Streit wegen Kleinigkeiten

    Hallo zusammen @:)


    Vielleicht habt ihr ein paar Tipps für mich. Momentan hab ich das Gefühl, dass ich mich wegen jeder Kleinigkeit mit meinem Partner in die Haare kriege.


    Mein Freund arbeitet sehr viel und ist beruflich gerade sehr unter Druck. Er behauptet zwar immer das Gegenteil, aber er ist abends immer sehr gereizt, wenn er nach Hause kommt.


    Mir macht momentan die Gesamtsituation zu schaffen. Bisher habe ich versucht, das beste aus Corona zu machen, positiv zu bleiben. Gerade schaffe ich das aber nicht wirklich und ich hab das Gefühl, die Situation ermüdet mich. Wenn ich von der Arbeit heim komme, bin ich gestresst und kaputt und es kostet mich sehr viel Kraft und Energie, meinen Aufgaben nachzukommen und mein Training regelmäßig durchzuziehen.


    Somit habe ich das Gefühl, wir sind beide momentan sehr dünnhäutig. Wenn ich meinen Partner frage, ob er mir beim Kochen hilft, antwortet er nur patzig, dass er müde ist. Erwarte ich mir, dass er mir beim Spülen hilft, ist er genervt und sagt, ich würde ihn herum kommandieren.


    Normalerweise war das nie ein Thema bei uns, wir arbeiten beide und er war immer froh, wenn ich ihn darauf hingewiesen habe, was noch zu machen ist. Manche Sachen sieht er einfach nicht und von daher wars immer ok. Tue ich das jetzt, ist er direkt genervt.

    Sage ich nichts, bin ich gereizt, weil ich alles alleine machen muss und das Gefühl habe, ich räume ihm den ganzen Tag hinterher.


    Mir fehlen auch unsere Gespräche, die wir sonst immer hatten. Momentan dreht sich gefühlt alles nur um den Alltagskram und am Ende vom Tag sind wir beide genervt.

    Irgendwie können wir uns gegenseitig gerade gar nichts recht machen. Zumindest unter der Woche. Am Wochenende sind wir dann einigermaßen entspannt, sind viel zusammen an der frischen Luft, kochen zusammen, führen Gespräche. Da ist es auf einmal kein Problem. Kaum ist Montag, fängt alles von vorne an.


    Was können wir tun, um aus dieser Spirale rauszukommen?

  • 24 Antworten
    julejuly schrieb:

    Was können wir tun, um aus dieser Spirale rauszukommen?

    julejuly schrieb:

    Mir fehlen auch unsere Gespräche, die wir sonst immer hatten. Momentan dreht sich gefühlt alles nur um den Alltagskram und am Ende vom Tag sind wir beide genervt.


    Irgendwie können wir uns gegenseitig gerade gar nichts recht machen. Zumindest unter der Woche.

    Genau das so wie geschrieben ansprechen.

    Zitat

    Genau das so wie geschrieben ansprechen.

    Habe ich gestern Abend gemacht, hat nicht funktioniert. Ich habe mich bemüht, ruhig zu sprechen. Er hat das aber direkt als Angriff aufgefasst und gereizt reagiert. Dann hab ich mich angegriffen gefühlt und auch gereizt reagiert. Das ist ja das Problem, aus dem ich raus will. Weiß nur gerade nicht wie, weil jedes Gespräch aufs selbe hinaus läuft.

    1. Wie geschrieben die Dinge ansprechen. Nicht über den Abwasch und das Kochen diskutieren, sondern darüber, wie es sich gerade anfühlt.

    2. Warum ZWINGST Du Dich zu Sachen wie Training, wenn Du vielleicht gerade mal nicht magst? Kann hilfreich sein, kann aber auch zu viel Negatives sein.

    julejuly schrieb:

    Irgendwie können wir uns gegenseitig gerade gar nichts recht machen. Zumindest unter der Woche. Am Wochenende sind wir dann einigermaßen entspannt, sind viel zusammen an der frischen Luft, kochen zusammen, führen Gespräche. Da ist es auf einmal kein Problem. Kaum ist Montag, fängt alles von vorne an.

