Sind eure Beziehungen zu den Geschlechtern gleich?

    Der Titel ist etwas sperrig, aber angeregt durch den "bei Dates am besten sagen, keine Beziehung zu wollen?"-Faden und weil ich da schon öfter das Gefühl hatte, dass durchaus nicht alle so ticken zu scheinen wie ich, wollte ich mal fragen, wie ihr das so seht.


    Für mich sind Männer und Frauen mal prinzipiell dasselbe und ich lege auch dieselben Kriterien an sie als Mitmenschen an, egal, ob ich sie als potentiellen Beziehungspartner sehe oder nicht. Heißt, ist der Mensch jemand, mit dem ich mich gut unterhalten kann, Spaß haben kann, gerne Zeit verbringe, der positiv für mich ist. Bei vielen Menschen, gerade, wenn es "dating-relevant" wird, habe ich aber das Gefühl, dass da streng unterschieden wird zwischen den Geschlechtern (der Einfachheit halber spreche ich hier mal von Heterosexuellen):


    Das eigene Geschlecht ist das, wo ich mir hauptsächlich meine Freunde suche, das quasi meine Welt ist - das andere ist ein bisschen wie ein fremder Planet, wo ich bestimmte Regeln erst lernen muss, Annahmen treffe, wie Menschen dieses Geschlechts ticken und das immer so ein bisschen einen Kontakt in eine latent alienhafte Welt bietet, von ein paar Ausnahmen mal abgesehen. Und wo andere Kriterien gelten, die eine Beziehung zu einem solchen Menschen definieren, nämlich irgendwie viel anpruchslosere.


    "Eine" Freundin oder "einen" Freund zu wollen - das würde ich doch bei Freundschaften auch nicht machen? "Eine" Freundschaft anzustreben, anscheinend unabhängig von einer konkreten Person mit konkreten Eigenschaften?


    Ich finde das irgendwie total schräg und kann mich tatsächlich nicht erinnern, nach dem Alter von ca. fünfzehn noch jemals an das Kennlernen einer unbekannten Person mit dem Gedanken "er/sie ist männlich/weiblich, deswegen ist/mag/tut er/sie sicher X" herangegangen zu sein, egal ob diese Person für mich ein potentieller Partner war oder nicht. Und auch bei Partnern war da immer zuerst eine konkrete Person, in die ich mich verliebt habe, und nicht "ein" Mann / "eine" Frau, die ich an meiner Seite wollte.


    Ich habe mich aber auch selbst nie in diesen Kategorien ("ich bin eine Frau deswegen X") gesehen, das mag hier auch eine Rolle spielen.


    Wie tickt ihr da so, gibt es hier User, für die das tatsächlich so strikte Kategorien sind?


    Ist das die Norm oder denken die meisten ohnehin nicht so?

  • 12 Antworten

    So ein wenig steh ich auf dem Schlauch denke ich. Aber ich gehe auf das ein was ich meine verstanden zu haben.


    Nein, ich gehe nicht los mit dem Hintergrund, heute kenne ich einen neuen Freund kennen. Allerdings weder mit platonischem noch mit romantischem Hintergrund.


    Aber: wenn ich in einem der Bereiche Verbesserungspotential sehe, dann gehe ich mit anderen Augen durch die Welt. Ich spreche bei einer Tätigkeit die mir Spaß macht vielleicht eher jemanden an um mich zu unterhalten. Ich gehe vielleicht auf einen Flirtversuch eher ein. Ich begebe Menschen einfach anders, egal was ich dann wirklich anstrebe.

    Ich kann deine Gedanken im Grunde nachvollziehen, mir ist ähnliches aufgefallen.


    Bei mir ist es allerdings so, dass sich als Frau in allen Lebensbereichen eher zum männlichen Geschlecht tendiere. Nur nur als Beziehungspartner sondern auch auf freundschaftlicher Ebene. Und auch beruflich hab ich lieber mit Männern zutun. Ich komme mit Frauen und vielen weiblichen Verhaltensweisen nicht gut klar, habe mit Frauen, bis auf wenigen Ausnahmen, nur oberflächliche Kontakte. Generelle komme ich in reinen Männergruppen auch besser klar und fühle mich wohler als in Frauengruppen.


