Traurig und durch einander

    Nun sind mein Ehemann und ich seit 2 Jahren getrennt. Seit 1,5 Jahren lebe ich mit meinem Sohn ( 9 Jahre) alleine.


    Er hat sich damals getrennt, weil es zwischen uns nicht mehr gepasst hat und weil er in eine Arbeitskollegin verliebt war. Aber da lief nichts, da sie damals einen Partner hatte.


    Nun ist mein Ehemann mit dieser Frau offiziell seit 4-5 Wochen zusammen.


    Den Unterhalt hat er nie voll gezahlt, da er angeblich nicht zahlungsfähig war. Ich war zur Mutter-Kind-Kur und dort hat man mich auf die "Beine" gestellt und mir geraten einen Anwalt einzuschalten und die vollen Unterhaltsforderungen durchzusetzen.


    Das habe ich Anfang der Woche veranlasst. Und der Ex wird in den kommenden Tagen einen Brief von meiner Anwältin bekommen.


    Gedanklich komme ich innerlich aber nicht zur Ruhe. Ständig habe ich die letzten Sätze bzgl. unserer Beziehung im Kopf und sie tun so verdammt weh.


    Ich fragte ihn, was er an dieser anderen Frau so findet. Seine Antwort: Sie hat studiert und ich kann mich intellektuell endlich mit jemandem auf gleicher Wellenlänge unterhalten. Außerdem hat sie eine tolle Figur sieht super schön aus ... schau dich doch mal an, wer will den so etwas wie dich?


    Diese Sätze hämmern seit er mit ihr nun offiziell zusammen ist, ständig in meinem Kopf. Ich gönne ihm diese neue Liebe kein Stück und ich habe ganz böse Gedanken im Kopf.


    Ich habe auch einen Freund, der das ganze nicht nachvollziehen kann und so rede ich mit ihm schon gar nicht mehr über dieses Thema.


    Ich möchte meinen Ex für kein Geld im Leben zurück haben. Und eigentlich war die Trennung mehr als Überfällig. Ich habe mehrfach den Schritt versucht einzuleiten, wurde aber von ihm dann so dermassen unter Druck gesetzt, dass ich mich nie getraut habe.


    Mein Hausarzt, der unsere ganze Familie betreut, meinte neulich zu mir, auch wenn er es nicht sagen darf, dass der Ex ein kleiner Narzisst ist und ich mir wegen dem gesagten keine Gedanken machen sollte.


    Ich habe soviel Wut und Hass in mir ... es tut weh ... und ich komme mit meiner Achterbahn der Gefühle nicht mehr klar.


    So und nun ihr ... bitte ...


    DANKESCHÖN.

  • 60 Antworten

    Erstmal :°_


    Frage dich, was es genau ist, was dich so wütend macht: Der Unterhalt den er nicht zahlt? Die "verlorene" Lebenszeit mit ihm? Was er dir an den Kopf geworfen hat?

    Zitat

    Ich möchte meinen Ex für kein Geld im Leben zurück haben. Und eigentlich war die Trennung mehr als Überfällig.

    Die Trennung bereust du nicht und sicher ist es trotzdem auch keine leichte Situation aber wenn du jetzt dir dein Leben durch Traurigkeit/Bitterkeit und Wut kaputt machst, tust du dir keinen gefallen. Ich habe das Gefühl, dass du dich trotzdem noch nicht emotional richtig von ihm gelöst hast, wenn du ihm seine neue Liebe nicht gönnst. Bedauer doch lieber die Frau, dass sie jetzt so einen Partner hat und freu dich, dass du ihn los bist.Und lass dir bloß nicht einreden, dass du weniger wert bist!


    Das du wegen dem Geld rechtliche Schritte eingeleitet hast, ist absolut richtig.

    Vielleicht kann er es nur nicht ab, dass du dich schon des längeren und immer wieder von ihm trennen wolltest. Dieses runterbuttern von dir puscht ihn, weil sein Ego möglicherweise ziemlich angekratzt ist.


    Denk an deine Beziehung und dass da jemand ist der dich liebt. Verzeih dem Ex und schließe damit ab, dir bringt es nichts, wenn du dich an diese Sätze und das vergangene klammerst.

