Sie sieht es nicht gerne wenn ich mich mit anderen treffe. Sie fühlt sich schnell ausgeschlossen, das hängt wohl auch mit einer früheren Beziehung zusammen.

    Zitat

    Na komm, so schlimm ist es doch nicht.

    Oh doch! Sie kann nicht mehr normal auftreten und fängt nach kurzer Zeit an zu humpeln. Darum ist das ganze Freizeitangebot erheblich eingeschränkt weil außer Autofahren und Kino kaum noch was geht.

    In einem anderen Faden rätst Du einer Dame, sich von ihrem Partner aufgrund mangelndem Respekt/Liebe von ihm zu trennen und nun kommt so ein Beitrag von Dir.


    Du hast Dich recht kurz gefasst und so liest es sich, als wenn der erste Urlaub erst kürzlich war, Du die eingeschränkte Mobilität erst nach 2 Jahren Beziehung wahr genommen hast und sie sich Dir anvertraut hat. Das wirft natürlich Fragen auf, wie es allgemein bei Euch um Nähe/Vetrauen bestellt ist. Natürlich ist oben beschriebenes Blödsinn, denn Du hast ja schon einen kleinen Behnadlungsmarathon mit ihr durch. Vielleicht kannst Du ja nochmal differenzierter darlegen, seit wann und wie stark dies eure Beziehung belastet bzw. vielleicht sogar der Entwicklung der Beziehung im Wege stand.


    Wie geht es Deiner Freundin mit ihren Einschränkungen, leidet sie überhaupt an einem Mangel an Aktivitäten? Wie sind ihre weiteren Bemühungen/Pläne, das gesundheitliche Problem in den Griff zu kriegen? Wie sind Deine und ihre Gefühle füreinander?


    Wenn Du Dich bereits innerlich distanzierst oder distanziert hast, wird keine moralische Keule in diesem Faden was daran ändern. Nicht jeder ist für eine Beziehung voller Verzicht und Aufopferungen geschaffen, das macht einen nicht sofort zu einem schlechten Menschen.


    Warzen klingen aber - ehrlich gesagt - erstmal recht banal und wenn sie so schlimm sind, dass es einer Behinderung gleich kommt, würde ich schon medizinisch jeden möglichen Weg gehen.


    Mir persönlich wäre eine solche Einschränkung beim Partner wohl relativ egal, denn wir haben alle unsere Grenzen. Was mir wichtig ist und mit dem Partner nicht möglich, würde ich eben allein oder mit anderen machen und mit meinem Partner das genießen, was mit ihm möglich ist. Wobei es da auch sicher Grenzen gibt. Mich würde eher ein starkes Auseinanderklaffen der Interessen stören, als eine "äußere" Einschränkung, die das gemeinsame Verfolgen dieser Interessen erschwert oder gar unmöglich macht.


    Kann es daher sein, dass das beschriebene Problem nur ein vorgeschobenes ist und es eher der Fall ist, dass Du an den Gefühlen für sie zweifelst, sie möglicherweise einfach Deinen Ansprüchen (was eng vernküpft ist mit dem, wie man sich eine gelebte Beziehung vorstellt) nicht genügt? Wenn dem so ist, gibt es daran wohl wenig herumzudrehen, das, was Du für sie empfindest, reicht dann einfach nicht für eine tragbare Beziehung, was dann eben auch bedeuten würde, diese Einschränkung zu (er-)tragen. Da hilft dann wirklich nur der ehrliche Blick nach innen und nicht der nach außen, wie andere das handhaben würden.

    ..Mist, zeitliche Überschneidung zu Deinen letzten Beiträgen.


    Da habt ihr ja nen ziemlichen Bock geschossen, gerade das Handeln gegen den Rat der Ärzte. Hast du womöglich auch noch direkt oer indirekt Druck auf sie ausgeübt? Dann ist das echt ein ziemlicher Schlamassel.


    Dass da nichts mehr zu machen ist, würde ich so nicht stehen lassen und einen weiteren Arzt hinzu ziehen. Vielleicht verschafft ihr eine regelmäßige medizinische Fusspflege auch Erleichterung?