    Für mich sind eben auch Männer nicht grundsätzlich potentielle Lebenspartner. Dafür hab ich auch viel zu viele Männer jeder Altersklasse um mich und hatte auch auch schon immer mehr Kontakt zu Männern um diesen alle zu "sexualisieren" .


    Mit zunehmenden Alter (bin Ende 20) fällt es mir auf, dass sich Geschlechter sich klar trennen. Zu meinen Jungs aus früheren Jahren und meinen Kollegen habe ich immer noch guten Kontakt, das wird auch so bleiben.


    In der Uni ist es aber fast unmöglich, mit den Männern näher in Kontakt zu treten weil alles immer als Annäherungsversuch interpretiert wird. Männer mit Freundin grenzen sich von vorne herein schon so ab, dass maximal ein höfliches Gespräch bei rumkommt, Single Männern wittern immer direkt mehr.


    Obwohl wir an der Uni insgesamt eine gemischte Clique sind, sitzen die Frauen immer in der einen Ecke, die Männer in der anderen Ecke. Egal ob Hörsaal, Mensa oder WG-Party. Den Großteil meiner Zeit verbringe ich nur mit Frauen, ob ich will oder nicht. Es bleibt immer ein unsichtbarer Zaun, den ich nicht überwinden kann. Das finde ich sehr schade.

    Zitat

    Für mich sind Männer und Frauen mal prinzipiell dasselbe und ich lege auch dieselben Kriterien an sie als Mitmenschen an, egal, ob ich sie als potentiellen Beziehungspartner sehe oder nicht. Heißt, ist der Mensch jemand, mit dem ich mich gut unterhalten kann, Spaß haben kann, gerne Zeit verbringe, der positiv für mich ist.

    So empfinde und praktiziere ich das auch.


    Ich denke die Datingrelevanz kommt einmal durchs Internetdaten, weil es dort möglich ist ein gewisses Schema vorab Daten (Partnerbörsen) vom oder über den anderen zu checken und - vielleicht auch oft unbewusst - der innere Druck entsteht die auch auszuwerten und die meisten versuchen negative Begegnungen aus der Vielzahl der Möglichkeiten von vorn herein auszuschliessen.


    Zum zweiten hängts möglicherweise auch damit zusammen, dass es in zunehmendem Maß Menschen zu geben scheint - in der westlichen Welt - die eingeschränkten Zugang zu ihrer eigenen Gefühlswelt haben (siehe zunahme von Depressionen und so weiter).Statt sich auf den eigenen gesunden Menschenverstand zu verlassen verlässt man sich alternativ auf mehr oder weniger relevante Informationen wie eben z.b. matchfähige Angaben auf einer Datingseite oder ähnliches. Dadurch scheint das Ganze für manche völlig "out of proportion" zu gehen.


    Ein dritter Grund könnte eben sein, dass Sex und Beziehungsinteresse für zunehmend mehr Menschen entkoppelt ist, was für manche eben dazu führt sich nur wenig für die Person insgesamt zu interessieren.

    Zitat

    In der Uni ist es aber fast unmöglich, mit den Männern näher in Kontakt zu treten weil alles immer als Annäherungsversuch interpretiert wird. Männer mit Freundin grenzen sich von vorne herein schon so ab, dass maximal ein höfliches Gespräch bei rumkommt, Single Männern wittern immer direkt mehr.

    An der Uni kam mir das bei den Singlemännern ähnlich vor - bei den vergebenen Männern eher weniger, besonders wenn ich offen dafür war ihre Freundinnen kennenzulernen - also was was ich umgekehrt eben auch von Männern erwartet habe, die auf mich zugingen und nichts von mir wollte. Die wollten dann früher oder später eben auch meinen Partner kennenlernen, bzw haben positiv reagiert wenn ich ihn vorstellen wollte ( was ich automatisch mache, wenn ich jemanden sympathisch finde und offen für einen näheren Kontakt bin).


