Hi und guten morgen nach einer weiteren schlaflosen nacht mit panikattacken. :°(


    Mir ist es gestern noch sehr schlecht gegangen und ich war kurz davor, alles über den haufen zu schmeißen, zu ihm zu fahren und ihm zu sagen, dass alles ein schrecklicher fehler war und es wir es bitte nochmal versuchen. Unter größter anstrengung und unter heulkämpfen hab ich mich gezwungen, es nicht zu tun. Und meine mama, die wirklich momentan mein fels in der brandung ist, hat richtigerweise gesagt: "losgetreten, gib doch bitte auch IHM mal die chance, zur ruhe zu kommen, wenn du ihm schon was gutes tun willst. Ihr müsst nun beide "erwachsen" werden und wenn du so weitermachst wie bisher, habt ihr beide nicht die möglichkeit, zu eigenständigen menschen zu werden."


    Und das ist ja genau das, was Baldurhh hier so treffend formuliert hat:

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    Ihr wart in keiner Partnerschaft, sondern in einer Symbiose. Der Eine hat vom Anderen profitiert. Selbstständig seid ihr beide nicht geworden.

    Und weiter:

    Zitat

    Wenn alles so geblieben wäre, würden auch deine Zweifel bleiben. Diese nagenden und quälenden Zweifel, ob nicht vielleicht doch der Mann käme, mit dem Du eine Familie gründen könntest, den Du sexuell begehrst.

    Nur, mittlerweile habe ich einfach angst, dass ER der mann gewesen sein könnte, ICH es nur durch mein verschrobenes denken nicht erkannt habe. Und vielleicht hätte ich in einer therapie daran arbeiten sollen. Ich war ja sogar im frühjahr/sommer ein paar mal bei einem coach und sie hat gemeint, dass es in meiner vergangenheit irgendeinen punkt gibt (ungesundes vater-tochter-verhältnis), weshalb ich in die rolle gerutscht bin, für meinen partner eine mutter zu sein. Und sie wollte mit mir daran arbeiten, diese rollenverteilung aufzulösen. Und vielleicht hätte sie es geschafft und ich könnte meinen exfreund mittlerweile als mann begehren. Nur bin ich dann nicht mehr hingegangen, weil ich eigentlich mit der situation im sommer ganz zufrieden war.


    Du hättest diese Hoffnung eingetauscht gegen ein Gefühl der Sicherheit, weil Du vermutlich genau erahnst, wie sich eure Beziehung entwickelt, wo ihr in 10 oder 20 Jahren sein werdet. Die nagende Unzufriedenheit würde aber auch bleiben und Dich vermutlich immer "in Versuchung führen".

    Zitat

    Trotz aller Kritik kann ich Dich verstehen. 15 Jahre sind lang und euer Leben war mehr oder weniger ineinander verwoben. Ein Gleichgewicht der Kräfte gab es nicht. Du hättest Dir neben dem sexuellen Begehren vermutlich auch mal jemanden gewünscht, an dessen Schulter Du Dich ausweinen kannst und der Dir sagt wo es langgeht.

    Genau. So etwas wünsche ich mir. Weil eigentlich brauche ich jemanden, der mir sagt, wos langgeht.

    Zitat

    Wenn du wirklich so fühlst wie eine Mutter, dann lass ihn los!!

    Ich versuche es. Aber wie gesagt, mittlerweile nagt die angst, dass ich zu wenig versucht habe, um während der beziehung diese rollenverteilung aufzubrechen und ihn mit anderen augen zu betrachten.

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    Darüber hinaus ist es total anmaßend von dir anzunehmen, dass er ohne dich "alles" verliert und "nichts" mehr hat. Damit überschätzt du dich total.

    Ich weiß. es ist auch nicht so, dass ich glaube, dass ich die einzige bin, die ihn glücklich machen kann. Nur, ich WAR nun mal in der vergangenheit sein einziger halt. Das ist ein fakt und wäre ich es nicht gewesen, wäre es eine andere gewesen, es geht mir nicht darum, mich hinzustellen und zu sagen, wie toll ich mich um ihn gekümmert habe.