    Wahrscheinlich ändert sich das Wesen deines Ex nicht, nur weil er sich frisch verliebt hat.


    Am Anfang wird er sich von seiner guten Seite zeigen, aber sicherlich wird er zu gegebener Zeit auch zu seiner jetzigen der Arsch sein, der er auch bei dir war.


    Du hast einen Partner der dich liebt, du hast ein Kind das dich liebt und sicherlich noch andere Menschen um dich herum.


    Ich verstehe dich das es an dir nagt, dieser Mensch ist es aber gar nicht wert soviel Raum in deinem Leben zu haben.


    Wenn er dich klein gemacht hat dann nur deshalb damit der Typ sich wertiger fühlt, was ist er aber als Partner wert.


    Lass los :)*

    @ Flughexe

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schlecht es dir damit geht. Du wurdest verlassen, verletzt, beleidigt, du wurdest finanziell vernachlässigt und durch den nun begonnen "Anwalt-Krieg" bekommt die ganze Problematik noch wieder Aktualität. Es tut nur noch weh und du willst diesen Mann am liebsten auf den Mond schießen. Zumindest aber willst du den Kampf ums Geld gewinnen und hast die Illusion, dass es dir dann vielleicht etwas besser geht mit dem, was sich an Hass und Wut angesammelt hat.


    Das wird leider nicht funktionieren.


    Es ist gut und sinnvoll, juristisch durchzusetzen was dir zusteht. Aber die Problematik, dir dich zutiefst belastet, ist damit nicht gelöst. Ich rate dazu, die verschiedenen Bereiche auseinander zu halten und einzeln anzuschauen, was getan werden kann, um das zu HEILEN. Und ich bin völlig sicher, dass das möglich ist – auch ganz ohne das Zutun des Mannes, der dich so verletzt und beleidigt hat. Wie das im Einzelnen möglich ist, werde ich dir gern erklären, wenn du es wissen möchtest

    Zitat

    Nun sind mein Ehemann und ich seit 2 Jahren getrennt. Seit 1,5 Jahren lebe ich mit meinem Sohn ( 9 Jahre) alleine.

    Eineinhalb Jahre sind eine sehr lange Zeit. Und ich gehe davon aus, dass sich in dieser Zeit schon einiges normalisiert hatte. Dass es nun alles so sichtbar und aktuell ist, mag daran liegen, dass du von der Beziehung zwischen ihm und der anderen Frau erfahren hast. Dadurch wurde das, was er dir Verletzendes gesagt hat, hoch akut. Das Messer steckte noch drin, nun wird es noch zusätzlich in der Wunde gedreht.


    Mir liegt daran dir klar zu machen, dass du das Messer heraus ziehen solltest. Und das kannst du nur selber. Denn er hat kein Interesse daran und der Hass auf ihn macht das Messer schärfer und länger. Solange du ihn hassen musst, wirst du immer mehr an ihn gebunden, denn Hass bindet ebenso wie Liebe und Schuld. Alles drei sind stark bindende Gefühle.

    Zitat

    Gedanklich komme ich innerlich aber nicht zur Ruhe. Ständig habe ich die letzten Sätze bzgl. unserer Beziehung im Kopf und sie tun so verdammt weh.

    Damit sind wir beim Kern des Problems. Ich versuche mal, ansatzweise auf die Lösungsmöglichkeiten einzugehen.

    Zitat

    Ich fragte ihn, was er an dieser anderen Frau so findet. Seine Antwort: Sie hat studiert und ich kann mich intellektuell endlich mit jemandem auf gleicher Wellenlänge unterhalten. Außerdem hat sie eine tolle Figur sieht super schön aus ... schau dich doch mal an, wer will den so etwas wie dich?

