr und er favorisiert solche Frauen. Und sofort schlägt bei mir eine große Angst und Traurigkeit zu, aus der ich nicht mehr rauskomme, dass er sich zu ihr hingezogen fühlt. Oder wir reden abends noch etwas im Bett und plötzlich legt er sich auf die Seite in Schlafposition, ohne gute Nacht zu sagen bzw. mich kurz zu umarmen. Auch dieses verunsichert mich und macht mich traurig. Probiert habe ich schon einiges z.B. Atemübungen, Abklenkung, Achtsamkeitsübungen.........! Ohne Erfolg. Ich kann dann nicht meinen Wert spüren, dass er ja mit mir zusammen ist und mich an seiner Seite haben möchte. Er macht mir auch sehr sehr selten ein Kompliment oder sagt etwas positives über unsere Partnerschaft. Ich würde so gerne mein Selbstvertrauen spüren und stärken! Vom Kopf her weiß ich auch, dass ich viel geschafft habe und ein wertvoller Mensch etc. bin.........aber das Gefühl dafür fehlt..... :°_


    Im Beruf und in Freundschaften habe ich keine Probleme mit Distanz, Kritik, etc.....dort ist es mit meinem Selbstvertrauen auch viel besser. Es geht mir nur in Partnerschaften so.


    Auf Dauer halte ich diese Anspannung kaum aus und ich werde in o.g. Situationen erneut wieder sehr schnell unsicher......


    Würde mich über Erfahrungen eurerseits zu dem Thema Stärkung Selbstvertrauen sehr freuen @:)


    Einen schönen Tag noch :p>

    Hallo Snoopy6,


    von mir kommt gerne etwas zum Thema "Selbstvertrauen stärken".


    Doch vorab hab ich eine Frage:


    Kannst du denn –unabhängig von deinen emotionalen Unsicherheiten- mit logischen Aspekten umgehen?

    Du bist eine emotional nicht richtig gefestigte Person und hast dich mit einem Narzisten eingelassen. Das ist nicht kompatibel, würde ich sagen. Narzistische Männer wirken durch ihre Arroganz wahrscheinlich auf Frauen anfänglich attraktiv, weil das auf eine Art und Weise Selbstvertrauen und Stärke ausstrahlt.


    Leider ist dies aber nur eine Fassade, denn das vermeintliche Selbstvertrauen muss immer wieder durch Entwertung Anderer aufgebaut werden. Wahrscheinlich ist da noch ein Punkt, der diese Leute attraktiv macht: wenn man nämlich als Partner in der Gunst des Narzisten steht, fühlt man sich besonders geschmeichelt, weil er einen selbst nicht so kritisiert, sondern nur externe, fremdere Leute. Die, von denen er irgendwie abhängig ist und die ihm Halt und Geborgenheit geben, lässt er mit der Niedermacherei erstmal in Ruhe. Allerdings wird er sich nach und nach auch an seinen nächsten Bezugspersonen vergehen, dann meist mit subtileren Mitteln. Dann kommt es eher zu den beschriebenen Machtspielchen und Provokationen.

    Du hast Dich auf ihn eingelassen, obwohl der Dir, wie Du schreibst, schon am Anfang mehrmals deutliche Zeichen gegeben hat, die zielgenau in Deine Schwierigkeiten führen würde. Das könnte bedeuten, Du hast unbewusst beschlossen, mit ihm zusammen, also über ihn, dieses Thema zu bearbeiten. Es geht im Kern um Dein Selbstbewusstsein, und er führt Dir das nochmal vor Augen. Es könnte für Dich also auch eine Chance sein.

    Hallo und guten Abend!


    Vielen Dank für Eure konstruktiven Rückmeldungen. Ja, ich habe mich auf diesen speziellen Menschen eingelassen und mein fehlendes Selbstbewusstsein wird mir oft vor Augen gehalten. Die Chance zum Arbeiten an meinem Selbsbstvertrauen sehe ich auch, nur manchmal bin ich mit meiner Kraft am Ende und ich verspüre keine langfristen Erfolge. Mir fehlt noch irgendwie das richtig passende Handwerkszeug für mich.


    Es läuft dann einige Wochen/Tage gut in der Beziehung und schwups: die nächste "Falle" ;-)


    Was ist denn genau mit "logischen Aspekten" gemeint? Tja, das mit dem Zusammenpassen schwirrt mir auch durch den Kopf, aber wie gesagt, ich habe große Angst vor dem Schritt der Trennung, die sich sehr bedrohlich anfühlt. Bedrohlicher als das, was ich jetzt zulasse.....


