Tipps, um den Kerl endlich zu vergessen

    Hallo miteinander,


    lange war ich stille Mitleserin und habe mich jetzt angemeldet, weil ich denke, dass der eine oder andere von euch vielleicht einen Tipp für mich hat. Leider muss ich etwas ausholen.


    Ich (33) war lange Jahre mit meinem Partner zusammen. Nach der Trennung vor einiger Zeit hatte ich eine Affäre mit einem Arbeitskollegen. Er zeigte anfangs Interesse an mehr (also einer Beziehung), ich war jedoch zunächst vorsichtig, da ich ihn nicht so gut kannte und es langsam angehen wollte. Gleich zu Beginn unserer Affäre begann er nebenher ein Fernstudium. Man muss dazu sagen, dass sein beruflicher Erfolg ihm sehr wichtig ist. Nicht unbedingt karrieretechnisch ganz oben, aber so, dass er zufrieden ist. Und in seinem damaligen Job war er es nicht, daher das Fernstudium.


    Nach ca. einem halben Jahr hatte ich Gefühle für ihn entwickelt und ich konnte mir mehr mit ihm vorstellen. Als ich ihm das gestand, sagte er mir sofort, dass er nach dem Fernstudium wieder Richtung Heimat (300km weg) ziehen wolle. Er wolle dementsprechend keine Beziehung, was weder charakterlich noch äußerlich an mir scheitere. Das glaube ich ihm auch. Die Affäre ging dann noch eine Weile weiter und es wurde mir klar, dass er auch ein schwieriger Mensch ist. Wenn er abends noch völlig normal war, konnte er 12h später morgens schon wieder total mürrisch sein. Sein Job forderte ihn, jedoch verstand ich manchmal nicht, warum er sich so stresste. Er vertraute mir vieles an und rief mich sogar mal weinend Samstagabend an, weil er Probleme hatte (was für einen Mann, der gerne die Kontrolle behält, eher ungewöhnlich ist). Ich wusste, dass ich darauf nicht allzu viel geben durfte, jedoch glaubte ich zumindest, dass der Kontakt lose auch dann noch bestehen würde, wenn er wieder in die Heimat gezogen sei (also ab und zu eine Nachricht).


    Letztlich beendete er unsere Affäre damit, dass er sagte, er wolle mich nicht davon abhalten, Zitat: "einen lieben Mann kennenzulernen". Das machte mich sehr wütend, denn dies ist ja nun wirklich meine Entscheidung, was ich wann tue. Er hatte dann eine depressive Phase (hat er ab und zu) und da ging es ihm schlecht, ich ließ ihn in Ruhe.


    Vor einem Jahr hing dann ein Zettel aus, dass er sich bei allen bedankt (er musste viel mit einigen Kollegen zusammenarbeiten – sozialer Bereich) und dass er aufhöre hier zu arbeiten. Ich ging in sein Büro und er meinte, er habe nicht gewollt, dass ich von seiner Kündigung so erfahre. Aber als er es mir habe sagen wollen, sei ich gerade in einem Gespräch mit einem anderen Kollegen gewesen. Ganz ehrlich, dann hätte er mich ja auch einfach anrufen oder mich ein anderes Mal hätte ansprechen können. Letztlich kam dann heraus, dass er seit 3,4 Monaten eine Freundin hatte, die er von früher kannte und die auch wie er wieder in die Heimat ziehen wollte. Und das würde nun mal "einfach besser passen. Und ich mache ihr ja jetzt kein Kind. Das hat ja noch 3-4 Jahre Zeit."


    Ich war so unglaublich wütend, wie die Rechnung für ihn einfach aufging. Erst was mit mir locker anfangen, mir vorjammern, wie schlecht es ihm geht und dass er ja fest daran glaubt, alleine zu sterben, depressive Phasen in denen jeder (also einige Kollegen) ihm immer zugehört haben und dann am Ende beschließen oh, ich will in der Heimat dann ja ein Kind. Brauche ich ne Frau dazu. Diese hier ist gut, weil sie auch da hin will und noch keine Kinder hat. Und alles klappt.


