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    Und sucht er vielleicht in den Pornos die arme Kirchenmaus, die zu ihm aufschaut und sagt: Du bist so ein toller Mann, was DU alles kannst!

    Ich dachte, er schaut überwiegend "MILF-Pornos" ? Das würde dem genau widersprechen oder?

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    Bei Frauen die gerne den Takt angeben, ihren Männern ständig 3 Schritte voraus sind, sie an alles erinnern müssen, drängen und formen, ist bei einigen Männern ganz schnell der Ofen aus.

    Ich kann mit gut vorstellen, dass das für viele Männer gilt, weil wir so erzigen sind, "das starke Geschlecht" zu sein. >:( (Ein bekanntes Phänomen der "Millenials" ist aber, dass viele junge Männer total orientierungslos sind und in ihrer Männlichkeit zutiefst verunsichert! Trifft das auf deinen Freund zu?)


    Bei mir ist es ähnlich mit der Lust. Sie schwindet nach einiger Zeit mit der gleichen Frau, das war schon in einer früheren Bezieung so. Woran es liegt, kann ich nicht sagen, aber ich habe einen Verdacht, der über "nach einiger Zeit ist die Luft halt raus" geht:


    Also ich kann natürlich nur von mir sprechen und da entwickelt sich gerade was (ob ich es gut finde, weiß ich noch nicht). Ich hatte eine subtil egoistische und manipulative Mutter, derer Prinz ich war und dazu kein ausgleichenden Vater, "der mir gezeigt hat, wie man zum Mann wird". Das könnte dazu geführt haben, dass ich schon lange auf die ziemlich harte Art von Sex, also BDSM (Bondage / Discipline, Dominance / Submission, SadoMaso) ??Bitte jetzt nicht über die genau Definition streiten, gibt mehrere Auslegungen)?? stehe. Da geht es fast immer um Unterdrückung eines Partners. Ich bin kein Psychologe, aber kann mir vorstellen, dass es eine Art Rache (und Auslebung erlebten Schmerzes) ist und gleichzeitig eine Kompensation des verletzten und kleinen Selbstwertgefühls. Ich weiß, dass es mich anmacht, macht über die Frau zu haben, weil ich mich dann potent fühle und keine Angst haben muss, schwach und unterlegen oder ausgeliefert zu sein. Es ist bei uns alles ssc (safe, sane, consensual) und meine Freundin steht sehr dauf (warum weiß ich echt nicht, wegen Ponyhof-Friedefreude-Kindheit) und ich achte ihre Grenzen ganz genau. Kurz gesagt: Ich versuche, mich meiner dunklen Seite zu öffnen und beobachte genau, was da mit mir passiert und ob es mir hilft, mich selber besser anzunehmen.


    Jetzt wieder zu euch: Könnte es sein, dass dein Freund in Pornos immer wieder das sucht, was er (mind. psychisch) in seiner Kindheit erlebt hat und es sich in echt aber nicht traut, auszuleben? Ist er vielleicht devot oder hat andere Neigungen, die du nur erahnen kannst?


    Also ich bin mir sicher, dass ihr um offene und ehrliche Gespräche über eure Vergangenheiten und Schattenseiten nicht drumrum kommt, wenn ihr eure Beziehung aufrecht erhalten wollt. Und ich bin ein Verfechter von Reparieren über wegwerfen! :)*

    Oh, viel ist hier geschrieben worden. Ich freu mich sehr über eure Beiträge, sie sind mir sehr wichtig; danke! @:)


    Ich arbeite mich erst mal chronologisch vor.

    @ willgesundsein

    Sorry, glaube das war ein Versehen, als ich Dich markierte @:)

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    2 Typen Menschen (...): Die "Wegträumer", wie ich sie nenne, und die "Ausdiskutierer".

    Die von Dir gewählten beschriebenen Typen Mensch finde ich recht passend, da ist auf jeden Fall etwas dran.

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    Die "Ausdiskutierer", zu denen ich dich zähle, wollen die fehlenden 100% aktiv angehen. (...) Meiner Meinung nach ist ein Mischtypus der beiden Typen am erfolgversprechensten für eine dauerhaft glückliche Beziehung, auch wenn ich selbst es noch nicht hingekriegt habe (bin Single).