    Zumal wir uns in vielen Dingen sehr einig sind und es dort keine Schwierigkeiten gibt. Aber sobald es in die "Tiefe" geht und es vielleicht um echte Nähe geht, bekomme ich wieder einen vor den Bug :(v


    Wünsche euch einen schönen Abend! :)*

    Ich kann mich dem Gedanken nur anschließen, dass Du vielleicht mit ihm zusammen bist, um diee Schwäche zu bearbeiten(?); diese Beziehung in dem Sinne also doch irgendwie "gut" für Dich ist.


    Ansonsten würde ich vermuten, dass Du an diesem Mann ziemlich viel Zeit und Energie verschwendest. Nur mal so als Beispiel: mein Selbstbewusstsein ist auch nicht immer top und manchmal habe ich auch Verlustängste bezüglich meines Freundes. Einfach weil er mir soviel Wert ist und ich den Gedanken, wir könnten uns irgendwann mal trennen, ganz schrecklich finde. Ich nehme ihn auch nicht als selbstverständlich.. ABER: Ich bekomme (und gebe) selbstverständlich jeden Abend einen Gute-Nacht-Kuss und werde in den Arm genommen. Selbst wenn es zu warm ist - dann zumindest bis ich eingeschlafen bin oder es selbst nicht möchte. Und selbstverständlich hört er mir zu bis ich fertig bin etc. und er achtet meine Gefühle sehr.


    Mein Ex war auch ein Idiot (um das narzisstische mal nicht überzustrapazieren) und da gab es auch ständig Probleme mit Entwertungen und ähnlichem. Was ich damit sagen möchte: womöglich hast Du einfach den falschen Mann. Und ich finde, es ist auch ein Zeichen von und eine Übung in Selbstachtung, sich an so jemanden nicht zu verschwenden. :)* @:)

    Hallo!


    Vielen Dank für die Rückmeldung! Melde mich heute nur kurz.....


    Deinen letzten Gedanken kann ich teilen! Dass es von mir selbstbewusst wäre, meinen Wert zu erkennen, nicht solch eine Beziehung zu einem Mann zu führen, der mir auf Dauer nicht gut tut....


    Und dass ich diese Entscheidung treffe und nicht immer denke: bin ich gut genug für ihn, will er mich überhaupt!?! Danke für die Denkanstöße und Impulse!


    Einen schönen sonnigen Tag für Euch :p>

    Ganz allgemein der Gedakenanstoss für Dich:


    Selbstbewusstein kann nicht von außen kommen. Fremdbestätigung kommt von außen. Die brauchen wir auch. Aber wenn Du anfängst das zu trennen hilft es vielleicht, Deine Verantwortung für Dich selber besser wahrzunehmen und mittelfristig auch besser für Deine eigenen Interessen zu handeln

    Hallo!


    Entschuldigt, dass ich mich erst jetzt melde! Es ist einiges passiert. Danke noch einmal für Eure positiven Denkanstöße! Am WE waren wir in einer Lokalität , der Abend war angenehm und und es ging mir gut. Leider hat mein Freund so viel Alkohol (ich bin Nicht-Alkoholikerin) getrunken, dass er in diesem Zustand Kontakt zu einer blonden Frau aufnehmen wollte. Diese hat aber nicht auf ihn reagiert. Ich stand nur 2 Meter daneben und habe es gesehen. Ich habe ihn darauf angesprochen und er kann sich (natürlich) nicht daran erinnern. Zudem kamen wieder meine Ängste hoch, diese habe ich ihm anvertraut und gesagt, dass mich diese Situation verunsichert und traurig macht.


    Jetzt zu dem eigentlichen "Problem": ich wollte ihn gestern Abend daheim anrufen und erreichte ihn nicht. Habe ihn auf seinem Handy erreicht. Er sagte nur, er würde spontan mit einem Freund in diese Lokalität fahren. Ich habe ihm gesagt, dass ich mir gewünscht hätte, dass er mir dieses erzählt. Er wollte aber einem Gespräch mit mir aus dem Wege gehen in der Hoffnung, dass wir den Abend nicht mehr telefonieren :°(


    Die ganze Nacht habe ich kaum geschlafen und von ihm kam nichts, keine whatsapp, nichts :°(


    Nach meiner heutigen Arbeit bin ich bei ihm vorbei gefahren und wir haben darüber geredet. Er sagte O-Ton, dass er mir auch nicht mit einem vlt: "Denk an dich, freue mich morgen auf dich, mach dir keine Gedanken" ein bißchen "Sicherheit" geben wollte!! Er wollte nicht! Ich habe mit ihm gesagt, dass ich sehr traurig war und nicht mehr weiß, was ich noch machen kann. Meine 2 besten Freundinnen raten mir zur Trennung, sie meinen, er tut mir nicht gut und ich werde weiter leiden.... :°( Zudem habe ich mich heute wieder von ihm einlullen lassen.......