    Dann könntet ihr das doch am WE auch mal besprechen, wie ihr das unter der Woche schafft. Unter der Woche, wo ihr sowieso beide gereizt seid, macht es eher weniger Sinn.

    Vielleicht macht ihr euch einen Haushaltsplan und legt fest, wer was macht. Der Plan ist dann verbindlich und es wird nichts auf den nächsten Tag verschoben.


    Wenn dich dein Training momentan nervt, dann lass es erstmal weg oder reduzier etwas. Setz dich lieber mit dem Freund aufs Sofa und schaut Netflix.


    Und was meinst du mit "Aufgaben"? Auch hier würde ich mir eine To-do Liste machen und maximal eine Sache pro Tag.


    Vielleicht hilft euch einfach etwas mehr Struktur und Planung. Und ganz wichtig: Auszeiten. Zum Beispiel Essen bestellen, anstatt Kochen.

    Zitat

    1. Wie geschrieben die Dinge ansprechen. Nicht über den Abwasch und das Kochen diskutieren, sondern darüber, wie es sich gerade anfühlt.

    Habe ich gestern ja versucht. Aber selbst das ist falsch angekommen und er hat sich sofort angegriffen gefühlt. Dabei ging es ja nicht um ihn persönlich, sondern wie sich das für mich anfühlt.


    Zitat

    Dann könntet ihr das doch am WE auch mal besprechen, wie ihr das unter der Woche schafft. Unter der Woche, wo ihr sowieso beide gereizt seid, macht es eher weniger Sinn.

    Hatten wir gerade am Samstag besprochen. Hat nur einen Tag gehalten und gestern war alles besprochene wieder vergessen.


    Zitat

    Vielleicht macht ihr euch einen Haushaltsplan und legt fest, wer was macht. Der Plan ist dann verbindlich und es wird nichts auf den nächsten Tag verschoben.

    Haben wir auch schon versucht. Ich hab meinen Plan dann eingehalten, mein Freund hat es dann auf den nächsten Tag verschoben, weil er müde war, keinen Bock hatte, gestresst, usw.

    Am nächsten Tag musste er dann länger arbeiten und konnte deswegen nicht und und und. Bis ich es dann selbst gemacht habe.


    Zitat


    Und was meinst du mit "Aufgaben"? Auch hier würde ich mir eine To-do Liste machen und maximal eine Sache pro Tag.

    Ich hab meine To-Do Listen, die ich am Vorabend kurz notiere, was zu tun oder erledigen ist, damit ich nichts vergesse. Für mich klappt das auch sehr gut.


    Zitat

    Wenn dich dein Training momentan nervt, dann lass es erstmal weg oder reduzier etwas. Setz dich lieber mit dem Freund aufs Sofa und schaut Netflix.

    Ich hab mein Training bereits reduziert. Ganz lassen will ich es aber nicht, weil es mir ja im Nachhinein gut tut und bei meinem Bürojob auch dringend nötig hab. Manchmal überwinde ich meinen Schweinehund und zieh durch, manchmal lasse ich 5 gerade sein und Netflix gewinnt ;-D

    julejuly schrieb:
    Zitat

    1. Wie geschrieben die Dinge ansprechen. Nicht über den Abwasch und das Kochen diskutieren, sondern darüber, wie es sich gerade anfühlt.

    Habe ich gestern ja versucht. Aber selbst das ist falsch angekommen und er hat sich sofort angegriffen gefühlt. Dabei ging es ja nicht um ihn persönlich, sondern wie sich das für mich anfühlt.

    Klingt so, als ob Du, sobald er gereizt reagiert, gleich aufhörst mit dem Thema. Also den "richtigen Streit" eventuell verhinderst bevor es wirklich dazu kommt. Umgekehrt ists vielleicht genauso.



    Eine Beziehung braucht auch eine gesunde Streitkultur. Manche müssen die erst erlernen, gerade wenn man eher vom Harmonietyp ist und Streit lieber vermeidet und den Frust in sich hineinfrisst.


    Im Buch "Lob der Vernunftehe" fand ich das ganz gut erklärt, ich bin nämlich jemand der sich nicht streiten kann. Vielleicht weiß auch jemand eine Quelle die sich noch mehr mit dem Thema beschäftigt, in dem Buch ist das nur ein Unterkapitel (dennoch fand ichs hilfreich).


