ich sehe euer hauptproblem gar nicht in einem sehr unterschiedlichen nähebedürfnis, sondern darin, dass ihr darüber anscheinend nicht reden könnt - einen guten kompromiss zu finden, wäre nämlich bestimmt einfach, wenn eure gespräche sachlich bleiben würden.


    wie laufen die denn ab? wie klar formulierst du deine bedürfnisse? wie reagiert er darauf? wann fängt es an unsachlich zu werden?

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    In der Regel sollten auch täglich 1-2 Stunden alleine reichen.

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    Wer bist du, dass du das so behaupten kannst?

    Er ist der sensibelman. 8-) Der, der nach 150 Jahren Ehe immer noch heiß auf seine (trotz der zahlreichen Kinder, die sie ihm geschenkt hat) perfekt aussehende Gattin ist und deshalb täglich mit ihr Sex hat, der nichts und niemanden braucht außer ihr. Und der denkt, das müsse allen anderen Menschen auch so gehen. ;-)


    TE, lass Dich nicht verunsichern. Du bist mit Deinem Nähebedürfnis vollkommen in der Norm. Ich liebe meinen Mann über alles und verbringe auch rasend gerne Zeit mit ihm, bin aber trotzdem froh über jeden Abend, den ich mal für mich hab, an dem ich in der Badewanne liegen und Musik hören oder Yoga machen kann, an dem ich einfach ganz ich bin und nur Zeit mit mir selbst verbringe. Ein herrliches Gefühl.


    Du musst das mit Deinem Freund irgendwie klären. Du musst ihm Deine Bedürfnisse begreiflich machen. Und vor allem müsst Ihr es schaffen, über das Thema zu sprechen, ohne dass er beleidigt und bockig wird. Lass Dich nicht unterbuttern, setz Dich durch. Anders wird es nicht funktionieren.

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    Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie seltsam ich das finde.

    ...ich auch nicht ]:D .


    Aber zu diesem speziellen Thema gab es ja schon mehr als einmal entsprechende Diskussionen; es lohnt sich also nicht, da weiter drauf einzugehen.

    @ TE:

    ich kann dich gut verstehen und du solltest dir dein Ruhebedürfnis unbedingt nehmen. Wenn dein Freund nicht versteht, dass du auch mal alleine sein möchtest, wird es in Zukunft m.E. schwierig werden. Ich bin der Meinung, dass es auch in Partnerschaften möglich sein sollte, dass jeder mal für sich ist, ohne dass der andere gleich beleidigt ist und komisch wird. Mir würde so viel Nähe nicht gefallen. Aber das entscheidet jede(r) für sich.

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    Aussage meiner Frau: Was soll sie mit anderen Frauen?

    %-| Sehr sehr merkwürdig. Was man halt mit Freundinnen so macht? Quatschen, Shoppen, ins Kino gehen, in die Sauna gehen?


    Klingt ein bisschen so als wärst du der Pascha und sie die unmündige Gattin, die sich nichts Schöneres vorstellen kann als jede freie Minute dem werten Gatten zu schenken...


    Und das du das toll findest, klingt als würde du gerne die Kontrolle über sie behalten. Wer weiß was da alles passieren kann, wenn eine Frau alleine mit ihren Freundinnen weggeht? Womöglich erlebt sie ein Leben außerhalb von Pleasantville als viel spannender als täglich das selbe Programm daheim? Gefährlich gefährlich - sollte man(n) nicht riskieren. :-/


    Eine Frau die keinen Lebensinhalt außer ihrem Mann hat, tut mir leid. Sie wird in sich zusammenfallen wie ein toter Baum, sobald der Mann einmal nicht mehr dasein sollte/stirbt/es zur Trennung kommt.


    Dann wird sie sich wünschen, Freunde zu haben.


    Ich würde so weit gehen und sagen: Frauen, die keine Freundinnen haben, haben ein ernsthaftes soziales Problem und sollten da mal einen Profi (Therapeuten) drauf gucken lassen - gesund ist das jedenfalls nicht.


    TE, du bist völlig normal mit deinem Bedürfnis nach Zeit für dich, setze eine Grenzen fest und erkläre sie deinem Freund. Er muss lernen, deine Bedürfnisse zu respektieren und nicht wie ein kleines Kind Dinge einzufordern, die du nicht bereit bist du geben. Tut weh, ist aber lehrreich.

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    Ich würde so weit gehen und sagen: Frauen, die keine Freundinnen haben, haben ein ernsthaftes soziales Problem

    ich habe auch keine freundinnen und bin trotzdem ganz gesund (ich habe halt freunde ;-) )


    wir sollten aber den faden nicht schreddern, indem wir über die sensible ehe diskutieren o:)

    Als so ziemlich das gleiche Problem in meiner Beziehung aufkam, habe ich es für mich gelöst, dass ich eben nicht mehr gesagt habe:"ich muss mir Zeit für mich nehmen". Das muss ich nämlich überhaupt nicht, denn: Meine Zeit gehört bereits mir. Und ich bestimme, wem ich sie wie widme und dass ich auch einen Teil davon mir ganz allein widme. Da war dann auch kein schlechts Gewissen mehr, keine Diskussion usw., weil ich die Tür dafür gar nicht mehr aufgemacht habe. Mein Freund hätte mich dann gerne immer noch mehr gesehen, hat aber anerkennen müssen, dass das nicht geht und mit der Zeit eben auch geschafft, sich (wieder) anderweitig zu beschäftigen.


