Ständige Zweifel an Beziehung / gegenseitige Abhängigkeit

    Hallo, ich (25, Studentin) habe immer wieder starke Zweifel an meiner Beziehung. Ich bin mit jemandem (21, auch Student) zusammen, mit dem ich von Anfang an eigentlich gar nicht zusammen sein wollte und ihm das auch immer so gesagt habe. Er hat aber immer weitergemacht, mich teilweise gegen meinen Willen (habe immer gesagt, er soll gehen) von der Uni bis nach Hause verfolgt und irgendwann habe ich, vielleicht weil ich auch ziemlich einsam war, nachgegeben oder mir das irgendwie schöngeredet ("er muss mich wohl wirklich lieben, wenn er so um mich kämpft"). Erst wollte ich zumindest nichts Festes, aber dann wurde es doch mit der Zeit sowas wie eine Beziehung. Ziemlich naiv, ich weiß. Obwohl sein Verhalten eigentlich von Anfang an in Richtung Stalking, ständiges Anschreiben usw. ging.


    Ich weiß nicht, wie ich da wieder rauskommen kann. Wir sind beide voneinander abhängig. Er ist so ziemlich mein einziger Kontakt in meiner Nähe. Ohne ihn hätte ich niemanden in meiner Nähe, mit dem ich mich treffen könnte und ich finde leider nur sehr schwer Freunde. Und er ist auch sehr auf mich fixiert, will niemand anderen treffen und sagt, er kann/will nicht mehr weiterleben, wenn er ohne mich ist oder mir was passiert.


    Die Beziehung engt mich ein und und ich empfinde keine richtige Liebe. Immer wenn ich versuche, mich von ihm zu lösen und das alles sage, macht er ganz viele Sachen, damit ich bei ihm bleibe, oder weint und ist verzweifelt und dann bricht es mir das Herz. Ich weiß, ich müsste an dem Punkt eigentlich stark bleiben und ihn lassen, aber ich schaffe es nicht.


    Ich bin seit ein paar Monaten mit ihm zusammen und ich habe auch fast niemandem davon erzählt. Ich schaffe das einfach nicht, weil ich die Beziehung eigentlich selbst gar nicht will. Ich habe ständig Angst, dass jemand das rausbekommt und mich für völlig naiv hält. Ich habe anderen zwar schon mal von ihm erzählt am Anfang, aber da waren wir noch nicht zusammen und ich habe erzählt, es gibt jemanden, der mich verfolgt/mit seinen Annäherungsversuchen belästigt. Ich schaffe es nicht, jetzt zu erzählen "ach übrigens, wir sind jetzt zusammen, obwohl ich das weiterhin eigentlich gar nicht wirklich will".


    Das ist alles eine große Belastung für mich. Ich führe ein Doppelleben. Meine Eltern und Freunde denken, ich bin Single. Ich schäme mich einfach, mit jemandem zusammen zu sein, mit dem ich eigentlich gar nicht zusammen sein will. Wem kann ich mich anvertrauen und wie schaffe ich es mich zu lösen?

  • 12 Antworten

    Dazu gehört ein Mors in der Büx. Konsequenz. Nur noch Dinge tun, die gut für einen sind.


    Person paßt nicht? Weg damit.


    Stalking? Beweise sammeln, anzeigen.


    Sollte das so sein, auch von der Familie und von Freunden um Unterstützung bitten. Mein Gott, man macht Fehler im Leben, Mors inner Büx haben und dazu stehen. Krone richten und volle Kraft voraus.


    Was bitte ist so schlimm zu sagen, ich habe mich in der Auswahl einen Freundes geirrt? Oder ist das ein Muster in der Familie, Dinge immer unter den Tisch zu kehren?

    Ich denke, du sollst dich trennen und schnell. Das ist emotionelle Erpressung was er da abzieht. Ein Stalker sollte man nie näher kommen lassen. Es kann übel ausgehen. Was passiert, wenn du jemand kennenlernst, den du liebst? Da du nicht mit ihm zusammen sein willst, ist auch einer deutliches Trennungsgrund.


    An der Uni gibt es viele Gelegenheiten Leute kennenzulernen. Besonders bei Gruppenarbeit/ Gruppenreferaten. Einer Study group ist auch keine schlechten Idee, um für die Prüfungen vorzubereiten. Eine Gruppe kannst du auch durch eine Zettel auf der Schwarzenbrett finden.

    Liebe Konny,

    Zitat

    [...]mit dem ich von Anfang an eigentlich gar nicht zusammen sein wollte[...]

    Zitat

    Die Beziehung engt mich ein und und ich empfinde keine richtige Liebe.

    Aus diesen und anderen Zitaten entnehme ich, dass Du diese Beziehung wirklich beenden willst?


    Davon gehe ich im Folgenden aus.

    Zitat

    Ich weiß nicht, wie ich da wieder rauskommen kann.

    Mach Dir bewusst, dass Du emotional erpresst wirst, und dass das nicht in Ordnung ist.


    Zur Information und näheren Auseinandersetzung habe ich u.A. diesen Artikel gefunden.


