Ich denke, dass man als Mensch beim Partner vieles spürt, sich aber manchmal auch irren kann. Dass sich manchmal Fronten komplett verhärten, weil beide an ihren eigenen Bedürfnissen kleben und dem anderen nicht mehr richtig zuhören. Und ich denke auch, dass Hugolm mal intensiv in sich gehen und sich sehr ehrlich selbst fragen sollte, wie er zu alldem steht, damit er statt "o nein, irgendwann, aber jetzt bitte noch nicht!" einen konkreteren Standpunkt zu dem Thema kommunizieren kann. Dass er im Grunde keine Kinder will und seine Partnerin das spürt - nee, das würde ich nicht unterschreiben, da gibt es einfach zahllose Möglichkeiten, die alle auch mit von der ganzen Beziehungsdynamik abhängen - so eindimensional funktionieren Menschen meiner Meinung nach nicht.

    Ich kann aus hugolms 3 Beiträgen nicht so recht rauslesen, ob er Angst vor der eigenen Courage hat (aber welche werdenden Eltern haben diese Angst nicht?), oder ob er seine Bequemlichkeit und Freiheit um keinen Preis (jetzt oder generell) aufgeben will.

    @ hugolm

    Zitat

    Erst mal heiraten und das genießen.

    Wie meinst Du dass? Meinst Du dein Leben verläuft nach der Unterschrift auf einem Stück Papier anders, als zuvor?

    Zitat

    Fakt ist halt, So ein Kind krempelt einfach alles um!

    Jein. Natürlich hat man anfangs durchwachte Nächte. Natürlich bedarf es ein großes Maß an Planung.


    Aber Du, dein Leben ist mit einem Kind nicht zu Ende. Letztendlich kannst Du mit den entsprechenden Absprachen (fast) alles tun, was Du jetzt auch tust. Unser Leben haben die Kinder bereichert und nicht verkompliziert. An die Urlaube z.B. (auch an so manche Panne) denken wir als Familie alle gemeinsam zurück.


    Man muss auch als Eltern nicht alles perfekt machen. Kinder können ruhig mitbekommen, dass auch Eltern Menschen mit Stärken und Schwächen sind. Kinder profitieren auch nicht davon, wenn die Eltern ihnen möglichst viele materielle Dinge bieten können.


    Zukünftige Eltern brauchen kein besonderes Maß an Reife, sondern vor allem den gesunden Menschenverstand. Alle springen quasi ins kalte Wasser. Man wächst einfach mit seinen Aufgaben


    Und – das sollte man nicht vergessen- es gibt auch ein Leben nach den Kindern.

    Zitat

    Und ich denke auch, dass Hugolm mal intensiv in sich gehen und sich sehr ehrlich selbst fragen sollte, wie er zu alldem steht, damit er statt "o nein, irgendwann, aber jetzt bitte noch nicht!" einen konkreteren Standpunkt zu dem Thema kommunizieren kann.

    Da stimme ich dir voll zu.


    Vor allem sollte dies VOR der Hochzeit geschehen.

    Wenn der TE gut bedacht sagt, es sind noch 2-3 Jahre, dann kann man da vielleicht wirklich drüber reden.


    Allerdings empfinde ich, dass eben nur die Person Kompromisse machen kann, die schon bereit ist. Der TE ist vielleicht in einem Jahr immer noch nicht soweit. Und dann? Was bringt einem diese gesetzte Frist? Muss er dann nachziehen, selbst wenn für ihn der Kompromiss vielleicht aus der jetzigen Situation Ok wäre, aber dann, wenn es so weit ist, nicht?


    So ein Kompromiss ist schwierig. Man kann ja nicht auf Papier festhalten: am 1.11.2017 beginnen wir mit den Babys, ab dem 30.10. bin ich dafür bereit.


    Wann man bereit ist, lässt sich im Voraus nicht immer sagen. Selbst wenn alles um einen herum stimmt, kann die innerliche Einstellung fehlen.