    ..Ich hatte als Kind mal Dornwarzen unter der Fusssohle, sowohl vorne als auch im Ballen, und wohl das Dümmste getan, was man da tun kann: mit ner Nadel und ner Schere immer wieder darin herumpröckeln, rausziehen, wegschneiden... Womöglich kann ich von Glück reden, dass es dadurch nicht schlimmer wurde. Aber sie gingen weg und kamen nie wieder. Ohne irgendein Mittel oder ärztliche Behandlung.


    Was ich damit sagen will: ich würde die Hoffnung nicht aufgeben, dass man das in den Griff kriegen kann.

    Der erste Urlaub ist schon eineinhalb Jahre her, da hat sie zum ersten Mal gesagt dass sie nicht so gerne viel läuft. Sie hat mir bis dahin nichts von ihren Warzen gesagt weil sie sich deswegen sehr schämt (hat deswegen auch früher schlechte Erfahrungen gemacht). Die richtigen Probleme sind erst seit der Operation und die war im letzten Oktober.


    Ich liebe sie wirklich und ich bin selbst erschrocken dass ich mit der Zeit immer mehr feststelle dass es mich stört dass wir kaum noch was unternehmen können. Klar verstehe ich dass jedes Gehen und Stehen für sie eine Qual ist (das sagt sie selber) und trotzdem gibt es so vieles was ich so gerne mit ihr gemacht hätte und seit der OP nicht mehr möglich ist.


    Es ist eher umgekehrt dass ich mich frage ob das wirklich Liebe für sie ist wenn ich feststelle wie sehr mich diese Immobilität stört. Ich liebe den Menschen und könnte auch mit ihren Warzen leben wenn die nicht derart massiv jeden Tag bestimmen würden. Klar könnte ich meine Wünsche mit anderen realisieren aber das will weder ich noch sie. Ich habe ja bis jetzt 7-8 Monate durchgehalten aber wer weiß wie lange noch. Seit der OP wird ja schon längeres Einkaufen zum Problem weil irgendwann nichts mehr geht. Das ist auch für mich belastend.

    Jetzt hat sich meine Antwort mit deiner überlappt.


    Es gibt wohl Unterschiede bei den Dornwarzen. Ihre sind extrem tief mit sehr großem Durchmesser in der Tiefe. Man hat ihr auch in der Uniklinik gesagt dass da im Falle einer Wiederkehr nichts mehr zu machen ist. Es sind wohl auch keine normalen Viruswarzen sondern eine andere Art.

    Zitat

    Ich habe ja bis jetzt 7-8 Monate durchgehalten aber wer weiß wie lange noch.

    Weiß sie denn, wie es dir mit der Situation geht, habt ihr darüber mal gesprochen?


    Ich denke letztendlich ist das das einzige, was euch gerade wirklich helfen könnte - offen miteinander zu reden wie es euch mit allem geht und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.


    Das alles einfach auszusitzen bringt euch nicht weiter, sondern macht euch nur beide weiter unglücklich.


    Und wenn sie das weiß - wie geht sie damit um? Ist sie denn bestrebt noch irgendetwas an dem Zustand zu ändern? Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass man da wirklich gar nichts mehr tun kann.

    Man kann trotz allem noch an einigen Freizeitaktivitäten teilnehmen. Einfach mal überlegen, was man machen kann, wo die Füße nicht zu arg belastet werden. Es ist dann nur etwas mehr Krativität gefragt. Statt zu laufen vielleicht eher Radfahren, kurze statt lange Spaziergänge, Boot- bzw. Kajak fahren, Lenkdrachensport (geht sogar im Sitzen ganz gut), im See schwimmen...


    Zu Hause lässt sich ja auch einiges anstellen: Freunde einladen, zusammen ein Film schauen, zusammen was leckeres kochen, sich gegenseitig massieren, Brettspiel spielen...


    Ich kenne das Problem sehr gut, da ich selbst nicht ganz so gut mobil bin. Aber es findet sich immer eine Lösung, wo eventuell auch beide Partner damit leben können, ohne, dass sie zu sehr in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind.