    Wir gingen letztlich nach einem langen Gespräch im Guten auseinander, ich habe ihm wirklich alles gesagt was ich sagen wollte. Er meinte dann, dass er sich im neuen Job (immer noch hier in der Nähe, der Umzug in die Heimat sollte dann jetzt wohl irgendwann stattfinden) ja erst einarbeiten müsse und er sich daher erst in 4 oder 5 Monaten melden werde. Was eine simple sms mit dem Arbeitspensum zu tun hat weiß nur er. Bzw. war wohl einfach eine Verzögerungstaktik seinerseits.


    Das war vor einem Jahr. Seither habe ich ihm nur einmal, zu seinem Geburtstag, eine sms geschrieben und er hat sich bedankt. Das wars.


    Warum der lange Text? Weil ich mich immer noch quäle und nicht von ihm loskomme. Ich weiß, dass er ein Idiot ist, aber ich muss in einigen Situationen immer noch an ihn denken. Z.B. als ich heute joggen war, kam mir ein Mann entgegen, ähnliche Statur, Größe, Haarfarbe. Und dann muss ich wieder daran denken. Oder wenn im Kollegium sein Name fällt etc. Ich habe ihm alles gesagt, was ich zu diesem Zeitpunkt sagen wollte, aber ich bin immer noch wütend, wie er mich quasi für seine Zwecke (Gejammere über seine berufl. Situation, Sex etc.) benutzt hat (auch wenn er das Wort benutzen nie verwenden würde und es sich auch anders anfühlte – letztlich war es doch so) >:(


    Ich führe zudem seit ein paar Monaten eine neue Beziehung. Dieser Mann ist ein ganz toller Mensch und auch nicht hässlich. Aber eben nicht so gutaussehend wie die Affäre. Ich verabscheue mich für die Gedanken, die ich immer noch an ihn verschwende, weil ich der neuen Beziehung eine Chance geben will und Äußerlichkeiten scheinbar eine so große Rolle spielen bei mir. Der Sex mit meinem neuen Partner ist gut, jedoch fand ich die Affäre sexuell einfach anziehender. Vermutlich auch, weil ich damals dachte "DIESER Mann steht auf mich, Wahnsinn." Das klingt nach geringem Selbstbewusstsein meinerseits, wobei ich mir das so nicht attestieren würde. Ich bin zufrieden mit meinem Aussehen, komme bei Männern auch ganz gut an und bin auch allgemein zufrieden mit meinem Leben. Dennoch scheint mir mein jetziger Partner einfach weniger "wert" als die Affäre. (weiß nicht, wie ich das anders ausdrücken soll). Ich weiß aber, dass meine Beziehung mich glücklicher machen kann als dieser Affären-Mensch, bei dem sich alles nur um ihn drehte.


    Was habe ich seither getan, um die Gedanken an die Affäre abzustellen?


    1. keine Anrufe, sms etc. bis auf die Geburtstagssms


    2. Ich versuche ihn nicht zu googlen, etc. (was nicht immer gelingt, aber ich habe es im Griff)


    3. Ich war bei einer Psychotherapeutin. Auch, um die vorangegangene lange Beziehung anzusprechen (dachte, es könnte nicht schaden, beide Männer mal anzusprechen). Letztlich sprach ich aber immer von der Affäre. Die Sitzungen haben mir nicht wirklich viel gebracht. Die Therapeutin erachtete mich als sehr reflektiert und meinte nur, ich suche in einer Beziehung eben nicht nur den netten Typen, sondern eben auch das Animalische. Und das habe er verkörpert. Naja, als ob es so einfach wäre. Hat mich jedenfalls nicht weitergebracht.


