Sucht nach Aufmerksamkeit/Bestätigung + Übelkeit

    Hallo!


    Ich fang gleich mal an:


    Ich (w) bin Mitte 20 und seit über 1 Jahr in einer Beziehung, kenne aber meinen Freund schon fast 2,5 Jahre. Nichtsdestotrotz ich eigentlich recht glücklich bin, auch wenn wir gerade wegen St...udium- und Arbeitsstress wenig Zeit füreinander haben, komm ich einfach nicht davon los, mir Bestätigung und Aufmerksamkeit durch andere Männer zu holen. Letztens bin ich teilweise so weit gegangen, dass ich einem Mann, den ich auf einer Party durch eine Freundin kennenlernte am "Kennenlernabend" nichts von meinem Freund erzählt hab. Natürlich war da Alkohol im Spiel, aber in erster Linie haben wir uns gut unterhalten und ich wollte einfach den Kontakt halten und so hab ich ihn auf Facebook hinzugefügt, wo wir dann auch teilweise weitergingen und der Chat schon ins Sexuelle ging... für mich irgendwie extrem "spannend". Es kam dann auch 2 Tage später dazu, dass ich einen Abend mit Wein bei ihm verbrachte. Er hatte natürlich immer versucht, mir näherzukommen und auch, mich zu küssen. Er war da echt süß und aufmerksam und ich hoffte, mich da nicht "verliebt" zu haben. Immer wenn er mir näher kam, wurde mir schlecht... und zwar schon so schlecht, dass ich dachte, ich müsse mich jederzeit übergeben... => darauf komm ich aber später zurück.


    Nun, ich Feigling, bin relativ schnell abgerauscht, als ich merkte, dass er mir immer näher kam (wobei aber natürlich auch das schlechte Gewissen meines Freundes gegenüber eine wichtige Rolle spielt). Und ich hab dem Mann dann am Nachhauseweg geschrieben, dass ich in einer Beziehung sei.


    Um zum Punkt zu kommen: ich "suche" trotz Beziehung ständig nach neuen Männern, ständig nach dem "Kick" der Kennenlernphase, ständig nach Anerkennung/Bestätigung. Das ist wie eine Sucht, die nicht aufhört... ich fühl mich da wie ein anderer Mensch, wie im Rausch...


    Zusätzlich kommt eben noch dazu, dass mir, wenn mir die Männer körperlich näher kommen wollen, mir unheimlich übel wird.... also wirklich übel.... bei einem hab ich mich vor ca. 3 Monaten schon mal ein wenig übergeben :-o


    Aber auch als ich Single war, wurde mir bei körperlicher Annäherung übel..


    Was ist das?


    Was soll ich nun tun, um die "Sucht" abzustellen und mich nicht ständig nach neuen Männern umzusehen? Ich will meine Beziehung nicht dafür aufs Spiel setzen!


    Bitte helft mir!


    Calumyna @:)

  • 19 Antworten

    Ich kannte auch mal ein Mann, der bei jeder Annäherung, egal welcher Frau, kotzen mußte. Obwohl er sich eigentlich gut fand.


    Er blieb wegen dem Problem alleine. Ein Psychologe sagte ihm, dass dies ein Orgasmus aus falscher Richtung sei. (War garantiert ein Freudianer.)

    Lass dir nichts einreden, Calumyna. Möglicherweise hast du ja ein Problem mit deiner Sexualität. Weil du die Würgereize ja auch als Single hattest. Naja, und deine 'Spielchen' hinsichtlich deiner Sucht sind sicherlich auf Dauer gesehen eher ungesund. Du bringst dich damit unter immensen Druck. Das hat dann schon etwas von einem Spielsüchtigen.

    Calumyna

    Zitat

    Ich (w) bin Mitte 20 und seit über 1 Jahr in einer Beziehung, kenne aber meinen Freund schon fast 2,5 Jahre. Nichtsdestotrotz ich eigentlich recht glücklich bin, auch wenn wir gerade wegen St...udium- und Arbeitsstress wenig Zeit füreinander haben, komm ich einfach nicht davon los, mir Bestätigung und Aufmerksamkeit durch andere Männer zu holen.

    Ich gehöre zum Menschenschlag, der einem harmlosen Flirt nicht abgeneigt gegenüber steht. Wobei ich harmlos mit der Verantwortung verbinde, dass alle Beteiligten über Status und gewollt distanziert unverbindlicher Absicht des Flirts Kenntnis haben. Deutlich für mein Gegenüber erkennbar ist, dass damit kein Ziel verbunden ist, z.B. Gefühlsaufbau, Beginn von Seitensprung oder Affäre ausgeschlossen ist.