    Ich bin ja noch jung, mit 26 ist das für mich ebenso weit weg wie mit 18. Damals hab ich gesagt: dann und dann bin ich bereit für ein Kind (für mich war das mit 23 ein ganz fester Zeitpunkt).


    Und jetzt? Sprechen wir mal in 5 Jahren drüber, vielleicht habe ich bis dahin doch einen Kinderwunsch. Jetzt erstmal nicht. Auch wenn die Bedingungen ideal sind.


    Mich würde wirklich gern mal die Meinung des TE wieder interessieren. *:) *:) *:)

    Ich glaube der TE äußert sich nicht mehr. Womöglich liest er sogar nicht mal mehr mit, weil wir schon auf Seite 8 angelangt sind, und die Beiträge die 100% on-topic sind, lassen sich an einer Hand abzählen.


    Viele schreiben gerne ellenlange Texte zu einem Thema das Ihnen zusagt, aber ob sie damit dem TE helfen, scheint sie entweder nicht zu interessieren oder sie kriegen das gar nicht mit.

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    Allerdings empfinde ich, dass eben nur die Person Kompromisse machen kann, die schon bereit ist. Der TE ist vielleicht in einem Jahr immer noch nicht soweit. Und dann? Was bringt einem diese gesetzte Frist? Muss er dann nachziehen, selbst wenn für ihn der Kompromiss vielleicht aus der jetzigen Situation Ok wäre, aber dann, wenn es so weit ist, nicht?


    So ein Kompromiss ist schwierig. Man kann ja nicht auf Papier festhalten: am 1.11.2017 beginnen wir mit den Babys, ab dem 30.10. bin ich dafür bereit.

    Klar kann man Kompromisse machen. Meine Frau hat damals auch gesagt "Wir fangen am x.x.20xx an. Falls du dir das nicht vorstellen kannst, sag es lieber jetzt, dann brauchen wir nicht weiter eine Beziehung führen." Es war zwar hart, aber trotzdem fair.


    Na klar

    Ich finde die Beiträge waren alle OT ":/


    Möglicherweise kommt noch etwas vom TE (schaut ja nicht jeder täglich hier rein) und wenn nicht, ich finde die Diskussion in dem Faden sehr sachlich und strukturiert.


    Da kann nicht nur der TE etwas mitnehmen.

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    Meine Frau hat damals auch gesagt "Wir fangen am x.x.20xx an. Falls du dir das nicht vorstellen kannst, sag es lieber jetzt, dann brauchen wir nicht weiter eine Beziehung führen."

    Ja, das ist fair. Und wenn das für dich Ok ist, aber dir 1, 2 oder 3 Jahre später doch nicht mehr vorstellen kannst?

    Ich finde es immer ein bisschen schwierig, von "Bequemlichkeit" oder "Freiheit" aufgeben bei dem Partner zu sprechen, der aktuell keine Kinder möchte.


    Für mich bedeutet Bequemlichkeit, in seiner eigenen Komfortzone zu bleiben. Diese Komfortzone kann das kinderlose Leben sein, es kann aber auch das Leben mit Kindern sein. Sprich, der Partner mit dem extremen Kinderwunsch will letztendlich nichts anderes, nämlich in seine Komfortzone durch Realisierung des Kinderwunsches. Er oder sie wirft letztlich dem Partner die eigenen Bedürfnisse vor.


    Selbiges mit Freiheit: Das Leben mit Kind ist für den einen die größte Freiheit (ggf. mit drei Jahren Elternzeit für den einen Teil) - letztendlich wollen beide ihre Bedürfnisse stillen, nur wird das eine Bedürfnis als, wie soll ich es formulieren, weniger egoistisch angesehen. Letztendlich ist es eine Sache von der individuellen Bewertung von Bedürfnissen, bei denen man gerne die eigenen Bedürfnisse auf- und die anderen Bedürfnisse abwertet, gerne auch mit der Begründung "beim Kinderwunsch nimmt man nichts anderes mehr wahr". Mag angehen, aber dadurch sind die Bedürfnisse des Partners nicht weniger legitim.