    4. Negativ-Liste mit seinen schlechten Eigenschaften geführt. Da wären einige, aber meinem rationalen Verstand steht immer noch das blöde "Aber er war so scharf" entgegen. Ich fasse das selbst nicht und könnte mich dafür ohrfeigen %-|


    5. Ablenkung. Ich mache schon immer viel Sport und das hilft mir beim Stressabbau. Leider bei diesen Gedanken nicht.


    Ich hätte daher gerne von euch ein paar Ratschläge, wie ich diese nervigen und belastenden Gedanken an ihn loswerde. Vielleicht kennt ihr einige "Mentaltricks" oder hilfreiche Gedanken? Oder einfach nur ein paar Anstöße..


    Bin wirklich dankbar für eure Hilfe! :)*


    Liebe Grüße

  • 36 Antworten

    Mein Rat wäre ihm und auch dir zu vergeben. Er ist Teil deines Lebens. Er war für eine Weile ein wichtiger Mensch, ein guter Liebhaber, aber er wollte gehen. Lass ihn gehen und mach deinen Frieden mit ihm. Er ist Vergangenheit.


    Achso....bitte hör auf laufend in die Falle des Vergleiches zu tappen. Das macht dich auf Dauer nur unglücklich und wird deinem neuen Freund nicht gerecht.

    @ :) :)*

    ich glaube auch, dass du dir eben nicht verbieten solltest, an ihn zu denken, sondern dieses denken steuern könntest. an die guten seiten denken, was dir die zeit an positivem geschenkt hat, was euch verbunden hat... für mich habe ich nämlich festgestellt, dass das zu einem inneren freiden führt, der einen leichter abschließen lässt.

    Danke für eure Antworten bislang :-)

    @ Bambiene:

    Ich vergleiche beide Männer generell nicht miteinander - es fällt mir nur immer auf, wie heute beim Joggen beispielsweise, dass mich eine große, sportliche Statur wie die Affäre sie hatte, mich irgendwie magisch anzieht. Charakterlich sind aber beide Männer unterschiedlich - und das finde ich gut so:-) Das mit dem Vergeben habe ich schon mal irgendwo gelesen und es bereits ausprobiert - hat leider nicht lange funktioniert. Gibt es da eine gute Methode?

    @ Die Seherin:

    Ich habe lange die Situation ja quasi "durchdacht", d.h. immer wieder an ihn gedacht und eben an das Positive. Das hat leider dazu geführt, dass er mir quasi noch näher stand. Was ich ja nicht will. Aber das Denken steuern will ich definitiv. Nur eben eher Richtung "Er ist mir egal. War schön, aber jetzt ist es abgehakt." Und das gelingt mir nicht wirklich dauerhaft.


    Weitere Vorschläge sind mir willkommen :-)

    -- Aber er war so scharf--


    Ich glaube, du bist ein bisserl gekränkt. Jedem tut es gut, begehrt zu werden. So war es bei Dir und es hat auch Dir gut getan. Ok. Und dann kommt das: Er hat "Dich stehen lassen" und sich anderen Situationen zugewandt. Jetzt hockst Du da und kommst Dir irgendwie "ausgenutzt" vor. Musst Du nicht. Eine Partnerschaft ist ein GEBEN und NEHMEN. Keiner der Partner frägt während des Zusammenseins nach SOLL und HABEN. Und jetzt ist das Ende da. Und jetzt fängst Du auf einmal an zu gewichten, zu addieren, zu saldieren und kommst zu dem Ergebnis, dass Du per Saldo benachteiligt bist. Falsch. Was soll das? Was bringt Dir das? Nix! Natürlich ist es nicht einfach los zu lassen.


    --"War schön, aber jetzt ist es abgehakt." Und das gelingt mir nicht wirklich dauerhaft.--


    Keine Panik: die Faktoren ZEIT und VERGESSEN kommen Dir entgegen. Gegen diese beiden kannst Du Dich gar nicht stemmen. Also wird Deine Erinnerung an diese Freundschaft immer weiter weg rücken - - - und eines Tages - - futsch!


    Ärger Dich nicht weiter, wenn es immer wieder hoch kommt, mehr Gelassenheit, schau nach vorne - nach vorne!


