Mich erschüttert das: 15 Jahre in einer kaputten Beziehung bleiben, der Kinder wegen... aber ich kann es auch nicht grundverkehrt finden. Mir scheint es einfach eine Entscheidungssache, jenseits von Falsch und Richtig.

    Zitat

    Vor etwa einem Jahr habe ich schon einmal Pläne in Richtung Trennung geschmiedet und auch meinen Mann damit konfrontiert. Er ist aus allen Wolken gefallen. Aufgrund seiner sehr emotionalen Reaktion habe ich dann einen Rückzieher gemacht :-/

    So wie ich es lese - redet ihr überhaupt miteinander über eure eigenen und gemeinsamen Probleme? Für dich ist die Liebe bereits nach der Geburt deines Kindes erloschen, weil er dich damals sehr alleine gelassen hat. Dann schreibst Du, dass Du dich gedemütigt fühlst und jetzt hast Du Angst vor den Konsequenzen für euren Sohn.

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    Trotzdem träume ich manchmal von meiner Freiheit...

    Könnte es sein das Du deine Augen vllt vor dem verschließt was Du nie wolltest? Sorry, aber ich finde dein Verhalten sehr unreif. Ich lese hier mMn heraus, dass Du "fühlst" und ohne darüber mit deinem Mann gesprochen zu haben, es auch zur Realität für dich geworden ist. Wie sonst kann dein Mann aus allen Wolken fallen? Ich habe den Eindruck das Du dir dein Leben erträumst, und ab und an versuchst der Realität zu entkommen. Das mag jetzt hart für dich klingen aber im Leben muss/sollte man die Fakten auf den Tisch legen.


    Ich würde dir den Rat geben wollen, zunächst deine eigenen Probleme und Wünsche zu überdenken. Und dich dann mit deinem Mann auch darüber auszutauschen. Wenn es dir alleine oder auch zusammen mit deinem Mann nicht gelingt auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, eine Paartherapie in Anspruch zu nehmen.

    ich hatte vor 7 jahren angefangen, über trennung nachzudenken. ich habe das dann verworfen, der kinder wegen (die waren damals 13, 10 und 8)


    2 jahre später, also vor jetzt 5 jahren, habe ich mich getrennt.


    2 wochen danach bin ich eingebrochen, weil mein damaliger mann offenbar begriffen hatte, um was es geht.


    es ging danach noch 3 jahre mehr schlecht, als recht, ich wollt aber der kinder wegen....


    jetzt, 2 jahre nach der tatsächlichen trennung frage ich mich immernoch, warum ich so lange gewartet hab.


    es wurde nicht dauerhaft besser und ich glaub, ne glückliche getrennte mutter ist besser für die kinder, als ne unglückliche, die beim vater wohnt- mehr aber auch nicht.


    rede mit dem vater deines kindes drüber. formuliere klar, was du nicht mehr willst und vor allem aber auch, was du willst. formuliert gemeinsame ziele, strebt sie an.


    und wenn das nicht funktioniert, trenne dich, aber bleibt nicht wegen deines kindes!

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    Und vor was sollte ich die Augen verschließen?

    Vor deinen Ängsten? Vor deiner Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen, und die Konsequenzen daraus auch zu übernehmen in deiner eigenen Verantwortung? Das nimm bitte nicht als Vorwurf, denn ich spreche hier auch aus eigener Erfahrung. Die Unfähigkeit zu Handeln kann sich ergeben aufgrund deiner eigenen Erziehung, übernommenen Vorurteilen (dahinter stehen sehr oft Ängste), sich die Realität schön erträumen bzw. in Wunschvorstellungen flüchten. Ich habe den Eindruck, Du bist zerissen in deinen Gefühlen, Gedanken und den evtl. Handlungen. Dafür spricht m. E. das hier:

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    Trennung - Ja? Nein?

    Da dein Mann sich ja nach deinem Post einer Paartherapie verschließt und auch nicht mit dir reden will, wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben als deine Situation alleine zu beleuchten und Entscheidungen zu treffen. Wenn Du dir über alles Klarheit verschafft hast, konfrontiere deinen Mann mit deiner Entscheidung. Sollte er nicht bereit sein dich Ernst zu nehmen und meinen es aussitzen zu können, liegt es an dir deine Entscheidung konsequent umzusetzen.


    Konsequent bleibst bzw. bist Du dann, wenn Du dich nicht von emotionale Reaktionen deines Mannes überumpeln läßt. Und noch wichtiger, deinen Sohn nicht mit einbeziehst - weil dein Sohn sonst leiden könnte. Das sind meistens Ausreden, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Da ist es für viele doch (vermeintlich) einfacher ein Leben zu führen - was man nicht will - zu ertragen.