    Pläne und ToDo-Listen einzuführen finde ich schwierig als Lösung für dieses Poblem. Wenn er durch die aktuell angespannte Situation bereits die bisher existierenden "Hinweise" auf die ToDos als herumkommandieren empfindet, ist so eine Liste ja noch hundermal schlimmer. Damit sagt man noch viel deutlicher "das und das hast Du zu tun". Wenn das Thema besser besprochen und verstanden ist, könnte so eine Liste aber tatsächlich das Ergebnis sein, wenn beide auf die Idee kommen, dass es damit funktionieren könnte. Aber einseitig eine Liste einzuführen empfinde ich erstmal eher eskalierend.

    Hallo julejuly,


    ich glaube, ich kann Deine Situation recht gut nachvollziehen. Bei uns ist es mein Partner, der derzeit in der Woche (am Wochenende ist es meistens besser) sehr oft schlecht drauf ist, reizbar, schnell genervt...

    Das rührt Alles von seiner Arbeit her und er weiß auch, dass es an ihm liegt, dass es derzeit nicht sooo dolle zwischen uns läuft. Ich brauche nur "falsch zu atmen" und er ist genervt.

    Zwischendurch meinte er schon, dass es vielleicht besser sei, sich mittelfristig zu trennen, weil er sich mir nicht so dauerhaft zumuten will.


    Ich sehe zu, dass ich ihn möglichst wenig anspreche, wenn er schlecht drauf ist. Das hilft schon manchmal. Und dann kommt er auch manchmal von sich aus auf mich zu.


    Wäre das vielleicht auch eine Idee? Löst das Problem nicht, aber sorgt vielleicht dafür, dass ihr nicht noch häufiger aneinander geratet.....

    Zitat

    Klingt so, als ob Du, sobald er gereizt reagiert, gleich aufhörst mit dem Thema. Also den "richtigen Streit" eventuell verhinderst bevor es wirklich dazu kommt. Umgekehrt ists vielleicht genauso.

    Ich höre dann eben nicht auf. Das ist ja auch ein Problem. Er reagiert gereizt und mit allem, was er dann sagt, habe ich das Gefühl, dass er mich provoziert. Dann muss ich aufpassen, dass ich nicht sauer werde, weil ich eben auch gereizt bin.


    Oder aber er erstickt die Diskussion im Keim in dem er sagt, dass er keine Lust zu diskutieren hat und geht schlafen. Das nervt mich aber auch, weil ich ein Mensch bin, der Dinge vor dem Schlafen gehn geklärt haben will.


    Von To-Do Listen hält mein Freund überhaupt nichts und amüsiert sich auch manchmal über meine. Ich hingegen liebe Listen :-)

    MobbyDick schrieb:

    Zwischendurch meinte er schon, dass es vielleicht besser sei, sich mittelfristig zu trennen, weil er sich mir nicht so dauerhaft zumuten will.


    Ich sehe zu, dass ich ihn möglichst wenig anspreche, wenn er schlecht drauf ist.

    Aber das ist doch keine Beziehung. Jedenfalls keine schöne %:| Da haben wir Frauen heutzutage schon die Möglichkeit unsere eigenen Wege zu gehen ohne uns gesellschaftlich zu zerstören und verharren immer noch in solchen Beziehungen aus wie die Opferlämmer.

    Zitat

    Hallo julejuly,


    ich glaube, ich kann Deine Situation recht gut nachvollziehen. Bei uns ist es mein Partner, der derzeit in der Woche (am Wochenende ist es meistens besser) sehr oft schlecht drauf ist, reizbar, schnell genervt...

    Das rührt Alles von seiner Arbeit her und er weiß auch, dass es an ihm liegt, dass es derzeit nicht sooo dolle zwischen uns läuft. Ich brauche nur "falsch zu atmen" und er ist genervt.

    Oje, so fühlt es sich für mich auch an. :)_

    Mein Freund weiß auch, dass es an ihm liegt und er kommt dann auch am nächsten Tag wieder auf mich zu und entschuldigt sich. Was ich ihm ja auch anrechne. Aber oft ist es am selben Tag abends dann halt wieder dasselbe.


