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    finde man sollte die Meinung anderer auch respektieren und nicht herabwürdigen.

    Ich habe von meiner Seite aus keine hier geäußerte Meinung herabgewürdigt, sondern nur kommentiert, auf Basis meiner Erfahrung. Das dürfte wohl erlaubt sein.

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    das so eine konfrontation mit einer medizinischen Vorrichtung allgemein sehr fordernd sein kann für dem gegenüber.

    Das sehe ich im Übrigen genauso.


    Nur fand ich den Vergleich insgesamt nicht ganz passend. Wenn man ihn nur auf die "medizinischen Vorrichtungen" bezieht, dann okay. Aber aus meiner Sicht nicht ganz passend, wenn man die Gesamtsituation betrachtet, und der Gesamtkontext schwingt ja doch auch immer mit, auch bei der Konfrontation mit der Sonde. Es ist ja nicht die Konfrontation mit der Sonde selbst, die primär die Probleme macht, sondern das, wofür die Sonde steht.

    Ich weiss es klingt hart, aber er wäre nie eine Unterstützung gewesen.


    Er will einfach nicht eine schwer kranke Freundin haben, bzw. kommt damit nicht klar.


    Er ist jung, hat Pläne, sowohl was beruflich wie Familie betrifft.


    Mit jemand mit ein fortgeschrittene MNE zu leben und die zu pflegen, ist eine riesige Verantwortung. Es ist ein 24 Stunden Job. Oft füllen sich Menschen n diese Situation wie im Gefängnis gefangen. Keine Zeit für Beruf, Hobbies oder Freunde. Das kann man nicht von jeder erwarten.


    Er ist offensichtlich nicht bereit dazu. Besser er sagt etwas jetzt als später, wenn du von ihm abhängig bist. Das muss du ihm geben. Besser jetzt statt Vorsorge ein paar Monate lang halbherzig zu spielen um dir dann ein paar Monate später sich nach und nach emotional zu distanzieren und dir endlich verlassen.


    Lieber ein Ende mit Schmerz als Schmerzen ohne Ende.

    Liebe Schlucky,

    zunächst einmal tut es mir sehr leid, dass du schwer erkrankt bist. :°_


    Dann auch noch den Partner zu verlieren ist natürlich besonders hart.


    Wie alt seid ihr? Wie lange wart ihr zusammen?


    Weißt Du, ich kann - so hart das klingt - Deinen Partner verstehen, und finde es gut, dass er für sich und auch für Euch beide direkt die Notbremse gezogen hat.


    Er hat das Recht, sein Leben so zu planen und zu gestalten, wie er es sich wünscht und braucht.


    Deshalb ist er kein schlechter Mensch.


    Nur wenige Menschen würden zwar wahrscheinlich direkt so umfassend und recht schonungslos ehrlich sein, und Dir das alles sagen:

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    Er kommt nicht damit klar, das ich bald ein Pflegefall werde und er mein Pfleger. Er hätte das die Monate nur mitgemacht, weil er dachte es wird bei mir bald wieder normal und ich gesund. Er kommt nicht damit klar, mit der Sonde an mein Bauch, nicht das ich so eine Monster Maske beim schlafen aufhaben soll und bald auch noch durch den Hals beatmet werden muss, nichts mehr Bewegen kann, nicht sprechen. Das kann er alles nicht mitmachen. Er trennt sich und er will das alles nicht miterleben, wenn es passiert. Er will eine Frau die Sport machen kann, was unternehmen kann, er will Kinder haben(wir haben keine Kinder, ich hatte vor 2 Jahren eine Totgeburt). Und nicht eine Frau der man mal den hintern abwischen muss und von Bett in Rollstuhl heben muss. Und die er, durch ein Schlauch ernähren muss. Er will beruflich weiter kommen und nicht zu Hause als Pfleger von mir sein. So stellt er sich keine Beziehung vor.

    ...aber nun weißt Du ganz genau woran Du bist.


    Vielleicht kannst Du ihn ja auch ein bisschen verstehen? Wenn Du Dich mal in seine Position versetzt? @:)


    Es spielt auch meiner Meinung nach eine Rolle, auf welche Art er von deiner Erkrankung und den Details erfahren hat. Mach Dir also keine Vorwürfe.