    Heute kommt es viel aufs Umfeld an. Ich neige aber auch nicht dazu einem Geschlecht in der Freundschaft den Vorzug zu geben - das hängt bei mir am Individuum. Es ist meiner Erfahrung nach allerdings auch sehr viel einfacher mit vergebenen Männern oder schwulen Männern befreundet zu sein als mit Singlemännern und am einfachsten scheint es wirklich mit Männer zu sein, die frau seit der Teenagerzeit kennt. Aber das ist nur ein Eindruck und hängt nicht am Geschlecht. Ich könnte mir vorstellen, dass das Männern oft umgekehrt ähnlich geht.

    Zitat

    Den Großteil meiner Zeit verbringe ich nur mit Frauen, ob ich will oder nicht. Es bleibt immer ein unsichtbarer Zaun, den ich nicht überwinden kann. Das finde ich sehr schade.

    Mh - aber wenn Du das nicht willst ist das ja auch irgendwie doof? Für Dich und für die Frauen mit denen Du eigentlich keine Zeit verbringen willst, oder? Hast Du Dir von männlichen Langzeitfreunden mal ein Feedback dazu geholt?

    Zitat

    Bei mir ist es allerdings so, dass sich als Frau in allen Lebensbereichen eher zum männlichen Geschlecht tendiere. Nur nur als Beziehungspartner sondern auch auf freundschaftlicher Ebene. Und auch beruflich hab ich lieber mit Männern zutun. Ich komme mit Frauen und vielen weiblichen Verhaltensweisen nicht gut klar, habe mit Frauen, bis auf wenigen Ausnahmen, nur oberflächliche Kontakte. Generelle komme ich in reinen Männergruppen auch besser klar und fühle mich wohler als in Frauengruppen.

    Kann ich 1:1 so unterschreiben und meine Vermutung ist auch, dass es daran liegen könnte, dass mir das auffällt.

    Zitat

    Obwohl wir an der Uni insgesamt eine gemischte Clique sind, sitzen die Frauen immer in der einen Ecke, die Männer in der anderen Ecke. Egal ob Hörsaal, Mensa oder WG-Party.

    Was du beschreibst, kenne ich nämlich auch, in einem nochmal anderen Kontext: sobald eine Gruppe größer und gemischt wird (meist mit Freundinnen von männlichen Freunden oder bei Pärchen, wo ich mit beiden befreundet bin), teilt sich das auch fast automatisch auf und ich lande plötzlich irgendwie in der "Frauenecke" (weil die meisten Frauen einen da automatisch einbeziehen, ob man will oder nicht), selbst wenn ich eigentlich mit den männlichen Teilen der Gruppe deutlich mehr Gesprächsstoff hätte, und muss mich da aktiv wieder rausbewegen.

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    Den Großteil meiner Zeit verbringe ich nur mit Frauen, ob ich will oder nicht. Es bleibt immer ein unsichtbarer Zaun, den ich nicht überwinden kann. Das finde ich sehr schade.

    Da habe ich insofern Glück, als dass in meinen bisherigen Jobs die Frauen immer so wenige bis nicht vorhanden waren, dass das gar nicht möglich war / ist. Aber hast du mal probiert, die Seite aktiv zu wechseln, gerade in so Partysituationen beispielsweise? Fühlt sich im ersten Moment enorm unhöflich an, funktioniert dann aber für mich.

    Zitat

    Ich denke die Datingrelevanz kommt einmal durchs Internetdaten,

    Hm. Ich habe allerdings das Gefühl, dass sich das nicht nur auf Dating bezieht, sondern, wie liverpool schreibt, dass sich die Lebenswelten irgendwie sehr klar aufteilen in Männer- und Frauendomäne. Etwas, dass ich vielleicht noch irgendwie verstehen würde, wenn man Kinder hat (weil da zumindest in der ersten Zeit die eigene Lebenswelt nunmal eher eingeschränkt auf bestimmte Themen ist), aber wieso das generell so sein sollte, verstehe ich irgendwie nicht.