    Der Druck war also raus und die Situation hat sich gelöst als ich gemäß meiner eigenen Bedürfnisse und Grenzen gehandelt habe. Und sich Zeit nehmen zu müssen ist da von vorneherein der falsche Ansatz, weil es suggeriert, als dass es da Diskussionsraum gibt und der Ausgangspunkt wäre, dass er durchaus erstmal über Deine Zeit bestimmen darf (aufgrund seiner Bedürfnisse und weil er Dein Freund ist) und Du Dir da gegen ihn Freiräume erkämpfen musst.


    Um es vielleicht verständlicher zu machen, falls es nicht klar ist, hier ein (hinkender) Vergleich: Ein Kind ist der Meinung, dass ihm alle Süßigkeiten in jedem Ausmaß zustehen und der Erwachsene versucht dann, per Diskussionen und Vernunft ihm Süßigkeiten abzuschwatzen, um den Konsum auf ein gesundes Maß zu regeln. Ein schwieriges und aufreibendes Unterfangen, da das Kind eienrseits von seinem Recht überzeugt ist, der Erwachsene das aber auch mitgeht und sich eben immer wieder auf diesen Kampf einlässt. Besser wäre doch aber, das Kind hätte kein allgmeines Recht auf sämtliche Süßigkeiten (und würde davon auch nicht ausgehen) und bekommt nur jene vom Erwachsenen, die vertretbar sind. Es wird dann ggf. dennoch auch um mehr betteln, aber es käme nicht auf die Idee, dem Erwachsenen ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ihm etwas vorenthalten wird, was ihm vermeintlich zusteht.


    Deswegen: trenn' Dich von der Floskel, dass Du Dir Zeit für Dich nehmen musst. Deine Zeit gehört bereits Dir. Und niemand anderem. Du entscheidest, was Du mit dieser Zeit machst.

    @ sensibelman

    in einem ähnlichen Faden hast Du bereits diese Einstellung vertreten. Ich möchte da mal fragen: wie schaffst Du es dann, soviele Beiträge hier zu verfassen, wenn ihr doch eure gesamte Freizeit ausschließlich gemeinsam verbringt? Jetzt im Ernst, sitzt sie da auf Deinem Schoß? Ich glaube, wohl eher nicht. Daher hast Du dann doch womöglich doch viel mehr "Mich-Zeit", als Du uns hier glauben lassen möchtest.

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    ich habe auch keine freundinnen und bin trotzdem ganz gesund (ich habe halt freunde ;-) )

    Hast du mal ergründet woran das liegt? Fände ich spannend- ich glaube ja bei sowas nicht an Zufälle. :-)


    Gehört nicht in diesen Faden, aber wenn du dich das noch nie gefragt haben solltest, dann könntest du da mal nachforschen- oft kommen die spannendsten Gründe zum Vorschein.

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    wir sollten aber den faden nicht schreddern, indem wir über die sensible ehe diskutieren o:)

    Die ist ohnehin ausreichend diskutiert worden - er hat halt einfach die perfekte Ehe. Ich werde demnächst einen Ratgeber schreiben und sensibelman wird mir dafür das Rezept für die perfekte Ehe liefern - mit konkreten Handlungsanweisungen, täglicher ToDo-Liste, Blos-Nicht-Tun-Liste und einigen anderen Features.


    Wenn wir es dann gemeinsam geschafft haben die Scheidungsrate in Deutschland bis 2041 auf unter 10% zu drücken, wandere ich mit den Millionen nach Tahiti aus und Sensibelman suhlt sich im wohlverdienten Ruhm. ;-D

    Ich hoffe, ich habe es nicht übersehen...


    Wie sieht es denn mit den Hobbys deines Freundes aus? Hat er eigene Interessen?


    Ich kann das Gefühl gut nachempfinden, denn auch ich brauche Zeiten für mich. Wir selbst leben seit 11 Jahren zusammen und haben jeder auch eigene Hobbys. Eines meiner Interessen hat er mal ausprobiert und ZUM GLÜCK war es nicht seins. ;-) Das sind Freiräume, die ich brauche. Wir sind zwar ein Paar, aber dennoch Individuen.

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    Wir selbst leben seit 11 Jahren zusammen...

    ich habe es als sehr entspannend gefunden, als mit dem zusammenziehen die nähe automatisch da war und wir nicht mehr überlegen mussten, wer wann wielange und warum zu wem kommt ;-)

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    Ich würde so weit gehen und sagen: Frauen, die keine Freundinnen haben, haben ein ernsthaftes soziales Problem und sollten da mal einen Profi (Therapeuten) drauf gucken lassen - gesund ist das jedenfalls nicht.


