@ hugolm:

    Ohne das jetzt böse zu meinen... das was du schreibst hört sich ein bisschen an wie ein kleines Kind, das nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst an die erste Stelle setzt. Du möchtest dich entfalten und dein Leben noch "genießen" können, bevor es durch Kinder eingeschränkt wird. Hast du dich denn auch mal gefragt, ob du für die Ehe bereit bist? Insbesondere da ihr so abweichende Vorstellungen von "Familie" habt?


    Ich kann deine Verlobte sehr gut verstehen. Für dich ist es einfach zu sagen, ein paar Jahre warten würde keinen Unterschied machen. Aber für eine Frau bedeutet eine spätere Schwangerschaft neben der geringeren Fruchtbarkeit auch ein höheres gesundheitliches Risiko. Bereits jetzt hat deine Frau ihre fruchtbarsten Tage hinter sich und mit Anfang 30 ist eine Schwangerschaft (zumindest wenn es die erste ist) bereits signifikant risikoreicher als Anfang 20. Und falls du es noch nicht mitbekommen hast, es gibt immer mehr Paare, die Probleme dabei haben, Kinder zu bekommen. Es ist also nicht so, dass ein paar Jahre aus biologischer Sicht nichts ausmachen würden. Und was du auch nicht vergessen solltest: Es gibt keine Garantie, dass eine Frau bis 40 und später Kinder bekommen kann. Manche Frauen kommen schon mit Anfang 30 in die Wechseljahre (!!).


    Außerdem stellt sich die Frage, wenn du dich jetzt noch nicht "bereit fühlst" für ein Kind, wer garantiert ihr dann, dass du dich in drei Jahren bereit fühlen wirst? Was, wenn du es nicht tust? Wollt ihr dann noch länger warten? Oder wirst du dich dann ihrem Wunsch unterordnen während du innerlich damit harderst, so wie es momentan der Fall wäre?


    Du schreibst auch, dass deine Verlobte die Pille nimmt. Hast du dich schon mal näher mit der Pille und ihren Auswirkungen auf den Körper beschäftigt? Es ist zum Beispiel bekannt, dass die Pille den weiblichen Hormonhaushalt dauerhaft/irreversibel verändert. Und relativ oft kommt es vor, dass Frauen nach dem Absetzen gesundheitliche Probleme bekommen bzw. merken, dass ihr Körper nicht mehr wie früher funktioniert. (Am Rande: Unter der Pille hat eine Frau keinen Zyklus mehr, sondern künstlich hervorgerufene Abbruchblutungen die mit der natürlichen Menstruation absolut nichts zu tun hat und dementsprechend auch nicht das geringste über die Gesundheit oder Fruchtbarkeit des Körpers aussagen.) Es kann ein Jahr und länger dauern, bis sich der Körper wieder einigermaßen von der Pille erholt hat. In seltenen Fällen haben Frauen auch nach mehr als zwei Jahren noch Probleme mit ihrer Fruchtbarkeit. Und dazu kommt eben noch die steigende Zahl "allgemeiner Unfruchtbarkeit", die zumindest in einigen Fällen sicherlich ebenfalls mit der Pille in Verbindung steht.


    Wie gesagt, vor diesen Hintergründen klingen deine Argumente für mich eben wie die eines kleinen Kindes, das nicht so recht weiß, was es will, außer dass es (noch) keine Verantwortung übernehmen will...


    Ich würde dir daher auch ans Herz legen, dich nochmal zu fragen, ob du wirklich bereit für eine Ehe bist. Zumal der ursprüngliche Sinn der Ehe ist, Kindern ein behütetes Umfeld zu bieten, in dem sie aufwachsen können (daher wird sie auch steuerlich gefördert, als zentrales Element einer "gesunden Gesellschaft"). Leider hat diese Bedeutung der Ehe in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung verloren - genauso wie die Fähigkeit der Menschen, eine dauerhafte respektvolle Partnerschaft zu führen (man muss sich nur die Scheidungsrate anschauen). Diese Entwicklung geht meiner Ansicht nach mit dem zunehmenden Egoismus in unserer Gesellschaft einher und der fehlenden Bereitschaft, einen Teil der eigenen Freiheit für etwas "Gemeinsames" aufzugeben.