    Beenden kannst Du es - wenn Du dann wirklich soweit bist - nur durch kompletten Kontaktabbruch und absolute Konsequenz.


    Alles Gute für Dich! :=o

    Schon alleine die Tatsache, dass er dich von Anfang an gestalkt hat, bereitet mir ziemliche Kopfschmerzen.


    An deiner Stelle würde ich mich nicht nur trennen, sondern auch gewisse Sicherheitsvorkehrungen treffen. Deshalb Weihe unbedingt deine Familie und Freunde ein. Und überlege dir bitte genau ob du auch wirklich alleine(ohne soziale Kontakte usw.) in dieser StadtOrt bleiben willst.


    Lieber einmal zu vorsichtig, als das er dir etwas antut.

    Ich fühle mich auch jetzt die ganze Zeit kontrolliert. Mein Onkel hat z.B. Geburtstag oder ich habe eine Gruppenarbeit von der Uni und er schreibt mir die ganze Zeit, wo ich bin, was ich mache, obwohl er das eigentlich weiß. Er ruft an. Ich habe das Gefühl, er ist ständig misstrauisch oder hat (wie er sagt) Angst, dass mir was passiert. Wenn ich bei der Uni fertig bin, schreibt er mir die ganze Zeit, was ich jetzt mache, ob wir uns treffen. Wenn ich schreibe, ich bin müde oder muss noch was lernen, ist er direkt enttäuscht und schreibt nur noch sehr patzig zurück oder versucht mich trotzdem noch irgendwie zu einem Treffen zu bewegen. Leider schafft er das mit seiner Mitleidstour auch oft, also dass ich nachgebe.


    Also er ist schon rücksichtslos und denkt nicht daran, was mir gut tut. Andererseits ist er in anderen Situationen wieder übertrieben hilfsbereit, so dass es mir schon unangenehm ist. Wenn ich z.B. leichten Schnupfen habe, will er mir gleich 100 Sachen bringen und kaufen, so als würde ich fast sterben. Wenn wir einkaufen, muss er jede noch so kleine Tasche von mir tragen, damit ich nichts tragen muss.


    Ich komme damit überhaupt nicht mehr klar. Ich bekomme schon Depressionen und fühle mich überhaupt nicht mehr frei. Und ich denke bei allem, es ist ja meine Schuld, dass ich es so weit habe kommen lassen. Wenn er mir dann wieder so viel "hilft", denke ich, ich darf ihn nicht verlassen und bekomme Schuldgefühle. Wenn ich mit dem Finger schnipsen könnte und alles wäre ohne irgendwelche Konsequenzen vorbei oder wir hätten uns nie kennen gelernt, würde ich das sofort machen. Er macht auch nichts mit Freunden und will auch nichts mit anderen machen. Wegen der Beziehung habe ich mich schon von manchen Freunden distanziert, weil ich Angst habe, dass sie rausfinden, ich bin mit jemandem zusammen, den ich eigentlich schon als Stalker bezeichnet habe. Die Scham kann ich auf keinen Fall überwinden. Ich denke, dass mir meine Eltern (wohnen 100km weit weg) auch nicht helfen könnten, da meine Mutter nur übertriebene Sorgen hätte oder gleich hysterisch wird nach dem Motto, ich bin total naiv und kann nichts alleine.


    Beim Therapeuten habe ich angefragt, nur leider haben die in meiner Nähe alle längere Wartezeiten.


    Ich will diese Beziehung einfach nicht mehr, aber ich habe Angst vor Konsequenzen und lasse mich immer wieder einlullen. :( Problem ist auch, dass er in meiner Nähe auf der anderen Seite wohnt, uns trennt nur eine Brücke. Umziehen ist finanziell schwierig, ich war froh, als Studentin überhaupt eine kleine Wohnung zu finden, die meisten haben Studenten ganz abgelehnt als Mieter hier in der Gegend.


    Es gibt auch ständig irgendwas. Entweder Stress mit Klausuren oder ein Geburtstag oder ein Schicksalsschlag in der Familie, sodass ich die Trennung immer weiter aufschiebe... Ich schaffe das einfach nicht. :°( Ich stelle mir immer vor, wie frei mein Leben ohne ihn wäre, ohne dass, sobald mein Kurs fertig ist, jemand 20 SMS schreibt und mich zu einem Treffen drängt, selbst wenn ich total müde bin oder zu tun habe.

    Du mußt einfach mal konsequent Abstand davon nehmen, was andere machen oder tun.


    Du mußt Deinen Weg gehen. Wieso liest Du Schreiben? Jemand anderes kann nur rücksichtslos sein, wenn Du ne Einladung offen hast. Sprich antwortest, Diskussionen führst.


    Übernimm Doch einfach mal Verantwortung für 'Dich selbst. Du schreibst, Du studierst, dann sollte das Wort Reflektion doch kein Fremdwort sein.


    Solange Du dauernd schreibst, welchen Kram andere machen, schau mal in den Spiegel, Du machst Dinge, dass andere Sachen mit Dir machen können, also: werde erwachsen. Hat nichts mit sich wehren zu tun sondern einfach damit, hier ist Schluß. Keine Diskussion.