    Zitat

    Zum zweiten hängts möglicherweise auch damit zusammen, dass es in zunehmendem Maß Menschen zu geben scheint - in der westlichen Welt - die eingeschränkten Zugang zu ihrer eigenen Gefühlswelt haben (siehe zunahme von Depressionen und so weiter).Statt sich auf den eigenen gesunden Menschenverstand zu verlassen verlässt man sich alternativ auf mehr oder weniger relevante Informationen wie eben z.b. matchfähige Angaben auf einer Datingseite oder ähnliches. Dadurch scheint das Ganze für manche völlig "out of proportion" zu gehen.

    ist halt die Frage, ob das früher wirklich anders war. Da waren die Lebenssphären ja noch viel extremer getrennt als heute und das andere Geschlecht war noch mehr fremdes Territorium als heute. Vielleicht war nur die Erwartungshaltung da klarer, was ein Partner haben muss und was nicht und was ich von diesem Partner erwarte und bei welchen Punkten sowieso nicht mal zu Diskussion stand, dass ich das bei meinen männlichen Freunden suche und nicht bei der Partnerin.


    Aber ich merke gerade (auch schon beim Eingangsbeitrag), dass es mir schwer fällt, das Thema auf den Punkt zu bringen ":/


    Aber Fragen, die sich mir dazu stellen, wären: ist das, was sich in der Partnersuche abspielt, eine Konsequenz dieser Aufteilung? War es jemals anders oder ändert sich das immer mit dem Alter? Liegt die Aufteilung an gesellschaftlichen Mustern, die immer noch sehr stark wirken oder sind die Interessen von Männern / Frauen im Schnitt so unterschiedlich, dass die Gruppenbildung sinnvoll und "natürlich" ist, sobald gewisse sich überschneidende Lebensphasen (Uni beispielsweise) zu Ende sind? Kann ein Soziologe bitte auch mal was dazu sagen? ;-D

    Zitat

    sobald eine Gruppe größer und gemischt wird (meist mit Freundinnen von männlichen Freunden oder bei Pärchen, wo ich mit beiden befreundet bin), teilt sich das auch fast automatisch auf und ich lande plötzlich irgendwie in der "Frauenecke" (weil die meisten Frauen einen da automatisch einbeziehen, ob man will oder nicht) selbst wenn ich eigentlich mit den männlichen Teilen der Gruppe deutlich mehr Gesprächsstoff hätte, und muss mich da aktiv wieder rausbewegen.

    Das finde ich strange. Wenn ich Gesprächsstoff mit Männern habe und die das Thema beackern, bin ich da als aktiver Zuhörer dabei und mische mich ein, wenn ich was dazu sagen will - genauso wie ich das mache wenn die Frauen ein Thema haben was mich interessiert. Neigst Du zu Passivität in der Kommunikation? Dann wär vermutlich das Buch hier an der einen oder anderen Stelle hilfreich...

    Zitat

    Ich habe allerdings das Gefühl, dass sich das nicht nur auf Dating bezieht, sondern, wie liverpool schreibt, dass sich die Lebenswelten irgendwie sehr klar aufteilen in Männer- und Frauendomäne.

    Spannend. Liegts vielleicht an den Kreisen in denen Du Dich bewegst? Was für Events sind das denn bei denen sich das für Dich so aufteilt?


    Beispielsweise wenn Du einen Schwung Leute zum Essen einlädst - passiert das da auch? Oder sprichst Du eher sowas an wie Firmenevents? Mach mal ein Beispiel wo Du das erlebst...

    Zitat

    Kann ein Soziologe bitte auch mal was dazu sagen? ;-D

    Das wär klasse ,).

    Zitat

    Das finde ich strange. Wenn ich Gesprächsstoff mit Männern habe und die das Thema beackern, bin ich da als aktiver Zuhörer dabei und mische mich ein, wenn ich was dazu sagen will - genauso wie ich das mache wenn die Frauen ein Thema haben was mich interessiert. Neigst Du zu Passivität in der Kommunikation? Dann wär vermutlich das Buch hier an der einen oder anderen Stelle hilfreich...