    Zitat

    Sie ist auch nicht die einzige tolle Frau auf der Welt. Wenn sie Dich deswegen verlässt, ist das nicht schön. Aber das Leben geht weiter und Du wirst andere spannende Frauen kennenlernen.

    und dich vielleicht dein ganzes Leben nur um dich und deine Bedürfnisse drehen ":/


    Du fragst hier, also suchst du vielleicht andere Sichtweisen.


    Weist du , klar ändert sich mit einem Kind viel, vorallem das erste Jahr ist oft auch anstrengend. Aber das eigene Leben, auch seine Freiheit haben können ist doch dann nicht vorbei.


    Vielleicht hilft es euch in Gesprächen, mal genau hinzuschauen, was du befürchtet aufgeben zu müssen.


    Ich übertreibe mal bewusst:


    Nicht mehr jeden Abend um die Häuser ziehen zu können ? vielleicht aber doch 2 mal die Woche, man kann sich gerade abends schöb abwechseln.... dadurch müssen Freunde, Hobbys nicht aufgegeben werden.


    Nicht mehr tolle Outdoorurlaube (falls du so etwas magst) in fernen Ländern machen zu können ? Wie steht ihr da beide dazu sich ein bisschen Freiheit zu lassen und würde deine Freundin dir "erlauben" mal mit Kumpels alleine Urlaub zu machen. Wenn daas Kind kein Baby mehr ist: würdest du ihr es auch ermöglichen.


    Was ich sagen will: nicht alles an Freiheit haben (gibt es ja sowieso nicht, man steckt ja eh in Verantwortungssituationen... Job, Beziehung, Familie etc.) muss man aufgeben. Und man gewinnt ja auch unglaublich viel dazu.


    Doof ist eben nur, dass man sich dies vorher gar nicht vorstellen kann.


    Mein Mann wollte auch unbedingt Kinder und genau wie bei dir hatte er Schwierigkeiten zu sage: o.k., jetzt.


    Und ich sehe ihn noch heute vor mir, wie unglaublich glücklich er dann mit dem Baby war, als ich mal unvermutet eher heim kam und ich sah wie liebevoll er mit dem Kleinen rumgekaspert hat. Weist son kleines Kind, gibt unwahrscheinlich viel zurück.


    Das doofe ist nur, das man sich dass nicht wirklich genau vorstellen kann, wenn man kleine Kinder anderer Leute , Geschwister sieht.


    Spaßig habe ich immer gesagt: da geht im Körper irgendwo ein Schalter an und dann liebt man die Kleinen unglaublich - leider erst, wenn die Kleinen da sind. Vorstellen kann man sich das gar nicht so richtig.


    (und klar, ist nicht immer alles so toll, gibt es auch Probleme. Aber genau daas ist doch das Leben..... und das ist wirklich viel mehr als sich nur um sich selbst drehen)

    Esgehtwieder warum darf man den mit 27 sich nicht mehr anhören "wie ein kleines kind" ich finde es eher sehr Verantwortungsbewusst wenn man sagt man ist einfach noch nicht soweit. Und ich finde auch mit 27 ist man besonders als mann nicht gezwungen irgendwas zu tun. Wie viele Menschen wollen mit 27 einfach nur sorglos leben und die 20 er genießen was ja auch völlig in Ordnung ist, denn wenn ein Kind da ist macht man sich immer sorgen, sein Leben lang ob das Kind nun 5, 15 oder 25 ist. Seine verlobte sollte das respektieren und ihn nicht irgendwie unter Druck setzen.


    Ich habe definitiv den Sinn von jung Mutter werden nie verstanden und es ist doch auch gut für das Kind wenn ein paar finanzielle rücklagen da sind und das ganze nicht kurz nach ner festanstellung abläuft.


    Ich finde es der te sollte sich nirgendwo reindrängen lassen sonst wird er wenn das Kind da ist entweder unglücklich oder möchte sein leben wie vorher führen was dann zu Streit und Verzweiflung bei seiner Frau führen wird.