    Vor was hast Du denn solche Angst, Nägel mit Köpfen zu machen?

    Manchmal lösche ich das Programm, wo wir uns schreiben, nehme Anrufe nicht an, nur leider klappt das höchstens einen halben Tag. Danach habe ich wieder extreme Schuldgefühle oder habe Angst, dass er total verzweifelt oder sich was antut (so klingt das manchmal, wenn er sagt, er will lieber sterben, als ohne mich zu leben).


    Hat nichts mit Bildung oder Studium zu tun, sondern eher mit meiner Vergangenheit. Ich denke, das kommt daher, dass meine Mutter früher extrem schnell sauer auf mich war, ohne dass es einen Grund gab, und sie mich teils auch als Jugendliche immer kontrolliert hat und meine Privatsachen durchsucht hat. Sobald ich den kleinsten Widerstand geleistet hat, wurde das bestraft, sodass ich gelernt hab, mir viel gefallen zu lassen. Ich vermute, dass es daher kommt. Im Prinzip weiß ich in der Theorie viel, was ich anders machen müsste, ich schaffs nur einfach nicht. :-(

    Ein Therapeut würde sagen:


    Wenn jemand sagt, er will sich umbringen, dann ist das dessen Entschluss. Man selbst hat da keine Aktien drin.


    Keinerlei Diskussion darüber anbieten, diese ablehnen und emotionale Erpressungen sofort in die Schranken verweisen.


    Du brauchst wirklich einen Therapeuten, der Dir diese Dinge mal anders programmiert, Schuldgefühle mal löscht.


    Werde erwachsen.

    Nunja, Du schreibst ja selbst, was Dich bei ihm hält: Die Angst vor seiner Reaktion, dem Terror, der Dich dann erwartet und gleichzeitig hast Du niemanden, der Dich dabei unterstützt. Irgendwo ist es schon verständlich, dass Du das dann aufschiebst und aufschiebst. Hinzu kommt dann vielleicht auch noch wenig Vertrauen in Dich selbst, dass Du es dann auch schaffst, das durchzuziehen. Also, viel Drama, und dann bist Du doch keinen Schritt weiter. Und Du hast Dich ja erst kürzlich selbst hängen lassen, indem Du Dich gegen Deinen Willen überhaupt hast breitschlagen lassen.


    Ich denke, Du kannst dem Problem gleichzeitig an zwei Fronten begegnen: Erstens: verabschiede Dich von den Schulfgefühlen. Er ist für sich selbst verantwortlich, Du stehst in keiner Schuld ihm gegenüber. Wenn er die Dramaqueen geben möchte, ist das seine Entscheidung. Wenn er durch seine kleine, persönliche Hölle muss, bloß, weil Du mal keine Zeit hast, ist das ebenso seine Entscheidung. Du hast das schon ganz richtig erfasst mit der gegenseitigen Abhängigkeit. Das ist aber eine Dynamik, die Du auflösen kannst. Er ist für sich verantwortlich, aber Du auch für Dich.


    Die zweite Front ist darum auch, Dein Netzwerk zu erweitern. Ein Nebenjob, ein Uni-Sportkurs, eine Interessensgruppe, Dein Stuga, AstA, ... Die Uni ist voll mit Aushängen und alles sind Möglichkeiten, mit anderen in Kontakt zu kommen. Und behalte dabei immer im Hinterkopf, dass die anderen dort sich auch sehr dringend Kontakt wünschen. Aber da musst Du aus dem Quark kommen. Die Sachen dort, die man freiwillig macht, sind besser geeignet (gerade, wenn man nicht so schnell warm mit Leuten wird) als beispielsweise Gruppenarbeiten, wo man ja irgendwie miteinander arbeiten muss.


    Und Teil Deiner eigenen Verantwortung für Dich selbst ist eben auch die, Dich abzugrenzen. Und zu guter Letzt hilft es auch, zu seinen Gefühlen zu stehen. Das muss ja zu Beginn nicht der ganz große Wurf sein, wenn Du noch nicht bereit dafür bist. Aber beispielsweise: wenn Dich etwas nervt, dann sei auch einfach genervt. Wenn Du ihn da immer nach seiner Lust und Laube rumzaubern lässt und Deine tatsächlichen Gefühle unterdrückst, dann leistest Du ja quasi "seine Arbeit" des Dich-Unterdrückens schon selbst. Ihr arbeitet also beide Hand in Hand gegen Dich. Wieso?

    Und schalte deiner Handy aus, wenn du unterwegs bist.


    Deiner Freunde kannst du ja immer zurückrufen.


    So bist du eine Belästigung los. Seiner Nachrichten danach nicht lesen.


    Und mache Schluss. Und wie jemand oben schreibt - treffe Sicherheitsvorkehrungen. Ggf. erstmal bei jemand übernachten, dessen Adresse nicht kennt.


    Erklärt deiner Seminarleitern das Problem - die Vorlesungen sind ja online. Und fahre ein paar Wochen in der alte Heimat zurück.


    Seiner Telefonnummer kannst du blockieren.