    Sommerkind44

    Finde ich nicht. Es gibt Menschen, die sind sozial mit dem Kontakt zu ihrem Partner erfüllt. Das muss nicht negativ oder eine ungesunde Abhängigkeit sein. Nicht jeder braucht zusätzlich zur Beziehung Freundschaften.


    Und ob es ausgerechnet gleichgeschlechtliche Freundschaften sein müssen? Ich habe eine gegengeschlechtliche Freundschaft, als einzige (echte) Freundschaft seit Jahren und vermisse keine Freundschaft zu jemanden vom gleichen Geschlecht. So allgemein pflege ich Freundschaften zu beiden Geschlechtern. Die Persönlichkeit entscheidet, nicht, welches Geschlecht sie hat.

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    Wir sind zwar ein Paar, aber dennoch Individuen.

    Das ändert sich auch nicht, solange niemand gezwungen ist oder sich dazu zwingt, sich dem Partner anzupassen. Das hängt auch stark davon ab, wie kompatibel sich die Partner gefunden haben oder ob sie viele Kompromisse eingehen (müssen).

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    wenn ihr doch eure gesamte Freizeit ausschließlich gemeinsam verbringt?

    Es ist möglich, trotz gemeinsam verbrachter Freizeit auch eigenen Interessen nachzugehen- und das täglich.


    Und es ist ein Vorteil, wenn man in derselben Wohnung wohnt.


    Ich glaube zudem immer noch, dass das eigentliche Problem der TE ihre fehlende Entspannung nach der Arbeit ist. Wenn sie das Problem gelöst hat, kann sie weitersehen, ob das Nähebedürfnis des Freundes dann immer noch als störend empfunden wird.


    ??Während ich hier schreibe sitzt meine Frau oft neben mir mit 1m Abstand im anderen Sessel, auch am Computer und geht ihren eigenen Dingen nach. Zwischendurch können wir uns aber auch mal knutschen und drücken und ... Unsere gemeinsame Zeit ist meistens abends- wir gucken nicht viel Fernsehen, da unternehmen wir oft etwas, wofür Hamburg und unsere Wohnlage bestens geeignet ist??


    ??ich habe den Vorteil, Arbeitszeit und Forumschreiben zu vermischen, weil ich mich über das Forumschreiben entspanne, indem ich mal auf andere Gedanken komme- ich habe zudem relativ große Anteile, meine Arbeitszeit frei einzuteilen- wer genauer hinsieht, wird feststellen, dass ich öfter wieder aus dem Forum verschwinde, sofern ich nicht vergesse den Computer auszuschalten. Meine Artikel schreibe ich in der Regel in wenigen Minuten??


    ??"Was man halt mit Freundinnen so macht? Quatschen, Shoppen, ins Kino gehen, in die Sauna gehen?-"


    Das macht sie alles mit mir- dazu muss ich sie nicht zwingen und sie mich auch nicht- unsere alten Freunde und Freundinnen, die meistens Paare sind, wohnen zu weit weg, da wir weiter weg von unseren Heimatorten umgezogen waren. Meine Frau war schon ziemlich lange eine sehr gute Freundin von mir, bevor wir merkten, dass wir uns eigentlich liebten- ich dachte die ganze Zeit, sie wäre vergeben und ich war eine längere Zeit in einer anderen Beziehung, nach deren Beendigung ich auf meine jetzige Frau auch als Liebespartnerin aufmerksam wurde??

    Omg das wäre mir definitiv auch zu viel ! (Jeden Tag treffen). Ich liebe meine Freiheit und brauche auch Zeit für mich. Bin übrigens der Meinung, dass das in Wirklichkeit jeder Mensch braucht ...(Freiraum).


    Was deinen Partner betrifft: er sollte es akzeptieren!


    Wenn ich einen Mann hätte, der es nicht akzeptiert, wüsste ich, dass er nicht der richtige ist! Weil ich weiß, dass es definitiv Männer mit ähnlicher Einstellung bzw Toleranz gibt.


    Auf Dauer führt das doch zu nichts Gutem, oder...? ":/

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    Eine Frau die keinen Lebensinhalt außer ihrem Mann hat, tut mir leid.

    Ein Paar lebt nicht in einer isolierten Welt. Gerade wenn beide etwas gemeinsam unternehmen gibt es auch öfter Kontakt zu anderen Menschen. Ob und wieweit das Leben mit dem Mann langweilig wird, hängt auch stark von der Persönlichkeit des Mannes und den Interessen der Frau ab. Und Nähe der Partner zu pflegen, hat ziemlich wenig mit dem Lebensinhalt zu tun. Wenn Mann und Frau etwas gemeinsam unternehmen, weil es beide interessiert, dann ist nicht der Partner alleine der Inhalt der Unternehmung. Je stärker die Interessen der Partner übereinstimmen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide etwas gemeinsam unternehmen. Und wenn sich mindestens einer der Partner für nahezu alles interessieren kann, dann ist das sehr unproblematisch.


    Es können beide ihr eigenes Buch gleichzeitig und in Nähe zueinander lesen- da ist gleichzeitig Nähe und das Nachgehen eigener individueller Interessen erfüllt.