Erfüllte Sexualität liegt aber nicht nur am Partner sondern auch an einem selbst.


    Ich hatte Freundinnen, bei den war ich (sexuell gesehen) der Alleinunterhalter. Diese Frauen wussten mit sich selbst gar nichts anzufangen und der Sex war mühselig und langweilig.


    Heute hab ich eine Freundin die ihre eigenen sexuellen Wünsche und Vorlieben kennt und ausliebt. Der Sex war noch nie so einfach und unbeschwert. Um es auf den Punkt zu bringen: wir haben dann man ein wenig eingekauft, um auch die Aspekte der Sexualität zu berücksichtigen, die der Partner vielleicht nicht erfüllen kann. Und sind sehr zufrieden damit.

    Ich glaube, wir brauchen dringend Input von Forever25, nachdem hier schon ganz viel durcheinander diskutiert haben. Sonst kann sich alles in eine Richtung bewegen, die ihr nicht weiterhilft. Ihre Sicht auf die verschiedenen Sichten hier wäre schon wertvoll, da ihre Aspekte möglicherweise zu kurz kommen.

    @ forever25**

    Ich möchte Dich gern etwas fragen: Welchen Wert gibst Du Deiner Ehe, wenn Du das Thema Sex ausklammerst?


    Als "alte Tante" mit 32 Ehejahren auf dem Puckel kann ich Dir nur sagen, eine Beziehung über viele Jahre für beide Partner "schön" zu gestalten, bedeutet Arbeit, Kompromisse schließen und sich immer wieder auch zu fragen, was brauche ich und was braucht mein Partner. Liebe, Vertrauen und Geborgenheit geben all dem ein Fundament und in manchen Krisen sollte man auch mal graben und gucken, ob dieses Fundament noch vorhanden ist. Diese Frage kannst Du nur für Dich allein beantworten. Eine offene Ehe müssen beide wollen, weil alles andere zu Lasten des Vertrauens geht. Ihr seid beide noch jung. Das bietet die Chance, gemeinsam nach Wegen zu suchen, aber auch die Chance, getrennt nochmal neu anzufangen, wenn es keine Lösung gibt. Ich frage mich z.B. , wie Du damit umgehen wirst, dass die sexuelle Lust sich mit den Jahren verändert, wenn Du jetzt schon unzufrieden bist. Und ich frage mich, ob das Thema Sex nicht nur ein Synonym dafür ist, dass Du diese Ehe gar nicht willst.

    Hallo zusammen,


    entschuldigt meine lange Abwesenheit. Ich habe alles gelesen und danke erstmal. Zimktkeks hat mich voll verstanden ;-) Und ja, ein Glück haben wir keine Kinder und kein Haus. Meiner Meinung nach sind Kinder das EINZIGE, was einen wirklich bindet. Für immer, unauflösbar. Ehen kann man scheiden, Häuser verkaufen. Kinder sind da. Wie auch immer, wir haben nur Tiere und die kann man irgendwie aufteilen ;-)


    Die Sache mit dem Club. Also mein Mann würde sogar hingehen, wenn wir zunächst nur zugucken. Er ist da schon offen und in letzter zeit redet er auch mal mit mir über solche Dinge. Das Problem ist nur, dass ich gar nicht weiß, ob ich das überhaupt will. Sex ohne jegliche Emotionen (damit meine ich nicht direkt Liebe) reizt mich nicht. Ich mag das Kribbeln und die Aufregung und der Sex an sich ist eigentlich nur noch die logische Konsequenz aus dem Rest. Schwer zu erklären. Ich weiß nicht was mit mir los ist, wieso ich süchtig bin nach Liebe und Verliebtheit. Ich war schon IMMER so, also seit ich sowas ie Gefühle kenne. Ist aber nicht alltagstauglich.