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    Dein Ex hat einen guten Beruf, ist gesund und aktiv und noch ziemlich jung. Er hat alle Voraussetzungen, sich ein eigenes Leben mit neuen Freunden und einer Partnerin, die ihn nicht als Kindchen bemuttert, sondern ihn als Mann ernst nimmt und begehrt, aufzubauen.

    Ich wünsche mir einfach so sehr, dass er es so sehen könnte und wenn nicht jetzt, dann wenigstens bald.

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    Der Schock der Trennung ist jetzt hart, und es wird sich für euch beide jede Menge verändern, aber darüber werdet ihr beide hinweg kommen. Natürlich verliert er jetzt einiges - ein Gutteil davon aber die kranke Abhängigkeit zu dir und ganz ungesunde Beziehungsanteile.

    Ja. Aber was, wenn ich zu wenig versucht habe? Vielleicht hätten wir das hinkriegen können, wenn ich an meiner denk- und verhaltensweise mit einem therapeuten konsequent gearbeitet hätte????????????

    Diese frage quält mich seit gestern unendlich. %:| {:( :°(

    Ich glaube, Du kannst Deinem Bauchgefühl schon trauen, das sich durch Deine ganzen Fäden hinweg verzweifelt zu melden versucht hat.


    Vergewaltige das nicht erneut mit Schuldgefühlen und Dich-selber-Verbiegen-Wollen.


    Eure Symbiosen-Konstellation hat sich über 15 Jahre hinweg verfestigt. Selbst wenn Du da nun Deine Denk- und Verhaltensstrukturen durchbrechen wollen würdest und aus der Mutterrolle herauskämest: das wäre viel leichter bei einem komplett neuen Partner möglich als beim jetzigen Freund, den Du zwangsläufig mit einer Sohn-Figur assoziierst und dessen gleichzeitigen Wandel zu einem erwachsenen ebenbürtigen Partner Du nicht so einfach voraussetzen kannst.


    Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, woher da plötzlich Leidenschaft und Begehren kommen soll, wenn es da die ganzen 15 Jahre kein richtiges Feuer gegeben hat. Das stellst Du Dir nun vielleicht aus der Verzweiflung heraus vor und weil Du ihn gerade nicht greifbar hast, also auf Entzug bist.


    Mit Entzugserscheinungen kann man Deine momentane Verfassung, denke ich, auch ganz gut vergleichen, weil es da eben um tiefgreifende Abhängigkeiten geht, die sich nicht eben mal so abschalten lassen.


    Insofern halte ich sowieso diverse "Rückfälle" für sehr wahrscheinlich, einschließlich momentaner Erleichterung und Euphorie bei beiden Seiten.


    Versuche aber auch, soweit es Dir möglich ist, das ein Stück weit quasi "von außen" zu beobachten. Und frage Dich, wie viele Jahre nach dem Muster Deiner alten Fäden Du Dir noch antun magst.

    PS:


    Wie hat Dein Ex eigentlich reagiert, abgesehen von Heulerei und Trennungsschmerz von Mama?


    Sind ihm überhaupt in irgendeiner Form seine Anteile bewusst, die rausgehen über momentanes Rettenwollen des sinkenden Schiffes?

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    Ja. Aber was, wenn ich zu wenig versucht habe? Vielleicht hätten wir das hinkriegen können, wenn ich an meiner denk- und verhaltensweise mit einem therapeuten konsequent gearbeitet hätte

    ??? ?? Diese frage quält mich seit gestern unendlich. %:| {:( :°(

    Es würde wohl nicht funktionieren, wenn nur du diejenige bist, die versucht an euch zu arbeiten. Er war scheinbar ja zufrieden, so wie es war.


    Glaubst du denn, dass er so viel Energie aufgebracht hätte, die Beziehung seinerseits so zu richten, damit er dir genügt und die ihn nicht mehr betrügen musst?


    Ich glaube für ihn ist es tatsächlich erstmal das Beste, dass du ihn freigelassen hast. An dem Gedanken würde ich mich festhalten.

