Streitpunkt: "Kinder kriegen" (Zeitpunkt, Reife?)

    Hi...


    Seit 3.5 Jahren bin ich mit meiner Verloben zusammen, wohnen seit 2 Jahren zusammen, heiraten nächstes Jahr kurz vorm 4 jährigen.


    In den letzten Monaten ist leider ein Streit Thema: Sie will Kinder. Unbedingt. "Am besten gestern"...


    Ich will auch auf jeden Fall mal Nachwuchs haben und auch mit ihr. Das steht außer Frage. Darüber hatten wir "zu Anfang" schon mal gesprochen und weit in die Zukunft geguckt...auch schon mal Namen überlegt für nen Jungen oder ein Mädchen :-)


    Aber wir sind nun beide gerade 27, stehen seit kurzer Zeit erst fest im Job (nach Viel hin und her).


    Und ich weiß einfach nicht, ob ich bereit dazu bin.


    Einmal "bereit" dazu, meine & unsere Freiheiten aufzugeben, wo sich gerade mal gerade Alles einpendelt..


    Und ob ich bereit/reif genug bin, um tatsächlich Vater zu sein, mich um einen Säugling zu kümmern und ein Kind zu erziehen... (!!) Ich habe keine kleinen Geschwister bei denen ich das Ganze mal hätte mitbekommen können; Sie hat einen 10 Jahre jüngeren Bruder...


    Klar, ich muss gestehen von mir spielt da ein gewisser Teil Unsicherheit und auch "Angst" rein.. Ich bin vielleicht auch "zu bequem", um aus den ganzen Abläufen wieder auszubrechen, die meinem Leben halt einen Rahmen geben (Arbeit, Haushalt, Freizeit, Hobbys)...


    Fakt ist halt, So ein Kind krempelt einfach alles um!


    Sie sieht all das nicht so. Spätestens nach der Hochzeit soll es losgehen, sprich Anfang 2018 soll der Krümel da sein.


    Sie kann meine "Gründe" gar nicht nachvollziehen und ich fühle mich da auch einfach nicht respektiert.


    Sie WILL nicht mehr länger warten. "Frauen sind da nicht so wie Männer - Ihr könnt ja mit 50 noch"...wäre sie 37 und hätte Torschusspanik könnte ich das ja verstehen...


    Aber so ist sie einfach in diesem "ich will" fest gefahren, wenn es zum Thema wird, kommt es schnell zum Streit, der ein paar graue Tage nach sich zieht...


    Ich finde keine Kompromissbereitschaft, wenn ich sage noch 2-3 Jahre zu warten.(?)


    Ich will mich in so etwas wichtigem auch nicht "übergehen lassen" - ich muss danach immerhin auch die Verantwortung mittragen!


    Ich weiß einfach nicht, wie wir auf einen grünen Zweig kommen sollen...wie man über das Thema KONSTRUKTIV und MITEINANDER sprechen kann...


    Ich würde auch gern wissen, ob ich selbst einen Fehler begehe, versuche das nicht nur bei ihr zu suchen, aber im Moment ist es einfach festgefahren...


    Habt ihr ähnliche Erfahrungen und welche Tips habt ihr, welche "Lektion gelernt"?

  • 197 Antworten

    Wenn deine Freundin so denkt wie ich, hat sie Angst, dass es garnichtmal so schnell geht mit dem kleinen Bobbel.


    Es kann sein, dass man innerhalb von einem Monat schwanger ist...oder man probiert 2 Jahre lang.


    Hat sie gesundheitliche Probleme? Schilddrüsenunterfunktionen/Hashimoto verschlechtern bei schlechter Einstellung die Chancen... ich rechne das bei meinem Kinderwunsch mit ein.


    Auch wenn sie 2018 die Pille absetzt, heißt es nicht automatisch, dass sie sofort schwanger wird.


    Es kann bis zu einem Jahr dauern, ehe man wieder normal hormonell tickt und Kinder kriegen kann.


    Ich empfehle dir ein offenes Gespräch, frag sie, warum so früh, sie wird dir ihre Gründe nennen. Vielleicht hat sie auch immer geplant nicht zu alt Mutter zu werden, rede mit ihr über deine Wünsche und Bedürfnisse. Vielleicht verschiebt ihr es um 1 Jahr und dann sind bis das Bobbelchen da ist, schon 3 Jahre vergangen.


