Humorvolle Schlagfertigkeit kann gar nicht funktionieren, wenn man sie sich erst zurechtlegen muss. Wem so etwas nicht spontan einfällt, sollte es gar nicht erst versuchen, denn es kommt nur unecht rüber.


    Was ich nicht lustig finde, muss ich auch nicht "lustig" parieren. Ich würde auch nicht besonders bissig reagieren, sondern einfach mit dem Widerwillen, den ich empfinde. Der ist echt, und der kommt dann auch an!

    ich will auch was zu dem Thema beitragen, da auch ich hier einiges an Erfahrung sammeln musste.


    1. Nicht alle Männer sind so, aber das Verhalten ist nicht untypisch


    2. An der eskalation sind wir zu nem Teil eigentlich immer selbst schuld.


    Ich erkläre es mal anhand eines Beispieles, welches ich selbst erlebt habe (und ich hatte schon einige solcher Vorfälle, weil ich jung und dumm einfach nicht klipp und klar nein sagen konnte, sondern um den heißen brei rumgeredet hab).


    Beispielsweise hatte ich einen Arbeitskollegen, der in einer festen Beziehung ist - war ich damals übrigens auch. Ich bin in dessen Abteilung gekommen und er war wirklich freundlich zu mir, was ja auch nett is, wenn man in ne neue Abteilung kommt. Waren dann öfter beim Essen (in ner kleinen Gruppe) und auch mal auf ein Dienst-Abschluss-Bier. Bis er anfing mir Komplimente zu machen. Am Anfang fand ich das natürlich nett, hab mir nicht viel bei gedacht, mich geschmeichelt gefühlt, dann hat er das recht zügig gesteigert, wobei ich abweisend, aber nicht unfreundlich war. Schließlich habe ich die massive einseitige Aufmerksamkeit zum Teil ja auch genossen %-|


    Habe dann von meiner ach so glücklichen Beziehung erzählt und dass alles toll läuft, auch im Bett und ich absolut keinen Bedarf hab, aber das hat bei ihm nur Kopfkino ausgelöst und es verschlimmert %-|


    Wenn dann etwas eindeutiges kam, hab ich mich doof gestellt, als würde ich die Anspielung nicht erkennen und versucht es zu relativieren.


    Dann wurde es schon sehr anzüglich und ich habe ich angefangen ihm Vorwürfe bezüglich seiner Beziehung zu machen (Du hast eine Freundin, die total heiß is, warum schreibst du der nicht, die würde sich im Gegensatz zu mir sicher freuen) und hab die Moralkeule ausgepackt. Geholfen hat im Endefekt nur, dass ich ihm androhte, die Unterhaltung an seine Freundin weiterzuleiten... dann kam nur ein "das würdest du doch nicht tun" aber seit dem ist Schluss...

    wobei ich es ja irgendwie interessant finde, dass man seinen freund, oder die partnerin des anbaggerers als begründung heranziehen zu müssen scheint!?


    sollte es dann nicht genügen zu sagen: lass mal stecken, ich habe kein interesse an dir als "mann"!

    Das hab ich auch schon gemacht, es schien aber nur den Jagdinstinkt ausgelöst zu haben. Oder das Ego war einfach zu groß. Bei Fremden reichte bisher den Verweis auf meinen Partner, der nicht gerade klein und zart ist. Mit ihm will sich keiner wirklich anlegen.

    "aber der müsste es ja nie erfahren, das wäre ein kleines Geheimnis nur unter uns und sag, bist du nicht auch ein klein wenig neugierig" - ;-)


    den Satz hab ich viel zu oft gehört und ein klares "nein ich bin nicht neugierig" hilft tatsächlich nur bedingt ;-)

    Zitat

    Ich werde es nie verstehen, warum man sowas macht. Das wäre mir viel zu blöd, jemanden so anzugraben, vor allem wenn ich in einer Beziehung stecke!

    Manche Männer haben eben so eine Art Minderwertigkeitskomplex und sind ständig auf der Suche nach Eroberungen bzw. zumindest weiblicher Bestätigung. Für die ist eine Frau gut, mehrere gleichzeitig sind/wären aber besser.