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    Aber was, wenn ich zu wenig versucht habe? Vielleicht hätten wir das hinkriegen können, wenn ich an meiner denk- und verhaltensweise mit einem therapeuten konsequent gearbeitet hätte

    ääähmmm... ich erlebe selten, dass jemand so hart an der beziehung arbeitet - über einen so langen zeitraum! - dass es schon fast selbstzerstörerisch ist!


    und im übrigen habe ich einen schwer greifbaren verdacht, dass du in diesen coaching-stunden extra diesem thema ausgewichen bist, weil du dir dann schon eher hättest eingestehen müssen, dass du schon zu lange versuchst, an einer "toten" beziehung zu arbeiten!

    Was mir noch eingefallen ist:


    Je mehr wir Dich hier alle ermutigen, die Trennung durchzuhalten, Dir alle guten Gründe nochmals vor Augen halten - umso mehr Druck baust Du womöglich auf, dem Du nicht standhalten kannst, umso mehr fühlt es sich als Verrat am "Sohn" an. Schwierig.


    Was auch immer wir alle hier meinen: es steht Dir so oder so frei, wieder zu ihm zurück zu kehren. Es gibt auch viele Arten von Liebe. Wenn Du mit Deinem Partner eine Mutter-Kind-Liebe lebst, ist das alleine Deine Entscheidung (aber drehe es Dir nicht naiv so hin, dass man da per Daumenschnipp plötzlich ein leidenschaftliches Liebespaar aus dieser Konstellation machen könnte). Wähle Deine Lebensform so, dass Du mit Dir im Reinen bist und am Ende Deines Lebens sagen kannst, Du hast authentisch und glücklich so gelebt, wie Du wirklich BIST.


    Und eine Frage noch: stelle Dir vor, Dein bisheriger Freund hätte sich anderweitig verliebt und würde seinerseits daher die Trennung wollen. Welches Gefühl hättest Du dabei überwiegend?

    Und: falls Du wirklich wieder zu ihm zurückkehrst

    , mache es aus freien Stücken, Freude und Liebe heraus und NICHT weil er Dich ggf. emotional erpresst nach dem Motto, er ginge sonst zugrunde


    Würde nämlich genau zu dieser Mutter-Kind-Schiene passen und perfekt an die Schuld- und Verantwortungsgefühle der Mutter andocken. %:|

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    Eure Symbiosen-Konstellation hat sich über 15 Jahre hinweg verfestigt. Selbst wenn Du da nun Deine Denk- und Verhaltensstrukturen durchbrechen wollen würdest und aus der Mutterrolle herauskämest: das wäre viel leichter bei einem komplett neuen Partner möglich als beim jetzigen Freund, den Du zwangsläufig mit einer Sohn-Figur assoziierst und dessen gleichzeitigen Wandel zu einem erwachsenen ebenbürtigen Partner Du nicht so einfach voraussetzen kannst.

    du wirst vermutlich recht haben. wie sollte es gehen (außer mit gehirnwäsche und ich weiß nicht, wie sowas funktioniert ;-) ), dass ich in meinem (ex)partner plötzlich den begehrenswerten liebhaber sehe? das kann - wenn überhaupt - nur die zeit zeigen, indem er veranwortung übernimmt, erwachsen wird und sein leben lebt. und ich genauso. aber das zu akzeptieren, fällt mir einfach unheimlich schwer, eben weil ich so tiefe gefühle für ihn habe.

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    Mit Entzugserscheinungen kann man Deine momentane Verfassung, denke ich, auch ganz gut vergleichen, weil es da eben um tiefgreifende Abhängigkeiten geht, die sich nicht eben mal so abschalten lassen.


    Insofern halte ich sowieso diverse "Rückfälle" für sehr wahrscheinlich, einschließlich momentaner Erleichterung und Euphorie bei beiden Seiten.

    das klingt plausibel. es fühlt sich an wie ein schwerer entzug. mit körperlichen und psychischen beschwerden. und dem standzuhalten, ist manchmal echt fast ein ding der unmöglichkeit.