    Ich habe so viele Gedanken zu dieser Situation im Kopf, aber weil sie nicht vergleichbar sind, erspare ich uns allen diese aufzuschreiben...


    Aber einen fand ich schon wichtig:


    Es liegt nicht an dir...sondern an der Krankheit.


    Das ist scheiße, weil du ja auch nichts dagegen machen kannst, aber vielleicht hilft es dir das immer wieder zu verinnerlichen.


    Auch fänd ich es nicht schlimm, wenn du ihn grad ein bisschen hassen musst um über ihn hinweg zu kommen. Egal was du anders gemacht hättest, die Fakten wären gleich geblieben. Die Umstände Drumherum die gleichen. Vielleicht hätte es anders ausgesehen, wenn ihr schon 10 Jahre zusammen gewesen wärt...und ein gemeinsames Kind...geheiratet, sonst irgendwas... das weiß man leider nicht.


    Ich habe mal einen Partner gepflegt, eine längere Zeit, zum Glück mit der Aussicht auf Besserung, das ganze war zeitlich dann irgendwann auch durchgestanden. Ich habe ein paar Erkenntnisse aus der Zeit mitgenommen:


    Man muss sehr tiefe Liebe empfinden, um den Partner in diesem Maße aufzufangen. Und es braucht eine Menge Kraft. Kraft und Liebe, die sich aus jahrelanger glücklicher gemeinsamer Zeit speisen. Da ist eine junge Liebe schnell überfordert. Das hat überhaupt nichts mit charakterlicher Schwäche zu tun und abwertende Worte wie "der Typ" sind völlig fehl am Platz. Der Mann hat sich 8 Monate lang gekümmert und hat nicht gleich die Flucht ergriffen. Niemand ist davor gefeit, dass die Gefühle sterben, die Liebe nachlässt und niemand kann verlangen, dass man sich trotz fehlender Liebe noch für den Partner aufopfert. Mitleid allein ist keine Beziehungsgrundlage.


    Gleichzeitig macht dieses Pflegeverhältnis auch eine Menge mit der Beziehung. Das Bedürfnis miteinander zu kuscheln, beieinander zu übernachten entspringt u.a. einer sexuellen Anziehung. Die aber leidet ganz erheblich darunter, wenn man plötzlich vom erotischen jungen Ding zu einem kranken Pflegefall mutiert. Sexuelles Begehren ist in dieser Phase erstmal dahin. Dummerweise sind nicht selten die Gefühle auch sehr eng an dieses sexuelle Begehren geknüpft. Nicht willentlich, abermals kann man jemandem, dem die Gefühle abhanden kommen, keinen Vorwurf machen.


    Die Liebe von Eltern ihren Kindern gegenüber übersteht solche Dramen, die Liebe zwischen zwei jungen Menschen nicht unbedingt. Die Natur hat anderes mit den Menschen vor. Eltern sind dazu da, Kinder großzuziehen, das Wohl der Kinder hängt von den Eltern ab. Also hat die Biologie uns mitgegeben, unsere Kinder bedingungslos zu lieben und uns aufzuopfern. Für jungen Menschen hat die Biologie vorgesehen, sich zu lieben und Kinder zu zeugen. Das ist der Grund für einen mitunter recht ungezügelten Sexualtrieb von Männern, aber vermutlich auch mit ein Grund, dass die Liebe zum Partner nicht unter allen Randbedingungen erhalten bleibt.


    Ja, die Krankheit überfordert Deinen Partner, aber Schuldgefühle brauchst Du deswegen nicht zu haben, was hättest Du tun sollen?


    Ich wünsch Dir viel Kraft und alles Gute!


    :)*

    Natürlich ist das eine ganz, ganz harte Nummer. Aber es zeigt auch ganz eindeutig, daß dein Freund völlig überfordert ist.


    Es nützt ja auch wenig, wenn jetzt auf ihn eingeprügelt wird, da er sich sein Leben mit dir gemeinsam viel harmonischer vorgestellt hat.


    Wichtig ist jetzt, daß du Hilfe hast und hoffentlich auch psychologiche Beratung. Denn du hast eine schwere Krankheit und brauchst Menschen um dich, die dich unterstützen können und auch wollen.