    Viele Anteile eines "Ausdiskutierers" habe ich auf jeden Fall in mir, doch bin ich -gerade anfänglich- auch ein "Wegträumer", da ich vieles verdränge, mir schön rede und mir insofern auch gern und bewusst etwas vormache. Denke, dass es wie immer beim Kategorisieren Graustufen gibt und die meisten Menschen einen Mischtypen intus haben. Ein Gleichgewicht dieser Charaktere wäre sicher hilfreicher. Oder am besten von vornherein stärker selektieren und bewusst nicht immer wieder einen Typus Mann auserwählen (wenn das mal so einfach wäre!).


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    Als dann auch noch sein Begehren wegbrach, war ich völligst am Boden zerstört. Und nach all der Mühe, die ich investierte, ist es vielleicht zu bitter, "aufzugeben" und wieder allein dazustehen. Wer weiß, welch tollen Fang ich mir als nächstes angeln würde. Man zweifelt da echt an seinem Urteilsvermögen ":/

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    Nein, bei mir hat die Lust immer zuerst nachgelassen, in den Zeitstufen (1 Jahr, 5 Jahre, 10 Jahre..). Bei den Männern auch, aber erst später. Vielleicht auch als Reaktion auf meine Unlust, schwer zu sagen. Ich habe leider auch im Alltag wenig Lust auf Sex, außer eben in einer neuen Beziehung. Im Urlaub klappte es auch nach 3-5 Jahren noch.

    Das hörte man ja früher öfters, dass es eher die Frau ist, die "Kopfschmerzen" hat usw. Ich finde es in gewisser Weise "unmännlich", dass es bei uns genau anders herum ist und ich mir teilweise wie eine läufige Hündin vorkomme! Ich kenne das aus anderen Beziehungen so auch nicht, da waren meine Partner "typisch" Mann. Robert Betz schreibt in seinem Buch sinngemäß 'Lange ist es her, dass der Mann auf die Jagd ging und die Familie ernährte. Die heutige Zeit hat die Männer verweichlicht und die Frauen vermännlicht'. Und da scheint ja etwas dran zu sein.

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    Ich weiß aber das es Menschen gibt, die das können. Du zählst anscheinend dazu.

    Auch bei mir ließ in anderen Beziehungen die Lust aufgrund von Alltag, zusammenwohnen, etc. nach, doch sie starb niemals! Ohne Sex fehlt mir etwas, ich brauche es genauso wie Essen und Schlaf, zwar nicht in der Häufigkeit, aber es ist etwas Essentielles für mich. Vermute auch, dass aufgrund der Zurückweisung bei mir das Dopamin immer in Schach gehalten wird. Man will etwas, was man nicht haben kann. Wenn hingegen der Mann mir ständig am Rockzipfel klebt, kann man auch mal schlafen oder kuscheln, weil man "gesättigt" ist.

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    Auf fremdes Fleisch (siehe Pornokonsum).

    Na das macht mir ja nun Angst...? Dachte bislang immer, so auch die Männer im Forum, dass Pornokonsum nicht gleich heißt, dass er tatsächlich auch Gelüste hat fremdzugehen %-|

    @ skyfall030

    Hallo Leidengsgenossin ;-)


    Bei Dir klingt das auch sehr traurig. Der Wandel Deines Freundes von Sexsucht zu fast schon A-Sexualität muss sehr deprimierend sein für Dich. Drücke Dich zurück!


    Kurzzeitig hatte ich auch solche Phasen, diese gipfelte aufgrund der zu dieser Zeit sehr drastischen Zurückweisung seinerseits darin, dass ich mich zurückzog und sogar nicht mehr wollte, dass er mich nackt sieht. Erinnere mich an eine Situation zu Neujahr, als er ins Bad reinkam und ich anfing zu schreien, weil ich nackt unter der Dusche stand und richtig aggressiv wurde und als er draußen war, weinte ich. Da merkte ich, dass seine Abweisung und seine teilweisen auch nicht netten Worte dazu mich kaputt machen und ich trennte mich daraufhin (Januar 2017). Im Juni 2017 kamen wir wieder zusammen und die ersten Wochen war er aktiv und dann eröffnete ich diesen Beitrag hier, weil es wieder so war wie zuvor.


