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    Wie hier manche User schrieben bzw. kritisierten, hätte ich da angeblich eine falsche Einstellung bzw. Vorstellung zum Thema Sexualität einer Langzeitbeziehung.

    Hast Du sicher nicht liebe TE. Zu der Art eurer Kommunikation kann aber niemand fair play etwas sagen, weil niemand aus dem Forum dabei ist. Deshalb lässt sich schwer einschätzen, ob es ein grundsätzliches Verweigern in Sachen "Hallo, reden wir doch mal wieder über Sex, wenn wir ihn schon nicht selbst haben/machen." ]:D


    Den Stellenwert der gemeinsamen Paarsexualität bemisst jeder der Partner anders. Eine naturgegeben hohe Libido können Mann und Frau haben. Mit hoch meine ich keine speziellen Zahlen, sondern eher die Regelmäßigkeit, und die Lust auf Lust mehrfach am Tag oder mehrfach in der Woche. Im Idealfall braucht's machmal nur ein erotisches Lockwort, kleine Gesten, ein freches Lachen, die zündende Berührung oder einfach der Blick der alles sagt.


    Es gibt bei vielen Paaren auch Rituale die sich dies bezüglich eingespielt haben. Was mir öfter aufgefallen ist. Paare die den Alltag weniger stringent und einer Norm entsprechend leben wollen, fühlen sich auch in anderen Bereichen weniger von Sichtweisen anderer abhängig. Sie erlauben sich andere Freiheiten, die auch den Sex mit einschließt.


    Auch hier sind Fantasie und Spontanität durchaus Treiber, die monotonen Abläufen vorbeugen. Wüsste ich bereits 5 min vorher, was in weiterem Verlauf von 5 min später passieren wird, wäre bei mir auch schnell Ende im Gelände. Aber das sind u.a. auch Themen die in der Kennenlernphase eine Rolle spielen. Dort zeigt sich meist wie gut Ideen, Vorstellungen und Bedürfnisse miteinander kompatibel sind. Wobei ich die Kennenlernphase nicht rein in der Schmetterlingszeit sehe, sondern eher im angekommenen Alltag den ein Paar regelmäßiger lebt.

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    Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass innige Liebe und andauerndes (wenn auch nicht lebenslanges) Begehren des Partners keine Illusion ist bzw. ich das auch nicht hoffe.

    Mit dieser Hoffnung bist Du nicht "fremd" gesteuert. Es gibt erfüllt lebende Paare, und ich kenne sowohl aus eigenem Erleben als auch durch Gespräche im Freundes/Bekanntenkreis die Erfahrung das es möglich ist sich über Jahre und Jahrzehnte spannend als Sexpartner zu empfinden.


    Wenn sexuelles Begehren und regelmäßigen Paarsex als etwas für Dich nicht verhandelbares Gut einer funktionierenden Beziehung siehst, dann model nicht Deinen Partner um, der das offensichtlich anders empfindet. Nein, dass musst Du konsequent und mutig sein, und für Deine erfüllten Bedürfnisse einstehen. Manchmal reicht Liebe (rein empathisch gesehen) allein nicht aus, um glücklich zu sein/bleiben.

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    Ich kenne genügend Paare, die regelmäßig Sex haben, ihren Partner noch begehren und keine derartigen sexuellen Probleme haben und wenn, wird darüber auch konstruktiv gesprochen, was bei mir ja aufgrund der Abwehrhaltung meines Freundes leider nicht möglich ist.

    Wenn Du diese Sicherheit aus eigenem Erleben hast und von Dir bekannten Paaren kennst, dann frage Dich wie lange Du noch abwarten willst. Wünsche erfüllen sich nicht allein davon, dass man sie kennt bzw. hat. :)_ ;-)

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    Ich hatte schon mehrere Langzeitbeziehungen und natürlich ist es mir bewusst, dass nach der anfänglichen Geilheit die Lustkurve - auf beiden Seiten - etwas abflacht. Jedoch finde ich es keinesfalls naiv oder lächerlich, mindestens einmal die Woche Lust auf Sex mit dem Partner zu haben bzw. diesen auch ausführen zu wollen.