    Die Spielregeln sind bekannt und akzeptiert. Das wären meine Bedingungen, um ohne zwischenmenschliche Komplikationen einem flirtigen Miteinander zu zustimmen. Es lockert den Alltag auf, macht positive Stimmung und nach dem Geturtel ist jeder in seiner Welt und weiß wo sein Platz ist.


    Bei Dir sieht der Flirt etwas "folgenreicher" aus, weil neben der unverbindlichen virtuellen Basis eine persönliche Begegnung nicht ausgeschlossen wurde/wird. Bzw. der Flirtpartner anfangs nicht die Kenntnis darüber hatte, dass Du in einer Beziehung lebst.

    Zitat

    Er war da echt süß und aufmerksam und ich hoffte, mich da nicht "verliebt" zu haben.

    Beim Wort "eigentlich" werde ich häufig stutzig, weil es impliziert, der grobe Rahmen passt, aber ins Detail geschaut gibt es einige ungeklärte Baustellen zwischenmenschlich.

    Zitat

    auch wenn wir gerade wegen St...udium- und Arbeitsstress wenig Zeit füreinander haben

    Hälst Du diese Begründung für die einzig wahrscheinliche, warum Du gern über den "Tellerrand" euer Beziehung hinaus schaust/gehst? Mir scheint, es gibt bei euch darüber hinaus gehend noch andere Dinge die Du vermisst.


    Warum hoffst Du bei einer unverbindlichen Begegnung Dich nicht "verliebt" zu haben? Bist Du leicht für emotionale Bindungen empfänglich bei intensiver Zuwendung/Aufmerksamkeit?

    Zitat

    ich "suche" trotz Beziehung ständig nach neuen Männern, ständig nach dem "Kick" der Kennenlernphase, ständig nach Anerkennung/Bestätigung.

    Verstehen kann ich, dass nach 12 Monaten Beziehungszeit die ersten Schmetterlinge der Anfangszeit mehr und mehr verfliegen. Dieses ständig präsente Hochgefühl weniger wird, dass Dir den Atem raubte, romantische Gefühle ins Unermessliche steigern ließ usw.


    Gibt es in der Zwischenzeit Seiten, Charakterzüge, weniger angenehme Akzente bei Deinem Freund, die Dich nach dem neuem Nervenkitzel suchen lassen?


    Lebt ihr eure Beziehung weiter räumlich auseinander, führt vielleicht nur eine WE-Beziehung? Schenkt Dein Freund Dir weniger Aufmerksamkeit wenn ihr Zeit miteinander verbringt? Ist mit eigenen Interessen und Hobbies zu abgelenkt, um Deine Bedürfnisse zu erkennen?


    Wie war Dein Verhalten in vorherigen Beziehungen, wenn es diese gab? Hast Du das Gefühl Dich zu früh entschieden/gebunden zu haben? Möchtest noch neue Erfahrungen und nicht ausgelebte Bedürfnisse erproben für Dich?

    Zitat

    Was soll ich nun tun, um die "Sucht" abzustellen und mich nicht ständig nach neuen Männern umzusehen? Ich will meine Beziehung nicht dafür aufs Spiel setzen!

    Helfen wird Dir vielleicht, wenn Du gezielt und ehrlich Deine Sichtweisen auf eure Beziehung hinterfragst. Gibt es negative Dinge, mit denen Du nicht offen umgehst in Bezug auf Deinen Freund? Worüber redet ihr zu wenig?


    Du kannst vielleicht hinter das "Geheimnis" Deines Nervenkitzels kommen, wenn Du darauf stösst was Du in DEINEM Selbst "belohnen" willst mit den Flirts.


    Allerdings muss Dir klar sein, dass man einige Male kräftig mit dem Feuer spielen kann, aber ein paar unüberlegte Momente ausreichen Dich in eine komplizierte Situation zu bringen.


    Es würde dafür ausreichen, dass ein Flirtpartner sich unverhofft fest in Dich verliebt und sich nicht damit abfindet zur Seite "gestellt" zu werden. Dich über Handy, Dir hinterher fahren, öffentliche Facebook-Aufrufe, und mit vielen anderen verrückten Dingen, die verliebte Menschen auf die Beine stellen Deinen Alltag auf den Kopf stellen.


