Sind unsere Familien normal?

    Hallo,


    ich würde echt gerne mal wissen, ob es nur bei mir und bei meinem Partner so ist oder auch bei anderen.


    Ich bin nun 27 wohne noch zuhause mein Freund 28 wohnt auch noch zuhause und kommt aus dem Dorf ich aus der Stadt. Die Familienbeziehung ist und war bei uns beiden immer sehr eng. Also immer nur Urlaub mit Familie, Ausflüge, Feiern, Geburtstage ect.

    Ist ja alles nicht so schlimm und auch auf einem gewissen Maß ok.


    Nun ist mir seit den letzten zwei Jahren aufgefallen, dass wenn ich über das zusammenziehen rede, meine Mutter das nicht so toll findet. Ich weiß, sie will ihre Kinder immer bei sich haben aber irgendwann geht das halt nicht mehr. Man ist schließlich alt genug. Wenn ich ihr sage, sie hat doch auch in den Alter schon längst mit ihrem Mann allein gewohnt und sogar schon Kinder gehabt, aber das war eine andere Zeit heißt es dann nur. Mein Vater ist da locker lässt mich machen. Meine Mutter möchte WENN ich ausziehe, dass ich am besten in der selben Straße etwas finde. Bei meinem Freund ist das das selbe wenn nicht noch schlimmer. Da schaltet sich sogar die Oma ein und der Bruder der sagt, dass man das doch nicht schafft eine Wohnung zu bezahlen und die haben ein Haus warum sollte er so ein Luxus aufgeben und in eine kleine Wohnung ziehen. Die sind alle anti Wohnungen :|N Der Bruder sagt er soll die Mama nicht alleine lassen obwohl es ein Vater gibt. Aber der Bruder darf alleine wohnen ohne Partnerin.

    Irgendwie bin ich an dem Punkt gelangt, wo ich einfach meine Ruhe will und nicht ständig irgendein Familienmitglied ins Zimmer reinplatzt.


    Ich verstehe dann nicht warum die das nicht selber verstehen und vielleicht eher entgegen kommen und dabei helfen etwas passendes und günstiges zu finden. Wie lange soll das denn alles so weiter gehen? Manchmal schlafe ich bei meinem Freund mit Eltern im Haus und er schläft bei mir mit Eltern im Haus. Hauptsache es bleibt alles so wie es ist egal ob man 30, 40 oder 50 Jahre alt ist. Keiner spricht uns drauf an und bietet Hilfe an. Mir geht das Familienleben manchmal wirklich auf den Geist. Ich Frage mich wirklich langsam, ob dieser Irrsinn nur bei uns so ist und nur bei uns solche Steine in den Weg gelegt werden oder ob es doch normale Familienbeziehungen da draußen gibt? 8-(


    Ich kenne mein Freund seit 4 Jahren 2 Jahre haben wir uns erstmal kennen gelernt da war von zusammenziehen noch nicht so die Rede. Nun sind es 4 Jahre und für uns wird es langsam Zeit da wir die richtige Zweisamkeit wirklich nur im Urlaub haben oder bei Kurztrips ohne Störungen. Ich habe im Hotel gearbeitet seit letztem Jahr bin ich natürlich total in Kurzarbeit und habe natürlich im Moment nicht gerade viel Geld für eine Miete das stimmt, aber ich würde mir auch etwas anderes suchen um an dieses Ziel zu kommen. Aber Wohnungen besonders in der Stadt sind eben teuer das weiß ich, ich weiß aber auch, dass es Hilfen gibt. Mein Freund arbeitet bei der Ambulantenpflege aber nur 20 Stunden da er wegen seiner Erkrankung nicht Vollzeit arbeiten darf. Hat natürlich noch kosten wie Auto, Benzin, Versicherung ect. Das habe ich nicht. Trotz allem, denke ich das es doch eine Möglichkeit gibt etwas zu finden. Wo könnte man sich denn vielleicht wenden?

    Trotzdem will ich das beide Familien und wir glücklich sind und das alles harmonisch bleibt und keiner immer mit rein reden muss oder sein Senf dazugeben muss. Wir sind schließlich erwachsen und jeder fängt mal klein an auch wenn es nun mal am Anfang kein "Haus" ist. Ich wohne auch in eine Wohnung und mich stört es nicht. Aber diese Denkweise nervt so dermaßend überall müssen die sich einmischen.


    Wie ist das denn bei euch?

  • 92 Antworten

    Ich kenne das so nicht und ein Partner der mit 28 noch daheim gewohnt hätte, wär für mich nicht in Frage gekommen (außer natürlich es wird ein Elternteil gepflegt o.ä.). Zu dem Zeitpunkt war ich schon zehn Jahre in der eigenen Wohnung.