    Auch mit diesen Aussagen liegst Du richtig, wenn Denken und Handeln bei Dir eine gemeinsame Sprache gefunden haben, wirst Du die Schritte gehen die dafür nötig sind.

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    Und wie man hier von einigen Usern liest, ist dies auch bei vielen Paaren Realität. Die, die sich ein wenig konstruktiv zu meinem Beitrag äußern, scheinen selbst daran nicht mehr zu glauben oder haben dies leider nicht erleben dürfen.

    Nimm die "Forenwahrheit" nicht all zu wörtlich. Es gibt hier sicher sehr authentisch schreibende Leute, diese erkennt man über ihre Art von Verzicht auf Übertreibungen und die Erkenntnis das Individuen mit einer breiten Streuung in Denken, Handeln und Wertekonsens bei ihnen die Fähigkeit zulässt - nicht das eigene Erleben zum Maß aller Dinge zu machen. Das Ganze auch ohne Spott und Häme diskutierend.


    Ich wünsche Dir, dass Du den Weg für Dich findest und ohne Wehmut von Versagergefühl/angst gehen wirst. @:) :)*

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    Nein, habe auch in der Zeit täglich an ihn gedacht und Liebeskummer ausgestanden. Wollte nur damit sagen, dass ich emotional nicht gelöst bin. Weil jemand auch fragte, weshalb ich denn zurückging zu ihm...

    Ohne Trennung kannst du dich ja emotional auch nicht lösen. Wie lange das nach einer Trennung dauert, weiß aber niemand. Vielleicht geht es recht schnell. Oder wenn die Trennung von dir ausgeht und es lange dauert, hast du immer noch die Möglichkeit, zurückzukehren (oder es tun sich dann "andere" Gründe für seine Unlust auf, die eine Beziehung unmöglich machen... wie z.B., dass er auf dich keinen Bock hat und sonst durchaus... dann ist eine Trennung aber auch richtig und du weißt, woran du bist).


    Ganz ehrlich, für mich wäre eine sexlose Beziehung oder eine Beziehung zu einem Partner, der haufenweise psychische Probleme hat, nicht mehr denkbar. Ich würd mich inzwischen da relativ schnell trennen. Natürlich ist das emotional schwierig, aber für mich persönlich wäre es dennoch auf lange Sicht die einzig richtige Entscheidungsmöglichkeit. Klar, als Single hab ich normalerweise noch weniger Sex als in so einer Beziehung, wos selten Sex gibt, aber wenigstens hab ich dann jederzeit die Chance, dass sich das mal ändert...

    @ Waterli2

    Na wir hatten ja eine fünfmonatige Auszeit, in der ich es versuchte, mich zu lösen und scheiterte, weshalb dann auch die Versöhnung folgte. Fünf Monate finde ich schon recht lange, bei anderen Trennungen konnte ich mich schneller lösen und auf etwas Neues einlasssen.


    Ich sollte viell wirklich "stärker" sein, mich straight auf meine Bedürfnisse besinnen. Derzeit ist der Leidensdruck zwar schon hoch, aber nicht so hoch wie zu Zeiten der Trennung, da zwischendurch ja doch immer mal wieder eine körperliche wie emotionale Annäherung stattfindet. Ich bin wirklich gespannt, ob wir ein Level finden werden, mit dem wir beide leben können. Hoffnung macht mir, dass er sich einen Therapieplatz gesucht hat, um seine Kindheit und deren Folgen endlich mal aufzuarbeiten. Und was ganz süß war, abgesehen davon, dass er mit mir inhaltlich nicht richtig über die Sexproblematik spricht, dass er mir letztens erzählte, er würde jetzt täglich puren Ingwer essen, da er gelesen habe, dass dieser ein natürliches Aphrodisiakum sei. Das hat mich dann doch irgendwie berührt, weil das ein kleiner Schritt in meine Richtung ist und für seine Verhältnisse wohl eine Art Auseinandersetzung mit dem Thema darstellt...

    Beim Lesen Deines Beitrags kommt mir das Thema Augenhöhe in den Sinn. So wie Du schreibst, würde ich sagen, die Augen Deines Partners sind ungefähr einen Meter tiefer als Deine Augen.