    Eigentlich ist es doch nur EINE von vielen Erfahrungen, die wir im Leben machen. Und nicht DIE einzige. Also: tiefer hängen, mehr Nonchalance!


    :=o :=o :=o

    Zitat

    und Äußerlichkeiten scheinbar eine so große Rolle spielen bei mir.

    ja.

    Zitat

    das mit dem Vergeben habe ich schon mal irgendwo gelesen und es bereits ausprobiert - hat leider nicht lange funktioniert. Gibt es da eine gute Methode

    vielleicht so: lass ihn in liebe los. im augenblick hältst du fest.


    freu dich über die zeit, die du mit ihm verbracht hast.


    vorwürfe bringen dich nicht weiter. du verletzt dich da nur selbst, und verlängerst deinen leidensweg.


    rückwärts denken ist nicht gut. das führt zu so vielen interprätationen, spekulationen.


    und verändert nochmal rückwirkend die gemeinsame zeit.


    welcher spekulant macht denn gewinne?


    seherin hat es gut auf den punkt gebracht.

    Zitat

    Das hat leider dazu geführt, dass er mir quasi noch näher stand. Was ich ja nicht will.

    lass los.


    sieh die gemeinsame zeit mit ihm als geschenk.


    leb in der gegenwart...


    _______________


    es wird sicher noch eine zeit dauern, bis deine "schmerzen" nachlassen.


    aber sie werden weniger werden, das ist sicher.


    küss ihn in gedanken


    wünsch ihm glück....

    Für mich liest es sich so, als würdest du ihn nachwievor verklären und bedauern, dass er dich nicht wollte. :-/ Dabei war er doch anscheinend gar nicht so toll. ":/ Warum trauerst du jemandem nach, der seine Zukunft mit dir verbringen hätte können, dich aber nicht wollte? So schön kann doch kein Mann sein, dass das aufgewogen wird.


    Statt dankbar für die Zeit mit ihm zu sein, würde ich eher froh darüber sein, dass er weg ist.

    Zitat

    . Er wolle dementsprechend keine Beziehung, was weder charakterlich noch äußerlich an mir scheitere. Das glaube ich ihm auch. Die Affäre ging dann noch eine Weile weiter und es wurde mir klar, dass er auch ein schwieriger Mensch ist.

    Warum hast du die Affäre angefangen, wo du doch Gefühle für ihn hattest? War es wirklich okay für dich oder eher die Hoffnung auf einen Umweg hin zu einer Beziehung?

    Zitat

    . Der Sex mit meinem neuen Partner ist gut, jedoch fand ich die Affäre sexuell einfach anziehender. Vermutlich auch, weil ich damals dachte "DIESER Mann steht auf mich, Wahnsinn."

    Ich hatte mal eine Affäre mit einem, der gut aussah und smart war und mit dem ich eine total verrückte Zeit hatte (was auch daran lag, dass er so einige unbearbeitete Päckchen mit sich rumtrug). Der Sex war ziemlich wild. Ich hab dann meinen jetzigen Ex-Freund kennengelernt, der mich als Mensch wahnsinnig beeindruckt hat. Körperlich und sexuell habe ich ihn anfangs jedoch mit der Affäre verglichen, was ich ziemlich ätzend von mir fand (vor allem, weil mein Ex toll ist, innerlich wie äußerlich und das nicht verdient hatte). Nach einer Weile wendete sich jedoch das Blatt. Denn das, was mein Ex und ich miteinander hatten, das habe und hätte ich mit dem Affären-Mann nie erlebt. Im Laufe der Beziehung ist die Nähe zueinander gewachsen, wir haben Geborgenheit und Verlässlichkeit gelebt, hatten Rituale und Sex, der mehr war als bloße Vögelei.


    Gib deiner Beziehung die Chance und die Zeit zu wachsen, und gib deinem Partner die Chance, ihn ganz in dein Leben zu lassen. Ich glaube, das hilft beim Loslassen.

