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    Studium mit 30 und soziale Kontakte aufrecht erhalten - Erfahrungen?

    Hallo zusammen,


    und zwar werde ich voraussichtlich aus gesundheitlichen Gründen erst so mit 30 studieren können. Also das wäre einen Monat vor meinem 30. Geburtstag, da will ich dann anfangen schon, damit ich auch Bafög noch bekomme, was ja mit über 30 nicht möglich ist im Bachelor, soweit ich weiß. Nun ja, ich plane Psychologie zu studieren. Sollte es klappen, wird es wohl ein aufwändiges und zeitintensives Studium. Ich weiß, das sind sie irgendwo alle, aber es ist schon etwas anspruchsvoller denke ich, als wenn man jetzt soziale Arbeit studiert. Das ist absolut nicht abwertend gemeint. In meinem Fall ist es so, dass ich extrem viel Mathe lernen muss, um es zu begreifen, bin da kein Naturtalent, und Psychologie ist ja ein mathelastiges Fach.


    Ein Kollege von mir hat Ingenieurwissenschaften studiert, war immer sehr gut in Naturwissenschaften, hatte aber sehr daran zu knabbern und musste so viel lernen, dass kaum noch Zeit für soziale Kontakte blieb.


    Die meisten werden ja, wenn ich anfange mit dem voraussichtlich sehr zeitintensiven Studium und wohl noch Nebenjob, schon fertig mit sowas sein und ihre 120-160 Stunden arbeiten und dann die Freizeit genießen können, ich werde voraussichtlich mehr Zeit für die Arbeit und das Studium aufwenden müssen.

    Ich muss zugeben, dass ich Angst davor habe, kaum etwas mehr mit Freunden dann zu unternehmen und auch keinen Partner halten zu können in der Zeit.


    Ich bin sehr interessiert an euren Erfahrungen, wie das so ist, wenn man im Umfeld sozusagen die einzige ist, die kaum Zeit hat. Hat es euren Freundschaften bzw. Partnerschaften geschadet? Half es, alles zu planen? Ich habe schon Angst davor, wie ein wandelnder Zombie die 3 Jahre umherzulaufen, der vom ganzen Lernen und Arbeiten nur noch kaputt und froh sein wird, wenn er endlich mal ein Auge zudrücken kann in Ruhe.

    Vielleicht kann mir einer ja die Angst nehmen. Ich weiß natürlich, dass das eigentlich keinen Sinn macht, sich jetzt schon um sowas Gedanken zu machen, irgendwie beschäftigt es mich doch. Für Erfahrungen und Tipps wäre ich also sehr dankbar. :)


    Ich bin sehr daran interessiert, wie das bei

  • 26 Antworten
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    Organisation ist im Studium alles. Selbständiges kontinuierliches mitlernen erspart einem viel Leid am Ende des Semesters, oder vor Klausuren.


    Ich habe aber eher die Erfahrung gemacht, dass gerade ältere Studenten entspannter sind, und sich nicht so schnell aus der Bahn bringen lassen, weil sie schon entsprechend Lebenserfahrung mitbringen. Wohingegen sich die übereifrigen 18 jährigen Ersti Studenten vornehmlich selbst stressen. Sei es die tagtägliche Frage ob dies oder jenes prüfungsrelevant ist, die Aufregung/Pikiertheit wenn man es in der Vorlesung nicht schafft alles Wort für Wort mitzuschreiben, oder die Stalker die meinen man muss den/die ProfessorIn nach jeder Vorlesung unbedingt mit 1000 (meißt total sinnlosen) fragen löchern.



    Es hängt wirklich nur an dir, ob du während den Studium für andere Sachen Zeit hast.

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    Der Arbeitsaufwand im Studium schwankt ja während des Semesters, aber es liegt an Dir, ob du bereits während des Semesters die Vorlesungen nacharbeitest, oder Dir vor den Klausuren Spitzen bei der Arbeitsbelastung erlaubst. Die Statistikscheine haben mit Mathematik aus der Schule m.M. nach eher wenig gemeinsam. Die sollten aber kein Problem sein, wenn man regelmäßig die Tutorien besucht und mitarbeitet. Ob du Deine sozialen Kontakte vernachlässigen musst hängt von deiner Organisation und auch ein wenig von deiner Auffassungsgabe ab, aber während der Semesterferien solltest Du zumindest wenn keine Hausarbeiten anstehen frei haben.