    Einen fortschritt erkenne ich schon selbst, mittlerweile denk ich nicht mehr bei jedem Kribbeln, dass das die große Liebe ist. Ich bin jetzt also deutlich fähiger zu erkennen, ob ich wirklich verliebt bin oder ob es nur ein bisschen aufregendes Kribbeln ist. Ich habe Männer kennengelernt, die finde ich interessant, attraktiv und reizvoll, ja. Aber mit keinem von denen wäre ich gern richtig zusammen. Da würden mir gelegentliche Treffen reichen. Und nein, ich hatte mit keinem dieser Männer irgendetwas. Ich kann also irgendwie unterscheiden zwischen dem Menschen, mit dem ich mein Leben teilen will, der neben mir einschläft, mit dem ich vielleicht mal ein Kind bekomme und der da ist, wenn es mir schlecht geht und für den ich da bin, wenn es ihm schlecht geht. Das macht für mich eine echte Beziehung aus und ist für mich der Unterschied zu anderen Männern, die ich einfach nur interessant finde.


    Aber ich weiß, dass diese Denkweise nicht verbreitet ist und für die meisten Leute nicht nachvollziehbar. Kann ich verstehen, ich wünschte auch ich würde so denken wie mausi (naja, nicht ganz so naiv vielleicht, aber immerhin den guten Vorsatz haben).

    Zitat

    Ich kann also irgendwie unterscheiden zwischen dem Menschen, mit dem ich mein Leben teilen will, der neben mir einschläft, mit dem ich vielleicht mal ein Kind bekomme und der da ist, wenn es mir schlecht geht und für den ich da bin, wenn es ihm schlecht geht. Das macht für mich eine echte Beziehung aus und ist für mich der Unterschied zu anderen Männern, die ich einfach nur interessant finde.

    Warum findest du deinen Mann nicht interessant? Interesse kann man aufrecht erhalten oder einschlafen lassen. Das ist aber eine Sache der Partner- ob sie leidenschaftlich sind, neue Ideen, neue Abenteuer suchen und finden, oder ob sie die ewiggleichen Alltag über sich ergehen lassen ...


    Wenn man es in der eigenen Beziehung nicht hinbekommt, fängt man extern zu suchen an ... das kann der Beginn vom Ende der Beziehung werden.

    Zitat

    Aber ich weiß, dass diese Denkweise nicht verbreitet ist und für die meisten Leute nicht nachvollziehbar.

    Ich glaube, da irrst Du Dich. Diese Denkweise ist die verbreitetste von allen (nur nicht die meist-kommunizierte) und ich halte Dich im übrigen für völlig normal.


    Die einen werden diesen Bedürfnissen durch "serielle Monogamie" gerecht, die anderen durch Betrug und Affairen. Dann gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, wie die von Dir angesprochene Offene Beziehung und das (vermeintliche) Ideal, dass Partnerschaften durch Reflexion, Kommunikation und viel, viel Arbeit dauerhaft in für beide Seiten befriedigender Monogamie lebbar sind.


    Letzteres halte ich aber für recht selten und es spielen da natürlich weitere Faktoren eine Rolle: beispielsweise, wie die Libido der einzelnen ausgeprägt ist, welchen Stellenwert man Sex einräumt, wie gut man zueinander passt und ich denke, nicht zuletzt auch, in welchem Alter man die Partnerschaft eingegangen ist.


    Mit Anfang oder Mitte 20 wäre ich beispielsweise nie soweit gewesen, mich dauerhaft zu binden. Zu aufregend war (noch) der Reiz des Neuen, das Bedürfnis nach Bestätigung. Die Schmetterlinge flogen hoch (aber starben unter Umständen auch wieder recht schnell). Selbstverständlich gab es den Wunsch und die Vorstellung, dass es die eine, große Liebe ist, aber es kam auch vor, dass da nur der aufregende Flirt im Vordergrund stand. Ich habe entsprechend meiner Bedürfnisse gelebt und mangels Erfahrung mit Sicherheit auch den ein oder anderen "falschen" Partner gewählt. Die Schattenseite des ganzen ist allerdings, und da mach' ich mir nichts vor, dass ich nun, mit Mitte 30 eben nicht Kind und Häusschen vorweisen kann.