    Ich weiß nicht, ob er es wirklich genauso formuliert hat. Aber jedenfalls ist es genauso bei dir angekommen. Das hat Gründe. Er hat dich da getroffen, wo du sehr verletzlich bist. Fangen wir beim Intellekt an. Wenn irgendjemand dir irgendwann in deinem Leben gesagt haben sollte, dass du in diesem Bereich Schwächen hast, dann kann sich da der Gedanke eingenistet haben "Ich bin intellektuell nicht auf der Höhe, ich habe da Schwächen!" Und das hat er getroffen, das hat er bedient, das war eine willkommene Schwachstelle für ihn. Dabei ist es völlig wurscht, ob das stimmt, es ist entscheidend, dass du das (unbewusst) für einen schwachen Punkt bei dir gehalten haben könntest. Und wenn er den getroffen hat, fühlst du dich zutiefst verletzt.


    Dasselbe gilt natürlich für die Figur. Wenn mir jemand sagt: "Du warst auch schon mal schlanker!" dann kann ich darauf voll anspringen, weil ich meinem BMI kenne. Ich kann aber auch sagen: "Ja klar, ich habe mal dreieinhalb Kilo gewogen!" und alles ist gut, keine Verletzung. Es liegt also bei mir. Und in deinem Fall liegt es bei dir.


    "Diese Sätze hämmern seit er mit ihr nun offiziell zusammen ist, ständig in meinem Kopf. Ich gönne ihm diese neue Liebe kein Stück und ich habe ganz böse Gedanken im Kopf."


    Hier kommen wir an den Punkt, an dem du aufhören kannst, so zu denken und zu handeln. DASS du so denkst, ist völlig verständlich. Aber es nutzt dir nichts, es schadet dir sogar und macht dir das Leben schwer. Wohlgemerkt: Du machst nicht IHM das Leben schwer, sondern dir selber. Und darum ist es sinnvoll damit aufzuhören. Dafür gibt es Mittel und Wege. Es liegt nur bei dir. Aber du müsstest aufhören, ihn zu hassen. Das führt zum Gegenteil.

    Zitat

    Ich habe auch einen Freund, der das ganze nicht nachvollziehen kann und so rede ich mit ihm schon gar nicht mehr über dieses Thema.

    Das ist sogar sehr klug. Denn es hilft dir ebenso wenig, Verbündete zu suchen, die genau deiner Meinung sind. damit manövrierst du dich immer weiter in die Sackgasse von Hass, Wut und Verletztsein.

    Zitat

    Ich möchte meinen Ex für kein Geld im Leben zurück haben. Und eigentlich war die Trennung mehr als Überfällig.

    Damit ist doch eigentlich geklärt, dass er dir mit dieser Trennung sogar einen Gefallen getan hat. Warum willst du ihn dann noch hassen? Es war und ist gut für dich, was geschehen ist.

    Zitat

    Mein Hausarzt, der unsere ganze Familie betreut, meinte neulich zu mir, auch wenn er es nicht sagen darf, dass der Ex ein kleiner Narzisst ist und ich mir wegen dem gesagten keine Gedanken machen sollte.

    Auch er ist also ein Verbündeter. Es wird dir sehr leicht fallen, viele Verbündete zu finden, denn das, was dein Mann gemacht hat, hat ihn aus der Gesellschaft weitgehend ausgeschlossen. Das generiert automatisch ein Heer von Verbündeten. Trotzdem wiedehole ich, dass es dir nicht nutzt, Verbündete zu finden. Wohl aber kann es helfen, bei ihm eine Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren. Denn von einem Narzissten sollte man keine Empathie erwarten. Es würde erklären, dass er für die Trennung eine Erklärung sucht, deren Grund nicht bei ihm zu finden ist. Das ist zwar falsch, hilft ihm aber.


    Was dir hilft, ist die Erklärung, dass du zur Heilung deiner Verletzungen ihn nicht benötigst, sondern das ganz alleine schaffen könntest, wenn du das willst.

    Zitat

    Ich habe soviel Wut und Hass in mir ... es tut weh ... und ich komme mit meiner Achterbahn der Gefühle nicht mehr klar.

    Verständlich. Und es erklärt, warum Wut und Hass dich ganz sicher nicht weiter bringen werden, sondern dass die Lösung genau im Gegenteil liegt.


    Es liegt ganz bei dir.

    Ich war heute bei meiner Therapeutin und wir haben ausgearbeitet es gibt drei Themen.