    Du hast hier schon viele gute Antworten dazu erhalten, deshalb gehe ich jetzt nicht darauf ein. Was deinen/euren Sohn anbelangt, liegt es auch an dir, wieviel Verantwortung Du für deinen Sohn übernimmst. Damit meine ich - egal wie es bei euch abläuft, lasse deine evtl. Wut, Enttäuschung nicht an deinem Sohn aus. Hier sollte zumindest dir klar werden, in Zukunft auf seine Bedürfnisse zu achten und auch danach handeln. Ich weiss das sich das alles leicht gesagt liest, was es absolut nicht ist. Und wenn es dir ein Trost ist oder dich stärken könnte, Du bist nicht alleine mit deinem Problem. Auch wenn Du im Moment nicht viel damit anfangen kannst oder die "Zeit der Handlungen" für dich noch nicht aktuell ist, ist das auch in Ordnung. Wichtig ist mMn für dich das Du dir Klarheit verschaffst, deine eigene. Alles Gute für dich.

    Erstmal tut es mir leid, dass du schon lange unglücklich in deiner Ehe bist. Manche Männer können schlecht mit kleinen Kindern und sind (noch) so erzogen, dass Haushalt und Kinder Frauensache sind. Das aber soll deinen Mann nicht entschuldigen.


    Ob eine Trennung sinnvoll ist oder nicht (oder der Kampf um die Beziehung), dazu kann (und will) ich nichts sagen. Aber ich stelle mir eine spätere Trennung schwieriger vor. Nur weil dein Kind volljährig ist, heißt nicht, dass es dann nicht auch leidet oder selbst in einer schwierigen Phase steckt. Vielleicht gerät auch das ganze Weltbild ins Wanken. Und es könnten Fragen nach den Gründen der Trennung kommen: warum - seit wann bist du unglücklich - warum keine frühere Trennung usw.


    Freunde von uns haben sich vor gut 2 Jahren getrennt als das Kind knapp 4 war. Das Kind ist bis auf einen Papa-Tag die Woche über bei der Mutter, an den Wochenenden wechseln sich die Eltern ab (klappt auch gut, gibt kein böses Blut zwischen den beiden). Das Kind hat alles gut verkraftet (sagen die Eltern und auch dem Kind merkt man keinen Unterschied zu früher an). Das nur dazu, weil du geschrieben hast, dass du das Hin-und-her für das Kind schwierig findest.


    Meine Tante hat sich von ihrem Mann getrennt als ihre Kinder in der Pubertät waren. Für die beiden war es richtig schwierig. Meine Tante hatte auch öfter vor sich zu trennen, hat es aber wegen der Kinder nicht gemacht

    bis sie selbst nicht mehr konnte
    .


    Du kannst ja auch selbst mal zu einer Beratungsstelle gehen. Ich kenne eine, da können sich Eltern (oder Elternteile) auch zu Beziehungsproblemen (kostenlos) beraten lassen, wenn es kleine Kinder in der Beziehung gibt. Das tut bestimmt gut, alles mal konkret zu besprechen (inkl. Auswirkungen, die haben da bestimmt mehr Beispiele als ich es im Freundeskreis und der Familie habe).


    Alles Gute und viel Kraft für dich!

    Fizzlypuzzly

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    Ich lese hier mMn heraus, dass Du "fühlst" und ohne darüber mit deinem Mann gesprochen zu haben, es auch zur Realität für dich geworden ist. Wie sonst kann dein Mann aus allen Wolken fallen? Ich habe den Eindruck das Du dir dein Leben erträumst, und ab und an versuchst der Realität zu entkommen. Das mag jetzt hart für dich klingen aber im Leben muss/sollte man die Fakten auf den Tisch legen.

    ich glaube, es ist gar nicht so schwer, dass Mann aus allen Wolken fällt. Wie oft gibt es hier Fäden in denen berichtet wird (durchaus auch von Männern selbst ) dass Frauen aus der Ehe/Beziehung rauswollen und dies für Mann ganz überraschend kommt. Und nach und nach kommt heraus, dass Frau durchaus schon lange so kommuniziert hat.


    Hast du das noch nicht gehört?


    War bei mir genauso damals. Obwohl ich deutlich mit meinem Ex gesprochen habe, fiel der aus allen Wolken, als ich es dann wahr machte.


    Studentin, ich persönlich glaube, wenn du noch überlegst, dann ist es noch nicht soweit. Und für Kinder ist es in egal welchem Alter oft schwierig. Meine waren in der Pubertät, rückblickend wäre es früher glaube ich besser gewesen, .

    Zitat

    Oh, Paartherapie, reden, alles schon versucht. Mein Mann verschließt sich dem. Leider.