    ich will gar nicht werten, was besser oder schlechter ist. Alles kommt zu einem Preis und alles hat Vor- und Nachteile. Einige schaffen es, das "Fremdverlieben" einfach für eine Weile für sich zu genießen (ohne aktiv in diese Richtung zu werden) und der "stabilen Liebe" den Vorzug zu geben und damit auch ihren Frieden zu haben.


    Du kannst nur bedingt was für Deine Gefühle, aber Du entscheidest, wie Du damit umgehst.


    Heute ist "das Neue" für mich viel weniger spannend/aufregend. Zum einen, weil ich die Erfahrung(en) gemacht habe, zum anderen weil ich (so glaube ich zumindest, denn meine Partnerschaft ist nun noch relativ frisch) bei meinem jetzigen Partner betreffend Optik/mein Typ/sexuelle Neigungen keinerlei Kompromisse eingegangen bin, was ich in vorigen Partnerschaften "aus Liebe" durchaus getan habe. Rein sexuell kann mich ein anderer also gar nicht mehr reizen, als mein jetziger Partner - und dies kann ich, eben aufgrund vielseitiger Erfahrungen - mit extremer Sicherheit behaupten.


    Schwierig ist bei Dir, dass Du in Dir das Bedürfnis nach Abenteuer, sexuellem Neuland, Bestätigung, etc. hast, dies aber mit dem gleichzeigen (gelebten, denn ihr habt ja geheiratet) Wunsch nach Stabilität kollidiert. Und ich kann verstehen, dass Du dieses Dilemma auflösen möchtest. Wenn Dein Partner aber nicht dafür offen ist, (zumindest zeitweise) eine Offene Beziehung zu leben, bleiben Dir nur die Möglichkeiten: damit Deinen Frieden zu finden, diese Bedürfnisse nicht zu erfüllen bzw. diese Erfahrungen zu machen, Trennung oder Betrug. Für mich wäre nur letzteres keine Option.

    Zitat

    dass Partnerschaften durch Reflexion, Kommunikation und viel, viel Arbeit dauerhaft in für beide Seiten befriedigender Monogamie lebbar sind.

    Es macht nicht "viel, viel" Arbeit- genaugenommen ist es einfacher und mit weniger Aufwand verbunden, als serielle Monogamie oder gar Fremdgehen (Affären)/offene Beziehung. Zudem empfinde ich es nicht wirklich als Arbeit, auch wenn man es manchmal so fälschlicherweise bezeichnet. Zudem gibt es durchaus Menschen, die Monogamie mögen (auch wenn dies seltener vorkommen mag). Die meisten Beziehungen scheitern nicht daran, weil sie Monogamie ätzend oder langweilig finden, sondern weil die Partner sich durch den kruden Lebensalltag voneinander entfernen, irgendwann nicht mehr richtig zusammenpassen oder sich infolge überwiegend eintönigen Lebensalltags "langweilen". Es kommt dann oft ein Gefühl: "Das soll alles gewesen sein?" auf. Wer sich selbst keine Abwechslung, Abenteuer, Spannung, Fantasie, Kribbeln aufbringen kann, versucht sich das nicht selten über andere Personen zu importieren.

    @ sensibelman

    ich glaube, es spielt weniger eine Rolle, wie sich die Partner verhalten (und damit die Beziehung am Leben halten), sondern ob es tatsächlich passt und ob die Betreffenden der Typ Mensch dafür sind bzw. was die Betreffenden wollen. "Arbeit" ist bestimmt nicht der ganz treffende Begriff, da stimme ich Dir zu. Eine tote Beziehung oder eine Beziehung ohne Basis wird auch durch ganz viel Aktionismus eine gute.