    Wintersonne 01


    Ich denke es kann so laufen muss es aber definitiv nicht. Es kann auch gehörig schief gehen oder das Kind ist immer krank und schwierig und eine allein fühlt sich überfordert. Es ist nicht planbar dass alles eitel Sonnenschein und nur süßes Kind ist. Ich verstehe auch dass man jetzt erstmal auch es genießt seine finanziell entspannte Lage zu genießen . Ich hab 6 Jahre lang studierz manchmal von 100 Euro im Monat gelebt und seit paar Monaten leb ich mit dem angenehmen festgehalt und es ist doch klar dass man sich da mal denkt " jetzt genieß ich das erstmal nur für mich"

    Das sehe ich wie Lilja4ever. Ich finde es auch überhaupt nicht "kindisch", nicht die Verantwortung für ein Kind übernehmen zu wollen. Das ist eine bewusste Entscheidung, die durchaus auch von Verantwortungsbewusstsein zeugt.


    Nicht für jeden ist ein Kind das Nonplusultra am Horizont des eigenen Lebens.


    In einem anderen Punkt würde ich esgehtwieder aber zustimmen, nämlich bei der Frage, ob er denn wirklich später bereit ist.


    Dieses "Ich will grundsätzlich, aber noch nicht jetzt" hört man ja häufig bei Männern, gerne auch mal über mehrere Jahre hinausgezögert. Wer so zögerlich ist, sollte mal ehrlich in sich gehen und überlegen, ob dieses "Ich will ja Kinder, aber" ein abstrakter Gedanke (weil Kinder macht/hat man halt, mein Haus, mein Garten, meine Frau, meine Kinder) oder wirklich ein eigener Wunsch ist - oder schlussendlich nicht sogar eine (vielleicht unterbewusste) Strategie mit der Hoffnung, dass sich das Thema nach genügend "Jetzt noch nicht"-Ausflüchten irgendwann von selbst erledigt.

    Ich kann deine Verlobte sehr gut verstehen. Bei mir und meinem Partner war es ähnlich wie bei euch.


    Ich wollte unbedingt vor / mit 30 ein Kind / schwanger sein, er wollte "noch ein wenig" warten. Dieses unbestimmte "ich möchte noch warten" war mir viel zu unkonkret und klang in meinen Ohren wie "ich vertröste dich am End' so lange, bis du den Kinderwunsch vergisst" (trotz seiner Beteuerungen, dass er auf jeden Fall irgendwann Kinder mit mir möchte).


    Geholfen hat uns (vor allem mir) letztlich, einen konkreten Zeitplan festzulegen. Was muss passieren, damit sich beide bereit fühlt? Was möchten wir noch erleben? Welche Sicherheiten brauchen wir?


    Schlussendlich haben wir uns (s)eine Beförderung und eine große Reise als Marker gesetzt.


    Mein Partner arbeitet nun in einer besseren Position, wir waren auf Reisen und ich bin schwanger.

    okay, ich habe einige Kinder und sehe das vielleicht entspannter, aber mir ist nicht so ganz klar, wieso ein Kind das Ende ist. Am Anfang ist das Ganze erstmal ne spannende Sache, klappt es und wenn, was wird es, wie wird es heißt, hat es die Nase von Opa Hugo etc... und die ganezn Verwandten freuen sich auch, das ist auch sehr schön mitzuerleben. Wenn Kind dann da ist, kann man z.B. einen Abend in der Woche einen Babysitter engagieren, an dem man in's Kino geht.


    Reisen geht auch mit Kind unter 2 Jahren sind sie am billigsten. Wir sind mit unserer Tocher von 0 -2 viel rumgeschippert bzw. geflogen. Acuh habe ich nie so ein Heckmeck mit Kinderwagen oder Wickeltasche gemacht, wir sind z.B. regelmäßig nur mit neuer Windel und neuer vorbereiteter Flasche zu anderen Leuten und haben da den Tag verbracht (oder im Sommer an den See etc.). Wir waren zu zweit, das Kind klein, wenn es dem einen zu viel wurde, war hatl der andere dran.


    Als meine Tochter 10 Monate alt war, bin ich z.B. auch mit meiner Schwester für 3 Wochen in die USA, Kind beim Dad. Und das Jahr darauf haben wir es umgekehrt gemacht.


    Was genau ist denn anders als vorher, außer, dass Kind halt dann mit eingebunden wird? ???


    Oder kann ich mich nicht mehr daran erinnern?


    Ich spreche jetzt absichtlich nicht den Aspekt von durchwachen Nächten, entzündeten Brüsten und Schreiattacken an, schon klar, dass das auch dazu gehören kann, das wirkt sich aber nich auf die Lebensgestaltung generell aus.

    ...bei uns war es so,


    dass mein Mann kids wolle, ich war Mitte 20 und hatte keinen Plan ;-D .