    Das war vielleicht missverständlich - ich bewege mich da durchaus aktiv wieder raus, merke aber, dass es sich eben vorher manchmal automatisch in diese Grüppchen aufteilt und ich, da Frau, eben automatisch plötzlich in einer Gruppe Frauen stecke und die Männer irgendwie weg sind. Ich gehe dann dorthin, wo was interessantes passiert, aber die vorherige Gruppenbildung sowie diese leichte Sogwirkung passieren halt trotzdem.

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    Ich habe allerdings das Gefühl, dass sich das nicht nur auf Dating bezieht, sondern, wie liverpool schreibt, dass sich die Lebenswelten irgendwie sehr klar aufteilen in Männer- und Frauendomäne.

    Spannend. Liegts vielleicht an den Kreisen in denen Du Dich bewegst? Was für Events sind das denn bei denen sich das für Dich so aufteilt?


    Beispielsweise wenn Du einen Schwung Leute zum Essen einlädst - passiert das da auch? Oder sprichst Du eher sowas an wie Firmenevents? Mach mal ein Beispiel wo Du das erlebst...

    Auch da war das anscheinend missverständlich formuliert, sorry. Mir passiert das im Privatleben durchaus (siehe eben Beispiel weiter oben), aber das Zitat war eher so gesellschaftlich allgemein gemeint und nicht nur auf beispielsweise Feiern oder so bezogen, sondern auch auf dieses breitere Datingthema, Freundschaften, allgemein Herangehensweise an das eigene und andere Geschlecht. Vielleicht war "sehr klar" da auch eine zu starke Formulierung, aber eben solche Dinge. Gerade in den Kreisen, wo ich mich aktiv darin bewege, ist das ohnehin sehr moderat, aber kam durchaus schon mal bei Feiern etc. vor. Eher in der Konstellation, dass sich mehrere Leute treffen, mit denen man sonst alleine unterwegs ist und plötzlich sind mehrere von deren Partnerinnen und mein Partner dabei. Schwupps steht mein Freund bei der Männergruppe (der da auch übrigens eher reinvereinnahmt wird, weil halt Mann) und ich bei den Freundinnen und ich muss mich, relativ unhöflich, von den Mädels losschälen und zu den Burschen wechseln, weil die spannenden, mich irgendwie interessierenden Themen plötzlich alle in der Männergruppe geblieben sind und ich nicht automatisch, wie man es interessehalber annähme (und einige der Männer dort kennen mich und meine Interessen durchaus), auch dort inkludiert wurde.


    Gesellschaftlich allgemein meine ich aber eher das, was ich auch im Eingangsbeitrag zumindest versucht habe, darzulegen: viele haben ihre Hauptfreundschaften ganz klar beim eigenen Geschlecht und das andere wird mit Kommentaren bedacht wie "ja, mein Mann [beliebigen Mann einsetzen] macht gerade X, aber du weißt eh, wie Männer so sind".


    Mich wurmt das, dass ich gerade so gar nicht rüberzubringen scheine, was ich eigentlich meine... %:|

    Zitat

    auch dort inkludiert wurde.

    Vielleicht trifft es das für zumindest diesen Aspekt ganz gut: ich werde automatisch aufgrund meines Frauseins in eine Gruppe einsortiert (oder eine Gruppe meint, dass ich dort zugehörig wäre) und nicht aufgrund meiner Interessen, die aber in der Gruppe teilweise durchaus bekannt sind und die sich meist zu 80% eher mit denen der anwesenden Männer decken. Oder so. Und wenn ich mich da raussortieren will, muss ich das aktiv machen.

    Zitat

    Mich wurmt das, dass ich gerade so gar nicht rüberzubringen scheine, was ich eigentlich meine... %:|

    Vielleicht hab ich da einen blinden Fleck oder etwas in dem Themkomplex ist so selbstverständlich für mich, dass ichs nicht erwähne ;-).

