Es ist ein großes Abwägen zwischen zwei grundsätzlich konträren Interessen, das ist ein schier unlösbarer Konflikt, bei dem immer einer leidet. Die perfekte Lösung gibt es: die harmonische glückliche Ehe mit Kindern, aber die ist ja nun zerbrochen.


    Ich würde anfangs auch in jedem Fall dazu raten, zu versuchen, die Ehe zu kitten, oft scheitern Beziehungen an Kleinigkeiten, die man leicht hätte grade biegen können. Aber viel zu oft kommt dieser Versuch zur Rettung viel zu spät. Wenn die Gefühle erst einmal gestorben sind, kommen die nicht wieder.


    Sich trennen bedeutet für die Kinder, dass das, was für sie untrennbar eins ist zerreißt. Das zu Hause mit beiden Elternteilen wird plötzlich leer, ein Elternteil ist weg. Da ist immer die große Frage für die Kinder ob sie Schuld sind, ob man sie nicht mehr lieb hat, warum um Himmels willen das passiert ist. Ich denke, es ist unendlich wichtig, die Kinder in diesen Schritt mit einzubeziehen, ihnen das "warum" zu erklären. Und man kann nur hoffen, dass beide Eltern einen soweit vernünftigen Umgang miteinander finden, dass sie zum Wohl der Kinder arbeiten. Dass man sich nicht liebt, den anderen nicht permanent bei sich haben will, heißt ja nicht gleich, dass man sich von nun an hasst. Wenn man sich nicht spinnefeind ist, kann man viel gemeinsam machen, auch mal am Wochenende komplett zusammen sein. Dann kann auch eine Trennung gut verkraftet werden.


    Schlimm wird eine Trennung immer dann, wenn man sich im Streit trennt und vor den Kindern nur schlecht über den Ex-Partner spricht. Dann müssen die Kinder sich entscheiden, für Mama = gegen Papa oder anders rum, sich gegen ein geliebtes Elternteil zu entscheiden, macht eine Kinderseele kaputt. Viel zu vielen Ex Partnern scheint das ziemlich egal zu sein. Aus gekränktem Stolz, aus Eifersucht, aus Hass, warum auch immer, das eigene Ego wird an erste Stelle gestellt, der Partner soll zerstört werden, die Kinder gehen dabei unter. Es tut immer wieder weh, das zu sehen. Aber soweit muss es, wie gesagt nicht kommen.


    Was ihr vorhabt, ist eine Trennung im Geiste, während der Ex Partner aber noch gemeinsam mit einem im Haus leben bleibt. Dafür gebührt Dir an sich Repsekt. Das eigene Leben soweit zurück zu stellen, zum Wohle der Kinder... Es ist sicher eine mögliche Lösung. Wenn beide Partner damit leben können, dann gut. Das bedeutet, man ist mit Hobbys ausgelastet, mit Freunden gut bestückt, mit der Aufteilung von Haushalt, Kinderbetreuung und Geld funktioniert alles... Da kann man wenn es gut läuft durchaus zufrieden mit sich sein.


    Nur die Gefühle zum Partner fehlen, man schläft getrennt, kein Sex mehr... Irgendetwas wird da fehlen. Der Sex, die Liebe... Eine Weile geht das ohne, dann fehlt es umso mehr, und dann? Affären? Die Fähigkeit, in dem Status Affären zu tolerieren hängt sehr davon ab, ob die Gefühle auf beiden Seiten weg sind. Sonst endet sowas dann doch im großen Knall, in Streit und Hass, den man lieber vermeiden sollte. Oder aber man kneift sich das mit den Affären und leidet still vor sich hin. Will man das? Man hat nur ein Leben und die Entscheidung, das eigene Glück zu opfern, um den Kindern zu dienen ist durchaus diskussionswürdig. Den Kindern lebt man auf Dauer ein Rollenbild vor, das nicht glücklich ist. Die Kinder lernen unterbewusst, dass eine Beziehung ohne Zärtlichkeiten, ohne Liebe, ohne liebevolle Worte ist. Was gibt man den Kinder damit für ihr späteres eigenes Beziehungsleben mit auf den Weg? Aber ich vermag nicht zu sagen, ob Kinder besser bedient sind mit sich nicht liebenden aber friedlich zusammen lebenden Eltern oder mit getrennten Eltern, die beide für sich glücklich sind und vielleicht mit einer neuen Liebe leben.


