liebe TE,


    in Deinem Eingangspost schilderst Du Die Situation aus Deiner Sicht. Es gab viele hilfreiche und wichtige Beiträge. Ich persönlich empfinde, dass Du sehr emotional auf einige Beiträge reagierst, obwohl sie sehr sachlich verfasst sind. Und ich denke, Du tust einigen Schreibern hier Unrecht. Bitte betrachete Deine Situation aus der Vogelperspektive und denke Dir, was alles in den Jahren passiert sein könnte. Du kennst die Wahrheit rund um Deine Familiengeschichte nicht. Verurteile Deinen Vater nicht, bevor Du nicht seine Version der Geschichte kennst. Wo her willst Du wissen, dass Dein Vater nicht wöchentlich auf Dich gewartet hat? bzw. kurz vor dem Treffen einen Anruf bekam, dass Du krank wärest und nicht kommen kannst? Und Dir gegenüber wurde behauptet, man weiß nicht, warum Dein Vater nicht kommt...


    Fühl Dich in seine Situation hinein. Wie könnten Deine Briefe auf ihn gewirkt haben bzw. was hat er hineininterpretiert? Wenn Du schreibst, Du brauchst Zeit und plötzlich kommt von Eurer Seite wieder eine Unterhaltsforderung? Das zeigt ihm, dass er nur gut ist, Geld zu zahlen.


    Ihr verliert beide, wenn ihr Euch nicht persönlich aussprecht.

    Mir fällt auf, dass sich hier eindeutig nur Männer melden, die fast den Eindruck erwecken, sie müssten ihre Spezies auf Teufel komm raus verteidigen, um zu zeigen, dass alle Männer reine Unschuldslämmer sind.

    Zitat

    woher weißt Du denn das so genau?

    Warum ich weiß, dass sich mein Vater einen Dreck gekümmert hat? Ich weiß ja nicht was du für eine Auffassungsgabe von Kindeswohl hast. Aber wenn ich ein Kind hätte, dann wäre mir ein Kontakt in 18 Jahren etwas wenig. Und ich würde um mein Kind kämpfen. Das passierte jedoch nie. Ich habe Briefe, in denen ein Treffpunkt vorgeschlagen wurde. Er kam nie. Es gab 5 dieser Briefe. Von meiner Mutter, vom Anwalt, später als ich 16 war auch einmal von mir.


    Und ich habe Briefe von seiner Seite, als ich 18 war und in denen ich als blöde Kuh, unfähig, dumm und weiß der Geier beschimpft werde.


    Der Witz an der Sache: Er hat mich noch nie gesehen (das letzte Mal war ich 4)und das war seine Reaktion auf den Satz, dass ich mir Bedenkzeit bitte. :-o


    So geht man nicht mal mit eine Fremden um. Erst recht nicht mit der eigenen Tochter.

    Zitat

    Du brauchst Zeit und plötzlich kommt von Eurer Seite wieder eine Unterhaltsforderung

    Du wirfst hier einiges durcheinander. Dass ich Zeit brauche kam weit vor der Unterhaltsforderung. Dazwischen wurde ein Jahr gezahlt.


    Wie es an den Unterhalt ging (und ich einen Bafögantrag stellte, damit der Unterhalt errechnet wird und dafür seine Lohnbescheide gebraucht hätte), war die Freude verblasst. Und ich bin keine 8 mehr, meine Mutter spielt auch keine Rolle mehr. Das sind also auch keine läppischen Ausreden.


    Der Mann möchte sich schlicht und einfach aus der Verantwortung ziehen.

    ... du hast es immer noch nicht begriffen. Du hast es einfach so in den Raum gestellt, dass Ihr keinen Kontakt hattet, weil er nicht wollte, das ist die Basis Deiner Abneigung. Und es kann auch sein, dass kein Kontakt war, weil er nicht KONNTEN. Das zeigen Dir mehrere Beispiele hier im Faden. Den Personen wurde/wird bestimmt auch Desinteresse vorgeworfen, was, besonders, wenn dritte Parteien mitmischen wie z.B. Großeltern, auch hinterfragt werden kann .

    Ich sehe das nun einmal so.


    Wenn ich wirklich Interesse an meinem Kind habe, lasse ich mir das von niemandem wegnehmen und es gar nicht so weit kommen, dass ich es so lange nicht sehe.


    Er konnte jeder Zeit kommen. Er konnte klingeln. Er hatte ein Auto.


    Er hätte zu den 5 verschiedenen Terminen kommen können. Er ist nicht behindert und nicht chronisch krank.


    Er ist zu keinem der Termine gekommen.


    Meine Mutter hat in meinem Beisein Treffen vereinbart. Sie hat mit mir gemeinsam den Brief abgeschickt, der ein Treffen vorgeschlagen hat. Er kam NIE. Er hat nie etwas von sich hören lassen.


    Nicht zur Einschulung. Nicht zum Geburtstag. Nie.


    Er gab selbst zu, dass er an meinem 18. den ersten Brief seit Jahren verfasst.


    Meine Mutter hat definitiv keine Post abgefangen.


    Das lässt sich in keiner Form schön reden.