    Nachvollziehen kann ich es...aber es gibt Kompromisse.


    Ich muss so einen auch eingehen, da mein Freund jetzt studieren will ab nächstem Jahr (ich bin 26 gerade, wollte aber mit 30 spätestens Mutter werden, lieber mit 28/29, ich finde das ist das perfekte Alter...man ist noch nicht zu festgefahren in seiner Arbeit, kann dem Kind aber etwas bieten, auch an Lebenserfahrung...)

    Zeitpunkt, Reife…Verantwortung?

    Hallo hugolm,


    wie ist das gemeint?

    Zitat

    Ich will mich in so etwas wichtigem auch nicht "übergehen lassen" - ich muss danach immerhin auch die Verantwortung mittragen!

    Überlässt du die Verantwortung bei der Verhütung alleine ihr oder bist du auch selber aktiv und verhütest z.B. mit Kondomen?

    Was ist denn in 2, 3 Jahren großartig anders? Wenn du jetzt "Angst" hast vorm Kinder bekommen, den Veränderungen und der fehlenden Zeit für dich/euch, wieso solltest du dich in 3 Jahren besser fühlen? Glaub mir, angespartes Geld wird deine Sorgen nicht auflösen. :-)


    Ich bin selber gerade schwanger, wusste aber lange nicht ob ich überhaupt Kinder will und hatte die gleichen Bedenken wie du, da ich auch (freiwillig) keinen Kontakt zu Babys oder Kinder hatte oder habe. ;-D Es ist also nicht so, dass ich ständig mit funkelnden Augen fremden Kindern hinterherglotze und es kaum erwarten kann, seit ich 16 bin. ;-) Wenn deine Freundin in einem halben Jahr loslegen will und du erst in zwei oder drei Jahren, halte ich das für eine kompliziertere Geschichte, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die paar Monate bei dir so viel reißen werden. Und da kann ich wiederum ihren Standpunkt sehr gut nachvollziehen... Ich persönlich denke, du solltest ihr "klarmachen", weshalb dir diese Monate etwas bringen würden. Und ja, gerade bei diesem wahnsinnig großen Lebenspunkt "Kinderwunsch" finde ich es sehr wichtig lieber ein Referat daraus zu machen, als zu knapp zu antworten. Egal wer von beiden noch warten möchte, wenn grundsätzlich aber beide positiv zum Kinder bekommen stehen...


    (Im Übrigen muss sie ja nicht sofort schwanger werden, sondern es kann einige Monate dauern. Ich kann schon verstehen, wenn sie nicht mehr ewig warten möchte. Viele Frauen möchten aich gern zumindest das erste Kind bekommen, bevor sie 30 werden. Weiß nicht, ob das bei ihr zutrifft.)

    Hä? Ist doch völlig eindeutig, dass es da nicht um die Verhütung geht, sondern darum, dass dann, wenn Kind da, nicht nur sie Mutter ist, sondern er eben auch Vater, und dass er deshalb eben bei der Entscheidung über den Zeitpunkt auch seine Position berücksichtigt sehen möchte.

    Also mal vorneweg: den Richtigen Zeitpunkt für Kinder wird's nie geben.. es wird immer irgendwas sein, was vl. aktuell suboptimal ist.. ob Job, Wohnsituation, Geld allgemein usw.. ;-)


    Was aber schon sein sollte: man sollte per se mal bereit dazu sein ein Kind zu bekommen, und das auch mit dem Partner..dementsprechend sollte dann auch eine normale Gesprächsbasis möglich sein über alle Bedenken und Zweifel die man vl. hat.. das ist das Wichtigste.. denn auch wenn ihr euch beide für ein Kind entscheidet, heißt das noch nicht, dass damit alle Bedenken und Zweifel weg sind.. die werden euch immer irgendwo ein bissl verfolgen..


    sprich doch mit deiner Verlobten mal, dass ihr euch beide ein Pro und Kontra-Liste macht und mal einen Abend das alles durchbesprecht, ohne dem anderen Vorwürfe zu machen oder sonst was. einfach nur um die jeweilige Position des anderen zu dem Thema mal zu hören und verstehen zu probieren.. ihr müsst ja dann nicht sofort beginnen damit einen Lösungsweg zu suchen.. lasst dann einfach mal das alles auf euch wirken und denkt über die Worte des anderen nach.. ;-) denn nur mit der Bereitschaft den anderen zu verstehen könnt ihr dann auch Lösungswege finden und vl den ein oder anderen Kompromiss machen..