    1. Unterhalt - das regelt die Anwältin


    2. Umgangszeiten - hier muss ich Konsequent werden und dem Vater den schwarzen Peter zuschieben, wenn er mir Zeiten absagt, muss ER sie abdecken - das ist nicht mein Problem.


    3. Die innere Wut und Verletzung - das ist aber das kleine Kind in mir, dass ins Hier und Jetzt geholt werden muss und hat mit Verletzungen des UR-Vertrauens zu tun, die vom EX nur angestossen wurden ...

    ich hatte das leidige unterhaltsthema auch mit meinem exmann.


    nachdem ich es einem anwalt übergeben hatte (und das auch erst nach monatelangem reden, bitten, ultimatum setzen), habe ich gebetsmühlenartig wiederholt: fragen zum unterhalt richtest du bitte an den anwalt!, wenn er versucht hat, mit mir darüber zu diskutieren. dafür sind anwälte da und mit erteilung der vollmacht auch die einzig richtigen ansprechpartner.


    ich weiß, dass das ein schwieriger abnabelungsprozess ist, aber wenn du das mal geschafft hast, wird es dir besser gehen und dein ex wird dich auch bei anderen themen viel ernster nehmen :)_

    Zitat

    Ich habe soviel Wut und Hass in mir ... es tut weh ... und ich komme mit meiner Achterbahn der Gefühle nicht mehr klar.

    Naja. Du bist ja auch auf das Übelste verletzt worden. Das tut nun mal weh. Und kein Mensch sollte solche Worte zu seinem Partner sagen, wie es dein Ex getan hat. Das ist zutiefst verletzend. Du hast jetzt die richtigen Schritte eingeleitet. Jetzt solltest du Abstand zu deinem Hass auf deinen Ex und die Begebenheiten nehmen. Versuch ruhig zu bleiben und deine Dinge in Ruhe auf die Reihe zu bringen.


    Ich wünsch dir viel Kraft und viel Glück. Alles wird gut.

    Danke für eure lieben Antworten. Der Ex hat nicht reagiert - still ruht der See. Also hoffe ich, dass er geschnallt haben sollte, dass ich hier nicht mehr zum Reden bereit bin.


    Wir werden also sehen, wie es weitergeht.


    Die letzten zwei Tage war ich ein reines Nervenbündel und es ging mir gar nicht gut. Psychosomatische Durchfälle inbegriffen - ätzend, wieviel "Macht" dieser Mensch noch in meinem Leben hat.


    Ich hoffe, dass sich nun alles zum Guten wenden wird und ich nicht mehr unter Existenzminimum leben muss und endlich mehr Geld in die Kasse kommt und ich hoffe inständig, dass es nicht so lange dauert, bis die Anwältin alles berechnet hat und er dann endlich zahlt.


    Gefühlsmässig - naja - fange ich irgendwie erst jetzt an aufzuarbeiten. Die letzten 1,5 Jahre habe ich nur funktioniert, dass unser Leben irgendwie funktioniert. Dazu kamen zwei OP s von mir und der Schulwechsels vom Kind von der Grundschule auf die Förderschule. Das war ein großer Machtkampf zwischen dem Ehedings und mir. Seit Ostern geht das Kind nun auf die Förderschule, nässt nicht mehr ein, liest schön fliesend und schläft die Nächte wieder durch ....


    Im Juli war ich 3 Wochen zur Mutter-Kind-Kur und da hat man mich gefragt, warum wir nicht geschieden sind und ab da liefen nur noch die Tränen ... und mir wird erst jetzt bewusst, was da alles so gelaufen ist.

    Liebe flughexe1974


    Du hast über lange Zeit etwas versucht, was viele Frauen in und nach einer Trennungsphase versuchen. In dieser Zeitspanne zu viel Verantwortung einseitig übernehmen. Eine harmonische Situation künstlich aufrecht erhalten, damit das Kind nicht zusätzlich unter der Trennung leidet. Wenig Streitpunkte setzen mit dem Ex-Partner. Dazu gehören regelmäßige Streitigkeiten berechtigter Unterhaltsforderungen, Regelung des kindlichen Sorge/ Umgangs- und Aufenthaltsrechts, die gegen das eigene Wohlbefinden ertragen und ausgesessen werden. Die allerdings die Hass-Spirale zwischden Partnern weiterhin am kochen hält. Hier würde ich mir Hilfe über einen Mediator holen, der die Kommunikation zwischen den Eltern lenkt und ermöglicht. Denn die Elternschaft bleibt bis zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit eures Sohnes bestehen. In welcher Form diese weiter besteht entscheidet ihr selbst.