    Ich bin 25, er 32Jahre. Ja und mir wäre lieber gewesen, wenn er sich erst getrennt hätte wenn ich ein pflegefall bin. Das bin ich jetzt nämlich noch nicht. Ich hatte nie verlangt das er mich pflegt oder deswegen seine Arbeit aufgibt. Aber was ich wollte, war das die Zeit wo es bei mir noch geht, so intentiv wie möglich nutzen.

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    Denn du hast eine schwere Krankheit und brauchst Menschen um dich, die dich unterstützen können und auch wollen

    ja dazu wird es jetzt wohl nicht mehr kommen. Wenn sich die schon von mir trennen, die mich gesund kannten. Dann wird es wohl erst recht keiner sich antuen, der mich erst krank kennenlernt. Und ich will es auch kein mehr antuen.

    Eins wollte ich noch kurz anmerken: zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch gar nicht sicher, ob du jemals zu solch einem Pflegefall wirst.


    Auch MNE können unterschiedlich verlaufen, und erst der Verlauf der Erkrankung im individuellen Fall zeigt, worauf man sich einstellen muss und was man vielleicht sogar entgegen gegenteiliger Befürchtung weiterhin noch lange wird machen können.

    Liebe Schlucky,


    ich habe deine Fäden hier etwas mitverfolgt, kann aber zu deiner Krankheit an sich nicht viel Hilfe beitragen.


    Nur soviel:

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    ja dazu wird es jetzt wohl nicht mehr kommen. Wenn sich die schon von mir trennen, die mich gesund kannten. Dann wird es wohl erst recht keiner sich antuen, der mich erst krank kennenlernt. Und ich will es auch kein mehr antuen.

    Gib die Hoffnung nicht auf! Dein Partner war für diese Situation einfach nicht reif genug und völlig überfordert.


    Manchmal ergeben sich aber Beziehungen zu anderen Menschen in Situationen, wo man es am wenigsten erwartet!


    Ich wünsche dir alles Gute! :)*

    Als Partner eines chronisch kranken Menschen muss man sich einfach ganz ehrlich fragen, wie weit man für die Liebe zu gehen bereit ist. Eine chronische Erkrankung ist auch in guten Phasen eine unglaubliche Belastung für die Beziehung. Manche ertragen den Gedanken an den fortlaufenden "Verfall" nicht und daran, hilflos dabei zusehen zu müssen. Generell ist Hilflosigkeit nur eines von vielen der Schlüsselworte bei derlei Abwägungen. Sich gegen die Beziehung zu entscheiden und frühzeitig zu trennen finde ich daher nur folgerichtig und konsequent.


    Was deinen Ex zum unempathischen Arschloch macht ist daher meiner Meinung nach nicht die Trennung an sich, sondern die Art und Weise, wie er sich getrennt hat und die Worte, die er dir an den Kopf geworfen hat, falls er es denn wirklich genau so gesagt hat.


    Mein Fazit ist daher, dass du auf so einen Menschen verzichten kannst, sei es als Partner, Freund oder Familienangehöriger.

    Die Menschen sind verschieden...


    manche können mit etwas klarkommen dafür mit etwas anderem nicht.


    Diesen Mann zu verurteilen ist zwecklos. Der hat vielleicht ganz andere Qualitäten . mit denen er eine ANDERE Partnerin glücklich machen kann.

    Ja und Danke das ihr immer wieder gesagt wird, das ich nur noch für andere eine Belastung sein kann und wie schlimmes für die anderen ist.


    Neine Sorge, ich werde das auch keinen mehr antun und zumuten.


    Daher ist das doch gar nicht mehr relevant.


    Und weil hier immer er erklärt wird, wie ehr sich damit fühlt.Ich muss ja nichts nichts schweres klar kommen, nur Er.


    Und nein, ich habe so jetzt keine Möglichkeit noch was schönes zu machen, was unternehmen. Einzige was mir bleibt ist zu Hause rum zuhängen. Ohne Untersützung(was ich kein antue soll), komme ich nicht mehr aus dem Haus oder Irgendwo hin. Das warst wohl.