    Es kann sehr verletzen, wenn jemand Deine persönlichen Spielregeln für den unverbindlichen Flirt nicht kennt oder akzeptieren will. Das Spiel mit den Gefühlen anderer kann zum Desaster entwickeln, nicht nur für Dich, sondern für Deine bestehende Beziehung und den Mann, der nicht auf Dich und Deine Präsenz verzichten will.


    Wie gut kennst Du die Männer mit denen Du Dich zum Flirt triffst?

    Zitat

    ich wollte einfach den Kontakt halten und so hab ich ihn auf Facebook hinzugefügt, wo wir dann auch teilweise weitergingen und der Chat schon ins Sexuelle ging... für mich irgendwie extrem "spannend". Es kam dann auch 2 Tage später dazu, dass ich einen Abend mit Wein bei ihm verbrachte.

    So eine flirtig-erotisch aufgeheizte Situation kann durchaus in eine Richtung umschlagen, die ein Mann für sich falsch auslegt und versteht. Er Deine virtuell sexuelle Neugier und Offenheit als eine "Einladung" zu mehr versteht, zumal bei gemeinsam getrunkenen Alkohol. Geht hier nicht um Panikmache, aber um ein Nachdenken darüber wie so ein "lustiger" Abend u.U. enden kann.


    Was Deine Übelkeit bei körperlicher Annäherung betrifft? Bist Du sehr geruchsempfindlich? Gab es zurückliegend in Deinem Leben Situationen die Dir extrem unangenehm waren, wenn jemand die normale Körperdistanz zu Dir ungefragt durchbrochen hat?


    Kannst Du Dich an Schlüssel-Reize oder Situationen aus der Vergangenheit erinnern? Wann ist das "Phänomen" Brechreiz an Dir bewusst wahrgenommen zum ersten Mal passiert?

    Danke für die ersten Antworten!


    Ja, also diese "Flirterei" ist ein ständiges Spiel mit dem Feuer, ich weiß einfach nicht, wo Schluss ist bzw. will ich manchmal gar nicht aufhören. Dann blend ich auch aus, dass ich in einer Beziehung bin.


    Mein Ziel wäre jetzt auch nicht unbedingt, mit meinen Sexpartnern zu schlafen. Es geht eher darum, dass ich könnte, wenn ich es wollen würde. Ich wüsste momentan sonst nix, was ich an meinen Partner vermissen könnte....


    Diese Sucht macht mich schon langsam wahnsinnig...

    Zitat

    Ja, also diese "Flirterei" ist ein ständiges Spiel mit dem Feuer, ich weiß einfach nicht, wo Schluss ist bzw. **will ich manchmal gar nicht aufhören.** Dann blend ich auch aus, dass ich in einer Beziehung bin.

    Kann es sein, dass Du in Deinen aktuellen Partner nicht so verliebt bist, wie Du es Dir wünschen würdest? Du in dieser Beziehung eventuell nur bleibst, wenn Du bei Deinem Freund nicht diesen "Brechreiz" in den Nähephasen hast?


    Dich aber nicht richtig tief emotional gebunden fühlst? Deshalb diesen Kitzel verspürst zu schauen wie es mit dem einem anderen Mann wäre und sich ein besseres dauerhafteres Bindungsgefühl einstellt?


    Welche Eigenschaften liebst Du an Deinem aktuellen Freund? Was macht die Beziehung zu ihm für Dich attraktiv? Wo liegen eure intensiven Gemeinsamkeiten als Paar?


    Was macht ihn für Dich besonders, sodass Du die Beziehung zumindest in Deiner Vorstellung nicht durch die Flirterei gefährden willst? Denn objektiv gesehen tust Du es, und ist Dir auch bewusst. Sonst gäbe es diesen Thread nicht, oder?

    Zitat

    Mein Ziel wäre jetzt auch nicht unbedingt, mit meinen Sexpartnern zu schlafen. Es geht eher darum, dass ich könnte, wenn ich es wollen würde.

    Du nennst Deine potentiellen "Flirtpartner" in Deinem letzten Beitrag "Sexpartner". Also geht es in Deinen Gedanken und Sehnsüchten schon weit über das reine verbale flirten hinaus und es wäre vorstellbar für Dich mit einem Mann XY zu schlafen, wenn der Reiz auf beiden Seiten stimmig ist? Das Du die Macht genießt, die Entscheidung darüber zu treffen wie weit der Flirt geht? Du das letzte Quäntchen Nervelkitzel erzeugst und nicht der Mann allein ?