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    RiverHaze schrieb:

    Also das wäre einen Monat vor meinem 30. Geburtstag, da will ich dann anfangen schon, damit ich auch Bafög noch bekomme, was ja mit über 30 nicht möglich ist im Bachelor, soweit ich weiß.

    Normalerweise ist es ab 30 ausgeschlossen (ebenso wie die Krankenversicherung der Studenten). Aber keine Ausnahme ohne Regel ;-) Wenn du erst später deine Hochschulzugangsberechtigung erworben hast oder andere gute Gründe dafür verantwortlich sind, dass du früher nicht studieren konntest, kann auf beides noch ein Anspruch bestehen. Muss man dann eben nur etwas hinterherlaufen und nachweisen.


    Wieviel Zeit für soziale Kontakte fehlen, ist doch mit 30 nicht anders8-( Gerade jetzt ist doch das Umfeld meist eh berufstätig?

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    mnef schrieb:
    RiverHaze schrieb:

    Also das wäre einen Monat vor meinem 30. Geburtstag, da will ich dann anfangen schon, damit ich auch Bafög noch bekomme, was ja mit über 30 nicht möglich ist im Bachelor, soweit ich weiß.

    Normalerweise ist es ab 30 ausgeschlossen (ebenso wie die Krankenversicherung der Studenten). Aber keine Ausnahme ohne Regel ;-) Wenn du erst später deine Hochschulzugangsberechtigung erworben hast oder andere gute Gründe dafür verantwortlich sind, dass du früher nicht studieren konntest, kann auf beides noch ein Anspruch bestehen. Muss man dann eben nur etwas hinterherlaufen und nachweisen.


    Wieviel Zeit für soziale Kontakte fehlen, ist doch mit 30 nicht anders8-( Gerade jetzt ist doch das Umfeld meist eh berufstätig?

    Vielen Dank für den Tipp, dass es Ausnahmen gibt, das beruhigt mich etwas.


    Ja, aber ich werde voraussichtlich um die 160 Stunden um den Dreh fürs Studium aufwenden, dann nochmal so 40 Stunden arbeiten.. Die meisten Menschen arbeiten so 120-160 Stunden monatlich. Zusätzlich werde ich dann noch in den Klausurenphasen enorm viel lernen, das wird ja schon ein wenig zeitintensiver als ein normaler Job, und da fände ich es echt schade, wenn ich kaum noch Zeit hätte und man sich entfremdet von seinem Umfeld, weil man kaum noch an Unternehmungen teilnehmen kann oder in den Urlaub fahren kann.

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    Urlaub - dazu gibt es Ferien. Wenn du dann nicht arbeitetest, muss man planen. Ansonsten, einen Samstag Abend zb mit Freunden treffen,... Das wird auch so möglich sein, ist alles eine Frage der Planung.

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    RiverHaze schrieb:

    Zusätzlich werde ich dann noch in den Klausurenphasen enorm viel lernen, das wird ja schon ein wenig zeitintensiver als ein normaler Job, und da fände ich es echt schade, wenn ich kaum noch Zeit hätte und man sich entfremdet von seinem Umfeld, weil man kaum noch an Unternehmungen teilnehmen kann oder in den Urlaub fahren kann.

    Wie kommst du darauf? Natürlich muss man speziell in den Klausurphasen viel lernen, wobei das natürlich wieder davon abhängig ist wie viel man vorher schon gemacht hat. Außerdem gibt es genügend Studenten die Arbeit, Studium und Freundschaften ohne große Probleme unter einen Hut bekommen. So unmöglich wie du es dir vorstellst ist es nicht.


    Wie lange dauerts noch zum bis du studieren wirst? Denn ich würde mir nicht jetzt schon den Kopf über Sachen zerbrechen, die vielleicht erst in 3-4 Jahren eintreffen.

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    Da pflasterst du dir deinen Weg gedanklich aber ganz schön mit Steinen zu. Warum machst du das bzw. wenn du solche Zweifel hast, warum planst du dann ein Studium?


    Ich habe während meines Studiums 30 Wochenstunden gearbeitet. Es war ein Studium an einer Uni, also ohne festen „Stundenplan“, sodass es an mir selbst lag welche bzw. wie viele Scheine ich in einem Semester mache. Vorlesungen habe ich fast nie besucht, es gab aber viele Pflichtveranstaltungen (Seminare), die nachmittags oder als Blockveranstaltungen stattfanden. Ich hatte - einen Teil des Studiums - eine Beziehung und ich hatte Freunde, teilweise sogar aus dem Studium heraus.
    Für mich war das Studium immer eine Bereicherung, es hat mein Leben zu der damaligen Zeit gut ergänzt - und vor allem hatte ich ein Ziel vor Augen, da war kein Platz für Zweifel oder Sorgen. Das einzige, worauf ich ein paar Jahre fast gänzlich verzichten musste, war Urlaub. Das war sowohl zeitlich schwierig (Urlaub ging großteils für die Blockseminare und fürs Arbeiten schreiben und lernen drauf), als auch finanziell. Aber man lernt ja nicht 24/7, wo also soll das Problem sein, Freunde zu treffen.