    Zitat

    Ich gönne ihm diese neue Liebe kein Stück und ich habe ganz böse Gedanken im Kopf.

    Dieses Verhalten erlebe ich ab und zu an einigen Ex-Partnern im Freundes- und Bekanntenkreis, vor allem bei jenen, die verlassen wurden. Selbst nach Jahrzehnten fallen noch Sätze gegen die aktuellen Partner der Ex-Beziehungspartner, die es geschafft haben den Partner oder die Partnerin "zu zähmen", Eigenschaften/Potential freizusetzen, die man selbst in der Beziehung schmerzlich vermisst hat. Sei es den in der gemeinsamen Zeit nie umgesetzen Hausbau, Jobwechsel, Umzug, Kinderwunsch, körperliche Treue, mehr Paarzeit, gemeinsame Unternehmungen, Urlaubsorte usw. Viele fühlen sich bei der Kenntnis solcher Veränderungen noch mehr verletzt und gedemütigt, diese Vorhaben nicht "selbst" durchgesetzt und erreicht zu haben.


    Du empfindest es (wahrscheinlich) doppelt schlimm, dass Dein Ex trotz längerer Trennung von Dir bereit war auf diese Frau zu warten, die noch in einer anderen Partnerschaft war.


    Sozusagen Geduld und Kämpferherz zu zeigen, die Du in eurer Partnerschaft von ihm vermisst hast. Auch, wenn Du ganz sicher weißt das eure Partnerschaft im Kern gescheitert ist, und ihr vielleicht zu wenig zusammen gepasst habt.

    Zitat

    Ich fragte ihn, was er an dieser anderen Frau so findet. Seine Antwort: Sie hat studiert und ich kann mich intellektuell endlich mit jemandem auf gleicher Wellenlänge unterhalten. Außerdem hat sie eine tolle Figur sieht super schön aus ... schau dich doch mal an, wer will den so etwas wie dich?

    Auch, wenn es jetzt für Dich befremdlich klingt, wer diese Frage nach dem "Warum SIE und nicht ICH" stellt, muss damit rechnen die ungeschminkte Wahrheit aus Sicht des Ex-Partners zu erfahren. Gerade in einer Trennungssituation haben die Ex wenig Lust (in ihrer Wahrnehmung) sich unnötig empathisch zu benehmen. Andererseits ohrfeigt sich Dein Ex-Partner damit selbst, wenn er zum einen eine Partnerin erwählt, die neben seinen Ansprüchen nicht bestehen kann und mit ihr eine Familie gründet. Andererseits ist es legitim, dass sich Wünsche, Ansprüche und Sichtweisen im Laufe der Paarzeit verändern. Wenn diese Veränderungen zwischen den Partnern nicht parallel verlaufen, stört es zunehmend das Zusammenleben, die Gesprächsvielfalt, das Gefühl gemeinsame Zeit mit dem Partner verbringen zu wollen und zunehmend beginnt das eigene Ablehnungsverhalten im Alltag.


    Den zuletzt erwähnten Satz ist von Seiten Deines Ex-Partners als eigene Legimation sich selbst gegenüber zu verstehen, warum er die Familie verlässt. Das dieses Verhalten Dich bis ins Mark verletzt, Du Dich entwertet und als Frau gedemütigt fühlst ist nachvollziehbar. Aber vielleicht gelingt es Dir zunehmend es als seine Art Abrechnung sich selbst gegenüber zu verstehen. Es gibt einige Menschen, die sich auf diese Art den Freibrief zum Auflösen einer Beziehung geben, in dem sie entwertend auf den Schwächen der Ex-Partner rum reiten, um keine Verantwortung für das Scheitern der Beziehung übernehmen zu müssen.