    Ich frage mich eher, ob all die Männer, die hier so pro Vater argumentieren auch dahingehend argumentiert hätten, wenn meine Mutter an der Stelle meines Vaters gewesen wäre. ;-)

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    Es ist ja ehrenwert, dass Du "um Dein Kind kaempfen" wuerdest, und ich glaube Dir gerne, dass sich nach Deinem gegenwaertigen Wissensstand Dein Vater herzlich wenig fuer Dich interessiert hat, aber Deine Aussagen (u.a. Vaeter ironisch als "Unschuldslaemmer" zu bezeichnen) sprechen doch von einer gewissen Voreingenommenheit. So einfach ist es leider nicht mit dem "Kaempfen", auch wenn man ein engagierter Vater ist.


    Und man muss sich - wie ich schon schrieb - ab einem gewissen Punkt fragen, ob diese Kaempfen sinnvoll ist, wenn man im guenstigsten Falle doch nur gerade soviel Umgang zugestanden bekommt, dass eine Entfremdung doch nicht zu vermeiden ist, falls nicht die Mutter aktiv diesem Prozess entgegenwirkt. Und genau daran mangelt es doch so oft.


    Wie Dir schon gesagt wurde, stellen sich Dinge oft anders dar, wenn man sie erst einmal aus anderer Sicht kennengelernt hat und auch einen gewissen zeitlichen Abstand gewonnen hat.


    Ich nehme noch einmal ein ganz anderes Beispiel, naemlich dasjenige eines alten Nachbarn, der bald nach unserem Einzug verstarb. Er hatte uns anfangs sehr leid getan; als wir dann jedoch aus Sicht seine Freundin, die eigentlich seine Enkelin haette sein koennen, nach und nach viele Einzelheiten aus seinem Leben erfuhren, relativierte sich die anfaengliche Wertschaetzung zunehmend und wich einer durchaus kritischen Sicht auf ihn, auf sein Leben und sein Handeln. Daher habe ich Dir in meinem Beitrag auch zu erklaeren versucht, wie leicht ein schleichender Prozess der Entfremdung eintreten kann.


    Ich wuerde uebrigens an Deiner Stelle die Beziehung zu Deinem Vater auch noch aus einem weiteren Grunde aufarbeiten, naemlich um fuer die naechste Generation und fuer Dich in Deiner moeglichen spaeteren Elternrolle eine klarere Ausgangsbasis zu haben. Das Eltern- und ganz besonders das Vaterbild, das sich bei Dir in Deinem bisherigen Leben herausgebildet hat, ist sicher nicht besonders erstrebenswert und mit Sicherheit eher eine Belastung fuer Dich in der Rolle als Partnerin und Mutter. Wer seine Eltern als ein Paar mit allen Hoehen und Tiefen erlebt hat, aber eben als Paar, dessen grundsaetzlicher Zusammenhalt nie ernsthaft in Frage gestellt wurde, hat bestimmt bessere Voraussetzungen auch fuer seine eigene Eltern- und Partnerschaft. Natuerlich kann Dir die Kontaktaufnahme zu Deinem Vater dieses fehlende Vorbild auch nicht ersetzen, aber zumindest kannst Du vielleicht mehr Verstaendnis fuer die vaeterliche Seite entwickeln, als Dir das bisher von Deinem muetterlichen Umfeld eingepraegt wurde.

    Noch eine Kleinigkeit: DU hattest das Recht, Deinen Vater zu sehen, so ist das naemlich im BGB formuliert. DU hast auch das Recht, Unterhalt zu fordern, frueher vertreten durch Deine Mutter, heute durch Dich selbst.


    Solange es das zweite Recht war bzw. ist, also der Unterhalt, wusste Deine Mutter sofort, dass man den Rechtsweg beschreiten kann - daher der von Dir zitierte Anwalt mit seinen Schreiben.


    Wenn Deiner Mutter wirklich so viel an einem Treffen mit Deinem Vater gelegen haette, haette sie das Umgangsrecht doch auch fuer Dich einklagen koennen! - Aber das scheint ihr nicht in den Sinn gekommen zu sein, obwohl gerade die Gerichtsgebuehren fuer Umgangsfragen absolut minimal sind, besonders im Vergleich zu fast allen anderen Gebuehren. Und einen Anwaltszwang gibt es da auch nicht. Ich will Dir Deine Mutter absolut nicht vermiesen, aber selbst bei diesen scheinbar so klaren Aussagen Deines letzten Beitrages gibt es schon wieder eine ganz andere moegliche Sichtweise. ;-)

    Zitat

    Woher dann das Interesse an meinem Vater und mir?

    Tja, wenn gut gemeinte Ratschläge nicht erwünscht sind, hättest du besser nicht danach fragen sollen!


    Irgendwie werde ich auch das Gefühl nicht los das du mehr auf Meinungen von Geschlechtsgenossen hoffst...


    Und, auch wenn ich kein Vater bin und schon mal gar keiner mit einer entfremdeten Tochter, hier eine weitere "Weisheit": Kämpfen lohnt sich nur wenn man auch gewinnen kann.

