Streit wegen Katze

    hallo!


    ich habe ein Problem. Ich bin vor einem Monat mit meinem Freund zusammen gezogen, was eine sehr schnelle Entscheidung war, d.h. wir haben nicht lang gefackelt und es war auch die richtige Entscheidung und alles ist toll, also daran liegt es nicht. Wir lieben uns sehr sehr doll. Das Problem sind seine zwei Katzen. Die hat er sich vor einem Jahr angeschafft, nachdem seine letzte Beziehung in die Brüche ging und er nicht allein sein wollte.


    Dann kam ich unerwartet und ich bin kein Freund von Tieren im Haus. Ich hab erstmal darüber hinweg gesehen, dass er noch zwei mitbewohner hat, weil es mir ja um ihn ging. Mich haben aber die Katzenhaare und der dreck von anfang an genervt, so dass wir öfter bei mir waren als bei ihm.


    Da wir dieses hin und her schnell satt hatten, suchten wir kurzerhand eine gemeinsame wohnung und sind innerhalb eines monats dann auch schon umgezogen.


    Sobald die entscheidung fest stand, habe ich zu ihm gesagt, dass ich eigentlich nicht möchte, dass die katzen mitkommen, da ich auch noch eine allergie habe (die jetzt aber nicht allzu schlimm ist) (Breitbandallergiker). Aber diese Katzenhaare überall würden mich schon in den wahnsinn treiben. die verantwortung und alles und die zeit die tiere in anspruch nehmen, kann ich nicht bieten, deswegen hatte ich nie haustiere.


    er liebt seine jungs natürlich abgöttisch und blickt über alles hinweg, sind halt seine schmusetiger. ich hab vorschläge gemacht wo wir sie in der familie unterbringen könnten, weil ich ja auch möchte dass sie ein gutes zu hause haben und absolut nicht ins tierheim sollen!


    das ging ihm dann alles zu schnell innerhalb von vier wochen entscheiden zu müssen wo die beiden hinsollen, da sie auch nicht getrennt werden sollten, da es brüder sind. ja und der kompromiss war dann, dass er sagte, wir nehmen sie erstmal mit und gucken dann wie das klappt mit euch.


    ich fand das natürlich nicht gut, aber jedes mal wenn ich das thema katzen weg ansprach fing er fast an zu weinen so traurig wurde ihm bei dem gedanken sich zu trennen. und ich wollte auch nicht die fiese freundin sein, die sagt: entweder die katzen oder ich.


    ja nun muss ich seit einem monat mit ihnen zusammenleben. ich mag sie ja auch, aber mir ist auch an ihrem wohl gelegen. wir sind beide berufstätig und die beiden sind fast mehr als 8 stunden allein am tag. dementsprechend wollen sie immer viel aufmerksamkeit wenn wir nach hause kommen und stellen die wohnung auf den kopf wenn wir nicht da sind. sie sind einfersüchtig, weil mein freund mir jetzt mehr aufmerksamkeit schenkt als ihnen. sie dürfen jetzt nicht mehr ins schlafzimmer und kratzen und miauen die ganze nacht an der Tür.


    alle meine sachen sind voller katzenhaare, ich muss jeden tag saugen und saubermachen und es nervt mich tierisch. die beiden veranstalten so viel dreck und ich bin ein besonders reinlicher mensch. mich stört nur ein einziges haar!


    natürlich bin ich ein wenig lockerer geworden, weil ich es mittlerweile aufgeben hab nur hinterher zu putzen, aber es zerrt an meinen nerven. sie miauen den ganzen tag und die ganze nacht.


    immer wenn ich meinem freund gegenüber sage, dass mich das stört, sagt er nur: es ist doch schon besser geworden.


    er merkt es einfach nicht, aus liebe zu den tieren, obwohl er heute nacht auch schon sehr gereizt war, weil wir kein auge zu gemacht haben.


    ich weiß nicht, wie ich ihm beibringen soll, dass es uns und den katzen besser gehen würde wenn sie in ein zu hause kämen, wo sie mehr aufmerksamkeit und zeit bekämen. ich hab jetzt schon viel geld investiert für die beiden, für kratzbaum und spielsachen, damit sie sich während unserer abwesenheit beschäftigen können, aber das ist auch nicht das wahre meiner meinung nach.