    Wir haben uns dann ein Ereignis ausgesucht (bei mir Vordiplom), dass wenn das vorbei ist, wir es probieren. Auf die Art waren wir beide vorher entspannt und konnten das Thema beenden.


    So einen richtigen Kinder-Baby-Wunsch hatte ich übrigens nie (!). Bei uns war es wie gesgt der Mann (schon kids) und ich dachte mir, dass ich ja nich ablehnen kann, was ich nicht kenne und dass man ein Kind ja mal versuchen kann, zumal ich den Gedanken toll fand, ein Kind mit/von IHM zu haben. Die nächsten kids sind dann auf meinem Mist gewachsen, da


    ich in unserer Konstellation ein Einzelkind als problematisch empfand (Mann 23 Jahre älter als ich ).

    Zitat

    Er benennt doch ein paar Gründe, nur scheinbar kann er bei einer kinderverrückten Freundin ja erzählen was er will, sie ist ja völlig festgefahren auf ihr "sofort Kind kriegen". ":/ Es steht halt vor der Hochzeit eine Entscheidung an: ob überhaupt und wann genau. Und die müssen beide absegnen. Anders gehts nicht.

    Sehe ich genauso.


    Es ist ja noch ein großer Unterschied zwischen "ich möchte gar keine Kinder" und "ich möchte jetzt noch keine Kinder". Allerdings gibt es da wie gesagt keine Kompromisse.


    Ich weiß auch wirklich nicht, was da als kindisch empfunden wird. Ein Kind muss nicht zum Leben dazu gehören. Wie sehr hasse ich diesen Spruch "Ach, der Wunsch kommt noch....".


    Für letzteren Fall finde ich diesen Ratschläge sehr gut:

    Zitat

    Geholfen hat uns (vor allem mir) letztlich, einen konkreten Zeitplan festzulegen. Was muss passieren, damit sich beide bereit fühlt? Was möchten wir noch erleben? Welche Sicherheiten brauchen wir?

    :)^ :)^


    Werde dir wirklich darüber im Klaren. Das ist etwas, das unbedingt vor der Ehe geklärt werden muss.

    Zitat

    Aber wenn man keine Kinder will, sollte man das schon vor einer Hochzeit sagen.

    Das sehe ich auch so. Bevor die beiden heiraten, sollten sie sich beide ehrlich über ihre Grenzen und Unsicherheiten austauschen und lieber die Hochzeit verschieben, wenn sich hier nicht eine Schnittmenge finden lässt.

    Zitat

    Oder wenn man erst in 10 Jahren will...

    Das wird jeder Frau mit dringendem Kinderwunsch wie Zeitschinden vorkommen. Man kann niemals sicher sein, ob man zum Zeitpunkt X wirklich will. Das habe ich den TE ja auch in meinem ersten Beitrag gefragt, woher er das wissen will. Die Urlaube sind auch in den nächsten Jahren sehr toll und die Freiheit auch - schließlich steht man mit 30 in den beruflichen Boomer-Jahren. Ob man dann wirklich den Absprung besser schafft, wenn man heute sagt, man will erst noch "bisschen" leben? Der Faden, den ich dazu noch verlinkt habe, ist absolut beispielhaft über die Unsicherheit, die sich im Verschieben ausdrückt. Es ist mir zu wenig konkret, was die Planung des TE angeht. Daher habe ich meine Zweifel, ob er tief im Inneren wirklich weiß, dass er Kinder will.

    Ihr solltet euch unbedingt einig sein bei diesem Thema. Es wäre grundverkehrt, sich die Meinung des anderen aufdrängen zu lassen. Also Standardfloskel: Reden, reden und nochmals reden.


    Aus eigener Erfahrung:


    In Deinem Alter habe ich mich definitiv auch noch nicht bereit gefühlt und wurde gedrängt. Ist dann leider auch nicht mehr lange gut gegangen. Muss aber nicht so sein, bei uns war es im Endeffekt wohl auf mangelnde Kommunikation zurückzuführen.


    Als ich mit meiner jetzigen Partnerin zusammen kam, wurde das Thema viel, aber immer rational und ohne böse Worte diskutiert. Wir waren uns einig, dass wir erst unsere Zweisamkeit genießen und uns dann langsam rantasten (wobei ein "Unfall" nie ein Problem gewesen wäre).