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    @ timba-stern

    Es ist wichtig, dass Du langsam und in Deinem Tempo vorgehst und Dich dabei versuchst nicht zu sehr von den Reaktionen Deines Vaters abhängig zu machen. Wenn Du noch nicht soweit bist und die Verletzung jetzt ohne Kontakt schon wieder so aufbricht, dann erlaub Dir da hinzuschauen und Dich zuerst um Dich zu kümmern. Du bist jetzt in einem Alter wo - egal was war - Du für Dich selbst sorgen lernst. Etwas was Dein Vater möglicherweise emotional bis heute nicht besonders gut kann. Das zu lernen gehört zum Erwachsen werden dazu auch wenn Du natürlich eine denkbar schwierige Ausgangssituation für Dein Leben hast. Aber es ist Deins.


    Ich bin nicht in derselben Situation wie Du, habe aber aus anderen Gründen auch eine Weile gebraucht um in einem von mir (und meinem Bruder) gesteckten Rahmen wieder Kontakt mit meinem Vater zu haben. Meine Mutter ist mit uns Kindern an einem bestimmten Punkt ohne viel Vorankündigung ausgezogen als er geschäftlich unterwegs war. Wir waren quasi von heute auf morgen weg und das hatte entsprechende Konsequenzen, weil mein Vater das als "man hat ihm seinen Besitz" gestohlen interpretierte. Wir waren allerdings alt genug um erklären zu können, dass wir Kinder den Kontakt an diesem Punkt nicht wollten und warum. Es lief bei ihm aber eben auch darauf heraus, dass wir ihm "etwas" schulden und das tut es bis heute (ich bin heute 30).


    Je nachdem wie Dein Vater drauf ist kann es Dir eben passieren, dass Du wenn Du tatsächlich Kontakt haben möchtest, der emotionale Erwachsener Teil dieser noch nicht existierenden Vater-Tochter Beziehung sein musst, weil er das nicht zwangsläufig kann und das kann Dich sehr viel Kraft kosten. Es kommt einem unendlich unfair vor, aber die Realität kann da unbarmherzig sein und am Ende lebt es sich mit der Realität dann besser als mit dem Versuch das "wie es sein sollte" herbeizureden. Es dauert eine Zeit das zu erkennen und noch etwas länger etwas damit für sich anzufangen. Das ist so. Das darf man betrauern. Und je früher Du damit anfängst desto schneller kann es Dir besser gehen.


    Stell Dich darauf ein, dass es Gründe hatte warum Dein Vater die Möglichkeiten die er hatte nicht genutzt hat und versuch einen guten Weg zu finden damit umzugehen. Wenn ein Vater solche Möglichkeiten außer acht lässt hat das mit seinem eigenen Verletzungen zu tun. Das zeigt, dass er zuerst von Dir etwas erwartet ( möglicherweise eben auch nach dem Motto: ich hab ja dafür bezahlt) bevor er in Betracht zieht Dir etwas zu geben. Dahinter steckt Verantwortungsvermeidung dafür ein Leben (Kind) in die Welt gesetzt zu haben. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er von Dir erwartet, dass Du seine Verletzungen an erster Stelle siehst und zuerst für ihn da bist bevor er möglicherweise emotional für Dich da sein kann. Es kann auch sein er kann es nie.


    Daher ist es wichtig Dir eine gute Basis zu schaffen. Für Dich. Nicht für ihn. Damit Du dann ein Treffen - sollte es statt finden - gestalten kannst und Dich nicht nur verletzt und getrieben fühlst. Sonst seid ihr womöglich 2 von der Sorte.


    Wenn ich lese was Du hier so schreibst bist Du verständlicherweise noch völlig in Deiner Verletzung. Ich würde mir an Deiner Stelle eine Therapie angehen, um die zentral wichtige Basis zu schaffen mit der Du Dich der Situation eines Treffens besser gewappnet fühlst. Es ist schwer mit diesem "sich ungeliebt fühlen" umzugehen, aber man kanns wirklich lernen und für Dein Leben ist es wichtig. Auch für Deine Beziehungen!


    Alles Gute.

    @ Antonio:

    Ich habe den Kampf bereits gewonnen und bekomme mein Geld bis ich mit meiner Ausbildung fertig bin, da ein Titel festgestezt wurde.


    Den Rest kannst du dir sparen. Habe mir deine Beiträge nicht im einzelnen durchgelesen, weil es schon beim überfliegen auf das gleiche Ergebnis wie bei den anderen verletzten Vätern hinaus lief.

    @ notmichaelcaine:

    Ich danke dir für deinen aufrichtigen, so wahren und sinnvollen Beitrag und bin ferner auch darüber dankbar, dass er zur Abwechslung nicht von irgendwelchen verletzten Männern kam, die ihre Eitelkeit und eigene Verletzung jetzt damit glatt bügeln möchten, indem sie virtuell auf wildfremde Menschen in einem Onlineforum los gehen und hinterher meinen, sie fühlen sich besser.


    An die lieben Nicknames in blau: Ich bin nicht euer Kind (bei einigen Gott sei Dank). Also sucht euch doch einen anderen Prellbock oder rennt in den Wald und umarmt Bäume. Das soll helfen.