    Ich finde das auch ungesund.

    Ich kenne einen Mann, der nie ausgezogen ist, da seine Mutter das nie zuließ. Es hieß immer, dass sich keine Frau so gut um ihn kümmern könne wie sie.%-|

    Der Vater starb vor vier Jahren.

    Die Mutter ist jetzt 82 und der "junge Mann" 57.

    Wenn Mutti stirbt, dann muss er in seinem Alter von vorne anfangen und alles lernen, um überhaupt zurecht zu kommen.

    Furchtbar.

    was sagt denn dein Freund dazu ?

    Für mich wäre das auch nix. Ich bin zwar ein Familienmensch, aber ich zu Hause bin ich da, wo ich mit meinem Mann und unseren Kindern die Türe hinter uns zu machen kann.

    Ich bin mit 19 von zu Hause weggezogen. Erst wohnte ich in der Familie meines ehemaligen Klassenlehrers, vier Monate später zog ich meine eigene Wohnung. Ich hatte meinen Schritt nie bereut, weil ich in meiner Selbstständigkeit immens viel lernte. Mit meinem Freund zog ich sehr viel später zusammen.

    Für mich wäre das auch nichts gewesen. Ich bin mit 21 Jahren damals zu meinem Freund, jetzt meinem Mann, gezogen. Er war da 28 und hatte schon länger eine eigene Wohnung.

    Unsere jeweilige Bindung zu unseren Familien ist durchaus auch eng, und meinen Eltern ist es damals auch recht schwer gefallen, dass ich ausgezogen bin, und dann auch noch ein Stück weit weg. Aber sie hätten es mir niemals verboten oder schlecht geredet.

    Gut, meine Schwiegermutter hätte ihren Sohn auch gerne für sich behalten, hat aber nicht geklappt. ]:D Von ihm aus nicht.

    Mir hat der Auszug im Nachhinein auch sehr gut getan, bezüglich meiner Selbständigkeit. Ich bin schon recht behütet aufgewachsen.

    zahlt ihr denn zuhause etwas dafür, dass ihr da wohnt? nicht dass eure familien nicht auf diesen zuschuss verzichten möchten?! innerhalb eines einfamilienhauses kann man ja schlecht vermieten, wenn ihr mal raus seid. das nur so als Idee.

    ich rate dir ganz eindringlich und aus eigener Erfahrung:


    zieh so weit weg wie möglich, nicht in die selbe Straße, nicht in den selben Ort - ihr werdet sonst nie Ruhe haben! der Cut muss hart sein sonst gewöhnen sich die Glucken nie daran erwachsene Kinder zu haben, und spätestens wenn ihr selber Kinder habt wird das einmischen wieder mehr


    also geh mit Mut einen neuen Weg, der Kontakt bricht ja nicht ab

    Fiorentina2017 schrieb:

    Ich kenne das so nicht und ein Partner der mit 28 noch daheim gewohnt hätte, wär für mich nicht in Frage gekommen (außer natürlich es wird ein Elternteil gepflegt o.ä.). Zu dem Zeitpunkt war ich schon zehn Jahre in der eigenen Wohnung.

    Das sage ich zu meinem Freund auch immer. Wenn die anderen wüssten wie wir leben, würden die und alle auslachen X-\

    Bei ihm ist es etwas anders wegen seiner Erkrankung. Er war praktisch seine ganze Kindheit und Jugenzeit im Krankenhaus. Das schweißt nun mal die Familie zusammen. Er kriegt auch schon Rente und hatte lange Zeit keine Freundin gehabt. Klar, dass er dann zuhause wohnen bleibt. Ich konnte und kann ihn nicht verurteilen da ich selber ja noch zuhause wohne. Ich dachte eher damals: "Oh Cool, jemand der auf der selben Schiene ist wie ich und mich nicht verurteilt". Am Anfang war es auch gar nicht so schlimm aber jetzt ist halt der Punkt erreicht wo man einfach etwas eigenes will. Es sind wie gesagt eher die Familien die einen Bremsen weil man kein Streit will oder jemand traurig machen will.

    Mietzli schrieb:

    was sagt denn dein Freund dazu ?

    Für mich wäre das auch nix. Ich bin zwar ein Familienmensch, aber ich zu Hause bin ich da, wo ich mit meinem Mann und unseren Kindern die Türe hinter uns zu machen kann.