    Ist der Sex und die Erotik nicht mehr spannend genug mit Deinem aktuellen Partner? Wenn ja, könnt ihr darüber reden und euch auf neue Vorlieben und Abwechslung einlassen?


    Warum empfindest Du diese Neugier auf Lust und erotische Abwechslung als "Sucht"?


    Kannst Du dieses Empfinden nicht steuern?


    Oder steht der Ausdruck "Sucht" eher als Entschuldigung/Ausdruck dafür, dass Du Angst hast erwischt und verurteilt zu werden für das was Du hinter dem Rücken Deines Partners als Nervenkitzel zelebrierst?

    Ahh, hoppla, ich hab mich verschrieben, ich meine eher, dass ich nicht unbedingt mit meinen FLIRTpartnern schlafen müsste... es geht mir rein um das "Spiel" teilweise... einfach was man z.B. VOR der beziehung erlebt, BEVOR man zusammenkommt, der ganze Nervenkitzel, die ganze Aufregung etc. pp.


    Das ist das, was mich wohl an dem ganzen reizt!


    Und ich hab z.B. bei dem Typen jetzt das Gefühl gehabt, dass ich mich echt kurz heftig "verknallt" hätte in den... ich hab den Typen das dann aber gesagt und er hat ja - verständlicherweise - nicht wirklich toll drauf reagiert und meinte, ich soll nix reininterpretieren und keine dumme Sachen machen wie z.B. mit meinen Freund Schluss wegen ihm machen! Und von da an war der "leichte Anflug" von Verliebtheit auch gleich weg ...


    Ich hab diesen Thread eröffnet, weil sich eben schon langsam so eine Art Muster bei mir ergibt, und ich hoffe, dass ich da mal ausbrechen kann...

    So richtig helfen kann ich dir leider nicht, mir ist nur beim Lesen deines Beitrags eingefallen, dass es Menschen gibt, die süchtig nach dem Verliebtheitsgefühl sind. Es ist ja nun mal ein Rauschzustand und als Verliebter ist man quasi nicht zurechnungsfähig.


    »Die Symptome der Verliebtheit lassen sich mit der Abhängigkeit von Drogen vergleichen, die ebenfalls in Verbindung mit erhöhten Dopamin-Werten steht.« Helen Fisher, siehe http://people.physik.hu-berlin.de/~bastis/ignobilis/hirnforschung.htm


    Falls du dich dem Thema kognitiv nähern willst, ist es vielleicht interessant, dich mit der Hirnforschung dazu zu befassen.


    Ansonsten kann ich nur fragen, was dir das Spiel mit dem Feuer gibt? Ist es Abwechslung, begehrenswert sein, Grenzen austesten, ...?

    Zitat

    es geht mir rein um das "Spiel" teilweise... einfach was man z.B. VOR der beziehung erlebt, BEVOR man zusammenkommt, der ganze Nervenkitzel, die ganze Aufregung etc. pp.

    Sorry, du hattest dich ja schon zu den Beweggründen geäußert. Was ich mit deiner Beschreibung spontan assoziiere, ist "sich lebendig fühlen". Weil alles so unklar und fragil ist, fühlt man intensiver, der andere ist einem (noch) fremd, alles geschieht zum ersten Mal. Fehlt dir intensives Erleben im Alltag?


    Und mal platt gefragt, könntest du dir den Kick auch anderweitig holen, durch ne Extremsportart beispielsweise?

    Leider hilft mir da die wissenschaftliche Ansichtsweise nicht viel weiter... ist aber durchaus interessant.


    Den Kick kann ich mir denk ich auch nicht irgendwo anders holen; jedenfalls wüsste ich nichts, was das ersetzen würde.. Extremsportarten kommen eher nicht für mich in Frage.... aber ja, süchtig nach dem Verliebtheitsgefühl beschreibts eigentlich auch ziemlich gut....

    Was würdest Du denn jemandem vorschlagen, der mit einem Suchtproblem zu Dir kommt?


    Es gibt aus der Sucht nur einen Weg raus: Erst mal kalter Entzug! Geh 2 Wochen in ein Kloster oder sonstwo hin wo Du geregelte Zeiten einhalten und viel schweigen musst und keine Kontakte knüpfen kannst. Ich vermute Du wirst Dich wundern wie klar Dir wird was Dein eigentliches Problem ist.


    Gegen jede Art von Sucht hilft zunächst nur Abstinenz. Sonst bleibt man süchtig. So einfach ist das. Willst Du was ändern oder nicht? Das ist die Frage die Du Dir beantworten musst. Wer willst Du sein?

