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    Es ist wichtig auch Verständnis für deinen Freund zu haben, da ihr beide in einem Boot sitzt

    nein sitzen wir wohl nicht mehr. Und ich habe eine eine auffassung von es zusammen durchstehen, als sich zu verpissen weil man mit der Erkrankung nichts zu tun aben will und das alles anders geplant war. Das kann ich nämlich nicht. Er konnte abhauen, ich kann nicht vor meiner Erkrankung weglaufen, weil ich keine lust drauf habe. Und ich hatte die ganze Zeit auch gesehen das es für ihn auch nicht einfach ist. Ihn immer versucht so wenig danit, wie möglich zu belasten. Aber mir ist langsam scheißegal ob ihr mir glaubt. Mir fehlt es an emphahtie und fertig.

    ich würd ihm mal eine schockphasen-gnadenfrist von ein paar tagen einräumen und dann wird es sich zeigen ob er zurückkommt oder das wirklich so durchzieht. man muss jedem in so einer situation affektives überreagieren zugutehalten. aber das langfristige verhalten ist natürlich ein anderes thema. ich finds auch nich ok sich dauerhaft so aus dem staub zu machen.

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    Es ist wichtig auch Verständnis für deinen Freund zu haben, da ihr beide in einem Boot sitzt

    Wo sitzt der Freund denn bitte im selben Boot? Der hat sich doch entschlossen das Boot zu verlassen und das auf eine Art und weise die ich subjektiv gesehen sehr kritikwürdig finde.


    Ich find man kann seine "politische Korrektheit" echt auch mal bei gewissen Situationen beiseite legen und einsehen das ein Mensch eben Scheiße gehandelt hat in der Situation.

    Von der emotionalen Seite her:


    JA scheiße was ein Arsch, wie kann man jemandem so im Stich lassen...


    Ich verstehe deine Gefühle, ich versteh wie scheiße das für dich ist... ich verstehe das die Welt grad ganz ganz düster ist...


    ??Meiner Meinung nach, gehörst du in therapeutische Begleitung um das zu verarbeiten??


    Von der objektiven Seite (die dir vermutlich heute nicht hilft, aber vielleicht in ein paar Monaten...):


    Willst du wirklich mit jemandem zusammen sein, der nur aus PFLICHTGEFÜHL bei dir ist und nicht 100%ig dahinter steht und das Zukünftige mit dir teilt? Jemand der nur "weil es moralisch richtig ist" bei dir am Bett sitzt, dich aber jeden Tag spüren lässt, er hätte sich sein Leben ja so anders vorgestellt?


    Nicht jeder Mensch kann mit einer solchen Erkrankung umgehen... Du musst das ja auch erst noch lernen, ja...weil du eben musst...und es nicht anders geht. Ich denke tatsächlich eine Selbsthilfegruppe, wenn auch nur erstmal online in einem Forum, würde dir sehr sehr gut tun, die menschen dort, die haben das erlebt, was du grad erlebst. Sie können vermutlich 1000x aufbauendere Worte finden als die meisten hier, die keinen Kontakt mit der Krankheit oder einer ähnlich schlimmen Krankheit haben. Sie können dir sagen, wo du welche Hilfe erhalten kannst, haben Erfahrungen mit der Sonde, können Tipps geben selbige sauber zu halten, Tipps zu Nebenwirkungen von Medikamenten, Tipps im Umgang mit Freunden...


    Wir alle hier können das größtenteils nur theoretisch und als Gedankenspiel im Kopf.


    Das geht aber meist weit an der Realität vorbei.

    Es gibt aber noch was zwischen "Bezienung" und "ganz weg". Ich würde jemanden nicht einfach so fallen lassen, den ich bis vor 5 min noch geliebt zu haben behauptet habe. Zumindest freundschaftlich würde ich ihr mit Sicherheit beistehen.

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    Zumindest freundschaftlich würde ich ihr mit Sicherheit beistehen.

    Klappt doch oft nicht mal bei "normalen" :-/ Beziehungen.


    Absolut scheiße gelaufen, definitv. Aber ich kann beide Seiten absolut verstehen.


    Wenn er sich verpisst, dann richtig. Eine falsche, freundschaftliche Anteilnahme finde ich noch widerlicher.

    Wäre ich der Freund, würde es auch mindestens nochmal eine Aussprache geben...


    Ich denke er hat im Affekt viele Gedanken einfach ausgekotzt, die seit Tagen und Wochen in seinem Hirn schwirren...


    Allerdings weiß ich auch nicht, ob ich in der Situation wirklich "bleiben" könnte als Partner... ich weiß es einfach nicht... Ich habe es theoretisch mal mit meinem jetzigen Partner besprochen...hab zu ihm gesagt "Wenn ich irgendwas doofes kriegen würde, ich würd mich von dir trennen und es dir nicht sagen"... da ist er aus allen Wolken gefallen... und natürlich bin ich mir nicht sicher, ob ich es wirklich praktisch so umsetzen könnte...