    ich bin am ende und sehr verzweifelt, da mein Freund kaum verständnis zeigt. ein tierliebhaber und ein mensch der es vorzieht keine tiere zu halten sind halt schwer auf einen nenner zu bekommen.


    irgendwelche tipps? :-(

  • 85 Antworten

    Also ich mag Katzen habe auch eine und mein Mann hasst Katzen ;-)


    Punkt Ende Katze kommt nicht in die Küche oder die Schlafräume . Sie darf im Wohnzimmer und Badezimmer unten und im Flur rumlaufen aber Nicht in der Küche und den Schlafzimmern ;-) da muss ich für Sorgen dass die Türen immer zu sind ;-)


    Finde doch auch in der Art eine Regelung .

    Bei einer neuen Beziehung, in der die Katzen schon vorher vorhanden waren, gingen mir persönlich die Katzen vor. Dann würde ich mich für die Katzen entscheiden, wenn kein vernünftiger Kompromiss gefunden würde.

    Zitat

    ich weiß nicht, wie ich ihm beibringen soll, dass es uns und den katzen besser gehen würde wenn sie in ein zu hause kämen, wo sie mehr aufmerksamkeit und zeit bekämen.

    Lass es bleiben. Die Tiere waren vor dir da, sie anzuschaffen war sein Entscheid, es wäre kein feiner Zug, sie abzuschieben. mausi1988 hat gute Vorschläge gemacht, die um einiges erfolgsversprechender sind, wenn du wirklich mit deinem Freund zusammenleben möchtest.

    Zitat

    ich bin am ende und sehr verzweifelt, da mein Freund kaum verständnis zeigt. ein tierliebhaber und ein mensch der es vorzieht keine tiere zu halten sind halt schwer auf einen nenner zu bekommen.

    Das war doch im Grunde vor Eurem Zusammenziehen schon klar. Ich fürchte, der Fehler war, dass er hoffte, Du würdest Dich doch noch an die beiden gewöhnen, und Du hattest die Hoffnung, er würde sich von den beiden trennen können.


    Es läuft doch in der Tat darauf hinaus: Du oder die Katzen.


    Tipps kann ich schwer geben. Es gibt ja nur 3 Möglichkeiten: 1. Er gibt die Katzen ab - er wird traurig sein, Du glücklich. 2. Ihr behaltet die Katzen - er ist glücklich, Du wirst wahnsinnig. 3. Ihr zieht wieder in getrennte Wohnungen.


    Ihr müsst einfach mal offen miteinander reden, welche Lösung in Frage kommt und mit welcher Ihr beide auf Dauer am besten leben könnt.

    Zitat

    ich weiß nicht, wie ich ihm beibringen soll, dass es uns und den katzen besser gehen würde wenn sie in ein zu hause kämen, wo sie mehr aufmerksamkeit und zeit bekämen.

    Ganz ehrlich: Dir würde es ohne Katzen besser gehen. Ihm - vermute ich - nicht. Nichts an seinem Verhalten deutet für mich darauf hin, dass er sich von ihnen trennen möchte.

    Ich lese, hier sprechen nur engarierte Tierfreunde :D


    ich verstehe die meinung, dennoch finde ich, wenn einem was am wohl der tiere liegt sollte man abwägen ob es mit einer veränderung der lebensumstände noch für das wohl der tiere reicht. als er noch allein war, hatte er viel zeit sich um die beiden zu kümmern. jetzt müssen die beiden mit vielen verboten leben, sie dürfen nicht mehr ins schlafzimmer, nicht auf den tisch.


    hinzu kommt, dass wir viel unterwegs sind, wir fahren oft weg am wochenende, und in der woche sind wir abends auch öfter unterwegs. kurz gesagt, die tiger bleiben immer auf der strecke und machen mehr arbeit als dass man freude an ihnen hätte.


    ich finde, dass ist einfach nicht der sinn von katzenhaltung. man sollte schon zeit investieren, und diese zeit haben wir eben nicht.