    Entspricht das auch so in etwa Deinem Empfinden? Möchtest Du mit so einem Mann zusammen sein?

    @ mond+sterne

    Was bringt Dich zu dieser Äußerung? Meinst Du, ich würde ihn nicht auf Augenhöhe behandeln oder nimmst Du aufgrund der verbalen Weigerung seinerseits an, er sei mir in einer bestimmten Hinsicht unterlegen?

    @ WM2014

    Und welche Wortwahl soll das bitte sein? Wer aufmerksam liest, sieht, dass ich leide und sehr an ihm hänge. Von oben herab behandel ich ihn keineswegs. Ich fühl mich eher im Kalten stehen gelassen, da er mich gedanklich ausschließt.

    @ Sissi

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    Und was ganz süß war, abgesehen davon, dass er mit mir inhaltlich nicht richtig über die Sexproblematik spricht, dass er mir letztens erzählte, er würde jetzt täglich puren Ingwer essen, da er gelesen habe, dass dieser ein natürliches Aphrodisiakum sei. Das hat mich dann doch irgendwie berührt, weil das ein kleiner Schritt in meine Richtung ist und für seine Verhältnisse wohl eine Art Auseinandersetzung mit dem Thema darstellt...

    Ja richtig. Ab und an ergibt sich die Situation, dass ich mich mit anderen Menschen über Sexualität austauschen kann. Mir wurde dann schon oft berichtet, dass es Menschen gibt, die sich nicht mit ihrem Partner über ihre Sexualität und die damit verbundenen Gefühle austauschen können.


    Vielleicht kommt ihr in eurer Beziehung mal dahin, dass das möglich ist. Der Anfang scheint irgendwie gemacht zu sein.


    Dann noch ein PS: Ich esse auch viel Ingwer, aber er macht nicht scharf. Zumindest nicht schärfer als ich eh schon bin. Allerdings hat bei mir Knoblauch diese Wirkung. Ich würde aber an deiner Stelle diesen Tipp nur dann an ihn weitergeben, wenn du den damit verbundenen Geruch seinerseits abkannst. Ansonsten wird auch immer wieder mal Macca empfohlen. Oder Mönchspfeffer in sehr geringen Dosen, weil in hohen Dosen bewirkt er das Gegenteil. Es gab vor kurzem auch eine Faden dazu hier in med1.

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    Mir wurde dann schon oft berichtet, dass es Menschen gibt, die sich nicht mit ihrem Partner über ihre Sexualität und die damit verbundenen Gefühle austauschen können.


    Vielleicht kommt ihr in eurer Beziehung mal dahin, dass das möglich ist. Der Anfang scheint irgendwie gemacht zu sein.

    ich hatte eher das gefühl, dass dieses thema für sein gefühl schon über gebühr beredet worden sei!?

    @ die Seherin,

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    ich hatte eher das gefühl, dass dieses thema für sein gefühl schon über gebühr beredet worden sei!?

    Ja natürlich. Man muß sich doch nur mal in seine Situation versetzen. Er soll "liefern", kann aber nicht. Niemand möchte in dieser Situation ständig auf dieses "nicht liefern können" angesprochen werden.


    Meiner Meinung nach geht es darum, dass beide die Wirklichkeit dem anderen gegenüber mal akzeptieren können. Die Wirklichkeit sieht so aus, dass Sissi öfters Lust hat. Er scheint auch Lust zu haben, aber er agiert seine Lust scheinbar lieber durch SB ab. Meine Vorstellung von darüber reden wäre, dass er ihr gegenüber zugibt, dass es so ist und er auch keine Lösung weiß. Und, dass die beiden dann von diesem Standpunkt aus eine gemeinsame Lösung suchen. In dem er z.B. das tut, was er jetzt scheinbar schon angefangen, nämlich versucht sich durch irgendwelche Aphrodisiaka seine Lust zu erhöhen. Aber er macht das mit ihr gemeinsam. Unter Umständen ist es nicht mal ein außen gefundenes Aphrodisiakum das hilft, sondern die Intimität, die durch solche ehrliche Gespräche entsteht, die die Lust aufeinander erhöht.