    Auch bei mir führt der Entzug dazu, dass ich mich emotional entferne. Nur egal, ob wir Sex haben, ist es mir (noch) nicht.


    Zu Deiner Situation eine Frage: Hat Dein Freund vielleicht Hemmungen, weil er nicht lange kann beim Sex?

    @ willgesundsein

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    Aber wenn er sagt "Ja scheiße, ich weiß auch nicht, warum ich lieber Pornos gucke und nicht mit dir schlafe, ich wünschte, es wäre wieder anders" (o.ä.) dann gibts ja nen Leidensdruck und damit eine Motivation, die derzeitige Situation zu ändern.

    Da Gespräche mit ihm meistens wie das Reden gegen eine Wand verlaufen, kann ich Dir zu seinem inneren Leidensdruck nicht viel sagen. Getroffene Hunde bellen - das trifft auf ihn zu. Treffe ich den Nagel auf den Kopf wird er laut, aggro oder verlässt den Raum. In wenigen ruhigen Momenten und ernsteren Gesprächen hat er aber gesagt, dass er gerne wieder mehr Sex haben möchte mit mir und mich auch sexy findet usw., er aber gerade nicht könne. Wenn ich dann frage warum, was ihn bedrücke, schwankt die Stimmung und er blockt ab oder sagt nichts mehr. Ich würde wirklich gerne wissen, auch wenn vielleicht unschöne Dinge ans Licht kommen, was es ist, was ihn hindert.


    Dann wiederum haben wir eine Woche Urlaub und er f**** wie ein Karnickel wild drauf los. Was ist da los?


    Mein Gedanke dazu wäre noch, dass er im Urlaub nicht die Möglichkeit hatte für den Pornokonsum (den er ja bestreitet). Zu Hause angekommen = wieder Pornos = Paarsex nicht mehr von Nöten ":/

    Wir können dir keine Lösung bieten und du schaffst es nicht, die einzig sinnvolle Lösung zu akzeptieren. Was soll man da noch sachlich klären? Und plötzlich gab es doch schon eine Trennung, die du ja komplett ablehnst.


    Sehr komsich.

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    Führe seit nun drei Jahren (mit Unterbrechungen) eine Beziehung mit einem schwierigen Mann, der eine Menge Probleme hat. [...]


    und belastend ist, dass er selbst nicht über sein Innerstes mit mir spricht

    Daqs sind schon mal hervorragende Voraussetzungen für das Scheitern der Beziehung. Wenn er nicht bereit ist, mit Dir über seine Probleme zu sprechen, und hier sehe ich den Hauptgrund des Dilemmas, dann hat er entweder kein Vertrauen zu Dir oder er ist sehr verschlossen. In beiden Fällen kann ich Dir nicht viele Hoffnungen machen. Eventuell könnte eine Paartherapie eine Lösung herbeiführen. Voraussetzung ist aber, dass er gewillt ist, seine Situation zu ändern und dem Vorschlag zustimmt. Tut er es nicht, musst Du weiterhin leiden oder Dich trennen.

    @ Sommerkind44

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    Ich glaube ebenfalls, dass an sexuelle Lust ganz viel mit dieser "unterbewussten Gefühlsebene" zu tun hat, und daher oft schwer greifbar ist.

    Da stimme ich definitiv zu. Wenn man meinen Freund da zum Beispiel nehmen will: er hat auch etwas, was ihn grundlegend belastet, hindert oder hemmt. Kann es aufgrund seiner betont sachlichen und eher gefühlskalten Art nicht so reflektieren. Ich vermute bei ihm eine Mischung aus "Hass auf die Mutter =Projektion auf Frauen allgemein; "unverarbeitete Kindheitstraumata 'mich liebt niemand' -> also liebe auch nicht (=verweigere Sex)". Wenn

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    Ich glaube tatsächlich, dass dominante, fordernde Frauen die wissen was sie wollen, selbstbewusst auftreten, gerne am Mann herumnörgeln, umerziehen, ihm sagen, was sie wollen und was sie brauchen, den ein oder anderen, wenn nicht gar die meisten Männer, überfordern.