    Nun ist es natürlich so, dass es bei der Schwangerschaft nur ganz oder gar nicht geht, aber möglicherweise lässt sich über den Zeitpunkt reden. Ist der Kinderwunsch so stark, dass da kein Kompromiss möglich ist, wäre dies für mich tatsächlich ein Trennungsgrund. Nicht, weil ich den Partner nicht mehr liebe, sondern weil ich mit meinen Bedürfnissen nicht derart zurückstecken könnte. Ich bin froh, dass mein Partner nicht auf "sofort" bestanden hat.

    Zitat

    dann wäre die Beziehung u.U genau an dem Stichtag zu ende gewesen.

    Ja nun, dann steht die Frau da und hat immer noch kein Baby im Bauch. Und die nächsten Jahre auch nicht, sofern sie eine feste Partnerschaft aufbauen, sich testen will und dann erst ein Kind machen. Vielleicht ist es dann zu spät. Und der Mann ist Schuld, denn der hat sie ja zum Warten verdonnert.


    Toller Kompromiss.

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    Frau kennt doch ihren Mann. Sie weiß wie er aussieht wenn er lügt, wie er aussieht wenn er sich insgeheim freut, wenn er ein Geheimnis hat oder wenn er sich vor etwas drückt. Wie er nach Ausflüchen sucht, um etwas nicht tun zu müssen.

    Da würdest du dich wundern ]:D Abgesehen davon kommt es gerade bei diesem Thema wie beschrieben auch vor, dass man sich selber belügt.

    Zitat

    Frau kennt doch ihren Mann. Sie weiß wie er aussieht wenn er lügt, wie er aussieht wenn er sich insgeheim freut, wenn er ein Geheimnis hat oder wenn er sich vor etwas drückt. Wie er nach Ausflüchen sucht, um etwas nicht tun zu müssen.

    Jepp, das denken auch die, die sich erfolgreich ihren Nachwuchs erdrängelt haben und dann mit dem alleine vor den Scheidungspapieren sitzen und die Welt nicht mehr verstehen.

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    Jepp, das denken auch die, die sich erfolgreich ihren Nachwuchs erdrängelt haben und dann mit dem alleine vor den Scheidungspapieren sitzen und die Welt nicht mehr verstehen.

    :)^ Genau! So ein Kinderding geht nicht nur die Mutter etwas an. Vielleicht missversteht das so manche Frau in ihrem überschwänglich vorhandenem Kinderwunsch.


    Paare sind gut beraten, sich dahingehend einig zu sein - und wer meint, den richtigen Partner gefunden zu haben, der sollte sich auch in Geduld üben können.


    Den Partner nach Zeugungsabsichten auszuwählen halte ich für nicht zielführend. Da sollte manche Frau ihre Hormone besser im Griff haben.

    Bei Frauen ist die Zeit aber nun einmal begrenzter als bei Männern.


    Manch kommen schon mit Mitte 30 in die Menopause.


    Ab 35 zählt es als risikoschwanger und die Fehlgeburten und fehlbildungsrate nimmt rasant zu.


    Auch wenn Man(n) das vielleicht nicht so auffasst: eine Fehlgeburt ist für eine Frau etwas dramatisches. Auch wenn das Baby nur ein kleiner zellhaufen war.


    Und ich wünsche keinem paar die Entscheidung vor einer Abtreibung stehen zu müssen weil das Kind so ausgeprägte fehlbildungen hat, dass selbst die Ärzte sagen es wäre besser.


    Und ehrlich: das hat nix mit Hormonen und co zu tun.


    Es ist einfach traurig wenn man einen Herzenswunsch hat und alle um einen herum diesen Traum leben, man selbst aber zurück stecken muss.


    Schwanger wird man im Normalfall auch nicht von heute auf morgen. Das kann Wochen, Monate, Jahre dauern.


    Und irgendwann ist eben die Geduld weg und der Zug abgefahren.