    Zitat

    Den Kick kann ich mir denk ich auch nicht irgendwo anders holen; jedenfalls wüsste ich nichts, was das ersetzen würde.. Extremsportarten kommen eher nicht für mich in Frage.... aber ja, süchtig nach dem Verliebtheitsgefühl beschreibts eigentlich auch ziemlich gut....

    Für mich klingt das nicht nach Sucht nach dem eigenen Verliebtheitsgefühl, denn eigene Verliebtheit ist eher Angst (vor Ablehnung) und Traurigkeit/Unglücklichkeit, die einsetzt, sobald der andere weg ist, und nur weggeht, wenn der andere wieder da ist. Deine Beschreibung klingt für mich eher nach einer Sucht nach dem Verliebtheitsgefühl, Abhängigkeitsgefühl, sexuellen Begehren anderer zu dir. Also nach dem Gefühl von Kontrolle und Macht auf deiner Seite. Denn du entscheidest, was geht und was nicht.

    Zitat

    Es gibt aus der Sucht nur einen Weg raus: Erst mal kalter Entzug! Geh 2 Wochen in ein Kloster oder sonstwo hin wo Du geregelte Zeiten einhalten und viel schweigen musst und keine Kontakte knüpfen kannst. Ich vermute Du wirst Dich wundern wie klar Dir wird was Dein eigentliches Problem ist.

    Eine wirklich Süchtige würde sich in der Situation höchste Mühe geben, die anderen Nonnen unabhängig von ihrem Alter zu verführen und deren Aufmerksamkeit und sexuelle Erregung und Abhängigkeit zu ihr zu erwecken. ;-) Und ja, wenn es so wäre, könnte ihr das dann schon wirklich Sorgen bereiten.

    Zitat

    Gegen jede Art von Sucht hilft zunächst nur Abstinenz. Sonst bleibt man süchtig. So einfach ist das.

    Dann wäre eine wirklich menschenlose/arme Umgebung, das vorübergehende Leben in echter Isolation ein Mittel? Eine rechte Holzhammergeschichte.


    Da finde ich was anderes irgendwie besser: Calumyna, du bist ja schon reflektiert in deinem Denken. Du merkst schon deine eigenen Muster. Ich würde sagen: einfach mit dem Alkohol zurückhalten, dann bleibt auch der Verstand besser aktiv und du bringst dich seltener in ganz prekäre Situationen, die du eigentlich nicht willst. Und ein Stückweit für dich zu akzeptieren, dass du halt einen gewisse Geltungsdrang hast und die Komplimente anderer brauchst.


    Wer da anknüpfen will und sich belesen: in der Individualpsychologie Alfred Adlers wird das (wenn übersteigert vorhanden) als eine Überkompensation von Minderwertigkeitsgefühlen betrachtet.

    Zitat

    Aber auch als ich Single war, wurde mir bei körperlicher Annäherung übel..

    Übelkeit/Brechreiz bei körperlicher Annäherung. Es wäre je eine Art Ekelgefühl. Und Ekel hat an sich sehr gute Seiten: Schutz vor Krankheiten.


    Hier steht was zu Ekel vor anderen Personen:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Ekel#Interpersoneller_Ekel


    "Ekelgefühle können sich auch gegen andere Personen richten, wobei es sich häufig um Reaktionen auf Körpergerüche handelt, aber auch auf unerwünschte körperliche Nähe, speziell von Unbekannten."


    Und darin könnte sich einfach ein Gegenspieler ausdrücken: einer Promiskuität mit vielen Unbekannten (die wäre ja das Resultat, wenn du ständig auf neuen "Männerfang" gehst und da nicht nur die Blicke und Komplimente einsammelst, sondern mehr, ganz ohne eigene Abwehr) steht dann dein Ekel entgegen und lenkt das ganze in Bahnen, sich nur auf Nähe/Sex einzulassen, wenn es eine gewisse Vertrautheit und "chemische Kompatibilität" (über den Körpergeruch) gibt. Der Ekel begrenzt dann die Folgen der Geltungssucht. :-) Wie praktisch, eigentlich!

    Zitat

    Eine wirklich Süchtige würde sich in der Situation höchste Mühe geben, die anderen Nonnen unabhängig von ihrem Alter zu verführen und deren Aufmerksamkeit und sexuelle Erregung und Abhängigkeit zu ihr zu erwecken. ;-) Und ja, wenn es so wäre, könnte ihr das dann schon wirklich Sorgen bereiten.

