@ willgesundsein

    Du passt zu Sissi, wie die Faust auf's Auge, würde ich sagen. Zu ihr passt (in diesem Sinne) ein Mann, der sich selbst als defizitär betrachtet und den Fehler bei sich selbst sucht.


    So braucht sie sich keine Gedanken zu machen, ob sie nicht eventuell auch irgendwas falsch macht.

    @ Sissi31

    Ich hatte mich da etwas in der Wortwahl vergriffen. Das tut mir leid.


    Mehr möchte ich jetzt erstmal nicht dazu schreiben.

    @ :)

    Solange sie damit leben kann ist das ja in Ordnung. Trennen wäre für mich auch nie eine Option gewesen. Wie gesagt nach ner Zeit gewöhnt man sich an die Situation, bei mir dasselbe. Bin jetzt 2 Jahre komplett ohne Sex. Und JAA es funktioniert

    @ mond+sterne

    Zitat

    Du passt zu Sissi, wie die Faust auf's Auge, würde ich sagen. Zu ihr passt (in diesem Sinne) ein Mann, der sich selbst als defizitär betrachtet und den Fehler bei sich selbst sucht. So braucht sie sich keine Gedanken zu machen, ob sie nicht eventuell auch irgendwas falsch macht.

    Fällt mir echt schwer, das nicht als persönlichen Angriff zu lesen!


    Ich weiß, dass ich mich selber zu negativ betrachte und meine positiven Seiten dadurch aus den Augen verliere. Das ist zum Glück nicht immer so, nur wenn ich insgesamt mit meinem Leben überfordert bin. Das heißt nicht, dass ich die negativen Punkte nur bei mir suche. Zu jeder Situation gehören immer zwei!

    @ Sisi31

    Aber der Denkansatz von mond-sterne ist gut finde ich. Was könnte denn dein Anteil an der Lustlosigkeit deines Freundes sein?

    @ willgesundsein

    Zitat
    Zitat

    Du passt zu Sissi, wie die Faust auf's Auge, würde ich sagen. Zu ihr passt (in diesem Sinne) ein Mann, der sich selbst als defizitär betrachtet und den Fehler bei sich selbst sucht. So braucht sie sich keine Gedanken zu machen, ob sie nicht eventuell auch irgendwas falsch macht.

    Fällt mir echt schwer, das nicht als persönlichen Angriff zu lesen!

    Das verstehe ich nicht. Kannst Du es mir genauer erklären?


    Mir ging es ausschließlich darum, Dich zu beschreiben wie Du bist und auf welche (etwas unglückselige) Art Du zu Sissi passt.


    So wie ich Deinen ersten Beitrag verstanden hatte, hast Du Dich als "defizitär" beschrieben. Findest Du es zu streng, wenn ich es so nenne? Wie würdest Du es nennen?


    Außerdem ist mir aufgefallen, dass Du bei Dir selbst nach dem Fehler suchst. Das finde ich eine positive Eigenschaft. Deshalb kann ich da keinen persönlichen Angriff raus lesen.


    ":/ ???

    @ willgesundsein

    Ich sag da nichts gegen. Meine Wortwahl ist manchmal etwas defizitär. ;-)


    Wie würdest Du es nennen?


    Ich suche auch immer noch ein passendes Wort für die Tatsache, dass der Partner von Sissi "gerade" keinen Sex will. Wie würdest Du das sagen?

    Hmmm, sehr schwierig mit nur einem Wort zu benennen, weil sich dahinter jahrelanges Grübeln versteckt...


    Ich würde meine Art als "durch Verletzungen in Kindheit und Verunsicherungen auf dem bisherigen Lebensweg und die dadurch entstandene Hyperreflektion die Charakteristika der eigenen Person tendenziell negativ beleuchtend" bezeichnen ;-D


    Aber ernsthaft: Defizitär ist auch nicht komplett falsch. Aber mich ist es sinnvoller, mich selber kritisch zu beleuchten und die von mir ausgehenden Probleme verstärkt zu bearbeiten, weil ich nur mich und nicht den Partner ändern kann, sondern nur konfrontieren. Das heißt also bestenfalls Wünsche äußern und (laut systemischen Ansatz) ??den ich sehr schätze, weil er zu längerfristigem Denken und Handeln führt?? ist es am sinnvollsten, dem anderen ein gewisses Verhalten vorzuleben und zu schauen, was es bei ihm auslöst.


    Das jetzt folgende klingt jetzt ein bisschen komisch, aber das fängt schon in der Erziehung an: Der beste Weg ist "richtig vorleben" und nicht "erziehen". Letzteres ist nur notwendig, wenn es eindeutig in eine destruktive Richtung läuft.