    Ich habe leider nur Vergleiche, die nicht ANSATZWEISE an das heran kommen, was schlucky gerade wiederfährt.


    und deswegen auch wenig hilfreich sie hier auszubreiten...

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    Als erstes beantrage mal Pflegegrad wegen der Sonde

    Ich schaffe das mit der Sonde alleine, wenn es Probleme damit gibt habe ich aber immer die Möglichkeit mich an Homecare zu wenden.


    Er sollte mir doch nur helfen weil es so schneller gegangen wäre. Und das war wohl ein Fehler gewesen, dachte das es schon zu mir gehört und er schon sehen soll, wie es aussieht. Statt immer zurückschreckt, wenn er versehentlich dran kommt.


    Er hat auch schon seine Sachen geholt und mir meine geben. Oder besser gesagt dafür seine Mutter vorgeschickt. Die ihre Genugtuung und süffisantes grinsen nicht unterdrücken konnte, wie sie sich freut das wir uns getrennt haben.


    Ich hatte mich so drauf gefreut gehabt, das wir eigentlich heute und morgen was zusammen unternehmen wollten. Das hatte mich all die Tage aufgebaut. Weil an was anders Denken können, als an die ganze scheiße, raus kommen, was unternehmen(was so lange nicht ging, weil meine Verfassung zu kritisch dafür war).


    Ja das werde ich wohl nie wieder haben.

    Ich denke, für die meisten Menschen ist das sehr schwer, plötzlich mit einer schlimmen Krankheit konfrontiert zu werden. Das führt einem die eigene Verletzlichkeit und Sterblichkeit vor Augen. Davor haben viele Angst.


    So auch sicherlich der Expartner. Und ja, es ist verdammt ungerecht, dass er sich einfach aus dem Staub machen kann und du dich mit deiner Krankheit abfinden musst.


    Vielleicht merkt er das ja noch, sonst ist er es nicht wert, dass du Zeit und Gefühle investierst.


    Irgendwann wird auch er seinem Schicksal ins Auge sehen müssen und kann nicht mehr davor weglaufen.


    Im Moment ist er wahrscheinlich noch zu jung und unreif dafür.

    Liebe Schluck,


    Es tut mir wirklich sehr leid was dir passiert ist.


    Aber beantrage doch einen Pflegegrad, auch wenn du mit der Sonde zurecht kommst. Es geht doch auch um die Diagnose, das du Hilfe bekommst. Das Pflegegeld kannst du sicher gut nutzen. Dir stehen Betreuungsleistungen zu, diese können sehr hilfreich sein.


    Es steht dir doch zu.


    Liebe Grüße

    Du kannst auch eine Reha beantragen ... hat eine Bekannte bekommen, als bei ihr MS diagnostiziert wurde.


    Sie fand es gut , da sie dort erst mal den Schock über die Diagnose verarbeiten konnte... auch die anderen Patienten dort haben ihr viel geben können , verschiedene Sichtweisen, Bewältigungsstrategien etc.


    Bleib nicht allein Schlucky, suche dir Leute.


    Ja und momentan darfst du sauer sein , schimpfen, enttäuscht sein, dich selbstbemitleiden ... alles ganz "normal" verständlich, nach so einer schrecklichen ev. Diagnose. :)*

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    für die meisten von uns würde die Welt zusammenbrechen, wenn sie die DIagnose "ALS" bekommen, oder abrupt und unerwartet vom Partner verlassen werden.


    Der FS ist ist beides auf einmal passiert.


    In Anbetracht dessen finde ich die Antworten einiger hier einfach nur blamabel. BITTE etwas mehr Empathie. ich finds grad richtig ekelhaft. Wie soll denn ein Mensch mit sowas besonnen klarkommen!? Also spart euch echt mal die Kritik und Ermahnungen.

    Das sehe ich auch so.

    Was soll mir eine Reha bringen? Soll mir wirklich helfen zu sehen wie es bei mir in in nächsten Wochen oder Monaten sein wird?


    Das hatte ich doch schon im KH. Mit der Feststellung das ich noch eine war, die noch am meisten konnte. Aber soll es mir helfen zu sehen, wie es bald bei mir sein wird, wie mehr und mehr ich unfähiger für alles werde?


    Soll mir wirklich helfen andere zu sehen die mit einer invasiven Beatmung rumliegen? Oder nichts mehr bewegen können?


    Das hatte ich schon. Und das hat mein Ex Feund nicht gesehen.


    Und wieso wird meine Erkrankung eigentlich ständig mit MS entweder verwechselt oder verglichen?


    Pflegegrad ist im KH schon beantragt worden. Aber bis das mal bearbeitet ist, ist es mir auch schon egal.


    Und auch durch ein Pflegegrad komme ich nicht aus Haus raus. Denke nicht das mich für Private zwege, jemand Irgendwo hinfährt.


    Einzige was weg fällt das ich noch(wie jetzt) mein letztes Geld dafür ausgeben müss, um zu den Therapien/Ärzten zu kommen. Wenn mal das durch ist, das ich wegen Gehbehinderung die Fahrten dahin bezahlt werden.