    Zitat

    Ich habe ihm alles gesagt, was ich zu diesem Zeitpunkt sagen wollte, aber ich bin immer noch wütend, wie er mich quasi für seine Zwecke (Gejammere über seine berufl. Situation, Sex etc.) benutzt hat (auch wenn er das Wort benutzen nie verwenden würde und es sich auch anders anfühlte – letztlich war es doch so)

    It takes two to tango. Auch hier wieder die Frage nach deiner geheimen Agenda: Warum durfte sich deine Affäre bei dir ausheulen? Hoffnung auf mehr?

    Zitat

    Ich wusste, dass ich darauf nicht allzu viel geben durfte, jedoch glaubte ich zumindest, dass der Kontakt lose auch dann noch bestehen würde, wenn er wieder in die Heimat gezogen sei (also ab und zu eine Nachricht).

    Warum wolltest/willst du den Kontakt halten? Ihr ward nicht befreundet, hattet keine Beziehung. Es war nur eine Affäre.


    Mein Eindruck ist, dass du dich um deinen "Lohn" betrogen fühlst. Kann das sein? Du erduldest, tröstest, nimmst dich zurück, .. und er will dich nicht mal ansatzweise in seinem Leben haben. Meldet sich nicht einmal mehr. Stattdessen nimmt er "irgendeine" und macht mit ihr Pläne, nicht mit dir.


    Und kann es sein, dass du dich vor dir selber schämst oder grämst, dass du quasi so "doof" warst, dass mitzumachen oder zumindest zu glauben, dass du ihm ansatzweise so viel bedeutest wie er dir?


    Bei mir hängen immer die Dinge lange nach, die ich mir selbst nicht oder nur schlecht verzeihen kann. Mir hilft dann mir vorzusagen, dass ich so gehandelt habe wie ich es tat, weil ich nur das zu dem Zeitpunkt konnte. Jetzt weiß ich mehr und würde deshalb anders handeln. Aber zu dem Zeitpunkt ging es eben nicht.

    Für mich klingt es danach , dass er dich nicht liebte und wertschätzte .


    Sei froh, dass du ihn los bist.


    Du wärst mit ihm nicht glücklich geworden. So wie du


    sein Verhalten dir gegenüber beschreibst warst du für ihn nur eine bedeutungslose Affaire.

    Ihr glaubt gar nicht, wie unglaublich hilfreich eure Antworten für mich sind!!

    Zitat

    Keine Panik: die Faktoren ZEIT und VERGESSEN kommen Dir entgegen. Gegen diese beiden kannst Du Dich gar nicht stemmen. Also wird Deine Erinnerung an diese Freundschaft immer weiter weg rücken

    Das Sprichwort "Die Zeit heilt alle Wunden" ist natürlich wahr. Jedoch kann ich in diesem Tempo nicht weitermachen. Schließlich ist das letzte Mal Sex mit ihm 2 Jahre her, daraufhin 1 Jahr nur auf der Arbeit Kontakt und seit einem Jahr quasi Funkstille - und dennoch ist das alles noch so präsent. Wenn ich in dem Tempo weiter verarbeite, dauert das noch Jahre. Und das sind Jahre, die ich mich um mein eigenes Glück bringe. Daher will ich das jetzt mental aktiver angehen.

    Zitat

    lass los.


    sieh die gemeinsame zeit mit ihm als geschenk.


    leb in der gegenwart...

    Das hast du so schön geschrieben, dass ich weinen musste :°( aber da ist natürlich was dran. Aber leider fällt das so unsäglich schwer, es so zu sehen. Und dabei helfen mir eure Tipps wirklich.

    Zitat

    Warum hast du die Affäre angefangen, wo du doch Gefühle für ihn hattest? War es wirklich okay für dich oder eher die Hoffnung auf einen Umweg hin zu einer Beziehung?