    Er will auch etwas eigenes und mit mir allein sein. Es gibt viele Tage wo er eben auch ziemlich genervt von seiner Familie ist besonders wenn's dann Streit gibt. Es sind halt wie gesagt eher unsere Eltern die eben Steine in den Weg stellen und ich will einfach das alles einen guten Weg nimmt und man sich einfach zusammen freuen kann ein neuen Schritt zu wagen mit eben der Unterstützung der Eltern, Geschwister etc. und nicht, dass dann die Oma anfängt zu heulen

    Sowas lässt mich dann wieder denken, dass ich die böse bin die alles kaputt macht. :-/

    Da liegt es eben bei dir/euch sich endlich auf die Hinterbeine zu stellen und für das einzutreten was euch wichtig ist.

    Ganz ehrlich, das mit der Rente ist ein Faktor, aber sicher kein absoluter Grund warum man nicht auszieht.

    Ich sag es so, hätte ich auch nur ansatzweise so lange daheim gewohnt, es hätte entweder eine (mich) oder zwei (meine Eltern) Leiche/n gegeben.

    Violetta22 schrieb:

    Also immer nur Urlaub mit Familie, Ausflüge, Feiern, Geburtstage ect.

    Ist ja alles nicht so schlimm und auch auf einem gewissen Maß ok.

    Wenns euch so Spaß machte, seh ich da auch kein Problem an einem gewissen Grad an "Unnormalität". Aber es macht euch ja keinen Spaß.

    Violetta22 schrieb:

    Nun ist mir seit den letzten zwei Jahren aufgefallen, dass wenn ich über das zusammenziehen rede, meine Mutter das nicht so toll findet.

    Das finden viele Eltern nicht toll, egal ob mit 18 oder 28, wenn das Zusammenleben schön ist. Da müssen sie durch.

    Violetta22 schrieb:

    aber das war eine andere Zeit heißt es dann nur.

    Ja und dann ist das Gespräch vorbei? Erwiderst du darauf gar nichts mehr?
    Wenn sie mit der Zeit argumentiert, in der man lebt, dann ist mit bald 30 Zuhause leben auch nicht üblich. Aber eigentlich gibt es da auch nichts zu argumentieren.

    Violetta22 schrieb:

    Ich verstehe dann nicht warum die das nicht selber verstehen und vielleicht eher entgegen kommen und dabei helfen etwas passendes und günstiges zu finden. [...] und nur bei uns solche Steine in den Weg gelegt werden oder ob es doch normale Familienbeziehungen da draußen gibt?

    Naja, das ist ja nun auch wirklich Aufgabe von dir und deinem Freund. Wieso sollten eure Familien da noch groß bei der Wohnungssuche mithelfen? Was gibt es da überhaupt viel zu helfen? Mal umhören, ob irgendwo was frei ist, joah, das könnte man mal machen. Aber aktiv Suchen ist eure Aufgabe. "Steine in den Weg" legen sie euch damit sicher nicht.

    Violetta22 schrieb:

    Trotzdem will ich das beide Familien und wir glücklich sind und das alles harmonisch bleibt und keiner immer mit rein reden muss oder sein Senf dazugeben muss.

    Ich fürchte, da wird es einiges an Beleidigtsein und vielleicht auch mal nen Streit geben. Da muss man durch, wenn man sich abnabelt. Manche mit 18, ihr eben jetzt.

    Violetta22 schrieb:

    Irgendwie bin ich an dem Punkt gelangt, wo ich einfach meine Ruhe will und nicht ständig irgendein Familienmitglied ins Zimmer reinplatzt.

    Das ist ja mal völlig daneben. Zeugt davon, dass die Familie das nicht als Mehrgenerationenhaus gleichberechtigter Erwachsener sieht, sondern die Kinder immernoch die "Kleinen" sind, wo mans ja machen kann.

    Madame Charenton schrieb:

    ich rate dir ganz eindringlich und aus eigener Erfahrung:


    zieh so weit weg wie möglich, nicht in die selbe Straße, nicht in den selben Ort - ihr werdet sonst nie Ruhe haben! der Cut muss hart sein sonst gewöhnen sich die Glucken nie daran erwachsene Kinder zu haben, und spätestens wenn ihr selber Kinder habt wird das einmischen wieder mehr


    also geh mit Mut einen neuen Weg, der Kontakt bricht ja nicht ab

    Ich weiß und das ist der Knackpunkt uns fehlt einfach der Mut den Cut zumachen und es einfach durchzuziehen ohne auf die anderen zu hören. Dann werden eben Tränen fließen oder es wird Streit geben, aber so sehen die eben dass es doch klappt. Ich vermute, dass sie denken, dass wir es einfach finanziell alleine nicht schaffen. Das ist die Sorge. Und wenn man es diesen Menschen nicht beweist, werden die es nie glauben und Vertrauen haben.