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    Die Wahrheit ist schwer zu akzeptieren, was?

    Genau diese Frage möchte ich an Dich und an sensibelman zurückgeben.


    Anderst gesagt, es ist eine Hubris, über andere Leute zu sagen, dass deren Lebens-Umstände selbst-verschuldet sind.


    Nur TEILS ja, TEILS aber auch NEIN, sage ich.

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    dass deren Lebens-Umstände selbst-verschuldet sind.

    Wenn mir Lebensumstände nicht gefallen, dann überlege ich, wie sie änderbar sind und nehme sie nicht als Normalzustand hin. Und bei deinen aufgeführten Stressfaktoren gibt es durchaus zahlreiche Handlungsalternativen.


    Lange Anfahrtwege zwischen Wohnort und Arbeitsort: Arbeitsort und/oder Wohnort wechseln (hilft auch Kosten und nicht nur Zeit zu sparen- wer auf das Auto verzichten kann, spart viel Geld),


    Häufiger Stress auf Arbeit: Arbeitsaufwand verringern (Effizienz der Arbeit überprüfen), nicht jede Arbeit aufbürden lassen, einfordern von weniger Stress, Mut zum Weglassen unwesentlicher Arbeiten, prüfen, ob man weniger Arbeitsstunden leisten kann (Teilzeit) ...


    Zur Not Arbeitsstelle wechseln. Was nützt mir eine Arbeit, die mich auslaugt, wenn sie mir Teile meiner Lebensfreude nimmt.

    weißt du sensibelman...

    ... du hast inhaltlich ja gar nicht so unrecht mit dem, was du schreibst - nur leider kommt es eher als herablassendes: gott, seid ihr dämlich, wenn ihr euer leben nicht schöner gestaltet, ich mache das ja auch und ist alles totaaal einfach rüber, als dass es in irgendeiner form dem gegenüber hilft!


    und da sehe ich den unterschied zwischen (mit verlaub) klugscheißer und ratgeber.

    OT:

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    gott, seid ihr dämlich, wenn ihr euer leben nicht schöner gestaltet,

    Ich fühle mich nicht dafür verantwortlich, für andere zu denken, für andere Lösungen bis ins kleinste Detail aufzuführen, wenn ich den Eindruck habe, das sie selbst dafür in der Lage sind. Dann fange ich erstmal damit an, zum Nachdenken aufzufordern- was aber bei destruktivem Konservatismus (das haben wir immer schon so gemacht- egal wie viele Probleme das produziert) sehr schwer ist.


    Und ja, oft genug fasse ich mir in der Tat an den Kopf, wenn andere nur Dinge aufzählen, die nicht gehen und warum sie nicht gehen, während mir gleichzeitig mehrere Möglichkeiten einfallen, das Problem zu lösen (und ich hatte Lösungsmöglichkeiten angedeutet).

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    ich mache das ja auch und ist alles totaaal einfach// rüber

    Ich habe nirgendwo geschrieben, dass das einfach ist. Änderung erfordert immer eine gewisse Anstrengung. Ich schreibe nur, dass es möglich ist.

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    Jeder ist seines Glückes Schmied, das ist HALBE Wahrheit

    Ich würde eher sagen, dass das zu geschätzt 90% zutrifft.

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    Erschreckende Naivität angesichts NICHT veränderbarer sogenannter Sachzwänge.

    Ich erkenne z.B. in deinem Fall keine Sachzwänge (oder wer oder was zwingt dich Wohn- und Arbeitsort soweit weg voneinander zu wählen?) . Sachzwänge werden gerne bemüht, um nichts ändern zu müssen, um am status quo festzuhalten. Sachzwänge sind oft selbst eingeredet, mangels Eigeninitiative, mangels Kreativität, mangels Innovationsfähigkeit. mangels Änderungswillen und dank eines gehobenen Grades an Opportunismus (man passt sich der Lage an, anstatt diese zu ändern).


    Wenn mich eine Sache stört, dann ändere ich sie und nehme sie nicht als Normalität hin. Genaugenommen gibt es das Normale nicht- vielmehr ist es oft ein berufen auf: "Die Andern machen das auch so, die Anderen haben auch diese Probleme".

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    Wenn mich eine Sache stört, dann ändere ich sie und nehme sie nicht als Normalität hin.

    Das Ding ist aber doch einfach, dass diese Normalität für die meisten Paare gar kein Problem darstellt.


    sensibelman, ich habe den Eindruck dass du hier darstellen möchtest, wie toll doch alles mit deiner Frau läuft - ihr habt Haus, Kinder, Job, und noch dazu non-stop Romantik, Erotik und tagtäglichen bombastischen Sex! Herzlichen Glückwunsch dazu.


    Dennoch ist und bleibt dies eine Ausnahme. So ist es bei den meisten nicht.


    Bei mir auch nicht, der Sex hat mit der Zeit abgenommen. Ich muss nicht jeden Tag mit meinem Freund schlafen, wir fühlen uns auch so als Paar sehr verbunden und mit der Zeit ist wohl einfach anderes in den Mittelpunkt gerückt, als dass wir uns täglich das Hirn aus dem Kopf vögeln.