    Es gibt zu wenig Grund, dass Du ihm mit der bis heute bestehenden Verletztheit den Raum gibst Dein Leben zu überschatten. Wenn für Dich völlig klar ist, dass

    Zitat

    Ich möchte meinen Ex für kein Geld im Leben zurück haben. Und eigentlich war die Trennung mehr als Überfällig.

    dann lass ihn als nicht zu Dir passenden Mann und Partner in gehen. Schreibe einen bewusst formulierten Abschiedsbrief an ihn in dem Du all Deinen Schmerz und die Gründe benennst warum ER nicht mehr zu Deinem Privatleben gehören darf. Nenn diesen Brief - "Was ich Dir schon immer mal sagen wollte" und lass all Deinen Gefühlen freien Lauf.


    Wenn Du inerlich soweit bist, entscheide ob Du diesen Abschiedsbrief allein für Dich oder in Anwesenheit Deines Partners im wahrsten Sinne des Wortes begräbst und verbrennst. Es ist ein schmerzlicher Prozess die Vergangenheit los zu lassen, und es dauert seine Zeit bis man das so zulassen kann. Aber es ist ein wichtiger Schritt damit Du wieder lernst erfüllt und glücklich weiter zu leben, vor allem für euren Sohn.


    Nur Du hast die Macht darüber zu befinden wann Dein Leben eine andere Wendung bekommt. Du bist bereits die wichtigen Schritte gegangen, die Mutter-Kind-Kur war ein Anfang, der Gang zur Anwältin ebenso. Lass Dich auf keinerlei Diskussionen ein, hör Dir weder Erklärungen noch Anschuldigungen zum Thema Unterhalt an. Du forderst diesen für die optimale Versorgung des gemeinsames Sohnes ein, und nicht um Dir ein lockeres Leben zu gestalten.


    Euer Sohn benötigt besonderer Fürsorge , trennungsbedingt und weil er entwicklungsgedingte Defizite aufholen muss. Deshalb ist es geradezu die Pflicht seines Vaters alles dafür notwendige zu tun, damit es eurem Sohn wenigstens von materieller Seite her gut geht. Du Dich auf das Wesentliche im Alltag konzentrieren kannst, als durch ständige Geldsorgen und suchende Kompromisse an weiterhin an positiven Lebensgefühl zu verlieren.


    Deine aktuelle Beziehung darf nicht länger unter den Spielen Deines Ex-Partners leiden. Deshalb ist das oben genannte Abschiedsritual sehr wichtig. Dein neuer Partner sollte spüren, dass Du zunehmend bereit bist das alte Negative in Deinem Leben los zu lassen, um das Gute was Du im Jetzt erfährst anzunehmen. So lange Du diesen Weg nicht gegangen bist, bleibt die innere Blockade einen positven Schritt weiter zu gehen.


    Für die Entwicklung Deines des Sohnes ist wichtig, dass Du als Mutter und wichtigste Bezugspartnerin emotional stabil, ausgeglichen und glücklich bist. Er kennt Dich besser als Du vermutest, hat die inneren Antennen dafür wie Du Dich fühlst. Er ist mit Dir seit seinen Anfängen tief verbunden, vergiss das bitte nicht. Dir auf Deinem neuen Weg weiterhin alles Gute und viel positive Energie. :)* @:)

    Liebe flughexe1974


    Frau muss ihren Frieden finden, das Getane kann nicht ungeschehen gemacht werden und verzeihen heißt nicht das Geschehene für gut zu bewerten, sondern Frieden zu finden um selbst wieder durchatmen zu können...!


    Yofi oder die Kunst des Verzeihens.....


    Ein kleines supernettes Büchlein...von Oliver Bantle


    Alles Liebe Incident

    Liebe DieDosismachtdasGift,


    ich danke dir für deine so aufrichtigen und wahren Worte. Ich sitze hier und die Tränen laufen.


    Ich hatte eine Mediatoren eingeschaltet, mit dem Ergebnis, dass ich 3x die Sitzung verlassen habe, weil Er mich angebrüllt hat und der Mediator nicht in der Lage war die Situtation runter zu kochen.