    In diesem kokreten Falle der TE

    ist der Partner mündig und man selber nicht für dessen Entwicklung verantwortlich. Dennoch hört die Entwicklung eines Menschen nie auf und jeder trägt (ausschließlich und allein) die Verantwortung für die eigene Entwicklung und die befriedigung für Bedürfnisse. Und woher weiß ich, was in meinem Partner wirklich vorgeht und was das beste für ihn ist? Da muss man drüber reden ??und selbst dann ist es nicht gesagt, dass jeder in der konkreten Situation die Ressourcen hat, sich selbst du verstehen und das entdeckte an die Oberffäche kommen zu lassen und dann auch noch dem Partner mitzuteilen ??, um sich gegenseitig kennen zu lernen. In einer Partnerschaft heißt das im Idealfall, dass ich meinen Partner so lasse wie er ist, und er sich sich auf seine eigene Weise entwickelt und das dann passt.


    Wenn es Probleme gibt, kann/sollte/muss man drüber sprechen und manchmal hilft es aber schon, den eigenen Anteils des Problems bei sich zu suchen (und zu finden, denn jedes Problem geht zumindest zu Teilen von beiden aus") und sein eigenes Verhalten zu ändern. Und danach kann man ja den anderen konfrontieren und ihm sagen, dass man unglücklich ist und "sich dies und jenes wünscht".


    Und jetzt zurück zu mir: Ich beleuchte hier im Forum meine eigenen Seiten meist sehr kritisch, weil ich mich selber ändern möchte und lieber "zu viel Medizin" nehme, als zu wenig. Die "Fehler" meines Partners hier zu präsentieren bringt wenig, finde ich...

    @ willgesundsein

    Die Einstellung zu Dir und die Offenheit in Bezug zu Deinen Schwächen bzw. Dein Problembewusstsein finde ich beachtlich und Deine Intentionen scheinen mir sehr löblich. Es ist erst eine große Herausforderung, seine Muster zu erkennen und letztlich diese zu ändern.

    Zitat

    und selbst dann ist es nicht gesagt, dass jeder in der konkreten Situation die Ressourcen hat, sich selbst du verstehen und das entdeckte an die Oberffäche kommen zu lassen und dann auch noch dem Partner mitzuteilen ??,

    Glaube da liegt die Schwierigkeit bei meinem Freund. Meiner Meinung nach kann er sein Handeln schwer reflektieren und die dahinter befindlichen Gründe nicht richtig benennen oder zuordnen; oft wirkt er sehr gefühlskalt und ich vermute dahinter Selbstschutz. Er stößt andere lieber weg von sich, weil er sich nicht "nackt" machen will (bildlich gesprochen), er fürchtet, verletzt zu werden. Ich hoffe sehr, dass die Therapeutin einen Weg findet, ihn zu knacken. Und auch hoffe ich, dass er bald erkennt, dass ich ihm nichts Böses will und er mit mir offen redet.

    Zitat

    Die "Fehler" meines Partners hier zu präsentieren bringt wenig, finde ich...

    Ich suche mir hier Rat und Denkanstöße, insbesondere hatte ich auf männliche Reaktionen (wie die Deinen) gehofft. Ich will hier niemanden bloß stellen; bin sehr froh über Foren wie dieses. Nur scheinen einige meine Sichtweise oder Absichten misszudeuten, aber damit muss man leben, wenn man sich im Internet mitteilt.

    Zitat

    Wenn es Probleme gibt, kann/sollte/muss man drüber sprechen und manchmal hilft es aber schon, den eigenen Anteils des Problems bei sich zu suchen

    Ich wurde schon öfters gefragt hier, ob ich einen Anteil an der Unlust haben könnte. Ich bin mir jedoch nicht bewusst, wann ich ihn in irgendeiner Weise in dieser Hinsicht degradiert, bloß gestellt, über die Maßen bedrängt (dies sind Dinge, bei denen ich als Frau Unlust entwickeln würde) hätte.


