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    Biologisch betrachtet dient Sex zur Fortpflanzung. Das ist ja auch der Grund, warum Menschen überhaupt sexuelle Bedürfnisse haben.

    Aber bei weitem nicht der einzige. Biologisch betrachtet hat Sexualität unstrittig mehrere Dimensionen und Funktionen. Die Fortpflanzungsdimension ist in phylogenetischer Hinsicht zwar die älteste, aber definitiv nicht die einzige. Bei Vögeln und Säugetieren, insbesondere bei den Primaten, ist die Lust- und Beziehungsdimension von Sexualität von großer psychosozialer Relevanz.


    Es gibt auch zahlreiche Beispiele dafür, dass Sexualität biologisch betrachtet nicht ausschließlich oder auch gar nicht der Fortpflanzung dienen muss - siehe Homosexualität und die Tatsache, dass das sexuelle Verlangen beim Menschen bis ins hohe Alter erhalten bleibt, auch dann, wenn die Fruchtbarkeit nachlässt oder gar nicht mehr gegeben ist.

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    Eine Frau, die ihre sexuellen Reize in den Vordergrund rückt, trägt die Verantwortung wenn sie darauf reduziert wird.

    Was in den Vordergrund gerückt wird, ist im Wesentlichen ein Problem des Betrachters. Ob das nun genetisch bedingt ist (z.B. für viele Frauen oder für homosexuelle Männer spielt die sexy Kleidung der Frau keine Rolle) oder über rationale Betrachtung geschieht (man kann durchaus auch eine sexy gekleidete Frau einfach als hübsch/schön ansehen, ohne davon aufgereizt zu werden), ist dabei irrelevant.

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    Lässt sich aber ohnehin durch Sport, gesunde Ernährung und zwischenmenschliche Beziehungen ausgleichen

    Wenn sexuelle Triebe übermäßig künstlich zurückgehalten werden, lässt sich das nicht über andere Maßnahmen ausgleichen, da der Hormonspiegel für den Gesundheitszustand keine unbedeutende Rolle spielt.

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    Biologisch betrachtet dient Sex zur Fortpflanzung.

    Es dient auch der Fortpflanzung. Es dient aber auch dem körperlichen und seelischen Gleichgewicht- sonst würde durch den Sex nicht soviel hormonell passieren (auch beim Mann, was primär nicht unbedingt nur etwas mit der Fortpflanzung zu tun hat.

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    Keine Verhütungsmethode zu 100% sicher.

    Na und? In prüden Gesellschaften wird die Sexualität nur ins Geheime verschoben, Bigotterie gesteigert, Doppelmoral erhöht- die Menschen ändert das ansonsten kaum.

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    Man kann das Thema Sexualität durchaus mit Respekt und Zurückhaltung behandeln und trotzdem einen gesunden Umgang damit pflegen

    Sofern das nicht mit "Igitt", "Pfui" oder Ekel einhergeht, ist das sicherlich richtig. Und an einer sexy gekleideten Frau wüsste ich nichts auszusetzen- unabhängig davon ob es meine eigene oder eine fremde frau ist.

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    Das höre ich zum ersten Mal.

    mehr zur gesundheitlich positiven Wirkung von Sex z.B. hier

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    Was in den Vordergrund gerückt wird, ist im Wesentlichen ein Problem des Betrachters.

    Nein, stimmt nicht. Was in den Vordergrund gerückt wird, ist erstmal ganz allein die Entscheidung der Frau. Das Problem des Betrachters reduziert sich darauf, wie er mit dem optischen Reiz umgeht.

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    Es dient auch der Fortpflanzung. Es dient aber auch dem körperlichen und seelischen Gleichgewicht- sonst würde durch den Sex nicht soviel hormonell passieren (auch beim Mann, was primär nicht unbedingt nur etwas mit der Fortpflanzung zu tun hat.

    Man möge mich korrigieren, wenn ich mich irre, aber ist der Mensch nicht das einzige Lebewesen, zumindest aber das einzige Säugetier, das auch ohne sich fortpflanzen zu wollen koitiert? Wenn das so ist, könnte man vermuten, dass das nur eine durch die Evolution entstandene Angewohnheit ist. Beschwerden hinsichtlich körperlichem und seelischem Gleichgewicht wären dann eher wie ein kalter Entzug zu sehen. Abgesehen davon gibt es ja auch Menschen, die in absoluter Askese leben, ohne dabei durchzudrehen oder krank zu werden. Die Aussage, dass Sex dem körperlichen und seelischen Gleichgewicht dient, betrachte ich daher mit etwas Skepsis.

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    Man möge mich korrigieren, wenn ich mich irre, aber ist der Mensch nicht das einzige Lebewesen, zumindest aber das einzige Säugetier, das auch ohne sich fortpflanzen zu wollen koitiert?

    Nö, man denke nur an das in diesem Zusammenhang immer wieder gern zitierte Sexualverhalten der Bonobos. Da wird koitiert, um sich bedanken, um sich zu versöhnen, etc. Auch in gleichgeschlechtlichen Konstellationen, wo es definitiv nicht um Fortpflanzung geht. Männliche Delphine penetrieren z.B. auch gegenseitig ihre Atemlöcher, aus Spaß an der Freud :-D

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    Man möge mich korrigieren, wenn ich mich irre, aber ist der Mensch nicht das einzige Lebewesen, zumindest aber das einzige Säugetier, das auch ohne sich fortpflanzen zu wollen koitiert?