    Und ja, ich habe oft genug nach Haushalt, Arbeit, Erledigungen und Hobbys gar keine Lust dazu. Ich liebe meinen Job, ich habe einen kurzen Arbeitsweg - trotzdem finde ich es super auch mal abends einfach nur mit meinem Freund etwas zu essen und dann vor dem Fernseher rumzuknuddeln. Oder sogar - unfassbar! - mal alleine etwas zu machen!


    Natürlich mag es für die TE ein Lichtblick sein zu hören, dass es eben auch Ausnahmen von dieser Norm gibt. Es wird aber auch schwierig sein so eine Ausnahme zu finden - ganz besonders wenn man bedenkt, dass sich das einfach erst im Laufe der Zeit herausstellt.


    Daher würde ich es an ihrer Stelle schon sinnvoll finden zu überdenken, ob man das ganze wirklich in dieser Intensität braucht und warum das eigentlich so ist - Liebe kann man auch auf ganz andere Art und Weise vermitteln.

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    Das Ding ist aber doch einfach, dass diese Normalität für die meisten Paare gar kein Problem darstellt.

    Das ist ja nicht das Problem. Zum Problem wurde es erst durch die Behauptung, dass das nicht anders ginge, das man keinen täglichen Sex haben könne, wenn man einen Vollzeitjob hat, dass das zuviel Sex wäre, dass die Qualität darunter leiden würde. Dem habe ich einfach aus persönlicher Erfahrung widersprochen.

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    sensibelman, ich habe den Eindruck dass du hier darstellen möchtest, wie toll doch alles mit deiner Frau läuft

    Das mag deine Interpretation sein (warum auch immer). Mir ging es vielmehr um die Richtigstellung einer falschen Aussage.


    Ich hätte genauso widersprochen, wenn z.B. jemand schriebe: 'ein Unternehmen mit Produkt xyz kann nicht laufen' und ich selbst ein erfolgreiches Unternehmen mit Produkt xyz führte ...

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    Dennoch ist und bleibt dies eine Ausnahme. So ist es bei den meisten nicht.

    Was bei den meisten so ist, ist irrelevant, da auch "die Meisten" dieselben Fehler machen können. Was die "Meisten" machen ist noch lange kein Qualitätsmaßstab.


    Bei der Feststellung eines Zustandes beginnt für mich erst die weitere Analyse und hört nicht damit auf. Da frage ich, warum das so ist wie es ist- insbesondere wenn es Menschen gibt, die mit der Situation ein Problem haben, es gibt ja offenbar diesbezüglich nicht wenige Beziehungsprobleme- und viele Probleme sind genaugenommen nicht ursächlich biologischer Natur- und selbst die Biologie ist da oft nur Folge menschlichen Handelns.


    Nur zu sagen, das es oft so ist, ist eine vollkommen unzureichende Betrachtung. Vielmehr kann sogar dass, was Menschen als normal ansehen, weil sie sich an den Zustand gewöhnt haben, biologisch gesehen gar nicht normal sein. Die Pillenproblematik, die Problematik des Rauchens, die Problematik des physischen und psychischen ungesunden Stresses, die Problematik der Ernährung, Eintönigkeit des Lebensnalltags, ... sind Teilaspekte der Ursachen von sexueller Unlust.

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    Daher würde ich es an ihrer Stelle schon sinnvoll finden zu überdenken, ob man das ganze wirklich in dieser Intensität braucht und warum das eigentlich so ist

    Das ist der oft übliche Weg des Anpassens an die Lage, als vielmehr die Lage zu verändern. Das beginnt damit zu überlegen, warum Männer öfter mit der Zeit ihre Lust "verlieren".

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    sensibelman, ich habe den Eindruck dass du hier darstellen möchtest, wie toll doch alles mit deiner Frau läuft - ihr habt Haus, Kinder, Job, und noch dazu non-stop Romantik, Erotik und tagtäglichen bombastischen Sex! Herzlichen Glückwunsch dazu.

    :)^ genau so sehe ich das auch und das klingt einfach total weltfremd u. unrealistisch. Ich glaube das so auch nicht ganz. Vor allem nicht über 30 Jahre und jeden Tag, wie vorher schon mal behauptet. Beides halte ich für unrealistisch über so einen langen Zeitraum. Der Coolidge-Effekt spricht da auch dagegen, einfach mal googeln.


    Aber auch ohne den, WER ist schon jeden Tag gleich gut drauf ? Wem geht's nicht mal schlecht, ob seelisch oder körperlich, sprich man/frau ist krank oder hat Sorgen u.s.w.


    Gerade bei Frauen nicht selten erlebt, als Bsp. heftige Kopf- od. Bauchschmerzen und das reale, keine nur vorgeschobenen. Da soll dann trotzdem Sxx angesagt sein ? No way.


    Wenn ich von mir ausgehe, gestresst und oder einfach nur krank, da steht einem einfach nicht der Sinn danach und bombastisch wird das dann schon mal überhaupt nicht in so einer Lage und das gilt für Frauen natürlich genau so.


    Aus meiner Sicht finde ich auch nicht die Quantität entscheidend, viel wichtiger ist doch die Qualität und die bringt man(n) nicht jeden Tag. Der Mensch ist keine Maschine und ich hatte auch mal eine heftige Vögelei über 3.5 h mit meiner Ex, unvergesslich und genial und selten unter 1-1.5 h (Vorspiel inbegriffen), aber das jeden Tag ? Nee, das ist dann doch irgendwann Routine und die tötet die Lust, jedenfalls sehe ich das so.