• Sexuellen Fetisch ohne Vorwarnung ausgelebt

    Hallo, ich habe mal eine Frage, mir ist das alles ein bisschen peinlich, weil ich mich nicht normal fühle. Ich bin jetzt 37 Jahre alt und seit einem halben Jahr mit meiner Freundin zusammen. Als wir neulich zusammen weg waren, da musste ich auf dem Rückweg ziemlich dringend mal Wasser lassen. Und dann hab ich mir, leider ohne vorher groß nachzudenken…
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    Vorausgesetzt du bringst den Mut auf, ihr klaren Wein ein zu schenken.

    wenn er das zukünftig ausleben und nicht mehr verstecken will, dann muss er mit ihr reden. ansonsten würde ich es nicht tun, kann nach hinten losgehen.

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    nur wenn er sicher kein kann, dass seine freundin damit umzugehen weiß, ansonsten besser als ausrutscher im suff deklarieren!

    Und sie damit anlügen? Dir wäre eine kalkulierte Lüge in diesem Punkt lieber als die Wahrheit, auch wenn die Wahrheit unbequem ist?


    Bärenli, du steckst da glaube ich in einer Zwickmühle: wenn du ihr die Wahrheit sagst und du auch dieses Verhalten beibehalten möchtest, naja, dann ist das Risiko recht groß, dass sie dich /dann/ für deine Ehrlichkeit zwar mutig findet (denn es ist eine unbequeme Wahrheit mit einer Vorliebe, die sie ja nicht teilt, sogar verabscheut) aber auch dumm und egoistisch und sich auch von dir abwendet. Nach 6 Monaten ist eine Beziehung glaube ich nicht nicht so reif.


    Aber wenn du nicht die Wahrheit sagst, naja dann lügst du entweder (manch einer mag das als Notlüge sehen) oder hast ein durchaus beziehungsrelevantes Geheimnis.


    Dein Verhalten deute ich so: bei dem, was andere als peinlich, beschämend oder demütigend empfinden, empfindest du Lust und Erregung. Ich finde, das hat eine masochistische Tendenz.


    Gleichzeitig missachtest du mit diesem Verhalten in diesem Punkt soziale Erwartungen und Normen. Das "normale Verhalten" in diesem Fall wäre hier Scham und Rückzug.


    Aber du findest das nicht dumm oder aussichtslos, da gegen eine übergroße Mehrheit anzuargumentieren, sondern eben mutig und möchtest es noch nach außen darstellen, du möchtest Aufmerksamkeit. Das kann man als Selbstüberschätzung bezeichnen. Ich glaube du hast gemerkt, eine besonders große Akzeptanz in der Bevölkerung hat dein Verhalten da nicht. Sondern die Kommunikation mit einigen wenigen Mitfetischisten hat dein Bild von der Allgemeinheit verändert.


    Ich sehe da also ein paar Auswege:


    1) du passt dich an die Erwartungen deiner Partnerin (und der übergroßen Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung) an, gibst dein einmaliges Fehlverhalten zu, arbeitest an dir und unterdrückst diese Neigung. Dann müsstest du das irgendwie glaubhaft verkaufen. Ich denke schon, dass man so da rauskommen kann, wenn man es selber möchte. Es verlangt halt Einsicht und Wille zur Veränderung.


    2) Ihr einigt euch in der Beziehung, in welcher beiderseitig akzeptierten Form deine Neigung ihren Platz finden kann. Dann muss sie allerdings unterscheiden, was sie wem sagen kann. Manchem ist das einfach anstrengend. Und was immer noch von ihr kommen kann sind Befürchtungen: Wenn ich das jetzt hier durchgehen lasse, was kommt denn peinliches als nächstes? Ins Auto oder aufs Sofa eines Bekannten pieseln, weil das so schön peinlich ist? Und sie wird sich schon fragen: also was stimmt denn da ganz grundsätzlich nicht mit meinem Freund?


    3) Du versuchst bei einer anderen Frau (und ihrem sozialen Umfeld!) mehr Akzeptanz für diese Neigung zu finden. Ich glaub, das wird verdammt schwer. Es würde bedeuten, deiner Neigung den Platz zu geben (immerhin: andere gefährdend oder illegal ist sie nicht, solange alles bei dir bleibt, ab einem Punkt kommt ggf. Sachbeschädigung dazu), aber dich wohl gleichzeitig in eine Art soziale Isolation zu begeben. Wenn man auf Arbeit, auf Feiern, in Gesellschaft damit rechnen müsste, dass du spontan deine Neigung auslebst und andere vor vollendete Tatsachen stellst, wärst du eben nur noch für eine kleine Gruppe von Menschen gesellschaftlich akzeptiert.


    4) Du machst einen auf Missionar und versuchst, allgemein in der Bevölkerung mehr Akzeptanz für dieses dein Verhalten zu erzeugen. Womit wir wieder irgendwie bei Größenwahn sind. ;-D


    Überleg einfach mal.

    Ich finde deine Einstellung unglaublich erschreckend.


    Mut. Trost erwarten. Also wirklich :-o


    Möchtest du wie ein kleines Kind behandelt werden, das versehentlich in die Hose gemacht hat?


    Das ist doch bitte nicht dein Ernst.


    Würde ich, als deine Freundin, diesen Faden lesen würde ich OHNE zu überlegen sofort diese Beziehung beenden. Das is schrecklich!

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    Mut. Trost erwarten. Also wirklich :-o

    Ich kann die grundsätzlichen Muster, die er sich vorstellt, schon nachvollziehen.