    Zitat

    welche Tips habt ihr, welche "Lektion gelernt"?

    Keinesfalls heiraten, solange/ wenn Kinder ein Streitthema sind.


    Auf mich wirkt es so als würdest du grundsätzlich dazu tendieren, gar keine Kinder zu wollen, und bei deiner Freundin ist es genau umgekehrt. "Dann halt in ein paar Jahren, nur nicht jetzt" sieht auf den 1. Blick wie ein Kompromiss aus, ist aber keiner. Es ist nur eine Pseudo-Verschiebung des Problems und wird ein Quell quälender Streitgkeiten zwischen euch sein.

    Zitat

    Ich will auch auf jeden Fall mal Nachwuchs haben und auch mit ihr.


    ...


    Und ich weiß einfach nicht, ob ich bereit dazu bin.

    Wie kannst du dann wissen, ob du auf jeden Fall mal Nachwuchs haben willst?


    Deine Bedenken sind ja wenig konkret. Freiheiten, Reife, Angst ... - nicht die berühmte Weltreise oder die wichtige Beförderung, sondern sehr weiche Merkmale, die du da nennst.


    Du solltest dich ehrlich prüfen, warum du glaubst, dass du später "Ja" zu Kindern sagen willst. Woher kommt deine Sicherheit, wenn du jetzt einfach noch bisschen schieben willst? Dabei gibt es viele pragmatische Gründe, Kinder früh zu bekommen. Man ist noch nicht so etabliert im Leben und verzichtet auf weniger. Man ist jünger, wenn die Kinder selbständig werden, und kann noch viel Leben nachholen (ich bin Ende 40 - außer dass ich nicht mehr auf Festivals 3 Tage ohne Schlaf sein will, empfinde ich keine Einschränkungen).


    Es ist immer eine Veränderung. Es ist nie eine nahtlose Integration. Man hat nie alles erlebt.


    Daher frage ich dich nochmal, woher deine Sicherheit kommt. Ob sie vielleicht daher rührt, dass du diesen Plan bisher nie umsetzen musstest?


    Lies dir bitte diesen Faden mal durch und überlege, ob du dich in der Rolle des Manns vielleicht ein bisschen wiederfindest. Nimm dir die Zeit bis zum Schluss.

    Zuerst mal danke für die vielen Antworten! :)


    Warum ich mir Zeit lassen möchte?


    Ich Wo nichts künstlich hinaus zögern ;-)


    Ich möchte einfach das hier und jetzt genießen können und auch die anstehenden Ereignisse voll wahrnehmen können - ich kann meinen Fokus gerade schlecht Auf "nach der Hochzeit" richten. Deshalb weiß ich nicht ob noch 2 oder 3 Jahre...


    Erst mal heiraten und das genießen.


    Dann nochmal ein bisschen sparen und wenigstens ein einziges mal einen großen Urlaub oder "weiter weg". Mal ein Jahre Leben, ohne wieder alles auf den Kopf stellen zu müssen.


    Dafür möchte ich einfach noch Zeit...


    Mir geht das alles sehr schnell bei uns.


    Ich möchte aber auch selbstkritisch an das Thema gehen und mir Gedanken, wie ich an mir arbeiten kann!


    Ganz klar: "Den richtigen" Zeitpunkt für ein Kind gibt es so nicht, auch wenn man gerne vorher Alles in trockenen Tüchern haben möchten.


    "Andere schaffen das auch".


    "Es kann nach 2 Wochen klappen ist nach 2 Jahren"..


    "Ich möchte eine junge Mutter sein"


    Ja, ich kann diese Gründe nachvollziehen!


    Manche halte ich besser, manche für weniger wichtig.


    Aber. Hin oder her - wenn ich jetzt einfach noch nicht bereit bin dazu, aus den og. Gründen, soll ich einfach auf "meine Punkte / meine Wünsche" verzichten und ihr zu liebe sagen "jo, machen wir, schmeiße die Pille weg!"??


