Stehen Männer oft auf sozial/beruflich schwächer gestellte Frauen?

    Hallo,

    ich (w) hatte ein Gespräch mit einem Kumpel. Er meinte, Männer finden es nicht schlimm, wenn eine Frau arbeitslos ist oder nur einen Minijob hat. Viele Männer würden das sogar gerade gut finden, weil es den Beschützerinstinkt weckt, wenn man sozusagen höher als die Frau steht und ihr damit was bieten kann.

    Stimmt das? Geht der Trend nicht immer mehr zu symmetrischen Beziehungen (also beide beruflich oder bildungsmäßig ungefähr gleichauf?). Mein Kumpel meinte, Frauen, die einen guten/höheren Abschluss/Job haben, wären nicht so beliebt/attraktiv.

    Wie ist eure Erfahrung zum Thema? Oder auch an die Männer, die einen guten Job haben: Könntet ihr euch vorstellen oder fändet ihr es sogar gerade attraktiv, wenn die Frau arbeitslos oder nur einen Minijob hätte? Oder spielt für euch Job gar keine Rolle (egal ob 10 Jahre arbeitslos oder Chefärztin)?

  • 80 Antworten

    Deshalb interessiert es mich auch, wie das einzelne Männer sehen.

    Mein Kumpel hat es so dargestellt, als wäre das (von der Tendenz her) oft so, dass Männer es (wie ein natürlicher Trieb?!) immer noch gut finden, wenn sie den Ernäher/Beschützer spielen können, was sie bei so einer Diskrepanz in Sachen Beruf/Finanzielles/Ausbildung eben besonders könnten.

    Zitat

    "ist halt nicht so wichtig, solange sie gut aussieht und die Kommunikation stimmt".

    Kommunikation steht hier für die, äh, eher körperliche Komponente, oder?;-D


    Mag sein, dass es in bestimmten Schichten und in einer bestimmten Altersklasse solche Ansichten gibt. Das ist dann nicht "natürlicher Trieb", das ist dann einfach Gorillagegrunze.

    Also mein Mann findet Frauen ohne Arbeit gar nicht gut. Als wir zusammen waren hat er über meine Verdienste gemeckert (überdurchschnittlich hoch aber ihm nicht genug, weniger als ihm eben). Er meckert jetzt mit seine Freundin (gerade arbeitslos, gleiche Beruf wie ich aber weniger qualifiziert).


    Wir wohnen in einer WG und er meckert immer noch rum - ich habe gerade mein Job aus gesundheitlichen Gründen verloren - passt ihm gar nicht da wir immer, auch als wir noch zusammen waren, die Kosten 50/50 geteilt haben. Schwab eben.

    Wenn ein Mann meinte, bei mir den Ernährer/ Beschützer zu spielen, wäre es kein Mann für mich. Ich hatte immer das Bedürfnis, autark zu sein, idealerweise sollte mein Partner das Sahnehäubchen auf meinem Leben sein.


    Dass ich ein Sahnehäubchen mit Kirsche bekam, war wohl Bestimmung oder auch Glück. Meinen Mann hat es z.B. nie gestört, dass ich viele Jahre deutlich mehr verdient habe als er. Auch hat er sich nie an meinem höheren Bildungsabschluss gestört, so wie ich nie an seinem etwas niedrigeren. Und ich habe ihn nun gerade gefragt, arbeitslos oder mit Minijob auf Dauer wäre für ihn eher reizlos als Partnerin.

    Ich finde symmetrisch gut und zuviel dauerhafte Diskrepanz in beide Richtungen unattraktiv. Und ja, kommt sicher auf den einzelnen Mann und auf das Umfeld an. Bei wem sollen Frauen mit höheren Abschlüssen nicht attraktiv oder beliebt sein? Bei Männern mit vergleichbaren Abschlüssen? Bei Männern aus bildungsfernen Schichten? Bei allen Männern im Durchschnitt? Durchschnitt in Deutschland, Europa oder weltweit? Die Verallgemeinerung ist doch Quatsch.

    Ich könnte mir vorstellen, dass das wohl eher Männer mit einem eingeschränktem Selbstbewusstsein Partnerinnen eines niedrigeren sozialen Standes bevorzugen.

    Ich denke, bei der Partnerwahl gilt im wesentlichen das alte Sprichwort: "Gleich und Gleich gesellt sich gern ...".

    Alles andere regelt der Zufall.

    Ich denke das hängt davon ab.

    Ein Mann, der einen Konzern leitet oder ein Managergehalt bekommt, findet eine solche Frau sicher attraktiver, als ein Elektriker oder ein LKW Fahrer, der selbst sehr schlecht verdient und dann das Gehalt der Frau ausgleichen müsste, wenn sie zu Hause ist. Kann mir schon vorstellen, dass das so ist.

    Umgekehrt kann ich mir vorstellen, dass es diese Männer nicht gut finden, wenn die Frau mehr als sie verdient.

    Ich stehe auf intelligente Frauen, mit denen man sich unterhalten kann und die sich voll selbst versorgen können. Sie sollte auch in der Lage sein, einen ähnlichen Lebensstandard wie meinen mit Urlauben und Freizeitaktivitäten zu finanzieren.

    Das kommt komplett auf den Typ Mann an.

    Mein Ex kam nicht damit zurecht das ich mehr verdiene als er. Da kamen schon gerne mal so Sprüche wie "Du arbeitest ja gar nicht richtig sondern sitzt nur am Rechner"...


    Mein jetziger Freund ist da ganz anders. Ihm ist es egal wer wieviel Geld nach Hause bringt hauptsache es reicht zum leben.

    Ich denke, es hängt ein wenig mit dem ähnlich gelagerten Wunsch zusammen, dass der Mann größer als die Frau sein soll.

    Da steckt sicher Tradition und auch Entwicklungsgeschichte mit drin, dass der Mann eben "Ernährer" und "Beschützer" sein soll/will.


    Es spielt nur hier und heute gar keine so große Rolle mehr, so dass ich glaube, dass es nicht die Mehrheit der Männer ist, die bewusst oder unbewusst die Partnerin danach aussuchen.

    Da steht eine Beziehung auf "Augenhöhe" vermutlich weiter oben in der Statistik.


    Wenn einem Mann das wirklich wichtig ist, dann würde ich da, wie schon geschrieben, ein geringeres Selbstwertgefühl, als mögliche Ursache vermuten.


    Ich persönlich kann da aus eigener Erfahrung sagen, dass ich bei der angegebenen Konstellation das ehr als belastend für die Beziehung empfunden habe.
    Ein Job im Niedriglohnbereich oder Arbeitslosigkeit erzeugt oft eine Unzufriedenheit, unabhängig davon, ob der Partner für finanzielle Sicherheit sorgen kann oder nicht.


    Auch ist Geld viel häufiger Gesprächsthema, was nicht zwangsläufig zum Streit führt, aber das Streitpotential beim Thema Geld ist oft erhöht.