    Wenn du mit Ende 20 noch studieren willst, dann wirst du damit ja auch eine ganz besondere Motivation verbinden? Ich kann dir nur raten, dich darauf zu besinnen, alles weitere wird sich dann daraus ergeben.

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    RiverHaze schrieb:

    aber es ist schon etwas anspruchsvoller denke ich, als wenn man jetzt soziale Arbeit studiert. Das ist absolut nicht abwertend gemeint. In meinem Fall ist es so, dass ich extrem viel Mathe lernen muss, um es zu begreifen, bin da kein Naturtalent, und Psychologie ist ja ein mathelastiges Fach.

    Das Problem hier ist nicht, dass das eine Studium objektiv betrachtet leicht und das andere schwer ist, sondern dass Psychologie für dich schwer ist, weil du Mathe nicht kannst. An deiner Stelle würde ich mir gut überlegen ob das für dich passt - sehr spät ein Studium beginnen, das man dann nicht schafft, ist ggf frustrierender als eine Ausbildung zu machen die einem vielleicht nicht 100%ig liegt.

    RiverHaze schrieb:

    Ich bin sehr interessiert an euren Erfahrungen, wie das so ist, wenn man im Umfeld sozusagen die einzige ist, die kaum Zeit hat. Hat es euren Freundschaften bzw. Partnerschaften geschadet?

    Das ist doch nicht anders als wenn auch die Freunde kaum Zeit haben. Ein Problem könnte eher darin liegen, dass du in einer ganz anderen Lebensphase bist: Deine gleichaltrigen Freunde sind berufstätig, gründen vielleicht gerade eine Familie, und du studierst. Umgekehrt sind deine Kommilitonen mind. 10 Jahre jünger als du, so dass es schwierig sein dürfte, neue Freundschaften zu knüpfen.

    RiverHaze schrieb:

    Also das wäre einen Monat vor meinem 30. Geburtstag, da will ich dann anfangen schon, damit ich auch Bafög noch bekomme, was ja mit über 30 nicht möglich ist im Bachelor, soweit ich weiß.

    Wenn du so eine Gewalttour planst, solltest du dich darüber schon sehr genau informieren.

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    Zitat

    An deiner Stelle würde ich mir gut überlegen ob das für dich passt - sehr spät ein Studium beginnen, das man dann nicht schafft, ist ggf frustrierender als eine Ausbildung zu machen die einem vielleicht nicht 100%ig liegt.

    Da kann ich zu 100% widersprechen. Ein Studium ist anspruchsvoll, kostet Zeit, nerven, schlaflose Nächte... Soll man es deswegen nicht versuchen und einen vermeintlich einfacheren Weg gehen, den man aller Wahrscheinlichkeit nach schafft?


    Nur weil man x Jahre alt ist, oder bisher in Mathe Durchschnitt war?


    Niemals würde ich jemandem diesen Rat geben.


    Aim high!!! An Herausforderungen wächst man. Besser so, als sich dann in zehn Jahren im falschen Beruf wieder zu finden und sich vorzuwerfen, nicht den Mut gehabt zu haben, es versucht zu haben. Das wäre eine höchst frustrierende Situation. Nur weil man den einfacheren Weg gehen wollte.


    Und für den TE: Mach dir keinen Kopf. Organisier dich gut, lerne kontinuierlich. Da ist ein Samstagabend mit Freunden alle mal drin. Abgesehen davon, die werden auch nicht mehr die ewig feiernden Partytiere mit unendlich viel Freizeit und Energie sein. ;)


    Zerbrich dir nicht den Kopf über Dinge, die in der Zukunft liegen und auf die du jetzt keinen Einfluss hast.


    Alles Gute! Du schaffst das!

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    Die sozialen Kontakte bringt das Studium schon von sich aus - also ein Präsenzstudium. In den Vorlesungen, aber auch Studentenclubs.


    Sogar bei einem Fernstudium, wer sich für seine Mitkommilitonen interessiert. Oder wer sich als Mathe-Nicht-Geek die Kontakte bei den Mathe-Geeks (m/w/d) holt, um das in Nachhilfe zu büffeln.