    Bevor ich meine Anwältin eingeschaltet hatte, habe ich diesen Mediator noch einmal eingeschaltet und um ein Gespräch zu dritt gebeten, das Ehedings war auch zum Einzelgespräch dort und muss einen Auftritt vom Feinsten hingelegt haben. Auf jeden Fall, hat er dort geäußert, dass ich ihn um ein Gespräch persönlich zu bitten haben und wir dann auf neutralem Boden zu zweit reden können. Ich habe dem Mediator in unserem Gespräch deutlich gesagt, entweder ein letztes Gespräch zu dritt oder ich leite rechtliche Schritte ein.


    Da ich das Ehedings um nichts mehr bitten werde. Habe ich dann rechtliche Schritte eingeleitet.


    Ich glaube was mich an der ganzen Geschichte am meisten verletzt ist, dass ich schon x mal gehen wollte, er mich hat nie gehen lassen und immer psychischen Druck ausgeübt hat. Und nun stellt er sich hin und behauptet, er habe mich aus Mitleid geheiratet und er hätte mich nie geliebt. Da stellt man natürlich 15 Jahre in Frage ... das ist eine lange, lange Zeit.


    Auf der anderen Seite sage ich mir: Er ist selbst schuld, wenn er so feige war, sich damals zu trennen und sich 15 Jahre lang in einer Ehe gefangen gehalten hat und sich somit selbstvergewaltigt hat ...


    Das mit dem Brief ist eine gute Idee. Diesen Verfasse ich gefühlt, jeden Abend vor dem Einschlafen und ich sollte mir die Mühe und Arbeit machen, ihn einfach mal zu schreiben.

    @ Incident_1

    Das Buch werde ich mir mal ansehen ...

    Ich habe immer noch Angst vor der ersten Begegnung nach dem Brief von der Anwältin ...


    Innerlich fühle ich mich unwohl und habe ständig kreisende Gedanke und ich weiß nicht wie ich da raus komme.


    Heute musste ich ihn anschreiben, weil unser Kind ja jetzt nur noch alle 14 Tage am WE bei seinem Vater ist. Normalerweise war das Kind immer von Freitagnachmittag bis Samstagabend bei ihm.


    Das Kind hat heute Abend Reitunterricht. Ich habe den Hof angeschrieben, wann der Unterricht stattfindet. Antwort: so wie vor den Ferien. Toll ...


    Alos habe ich beim Ehedings angefragt. Der wusste die Zeit auch nicht mehr ... Prima.


    Dann geht unser Sohn montags immer zur Feuerwehr. Das ist von mir aus - einmal quer über die Strasse. Nach der Feuerwehr wird er vom Vater abgeholt. Nun besteht der Vater darauf, das Kind bei mir abzuholen und zur Feuerwehr zu bringen. :(v


    BEGRÜNDUNG: es ist ja seine Umgangszeit.


    Ich habe nur geantwortet: ist o.k.


    Und still gedacht, sagst du mir noch 1x einen Termin zum Umgang ab, dann werde ich dir sagen: das ist deine Betreuungszeit, Regel die Betreuung vom Kind, ist nicht meine Verantwortung.


    Ich bin es satt, ständig für ihn einzuspringen, weil er keine Zeit hat.


    Aber wie stelle ich all diese kreisenden Gedanken ab und dieses unwohle Gefühl in mir?

    Zitat

    Aber wie stelle ich all diese kreisenden Gedanken ab und dieses unwohle Gefühl in mir?

    das ist ein prozess, der manchmal eine ganz miese eigendynamik hat :)_ ein wenig geduld mit dir selber zu haben, ist schon mal ein erster schritt. dann solltest du dir selber diese gefühle auch zugestehen - dann aber nicht darin verharren, sondern überlegen, warum du die hast und welchen zugewinn die für dich bringen.


    irgendwann wirst du dannmerken, dass diese miesen gefühle, dich innerlich viel stärker an diesen mann binden, als es die liebe vermocht hat - irrwitzig, oder?


    dafür kann ich dir ganz ganz ehrlich versprechen, dass du eines tages merken wirst, dass er dich zwar manchmal irre nerven wird, du ihn als kindsvater niemals aus deinem leben raushaben wirst, es dir aber nicht mehr so ans inerste geht :)_

    Ich merke, dass es in den letzten Tagen wieder etwas besser geht und ich innerlich wieder etwas ausgeglichen bin.