    Mit 39 kam dann der kleine Krümel und ich kann behaupten, vorher wäre ich niemals bereit dafür gewesen. Aber jetzt passt einfach alles.


    Also bitte, tu es wirklich nur, wenn Du hundertprozentig zu der Entscheidung stehen kannst. Es ist schließlich kein Hamster den ihr euch da zulegen wollt.


    Und ein bissl OT:


    Ich empfehle den Film "Idiocracy", zumindest die Eröffnungssequenz...

    Ich halte absolut garnichts davon, den Partner unter Druck zusetzen und seinen eigenen, schnellen Kinderwunsch als die richtige und einzige Lösung zu sehen. Ich wollte damals auch warten und mein Mann hatte eine vollkommen andere Meinung.


    Aber er war sensibel genug, das Thema ruhen zu lassen und die Partnerschaft erstmal allein ohne Kinder zu geniessen. Irgendwann kam auch bei mir der heftige Wunsch und ich bin froh, dass mein Partner keinen Druck ausübte bzw. hätte er damit keinen Erfolg gehabt. Gerade bei solch sensiblen Themen MUSS man an einem Strang ziehen und darf ihn nicht überreden oder überrumpeln.

    Es wird schwer für deine Verlobte sein von ihrem "Plan" abzuweichen. Ich kenne das von mir und ich bin noch jünger ;-) Ich habe einfach schon immer diese Vorstellung und den Zeitpunkt im Kopf. Er war da eher so wie du, denn viele Reisen haben wir hinter uns, wir arbeiten schon einige Jahre und ein bisschen was gespart haben wir auch. Aber es ist (waren) die Gedanken und Ängste die ihn hemmten. Ich kann das nachvollziehen, mir ging es auch so, aber ich gehe die Sache anders an. Denn ich weiß, dass wir niemals wissen werden, wie es mit eigenem Kind ist. Und im Gegensatz zu ihm war mir auch klar, dass es, wenn’s ganz dumm läuft, Jahre gehen kann, bis es klappt. Für mich ist das Eltern werden etwas, wo man zum Großteil ins kalte Wasser springt.


    Bei meinem Partner ist es tatsächlich so, dass er denkt, es macht irgendwann Klick und er fühlt sich in allen Punkten 100 % bereit. Ich denke nicht, dass das jemals so sein wird. Man kann sich bis zu einem gewissen Punkt bereit fühlen. Aber das Thema Kinder ist etwas, auf das man sich nur zum Teil "vorbereiten" kann.


    Als ich ihm zum ersten Mal von meinem Kinderwunsch erzählte war er schon ziemlich baff. Und es war auch noch sehr unkonkret, der Wunsch war meinerseits einfach nur erst mal da. Ich habe ungefähr 3-4 Monate darüber nachgedacht und dann habe ich ihm meine Vorstellungen zum Zeitpunkt usw eröffnet. Dann als ich mir sicher war, er musste das im Gegenzug ja erst mal verdauen und sich Gedanken machen. Den einzigen Anhaltspunkt den er mir vor Jahren mal gegeben hatte war, dass er vor 30 das erste Kind will. Aber sowas kann sich im Laufe der Jahre ja auch ändern oder dann, wenn es soweit ist.


    Deine Freundin ist möglicherweise einfach schon einen Schritt weiter als du, wer weiß wie lange sie schon drüber nachdenkt. Bei ihr konnte das alles schon sacken, mögliche Bedenken hat sich für sich vermutlich schon lange durchgekaut.


    Wir legen jetzt nächstes Jahr los, der Zeitpunkt ist noch nicht ganz klar, aber aus den 2-3 Jahren wurden nur noch ein paar Monate. Aber auch erst nach mehreren Gesprächen, in denen er seine Bedenken geäußert hat und er sich schließelich auch klar darüber wurde, dass die Ängste wie "Schaff ich das?" "Kann ich ein Kind erziehen? nicht einfach so verpuffen. Das man sich diese Fragen stellt, ist doch schon ein gutes Zeichen oder nicht? Das zeigt schon ein Maß an Verantwortung. Du denkst darüber nach, was dich erwartet und möchtest deine Sache so gut wie möglich machen.


    Deine Ängste zu Verantwortung, Reife usw sind für mich ehrlich gesagt keine Gründe noch zu warten. Die Gedanken hat man immer, egal wie alt man ist.