    Hallo Susane,


    das gleiche Thema habe ich mit Hunden hinter mir. Mittlerweile kann ich mir kaum mehr vorstellen, selber einen Hund zu haben. Die Abhängigkeit ist schon enorm und die Gerüche auch. Früher habe ich das anders wahrgenommen. Doch nun bringen unsere Kinder ihren Hundewunsch jeden Tag vor und ihr Papa knickt wahrscheinlich bald ein ;-D

    Zitat

    ich hab vorschläge gemacht wo wir sie in der familie unterbringen könnten

    Haben die Katzen tatsächlich eine gute Möglichkeit, anderswo unterzukommen? Bei Freunden oder in der Verwandtschaft? Ist das jemand aus seiner Familie? Wie offen habt ihr mit anderen darüber gesprochen? Welche Regelung gibt es für den Urlaub?

    @ AlvaAva

    du hast vollkommen recht. ich hab es schon so oft angesprochen, aber er macht dann einfach dicht, weil er die realität garnicht mehr sieht. naja vielleicht finden wir noch einen kompromiss.

    Zitat

    Ich lese, hier sprechen nur engarierte Tierfreunde :-D

    Das glaube ich nicht. Du kriegst hier eher realistische Meinungen zu hören. Aber wahrscheinlich möchstest du lieber in deiner Haltung bestätigt werden.

    @ Grapefruitsaft

    wenn wir weg sind, kommt ein freund zum füttern vorbei der um die ecke wohnt.


    alle aus seinem freundeskreis haben katzen und waren total empört, dass er sie wegen mir weggeben sollte und es war nur unverständnis da.


    in meiner familie könnten nur draußenkatzen aufgenommen werden, aber da es sich um zwei BKH wohnungskatzen handelt, ist es schwer mit freigang, da ich angst habe, dass sie weg geschnappt werden könnten, da sie ziemlich viel wert sind. das ist mir einfach zu gefährlich.


    in seiner familie haben natürlich auch schon alle haustiere, deswegen wird es auch schwer sie dort unterzubringen, und dann ist noch das problem, dass wir sie nur im doppelpack abgeben können.


    kurz gesagt, es gestaltet sich echt schwer :(

    Ich finde es ein wenig grausam, dass du ihm die Katzen quasi wegnehmen willst. :-/ So schlimm sind doch ein paar Haare auch wieder nicht. ":/ Er liebt die Tiere und möchte sie in seinem Leben, wäre es für dich nicht vielleicht möglich, sie einfach als Teil von ihm zu sehen. Wenn du ein Haar von deinem Partner findest, kriegst du ja vermulich auch nicht gleich die Krise. ;-)

    Die Katzen waren vor Dir da und Du hast letztendlich eingewilligt, mit ihnen zusammenzuziehen. Ich denke, Dein Freund setzt seine Hoffnungen darauf, dass damit quasi das Thema stillschweigend schon entschieden ist und er das nur noch aussitzen muss.

    Zitat

    ich weiß nicht, wie ich ihm beibringen soll, dass es uns und den katzen besser gehen würde wenn sie in ein zu hause kämen, wo sie mehr aufmerksamkeit und zeit bekämen.

    Ich denke, da flunkerst Du Dir ein bisschen selber in die Tasche. Dir ginge es besser und Du suchst Rechtfertigungen dafür. Den Katzen ginge es mMn nicht besser, würden sie ihr Zuhause, ihren Bezugsmenschen verlieren und Deinem Freund auch nicht, wenn er gegen seinen Willen seine Haustiere abgeben muss. Ich würde versuchen, einen Kompromis zu finden.


    Katzenhaare sind fürchterlich anhänglich; wir haben einen Raum, in den die Katzen nicht hinein dürfen und dort bewahren wir all die Kleidung auf, die nicht kontaminiert werden soll. Sich dort morgens anziehen und einmal durchs Haus gehen ist kein Problem, die bleiben sauber. Abends zieht man sich dort dann eben wieder um. Für den Rest gibt es Kleiderbürsten.