    Den Wunsch nach Kindern habe ich definitiv, sonst würde ich mich hier ja selbst belügen! ^^


    Wie gesagt: Wenn ich ein Kind "in die Welt setze" will ich das aus Überzeugung, und zwar 100% (Ok 90%, 10% bleiben halt "Angst vor dem unbekannten; wird man vorher auch nicht los!); ich will das nicht aus DRUCK von außen oder schlechtem Gewissen....


    Ich denke wir werden das nochmal in alert Ruhe und mit viel von Grund auf neu besprechen müssen. Das Thema ist einfach zu wichtig!..

    Es zwingt dich niemand dazu. Vielleicht findet ihr den Kompromiss noch ein Jahr zu warten. in dem Jahr macht ihr dann bewusst das, was du dir wünscht. Die Reise, Konzerte etc.


    Denn so verklärt man die Elternschaft sieht...dafür ist später dann weniger Zeit.


    Meine Eltern sind in der Hinsicht aber zBsp wieder voll aufgeblüht seit dem die Kinder aus dem haus sind!


    Es gibt auch eine zeit "nach den Kindern" :)


    Ich weiß in unsrem Alter will man das noch nicht sehen...


    ich wollte dir diesen Punkt nur aufzeigen.

    Aus schlechtem Gewissen oder Druck zuzustimmen ist sicherlich der falsche Weg.. keine Frage..

    Zitat

    Erst mal heiraten und das genießen.

    Das eine schließt allerdings das andere nicht aus in diesem Punkt ;-)


    was ich aber jetzt allgemein als einen sehr wichtigen Punkt bei dir sehe ist:

    Zitat

    Mir geht das alles sehr schnell bei uns.

    Das gibt mir zu Denken auch in Bezug auf die Hochzeit usw..

    Zitat

    Aber. Hin oder her - wenn ich jetzt einfach noch nicht bereit bin dazu, aus den og. Gründen, soll ich einfach auf "meine Punkte / meine Wünsche" verzichten und ihr zu liebe sagen "jo, machen wir, schmeiße die Pille weg!"??

    Nein. Aber wie wäre es mit einem Kompromiss?


    Ihr könntet zum Beispiel vereinbaren, dass sie nach der Hochzeit die Pille absetzt und du dann die Verhütung mit Kondomen übernimmst. Wäre nach der Hochzeit nicht ein guter Zeitpunkt für die lange Reise, die du dir wünschst?


    Hinterher könnte man zB erst mal am Zyklusanfang und am Zyklusende das Kondom weglassen und die Zeit immer weiter ausdehnen und sich an die "kritische Zeit" im Zyklus vorsichtig herantasten.


    Natürlich ist es schwer sich bewusst für ein Kind zu entscheiden. Gerade eben weil wir zuverlässige Verhütungsmittel haben. Noch vor einigen Jahrzehnten hat man Kinder eher bekommen als geplant, der natürliche Lauf der Dinge ;-D Inzwischen erfordert es eine bewusste Entscheidung. Ich verstehe, dass das Angst machen kann.


    Aber entweder man hat Lust auf dieses Abenteuer, oder eben (noch) nicht. DEN richtigen Zeitpunkt gibt es sicher nicht, aber bestimmt richtigere und ungünstigere Zeitpunkte.


    Bevor ihr das nicht zu eurer beiden Zufriedenheit geklärt habt, würde ich aber auch erst mal von einer Heirat absehen..

    Zitat

    Hinterher könnte man zB erst mal am Zyklusanfang und am Zyklusende das Kondom weglassen und die Zeit immer weiter ausdehnen und sich an die "kritische Zeit" im Zyklus vorsichtig herantasten.

    Das kann's doch wohl nicht sein, absichtlich die Wahrscheinlichkeit für eine Verhütungspanne zu erhöhen, wenn er noch überhaupt nicht soweit ist, Vater werden zu wollen! :-o


    Die beiden sind erst seit 3,5 Jahre zusammen, ich finde es es nicht nachvollziehbar, dass sie es mit dem Kinderbekommen so arg eilig hat. ":/


    Ich stimme aber zu, dass sie wirklich nochmal darüber nachdenken sollten, ob jetzt schon geheiratet werden sollte, wenn noch gar nicht klar ist, ob man bei der Kinderfrage auf einen grünen Zweig kommt.