    Dieses Ungleichgewicht von seiner verminderten Lust und meiner höheren Lust entwickelte sich zum Ende des ersten/ Anfang des zweiten Jahres. Zu dieser Zeit zogen wir zusammen (für drei Monate), wir stritten viel und er zog wieder aus. Wenn man den Zusammenzug verantwortlich machen möchte, hätte sich die Unlust ja wieder legen können, nachdem wir wieder getrennte Wohnungen hatten, wir mehr Abstand hatten, jedoch nahm die Unlust nach dem Auszug sogar noch zu (d.h. gar kein Sex zu dieser Zeit). Irgendwann legte es sich wieder, seit dem hatten wir immer mal wieder ein "Hoch" (= meint, eine Zeit von ein bis zwei Wochen), in denen er aktiver war und dann wieder eine Flaute. Insofern kann ich keine objektiven Umstände erkennen ":/ Vielleicht nagt der Zahn der Zeit bei ihm schneller an seiner Lust als bei anderen Männern, aber alles sind nur Vermutungen, da er nie richtig sprach. Derzeit kann ich auch nicht beschwören, ob die Pornosucht wieder stärker präsent ist. Bin auch gespannt, wie lange sein jetziges "Hoch" anhält.

    Zitat

    Die Einstellung zu Dir und die Offenheit in Bezug zu Deinen Schwächen bzw. Dein Problembewusstsein finde ich beachtlich und Deine Intentionen scheinen mir sehr löblich. Es ist erst eine große Herausforderung, seine Muster zu erkennen und letztlich diese zu ändern.

    Ja, und manchmal ??manchmal auch öfter?? habe ich das Gefühl, dass sich gar nichts bewegt und ich noch wie vor 10 Jahren auf der Stelle trete. Aber in guten Phasen weiß ich, dass es nicht so ist, weil ich neue konstruktive Gedanken für wahr halte, die ich noch vor langer Zeit als Blödsinn angelehnt habe.

    Zitat

    Er stößt andere lieber weg von sich, weil er sich nicht "nackt" machen will (bildlich gesprochen), er fürchtet, verletzt zu werden. Ich hoffe sehr, dass die Therapeutin einen Weg findet, ihn zu knacken. Und auch hoffe ich, dass er bald erkennt, dass ich ihm nichts Böses will und er mit mir offen redet.

    Ich will hier nicht sagen, dass das auf jeden Fall durch die Therapie jetzt alles schnell viel besser wird, das ist ein sehr langes und anstrengendes Unterfangen, das kann ich dir sagen! Aber es kann sich genauso viel lohnen


    Ihn "zu knacken" ist natürlich schon der richtige Denkansatz, aber die Formulierung nicht die glücklichste. Du und die THerapeutin auf ihre Weise könnt ihn nur "erwärmen", also ermutigen, sich verletzbar zu machen (denn genau davor hat er vielleicht Angst).

    Zitat

    Ich suche mir hier Rat und Denkanstöße, insbesondere hatte ich auf männliche Reaktionen (wie die Deinen) gehofft.

    Na dann mache ich mal weiter. Dir steht ja frei, anzunehmen oder abzulehnen, was ich schreibe.

    Zitat

    Ich will hier niemanden bloß stellen; bin sehr froh über Foren wie dieses. Nur scheinen einige meine Sichtweise oder Absichten misszudeuten, aber damit muss man leben, wenn man sich im Internet mitteilt.

    Das war eigentlich nicht auf dich bezogen. Ich hab jetzt nicht mehr den genauen Wortlaut deiner Beiträge im Kopf, aber hatte nicht das Gefühl, dass du ihn negativ präsentierst um herauszufinden, was er falsch macht.


    Und jetzt komme ich zu einem für mich immer noch sehr komplizierten Punkt: Niemand macht "Fehler". Jeder ist so, wie er ist, weil er die Erfahrungen gemacht hat, die er gemacht hat. Ich habe soooooo lange gebraucht, das zu verstehen. Leider kann ich das nur ca. 10 % der Zeit so sehen, weil ich wie jeder Mensch meine Muster und normale Gefühle habe, aber wenn es mir gut geht und ich mit nichts negativem konfrontiert werde, kann ich Menschen so betrachten. Und auch, wenn ich in einem Konflikt ein bisschen Abstand zum Konfliktpartner bekomme, schaffe ich es ab und zu mir klar zu machen, dass sein Verhalten in dessen Welt perfekt sinnvoll ist und nur für mich schwer anzunehmen.


    Wie geht es ihm denn abseits von eurer Beziehung? Hat er eine ihn befriedigende Arbeit / Ausbildung / Studium, macht er Hobbys, die ihm Spaß machen? Wie ist sein sonstiges soziales Leben? Wie ist seine körperliche Auslastung? All diese Faktoren beeinflussen mich total und wenn es insgesamt scheiße läuft, fühle ich mich weniger potent (ja, ich übertrage vieles, was nichts miteinander zu tun hat und ich glaube nicht, dass ich der einzige bin, der so denkt / fühlt ;-) )

    @ willgesundsein

    Zitat

    Hmmm, sehr schwierig mit nur einem Wort zu benennen,

    Mir ist noch ein anderes Wort eingefallen, das ich hiermit zur Diskussion stelle. Man könnte auch sagen, Du hast Dich als Mensch gezeigt.