    Ich lasse jetzt die Anwältin ihren Job machen und vertraue darauf, dass sie ihn gut macht.


    Die Termine für die Herbst- & Weihnachtsferien stehen und wurden vom Ehedings per Mail bestätigt.


    Nun erwartet mich ein Wochenende ohne Kind. Mein Freund wird da sein und wir werden viel Zeit füreinander haben.


    Gestern kam dann noch der Befund von meiner Ärztin. Es sind keine weiteren Krebszellen gefunden worden und ich bin somit ohne Befund. Erneute Kontrolle in drei Monaten.


    Ich merke, welche Last mir von den Schultern gefallen ist. Habe gestern vor Erleichterung erstmal ne Runde geweint und bin so dankbar, dass meine Genesung in die richtige Richtung geht.


    Das Ehedings hat sich bzgl. des Schreibens von meiner Anwältin nicht geäußert und das ist auch gut so.


    Er verhält sich, neutral betrachtet, so wie immer ....


    Euch allen einen guten Start in den neuen Tag voller Sonnenschein wünsche. @:)

    Ich hatte gestern ein klärendes und gutes Gespräch mit dem Ehedings.


    Er hat nun auch einen Anwalt. Wird die Auflösung des Kontos veranlassen.


    Die Gehaltsunterlagen meiner Anwältin vorlegen und sein Anwalt hat ihm schon grob errechnet, was er mir und dem Kind an Unterhalt zahlen muss. Das gibt eine schöne Summe, von der wir gut leben können.


    Im zweiten Schritt hat er mir dann "beigebracht", dass er die Scheidung einreichen wird. Und war total fassungslos, als ich ihm zu dem Entschluss freudestrahlend auf die Schulter klopfe und sagte: Das ist die beste Entscheidung, die er seit 2 Jahren getroffen hat und das ich dankbar und glücklich bin, wenn endlich alles ein Ende hat.


    Er stand vor mir, war kreidebleich und musste mehrfach schlucken.


    Er hat immer noch nicht begriffen, wie ich ticke und denke.


    Er hat dann gesagt, ich soll mir Gedanken machen, was ich aus seinem Haushalt noch an Gegenständen, Möbel und ähnliches haben möchte. Aber so richtig fällt mir da nichts ein ...


    Von mir ist eine Last gefallen ... im Gespräch habe ich gemerkt, dass er vollkommen überfordert ist. Er hat mich u.a. gefragt, wie er online sich seine Kontoauszüge von unserem gemeinsamen Kontos runter holen kann. Da ich kein * bin, habe ich ihm das mit breitem Grinsen erklärt ... Oh man, wie armselig ist der Mensch.


    Ich bin erleichtert und es geht mir gut. Mit dem was auf mich zukommt kann ich sehr gut leben und wenn die Scheidung durch ist - Köpfe ich mind. eine Flasche Sekt.


    In mir keine Groll, keine Wut und kein Hass sondern einfach nur innere Ruhe und Zufriedenheit.


    Das Gefühl getragen zu sein und den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

    Flughexe, du erinnerst mich so sehr an meine Mutter, die sich vor fast zehn Jahren von meinem Vater getrennt hat nach unzähligen Beleidigungen und klein halten. Auch sie hatte sehr zu kämpfen danach und trauerte, überspitzt gesagt, ihrer Jugend und ihrer verlorenen Lebenszeit nach. Auch sie hatte Krebsverdacht und hat sich durch eine Therapie wieder ins Leben gekämpft. Achja und ein Anwalt war natürlich auch von der Partie.


    Du bist also definitiv nicht alleine.


    Deine Reaktion bezüglich des Scheidungswunsches seinerseits war Gold wert, besser hättest du nicht reagieren können. Rache kann so süß sein. Meine Mutter hat vor ein paar Jahren ihren Mädchen- Nachnamen wieder angenommen, damit hat sie ein gutes Stück ihre alte Identität wieder bekommen und meinen Vater damit ziemlich getroffen. Vielleicht wäre das für später mal eine Option für dich.


    Von den alten Möbel würde ich übrigens möglichst wenig mitnehmen und mich neu einrichten.