    Und ja: Organisation ist (fast) alles.


    Schon eher fraglich: welche Richtung soll es in der Psychologie dann werden:

    1) Klinische Psychologie und Richtung Psychotherapeutischer Psychotherapeut? Das wird ein langer Weg und ein teurer Weg. Das muss dir vorher klar sein. Aber es ist auch richtig Bedarf dafür da. Ob deine gesundheitliche Vergangenheit das noch so zulässt oder ratsam macht: frag dich mal so durch.

    2) der ganze Rest: Arbeitspsychologie/Organisationspsychologie, Wirtschaftspsychologie, usw.? Das ist viel weniger streng reglementiert.

    3) Pädagogische Psychologie - weiß ich nicht.

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    Zitat

    Die sozialen Kontakte bringt das Studium schon von sich aus - also ein Präsenzstudium. In den Vorlesungen, aber auch Studentenclubs.

    Nur eben: Du dann gerade 30 geworden, versus die anderen zwischen 18, 19, bis 22, 25 als Studienanfänger - das mag da schon öfter immer mal eine kleine Hürde sein im Knüpfen sozialer Kontakte, weil die Lebenserfahrung in dem Alter schnell gewachsen ist - aber mit dem Studium habt ihr ja auch verbindende Inhalte.

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    just_looking? schrieb:

    Urlaub - dazu gibt es Ferien. Wenn du dann nicht arbeitetest, muss man planen. Ansonsten, einen Samstag Abend zb mit Freunden treffen,... Das wird auch so möglich sein, ist alles eine Frage der Planung.

    Ja, aber ich habe oft gehört, dass in den Ferien überwiegend gelernt wird... Naja, ich werde es ja sehen.. Der besagte Kollege von mir war auch im Urlaub mit seiner Familie, musste aber selbst dort fast die ganze Zeit für sein Studium lernen. Natürlich ist jeder anders, aber er hat schon eine hohe Auffassungsgabe und ist sehr talentiert und hat seinen Master auch mit 1,0 abgeschlossen..

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    wave_seven schrieb:

    Da pflasterst du dir deinen Weg gedanklich aber ganz schön mit Steinen zu. Warum machst du das bzw. wenn du solche Zweifel hast, warum planst du dann ein Studium?


    Ich habe während meines Studiums 30 Wochenstunden gearbeitet. Es war ein Studium an einer Uni, also ohne festen „Stundenplan“, sodass es an mir selbst lag welche bzw. wie viele Scheine ich in einem Semester mache. Vorlesungen habe ich fast nie besucht, es gab aber viele Pflichtveranstaltungen (Seminare), die nachmittags oder als Blockveranstaltungen stattfanden. Ich hatte - einen Teil des Studiums - eine Beziehung und ich hatte Freunde, teilweise sogar aus dem Studium heraus.
    Für mich war das Studium immer eine Bereicherung, es hat mein Leben zu der damaligen Zeit gut ergänzt - und vor allem hatte ich ein Ziel vor Augen, da war kein Platz für Zweifel oder Sorgen. Das einzige, worauf ich ein paar Jahre fast gänzlich verzichten musste, war Urlaub. Das war sowohl zeitlich schwierig (Urlaub ging großteils für die Blockseminare und fürs Arbeiten schreiben und lernen drauf), als auch finanziell. Aber man lernt ja nicht 24/7, wo also soll das Problem sein, Freunde zu treffen.


    Wenn du mit Ende 20 noch studieren willst, dann wirst du damit ja auch eine ganz besondere Motivation verbinden? Ich kann dir nur raten, dich darauf zu besinnen, alles weitere wird sich dann daraus ergeben.

    Hast du denn den Studium in der Regelzeit geschafft? Das hört sich schon nach viel Aufwand an mit 30 Arbeitsstunden zusätzlich. Mir hat mal jemand erzählt, dass es viele gab, die nicht zu Vorlesungen, die nicht verpflichtend waren, hingegangen sind, und in einer Klausur tauchte dann etwas, was er in einer Vorlesung nur so nebenher erzählt hat, als Multiple Choice Frage auf.. Das verunsichert dann etwas..

    Ja, das habe ich auch mitbekommen, dass die Ferien meist für das Lernen draufgehen. Das wäre schon schade, wenn man nicht mal eine Woche Urlaub machen könnte, aber jeder ist ja anders.


    Ja, ich bin schon sehr motiviert und möchte das Studium unbedingt schaffen.