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    Vielleicht trifft es das für zumindest diesen Aspekt ganz gut: ich werde automatisch aufgrund meines Frauseins in eine Gruppe einsortiert (oder eine Gruppe meint, dass ich dort zugehörig wäre) und nicht aufgrund meiner Interessen, die aber in der Gruppe teilweise durchaus bekannt sind und die sich meist zu 80% eher mit denen der anwesenden Männer decken. Oder so. Und wenn ich mich da raussortieren will, muss ich das aktiv machen.

    Sprich solange Du nichts sagst fühlst Du Dich nach "Äußerlicher Zugehörigkeit" sortiert. Nicht "unnaheliegend", da keiner weiss welche inneren Kommunikationsbedürfnisse du in dem Moment hast. In dem moment wo Du sie äußerst fällst Du inhaltlich in die entsprechende Gruppe.


    Was Dir - vielleicht - auffällt ist dass tendenziell mehr Frauen Dich für ein Thema "includieren" (sprich Dir wenn Du nichts sagst und neutral bist eine Bridge bauen nach dem Motto: Hast Du nicht kürzlich auch was mit dem Thema zu tun gehabt? Wie siehst Du das denn?) als Männer das tun. Diese Tendenz würde ich tatsächlich sehen, wenns um Gruppenkommunikation geht. Es ist tendenziell seltener, dass ein Mann in einer Diskussion so eine direkte Bridge baut, unter Frauen ist das normaler und wird auch mit Männern praktiziert - "Andreas, hast Du nicht kürzlich erst *beliebiges einsetzen* gemacht? Kannst mal was dazu sagen? Hattest Du auch das Problem R?".


    Die Reaktionen von Frauen auf bridging ist normalerweise automatisches interagieren während es unter den Männer einige gibt, die tendenziell eher auswählen und wo Andreas dann antwortet: "Sorry wir reden grad über Fussball - Schau Dir zu *beliebiges einsetzen* doch die Webpage an. "


    ;)

    Ich weiß nicht, ob ich es richtig verstanden habe - wenn nicht, bitte korrigieren. Aber ich bin wohl so jemand, der da tatsächlich strikt trennt. Ich verstehe mich mit Frauen und Männern gut, aber Männer und Frauen sind grundverschiedene Wesen für mich und die Beziehungen, die ich zu ihnen aufbaue, unterscheiden sich entsprechend. Es gibt Dinge, über die würde ich mich z.B. nie mit Männern unterhalten. Und wann immer ich mit Männern interagiere, habe ich im Hinterkopf, dass ich mit 90%iger Wahrscheinlichkeit eine potentielle Sexualpartnerin für sie darstelle, was mein Verhalten ihnen gegenüber deutlich beeinflusst. Denn wann immer ich versucht habe, diesen Aspekt auszublenden und mit mit Männern genau so "unbefangen" zu agieren wie mit heterosexuellen Frauen, ist es eigentlich schief gegangen. Früher oder später haben heterosexuelle Männer dann immer sexuelles Interesse an mir entwickelt, dementsprechend vorsichtig verhalte ich mich da inzwischen.

    Zitat

    Vielleicht trifft es das für zumindest diesen Aspekt ganz gut: ich werde automatisch aufgrund meines Frauseins in eine Gruppe einsortiert (oder eine Gruppe meint, dass ich dort zugehörig wäre) und nicht aufgrund meiner Interessen, die aber in der Gruppe teilweise durchaus bekannt sind und die sich meist zu 80% eher mit denen der anwesenden Männer decken. Oder so. Und wenn ich mich da raussortieren will, muss ich das aktiv machen.

    Das trifft es ziemlich gut.


    Es ist auch nicht so, dass die Männer mich nicht dabei haben wollen sondern eher so, dass die Frauen automatisch erwarten, dass ich mich ihrer Gruppe anschließe. Komme ich in den Hörsaal, winken die Frauen aus der einen Sitzereihe schon. Setze ich mich dann in die "Männer-Reihe" (was manchmal schon aus dem simplen Grund geschieht, dass die näher an der Tür sitzen oder nicht erst x Leute aufstehen müssen, damit ich mich setzen kann), fragen mich die Frauen hinterher, warum ich nicht zu Ihnen gekommen bin.