    Und.. Du hast es angeschnitten, die wirtschaftliche Überlegung spielt auch eine Rolle. Als Paar mal eben x00€ mehr im Monat für eine zweite Miete hinlegen kann bedeuten, dass viel von den Annehmlichkeiten die man so mitnimmt dann entfällt. Ob das Hobbies sind oder Urlaube.

    Auch wenn hier sonst alle zur gesitteten Trennung raten und in die Kerbe "Kinder brauchen glückliche Eltern - egal ob getrennt oder zusammen" und "je jünger die Kinder desto besser"-schlagen, möchte ich doch mal eine Lanze brechen für die andere Seite: Kinder brauchen vor allem eine intakte Familie.


    Im Idealfall ist das eine Vater-Mutter-Kind Konstellation, bei der sich die Eltern lieben. Oft ist das nicht möglich. Ich habe aber erst kürzlich wieder Studien gelesen zum Thema Scheidungskinder, die aufhorchen lassen. Kinder leiden IMMER massiv unter einer Scheidung der Eltern. Sie wollen, selbst wenn es viel Streit zwischen den Eltern gibt, fast nie eine Trennung. Es berührt sie im innersten, zerstört ihr Urvertrauen, macht ihnen Angst.


    Ich denke, viele geschiedene Eltern rechtfertigen ihre Entscheidung, die manchmal tatsächlich unumgänglich ist, mit geschönten Statistiken und Behauptungen.


    Ich denke auch, dass es oftmals für die Kinder besser ist, wenn Mama und Papa sich so semi-toll verstehen, es aber einen geordneten Familienalltag und ein Zusammenleben gibt, als wenn sie sich trennen.


    Und klar. Jeder wünscht sich die ganz große Liebe, das volle Programm an Seelenpartner, super Sex, gleicher Humor, Anziehung, usw.


    Die Frage ist halt immer auch: Wird es danach besser als jetzt?


    Wenn die TE sich jetzt trennt, heißt das ja nicht, das an der nächsten Ecke der Traumkerl auf sie wartet, der in allen Belangen perfekt zu ihr passt und ihrem Kind ein toller Stiefvater ist - im Gegenteil - oft guckt man sich aus der Ferne dieses Patchwürg-Gemauschle aus Stiefeltern und Stiefgeschwistern an und fragt sich: Ob da nicht alle Beteiligten besser dran gewesen wären, noch etwas mehr Geduld, Nachsicht und Energie in die Ursprungsfamilie zu stecken? Wie viele Leute sind in den Beziehungen danach wirklich dauerhaft glücklicher?


    Wenn es Gewalt in der Ehe gibt oder man sich über Monate nichts mehr zu sagen hat, bzw. nurnoch streitet: Ok. Dann geht es nicht mehr. Dann ist es für die ELTERN besser, sich zu trennen. Aber dann bitte ehrlich genug sein und zugeben: WIR haben es nichtmehr miteinander ausgehalten, da müssen die Kinder jetzt leider durch. Aber nicht noch so tun, als wäre es gut für die Kinder. Die tragen oft lebenslange Folgen aus der Trennung der Eltern. Das Risiko für Depressionen und Angststörungen ist extrem erhöht, genauso die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Ehe in die Brüche geht, weil Trennung als Lösung für Beziehungsprobleme vorgelebt wird. Von den finanziellen Einschränkungen, die es mit sich bringt, plötzlich 2 Haushalte zu haben, mal abgesehen.

    es ist nun mal Gottseidank so, dass sich auch im Leben von Eltern nicht alles immer um die Kinder dreht (drehen muss). Ich wäre meiner Mutter absolut nicht dankbar, wenn sie "für mich" eine 20 jährige Zeit durchgestanden hätte.