    Zitat

    Ich sehe zu, dass ich ihn möglichst wenig anspreche, wenn er schlecht drauf ist. Das hilft schon manchmal. Und dann kommt er auch manchmal von sich aus auf mich zu.


    Wäre das vielleicht auch eine Idee? Löst das Problem nicht, aber sorgt vielleicht dafür, dass ihr nicht noch häufiger aneinander geratet.....

    Teilweise mach ich das eh schon, teilweise aber auch nicht, weil ich es nicht einsehe, mich immer zurück zu nehmen. Ich hab auch Sorgen oder Sachen die mich beschäftigen, gerade in der aktuellen Situation. Klar kann ich das auch mit meinen Freundinnen besprechen, aber ich will auch Anteil am Gefühlsleben von meinem Partner haben und umgekehrt und nicht immer hoffen, dass ich das am Sonntag loswerden kann, weil es ihm da gerade besser geht ":/

    Braunesledersofa schrieb:
    MobbyDick schrieb:

    Zwischendurch meinte er schon, dass es vielleicht besser sei, sich mittelfristig zu trennen, weil er sich mir nicht so dauerhaft zumuten will.


    Ich sehe zu, dass ich ihn möglichst wenig anspreche, wenn er schlecht drauf ist.

    Aber das ist doch keine Beziehung. Jedenfalls keine schöne %:| Da haben wir Frauen heutzutage schon die Möglichkeit unsere eigenen Wege zu gehen ohne uns gesellschaftlich zu zerstören und verharren immer noch in solchen Beziehungen aus wie die Opferlämmer.

    Das stimmt schon, aber ich weiß umgekehrt auch, dass es sehr sehr schön mit ihm sein kann und wir uns generell auch sehr gut verstehen. Kann seinen Frust aus dem Job auch gut nachvollziehen und hoffe einfach, dass er sich da wieder "fängt".....

    Probleme lösen sich selten von allein. Und wenn man die Kleinigkeiten alle ungeklärt lässt, summiert sich das irgendwann zu einem Berg, der eine Beziehung gefährdet. Das muss nicht sein.


    Jedes Paar braucht eine GEMEINSAME Strategie, wie man miteinander redet und wie man Probleme löst. Bevor ihr also versucht, das eigentliche Problem anzugehen, z.B. wer kocht, müsst ihr zwei wohl mal einen Weg finden, wie ihr drüber redet. Die viel zitierten Ich-Botschaften sind wichtig. Nicht "Du solltest mal..." Sondern "ich würde mir wünschen..." oder "mir fehlt..." und dann bittet man den Partner um Lösungsvorschläge. Und wenn er To-Do Listen ablehnt, dann wird er hoffentlich andere Lösungen haben...


    Thema kochen z.B. Mich irritiert es, dass es Dir beim kochen helfen soll. Sind beide berufstätig, dann ist das doch eine Aufgabe für beide. Aber bei Euch scheint das Deine Aufgabe zu sein, bei der er nur helfen muss, wenn es ihm passt oder Dir schlecht geht? Formulier das klar als Deinen Wunsch: Ich möchte das Esse nicht allein machen, ich möchte nur noch jeden zweiten Tag kochen, was schlägst Du vor? Binde ihn in die Lösungsfindung mit ein. Sätze wie "ich finde es blöd, dass Du nie kochst", vertragen sensible Persönlichkeiten eher nicht, auch wenn genau das den Nagel auf den Kopf trifft.


    Sowas sollte man - das merkst Du selbst - in einer ruhigen Stunde klären. Das braucht Zeit und einen kühlen Kopf. Ob ihr abends müde seid, erschöpft oder vor Hunger unterzuckert, sich dann abends anzuzicken, wer nun was macht, bringt nichts. Wenn Du in so einer Situation nun unbedingt vor dem schlafen gehen noch ein Problem ausdiskutieren möchtest... Laß es! Aber dann darf man am Wochenende dem Streit nicht aus dem Weg gehen, nur weil's gerade so schön harmonisch ist.