    Allerdings verstehe ich Gründe wie noch etwas Reisen zu wollen.


    Wir haben das Glück mit Mitte 20 wirklich schon viele tolle und auch lange Reisen gemacht zu haben. Ich habe nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben. Wir haben mehr erlebt wie manche Freunde mit Mitte 30. o:)


    Aber auch mit Kind kann man schöne Reisen machen, man muss flexibel sein. Wir haben nicht vor uns stark einzuschränken. Auf unseren Rucksacktouren haben wir allerhand verschiedenste Varianten gesehen, wie man mit Kind auf Reisen gehen kann :)z Wir haben mitten in einem Nationalpark in Chile eine Familie mit Kleinkind auf dem Rücken getroffen, die eine mehrtägige Wandertour gemacht haben.


    Oder eine Familie mit Baby mit umgebauten Wohnmobil die die gemeinsame Elternzeit für 10 Wochen Norwegen genutzt haben. Natürlich muss man sich umstellen in vielen Dingen, aber ich denke das Eltern werden das größte Abenteuer ist, das man machen kann @:)


    Bei manchen stößt das vielleicht etwas sauer auf, aber den Löwenanteil hat doch Anfangs meistens die Mutter.


    -> Frauen tragen das Kind aus


    -> Eine SS ist in jüngeren Jahren in der Regel leichter "wegzustecken"


    -> Meistens bleibt die Frau von der Arbeit daheim


    -> Es kann unter Umständen nicht sofort klappen mit der SS


    -> Wenn man mehrere Kinder will, muss man bedenken, dass das letzte dann trotzdem evtl mit Mitte 30 kommt, auch wenn ihr jetzt sofort loslegt


    -> Ich möchte mit 50 Jahren wieder allein mit meinem Partner auf Reisen gehen können, die Kinder dürfen dann gerne schon alt genug sein, um allein daheim bleiben zu können o:) Sprich, mit Mitte 20 starten wäre dann sinnvoll.


    Also du siehst, es gibt emotionale Gründe für einen Kinderwunsch und vernünftige Gründe, wie die Zeitrechnung, wann die Kinder erwachsen sind und wie alt man dann ist.


    Ich verstehe deine Verlobte. Ich verstehe sogar, dass es einen belastet, wenn es nur schon um 3-4 Monate geht, in denen sich der Kinderwunsch nach hinten verschiebt. Ich hätte niemals gedacht, dass man so empfinden kann und hätte vor dem Kinderwunsch jeder Frau gesagt "stell dich nicht so ein, ein Jahr mehr oder weniger", aber mir geht es nun selbst so. ;-) Wir wissen, dass es nächstes Jahr losgeht, ich möchte am liebsten ab März und er eher Sommer/Herbst und sogar die paar Monate stören mich. Es ist dämlich, aber es ist so.


    Es wird denke ich schwer sein, auf einen Nenner zu kommen. Aber vielleicht findet ihr einen Kompromiss. Ich gehe davon aus, dass du durch den Faden einen guten Einblick in die weibliche Psyche während des Kinderwunsches bekommen hast :-D Mach dir nochmal Gedanken dazu.

    Zitat

    Ich halte absolut garnichts davon, den Partner unter Druck zusetzen und seinen eigenen, schnellen Kinderwunsch als die richtige und einzige Lösung zu sehen

    Das ist richtig. Nicht das mein Beitrag falsch verstanden wird. Ich wollte damit nur die Sichtweise oder Gedanken aufzeigen, die einem als Frau so durch den Kopf gehen, vorallem wenn der Mann eher noch keine Kinder will.


    An manche Dinge denkt Mann vielleicht gar nicht bei den Überlegungen zum Thema Kinder.

    Man muss aber auch bedenken...


    es ist nicht klar, dass die Frau daheim bleibt, das passiert nur, wenn sie (bei gleicher Startposition) ein Kind bekommt und tatsächlich dann aus dem Job gekickt/aus der Beförderungsrunde genommen wird bzw. dann durch die fehlenden Jahre Geld verliert, sprich:


    durch das Kind bringt man sich erst in die Situation dass es dann irgendwann (finanziell) mehr Sinn macht,


    dass sie zu Hause bleibt.


    Wenn beide aber im Job gleich loslegen und etwa gleich viel verdienen besteht kein Grund, warum dann sie zu Hause bleiben sollte.