    Anfangs fand ich ihn nur gutaussehend und mehr nicht. Wirklich. Kannte ihn ja auch nicht gut. Er fragte mich bei unserem ersten (und letztlich einzigen richtigen) Date, ob ich irgendwann wieder in meine Heimat ziehen wolle (bin auch nicht aus der Gegend). Ich verneinte und als ich ihn fragte, verneinte er dies auch. Und so wie er sprach, deutete das definitiv Richtung Beziehung. Das war jedoch, bevor er sein Fernstudium begann. Und da wohl die Möglichkeit einer beruflichen Veränderung sah. Als ich ihm nach einem halben Jahr meine Gefühle offenbarte, sagte er mir auch, dass er unsere Zeit sehr genieße und es als "schöne Routine" sähe. Aber er eben nun weg wolle von hier und er für eine Beziehung keine Verantwortung übernehmen könne.


    Genau das brachte ich dann bei unserer quasi letzten Aussprache auch auf den Tisch, als er schon die Freundin hatte. Da meinte er. "Ich bin ja jetzt auch wieder 2 Jahre weiter. Und ich mache ihr ja jetzt auch kein Kind. Das hat ja noch 3,4 Jahre Zeit."


    Und daher stimmt

    Zitat

    dass du dich um deinen "Lohn" betrogen fühlst. Kann das sein? Du erduldest, tröstest, nimmst dich zurück, .. und er will dich nicht mal ansatzweise in seinem Leben haben. Meldet sich nicht einmal mehr. Stattdessen nimmt er "irgendeine" und macht mit ihr Pläne, nicht mit dir.

    definitiv! JA! Ich habe tatsächlich nicht mehr daran geglaubt, dass es eine Beziehung mit ihm geben wird. Aber dass es so plötzlich endet nach der Zeit, das sitzt! Und eben dieses "nicht mal ansatzweise im Leben" haben verletzt mich so tief.


    Ich hätte es akzeptiert, wenn er sich alle paar Wochen/ Monate mal gemeldet hätte und fertig. Aber dieser plötzliche Abbruch, damit komme ich ganz schlecht klar und ich fühle mich dadurch benutzt. Zumal er das selbe auch mit Kollegen hier macht, mit denen er vorher Bierchen trinken war und auf deren Geburtstagen. Er hat den Kontakt abgebrochen und das vorher mir gegenüber auch schon angedeutet. So auf die Art wenn ich hier weg bin, dann interessiert sich hier eh keiner mehr für mich und daher melde ich mich auch nicht mehr. Ich blöde Dusselkuh hab ihm dann noch vermittelt, dass die Kollegen so nicht denken und ich auch nicht. Und letztlich macht er es mit denen so und mit mir auch. Was ich eben nicht für möglich gehalten habe.


    Dazu muss ich sagen, dass ich endgültige Abschiede von mir lieb gewordenen Personen allgemein besser ertragen kann (egal ob in Beziehungen oder vllt beruflich), wenn ich noch Möglichkeit des Kontakts habe. Und wenn das dann ausplätschert, isses dann so. Aber das Plötzliche liegt mir nicht - und in so einer Situation erst recht nicht.

    Zitat

    Und kann es sein, dass du dich vor dir selber schämst oder grämst, dass du quasi so "doof" warst, dass mitzumachen oder zumindest zu glauben, dass du ihm ansatzweise so viel bedeutest wie er dir?

    Ja! Zumal ich ansonsten eher als starke Person gelte und mir kein X für ein U vormachen lasse. Und da habe ich mich nun mitreißen lassen, stellenweise sehr bewusst, weil ich das Hier und Jetzt mit ihm sehr genossen habe. Ich habe dabei nicht an die Zukunft gedacht und dass dieses bewusste Erleben mal solche Probleme machen wird..

    *ma-ra-ta82*


    Erst mal: Toll, wie Du darüber denkst und schreibst, ohne Dich zu schonen, klingt sehr ehrlich, finde ich!


    Finde es schade, dass bei Dir das Gefühl des Benutztwordenseins das Gefühl, etwas Schönes erlebt zu haben, überwiegt. Kannst Du es vor allem danach

    Zitat

    Und da habe ich mich nun mitreißen lassen, stellenweise sehr bewusst, weil ich das Hier und Jetzt mit ihm sehr genossen habe. Ich habe dabei nicht an die Zukunft gedacht ...

    nicht auch ein bisschen so sehen, dass Du ihn auf eine Weise genau so benutzt hast, wie er Dich?