    Bis die Katzen die geschlossene Schlafzimmertür akzeptieren, kann es eine Weile dauern. Ich empfehle Ohropax oder die Katzen nachts erst einmal in einem anderen Raum ohne direkten Zugang zur Schlafzimmertür unterzubringen. Für gewöhnlich akzeptieren sie es irgendwann. Das wird meiner Erfahrung nach für alle Einschränkungen gelten, die ihr neu einführt. Du musst bedenken, dass die Wohnung eben auch das Zuhause eurer Katzen ist und es für sie nicht verständlich ist, warum sie sich dort plötzlich nur noch eingeschränkt bewegen dürfen. Aber man kann sich arrangieren.


    Wenn Du die Katzen wirklich für unausgelastet hältst, kannst Du Deinem Freund ja mal Klickern für Katzen zeigen, das ist eine tolle Art, sie zu beschäftigen.


    Oder ihr zieht wieder auseinander. Dass Du Dich so wahnsinnig unwohl in Deinem eigenen Zuhause fühlst, ist ja auch nicht schön. Die Katzen abzugeben hielte ich aber für die allerschlechteste Lösung, die mMn ein ungünstiges Licht auf Dich und Deinen Freund werfen würde. Tiere sind kein Spielzeug und kein Hobby, das man einfach so mal wieder aufgeben kann.

    Menschen schaffen sich aus ganz bestimmten Gründen Tiere an und hängen auch meist sehr an ihnen. Tiere akzeptieren einen, wie man ist, sind schlau genug, Stimmungsschwankungen zu erkennen und geben viel Lebensfreude bzw. zwingen ihn auch dazu, rauszugehen.


    Ich habe z.B. einen Hund und würde niemals einen Partner haben können, der Tiere ablehnt. Aber genau sowas klärt man vorher und erwartet nicht, daß der Partner sich von dem Tier/den Tieren trennt. Man kann natürlich Kompromisse eingehen und Räume tierfrei halten, ma kann mal kurz durchsaugen oder beim Fellwechsel intensiver kämmen usw. Aber im Prinzip ist das Projekt Tierliebhaber/Tierhasser nicht kompatibel. Denn wenn er jetzt wirklich seine Tiere abgeben würde, dann könnte er es dir in späteren Streitgesprächen immer aufs Brot schmieren.

    ja ich merk schon, dass ich eigentlich das problem bin und nicht die katzen :(


    is halt nur nervig dass es auf dauer immer zwischen uns steht, da ich meine "Genervtheit" nicht dauerhaft unterdrücken kann.


    letztes mal war ich so verzweifelt dass ich den ganzen nachmittag geheult hab.


    ich stell mich echt an, aber manche eigenschaften kann man auch nicht einfach abstellen.


    es ist nicht einfach. :-X

    Guten Morgen Susane

    Es wird, egal wie Du Dich entscheidest, nur ein Kompromis mit schweren Verlusten sein.


    - Bleiben die Katzen bei Euch - leidest Du.


    - Gebt Ihr die Katzen weg, wird Er Dir das, lange sehr lange, immer wieder vorwerfen.


    Einen Menschen ändern zu wollen, gelingt nie und geht immer auf Kosten des Menschen.


    Ich bin weder Tierfreundin, noch Menschenfeindin.


    Adam und ich haben zwei Söhne in Deinem Alter, Adam hatte als Kind einen Hund im Elternhaus, ich hatte Katzen und Kanarienvögel.


    Nun möchte der jüngere Sohn mit seiner Ehefrau zusammen einen Hund und wir sollen gelegentlich auf den Hund aufpassen. Adam hat sehr deutlich und klar gesagt, dass dies NICHT in Frage kommen werde.


    Adam geht in vier Jahren in Rente, wir haben kein Haus, keinen Garten, wir sind unabhängig und frei. Diese Freiheit haben wir uns erarbeitet und lassen es nicht zu, das sie uns jemand wegnimmt.


    Für Dich ist es sicher ein sehr schwerer Entscheid, aber wenn Dein Nickname den Jahrgang enthält, dann wirst Du noch sehr lange leben dürfen.


    Und dieses Leben gehört Dir!


    Es gehört Dich Deinem Freund und seinen Katzen!


    Alles Gute und egal wie Du Dich entscheiden wirst, es wird ein guter Entscheid sein, denn Du arbeitest daran und denkst darüber nach.


    Liebe Grüsse


    Evi