    Hier ein paar Studien zu den langfristigen Auswirkungen von Scheidungen auf Kinder:


    https://www.verlag-koester.de/magento/media/custom/upload/File-1321210011.pdf


    http://www.gesunde-maenner.ch/data/data_79.pdf


    Und ein paar Artikel zum drastisch erhöhten Scheidungsrisiko von Scheidungskindern:


    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/scheidungskinder-das-sind-wunden-die-hat-man-11597133.html


    http://www.oif.ac.at/service/zeitschrift_beziehungsweise/detail/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=979&cHash=012a2c6f06147027fa51e7514f6f82a0


    http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/18/scheidungskinder-risiko-trennung

    Und kannst du die Gegenstudien zeigen, über Erkrankungen und psychischen Problemen bei Menschen, die in unglücklichen Beziehungen verbleiben? Und welche Auswirkungen es auf die Psyche von Kindern hat, wenn ihre Eltern unzufrieden sind? Das ist doch total einseitiges Blabla.

    Zitat

    es ist nun mal Gottseidank so, dass sich auch im Leben von Eltern nicht alles immer um die Kinder dreht (drehen muss). Ich wäre meiner Mutter absolut nicht dankbar, wenn sie "für mich" eine 20 jährige Zeit durchgestanden hätte.

    Was heißt denn "alles um die Kinder drehen"? Muss doch garnicht sein - aber sein Kind in Situation zu bringen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit negative Auswirkungen auf seine Psyche und Beziehungsfähigkeit hat, weil man gerade mal nicht so super glücklich ist, ist ja wohl etwas anderes als "es dreht sich alles um die Kinder".

    Zitat

    Und kannst du die Gegenstudien zeigen, über Erkrankungen und psychischen Problemen bei Menschen, die in unglücklichen Beziehungen verbleiben? Und welche Auswirkungen es auf die Psyche von Kindern hat, wenn ihre Eltern unzufrieden sind? Das ist doch total einseitiges Blabla.

    Solche Studien gibt es nicht, weil "unglücklich sein" schwer definierbar ist. Die meisten sind mal mehr und mal weniger glücklich in ihrer Beziehung, die wenigsten dauerhaft total glücklich, ein paar wenige vielleicht dauerhaft sehr unglücklich - die meisten irgendwo dazwischen mit großen Schwankungen. Wie willst du das messen? Ich wage schwer zu bezweifeln, dass Kinder mehr darunter leiden, dass ihre Eltern zeitweise unzufrieden sind, als eine Scheidung mit Umzug, Verlust eines Elternteils, Akzeptieren müssen von neuen Partnern der Eltern, Verlust gemeinsamer Familienfeste, Rituale, Urlaube, Großelternbesuche usw.


    Das kannst du doch überhaupt nicht vergleichen, Unzufriedenheit eines Elternteils und Scheidung.

    Eben. Und genau deshalb sind die einseitigen Studien zu den Auswirkungen von Scheidungen auf Kinder im Hinblick auf die Frage nach "Bleiben oder Gehen" absolut nicht aussagekräftig. Dazu müsstest du eine Kosten-Nutzen-Abschätzung vornehmen können und das kannst du nicht.


    Du kannst nur sagen: die befragten Kinder/Jugendlichen/Erwachsenen führen das und das auf die Scheidung ihrer Eltern zurück. Du kannst aber nie sagen, wie es ihnen ginge, wenn die Eltern zusammengeblieben wären. Also kannst du auch nie sagen: Lassen die Eltern sich scheiden, geht es dem Kind wahrscheinlich so und so, lassen sie sich nicht scheiden, geht es ihnen aber verhältnismäßig so und so.

    Zitat

    Ich wage schwer zu bezweifeln, dass Kinder mehr darunter leiden, dass ihre Eltern zeitweise unzufrieden sind, als eine Scheidung mit Umzug, Verlust eines Elternteils, Akzeptieren müssen von neuen Partnern der Eltern, Verlust gemeinsamer Familienfeste, Rituale, Urlaube, Großelternbesuche usw.


    Das kannst du doch überhaupt nicht vergleichen, Unzufriedenheit eines Elternteils und Scheidung.

    Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber ich als Kind hatte mir sehnlichst gewünscht dass meine Eltern sich scheiden lassen. Nein, es gab nicht jeden Tag lautstarken Streit. Gehasst haben sie sich auch nicht.


    Aber es lag permanent diese Spannung in der Luft. Die kann man auch als Kind fühlen. Oder sogar gerade besonders als Kind.