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    Wie hat Dein Ex eigentlich reagiert, abgesehen von Heulerei und Trennungsschmerz von Mama?

    er hat nicht geheult, zumindest nicht in meiner anwesenheit. gut, damals, als er mich mit dem anderen typen gesehen hat, ist er erstmal heim und hat alles zerdeppert, was ihn an mich erinnert.


    aber weder bei dem gespräch am sonntag, noch bei jenem am montag, hat er mich vollgeheult und gebettelt oder mir auch nur in irgendeiner form gedroht, sich etwas anzutun.


    klar, ich habe an seiner gebrochenen stimme am telefon gemerkt, dass er mit den tränen kämpft. das ist vollkommen normal, vor allem in abetracht dessen, dass ich vor lauter schluchzen fast kein wort mehr herausgebracht habe.


    aber ansonsten war er sehr klar, hat gemeint, er hätte es zwar nochmal versucht, aber wenn ich nicht seiner meinung bin, hat es keinen sinn mehr und er wird deshalb ein neues leben beginnen und ausziehen. er hat mir dann spätabends nochmal geschrieben, ab wann er ausgezogen ist und dass ich mich von diesem zeitpunkt an um die katze zu kümmern habe und in der weiteren folge darum, was mit der wohnung geschieht, in der wir gemeinsam gelebt haben.


    seitdem habe ich nichts mehr gehört und das, obwohl ich am sonntag in der nacht in einem anfall von panik ihm geschrieben habe, dass es möglicherweise alles ein schrecklicher fehler ist.


    ich finde, das zeugt doch von einem recht erwachsenen und abgeklärtem verhalten. ob er es so beibehalten kann, weiß ich nicht. vielleicht kommt da noch was, vielleicht auch nicht. aber auch diese ungewissheit macht mich fertig. nicht zu wissen, wie es ihm aktuell geht, ob er einsam zuhause sitzt, ob er sich mit freunden ablenkt usw. das tut sooooo weh. :°( :°( :°( :°( :°(

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    Sind ihm überhaupt in irgendeiner Form seine Anteile bewusst, die rausgehen über momentanes Rettenwollen des sinkenden Schiffes?

    das glaube ich nicht. ich sehe auch keine schuld in seinem verhalten. er ist erwachsen geworden und hat sich um sein leben gekümmert. er hat alle voraussetzungen für eine beziehung auf augenhöhe geschaffen. nur ich bin nicht mitgekommen. :°(

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    Je mehr wir Dich hier alle ermutigen, die Trennung durchzuhalten, Dir alle guten Gründe nochmals vor Augen halten - umso mehr Druck baust Du womöglich auf, dem Du nicht standhalten kannst, umso mehr fühlt es sich als Verrat am "Sohn" an. Schwierig.

    das ist echt schwierig. denn meine beste freundin und meine mama machen genau das. sie ermutigen mich, sagen, wie tapfer ich bin und dass ich jetzt durchhalten muss. das stresst mich sehr. %:|

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    Was auch immer wir alle hier meinen: es steht Dir so oder so frei, wieder zu ihm zurück zu kehren. Es gibt auch viele Arten von Liebe. Wenn Du mit Deinem Partner eine Mutter-Kind-Liebe lebst, ist das alleine Deine Entscheidung

    das stimmt. ich wäre ja auch schon einmal so weit gewesen, zu akzeptieren, dass diese liebe eben etwas anders gelagert ist, aber von wertigkeit und wichtigkeit deshalb um nichts kleiner ist als eine liebe zwischen zwei partnern, die sich begehren.


    aber ich hab eben nicht durchgehalten, weil ich wieder in versuchung gekommen bin. :°(

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    stelle Dir vor, Dein bisheriger Freund hätte sich anderweitig verliebt und würde seinerseits daher die Trennung wollen. Welches Gefühl hättest Du dabei überwiegend?

    ich GLAUBE, dass ich erleichtert wäre. aber es sind zwei paar schuhe, sich etwas vorzustellen und dann, dieses auch erleben zu müssen. ich wäre sicherlich am boden zerstört, weil ich ja dann dennoch meinen besten freund, meinen weggefährten und mein kind verlieren würde. aber es würde mir helfen, ihn glücklich zu wissen.

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    falls Du wirklich wieder zu ihm zurückkehrst

    , mache es aus freien Stücken,

    eigentlich hoffe ich nicht, dass ich wieder zurückkehre, wenn sich in meinem denken nichts verändert hat.


    aber wenn wirklich, dann mache ich es IMMER aus freien stücken, er würde mich niemals erpressen, dessen bin ich mir sicher.