    Ich habe schon öfters gespürt, dass ich eine gewisse Sorte Mann (schwach, wenig Selbstvertrauen, meist auch der krankhaft eifersüchtige Typ) überfordere. Bin beruflich erfolgreich, mehrere Abschlüsse, finanziell unabhängig, da hat manch ein Mann schon kalte Füße bekommen. Und ja, ich muss eigentlich alles planen und organisieren bei uns, weil überlasse ich ihm etwas, kommt meist nichts dabei heraus. Würde gerne einen unternehmungslustigen, gut sortierten Mann haben, der vor Ideen und Freude nur so platzt.

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    Wo lässt du ihn der "Mann sein"? Und sucht er vielleicht in den Pornos die arme Kirchenmaus, die zu ihm aufschaut und sagt: Du bist so ein toller Mann, was DU alles kannst!

    "Mann" ist er in allen Dingen, die Handwerk und Auto angehen. Die praktischen Dinge erledigt er bei uns. Sexuell gesehen ist er auch nicht der Blümchensex-Typ. Orgasmus hat er nur mit starker Reibung und "rammeln", denke auch herrührend vom häufigen Pornokonsum; küssen ist bei uns auch ein schwieriger Punkt, Sex haben wir zu meinem Bedauern meist sogar ohne küssen!!! Und die Kirchenmaus sucht er nicht, wenn dann wohl "Mutti" -> siehe Vorliebe für MILF-Pornos (= inzestiöse Fantasien? X- )

    @ willgesundsein

    Ich kann mit gut vorstellen, dass das für viele Männer gilt, weil wir so erzigen sind, "das starke Geschlecht" zu sein. >:( (Ein bekanntes Phänomen der "Millenials" ist aber, dass viele junge Männer total orientierungslos sind und in ihrer Männlichkeit zutiefst verunsichert! Trifft das auf deinen Freund zu?)

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    Ich bin kein Psychologe, aber kann mir vorstellen, dass es eine Art Rache (und Auslebung erlebten Schmerzes) ist und gleichzeitig eine Kompensation des verletzten und kleinen Selbstwertgefühls. Ich weiß, dass es mich anmacht, macht über die Frau zu haben, weil ich mich dann potent fühle und keine Angst haben muss, schwach und unterlegen oder ausgeliefert zu sein.

    Ich habe Deinen eigenen Beitrag hier im Forum auch stillschweigend verfolgt. Mir fielen da auch Parallelen zu meinem Freund auf. Er war auch ohne Vater, die Mutter emotional praktisch nicht anwesend. Der Hass auf sie, den er sich nicht eingesteht, wird projiziert auf Frauen allgemein. Neben den Milf-Pornos habe ich auch Filme bei ihm im Verlauf gesehen, in denen die Frau erniedrigt wurde. Denke bei ihm ist es ähnlich. Die Pornos schaut er, um Dinge aufzuarbeiten. Und mir entzieht er den Sex, um mich zu bestrafen. Weil er merkt, damit trifft er mich am meisten.

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    Jetzt wieder zu euch: Könnte es sein, dass dein Freund in Pornos immer wieder das sucht, was er (mind. psychisch) in seiner Kindheit erlebt hat und es sich in echt aber nicht traut, auszuleben?

    Inzestiöse Fantasien schließe ich nicht aus bei ihm. Aber was bedeutet das für uns? Und sind solche Fantasien nicht extrem gestört? X-
    Devot ist er nicht, da er eher dominieren will beim Sex. Aber SM oder dergleichen schließe ich definitiv aus.

    Hast recht, mein Fehler, habe ich überlesen.


    Wieso seid ihr nach der Trennung wieder zusammen gekommen? Oder hast du von vornherein geplant, dass es eine Auszeit für fünf Monate sein wird? Was hat er diese fünf Monate gemacht? Habt ihr darüber gesprochen?


    Und oben hast du ja nun geschrieben, dass es am Anfang nach der Auszeit schon häufiger Sex gab, es dann aber wieder nachgelassen hat. Dein Plan ist also - theoretisch und kurzzeitig - aufgegangen.


    Dagegen steht in deinem Eingangsbeitrag nicht, dass es dadurch besser wurde.


    Hast du ihm mal einen Brief geschrieben, wie dich das alles belastet? Vielleicht kann er nicht drüber reden, es dir aber in einem Antwortbrief [be-]schreiben?