    Mein Freund thematisierte, dass er mein Mißtrauen nicht gut findet. Aber ich frage mich, wie ich gesundes Vertrauen aufbauen soll/kann, wenn immer wieder irgendwelche "Frauengeschichten" passieren, die ich in meinem Anfangsbeitrag beschrieben habe und die mich stark verunsichern.


    Gestern war ich in einer Beratungsstelle und die Dame hat es sehr kompetent auf den Punkt gebracht, was zu meinen Verlustängsten geführt hat und warum ich mich immer in solche ungesunden emotionalen Abhängigkeiten zu Partnern begebe. Das hat meine Therapeutin in fast 2 Jahren nicht geschafft.....


    Nächste Woche habe ich erneut einen Termin. So, jetzt wißt ihr, was bei mir gerade los ist und ich freue mich weiterhin auf Denkanstöße, Tritte in den Po ;-) oder whatever :-D


    Danke fürs Lesen!


    Seid lieb gegrüßt, schönen Abend o:)

    Zitat

    Ich stand nur 2 Meter daneben und habe es gesehen. Ich habe ihn darauf angesprochen und er kann sich (natürlich) nicht daran erinnern. Zudem kamen wieder meine Ängste hoch, diese habe ich ihm anvertraut und gesagt, dass mich diese Situation verunsichert und traurig macht.


    Er wollte nicht! Ich habe mit ihm gesagt, dass ich sehr traurig war

    Traurig? Ich wäre stinksauer. Und "anvertrauen" würde ich ihm schon gar nichts mehr, ihm kannst Du doch nicht vertrauen!


    Wenn ich Deine Zeilen lese, schwanke ich zwischen Mitleid mit Deiner Hilflosigkeit und Haareraufen. :-/":/ Ich kann nur sagen, schick ihn dorthin, wo er offenbar hinwill. Bitte, bewahre Dir ein bisschen Würde.

    Hallo und guten Abend!


    Danke für Eure Rückmeldungen! Das mit dem Selbstwert ist ja genau das, was mir fehlt!! Wie gesagt, kognitiv ist mir das bewusst, aber mir fehlt das Gefühl dafür. Und genau das ist, was ich brauche, um konsequent eine Trennung durchzustehen. Ein liebes Wort von ihm und ich lasse mich wieder einlullen :(v


    Und ich merke immer mehr, dass er mir nicht gut tut!


    Ich lese hier oftmals von Forumsteilnehmern zu ähnlichen Themen, dass es die "Selbstliebe" ist, die fehlt. Und genau dahin geht meine Frage: wie habt ihr es geschafft, euch "zu lieben"? Oder seid ihr damit groß geworden? Wie gesagt, ich besuche Fortbildungen zu dem Thema, lese viel über das Thema, hatte therapeutische Hilfe......bin ich zu ungeduldig?


    Freue mich weiterhin über motivierende Worte, über Kritik, über Meinungen.....Danke!!


    Schönes WE!

    Kannst du mit dem Begriff "Fürsorge" etwas anfangen? ... Wenn Selbst"liebe" bzw. ein sich selbst Mögen nicht von den Bezugspersonen in der Kindheit gelernt wurde, würde ich es (erstmal) damit versuchen.


    Ist aber nur eine Idee und ich komme darauf, weil ich da z. B. in der Hinsicht mit meinen Bezugspersonen eher Glück gehabt habe (neben Dingen, die schlecht gelaufen sind). Selbstliebe würde ich daher für mich persönlich als Mischung aus Selbstfürsorge und einer selbstempathischen inneren Grundhaltung zu sich selbst umschreiben. Man könnte auch sagen "Sei dir selbst ein guter Freund.", z. B., indem du dir gut zuredest, dich für etwas lobst, dich mit deinen Schwächen auseinandersetzt ohne dich dabei selbst abzuwerten/runterzumachen, dir deine Fehler verzeihst usw.. Damit meine ich einen wertschätzenden Umgang mit sich selbst, der auch durchaus kritisch sein kann (und sollte bis zu einem gewissen Grad), aber eben konstruktiv-kritisch statt destruktiv-kritisch oder zu unkritisch.


    Im Grunde geht man mit sich dabei ein bisschen um, wie es damals (idealerweise) die Bezugspersonen (idR die Eltern) einem gegenüber getan haben und wendet das später selbst gegenüber sich selbst an. Kinder lernen so z. B., sich selbst zu beruhigen und brauchen dafür die Eltern nicht mehr (so sehr), wenn sie vorher von ihren Eltern getröstet worden sind und so gelernt haben, wie das geht. Und darüber hinaus gehend, ist einem ein guter Grundstock an Ressourcen wie Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein vermittelt worden, auf den man später als Erwachsener zurückgreifen kann.