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    das kann - wenn überhaupt - nur die zeit zeigen, indem er veranwortung übernimmt, erwachsen wird und sein leben lebt.

    <->

    Zitat

    ich finde, das zeugt doch von einem recht erwachsenen und abgeklärtem verhalten.

    ???

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    aber auch diese ungewissheit macht mich fertig. nicht zu wissen, wie es ihm aktuell geht, ob er einsam zuhause sitzt, ob er sich mit freunden ablenkt usw. das tut sooooo weh. :°( :°( :°( :°( :°(

    Du möchtest also eine Art Kontrolle über ihn haben?


    Kann es sein, dass Du vielleicht sogar von ihm abhängiger bist als er von Dir? Dass es Dir in gewisser Weise sogar ganz gelegen gekommen ist, dass er so eine unmündige Sohn-Rolle eingenommen hat? Weil er dadurch kontrollierbarer ist?

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    er ist erwachsen geworden und hat sich um sein leben gekümmert. er hat alle voraussetzungen für eine beziehung auf augenhöhe geschaffen.

    Ist es denn so? Welche Voraussetzungen sind das denn? Bisher hörte es sich jedenfalls ganz anders an! Und "reichen" diese Voraussetzungen denn für eine Fortsetzung der Beziehung inkl. evtl. Familiengründung?? Gehen damit auch veränderte, partnerschaftliche Gefühle einher, auf beiden Seiten? ":/

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    das stimmt. ich wäre ja auch schon einmal so weit gewesen, zu akzeptieren, dass diese liebe eben etwas anders gelagert ist, aber von wertigkeit und wichtigkeit deshalb um nichts kleiner ist als eine liebe zwischen zwei partnern, die sich begehren.


    aber ich hab eben nicht durchgehalten, weil ich wieder in versuchung gekommen bin. :°(

    Du bist in Versuchung gekommen, weil Deine "Beziehung" keine sexuelle Prägung hat, Du aber nicht asexuell bist. Völlig normal also, dass sich Dein Unterbewusstsein Wege raus aus Deinem platonischen Mutterdasein sucht.


    Wenn Du so gern eine Mutterrolle einnimmst, dann am besten bei einem eigenen Kind. ;-)


    Wie geht es Dir, jetzt in diesem Moment, beim Gedanken daran, mit dem Ex Sex zu haben und daraus ein Kind entstehen zu lassen, gemeinsam Eltern zu werden? War bisher doch völlig abwegig, warum plötzlich nicht mehr? "Nur" um ihn nicht zu verlieren? Oder sogar: notfalls Verzicht auf eine eigene Familie, wenn nur dieser "Sohn" nicht verloren geht??

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    ich GLAUBE, dass ich erleichtert wäre. aber es sind zwei paar schuhe, sich etwas vorzustellen und dann, dieses auch erleben zu müssen. ich wäre sicherlich am boden zerstört, weil ich ja dann dennoch meinen besten freund, meinen weggefährten und mein kind verlieren würde.

    Ist es aber nicht auch egoistisch, ihn in dieser Kind-Rolle halten zu wollen? Willst Du ihn überhaupt ehrlichen Herzens erwachsen sehen? Wenn ja, wie sähe das konkret aus? Weiß er, was Du vermisst, und wie hat er sich dazu geäußert? Hast Du ihm je offen gesagt, dass er für Dich sexuell nicht anziehend ist?

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    er würde mich niemals erpressen, dessen bin ich mir sicher.

    Sowas kann auch sehr subtil geschehen. In erster Linie kommt es mir aber ohnehin so vor, als würdest Du Dich selbst erpressen.

    Ok, machen wir noch ein paar Gedankenexperimente, um ein wenig Klarheit in die Situation zu bringen.


    Angenommen Du lernst einen Mann kennen. Attraktiv, klug und warmherzig. Ihr kommt euch näher und verbringt Zeit miteinander. Irgendwann stellst Du fest, dass Du Dir mehr als eine platonische Freundschaft vorstellen kannst, gestehst ihm Deine Gefühle und er sagt daraufhin zu Dir:


    Hmm, ich weiß nicht. Ich komme gerade aus einer schwierigen Beziehung. Du gefällst mir, aber ich glaube, ich brauche noch Zeit. Ich habe so Schwierigkeiten Menschen zu vertrauen, nachdem was meine Ex Partnerin mit mir gemacht hat.