    Bei ihrer Sucht gehts noch nicht um Sex? Und davon dass sie bi oder lesbisch wäre steht hier auch nichts. Sie muss ja nicht auf zwischenmenschlichen Kontakt verzichten? Sie könnte sich nur mal eine überschaubare Zeit einmal in einem Umfeld aufhalten indem sie ihrer Sucht nicht nachgehen kann!


    Es geht doch darum sich selbst mal richtig einzuschätzen. Ob tatsächlich eine Sucht vorliegt kann man rausfinden indem man auf das Suchtmittel verzichtet. In ihrem Fall sind das Flirts. Bei einem Alkholiker ist das jede Form von Alkohol. Bei einem Pornosüchtigen ist das jede Form von Pornographie. Bei einem Zuckersüchtigen ist es Zucker. Man versuchts mal zu lassen und schaut wie es einem damit geht. Wenn jemand tatsächlich süchtig ist und es nicht mehr sein will hilft nur Entzug, Selbsthilfegruppen, Abstinenz und lernen mit der Sucht umzugehen.


    Es geht aber doch erst mal darum das in ein richtiges Verhältnis zu setzen. Jemand der süchtig ist sagt ja indirekt: Ich kann nichts dafür ich bin zu schwach. Also ist das beste das Suchtmittel zu meiden um wirklich herauszufinden: Bin ich süchtig oder rede ich mir das nur ein, damit ich mein schlechtes Gewissen beruhige, weil ich sehr wohl anders könnte wenn ich wollte! Aber eigentlich will ich gar nicht. Eigentlich will ich flirten und Spass haben und gleichzeitig eine Beziehung führen von der mein Partner denkt sie wäre monogam. Wenn er sich verhalten würde wie ich wäre das natürlich verurteilungswürdig. Also muss ich mich irgendwie davon abheben. Wenn ich "krank" bin kann ich nichts dafür. Ich hab ja schon ein ganz schlechtes Gewissen. Dass muss er doch verstehn. Würde er sich wie ich verhalten wäre er natürlich charakterlich nicht in Ordnung. Bei mir ist das was anders.


    Vermutlich ist es zweiteres. Das merkt man aber wenn das Suchtmittel mal ne Zeit lang weg ist.


    Sicher - kann man das auch anders lösen. Aber bei Sucht sind die Möglichkeiten eigentlich ganz klar. Das bedeutet ja nicht, dass man die Folgen allein durchstehen müsste. Es gibt ja auch Selbsthilfegruppen für Beziehungssüchtige! Einmal googeln und schon ist man schlauer. Wenn man das wirklich wissen will!

    Die andere Richtung wäre: Brechreiz durch zuviel Alkohol vorher. Eine sehr sinnvolle körperliche Reaktion.


    Und nur ein zufälliger zeitlicher Zusammenhang mit deinen Männersuchaktionen, weil du dich ggf. in diesen Situationen auf mehr Alkohol als sonst einlässt. Der Brechreiz läge dann nicht an der körperlichen Annäherung der Männer, sondern am zuviel an Alkohol vorher. Aber ohne das Flirten und Balzen lässt du dich ggf. nicht auf soviel Alkohol ein. Und ohne den Alkohol nicht auf so viel Flirten, Balzen und schnelle körperliche Annäherung an sich unbekannter Personen.


    Wie lässt sich das unterscheiden?


    1) Bechern ohne Männer und Gesellschaft und schauen, was rauskommt. Und wann der Brechreiz kommt. Denn irgendwann kommt der. Muss man ja nicht bis zum äußersten treiben.


    2) Hemmungslos Flirten und Balzen samt körperlicher Annäherung alles ohne Alkohol (oder sonstige psychoaktive Substanzen) und schauen, was rauskommt. Dann hängt's zumindest nicht am Alkohol.


    Es wäre die Kraft der Selbstversuche. ;-)

    Hm... also ich hab schon mal versucht, abstinent zu bleiben, aber spätestens ein paar Monate später...dasselbe Muster. Und ich glaub nicht, dass es ausschließlich am Alkohol liegt (ich gehe übrigens selten auf Partys und trink dort auch kaum Alk)... ich hab dieses Bedürfnis auch, wenn ich nüchtern bin, das äußert sich dann, dass ich dann z.B. mit männlichen Bekannten/Freunden über teils anzügliche Dinge chatte... Und auch da macht sich das schlechte Gewissen wieder breit, aber meistens erst im Nachhinein...