    Ein anderer "Intimitätserhöher" könnte sein, dass Sissi gesteht, dass sie jetzt Lust hat. Er hat keine. Aber sie befriedigt sich in seiner Anwesenheit. Solche Situationen können die Attraktivität wieder in Gang bringen. Aber das man dieses oder jenes mal probieren könnte, oder einem Gedanken über Sex im Kopf herumspuken, von denen man denkt, dass der andere einen verlassen könnte, wenn der das wüßte. Darüber lohnt es sich oft zu reden. Aber wie gesagt viele Menschen können nicht über solche Sachen reden.

    (Ich antworte einmal unabhängig von der Einmischung durch WM 2014)

    Zitat

    Was bringt Dich zu dieser Äußerung? Meinst Du, ich würde ihn nicht auf Augenhöhe behandeln oder nimmst Du aufgrund der verbalen Weigerung seinerseits an, er sei mir in einer bestimmten Hinsicht unterlegen?

    Das war als Rückmeldung zu verstehen, wie das Geschriebene bei mir ankam. Wie Ihr im Alltag miteinander umgeht, weiß ich nicht.


    Auch wenn es mir ursprünglich nicht darum ging, finde ich die Frage viel zentraler, wer von Euch beiden wohl unterlegen sein könnte.


    Denn in der Tat könnte man aus seinem Schweigen schließen, er lässt sich nicht auf verbale Auseinandersetzungen ein, weil er Dir dabei unterlegen ist.


    Auf der anderen Seite könnte man auch sagen, Du bist die Unterlegene, weil Du keine Chance hast zu bekommen, was Du willst, wenn Ihr nicht miteinander redet.


    Da sich beide Sichtweisen nicht ausschließen, würde ich sagen, es ist ein anhaltender Konflikt mit zwei Verlierern.


    Wie siehst Du das? Meinst Du, es bringt was, wenn wir uns mit der Frage der Unterlegenheit weiter auseinandersetzen? Wen siehst Du als überlegen, bzw. unterlegen?

    @ Mond+sterne

    Wir können darüber gerne reden. Mir hilft die Diskussion hier im Forum, auch wenn sie mir letztlich nicht die Fragen beantwortet, die ich habe, da auf diese mir eigentlich nur eine die wahre Antwort geben kann, aber der schweigt sich eben aus.


    Grundsätzlich, abgesehen von der Sexualität, ist er nicht derjenige, der viel (und gerne) redet. Er ist grundsätzlich eher verschlossen, und oft hatte ich in Streitsituationen das Gefühl, dass er manchmal gar nicht fähig ist, seine Gefühle in Worte zu packen, auszudrücken bzw. überhaupt richtig einzuordnen. Dies reiht sich ein in andere Eigenarten seiner Persönlichkeit (Cholerik, Eifersucht, Misstrauen). Meistens reagiert er über, wird laut oder geht, und nach ein paar Tagen ist er wieder da, ohne dass darüber geredet wurde (bzw. werden kann). Tiefgründige Gespräche über uns, über ihn oder mich, hatten wir wenige und auch eher im ersten Jahr, vielleicht lag das auch daran, wie hier jemand schrieb, dass wir da frisch verliebt waren und die Hormone wild waren und wir diese sexuellen Probleme in Bezug auf "Quantität" nicht hatten(?).

    @ Sissi31

    ... und wie würdest Du das im Zusammenhang mit Überlegenheit / Unterlegenheit sehen?


    Fühlst Du Dich eher überlegen, weil Du weniger Eigenarten hast, weil Du Deine Gefühle gut in Worte fassen kannst, und weil Du auch ganz allgemein nicht so verschlossen bist?


    Oder empfindest Du Dich eher als unterlegen, weil seine Persönlichkeit eine Herausforderung ist mit der sich nur schwer umgehen lässt?


    Oder von mir aus auch allgemeiner, welche Rolle spielt Überlegenheit oder Unterlegenheit bei Euch?


    Neben der Frage von Überlegenheit oder Unterlegenheit habe ich auch das Gefühl, es gibt eine zunehmende Distanz zwischen Euch. Einerseits flauen die Hormone ab. Andererseits hat sich da vielleicht nicht so etwas entwickelt, was Euch im Innern verbindet.