    Gut, denkst Du Dir. Dir werd ichs zeigen. Und dann zeigst Du ihm, wie vertrauenswürdig Du bist. Du wendest alle "Kunstgriffe" der Verführung an und irgendwann hast Du ihn weichgekocht. Ihr einigt euch ganz ohne Vertrag und Kleingedrucktes. Lass es uns miteinander versuchen.


    Du schwebst auf Wolke 7. Er auch. Nicht nur busseln; oh nein!!! Wilde, hemmungslose Leidenschaft. Nach einiger Zeit merkst Du aber, dass er sich zurückzieht. Ihr seht euch nicht mehr ganz so oft. Du fragst ihn, was los sei und er antwortet. Nichts; ich hab viel Streß auf der Arbeit.


    Das geht ein paar Wochen so. Du wirst trauriger und unzufriedener und irgendwann platzt Dir der Kragen. Du wirst sauer und sagst ihm, dass er Dir endlich sagen soll, was mit ihm los ist, oder ob Du irgendwas falsch gemacht hast.


    Er stammelt und blickt verlegen nach unten und dann kommt der berühmte: "Ich glaube, es liegt nicht an Dir" Satz. Er sagt, es täte ihm leid, alles ginge viel zu schnell. Er sei sich einfach nicht sicher, ob es reicht und vielleicht sei er ja Beziehungsunfähig.


    Du bist am Boden zerstört, weinst. Aber was sollst Du machen? Schweren Herzens akzeptierst Du die Situation. Weil er Dir wichtig ist (und Du ihn insgeheim noch liebst) trefft ihr euch gelegentlich noch. Es ist nach einiger Zeit auch wieder schön und ihr kommt euch ganz langsam wieder näher. Eines Tages sagt er Dir dann, dass er glaubt einen Fehler gemacht zu haben. Jetzt ist er sich sicher. Er will Dich, nur Dich.


    Du bist wieder glücklich, aber nicht mehr so euphorisch wie beim ersten Mal. Diesmal nimmst Du Dir etwas Bedenkzeit, denn bei all dem Glück stellst Du Dir auch die Frage, was ist, wenn er mir nach ein paar Tagen oder Wochen wieder sagt; tut mir leid, ich bin mir nicht sicher, ich glaube ich habe mich geirrt.


    Und jetzt versetze Dich mal in die Lage Deines Freundes. Busseln und miteinander lachen ist ok, aber Sex ist leidenschaftslos und heiraten oder Kinder kriegen.....Nö, da könnte ja jemand Besseres kommen. Ich will Dir gar nicht mit einer "Moralkeule" kommen. Trotzdem kommst Du mir ein wenig so vor, wie ein Kind vor einem Süßigkeitenstand. Du darfst Dir nur einen Lolli kaufen und nimmst schweren Herzens den Gelben, aber eigentlich willst Du Alle und nachdem Du den Gelben gegessen hast, fragst Du Dich, ob blau oder grün vielleicht besser geschmeckt hätte.


    Du bist kein Kind, sondern eine erwachsene Frau und kannst - um bei dem Beispiel zu bleiben - alle Lollis nach und nach durchprobieren.


    Und die zweite Frage, die ich mir stelle ist, wie steht es eigentlich um Deine Selbstachtung. Du trennst Dich und willst wenig später reumütig zu ihm zurück, weil er ja vielleicht doch Deine große Liebe sein könnte. Jemand der sich so verhält, macht sich über kurz oder lang zum Hampelmann, Verzeihung zur Hampelfrau. Man kann ihr nicht trauen. Was heute weiß ist, kann morgen schon schwarz sein. Schlimmer noch: Sie kann sich selbst nicht trauen. Das ist vollkommen unbefriedigend. Bevor Du also alle Wünsche und Sehnsüchte auf ihn projizierst und wenig später feststellst, dass das doch nicht Deine Wünsche und Sehnsüchte sind, solltest Du erstmal klar formulieren, was Du eigentlich wirklich willst undzwar unabhängig davon wie er sich jetzt wohl fühlen muss. Das sind Manöver, die Dich von Dir selbst ablenken.