    Wenn wir als Diskussionsteilnehmer über Sissis Partner diskutieren zeigen wir uns demgenüber nicht als Menschen und unsere menschlichen Eigenschaften bleiben dementsprechend verborgen.

    @ mond+sterne

    Das nehme ich als Kompliment @:)


    Ich finde tatsächlich, als "menschlich" bezeichnet zu werden wunderschön, weil das konträr zu einer Einstellung steht, die ich überall in unserer Gesellschaft zu sehen meine: Die Flucht vor dem Mensch(lich)sein! Den Alterungsprozess stoppen, die Welt bis in den Kern verstehen, sich durch Kunst über das Irdische erheben, mit Substanzen den normalen Alltag vergessen usw.


    Das sind alles gängige Strategien, um die simple "Menschlichkeit" zu überdecken und sich in dem wohligen Gefühl zu wiegen, erhaben zu sein... Ich mach das auch gerne und bin auch froh, die andere Seite zu kennen ??kann aber langsam auch mal weniger werden, macht nämlich oft keinen Spaß so??

    So, wieder zum Thema (zumindest indirekt):


    Ich habe nen neuen Faden eröffnet, in dem ich mein Problem von einer gewissen Seite betrachte, vielleicht gibts ja neue Denk-Anstöße: http://www.med1.de/Forum/Sexualitaet/743800/

    Zitat

    Dieses Ungleichgewicht von seiner verminderten Lust und meiner höheren Lust entwickelte sich zum Ende des ersten/ Anfang des zweiten Jahres. Zu dieser Zeit zogen wir zusammen (für drei Monate), wir stritten viel und er zog wieder aus.

    Das reicht doch. Im Streit lernt man den Partner erst richtig kennen, lernt oft unsympathische Seiten kennen, fühlt sich abgewertet, nicht respektiert oder abgestossen. Das kann die Lust nachhaltig killen. Und nachdem er wieder ausgezogen ist, muss es ja heftig gewesen sein.


    Mein Tipp: wenn ihr diese Zeit wirklich aufgearbeitet habt, wirds auch im Bett wieder klappen.

    @ upela

    Nach dem Auszug hatten wir immer mal wieder ein sexuelles kurzzeitiges Hoch, wie auch aktuell im August. Und jetzt seit zwei Wochen wieder Ebbe, ohne erkennbaren äußeren Umstand wie mehr Streit. Im Gegenteil, wir waren harmonischer denn je.

    @ alle

    Bin wieder an dem Punkt zu Beginn dieser Diskussion. Die "Ingwerzeit" ist abgeebbt und es läuft wieder nichts, nicht einmal mehr küssen. Und ich weiß wie immer nicht, was los ist oder warum die plötzlich vorhandene Lust plötzlich bei ihm wie weggeblasen ist (unglückliches Wortspiel ^^). Wir fliegen bald zehn Tage in Urlaub. Das ist für mich innerlich ein Test hab ich beschlossen. Ist da noch Leidenschaft zwischen uns in einer angenehmen, sommerlichen Urlaubsatmosphäre oder nicht? Bin wirklich vollkommen enttäuscht und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt :((((

    @ Sissi31

    Ich hab gerade wieder eine Parallele erkannt (sorry, wenn ich hier so viel von mir schreibe, aber wie gesagt, vielleicht kannst du ja davon was brauchen...)

    Zitat

    Im Gegenteil, wir waren harmonischer denn je.

    Es ist bei uns auch mega harmonisch und ich genieße das. Aber bei deinem Zitat kam mir ein Gedanke von vor ein paar Tagen. "Die sexuelle Spanung ist bei uns irgendwie abgeflacht". Ein Vergleich aus der Musik: Harmonie erzeugt Einklang, Disharmonie erzeugt Spannung, die dann wieder in Harmonie umwandelt usw.


    Ich hab nochmal ein paar Fragen über ihn. Wenn du magst, kannst du sie ja beantworten:


    Was für Pornos guckt er denn? (Also welche Praktiken weren da gemacht, wie sehen die Darsteller aus usw.)


    Wie geht es ihm denn abseits von eurer Beziehung?


    Hat er eine ihn befriedigende Arbeit / Ausbildung / Studium, macht er Hobbys, die ihm Spaß machen?


    Wie ist sein sonstiges soziales Leben?


    Wie ist seine körperliche Auslastung?