    (Sowas bleibt natürlich nicht statisch und auch jemand mit guter Kindheit kann diese Ressourcen später wieder einbüßen; aber es ist erstmal eine gute Startposition. Ein bisschen ist es wie mit Schwimmen: Wenn man das einmal kann, verlernt man es normalerweise nicht mehr völlig.)

    Ich hab mir jetzt nochmal separat Deine Beiträge durchgelesen und es ist sehr schwierig, sich wirklich ein Urteil zu bilden, ob das Problem wirklich bei Dir liegt im Sinne von unbegründeter Eifersucht/Empfindlichkeit bei seinen "Frauengeschichten", die eigentlich nur normale, soziale Kontakte sind (und nur dann würde es ja etwas bringen, an Dir in der Art "zu arbeiten", als dass Du lernst, mit Deiner Unsicherheit umzugehen etc.) oder nicht. Und dann im weiteren, ob ihr ein grundsätzliches partnerschaftliches (kommunikatives?) Problem habt oder er, mal schlicht und einfach gesagt, ein Arsch ist bzw. Dich nicht liebt - und dann deswegen entsprechend lieblos mit Dir umgeht. Eine schlechte Partnerschaft oder einen schlechten Partner kriegst Du auch einfach nicht mit Atemübungen geregelt. ;-)


    Ich möchte mal eine Vermutung aufstellen, gerade in Bezug darauf, dass Du in der Beratungsstelle viel zielgerichteter Dein Problem erfassen konntest: kann es sein, dass Du (vermutlich auch durch den Einfluss der Therapie) dazu neigst, aktuell Dinge hart zu psychologisieren? Das kann übrigens extrem nervig sein für Dritte und kann mitunter auch dazu führen, dass eine authentische Kommunikation gar nicht möglich ist.


    Desweiteren scheint es mir, dass Du dieses "an Dir arbeiten" vorallem als ein Verändern/Anpassen Deiner Selbst interpretierst: Du musst ihn akzeptieren, es lernen besser auszuhalten, anders (akzeptierender) damit umgehen.. An Dir arbeiten kann aber auch das genaue Gegenteil bedeuten, Dich und Deinen Selbstwert von ihm unabhängig machen und eben auch Grenzen zu setzen.


    Bei meinem letzten Partner war es ein immer wiederkehrendes Karussell von (Grenz-)Verletzungen, meinem Trennungswunsch, ein Einlullen und Versprechungen von seiner Seite und eine Chance-Geben von mir (und dann wieder die nächste Runde). Und weißt Du, wie ich diesen Kreislauf durchbrochen habe? - Ich habe ihn so akzeptiert, wie er ist - das bedeutete aber auch, dass ich ihn so sehen musste, wie er ist; nicht so, wie er sein könnte, wie er zu Anfang der Beziehung war oder wie ich ihn mir wünsche. Dann waren keine Streits, keine Gespräche mehr nötig, denn ich konnte endlich loslassen. Ihm sagen, dass ich komplett akzeptiere, dass er so ist, wie er ist - aber so eben nicht der richtige Partner für mich ist. Punkt.


    Dein Eingangsbeitrag ist aus dem Februar, dort wart ihr gerade mal ein halbes Jahr zusammen. Nun sind es inzwischen um die 10 Monate und ihr hängt immer noch in der für Dich verletzenden und unzufriedenstellenden und für Deine Psyche schädigenden Dynamik fest.


    Vielleicht fällt es Dir leichter, Dich ganz konkret zu fragen (und das tue ich hiermit) wie lange Du das noch mitmachen möchtest, und das soll wirklich keine rhetorische Frage sein. Also: noch ein Monat, zwei, drei, vielleicht ein Jahr? Denn, wie Du ja selbst schon zu Beginn feststelltest, Du kannst ihn nicht ändern. Was Du aber bestimmst ist, ob das für Dich, also so, wie er ist und wie eure Beziehung verläuft, für Dich okay bzw. ausreichend ist.


    Du schreibst selbst, dass Du diese Probleme sonst in Deinem Umfeld nicht hast. Ich übrigens auch nicht. Aber ich habe jetzt einen neuen Partner (seit nunmehr anderthalb Jahren) und: Oh wunder, schau.. Diese Probleme nicht (mehr).


    Ob das Verhalten von ihm aufgrund von Überempfindlichkeit, Klammern, Vereinnahmen usw. passiert und er Dich mit diesen "vor den Bug" Geschichten quasi von Dir genötigt wieder auf Abstand bringt oder einfach nur schlechtes "Boyfriend-Material" ist, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen. Was meinst Du?