    Zitat

    aber wenn Du das nicht willst ist das ja auch irgendwie doof? Für Dich und für die Frauen mit denen Du eigentlich keine Zeit verbringen willst, oder? Hast Du Dir von männlichen Langzeitfreunden mal ein Feedback dazu geholt?

    Klar ist das doof, sonst würde es mich ja nicht nerven. Die Frauen stört das wenig. Ist ja auch nicht so, dass ich die alle uneingeschränkt scheiße finde. Mit einigen komme ich durchaus klar und kann mich mit Ihnen unterhalten. Mich nervt hakt primär, dass ich eben aufgrund meines Geschlechts automatisch in diese Ecke gedrängt werde.


    Man sollte dazu sagen, dass mein Uni-Leben (in dem sich diese Geschlechtertrennung stattfindet) und mein langjähriges Sozialleben keinerlei Berührungspunkte haben und sich in zwei unterschiedlichen Städten befinden. Meine Jungs haben mit der Uni absolut nichts zutun.


    Die Leute in der Uni sind eher eine lose Zweckgemeinschaft mit denen man in der Uni seine Zeit verbring und ab und zu auch mal außerhalb der Uni was mache, kein enger Freundeskreis.


    Aber das ist mir halt erstmal aufgefallen, dass es doch irgendwie eine Geschlechtertrennung gibt.


    In meinem normalen Freundeskreis gibt es auch Frauen und mit denen komme ich gut aus, zwei davon sind tatsächlich auch Freundinnen für mich aber da ist halt alles wild durcheinander, jeder spricht mit jedem unabhängig von Geschlecht und Beziehungstatus. Da wird einfach viel unbefangner miteinander umgegangen. Die meistens Frauen in diesem Umfeld arbeiten aber auch in männedominierten Jobs, sind den alltäglichen Umgang mit dem anderen Geschlecht gewöhnt und Mäner eben nicht nur potentielle Sexual-/Beziehungspartner.

    Zitat

    fragen mich die Frauen hinterher, warum ich nicht zu Ihnen gekommen bin.

    Meiner Erfahrung nach hören auch Frauen mit sowas auf, wenn man ihnen sagt das man lieber mit der anderen Gruppe redet. Die eine oder ander - je nach Typ - zickt vielleicht etwas, aber da Du ja jetzt nicht so unbedingt was mit ihnen zu tun haben willst ist das ja nicht so wild und hört sicher auch schnell auf, wenn Du dann eben überwiegend bei den Jungs bleibst. Wenn Dein "ich häng lieber mit den Jungs als mit euch" Tatsachen entspricht ist das ja auch eine klärende Angelegenheit für alle?! Da sagt man halt einmal was wie: "sorry Leute ich fühl mich drüben wohler auch wenn ich euch alle ganz ok finde - nehmts mir nicht krumm." und gut is.

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    Die Leute in der Uni sind eher eine lose Zweckgemeinschaft mit denen man in der Uni seine Zeit verbring und ab und zu auch mal außerhalb der Uni was mache, kein enger Freundeskreis.

    Naja - das ist ja auch eher wieder normal. Viel an der Uni ist Zweckgemeinschaft. Freundschaften bilden sich oder eben nicht. Das hat aber doch mehr mit den gemeinsamen Zielen zu tun die eben auch Menschen unter ein Dach bringen, die persönlich nicht wirklich viel gemeinsam haben müssen. Ist wie im Arbeitsleben eben auch.

    Zitat

    Die meistens Frauen in diesem Umfeld arbeiten aber auch in männedominierten Jobs, sind den alltäglichen Umgang mit dem anderen Geschlecht gewöhnt und Mäner eben nicht nur potentielle Sexual-/Beziehungspartner.

    Dann liegt Dir wohl ein bestimmter Typus frau nicht, der an der Uni eben auch vorkommt. Wie gesagt - da musst Du Dich ja nicht anschliessen?! Bleib doch bei der Männertruppe?! Oder wollen die Dich nicht dabei haben?