    Da spielen auch alte männliche Rollenklischees rein: Ein Mann, der jedem Rock hinterher rennt, bekommt von manchen Männern und manchen Frauen für dieses Verhalten nach wie vor Anerkennung. Und noch mehr Anerkennung wenn er dabei auch noch erfolgreich ist. Insofern ist (für einen Mann) das Risiko, durch so ein Verhalten "das Gesicht zu verlieren" nicht soooo groß, wie man meinen könnte. Weil das viele (mMn: zu viele!) nach wie vor entschuldigen mit Gedanken wie: "So sind sie eben, die Männer."

    Zitat

    TE: Warum hintergehen so viele ihre Partnerin, obwohl sie sie doch angeblich lieben? Es sind sogar Familienväter dabei. Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht?

    Aus Männersicht kann ich nicht mitreden, weil ich ein sehr treuer Ehemann war. Aber ich kann dich beruhigen, dass deine verheirateten Geschlechtsgenossinnen den von dir beschriebenen Männern nicht sehr viel nachstehen. Nicht so derb und plump wie von dir teilweise beschrieben, sondern noch stil- und niveauvoll, aber durchaus direkt.


    Wie zitierte neulich jemand hier im Forum: "Wir haben alle zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur eins haben." Man(n) muss sich also gar nicht wundern.

    Dass Frauen fremdgehen würde ich auch nie bestreiten. Als Frau bekommt man das aber kaum mit, Frauen prahlen nicht gerade herum mit solchen Geschichten. Aus dem engsten Freundeskreis gibt es schon die ein oder andere, die irgendwann mal fremdgegangen ist. Die meisten sind nicht stolz darauf und bereuen es. Eine sieht es allerdings sehr pragmatisch, hab ich aber auch noch nie nachvollziehen können.

    Manche Frauen haben eben so eine Art Minderwertigkeitskomplex und sind ständig auf der Suche nach Eroberungen bzw. zumindest männlicher Bestätigung. Für die ist ein Mann gut, mehrere gleichzeitig sind/wären aber besser.


    Da spielen auch neue weibliche Rollenklischees rein: Eine Frau, der jedem Zipfel hinterher rennt, bekommt von manchen Frauen und manchen Männern für dieses Verhalten Anerkennung. Und noch mehr Anerkennung wenn sie dabei auch noch erfolgreich ist. Insofern ist (für eine Frau) das Risiko, durch so ein Verhalten "das Gesicht zu verlieren" nicht soooo groß, wie man meinen könnte. Weil das viele (mMn: zu viele!) nach wie vor entschuldigen mit Gedanken wie: "So sind sie eben, die Frauen."

    @ Parazellnuss

    Lach! Ich hatte auch einen Moment überlegt, es einfach umzuschreiben.

    @ TE Alias

    Zitat

    Als Frau bekommt man das aber kaum mit, Frauen prahlen nicht gerade herum mit solchen Geschichten.

    Das ist sicherlich so.

    Zitat

    Aus dem engsten Freundeskreis gibt es schon die ein oder andere, die irgendwann mal fremdgegangen ist.

    Da Frauen das meistens nicht an die große Glocke hängen, wirst du kaum wissen, wie viele fremdgegangen sind.

    Zitat

    Die meisten sind nicht stolz darauf und bereuen es.

    Da bist du aber völlig auf dem Holzweg!

    @ parazellnuss

    Dass du in deiner Umtextierung von alten zu neuen Klischees switchen musstest (bzw. es so passender fandest), beweist, dass es eben doch nicht 1:1 austauschbar ist. ;-)


    Grundsätzlich gebe ich dir aber natürlich recht, dass es diesen Typ Mensch auch in weiblich gibt.

    Zitat

    Das hab ich auch schon gemacht, es schien aber nur den Jagdinstinkt ausgelöst zu haben. Oder das Ego war einfach zu groß. Bei Fremden reichte bisher den Verweis auf meinen Partner, der nicht gerade klein und zart ist. Mit ihm will sich keiner wirklich anlegen.


    [Alias]

    Ja, sowas sagen Frauen "Wenn du mich willst, musst du erst den Drachen vor meiner Höhle besiegen.", in der Hoffnung, dass sich der Held aufmacht um seine Lanze zu schmieden. ;-D

    LolaX5 hat recht. Es ist nicht 1:1 austauschbar.


    Denn:


    Ein Mann, der jedem Rock hinterher rennt, bekommt von manchen Männern und manchen Frauen für dieses Verhalten nach wie vor Anerkennung.


    Eine Frau, der jedem Zipfel hinterher rennt, ist eine Schl***


    1:0 für uns Männer. ]:D