    Ein Kinderwunsch ist etwas Grundlegendes und wichtiges für eine gemeinsame Planung der Beziehung. Wenn das nicht zusammen passt ist ein scheitern doch vorprogrammiert!

    Zitat

    Bei Frauen ist die Zeit aber nun einmal begrenzter als bei Männern.


    Manch kommen schon mit Mitte 30 in die Menopause.

    Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel (höhö). Und sie ist noch weit weg von 35 und Risikoschwangerschaft. Es geht hier um 2-3 Jahre, nicht um 5-10. Ob nun 27 oder 30, das ist nun wirklich kein schlimmer Kompromiss für die Freundin des TE.

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    Schwanger wird man im Normalfall auch nicht von heute auf morgen. Das kann Wochen, Monate, Jahre dauern.

    Jaja, das Argument kommt dann immer - dem Mann suggerieren, dass er locker bleiben kann, das werde waaaahrscheinlich eh nicht sofort was, man müsse schonmal "hibbeln", denn es gibt ja diesen laaaangen Vorlauf. Normfall? Aha. Kann sein, kann nicht sein. Kann auch direkt im ersten Monat klappen.

    Zitat

    Auch wenn Man(n) das vielleicht nicht so auffasst: eine Fehlgeburt ist für eine Frau etwas dramatisches. Auch wenn das Baby nur ein kleiner zellhaufen war.

    Das "vielleicht" rettet dich. Es wäre ne Unverschämtheit, Männern zu unterstellen, für sie wäre das nicht auch schlimm oder nur ein "kleiner Zellhaufen".

    Zitat

    Und ehrlich: das hat nix mit Hormonen und co zu tun.

    Wenn es mit dem Verstand zu tun hat, ist dieses Beharren ja noch unfairer -allen anderen außer sich selbst gegenüber.


    Was ist die Alternative? Den Freund, den man hoffentlich liebt, gegen seinen eigentlichen Willen überreden? Sehenden Auges sich und ein unschuldiges Kind ins potentielle Unglück drängeln ??Ich glaube ich wäre stinkwütend, hätte ich ohne Vater aufwachsen müssen, weil ich eine Mutter gehabt hätte, die einen Mann, der nicht auf der Stelle Nachwuchs will, in die Nummer reingedrängt hat?? ? Schluss machen und mit dem Nächstbesten spontan schnell ein Kind zeugen, um im Zeitplan zu bleiben?

    Zitat

    Es ist einfach traurig wenn man einen Herzenswunsch hat und alle um einen herum diesen Traum leben, man selbst aber zurück stecken muss.

    Es ist auch traurig wenn man den Wunsch hat, sich nochmal schnell auszuleben, bevor es ernst wird, aber gefälligst sofort eine Familie gründen soll... Ist man sich da als Frau nicht ein bisschen zu blöd für? Wie kann man Freude an einer erzwungenen Schwangerschaft haben? Das ist mir absolut rätselhaft.


    Wenn beide erst jetzt fest im Berufsleben sind, tippe ich mal darauf, dass sie bis vor kurzem noch studiert haben. Ich finde es absolut nachvollziehbar, dass man sich da erstmal im neuen Lebensabschnitt einfinden will, vielleicht auch nochmal die neuen finanziellen Möglichkeiten zum Reisen etc. ausnutzen will, bevor es erstmal ernst wird. Nein, ich weiß, Kinder kriegen ist kein Knast. Aber Verantwortung für ein Kind zu haben ist eine Einschränkung, egal wie viele schöne Seiten da noch dranhängen.

    Zitat

    Und irgendwann ist eben die Geduld weg und der Zug abgefahren.

    Ja, irgendwann, aber nicht in wenigen Jahren. Die vergeht im Fluge - es sei denn, man fixiert sich nur noch aufs Kinderkriegen und suhlt sich in seiner Unzufriedenheit.. Wenn die Liebe zum Partner und die Geduld so klein sind, dass man keine 2 Jährchen warten kann, sollte man tatsächlich kein Lebewesen mit ihm in die Welt setzen.