    Und wenn die Schmerzen deiner Freundin sehr stark sind und sie arg darunter leidet, wäre eventuell auch eine Schmerztherapie sinnvoll. Wenn man Glück hat, gehen die Warzen vielleicht von allein irgendwann weg, ansonsten muss man eben mehr die Symptome behandeln.

    Es führt wohl kein Weg daran vorbei dass ich mit ihr darüber spreche. Schlimm ist für mich dass ich ja nicht unschuldig daran bin wie es ihr jetzt geht. Ich habe echt Angst vor einem Gespräch mit ihr.


    Sie leidet sehr unter ihren Warzen, auch psychisch. Sie will auch nicht dass andere davon wissen und ihr humpeln verrät sie natürlich sofort. Man hat ihr mehrfach abgeraten noch weiter was gegen die Warzen zu unternehmen weil es nur schlimmer würde. Diese Erfahrung hatte sie ja schon lange Jahre vorher gemacht. Sie trägt gepolsterte Einlagen und nimmt manchmal Schmerzmittel die aber kaum helfen.

    Wie wäre es mit Kanu fahren, schwimmer, Schach spielen, Sauna, Landesgartenschau mit Rolliverleih - es gibt so viel, was ihr gemeinsam machen könntet außer Autofahren. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass sie nicht mehr so richtig will.

    Es stimmt, sie hat kaum Lust noch irgendwas zu unternehmen. Sie hat ja immer den Vergleich was sie vor der OP noch konnte und auch da war sie ja schon eingeschränkt. Sie hat auch mit den weichen Einlagen richtig starke Schmerzen und kann kaum noch auftreten weil sie die Warzen unter beiden Füßen hat (Ballen und Fersen). Da ist nur noch Passivität (die ich ja auch verstehen kann) und es gibt keine Hoffnung dass sich das ändert.

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    Es führt wohl kein Weg daran vorbei dass ich mit ihr darüber spreche. Schlimm ist für mich dass ich ja nicht unschuldig daran bin wie es ihr jetzt geht. Ich habe echt Angst vor einem Gespräch mit ihr.

    Warum? Vor was genau hast du Angst?

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    Sie leidet sehr unter ihren Warzen, auch psychisch.

    Hat sie sich mal überlegt, sich auch mal psychologische Hilfe zu suchen?

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    Sie trägt gepolsterte Einlagen und nimmt manchmal Schmerzmittel die aber kaum helfen.

    Sie muss wahrscheinlich mal ein paar Schmerzmittel durchprobieren bis sie das richtige gefunden hat.

    Das Problem ist dass ich die Situation beklage die ich mitverantwortet habe (ich habe ihr ja zur OP geraten). Damit bestrafe ich sie ja doppelt.


    Sie hat schon eine Therapie hinter sich, hat der Therapeutin aber nichts von ihren Warzen erzählt. Sie schämt sich sehr dass sie Warzen an den Fußsohlen hat.


    Ich glaube dass sie mit den rezeptfreien Schmerzmitteln auch nicht weiter kommt. Bei diesen Schmerzen wird sie richtig starke Mittel brauchen die sie nur vom Arzt bekommt. Leider hat sie das Thema nie angesprochen, ob aus Scham oder vergessen, keine Ahnung.

    Lieber Namenlos4,

    ich möchte Dir gerne sagen, dass ich es nicht fair finde, dass Du hier von Vielen als "Egoist" oder charakterlos bezeichnet wirst. :(v


    Ich bin mir sicher, dass viele Menschen nicht bereit sind, sich und ihr Leben auf Dauer durch die Behinderung eines Partners auf Dauer massiv einschränken zu lassen.


    Solche Beiträge mit Vorschlägen was man doch alles tolles im Sitzen machen könne, finde ich daneben.


    Es banalisiert Dein Problem!


    Du fühlst Dich massiv eingeschränkt, da mit Deiner Partnerin kaum noch normale Unternehmungen denkbar sind, und sie scheinbar auch so sehr klammert und missgünstig ist, dass sie Dir nich mal die Freiheit lässt, viele Dinge ohne sie zu unternehmen.