    Obiges Zitat von Studentin kam danach, worauf ich im Anschluss noch mal darauf eingegangen bin.


    Süntje

    Zitat

    ich glaube, es ist gar nicht so schwer, dass Mann aus allen Wolken fällt. Wie oft gibt es hier Fäden in denen berichtet wird (durchaus auch von Männern selbst ) dass Frauen aus der Ehe/Beziehung rauswollen und dies für Mann ganz überraschend kommt. Und nach und nach kommt heraus, dass Frau durchaus schon lange so kommuniziert hat.


    Hast du das noch nicht gehört?

    Doch selbstverständlich, und mir ist es nicht anders ergangen mit meinem Ex. Allerdings kam das vorher nicht von TE und ich habe mir angewöhnt, nur auf das einzugehen was auch gepostet wird. Oder ich stelle vorher meine Fragen. Mir ist es wichtig nicht etwas hineinzudenken oder anzunehmen, das es auch so vorgekommen ist. Dadurch ist für mich u. a. erkennbar, ob die jeweiligen User auch mit (meinen) Antworten etwas anfangen können. Antworten sie mir nicht, erspare ich mir weitere Kommentare. Da ich von TE obige Antwort - Zitat - erhielt, habe ich daraufhin erneut gepostet. Und ja, ich mache mir schon Gedanken über das was ich poste, auf meine Art.

    @ Studentin26

    Ich denke dein Plan mit 18 die Familie aufzulösen, wird dir zu 99% auf die Füße fallen.


    Warum?


    Du gehst davon aus, dass die nächsten 15 Jahre Alles so bleibt wie es ist. Das ist nur in den aller wenigsten Fällen so und es können sich in 15 Jahren Dinge ereignen, die deinen Plan zerstören könnten. Nicht zuletzt ist es ein Irrglaube zu denken, dass dein Sohn mit 18 ein selbstständiger Erwachsener ist, den du dann einfach ins Leben schubsen kannst.


    Was passiert zum Beispiel, wenn du oder dein Mann krank werden und einer nicht mehr arbeiten kann? Wäre es für dich einfach dann tatsächlich zu gehen? Wie wird dann dein Sohn darauf regieren?


    Eine Entscheidung zu bleiben oder zu gehen kann man meines Erachtens immer nur aus der aktuellen Perspektive beurteilen und nur aktuell entscheiden.


    Wenn dein Prozess der Entscheidungsfindung abgeschlossen ist, dann setze ihn um.


    Ich rate dir nicht zur Trennung und nicht zu Bleiben, weil ich deine Situation nicht detailliert kenne. Aber sei dir gewiss, ein Kind bemerkt, ob sich Eltern lieben oder nicht und je älter sie sind desto besser registrieren sie dies.


    Wenn du in 15 Jahren gehst, bist du gegebenenfalls die Böse, sofern dein Mann siech bis dahin korrekt verhält.


    Mit 3 Jahren wird dein Sohn es verkraften und, man muss es so sagen, er wird sich wenn er älter ist kaum noch an eure gemeinsame Familie erinnern können, da das bewusste Gedächtnis bei Kindern erst mit 5 Jahren vollständig ausgebildet ist. Wenn dein Plan mit den 15 Jahren nicht aufgeht und es vielleicht in 10 Jahren schon knallt so werden die Chancen, dass es dein Sohn gut verkraftet viel geringer sein. Pubertierende Teenager können schon per se zum Kotzen sein und wenn man sie dann noch gegen sich hat weil man die Böse ist, die sich trennt, kann es zur Hölle werden.


    Ich habe mich getrennt als mein Sohn 15 war. Es war aus heutiger Sicht leider viel zu spät! Ich bin was meinen Sohn anbelangt, die letzten 5 Jahre zeitweise durch die Hölle gegangen. Mit einem 3 Jährigen wäre dies garantiert nicht passiert.

    Nie und nimmer hälst Du 15 Jahre aus.


    Ich denke, Du hast 3 Optionen:


    1) baldige Trennung und einen guten Konsens mit Deinem Mann finden, damit es dem Kind so leicht wie möglich gemacht wird.


    2) versuchen, die Beziehung doch noch zu retten mit einer Paartherapie (was aber nach dem was Du schreibst bedeutet, daß Du Deinen Mann vor die Wahl stellst: Trennen oder Paartherapie)


    3) Mit ihm offen darüber redest, daß Du nur noch wegen des Kinds da bist und die Beziehung nicht fortführen möchtest. Vielleicht könnt Ihr Euch darauf einlassen, als Zweckgemeinschaft zusammenzubleiben, dem Kind zuliebe. Sowas soll es geben, aber die Umsetzung ist mit Sicherheit schwierig. Wenn man sich aber im Großen und Ganzen einig ist, dann kann sowas bestimmt funktionieren, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wo einer wieder einen festen Partner hat. Spätestens dann muß man wohl tatsächlich konsequent eine Trennung umsetzen.