    Oder, noch weitergehender: Eigentlich finde ich es viel schöner, es so zu sehen, dass man in Freundschaften und Beziehungen nicht GIBT und NIMMT, nicht INVESTIERT und ZURÜCKBEKOMMT (dann einen Saldo bildet und entweder zufrieden ist, dass man einen Überschuss gemacht hat, oder eine Unterdeckung feststellt und böse ist / sich ausgenutzt fühlt), sondern vielmehr LEBT, so als ob es kein Morgen gäbe. Wenn man das aber tut, so wie Du es ja - das schließe ich jedenfalls aus Deiner Aussage oben - weitgehend getan hast, wenn man also jeden Tag eigentlich nur das tut, was man gerade will, worauf man gerade Lust hat, dann verstehe ich nicht so ganz, warum man sich dann ausgenutzt fühlen kann.


    Wobei, wenn ich Deinen letzten Satz

    Zitat

    Ich habe dabei nicht an die Zukunft gedacht und dass dieses bewusste Erleben mal solche Probleme machen wird..

    richtig verstehe, verstehst Du vielleicht selbst nicht ganz, warum es Dir jetzt Probleme macht, wo Du doch sogar eher davon ausgegangen bist, dass sich keine Beziehung daraus entwickelt.


    Deshalb meine Idee, Dich nicht als die Ausgenutzte zu sehen, sondern ebenso als die Ausnutzende - oder doch zu versuchen es so zu sehen, dass Ihr beide Euch nicht ausgenutzt einfach gelebt habt, die Zeit, die es gemeinsam gab, genossen habt.


    Aber jetzt noch was zu seinem Kontaktabbruch: Er behandelt Dich in dieser Beziehung doch gar nicht anders, als er die anderen Kollegen. Also: nichts persönlich gegen Dich. Er ist einfach so (nicht, dass ich das gut finde oder verteidigen will, im Gegenteil). Vielleicht kann es Dir aber helfen, Dir nochmal klar zu machen, das das ganz offenbar nichts mit Dir zu tun hat, um Dich davon nicht so verletzt zu fühlen. So nach dem Motto: Wenn er persönlich so ist, wenn ihm menschliche Kontakte (zu den Kollegen, auf speziellere Weise zu Dir) so am A.... vorbei gehen, dass es ihm nicht wert ist, den Kontakt aufrecht zu erhalten, dann ist er doch andererseits auch keine Person, bei der Du traurig sein musst, keinen Kontakt zu haben.


    Aber natürlich, das schreibt sich alles viel leichter, als diese Gedanken in Gefühle umzusetzen. Wahrscheinlich hast Du das alles so ähnlich auch schon durchdacht, und es hilft Dir nicht wirklich weiter, aber wollte einfach meine Gedanken dazu loswerden ... wünsch Dir jedenfalls alles Gute!

    hast du deiner Afähre schon vergeben?


    Durch vergeben wird man jemanden innerlich los.


    Ich vergebe dir sagen oder denken . Dazu brauch er natürlich nicht anwesend zu sein.


    als nächstes dich für die Erfahrung mit ihm bedanken.


    Ich danke dir für die Erfahrung.


    Dann ihn achten.


    Ich achte dein Schicksal.


    *


    das ein paar Tage gemacht und du kannst besser Abschied nehmen von ihm und bist dann vollständig mit ihm.

    es gibt da soviel Gründe, warum man jemand so lange hinterher denkt und fühlt und das immer wieder kommt.


    Vielleicht erfüllt die Person etwas in einem, was man sich so sehr wünscht.


    Da ich auf dem Standpunkt der seelenwanderung stehe (Reinkarnation), weis ich das es auch alte tiefe Gefühe sein können.


    Wir sind alle wiedergeboren und haben viele Erlebnisse in uns ganz tief unbewusst abgespeichert (ist eine Perspektive).