    Das ist mit großer Sicherheit ein Irrtum. Ich halte es für extrem gewagt anzunehmen, dass Hunde oder Pferde sich paaren, weil sie sich fortpflanzen wollen, also Welpen oder einem Fohlen in die Welt bringen wollen.


    Der Mensch weiß, dass er durch Sex Kinder zeugt, weil es ihm seine Eltern mit Worten erklären.


    Der Mensch ist vielmehr höchstwahrscheinlich das einzige Lebewesen, dass überhaupt weiss, dass man durch Sex Kinder erzeugt.


    Ich bin höchst unsicher, ob es irgendein Tier gibt, dass nach ein paar Schwangerschaften den Zusammenhang herzustellen vermag.

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    Das ist mit großer Sicherheit ein Irrtum.

    Nein. Zumindest bei Hunden weiß ich genau, dass sie sich nur paaren, um sich fortzupflanzen. Außerhalb der empfängnisbereiten Tage der Hündin ist der Rüde gar nicht erregt, bzw. wenn er es doch ist, lässt die Hündin ihn nicht ran. Natürlich haben sie nicht unser Bewusstsein und man kann insofern nicht von einer geplanten Schwangerschaft sprechen, das ist klar. Das läuft alles instinktgesteuert ab. Aber es ging darum, ob es andere Lebewesen/Säugetiere gibt, die einfach so zum Spaß Sex haben, ohne dass es der Fortpflanzung dient. Ich kenne da keine.

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    Aber es ging darum, ob es andere Lebewesen/Säugetiere gibt, die einfach so zum Spaß Sex haben, ohne dass es der Fortpflanzung dient. Ich kenne da keine.

    Na wie gesagt: Männliche Delfine penetrieren gerne mal gegenseitig ihre Atemlöcher, sicher nicht um sich fortzupflanzen ;-) und Bonobos haben aus diversen Gründen Sex miteinander in allen möglichen Konstellationen. Masturbation ist übrigens auch verbreitet im Tierreich. Schimpansinnen basteln sich z.B. Dildos aus Baumteilen und die männlichen Tiere, bei denen es die physische Beschaffenheit zulässt, betreiben Autofellatio, einige Steinbockarten zählen dazu.

    @ Avwa

    Mit der Masturbation bei Tieren hast Du sicher Recht, das kennt doch auch jeder Hunde-oder Katzenbesitzer!


    Ich selbst habe ein Wellensittichpaar, das sich auch öfters mal paart, und Eier hat meine Wellidame zum Glück noch nie gelegt. Vor allem der Wellihahn ist auch manchmal sehr stürmisch und leidenschaftlich, so daß seine Partnerin ihn dann schonmal wegschubst, wenn es ihr zuviel wird. Der Kleine müßte das auch erst einmal lernen:als die beiden noch jung waren, war er noch etwas ungeschickt, und die zwei sind beim "Versuch"vom Ast gefallen. ;-D


    Als Ersatz dafür hat er dann seinen flauschigen Popo an einem dicken Ast oder Seil gerieben. :=o


    Aber normalerweise brüten Sittiche nur dann, wenn man ihnen eine Bruthöhle zur Verfügung stellt. Auf ihren Spaß verzichten wollen sie aber auch ohne Brutkasten nicht.... :)^

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    Man möge mich korrigieren, wenn ich mich irre, aber ist der Mensch nicht das einzige Lebewesen, zumindest aber das einzige Säugetier, das auch ohne sich fortpflanzen zu wollen koitiert? Wenn das so ist, könnte man vermuten, dass das nur eine durch die Evolution entstandene Angewohnheit ist. Beschwerden hinsichtlich körperlichem und seelischem Gleichgewicht wären dann eher wie ein kalter Entzug zu sehen. Abgesehen davon gibt es ja auch Menschen, die in absoluter Askese leben, ohne dabei durchzudrehen oder krank zu werden. Die Aussage, dass Sex dem körperlichen und seelischen Gleichgewicht dient, betrachte ich daher mit etwas Skepsis.

    Ich auch. Worum es aus meiner Sicht geht, ist weniger das persönliche körperliche und seelische Gleichgewicht, sondern Harmonie und Stabilität in der/den zwischenmenschlichen Beziehung/en. Sex kann im negativen Fall dazu benutzt werden, Macht zu demonstrieren. Im positiven Fall schafft Sex eine Verbindung zwischen mir und dem Gegenüber, stärkt diese Verbindung. Gerade bei in sozialen Verbänden lebenden Wesen wie z.B. dem Menschen ist es sehr wichtig, Stabilität zu erreichen. Sex ist dazu ein gutes Mittel. Und dass man sich nach dem Sex gut fühlt, ist ja eher dazu da, einen Wunsch der Wiederholung herzustellen ;-) .

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    Sex dient jedoch hauptsächlich zur Fortpflanzung.

    Au Shit, da habe ich in meinem bisherigen Leben aber oft gefehlt. Verdammt, warum hat mir das bisher niemand gesagt. Ich hab's bisher immer als reines Vergnügen angesehen.

    jetzt wollte ich noch meinen senf dazu geben, aber nachdem ihr mittlerweile bei der fortpflanzungsdebatte angekommen seid... ;-D


    das witzigste an diesem faden fand ich meinen verleser - und es hat gedauert, bis ich gemerkt habe, dass ihr nicht über sex zwischen bonbons diskutiert |-o