    Aber 15 Jahre vor Dich hin leidend aushalten - das schaffst Du nie und nimmer.

    Auch ich kann dir nicht empfehlen solange zu warten.


    Bin selbst ein Kind von Eltern wo sich mein Papa relativ spät getrennt hat (war 18). Manches war wirklich leichter mit dem Alter, jedoch habe ich am Verhalten meines Papas schon viele Jahre im Vorfeld gespürt, dass da etwas nicht passt. Und das war nicht schön. Es waren jetzt keine großen Streitereien aber man merkt als Kind fehlende Liebe durchaus. Und dann kommen nach der Trennung durchaus Gedanken, was war an meinem Leben überhaupt echt und was nur gelogen / gespielt usw. . Dazu kommt, dass Elternteile welche den anderen nicht lieben, sich auch teilweise anders verhalten, was für ein Kind auch irrtierend sein kann.

    Vielen Dank für Euren Gedanken. Aber ich glaube, ich bin tatsächlich noch nicht bereit für diesen großen Schritt. Ich werde aber weiterhin aufmerksam auf meine Ehe, unsere Familie und mich schauen. Hoffentlich bringe ich dann zum passenden Zeitpunkt die Kraft auf.


    Was mich zurzeit zurück hält? Ich kenne eigene Eltern, die sich nach der Trennung derartig böse sind, dass das Kind unfassbar leidet. Und ich fürchte, dass mein Mann durch die Trennung reagieren würde, wie ein verletzter Bär. Davor habe ich für mein Kind wirklich Angst.


    Ich allein käme dadurch und sei es durch großen Abstand. Aber durch unseren Sohn sind wir auf der Elternebene für immer miteinander verbunden. Uff.

    Es ehrt dich, dass du nicht sofort aufgeben willst.


    Allerdings solltest du bedenken, ob es für deinen Kleinen wirklich besser ist wenn du nur durchhältst und unglücklich bist. Klar können deine Ängste im Falle der Trennung berechtigt sein aber es kann auch anders laufen. Und da er ja auch Interesse an seinem Kind hat, müsst ihr einen Weg findet, der dem Kind nicht schadet.


    Falls du dich trotzdem nicht zu dem Schritt durchringen kannst, hole dir wenigstens professionelle Hilfe, damit du nicht kaputt gehst. Paartherapie wäre natürlich das Beste weil ihr Beide eingebunden wärt. Aber du kannst auch alleine Hilfsangebote in Anspruch nehmen.

    studentin


    Mein Urteil fällt da nicht so klar aus. Ich denke ob Kinder besser mit Eltern fahren die zusammen bleiben oder die sich trennen hängt auch davon ab wie der Umgang zu Hause ist.


    Wenn beispielsweise für beide klar ist, dass sie nur noch als Freunde zusammen leben und jeder sonst so seiner Wege geht, eine abgesprochene WG, dann kann das für die Kinder total in Ordnung sein. Denen ist nämlich egal ob die Eltern noch vögeln oder nicht, wenn die spüren das beide Eltern mit ihrem Leben soweit zufrieden sind, dann reicht das völlig.


    Etwas anderes ist es, wenn die beziehung so ungeklärt vor sich hindümpelt und man sich mit immer mehr Ekeligkeiten gegenseitig auf den Zeiger geht, unglücklich ist, sich eingesperrt fühlt, gedemütigt hast du geschrieben.


    Wie demütigt er dich denn? Sind das Situationen die man irgendwie anders lösen könnte, beispielsweise in man den Anspruch an Treue aufhebt oder so? Also, wenn ihr meistens freundschaftlich miteinander könnt, wäre es möglich das ganze ganz offiziell zu einer Freundschaft zu machen, zusammen zuwohnen, getrennt zu schlafen und damit Sprengstoff rauszunehmen?


    Da müssten natürlich beide mitziehen und ständig dran arbeiten, aber sowas gibts und geht, wenn beide dran tun, denke ich schon auch.

    Ne, Danae, da kann ich dir nicht zustimmen. Kinder lernen über die Beziehungen ihrer Eltern (nicht unbedingt die zwischen Mutter und Vater, sondern auch über die Eltern und ihre jeweiligen Partner) wie "Beziehung" gehen kann. Wer den Kindern als Elternpaar lediglich WG vorlebt, prägt da die Erfahrung doch sehr deutlich. Das heißt nicht, dass das schlecht sein muss, aber so richtig problemlos super ist es auch nicht.