    Warum kommt man auf Mut? Wer gegen gesellschaftliche Normen (und sogar jeweils geltende Gesetze) verstößt und einem unterdrückten Interesse Öffentlichkeit verschafft, kann (manchmal) im Nachhinein als mutig gelten.


    Beispiele: Robin Hood, Stauffenberg, Frauenrechtlerinnen wie Clara Zetkin, die Schwulen- und Lesbenbewegung in den Anfängen. Der Unterschied: diese Leute haben Schwingungen wahrgenommen, die ein Großteil der Bevölkerung teilt oder sich annehmen kann. Sie hatten also verdeckt den Wunsch nach Veränderung der sozialen Normen. Aber eben: sich in die Hose zu machen und dann zu signalisieren: "Ich lebe hier mit diesem Verhalten meinen Masochismus aus, demütigt mich, erniedrigt mich, akzeptiert das, dass ich dabei Lust und Erregung empfinde!" trifft offenbar keine Neigung, die nun Millionen auch verspüren und sich anerkennend und wertschätzend ggü Bärenli äußern. Diese positive Verstärkung hat er offfenbar vorher nur im Natursekt-Forum bekommen.


    Warum kommt man auf Trost? Eine soziale Reaktion auf Reue ist Trost. Der etwas bereuende erkennt, dass er gegen gesellschaftliche Normen verstoßen hat, und zeigt eine Reaktion der Unterwürfigkeit. Die Gesellschaft (die in diesem Fall die gesellschaftlichen Normen beibehalten will) honoriert dieses Verhalten und integriert ihn wieder.


    Üblich ist also: gelegentlich *durch ein Missgeschick* in eine unsoziale Position kommen -> in Grund und Boden schämen, Scham zeigen, Pein zeigen, sich zurückziehen -> bereuen und Reue zeigen, mancher weint auch und zeigt so, dass er sich über sich selbst ärgert -> von der Umgebung getröstet werden. Denn die Leute empfinden Empathie: das hätte mir doch auch durch ein Missgeschick passieren können und dann würde ich auch Trost erwarten und Unterstützung bei der Re-Integration.


    Bei Bärenli: *mit Absicht* (ist schon der erste und entscheidende Unterschied) in eine unsoziale Position bringen -> er zeigt in dieser Situation nicht in ausreichender Weise Scham, oder Pein, oder Reue, oder Rückzug. Sondern er drückt neben ein bisschen Peinlichkeit auch Lust und Überlegenheit aus. Und dann reagieren Menschen eben mit Irritation und Abwendung (nur Bambiene lacht erst schadenfroh und tröstet dann aber gleich wieder ;-) ). Denn diese Empathie: das hätte mir auch passieren können, die kommt eben nicht. Nur von Menschen, die vielleicht diese Art von Masochismus nachvollziehen können.

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    Möchtest du wie ein kleines Kind behandelt werden, das versehentlich in die Hose gemacht hat? Das ist doch bitte nicht dein Ernst.

    Ich denke auch: irgendwo zwischen dem Alter von 2 und dem Alter von 37 gab es da eine komische Entwicklung bei Bärenli, ja.

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    irgendwo zwischen dem Alter von 2 und dem Alter von 37 gab es da eine komische Entwicklung bei Bärenli

    vermutlich. aber sind wir nicht alle bluna??! ]:D

    Ich finde es ebenfalls unmöglich, was der TE sich da geleistet hat. Da es aber andererseits auch gleichzeitig zeigte, was seine Freundin von "solchen Dingen" hält (sie wird dies wohl auch als Fetisch grundsätzlich ablehnen), würde ich mich als TE schon von der Freundin trennen und nicht erst warten, bis sie es tut.

    Der Freundin jetzt von dem Fetisch zu erzählen birgt nun das Risiko, dass sie sich vollkommen verarscht fühlt und Schluß macht. Kann man schon nachvollziehen, denn auf diese drastische und übergriffige Weise möchte niemand davon erfahren. Der Vergleich mit dem Fesselspiel passt da schon, sowas kann man einfach nicht machen ohne vorher zu reden.


    Andererseits wäre es vielleicht gar nicht schlecht, wenn du dir eine Partnerin suchst, die sexuell ähnlich gepolt ist.

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    Da es aber andererseits auch gleichzeitig zeigte, was seine Freundin von "solchen Dingen" hält (sie wird dies wohl auch als Fetisch grundsätzlich ablehnen)

    äähm... sie hat gezeigt, dass sie es widerlich findet, wenn sich ein angetrunkener kerl in die hosen pinkelt, weil er es nicth mehr in die büsche schafft – das war nämlich das, was in ihren augen abgelaufen ist. von einem fetisch (und ich kapiere immer noch diese fetisch-sache daran nicht), wusste und weiß sie doch gar nichts!!!

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    von einem fetisch (und ich kapiere immer noch diese fetisch-sache daran nicht), wusste und weiß sie doch gar nichts!!!

    hätte sie (zufällig) denselben fetisch, wäre ihre reaktion zwangsläufig anders ausgefallen.


    ansonsten, es gibt ja im grunde alles als fetisch, leute die im erwachsenenalter windeln tragen oder wer weiß was, verstehen muss man das als außenstehender nicht denke ich! ;-)

    ich verstehe fetische im allgemeinen schon, aber ich habe immer noch nicht verstanden, was genau die sexuelle komponente bei der aktion für Baerenli war/ist!?

    richtig komplett verstanden habe ich es auch nicht, irgendwie diese art peinliche erniedrigende situation!? zudem will er getröstet werden, also er ist gewissermaßen wie ein kind in der situation, dass an die hand genommen und getröstet werden will?!


    keine ahnung! ;-)