    Außerdem tauschten sie keine Zärtlichkeiten miteinander aus. Immer diese merkwürdige körperliche Distanz zwischen den beiden. Sex fand keiner statt, wodurch der eine Elternteil permanent Unzufriedenheit ausstrahlte. Ich konnte körperlich fühlen dass demjenigen etwas fehlte ohne zu begreifen was. Als ich 12 war habe ich ihn dann beim Fremdgehen erwischt. Guess what? - Ich konnte es verstehen.


    An einem Strang ziehen konnten die beiden irgendwann auch nicht mehr, d.h. selbst meine Belange wurden irgendwie zum Konfliktthema. Wird mir übrigens heute als Erwachsene vorgeworfen. Das Verhältnis zu meinen Eltern ist zerrüttet bis fürn Arsch. Ist das jetzt besser?


    Es mag vielleicht funktionieren wenn Elternteile als Freunde zusammenleben, beiderseits abgesprochen und jeder mit seinen (auch sexuellen) Freiheiten. Aber wenn einer nur aushält - no way. :|N


    Mein Mann ist übrigens glückliches Scheidungskind und würde es sich auch nicht anders wünschen. Nur sein Stiefvater ist ein Idiot, aber er hatte ja trotzdem einen leiblichen Vater, der sich gekümmert hat, vielleicht sogar intensiver als wenn seine Eltern nur seinetwegen zusammengeblieben wären.

    Noch ein Nachtrag zu den Studien:


    Ich bezwefle ganz arg, dass aus den Teilnehmern glücklichere Menschen geworden wären, wenn deren Eltern ihretwegen zusammengeblieben wären, aber ein entsprechend unentspanntes Verhältnis zueinandere gehabt hätten.


    Da wäre zusätzlich gemeinsam gewollte Arbeit an der Beziehung nötig gewesen.

    Zitat

    Man kann hier doch an den Antworten genau sehen, wie unterschiedlich das Ganze empfunden wird. Wie so oft gibts einfach dafür kein grundsätzliches Falsch und Richtig.

    Das sehe ich grundsätzlich auch so. Es ist die Entscheidung der TE und niemand wird vorhersehen können, ob es ihr danach besser geht als vorher.


    Ich denke bei großen Entscheidungen immer drüber nach, welche Konsequenzen meiner Entscheidung wahrscheinlich sind und ob ich damit leben kann.


    Vielleicht kann die TE sich aus den Beiträgen hier wichtiges für sich selbst ziehen und ihre Gedanken und Gefühle sortieren.

    Zitat

    Ich bezwefle ganz arg, dass aus den Teilnehmern glücklichere Menschen geworden wären, wenn deren Eltern ihretwegen zusammengeblieben wären, aber ein entsprechend unentspanntes Verhältnis zueinandere gehabt hätten.


    Da wäre zusätzlich gemeinsam gewollte Arbeit an der Beziehung nötig gewesen.

    Richtig, denn die Alternative zu "Scheidung" ist nicht: "Den Kindern wegen unglücklich zusammen bleiben."


    Die Alternative kann auch heißen: Toleranz lernen, weniger vom Partner fordern, zur Paartherapie gehen, eigene Bedürfnisse formulieren, eigene "Verletzungen" heilen und nicht immer alles auf den Partner schieben.


    Auch meine Eltern waren zeitweise nicht glücklich, meine Mutter sogar phasenweise unglücklich in meiner Kindheit. Aber sie haben es zusammen gepackt, sich besser kennengelernt, mein Vater ist mit den Jahren weicher und liebevoller geworden und meine Mutter eigenständiger und weniger "emotional bedürftig". Heute sind sie in Rente, wir Kinder längst aus dem Haus, und sind ein glückliches Paar, machen tolle Reisen, verstehen sich blind, witzeln herum usw. Ich habe es erlebt, dass man den Kahn noch herumreißen kann, wenn er schon am sinken ist.


    Und es gab Zeiten da hat meine Mutter innerlich den Auszug geplant wie die TE hier. Nur weil es jetzt so ist, heißt es nicht, das es immer so ist. Niemand weiß, wie es in 5 Jahren ist oder in 10.