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    Sie sieht es nicht gerne wenn ich mich mit anderen treffe. Sie fühlt sich schnell ausgeschlossen, das hängt wohl auch mit einer früheren Beziehung zusammen.

    Sie will Dich wohl ganz für sich alleine - was sie nicht mehr genießen kann, sollst Du auch nicht mehr erleben dürfen. Das ist keine gesunde Paarbeziehung...


    Lieber Namenlos, ich denke Du bist nicht der Egoist in dieser Beziehung. :)_




    Mein Rst an Dich: Trenne Dich, wenn Du Zweifel hast und Dich zu sehr eingeschränkt fühlst.


    Fühl Dich nicht schlecht deswegen!


    Ihr seid zwei Jahre zusammen, und nicht seit 20 Jahren verheiratet und durch dick und dünn gegangen, wo solch ein Opfer, solch eine Einschränkung aus Liebe und Dankbarkeit vielleicht leicht fällt und echt ist.


    Du bist Dir selbst der Nächste, und hast noch viel Zeit zum Tanzen, Wandern, Reisen und Stadtbummeln vor Dir! @:)


    Wenn Es für Dich (!) und Dein Leben (!) nicht mehr stimmig ist, Du so unglücklich lebst, ist eine Trennung legitim und richtig!


    Lass Dir hier nix einreden, Dir keine Schuldgefühle machen. Auch von einem Kranken/Behinderten usw. darf man sich natürlich trennen, wenn man dies möchte.


    Die Leute hier können viel schreiben à la "geht doch!" oder "wird ja schon nicht so schlimm sein!"


    Sie stecken ja nicht in Deiner Haut!


    Alles Liebe für Dich! @:)

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    Das Problem ist dass ich die Situation beklage die ich mitverantwortet habe (ich habe ihr ja zur OP geraten). Damit bestrafe ich sie ja doppelt.

    Du hast ihr zu der OP geraten, ja. Aber die endgültige Entscheidung hat sie getroffen. Sie hätte die OP schließlich nicht machen müssen.


    Teile deiner Freundin einfach mit wie du dich fühlst und wie du unter eurer Situation leidest. Versucht dafür gemeinsam eine Lösung zu finden. Wenn du nicht willst oder sie nicht, dann ist es vielleicht besser getrennte Wege zu gehen.

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    Sie hat schon eine Therapie hinter sich, hat der Therapeutin aber nichts von ihren Warzen erzählt. Sie schämt sich sehr dass sie Warzen an den Fußsohlen hat.

    Scham ist aber fehl am Platz gegenüber einem Therapeuten. Wie soll er oder sie ihr dann helfen können?

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    Ich glaube dass sie mit den rezeptfreien Schmerzmitteln auch nicht weiter kommt. Bei diesen Schmerzen wird sie richtig starke Mittel brauchen die sie nur vom Arzt bekommt. Leider hat sie das Thema nie angesprochen, ob aus Scham oder vergessen, keine Ahnung.

    Ich glaube Schmam und vielleicht auch schon Resignation wird bei ihr eine große Rolle spielen.


    Umso mehr du über euch schreibst, umso mehr wird auch klar, dass euer Problem tiefer steckt als ich anfangs annahm. Die eingeschränkten Freizeitaktivitäten scheinen hier echt nur die Spitze des Eisberges zu sein.

    Sie hat die OP gemacht, obwohl ihr die Ärzte davon abgeraten haben. Jetzt gefällt (entschuldige das Wort, aber ich habe einfach kein besseres für dieses Verhalten) sie sich in der Rolle der Leidenden (alles Deine Schuld, lässt sie dich selbst dir suggerieren, das stoppt sie ja auch nicht) und hat es geschafft, sich in einen Zustand zu begeben, in dem sie euch und damit dich bestimmen kann.


    Hier ist dein entscheidender Satz:

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    ich hab Schwierigkeiten mir unsere gemeinsame Zukunft wegen ein paar Warzen so reduziert vorzustellen.

    Genau das ist es.


    Du bist nicht schuld und schuldest ihr auch nichts.