    Hallo studentin26.


    ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen, aber ich habe einen ähnlichen Eindruck wie Calineken.


    Nun, und weil es so unterschiedliche Sichtweisen darauf gibt, möchte ich meine auch noch teilen - keine Ahnung, ob die dir weiter hilft, aber vielleicht als weitere Inspiration...


    Ich stand vor einiger Zeit genau vor derselben Frage. Unsere Kinder sind 4 und (fast) 7.


    Ich war kurz vor der Trennung.


    Ich bin nicht mehr verliebt in meinen Mann.


    Es gab einen anderen Mann (nachzulesen in einem Beitrag von mir).


    Inzwischen glaube ich nicht, dass mich eine Trennung glücklich machen würde.


    Zumindest gerade nicht.


    Wer weiß, was irgendwann einmal ist.


    Ich glaube, dass nicht nur unsere Kinder, sondern auch ich leiden würde.


    Ich hab meinen Mann gerne und das reicht mir (momentan) aus, um eine Beziehung/Ehe/ein Zusammenleben zu führen.


    Ich weiß, dass ich für meinen Mann wahrscheinlich nie wieder Verliebtheitsgefühle haben werde.


    Und seitdem ich das weiß und akzeptiere, schaffe ich es wieder, ihn zu geniessen.


    Er ist ein toller Typ, ich habe entschieden, ihn zu heiraten und Kinder mit ihm zu bekommen.


    Das ist schon was, finde ich.


    Das kommt ja nicht von ungefähr.


    Ich kann gerade einfach gut damit sein, dass wir so viel zusammen erlebt haben, so vieles teilen und eine Familie zusammen aufbauen. Er ist ein guter Partner dafür und ich möchte ihn nicht missen.


    Ich kummere gerade einem anderen Mann hinterher.


    Ich weiß also, dass man verliebt sein kann.


    Ich weiß aber eben inzwischen auch, dass dieses Gefühl gehen kann.


    Was soll ich also mit einem anderen Mann beginnen, wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass ich in ein paar Jahren wieder am selben Punkt stehe? Dafür das ganze Theater? Dafür einen der wichtigsten Menschen in meinem Leben verletzen?


    Ich hoffe, ich kann das noch lange so sehen und dass es mir auch noch lange gut geht damit.


    Hier findest du keine Rat. Sondern nur, wo ich gerade stehe. Vielleicht ist es einfach nur, dass du (einmal mehr) weißt, dass du nicht alleine bist, mit deinen Gefühlen und Gedanken.


    Ich drücke dich, denn ich kann so gut verstehen, wie es dir geht. :°_

    Hallo Studentin 26,


    ich möchte dir auch meine Sicht mitteilen. Ich bin ein Scheidungskind und ich bin meiner Mutter sehr dankbar, dass sie sich "für uns Kinder" erst nach Jahren von meinem Vater getrennt hat. Meine Eltern haben sich nicht oft gestritten, hatten einen gesitteten Umgang miteinander... klar gab es mal Meinungsverschiedenheiten, aber im Grunde waren sie Freunde, wenn auch keine Liebenden mehr.


    Während ihrer Trennung war ich beinahe volljährig und meine Mutter hat sie deswegen durchgezogen, weil ein neuer Partner in Sicht war. Für mich war das in diesem Alter schade, aber ich habe die Trennung nie auf mich bezogen und habe mich auch nie persönlich verletzt oder entwurzelt gefühlt - in dem Alter kann man mit seinen Kindern nämlich reden und ihnen die Situation erklären.


    Seit der Trennung (vor wirklich vielen Jahren) können sie leider kein gutes Haar mehr aneinander lassen, jeder Feiertag muss zerrissen und geteilt werden, an jedem Fest müssen sie zeitlich versetzt eingeladen werden... ich bin sehr froh, dass meine Kindheitserinnerungen nicht von sowas geprägt sind. Eltern mit semisympathischen Gefühlen füreinander in intakter Familienkonstellation waren für mich deutlich angenehmer als Krieg führende getrennte Einzelkämpfer (und einen anderen Umgang habe ich nach der Trennung noch nie erlebt, in meiner Realität gibt es das leider nicht).


    Alles Gute dir! @:)